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Instrumente – Eric Feller Early Keyboard Instruments Collection https://www.ericfeller.de Private Collection Wed, 30 Jul 2025 15:10:39 +0000 de hourly 1 https://wordpress.org/?v=5.5.24 Reiseharmonium James Smith and Son, ca. 1875 https://www.ericfeller.de/instrumente/reiseharmonium-james-smith-and-son-ca-1875/ Wed, 30 Jul 2025 14:52:20 +0000 https://www.ericfeller.de/?post_type=instrumente&p=1122 Die Entstehung des Harmoniums allgemein Die Wurzeln des Harmoniums liegen im Spannungsfeld zwischen europäischer Orgeltradition und asiatischen Mundorgeln wie dem chinesischen sheng. Bereits 1779 konstruierte Christian Gottlieb Kratzenstein in Kopenhagen ein erstes Zungeninstrument mit freien schwingenden Metallzungen (free reeds), inspiriert durch chinesische Vorbilder. Ab etwa 1810 wurden in Deutschland mit der Aeoline (Eschenbach & Schlimbach) […]

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Die Entstehung des Harmoniums allgemein

Die Wurzeln des Harmoniums liegen im Spannungsfeld zwischen europäischer Orgeltradition und asiatischen Mundorgeln wie dem chinesischen sheng. Bereits 1779 konstruierte Christian Gottlieb Kratzenstein in Kopenhagen ein erstes Zungeninstrument mit freien schwingenden Metallzungen (free reeds), inspiriert durch chinesische Vorbilder. Ab etwa 1810 wurden in Deutschland mit der Aeoline (Eschenbach & Schlimbach) und der Physharmonika (Anton Haeckl) erste eigenständige Instrumente mit Tastatur und Pedalantrieb gebaut – als unmittelbare Vorläufer des Harmoniums. Ein bedeutender Schritt erfolgte um 1833 mit dem orgue expressif von Gabriel Joseph Grenié in Frankreich, das bereits dynamische Klangveränderungen durch Luftdruck ermöglichte.

Die endgültige Form erhielt das Harmonium durch Alexandre-François Debain, der 1840/42 das erste Instrument unter dem Namen Harmonium patentieren ließ. Ausgestattet mit Fußpedal-Bälgen und Windmagazin setzte Debain technische Standards, die für das gesamte 19. Jahrhundert prägend blieben.

 

Technische Varianten: Druckwind- und Saugwind-Systeme

Debains ursprüngliches Harmonium war ein Druckwindinstrument, bei dem Luft aus einem Windmagazin durch Tastendruck freigegeben wird. In den USA entwickelten James Cahart und später Mason & Hamlin ab den 1860er-Jahren das Saugwindharmonium, bei dem Luft durch Unterdruck angesaugt wird. Dieses System war einfacher, günstiger und besser für die industrielle Fertigung geeignet – es dominierte ab ca. 1870 den Weltmarkt.

 

Das Harmonium und seine Entwicklung in Indien

Das Harmonium wurde im späten 19. Jahrhundert durch europäische Missionare und Kolonialbeamte nach Indien eingeführt. Dort traf es auf eine reiche musikalische Tradition – und wurde rasch lokal angepasst und transformiert. Einen entscheidenden Innovationsschritt leistete Dwarkanath Ghose (Dwarkin & Sons, Kalkutta) im Jahr 1875. Er ersetzte die Fußbälge des europäischen Modells durch eine Handpumpe, um dem im Sitzen auf dem Boden ausgeübten Musizierstil in Indien gerecht zu werden. Zudem wurden Drone-Stops und Scale-Changer hinzugefügt, um spezifische Anforderungen der indischen Musik – etwa Ragas und Mikrointervalle – bedienen zu können.

Bis etwa 1915 hatte sich Indien zu einem führenden Produktionsstandort für Harmonien entwickelt, insbesondere in Bengal und Gujarat. Das sogenannte indische Handharmonium wurde zum neuen Standardinstrument und fand breite Verwendung in religiösen, klassischen und populären Musikstilen.

 

Integration und Kontroversen

Im Laufe des 20. Jahrhunderts etablierte sich das Harmonium als zentrales Begleit- und Solo-Instrument in Süd- und Südostasien – etwa in Ghazal, Qawwali, Bhajan und der Hindustani-Klassik. Musiker wie Bhaiyya Ganpatrao führten das Instrument in den Thumri-Stil der Khayal-Tradition ein. Gleichzeitig war das Harmonium auch politisch umstritten. In der indischen Unabhängigkeitsbewegung galt es als Symbol westlicher Dominanz. Rabindranath Tagore nannte es gar „the bane of Indian music“. 1940 wurde es von All India Radio für klassische Musiksendungen verboten – ein Verbot, das erst 1971 gelockert wurde. Trotzdem blieb das indische Harmonium fester Bestandteil der südasiatischen Musikpraxis – bis heute.

 

Reiseharmonien im späten 19. Jahrhundert

Parallel zur Verbreitung des Harmoniums in Indien entwickelte sich im späten 19. Jahrhundert eine besondere Variante: das Reiseharmonium. Es war kompakt, klappbar, leicht zu transportieren und für extreme klimatische Bedingungen geeignet – ein ideales Instrument für Missionare, die in entlegenen Regionen tätig waren.

Christliche Missionsgesellschaften führten Reiseharmonien in zahlreiche Kolonialregionen ein – u. a. nach Indien, China und Japan. Sie dienten zur musikalischen Begleitung von Gottesdiensten, in Schulen, Missionsstationen und Hausandachten – insbesondere dort, wo große Pfeifenorgeln oder Klaviere unpraktikabel waren.

  • In China wurde das Harmonium ab den 1890er-Jahren in Missionsschulen für den Unterricht westlicher Hymnen und Musiktheorie eingesetzt.
  • In Japan wurde es während der Meiji-Zeit (1868–1912) in christlichen Bildungseinrichtungen eingeführt. Der spätere Instrumentenbauer Yamaha war einer der ersten japanischen Hersteller solcher Harmonien.
  • Auch in Indien wurde das Harmonium durch Missionskreise verbreitet und fand dort rasch lokalen Anschluss und Anpassung (siehe oben).

Reiseharmonien waren meist zurückklappbar, im Kofferformat verpackt, mit reduzierter Tastatur und wenigen Registern ausgestattet. Sie ersetzten sperrige Tasteninstrumente und waren ideal für improvisierte Gemeindebegleitung – etwa im Zeltgottesdienst oder in der Missionsschule. Gleichzeitig dienten sie als pädagogisches Werkzeug: zum Singen von Hymnen, zur Einstudierung von Chorstücken oder zur Vermittlung westlicher Notenschrift. In dieser Funktion hatten sie großen Einfluss auf das lokale Musikleben – insbesondere in Indien, wo das Harmonium schließlich zur kulturell transformierten, indigenen Form überging.

 

Das Reiseharmonium von James Smith & Son

Bei dem vorliegenden Instrument handelt es sich um ein zusammenklappbares Reiseharmonium, gefertigt um 1875 von der Firma James Smith & Son, Liverpool. Das Gehäuse besteht aus poliertem Palisanderholz. Das Instrument ist in der originalen Reisetruhe überliefert, deren Seiten mit Messinghenkeln zur besseren Handhabung versehen sind.

Harmoium James Smith and Son, Liverpool ca. 1875 (3) - Eric Feller Collection

Harmoium James Smith and Son, Liverpool ca. 1875 (geschlossen) – Eric Feller Collection

 

Das Instrument verfügt über eine Klaviatur mit Belägen aus Elfenbein und Rosenholz und einem Tonumfang von drei Oktaven (c – c³). Unterhalb der Tastatur befinden sich fünf Registerhebel zur Aktivierung der Klangregister (Clarinette, Flute, Forte, Celeste, [unleserlich]). Die Hebel sind mit kleinen, beschrifteten Keramikschildern versehen. Im ausgeklappten Zustand treten zwei mit Stoff bespannte Fußpedale hervor, in denen der Blasebalg integriert ist.

Harmoium James Smith and Son, Liverpool ca. 1875 (7) - Eric Feller Collection

Harmoium James Smith and Son, Liverpool ca. 1875 (Register) – Eric Feller Collection

 

Auf der Oberseite des Instruments befindet sich die Signatur:

“By Special Appointment

76, 74, & 72 Lord St. – James Smith & Son Liverpool

To The Queen.”

Der Klang ist sehr kompakt, direkt und nasal gefärbt. Bedingt durch die kleinere Bauweise und das reduzierte Volumen des Resonanzkörpers verfügt das Instrument über eine geringere Klangfülle als größere Standharmonien, behält jedoch die typische Klangfarbe freischwingender Zungeninstrumente bei.

Harmoium James Smith and Son, Liverpool ca. 1875 (6) - Eric Feller Collection

Harmoium James Smith and Son, Liverpool ca. 1875 (Signatur) – Eric Feller Collection

 

Die klangliche Ansprache ist unmittelbar und deutlich artikuliert, mit einer geringen Nachklangzeit. Die Register Flute oder Celeste erzeugen weichere, flötenartige Töne, während Forte oder Clarinette brillantere und durchsetzungsfähigere Klangfarben liefern. Obgleich das Instrument aufgrund seiner kompakten Bauweise klanglich limitiert ist, vermag es dennoch einen überraschend lebendigen und farblich differenzierten Ton zu entfalten, der sich durch die manuelle Steuerung des Luftdrucks subtil nuancieren lässt.

Harmoium James Smith and Son, Liverpool ca. 1875 (5) - Eric Feller Collection

Harmoium James Smith and Son, Liverpool ca. 1875 (5) – Eric Feller Collection

 

James Smith & Son (Music Sellers), Liverpool

Die Firma James Smith & Son (Music Sellers) Ltd. mit Sitz in der Lord Street 72–76 in Liverpool zählt zu den traditionsreichsten Musikalienhändlern Nordenglands. Ihre Entwicklung spiegelt nicht nur die Geschichte des Musikhandels im 19. und 20. Jahrhundert wider, sondern auch die tiefgreifenden Umbrüche, die die britische Musiklandschaft im Zuge von Industrialisierung, Kolonialgeschichte, Kriegseinwirkungen und Technologisierung durchlief.

 

1. Gründung und Aufstieg (1825–1912)

Gegründet im Jahr 1825, etablierte sich James Smith & Son rasch als bedeutendes Musikfachgeschäft in einer der zentralen Geschäftsstraßen Liverpools. Die Lage an der Lord Street ermöglichte eine hohe Sichtbarkeit und gute Erreichbarkeit – ein entscheidender Standortvorteil in der aufstrebenden Hafen- und Industriestadt. Bereits in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts gehörte das Unternehmen zu den führenden Anbietern von Tasteninstrumenten, insbesondere Klavieren und Flügeln, aber auch Harmonien und Orgeln.

Ein Umbau der Geschäftsräume durch das renommierte Architekturbüro William Culshaw & Son in den Jahren 1874/75 verlieh dem Haus ein modernes Erscheinungsbild. Die Präsentation von Musikinstrumenten – insbesondere über 24 Konzertflügel – zeugte nicht nur von wirtschaftlicher Stärke, sondern auch von kulturellem Anspruch.1

 

2. Die Ära Wright und das goldene Zeitalter (1912–1939)

Im Jahr 1912 wurde das Unternehmen von Ernest Sidney Wright übernommen, dessen Familie es über mehrere Generationen weiterführte. Unter seiner Leitung entwickelte sich James Smith & Son zum größten Notenhändler der Region Merseyside und zum Lieferanten für zahlreiche kulturelle Einrichtungen.

Besonders hervorzuheben ist die Rolle des Unternehmens in der Ausstattung transatlantischer Luxusliner der Cunard Line mit hochwertigen Konzertflügeln – eine Aufgabe, die sowohl handwerkliche Exzellenz als auch logistische Kompetenz voraussetzte. Die Geschäftsräume wurden zugleich als Veranstaltungsort für Konzerte prominenter Pianisten sowie als Prüfungsstätte für Musikgrade genutzt. Der Laden wurde somit zu einem kulturellen Zentrum weit über den bloßen Handel hinaus.2

 

3. Zerstörung im Zweiten Weltkrieg und Verlust des Firmenarchivs

Ein einschneidendes Ereignis stellte die Zerstörung der Geschäftsräume im Luftkrieg 1942 dar. Im Zuge der deutschen Luftangriffe auf Liverpool (The Blitz) fielen die Verkaufsräume und sämtliche Firmenarchive den Flammen zum Opfer. Damit gingen wesentliche Dokumente zur Frühgeschichte des Unternehmens unwiederbringlich verloren – ein Verlust, der die heutige historische Rekonstruktion erheblich erschwert.3

 

4. Struktureller Wandel und Aufgabe des Instrumentenhandels (1945–1974)

Nach dem Krieg veränderten sich sowohl das wirtschaftliche als auch das kulturelle Umfeld grundlegend. Mit dem Aufkommen neuer Medien, veränderten Konsumgewohnheiten und einem schwindenden Interesse an klassischer Hausmusik verlagerte sich auch der Schwerpunkt des Unternehmens.

Der Verkauf des letzten Konzertflügels im Jahr 1974 markierte symbolisch das Ende des aktiven Musikinstrumentenhandels bei James Smith & Son. In diesem Zusammenhang wurde auch der langjährige Stimmservice für das Liverpool Philharmonic Orchestra eingestellt – ein weiteres Indiz für die sich wandelnde Rolle des Unternehmens.4

 

5. Gegenwart: Vom Musikalienhändler zum Elektronikfachgeschäft

Heute existiert die Firma weiterhin unter dem ursprünglichen Namen James Smith & Son (Music Sellers) Ltd., hat sich jedoch gänzlich auf den Verkauf von Fernseh- und Audiogeräten spezialisiert. Sie betreibt Filialen im Raum Southport und dem weiteren Umland von Liverpool. Die Traditionslinie wird somit gewahrt, wenn auch unter veränderten Bedingungen.

Trotz des Wandels bleibt die Geschichte des Unternehmens ein bedeutendes Zeugnis für die Rolle des Musikhandels in der britischen Stadt- und Kulturgeschichte. Sie zeigt exemplarisch, wie eng Handelsgeschichte, Kolonialismus, städtische Infrastruktur, Instrumentenbau und Musikkultur miteinander verflochten sind.

 

Literaturverzeichnis

  1. Bygone Liverpool, „Lord Molyneux’s House and the Early Development of Lord Street, Liverpool“, https://bygoneliverpool.wordpress.com/2021/02/14/lord-molyneuxs-house-and-the-early-development-of-lord-street-liverpool/.
  2. Facebook-Beitrag zur Geschichte von James Smith & Son (Music Sellers), https://www.facebook.com/photo.php?fbid=741153039382821&id=127403904091074.
  3. British Record Shop Archive, „James Smith & Son, Liverpool“, https://britishrecordshoparchive.org/shops/james-smith–son/.

© Eric Feller – Early Keyboard Collection – Juni 2025

 

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Michael Schütte – Zuckermann nach flämischen Vorbildern 1984 https://www.ericfeller.de/instrumente/michael-schuette-zuckermann-nach-flaemischen-vorbildern/ Tue, 29 Jul 2025 17:09:16 +0000 https://www.ericfeller.de/?post_type=instrumente&p=1115 Das Cembalo in Flandern – Zentrum eines europäischen Klangideals Flandern nahm vom späten 16. bis weit ins 18. Jahrhundert hinein eine zentrale Rolle in der Entwicklung des Cembalobaus und der Claviermusik ein. Insbesondere die Werkstätten der Familie Ruckers in Antwerpen begründeten eine bis heute prägende Bautradition, deren klangliche und konstruktive Prinzipien weit über die Region […]

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Das Cembalo in Flandern – Zentrum eines europäischen Klangideals

Flandern nahm vom späten 16. bis weit ins 18. Jahrhundert hinein eine zentrale Rolle in der Entwicklung des Cembalobaus und der Claviermusik ein. Insbesondere die Werkstätten der Familie Ruckers in Antwerpen begründeten eine bis heute prägende Bautradition, deren klangliche und konstruktive Prinzipien weit über die Region hinaus Wirkung entfalteten. Ihre Instrumente zeichneten sich durch eine klare, tragfähige Tongebung, präzise Ansprache und ein ausgewogenes Obertonspektrum aus – Charakteristika, die den sogenannten „flämischen Klang“ definierten und zum Referenzpunkt für nachfolgende Generationen von Cembalobauern wurden.

Die Cembali der Familie Ruckers, häufig als einmanualige Instrumente mit 4′- und 8′ oder 8‘- und 8‘-Disposition konzipiert, zeichneten sich zudem durch eine robuste Bauweise, lineare Mensurierungen und eine markante, architektonisch streng gefasste Ästhetik aus. Ihre reich dekorierten Deckel mit emblematischen Bildprogrammen, floralen Arabesken und lateinischen Devise-Sprüchen waren Ausdruck humanistischer Bildung und barocker Repräsentationskultur gleichermaßen. Im 17. Jahrhundert wurden viele dieser Instrumente durch sogenannte „ravalements“ – insbesondere in Frankreich – modifiziert und an die sich wandelnden klanglichen und technischen Ansprüche angepasst.

Parallel zur instrumentenbaulichen Blüte entwickelte sich auch ein distinktes Repertoire. Komponisten wie Pieter Cornet, Jan Pieterszoon Sweelinck und später Jacques Duphly (dessen Familie aus Flandern stammte) verbanden kontrapunktisches Erbe mit idiomatischer Schreibweise für das Clavierinstrument. Der Einfluss der franko-flämischen Vokalpolyphonie blieb dabei lange spürbar, wurde jedoch zunehmend durch französische Ornamentik und Tanzformen überlagert. Besonders die Toccaten, Fantasien und Variationszyklen flämischer Provenienz bezeugen ein tiefes Verständnis für das Cembalo als eigenständiges künstlerisches Ausdrucksmedium.

Die flämische Cembalo-Tradition ist somit nicht nur ein Meilenstein des historischen Instrumentenbaus, sondern auch ein Schlüssel zur ästhetischen und stilistischen Vielfalt der europäischen Claviermusik vor 1750.

 

Ein Instrument nach flämischem Vorbild

Dieses einmanualige Cembalo nach flämischen Vorbildern stammt aus dem Hause von Wolfgang Zuckermann und wurde 1984 von Michael Schütte mit sehr hohem handwerklichem Geschick erbaut. Es ist in historischer Bauweise gefertigt. Der Korpus in eckiger Flügelform besteht aus Zedernholz und verfügt über kunstvolle Messingscharniere sowie abgesetzte Kassetten in verschiedenen Rottönen. Die Innenseite des Instruments ist mit flämischen Tapeten ausgekleidet, die Deckelinnenseite trägt die Aufschrift:

„Sine scientia ars nihil est“

(Ohne Wissen gibt es keine wahre Kunst)

Cembalo flämisch Michael Schütte 1984 (4) - Eric Feller Collection

Cembalo flämisch Michael Schütte 1984 (4) – Eric Feller Collection

 

Über der Tastatur befindet sich die Signatur:

„Michael Schütte me fecit A. D. 1984“

Die Klaviatur ist aus Elfenbein und Rosenholz gefertigt, der Resonanzboden besteht aus Fichte und trägt mittig eine geschnitzte Rosette. Das Instrument verfügt über zwei Register (8’, 8’) sowie einen Lautenzug, zwei Springerreihen mit Kunststoffspringern und einer Delrin-Bekielung. Das Cembalo ruht auf einem flämischen Holzgestell mit Verzierungen. Der Klang des Instruments ist sehr dunkel und gesanglich und weist eine große Vielfalt an Klangfarben auf.

Cembalo flämisch Michael Schütte 1984 (3) - Eric Feller Collection

Cembalo flämisch Michael Schütte 1984 (3) – Eric Feller Collection

 

Mit dem Aufkommen der historischen Aufführungspraxis stieg auch die Nachfrage nach historischen Instrumenten. Firmen wie Neupert oder Sperrhake produzierten größtenteils Instrumente in Rastenbauweise, die viele Elemente des modernen Klavierbaus miteinander verbanden, jedoch nur wenig mit den historischen Cembali und deren Klang zu tun hatten. Originalgetreue Kopien waren relativ selten und sehr teuer. Wolfgang Zuckermann erkannte diese Marktlücke und begann gegen Ende der 1950er-Jahre in den USA damit, günstige Bausätze in historischer Bauweise anzubieten. Diese Bausätze gab und gibt es in unterschiedlichen Fertigungsstufen, sodass der Kunde für einen relativ geringen Preis sein eigenes Cembalo bauen kann. Allerdings waren und sind diese selbstgebauten Cembali stets ein Spiegel der Fähigkeiten ihrer Erbauer.

 

 

Wolfgang Zuckermann (1922–2018)

 

Wolfgang Zuckermann wurde am 11. Oktober 1922 in Berlin geboren. Aufgrund des jüdischen Glaubens der Familie floh er 1938 zusammen mit seinen Eltern in die USA. Nach einer Ausbildung zum Kinderpsychologen beschäftigte er sich mit dem Bau von Cembali und begann in den 1950er-Jahren, Bausätze für Cembali zu verkaufen, die sich an historischen Originalen orientierten. 1969 verkaufte er seine Firma (die heute mit unterschiedlichen Niederlassungen weltweit noch immer existiert) und zog nach England. 1995 ließ er sich in Avignon, Frankreich, nieder. Er verfasste zwei Bücher über den Cembalobau:

 

  • The Modern Harpsichord. October House, 1969
  • The Modern Harpsichord: Twentieth Century Instruments and Their Makers. Reprint Services Corp, 1986

 

Wolfgang Zuckermann starb am 3. November 2018.

Cembalo flämisch Michael Schütte 1984 (2) - Eric Feller Collection

Cembalo flämisch Michael Schütte 1984 (2) – Eric Feller Collection

 

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Pleyel „Grand Modèle de Concert“ – Wanda Landowska 1928 https://www.ericfeller.de/instrumente/pleyel-grand-modele-de-concert-wanda-landowska-1928/ Sat, 01 Mar 2025 15:18:15 +0000 https://www.ericfeller.de/?post_type=instrumente&p=1104 Wanda Landowska (1879 – 1959) war eine der einflussreichsten Musikerinnen des 20. Jahrhunderts und spielte eine zentrale Rolle in der Wiederbelebung des Cembalos. Ihr Name ist untrennbar mit der traditionsreichen Instrumentenmanufaktur Pleyel sowie mit der Renaissance des Cembalos im frühen 20. Jahrhundert verbunden. Nachdem das Cembalo über lange Zeit hinweg vom modernen Klavier verdrängt worden […]

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Wanda Landowska (1879 – 1959) war eine der einflussreichsten Musikerinnen des 20. Jahrhunderts und spielte eine zentrale Rolle in der Wiederbelebung des Cembalos. Ihr Name ist untrennbar mit der traditionsreichen Instrumentenmanufaktur Pleyel sowie mit der Renaissance des Cembalos im frühen 20. Jahrhundert verbunden. Nachdem das Cembalo über lange Zeit hinweg vom modernen Klavier verdrängt worden war, erkannte Landowska dessen klangliche und interpretatorische Möglichkeiten und widmete sich mit wissenschaftlicher Präzision dessen Erforschung, Rekonstruktion und Weiterentwicklung. Ihr tiefgehendes musikwissenschaftliches Interesse sowie ihre innovative Spielweise trugen dazu bei, das Cembalo als eigenständiges Konzertinstrument von hohem künstlerischem Rang zu etablieren. Durch ihre Pionierarbeit legte sie den Grundstein für die heutige historische Aufführungspraxis und prägte nachhaltig das Verständnis und die Rezeption barocker Musik. Ihr Einfluss reicht weit über ihre eigene Zeit hinaus und ist bis in die Gegenwart spürbar.

Zur Geschichte der Pleyel-Cembali

Die Pariser Weltausstellung von 1889 stellte einen bedeutenden Meilenstein in der Wiederentdeckung des Cembalos dar, da dort erstmals seit langer Zeit wieder Instrumente dieses Typs präsentiert wurden (es wurden historische Originalinstrumente wie Cembali, Spinette, Clavichorde und Tafelklaviere ausgestellt, unter anderem wurde auch ein Originalinstrument von Henri Hemsch aus dem Jahr 1755 gezeigt). Die Ausstellung fand vom 6. Mai bis zum 31. Oktober 1889 aus Anlass des hundertjährigen Jubiläums der Französischen Revolution statt. Drei renommierte Firmen – Pleyel, Erard und Tomasini – stellten Cembali vor, die sich in ihrer Konstruktion an einem historischen Instrument von Pascal Taskin (1723 – 1793) orientierten.

Harpsichord Pascal Taskin, Paris 1769 St. Cecilias's Hall Edinburgh

Cembalo von Pascal Taskin, Paris 1769, St. Cecilias’s Hall Edinburgh

 

Dieses Cembalo, 1769 in Paris gefertigt und heute in der St. Cecilia’s Hall in Edinburgh aufbewahrt, wurde um 1880 vom Pariser Museum erworben und 1882 von Louis Tomasini restauriert. Im Rahmen dieser Restaurierung fertigte Tomasini eine Kopie an, die heute im Musikinstrumentenmuseum Berlin ausgestellt ist. Trotz einzelner durch Tomasini vorgenommener „Verbesserungen“ gilt sie als eine der ersten historischen Nachbildungen.

Business Card of Louis Tomasini, ca. 1889

Business Card von Louis Tomasini, ca. 1889

 

Das originale Taskin-Instrument wurde zudem ebenfalls eingehend von der Firma Pleyel untersucht. Basierend auf diesen Studien und der Untersuchung weiterer historischer Instrumente entwickelte Pleyel ein neues Cembalo, das Elemente des modernen Klavierbaus integrierte. Dazu gehörten eine erhöhte Saitenspannung sowie eine stabilisierte Konstruktion mit verstärkten Querrippen in der Resonanzdecke, ähnlich denen eines zeitgenössischen Flügels. Die von Pleyel, Erard und Tomasini gefertigten Instrumente orientierten sich in Anordnung und Dimensionen am Vorbild Taskins: Sie verfügten über zwei Manuale mit einem Tonumfang von F‘-f“‚ (fünf Oktaven) sowie über zwei 8′-Register und ein 4‘-Register. Pleyel erweiterte sein Modell jedoch um sechs Pedale, weil man dem Spieler eine schnelle Möglichkeit des Registerwechsels bieten wollte. Ebenso wurde das Gehäuse zusätzlich verstärkt jedoch hatten die ersten Cembali der Anfangszeit noch keinen Stahlrahmen.

In einer Besprechung zu dem ausgestellten Cembalo von Pleyel bei der Pariser Weltausstellung heißt es in der „Revue des arts décoratifs“ von 1889 auf Seite 16:

  • „ J’allais oublier de dire que la maison Pleyel expose aussi un superbe clavecin moderne, dont la valeur bénéficie naturellement de la supériorité de la facture actuelle sur celle du temps passé. Car on revient au clavecin, qui peut vivre en bon voisinage avec le piano, et qui reste fort utile, ainsi que l’ont prouvé les séances si intéressantes de M. Diéner, la musique écrite jadis par de grands maîtres pour cet instrument ne produisant nullement sur le piano, instrument au son ample et prolongé, l’effet cherché par le compositeur pour un instrument à sonorité sèche et douce à la fois. Ce clavecin est superbe et d’une sonorité exquise. Enfin, j’ajoute que la fabrication de la maison Pleyel a dépassé aujourd’hui le quatre-vingt-dix-septième mille, et qu’elle compte, avant un an, fêter la naissance de son cent millième piano ! Elle sera la première, dans le monde, à pouvoir célébrer un tel résultat.“
  • « Fast hätte ich vergessen zu erwähnen, dass das Haus Pleyel auch ein hervorragendes modernes Cembalo ausstellt, dessen Wert natürlich von der Überlegenheit der heutigen Handwerkskunst gegenüber der aus vergangenen Zeiten profitiert. Kommen wir nun zurück zum Cembalo, das eine gute Ergänzung zum Klavier darstellt und, wie die sehr interessanten Sitzungen von Herrn Diéner bewiesen haben, weiterhin sehr nützlich ist. Denn die Musik, die in der Vergangenheit von großen Meistern für dieses Instrument geschrieben wurde, erzeugt auf dem Klavier, einem Instrument mit breitem und lang anhaltendem Klang, in keiner Weise den Effekt, den der Komponist für ein Instrument mit einem zugleich trockenen und weichen Klang erzielen wollte. Dieses Cembalo ist hervorragend und hat einen exquisiten Klang. »

 

Begleitend zur Pariser Weltausstellung spielte der Pianist und Komponist Louis Diémier (1843 – 1919) erstmals Konzerte auf dem neu vorgestellten Cembalo.

Wanda Landowskas Interesse am Cembalo führte ab 1903/04 dazu, dass sie in ihren Konzerten gezielt Cembali der Firma Pleyel einsetzte, wodurch das öffentliche Interesse an diesem Instrument kontinuierlich wuchs. In enger Zusammenarbeit mit Pleyel arbeitete sie an der Entwicklung eines Cembalos, das sowohl ihren klanglichen Idealen und den Anforderungen historischer Aufführungspraxis als auch den Erfordernissen des modernen Konzertbetriebs gerecht wurde.

Die Kooperation zwischen Landowska, dem Chefingenieur von Pleyel, Monsieur Lamy, sowie dem damaligen Firmenleiter und Akustiker Gustave Lyon (1857 – 1936) mündete in der Entwicklung eines neuartigen Cembalotyps. Das Ergebnis dieser Zusammenarbeit wurde am VI. Deutschen Bachfest der Neuen Bachgesellschaft vom 15. bis 17. Juni 1912 in Breslau erstmals öffentlich präsentiert: das Pleyel-Cembalo „Grand Modèle de Concert“, das auf der Dockenleiste den Namen Landowskas trug.

Pleyel Cembalo - Wanda Landowska - Grand Modèle de Concert, Paris 1828 - Eric Feller Collection (9)

Pleyel Cembalo – Wanda Landowska – Grand Modèle de Concert, Paris 1828 – Eric Feller Collection (9)

 

Das neue Cembalo von Pleyel vereinte traditionell bewährte Bauweisen mit innovativen mechanischen Verbesserungen, die darauf abzielten, das Instrument hinsichtlich Stabilität, Lautstärke und Flexibilität zu optimieren. Dieses neu entwickelte Modell unterschied sich deutlich von seinen barocken Vorläufern und den Cembali der ersten Stunde von Pleyel seit der Pariser Weltausstellung 1889, insbesondere durch die Einführung eines Metallrahmens ab 1923, der zuvor in Cembali dieser Bauart noch nicht vorhanden war. Diese strukturelle Neuerung verbesserte nicht nur die Stabilität des Instruments, sondern ermöglichte auch eine erhöhte Saitenspannung, was zu einem kräftigeren und durchsetzungsfähigeren Klang führte. Darüber hinaus wurde die Mechanik des Instruments sorgfältig überarbeitet, wodurch die Ansprache der Tasten gleichmäßiger und die Kontrolle über die Klanggestaltung präziser wurde. Die Stimmwirbel wurden verbessert und man entwickelte die Doppelstimmwirbel, die eine absolut präzise und einfache Stimmung erlaubten. Die Register wurden durch Pedale aktiviert, was eine bequeme Handhabung ermöglichte. Ein weiteres markantes Merkmal des neuen Cembalos war die Einführung eines 16′-Registers, das auf den Wunsch Landowskas hin ab 1912 in alle Instrumente integriert wurde und dem Klangspektrum zusätzliche Tiefe verlieh.

Die Cembali wurden in zwei Ausführungen hergestellt:

 

  • „Modèle Reduit“ – 6 Pedale (ohne 16‘ – Register), Umfang: AA – f3
  • „Grand Modèle de Concert“ – 7 Pedale (mit 16’ – Register), Umfang : FF – f3

 

Ab 1968 fertigte Pleyel ein weiteres Model unter dem Namen „Modèle Trianon“ an. Hiervon wurden lediglich 3 Instrumente gebaut. Die Instrumente waren in einer modernen Ausführung gefertigt, hatten keinen Stahlrahmen mehr und auch kein 16‘ – Register.

Clavecin Pleyel Modèle Trianon

Cembalo Pleyel „Modèle Trianon“

 

Maßgeblich an der Konstruktion des Cembalos war der bereits erwähnte Akustiker und Chef der Firma Gustave Lyon beteiligt. Auf ihn geht auch der Klangeffekt zurück, der durch die Konstruktion der Dämpfer erzielt wird und für die die Pleyel Cembali so berühmt sind. Wenn man auf einer der Klaviaturen ein 8-Fuß-Register spielt, schwingt das 8-Fuß-Register der anderen Klaviatur, sofern es perfekt gestimmt ist, ohne Dämpfung mit. Dieser Effekt ist einzigartig und trägt zum unvergleichlichen Klang dieser Instrumente bei.

  

Das Cembalo in der Eric Feller Collection

Das hier präsentierte Cembalo wurde im Jahr 1928 von der Firma Pleyel in Paris gefertigt und stellt das „Grand Modèle de Concert“ dar. Der Korpus des Instruments ist aus feinstem Palisander gefertigt, das durch präzise umlaufende Intarsien verziert ist. Während die Mehrheit der von Pleyel gefertigten Cembali aus Mahagoni bestand, wurden nur wenige Exemplare in Palisander ausgeführt. Es besitzt fünf Beine mit vergoldeten Sockeln sowie eine Lyra mit sieben Pedalen, die der Steuerung der Register dienen.

Pleyel Cembalo - Wanda Landowska - Grand Modèle de Concert, Paris 1828 - Eric Feller Collection (5)

Pleyel Cembalo – Wanda Landowska – Grand Modèle de Concert, Paris 1828 – Eric Feller Collection (5)

 

Das Instrument verfügt über zwei Manuale und ist mit fünf verschiedenen Registern ausgestattet, die eine vielfältige klangliche Gestaltung ermöglichen:

 

  • unteres Manual: 8′, 16′, 4′
  • oberes Manual: 8′, 8′-nasal, Lautenzug für beide Register
  • Manualkoppel

 

Die Verteilung der Register auf die Pedale erfolgt von links nach rechts wie folgt:

Pedal 1 Pedal 2 Pedal 3 Pedal 4 Pedal 5 Pedal 6 Pedal 7
Unteres Manual

16‘ – Register

Unteres Manual

4‘ – Register

Unteres Manual

8‘ – Register

Lautenzug für beide 8‘ – Register (oberes Manual) Manualkoppel Oberes Manual 8‘ – Register nasal Oberes Manual 8‘ – Register

 

Das Einschalten der Register erfolgt „positiv“ oder „negativ“, d.h. bestimmte Pedale schalten, wenn sie nach unten getreten sind, andere durch lösen nach oben.

Aufgrund der Disposition ergeben sich bis zu 55 verschiedene Registrierungsmöglichkeiten. Folgende Kombinationen der Register sind möglich:

Schritt 1: Einzelne Manuale

Unteres Manual: 8′, 16′, 4′

→ Kann einzeln oder in Kombinationen genutzt werden:

  • 8′
  • 16′
  • 4′
  • 8′ + 16′
  • 8′ + 4′
  • 16′ + 4′
  • 8′ + 16′ + 4′
  • → 7 Kombinationen

Oberes Manual: 8′, 8′-nasal, Lautenzug

→ Kann einzeln oder in Kombinationen genutzt werden:

  • 8′
  • 8′-nasal
  • 8′ + 8′-nasal
  • 8′ + Lautenzug
  • 8′-nasal + Lautenzug
  • 8′ + 8′-nasal + Lautenzug
  • → 6 Kombinationen

Schritt 2: Berücksichtigung der Manualkoppel

Wenn die Manualkoppel aktiviert ist, können beide Manuale gleichzeitig erklingen. Das bedeutet, dass jede der 7 Kombinationen des unteren Manuals mit jeder der 6 Kombinationen des oberen Manuals kombiniert werden kann.

Gesamtzahl der Registrierungsmöglichkeiten

Die Kombinationen ohne Koppelung sind:

  • 7 (nur unteres Manual) + 6 (nur oberes Manual) = 13 Möglichkeiten

Mit Koppelung:

  • 7 (unteres Manual) × 6 (oberes Manual) = 42 Möglichkeiten

Gesamte Anzahl möglicher Registrierungen:

13 + 42 = 55 verschiedene Kombinationen

Folgend sind alle Registrierungsmöglichkeiten aufgelistet:

  1. Registrierungen ohne Manualkoppel

Nur unteres Manual (7 Kombinationen)

  • 8′
  • 16′
  • 4′
  • 8′ + 16′
  • 8′ + 4′
  • 16′ + 4′
  • 8′ + 16′ + 4′

Nur oberes Manual (6 Kombinationen)

  • 8′
  • 8′-nasal
  • 8′ + 8′-nasal
  • 8′ + Lautenzug
  • 8′-nasal + Lautenzug
  • 8′ + 8′-nasal + Lautenzug
  1. Registrierungen mit Manualkoppel (42 Kombinationen)

Jede der 7 Kombinationen des unteren Manuals kann mit jeder der 6 Kombinationen des oberen Manuals kombiniert werden:

  • (8′) + (8′)
  • (8′) + (8′-nasal)
  • (8′) + (8′ + 8′-nasal)
  • (8′) + (8′ + Lautenzug)
  • (8′) + (8′-nasal + Lautenzug)
  • (8′) + (8′ + 8′-nasal + Lautenzug)
  • (16′) + (8′)
  • (16′) + (8′-nasal)
  • (16′) + (8′ + 8′-nasal)
  • (16′) + (8′ + Lautenzug)
  • (16′) + (8′-nasal + Lautenzug)
  • (16′) + (8′ + 8′-nasal + Lautenzug)
  • (4′) + (8′)
  • (4′) + (8′-nasal)
  • (4′) + (8′ + 8′-nasal)
  • (4′) + (8′ + Lautenzug)
  • (4′) + (8′-nasal + Lautenzug)
  • (4′) + (8′ + 8′-nasal + Lautenzug)
  • (8′ + 16′) + (8′)
  • (8′ + 16′) + (8′-nasal)
  • (8′ + 16′) + (8′ + 8′-nasal)
  • (8′ + 16′) + (8′ + Lautenzug)
  • (8′ + 16′) + (8′-nasal + Lautenzug)
  • (8′ + 16′) + (8′ + 8′-nasal + Lautenzug)
  • (8′ + 4′) + (8′)
  • (8′ + 4′) + (8′-nasal)
  • (8′ + 4′) + (8′ + 8′-nasal)
  • (8′ + 4′) + (8′ + Lautenzug)
  • (8′ + 4′) + (8′-nasal + Lautenzug)
  • (8′ + 4′) + (8′ + 8′-nasal + Lautenzug)
  • (16′ + 4′) + (8′)
  • (16′ + 4′) + (8′-nasal)
  • (16′ + 4′) + (8′ + 8′-nasal)
  • (16′ + 4′) + (8′ + Lautenzug)
  • (16′ + 4′) + (8′-nasal + Lautenzug)
  • (16′ + 4′) + (8′ + 8′-nasal + Lautenzug)
  • (8′ + 16′ + 4′) + (8′)
  • (8′ + 16′ + 4′) + (8′-nasal)
  • (8′ + 16′ + 4′) + (8′ + 8′-nasal)
  • (8′ + 16′ + 4′) + (8′ + Lautenzug)
  • (8′ + 16′ + 4′) + (8′-nasal + Lautenzug)
  • (8′ + 16′ + 4′) + (8′ + 8′-nasal + Lautenzug)

 

Der Korpusboden des Instruments ist nach unten geöffnet, und die Konstruktion basiert auf einem massiven Stahlrahmen ähnlich den modernen Flügeln der damaligen Zeit. Im Resonanzboden befindet sich eine vergoldete Rosette mit den Initialen „P“ und „C“, die das ästhetische Design des Cembalos zusätzlich akzentuiert und eine Reminiszenz an die historischen Cembali darstellt. Die Basssaiten sind umwickelt, was den Klang maßgeblich verstärkt. Die Springer bestehen aus Holz und sind mit Leder bekielt.

Eine bemerkenswerte Besonderheit dieses Cembalos sind die Wirbel: Jede Saite ist mit einem Doppelwirbel ausgestattet. Der erste Stift dient zur Grobeinstellung und ermöglicht diese durch eine Ratschenmechanik, die sich auf einem Gelenk am Stimmstock befindet. Hinter diesem Ratschenstift ragt ein kleiner Flügel heraus, der eine zweizinkige Gabelform aufweist. Zwischen diesen Zinken ist ein zweiter Stift positioniert, der fest in den Stimmstock geschraubt ist. Durch das präzise Auf- und Abschrauben dieses zweiten Stifts wird die Ratschenanordnung auf ihrem Gelenk in eine vor- und zurückschwingende Bewegung versetzt, was eine äußerst feine Einstellung der Saite ermöglicht. Obwohl der Ratschenmechanismus in der praktischen Stimmarbeit selten direkt verwendet wird, ermöglicht dieses System eine exakte Justierung der Stimmhöhe, die mit traditionellen Stimmwirbeln nur sehr schwer zu erreichen wäre. Diese sogenannten Mikrometer-Wirbel oder „Alibert-Wirbel“ wie sie bei Pleyel genannt wurden, wurden von dem Erfinder Jean-Pierre Alibert entwickelt und 1875 von Auguste Wolff (1821 – 1887) patentieren lassen.

Pleyel Cembalo - Wanda Landowska - Grand Modèle de Concert, Paris 1828 - Eric Feller Collection (8)

Pleyel Cembalo – Wanda Landowska – Grand Modèle de Concert, Paris 1828 – Eric Feller Collection („Alibert-Wirbel“)

 

Die gesamte Konstruktion des Cembalos zeichnet sich durch eine bemerkenswerte Präzision aus und reflektiert die hohen Produktionsstandards sowie das brillante Konstruktionssystem, das Pleyel bei der Fertigung dieses Cembalos angewendet hat. Das Vorsatzbrett ist signiert mit:

„Pleyel

Facteur à Paris

Fondé en 1807“

Ebenfalls findet sich auf der Dockenleiste die Signatur:

„Le Jeu grave dit par les Anciens „de 16 Pieds“ fut introduit dans les

Clavecins Pleyel à partir de l’année 1912, sur la demande & les suggestions de

Wanda Landowska.“

Das Instrument trägt die Seriennummern 73F432 und 185.600, die auf dem Stimmstock vermerkt sind. Ausgehend von diesen Nummern lässt sich anhand der Fertigungsbücher von Pleyel nachvollziehen, dass das Cembalo am 12. Oktober 1928 zu einem Preis von 33.536 Franc nach Amsterdam verkauft wurde. Unter Berücksichtigung der Inflation sowie des stabilen Umrechnungskurses würde dieser Betrag heute einer Kaufkraft von etwa 83.400 Euro entsprechen (Stand 2025). Zudem berechnete die Firma Pleyel eine zusätzliche Gebühr von 1.225 Franc für die Verpackung des Instruments. Laut den originalen Auslieferungsbüchern von Pleyel war der Käufer ein Musikhaus in Amsterdam.

Das Geschäft in Amsterdam verlieh das Instrument für verschiedene Konzerte und Aufnahmen. So existiert heute eine Aufnahme der 1945 gegründeten „Dutch Swing College Band“ des Songs „I’ve Found A New Baby“ aus dem Jahr 1954, in der das Cembalo zu hören ist. Cembalist bei der ungewöhnlichen Aufnahme war der Niederländer Joop Schrier (1918 – 1995). Um die Aufnahme zu hören, klicken Sie hier!

 

Die Bedeutung der Pleyel-Cembali heute und die „reduzierte Rastenbauweise“

Das „Grand Modèle de Concert“ von Pleyel war der entscheidenden Wegbereiter für die Wiederbelebung des Cembalobaus zu Beginn des 20. Jahrhunderts und bildete den Ausgangspunkt für zahlreiche Entwicklungen in der Cembalobaukunst in Europa. Das konzipierte Modell etablierte sich als maßgeblicher Prototyp für die Konstruktion moderner Cembali und diente als vielfach repliziertes Referenzmodell, dessen qualitative Maßstäbe jedoch nicht wieder erreicht wurden. An dieser Stelle wird den Begriff der „reduzierten Rastenbauweise“ in diesen Ausführungen eingeführt, um eine genauere Unterscheidung der anderen Instrumente im Vergleich zu Pleyel darstellen zu können. Instrumentenbauer wie Maendler-Schramm, Neupert und Dolmetsch begannen, Instrumente nach den Cembali von Pleyel zu konzipieren oder waren dadurch maßgeblich inspiriert. In der frühen Entwicklungsphase zeigten diese Instrumente eine starke Anlehnung an die Cembali der Marke Pleyel, wobei ihre Konstruktionsweise, insbesondere die Rastenbauweise, nahezu identisch übernommen wurde. In der Bestrebung, Kosten zu senken, den Bauprozess zu vereinfachen, eine große Masse an Instrumenten in kurzer Zeit produzieren zu können oder klanglich zu experimentieren, entstanden die sogenannten Cembali in „reduzierter Rastenbauweise“. Diese wiesen nur noch wenige Gemeinsamkeiten mit der ursprünglichen Konstruktion von Pleyel auf (und natürlich auch kaum Gemeinsamkeiten mit den späteren historischen Kopien). So fehlen bei diesem Typus von Instrumenten der Stahlrahmen, die Mensuren sind anders, Saiten sind teilweise nicht umsponnen, die Korpuskonstruktion ist leichter, der Unterboden ist teilweise geschlossen, die Dämpfung wurde verändert usw. Die vorgenannten Änderungen führten zu einer signifikanten Veränderung des Klangcharakters, der sich deutlich von den Pleyelschen Instrumenten unterscheidet.

Diese Instrumente (auch weil sie in einer großen Vielzahl produziert wurden, um der wachsenden Nachfrage gerecht zu werden) prägten die Klangvorstellung bis in die 1970er Jahre. Erst ab den 1970er Jahren begann man vielfach, historische Kopien von Originalinstrumenten zu fertigen, die sich heute als Standard in der historischen Aufführungspraxis etabliert haben.

Die Konstruktion von Pleyel überzeugt durch eine präzise Ausführung, die nicht nur hohe Qualitäts- und Entwicklungsstandards widerspiegelt, sondern auch ein ausgeklügeltes Fertigungssystem, das in der Herstellung dieser Instrumente angewendet wurde. Fast 100 Jahre nach der Herstellung, wie am Beispiel des hier beschriebenen Pleyel-Cembalos in der Sammlung, bleibt die außergewöhnliche Handwerkskunst erhalten. Diese durchdachte Fertigung gewährleistet eine akustische Leistung, die das Pleyel-Cembalo von anderen Cembali massiv unterscheidet. Durch die geniale Konstruktion entstehen eine Klangfülle und Vielseitigkeit, die absolut einzigartig ist und sich mit keinem anderen Instrument vergleichen lässt. Die Pleyel-Cembali basieren auf historischen Prinzipien, nutzen aber moderne Materialien, Bauweisen und Erfahrungen des modernen Klavierbaus, um eine größere klangliche Durchsetzungsfähigkeit zu erreichen. Im Vergleich zu anderen Cembali der „reduzierten Rastenbauweise“, ist der Klang durchaus als „historischer“ zu sehen, jedoch aufgrund der Konstruktion lauter und brillanter.

Warum also setzte sich die „reduzierte Rastenbauweise“ im 20. Jahrhundert so lange durch und prägte das Klangbild dieser ersten Generation in der historischen Aufführungspraxis während man die Konstruktionen von Pleyel nicht weiter baute oder eine größere Anzahl fertigte?

Zur Beantwortung dieser Fragestellung sind mehrere Faktoren zu berücksichtigen. Ein zentraler Aspekt ist die wirtschaftliche Dimension. Betrachtet man die damaligen Produktionskosten eines Cembalos der Firma Pleyel sowie die hohe Nachfrage nach diesem wiederentdeckten Instrument, wurde es aus ökonomischer Sicht erforderlich, kostengünstigere Alternativen für den expandierenden Markt bereitzustellen. Dies führte zu einer Reduktion des konstruktiven Aufwands, wodurch eine preiswertere Fertigung ermöglicht wurde.

Ein weiterer relevanter Faktor ist die historische Rahmenbedingung des Zweiten Weltkriegs. Während der Kriegsjahre und in der unmittelbaren Nachkriegszeit war die Verfügbarkeit hochwertiger Materialien stark eingeschränkt, sodass Instrumentenbauer gezwungen waren, auf weniger qualitative Werkstoffe zurückzugreifen oder sich anderer Lösungen zu bedienen.

Zudem befand sich der Cembalobau in einem kontinuierlichen Entwicklungsprozess, in dessen Verlauf sowohl klangliche Optimierungen als auch Anpassungen an historische Originale angestrebt wurden. Ein bemerkenswertes Beispiel hierfür ist das von Kurt Hutzelmann im Jahr 1967 gefertigte Cembalo, das sich ebenfalls in der Sammlung befindet. (Klicken Sie hier für weitere Informationen zu diesem Instrument!) Hutzelmann entwickelte eine Mechanik, die es ermöglichte, mittels eines Pedals die Dämpfer anzuheben – analog zur Dämpfungsaufhebung bei einem Klavier. Diese Konstruktion stellt jedoch keinen historischen Bezug zu den Cembali des 17. und 18. Jahrhunderts her, sondern reflektiert vielmehr den Versuch, klangliche Modifikationen im Sinne einer subjektiven Verbesserung vorzunehmen.

Mit dem Einsetzen der 1970er Jahre vollzog sich ein grundlegender Paradigmenwechsel im Cembalobau. Während zuvor der Fokus auf der schrittweisen Verbesserung des klanglichen Potenzials und der wirtschaftlich angepassten Bauweise lag, verlagerte sich das Bestreben zunehmend auf die exakte Replikation historischer Instrumente. Diese Entwicklung war eng mit dem wachsenden Interesse an einer authentischen Aufführungspraxis und einer historischen Klangforschung verbunden, die Anfang des 20. Jahrhunderts noch nicht in dem Maße existierte. Kulturelle und bildungspolitische Impulse begünstigten diesen Trend. Die Förderung historischer Aufführungspraxis an Hochschulen und durch kulturelle Institutionen verstärkte das Bewusstsein für die Bedeutung authentischer Instrumente. Dadurch erhielt der Cembalobau einen ideellen und pädagogischen Impuls, was zu einer verstärkten Erforschung und Innovation in diesem Bereich führte.

Die neuen Ansätze zielten darauf ab, die Konstruktionsprinzipien und klanglichen Eigenschaften der Instrumente des 17. und 18. Jahrhunderts originalgetreu zu rekonstruieren, wodurch die „reduzierte Rastenbauweise“, die über 50 Jahre den Cembalobau dominierte, in den Hintergrund rückte und heute als obsolet gilt.

Die Firma Pleyel schuf mit ihren Cembali Meisterwerke der Instrumentenbaukunst welche eine Brücke zwischen Vergangenheit und Moderne schlagen. Sie sind durchdacht, ausgeklügelt, innovativ und zukunftsweisend! So waren sie auch Auslöser und Inspiration für Komponisten des 20. Jahrhunderts, Stücke für diesen Instrumententypus zu komponieren (beispielsweise das „Concert champêtre“ von Francis Poulenc (1899 – 1963), welches er 1927/28 für Wanda Landowska schrieb).

Pleyel nutzte historische Instrumente als Anlass, die Konstruktion des Cembalos zu verbessern. Das Bestreben war nicht, ein historisches Instrument einfach nur zu kopieren, sondern das Cembalo weiterzuentwickeln. So heißt es im „Catalogue Pleyel, Wolff & Cie.“ aus dem Jahr 1892, Seite 11:

  • « Pleyel, Wolff et Cie dans leur facture courante et, de plus, M. Lyon avait très habilement reconstitué le clavecin et le dotant de qualités que n’avaient pas les meilleurs instruments des siècles passés. Aussi, il faillait récompenser à la fois le mérite des inventions attachées au nom de Pleyel, les qualités de ses instruments et le goût artistique qui présidait à leur construction. A l’unanimité des mebres du jury international de la classe 13, un Grand Prix, la plus haute récompense mise à la dispension des jurys, a été décerné à la maison Pleyel, Wolff et Cie. »
  • „ … und darüber hinaus hatte Herr Lyon das Cembalo äußerst geschickt rekonstruiert und ihm Eigenschaften verliehen, die selbst die besten Instrumente vergangener Jahrhunderte nicht besaßen. Es galt daher, sowohl die Verdienste der mit dem Namen Pleyel verbundenen Erfindungen als auch die Qualität seiner Instrumente und den künstlerischen Geschmack, der ihrer Konstruktion zugrunde lag, zu würdigen.“

 

Entstanden war ein neues Instrument welches für sich ein Alleinstellungsmerkmal zu allen anderen Arten von Cembali hat und so müssen diese Instrumente auch gesehen und eingeordnet werden! Immer wieder werden die Pleyel-Cembali heute mit anderen Instrumenten verglichen. Ein Vergleich wäre jedoch ähnlich wie der Versuch, zwei grundlegend unterschiedliche Objekte miteinander zu vergleichen, deren Eigenschaften nicht in einer Weise korrelieren, die einen fairen oder aufschlussreichen Vergleich zulässt.

 

Quellen:

  • Anthony, James R. Landowska: The Life and Work of the Great Harpsichordist. Amadeus Press, 2003.
  • de Vries, Willem „Sonderstab Musik: Organisierte Plünderungen in Westeuropa 1940-45“.
  • Di Stefano, G.P. (2012). Pleyel after Pleyel. The instruments of Auguste Wolff and Gustave Lyon at Universal Exhibitions (1855-c.1905). MUSIQUE, IMAGES, INSTRUMENTS, XIII(XIII), 77-99.
  • Elste, Martin: Die Dame mit dem Cembalo. Wanda Landowska und die Alte Musik. Katalog zur Sonderausstellung im Berliner Musikinstrumenten-Museum, Berlin 2009
  • Glendon, Frank: Remembering Hilda Jonas. In: The Diapason – Harpsichord News. Dezember 2014.
  • Gutmann, Peter. „Wanda Landowska: Revolutionary and Traditionalist.“ New England Review and Bread Loaf Quarterly, vol. 26, no. 4, 2005, pp. 143-152.
  • Heyer, John Hajdu. „Wanda Landowska and Early Music: A Personal View.“ Early Music, vol. 14, no. 3, 1986, pp. 301-305.
  • Hsu, Samuel. Wanda Landowska: The Woman and the Artist. Westport, CT: Greenwood Press, 1979.
  • Jonas, Hilda: Harpsichord Festival Scheduled. In: The Harpsichord. Vol. III, No 4, 1970.
  • Joseph, Charles M. Wanda Landowska: The Search for Authenticity. Ithaca, NY: Cornell University Press, 1991.
  • Kallberg, Jeffrey. „Landowska and Her Circle: The Shared Aesthetics of Music and Art.“ In The Cambridge Companion to Wanda Landowska, edited by Mark Kroll, pp. 100-118. Cambridge University Press, 2021.
  • Kroll, Mark. „The Artistry of Wanda Landowska.“ Early Music America, vol. 6, no. 1, 2000, pp. 30-35.
  • Landowska, Wanda. Landowska on Music. London: Gerald Duckworth & Co Ltd, 1964.
  • Lawrence, D.H. „Wanda Landowska: The Pianist Who Made the Harpsichord Sing.“ The Adelphi, June 1932, 148-156.
  • Lubitz, Andrea. „Wanda Landowska and Her Collaborators in Interwar France.“ In The Cambridge Companion to Wanda Landowska, edited by Mark Kroll, pp. 82-99. Cambridge University Press, 2021.
  • McAllister, Alastair: „Talking Harpsichords“, The Rhykane Press 2014.
  • Mould, Charles (Hrsg.): Amendments and additions to clavichord-related information in the Third Edition of Donald Boalch’s Makers of the Harpsichord and Clavichord 1440–1840. 1995.
  • Neupert, Hanns: Das Klavichord. Bärenreiter Verlag, Kassel 1977.
  • Schmidt, Martin-Christian: Das 16’-Register im deutschen Cembalobau des 18. Jahrhunderts. Groteske oder beachtenswerte Erscheinung mit aufführungspraktischer Relevanz? In: Eszter Fontana (Hrsg.): Festschrift für Rainer Weber. Halle 1999, ISBN 3-932863-98-4. S. 63–72. (= Scripta Artium, Bd. 1. Schriftenreihe der Kunstsammlungen der Universität Leipzig).
  • Oja, Carol J. Making Music Modern: New York in the 1920s. Oxford University Press, 2000.
  • Owen, Barbara. „Wanda Landowska: A Pianist of the Harpsichord.“ Early Music, vol. 4, no. 4, 1976, pp. 469-478.
  • Piekarska-Duraj, Jolanta. Wanda Landowska: A Biography. Krakow: Polskie Wydawnictwo Muzyczne, 2012.
  • Restout, Denise. Wanda Landowska: A Life in Music. New York: W.W. Norton & Company, 1981.
  • Rosand, Ellen. „Wanda Landowska’s Aesthetic of Early Music.“ Early Music, vol. 14, no. 3, 1986, pp. 306-312.
  • Rosenblum, Sandra P. Landowska: Wanda Landowska Remembered. Hillsdale, NY: Pendragon Press, 2000.
  • Rubin, Ruth J. „Wanda Landowska and the Harpsichord Revival.“ In Women Making Music: The Western Art Tradition, 1150-1950, edited by Jane Bowers and Judith Tick, pp. 225-238. University of Illinois Press, 1986.
  • Rosati, Vincent J. Wanda Landowska and Early Music: The Quest for Authenticity. Bloomington: Indiana University Press, 1998.
  • Sauer, Theresa. „Wanda Landowska’s Contributions to the Early Music Revival.“ The Musical Quarterly, vol. 81, no. 2, 1997, pp. 201-224.
  • Wolfgang Zuckermann: The modern harpsichord, twentieth century instruments and their makers. October House, New York 1969.

 © Eric Feller – Early Keyboard Collection – März 2025

 

 

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Fredericus Beck 1778 https://www.ericfeller.de/instrumente/fredericus-beck-1778/ Wed, 19 Feb 2025 17:08:20 +0000 https://www.ericfeller.de/?post_type=instrumente&p=1096 Arnold Frederick Beck war einer der herausragendsten Klavierbauer des 18. Jahrhunderts. Geboren um 1738 in Württemberg, emigrierte Beck Mitte des 18. Jahrhunderts über Frankreich nach London, wo er sich als Instrumentenbauer etablierte und eine Werkstatt in Soho gründete. Becks Karriere fiel in eine Zeit des Umbruchs in der Musikinstrumentenproduktion, als das Cembalo zunehmend vom neuen […]

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Arnold Frederick Beck war einer der herausragendsten Klavierbauer des 18. Jahrhunderts. Geboren um 1738 in Württemberg, emigrierte Beck Mitte des 18. Jahrhunderts über Frankreich nach London, wo er sich als Instrumentenbauer etablierte und eine Werkstatt in Soho gründete. Becks Karriere fiel in eine Zeit des Umbruchs in der Musikinstrumentenproduktion, als das Cembalo zunehmend vom neuen Hammerklavier verdrängt wurden.

Beck spezialisierte sich auf den Bau von Tafelklavieren. Er integrierte in seinen Tafelklavieren innovative mechanische Lösungen, die auf den damaligen Entwicklungen von Johann Christoph Zumpe und anderen führenden Klavierbauern basierten. Seine besondere Fähigkeit lag jedoch in der Weiterentwicklung dieser Techniken und der Schaffung von Instrumenten, die sowohl technisch präzise als klanglich absolut herausragend gelten. Becks Tafelklaviere setzten somit neue Maßstäbe in Bezug auf Klangreinheit und die Dynamik des Spiels. Die Gestaltung seiner Instrumente war nicht nur funktional, sondern auch ästhetisch anspruchsvoll. Beck legte großen Wert auf die Auswahl hochwertiger Materialien und eine präzise Ausführung. Diese Details machten die Klaviere nicht nur zu Musik-, sondern auch zu Kunstobjekten, die in den Häusern der wohlhabenden Bürgerschaft einen wichtigen Platz einnahmen.

Das hier präsentierte Instrument von Frederick Beck stellt eine Seltenheit dar. Das im Jahr 1778 in London gefertigte Tafelklavier zählt zu den lediglich drei erhaltenen Exemplaren von Beck, die durch ihr außergewöhnliches Gestell mit Kabriolbeinen gekennzeichnet sind und ist von diesen drei das älteste erhaltene Instrument. Dieses Gestell ist nicht nur unter den wenigen erhaltenen Instrumenten von Beck einzigartig, sondern auch im weiter gefassten Kontext der englischen Tafelklaviere des späten 18. Jahrhunderts eine außergewöhnliche Besonderheit, da es einklappbar ist. Bisher sind nur 5 weitere englische Instrumente mit einklappbaren Beinen bekannt:

  • Charles Trute, ca. 1771?
  • Ferdinand Weber, 1772
  • Frederick Beck, London, 1780/86? Fleet piano
  • Frederick Beck, 1789
  • Ferdinand Weber, Datierung unbekannt
  • Longman & Broderip, ca. 1790

(vgl. Lancaster G.: The First Fleet Piano, A Musician’s View, The Australian National University Press 2015 und Cole, Michael: Frederick Beck Piano Maker)

Der Korpus des Instrumentes und das Gestell sind aus Mahagoni mit umlaufenden mehrfarbigen Bandintarsien in einer vereinfachten Form der „Tunbridgeware“, die typisch für die frühen Instrumente von Beck sind. Das Instrument verfügt über einen Umfang von 5 Oktaven (FF – f3). Die Klaviatur ist aus Elfenbein und Ebenholz gefertigt.

Links neben der Klaviatur sind drei Handregisterzüge für eine geteilte Dämpfungsaufhebung und Laute. Das Vorsatzbrett trägt in einer länglichen Kartusche die Aufschrift:

„Fredericus Beck Londini Fecit 1778

No. 1 and 10 Broad Street Golden Square”

Am Vorsatzbrett, beidseitig der Kartusche mit der Signatur, sind jeweils drei Bohrlöcher erkennbar, die offensichtlich zu einem früheren Zeitpunkt verschlossen wurden. Diese Löcher deuten darauf hin, dass an dieser Stelle ursprünglich Kerzenhalter angebracht waren, welche jedoch heute nicht mehr vorhanden sind. (vgl. Cole, Michael: Frederick Beck Piano Maker)

Tafelklavier Fredericus Beck, London 1778 - Eric Feller Collection (2)

Tafelklavier Fredericus Beck, London 1778 – Eric Feller Collection (Signatur)

 

Das Tafelklavier ist zweichörig besaitet und weist eine einfache „Single Action“-Mechanik nach dem Vorbild von Zumpe auf. Es ist mit Einzeldämpfern ausgestattet, wobei eine bemerkenswerte Besonderheit darin besteht, dass die Dämpfung ausschließlich bis zum Ton c3 reicht. Diese Besonderheit ist typisch für die Instrumente von Beck, da diese restriktive Dämpfungsweise eine auffällige Abweichung von den üblichen Standards anderer Instrumentenbauer der damaligen Zeit darstellt. Durch diese Innovation generieren die Instrumente beim Spielen an den ungedämpften Saiten eine Schwingung, die reich an Obertönen ist und eine Art Schein erzeugt, der dem Klang des Instrumentes einen exquisiten und volleren Ausdruck verleiht. Frederick Becks innovative Entscheidung, die Dämpfer für die obersten fünf Töne seiner Tafelklaviere auszuschließen, stellt ein Novum dar, das durch die zur damaligen Zeit in England geschätzte ästhetische Vorliebe für einen obertonreichen, volleren resonierenden Klavierklang inspiriert wurde.

 

Arnold Frederick Beck wurde vermutlich 1738 in Württemberg geboren und am 30. Mai 1738 in derselben Region getauft. Nach 1756 verließ er Deutschland und ging über Frankreich nach London. Zwischen 1756 und etwa 1762 ließ sich Beck in Paris nieder, wo er ein Geschäft und/oder eine Werkstatt in der Rue Saint-Denis 364 gründete. Während dieser Zeit unterhielt Beck Geschäftsbeziehungen zu dem berühmten Cembalobauer Pascal Taskin (1723-1793), der Instrumente von Beck verkaufte und laut Frank Hubbard bei Beck im Jahr 1777 eine Schuld von 660 Livres hatte. (vgl. Hubbard, F.: Three Centuries of Harpsichord Making, Harvard University Press 1965)

Frederick Beck verließ in dieser Zeit den europäischen Kontinent und ließ sich in London nieder. Ab dem Jahr 1763 begann er dort mit der Herstellung von Gitarren. In diesem Jahr wird seine Wohn- und Geschäftsanschrift in Glassonbury Court, unweit des Covent Garden Market, dokumentiert. In den 1760er-Jahren ging Beck eine geschäftliche Partnerschaft mit Charles Pinto († 1791) ein, über dessen Leben und Wirken nur spärliche Informationen vorliegen. Ein einziges erhaltenes Exemplar einer Gitarre aus dem Jahr 1764 trägt die Signatur „Pinto and Beck“.

Am 20. November 1765 ist Beck als Mitglied der Jury am Westminster Coroner’s Court nachweisbar, wobei er weiterhin in Glassonbury Court ansässig war. Zwischen 1769 und 1773 kooperierte er mit der Firma Longman, Lukey & Co., einem der renommiertesten Unternehmen der Londoner Musikinstrumentenbranche. Am 23. September 1770 ehelichte er Mary Coles in London. Mitte des Jahres 1771 verlegte Beck seinen Wohnsitz und seine Werkstatt in die Broad Street 4 am Carnaby Market.

In den späten 1770er-Jahren wurde die Hausnummer seines Eigentums in der Broad Street von 4 auf 10 geändert. Am 7. September 1779 ging Beck eine zweite Ehe mit Rose Ann Shudi ein. Im Zeitraum von 1782 bis 1791 wurden aus dieser Verbindung sechs Kinder geboren, darunter drei Söhne.

Zwischen 1780 und 1789 stellte Beck durchschnittlich 222 Klaviere pro Jahr her, was auf eine beachtliche Produktionskapazität und eine hohe Nachfrage nach seinen Instrumenten schließen lässt. Gegen Ende des Jahres 1790 begann er eine Zusammenarbeit mit dem Klavierbauer George Corrie. Noch im Jahr 1794 ist Beck in der Klavierproduktion an der Broad Street 10 nachweisbar. Es wird angenommen, dass er um das Jahr 1798 verstarb.

Seine Instrumente gelten bis heute als herausragende Zeugnisse der Musikinstrumentenbaukunst des 18. Jahrhunderts und sind sowohl bei Sammlern als auch in musealen Sammlungen und unter Musikern von großem Interesse.

 

 

Weitere erhaltene Instrumente von Arnold Frederick Beck:

  • 1769 Tafelklavier – McLean Museum, Inverclyde, Schottland
  • 1778 Tafelklavier – Royal Museums of Art and History, Brussels, Belgien
  • ca. 1785 Tafelklavier – Hamamatsu Museum of Musical Instruments, Hamamatsu, Japan

 

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Joseph Kirckman 1805 https://www.ericfeller.de/instrumente/joseph-kirckman-1805/ Wed, 19 Feb 2025 10:41:03 +0000 https://www.ericfeller.de/?post_type=instrumente&p=1089 Joseph Kirckman zählte zu den bedeutendsten Klavierbauern Londons zu Beginn des 19. Jahrhunderts und entstammte einer Familie mit einer langen Tradition in der Instrumentenherstellung. Die Firma Kirckman, ursprünglich von seinem Großvater Jacob Kirchmann (1710–1792; der Name wurde später anglisiert zu Kirckman/Kirkman) gegründet, gehörte bereits im 18. Jahrhundert zu den führenden Instrumentenbauunternehmen Englands. Kirckmans Instrumente zeichneten […]

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Joseph Kirckman zählte zu den bedeutendsten Klavierbauern Londons zu Beginn des 19. Jahrhunderts und entstammte einer Familie mit einer langen Tradition in der Instrumentenherstellung. Die Firma Kirckman, ursprünglich von seinem Großvater Jacob Kirchmann (1710–1792; der Name wurde später anglisiert zu Kirckman/Kirkman) gegründet, gehörte bereits im 18. Jahrhundert zu den führenden Instrumentenbauunternehmen Englands.

Kirckmans Instrumente zeichneten sich durch eine robuste Bauweise, präzise Mechanik und klangliche Klarheit aus. Charakteristisch für seine Klaviere war die aufwendige Verarbeitung des Gehäuses, das oft mit feinen Intarsien verziert war. Zudem legte er großen Wert auf technische Innovationen, um die Spielbarkeit und Langlebigkeit der Instrumente zu verbessern.

Das hier vorgestellte Tafelklavier stammt aus dem Jahr 1805 und wurde in London gefertigt. Der Korpus des Instruments besteht aus Mahagoni mit umlaufenden, mehrfarbigen Bandintarsien aus verschiedenen Hölzern. Es steht auf einem French Stand mit Music Shelf. Die Untertasten sind mit Elfenbein, die Obertasten mit Ebenholz belegt. Das Vorsatzbrett wurde aus unterschiedlichen Hölzern gefertigt und an den Seiten mit Laubsägearbeiten verziert. In der Mitte befindet sich eine ovale Kartusche mit der Signatur:

„Joseph Kirckman
Piano Forte Maker
to Her Majesty
London 1805”

Das Instrument ist mit einem Pedal zur Aufhebung der Einzeldämpfung ausgestattet. Die Mechanik basiert auf dem Double-Action-Prinzip, die Hämmerchen sind mit Leder bezogen, und das Tafelklavier ist zweichörig besaitet.

Die Instrumente der Werkstatt Kirckmans zeichnen sich durch eine exzellente handwerkliche Verarbeitung sowie eine außergewöhnliche Klangästhetik aus, die für ihre warme, tragfähige und klar definierte Tonqualität geschätzt wird.

Tafelklavier Joseph Kirckman, London 1805 - Eric Feller Collection (9)

Tafelklavier Joseph Kirckman, London 1805 – Eric Feller Collection (Signatur auf dem Vorsatzbrett)

 

Detaillierte Informationen zu der Firmengeschichte von Kirkman finden Sie in den Publikationen – kick hier!

 

Weitere erhaltene Instrumente von Joseph Kirckman:

  • ca. 1830 Cabinet Piano – Glasgow Museums & Art Galleries, Glasgow England
  • ca. 1835 Cabinet Piano – Western Australian Academy of Performing Arts, Edith Cowan University, Perth Australien
  • Hammerflügel – Royal Palace Mafra, Portugal
Tafelklavier Joseph Kirckman, London 1805 - Eric Feller Collection (6)

Tafelklavier Joseph Kirckman, London 1805 – Eric Feller Collection (Klaviatur)

 

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Cabinet Piano John Broadwood and Sons ca. 1820 https://www.ericfeller.de/instrumente/cabinet-piano-john-broadwood-and-sons-ca-1820/ Mon, 17 Feb 2025 13:46:47 +0000 https://www.ericfeller.de/?post_type=instrumente&p=1081 Zu Beginn des 19. Jahrhunderts erlebte die Klavierbaukunst in England eine Phase bedeutender Innovationen und stilistischer Entwicklungen. Eines der markantesten und imposantesten Instrumente dieser Zeit war das Cabinet Piano, eine Bauform, die sich in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts zunehmender Beliebtheit erfreute und seine Blütezeit in den 1820er und 1830er Jahre erlebte. Das Cabinet […]

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Zu Beginn des 19. Jahrhunderts erlebte die Klavierbaukunst in England eine Phase bedeutender Innovationen und stilistischer Entwicklungen. Eines der markantesten und imposantesten Instrumente dieser Zeit war das Cabinet Piano, eine Bauform, die sich in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts zunehmender Beliebtheit erfreute und seine Blütezeit in den 1820er und 1830er Jahre erlebte.

Das Cabinet Piano war eine aufrechte Klavierbauweise mit einem hohen, oft kunstvoll verzierten Gehäuse mit aufwendigen Holzintarsien, gedrechselten Säulen und eleganten Verzierungen, die sich in die Wohnräume des gehobenen Bürgertums einfügten. Im Gegensatz zu den kleineren Tafelklavieren bot es einen kräftigeren Klang und eine größere Saitenlänge, ohne so viel Platz wie ein Flügel zu beanspruchen. Der hohe Resonanzboden und die aufrechte Bauweise ermöglichten eine größere Saitenspannung, wodurch Cabinet Pianos ein volleres Klangvolumen als frühere Hausinstrumente erreichten. Ihre Popularität hielt bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts an, wurde jedoch schließlich durch das Cottage Piano, eine kompaktere und praktischere Variante des aufrechten Klaviers, verdrängt.

Das hier vorgestellte Instrument wurde um 1820 von John Broadwood and Sons in London gefertigt. Der Korpus besteht aus massivem Mahagoni und ist reich mit kunstvollen Messingapplikationen verziert, während die Frontpartie mit der original erhaltenen, gelben Seide bespannt ist. Stilistisch folgt das Instrument der Ästhetik des Regency-Stils, der sich durch elegante, klare Linienführung und aufwendige dekorative Elemente auszeichnet.

Die Untertasten sind mit Elfenbein und die Obertasten mit Ebenholz belegt. Das Instrument verfügt über zwei hölzerne Pedale (Dämpfungsaufhebung und una corda).

Die Hämmerchen sind mit Leder bezogen und das Instrument ist zweichörig besaitet. Bei der Mechanik handelt es sich um die englische double action mit Abstrakten.

Das Vorsatzbrett ist mit Messingintarsien verziert und trägt die Signatur:

„John Broadwood and Sons. / Makers to his Majesty and the Princesses /

Great Pulteney Street Golden Square

London „

Cabinet Piano J. Broadwood and Sons,ca. 1820 - Eric Feller Collection (4)

Cabinet Piano J. Broadwood and Sons,ca. 1820 – Eric Feller Collection (Signatur Vorsatzbrett)

 

Die Seriennummer lautet: 2652. Die Stimmwirbel befinden sich oben. Unter der Tastatur befinden sich zwei kleine Fächer, die mit Türen verschlossen werden können. Beidseitig oberhalb der Tastatur befinden sich versenkbare Halterungen zur Aufnahme von Kerzenleuchtern, die bei Bedarf ausgefahren werden können. Das Instrument zeichnet sich durch eine außergewöhnliche Eleganz aus und überzeugt klanglich durch eine warme, volltönende Resonanz.

 

John Broadwood wurde am 6. Oktober 1732 in Oldhamstocks in der Nähe von Cockburnspath in Schottland geboren. Er erlernte den Beruf des Möbeltischlers wie schon sein Vater zuvor.

Im Jahr 1761 begann er bei Burkat Shudi (1702 – 1773) in London zu arbeiten und wurde 1770 sein Geschäftspartner. 1771 eröffnete er sein eigenes Geschäft in der Great Pulteney Street in London. John Broadwood heiratete 1769 Burkat Shudis Tochter Barbara in erster Ehe und hatte mit ihr vier Kinder. Nach dem frühen Tode (1776) seiner Frau heiratete er in zweiter Ehe 1781 Mary Kitson und hatte mit ihr sechs Kinder.

Er starb am 17. Juli 1812 in London.

 

 

 

Weitere erhaltene Cabinet Pianos von John Broadwood and Sons:

  • 1827/28 Cabinet Piano (No. 3538) – Gemeentemuseum, Den Haag Niederlande
  • 1828/29 Cabinet Piano (No. 4042) – Metropolitan Museum of Art, New York USA
Cabinet Piano J. Broadwood and Sons,ca. 1820 - Eric Feller Collection (1)

Cabinet Piano J. Broadwood and Sons,ca. 1820 – Eric Feller Collection

 

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Zuckermann nach Georg Woytzig (1688) 1990 https://www.ericfeller.de/instrumente/zuckermann-nach-georg-woytzig-1688-1990/ Fri, 07 Feb 2025 10:55:30 +0000 https://www.ericfeller.de/?post_type=instrumente&p=1061 Das Clavichord nimmt eine besondere Stellung in der Geschichte der Tasteninstrumente ein. Zwischen dem 15. und 18. Jahrhundert diente es nicht nur als Übungsinstrument für Musiker, sondern wurde auch für solistische Darbietungen geschätzt. Seine herausragende Eigenschaft ist die Fähigkeit zur nuancierten Dynamikgestaltung, wodurch es sich von anderen zeitgenössischen Tasteninstrumenten wie dem Cembalo deutlich unterscheidet. Obwohl […]

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Das Clavichord nimmt eine besondere Stellung in der Geschichte der Tasteninstrumente ein. Zwischen dem 15. und 18. Jahrhundert diente es nicht nur als Übungsinstrument für Musiker, sondern wurde auch für solistische Darbietungen geschätzt. Seine herausragende Eigenschaft ist die Fähigkeit zur nuancierten Dynamikgestaltung, wodurch es sich von anderen zeitgenössischen Tasteninstrumenten wie dem Cembalo deutlich unterscheidet.

Obwohl das Clavichord im späten 18. und frühen 19. Jahrhundert zunehmend vom fortschrittlicheren Hammerklavier verdrängt wurde, erfuhr es im 20. Jahrhundert durch die historische Aufführungspraxis, angeführt durch Wanda Landowska (1879 – 1959) eine erneute Wertschätzung. In der modernen Musikwissenschaft dient es als Schlüsselinstrument zur Erforschung der Spielpraxis und des musikalischen Ausdrucks der Barock- und Frühklassik-Zeit. Die Beschäftigung mit dem Clavichord bietet somit nicht nur eine Rückbesinnung auf vergangene Musiziertraditionen, sondern auch eine tiefere Einsicht in die Klangästhetik einer Epoche, in der die Verbindung zwischen Musiker und Instrument unmittelbarer und persönlicher war als je zuvor.

Clavichord Zuckermann King of Sweden, c. 1990 - Eric Feller Collection (2)

Clavichord Zuckermann King of Sweden, ca. 1990 nach Georg Woytzig (1688) – Eric Feller Collection (2)

 

Das hier vorgestellte Clavichord wurde aus einem Bausatz der Firma Zuckermann ca. 1990 gebaut, welcher in Anlehnung an ein Instrument von Georg Woytzig von 1688 konzipiert wurde. Dieses Modell wird von Zuckermann unter dem Namen „King of Sweden“ vermarktet und erfreut sich bei Musikern großer Beliebtheit. Durch die kompakte Form, das geringe Gewicht und dem tragfähigen Klang bietet dieses Instrument die Möglichkeit, die Literatur des 16. und frühen 17. Jahrhunderts authentisch wiedergeben zu können.

Clavichord Zuckermann King of Sweden, c. 1990 - Eric Feller Collection (3)

Clavichord Zuckermann King of Sweden, ca. 1990 nach Georg Woytzig (1688) – Eric Feller Collection (3)

 

Das Instrument verfügt über kein Gestell. Der Korpus ist aus amerikanischem Kirschholz gefertigt und der Resonanzboden aus Fichte. Die Tangenten sind aus Messing. Der Umfang beträgt 45 Tasten (C/E – c3), der Saitenbezug ist zweichörig und aus Messing. Das Clavichord ist dreifach gebunden. Das Spielen mit sogenannten „Bebungen“ ist sehr gut möglich. Als einziges mechanisches Tasteninstrument hat das Clavichord die Möglichkeit der Tonbeeinflussung auch noch nach dem Anschlagen der Taste. Durch ein periodisches Ändern des Druckes auf die Taste entsteht ein dem Vibrato ähnlicher Effekt.

Clavichord Zuckermann King of Sweden, c. 1990 - Eric Feller Collection (4)

Clavichord Zuckermann King of Sweden, ca. 1990 nach Georg Woytzig (1688) – Eric Feller Collection (4)

 

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John Broadwood and Son 1799 https://www.ericfeller.de/instrumente/john-broadwood-and-son-1799-3/ Fri, 06 Dec 2024 23:05:55 +0000 https://www.ericfeller.de/?post_type=instrumente&p=1054 Das Tafelklavier spielte im späten 18. Jahrhundert in England eine zentrale Rolle sowohl im musikalischen Leben der bürgerlichen und adligen Gesellschaft als auch in der Geschichte der Klavierentwicklung. Als eine Übergangsform zwischen den traditionellen Tasteninstrumenten des Barockzeitalters, wie dem Cembalo und dem Clavichord, und dem modernen Klavier, das wir heute kennen, war das Tafelklavier ein […]

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Das Tafelklavier spielte im späten 18. Jahrhundert in England eine zentrale Rolle sowohl im musikalischen Leben der bürgerlichen und adligen Gesellschaft als auch in der Geschichte der Klavierentwicklung. Als eine Übergangsform zwischen den traditionellen Tasteninstrumenten des Barockzeitalters, wie dem Cembalo und dem Clavichord, und dem modernen Klavier, das wir heute kennen, war das Tafelklavier ein maßgeblicher Bestandteil der musikalischen Kultur und ein entscheidendes Werkzeug für die Entwicklung des Klaviers als Instrument.

Im späten 18. Jahrhundert war Musik ein wichtiger Bestandteil der Bildung und des kulturellen Lebens in England und auf dem Kontinent, insbesondere für die wohlhabende Bürgerschaft. Das Tafelklavier wurde zum bevorzugten Instrument der Mittelklasse und des gehobenen Bürgertums. Es war kleiner und erschwinglicher als der große Konzertflügel und das Cembalo und fand deshalb zunehmend seinen Platz in den bürgerlichen Haushalten. Die Klaviermusik wurde vor allem von Frauen erlernt, da es als unentbehrliche Fähigkeit für gesellschaftliche Bildung und kulturelle Teilhabe galt. Das Tafelklavier, als zugängliches und gleichzeitig respektiertes Instrument, passte hervorragend in das häusliche Musizieren und diente nicht nur der Musikausbildung, sondern auch als Instrument für private Konzerte, in denen Familien und Gäste zusammenkamen, um Musik zu genießen.

Ein Beispiel dafür stellt dieses Instrument dar, welche 1799 von der Traditionsfirma John Broadwood and Son gebaut wurde. Ein baugleiches Instrument aus dem gleichen Jahr befindet sich ebenfalls in der Eric Feller Collection (klicken Sie hier)

Der Korpus des Instrumentes ist aus Mahagoni mit umlaufenden Bandintarsien in unterschiedlichen Hölzern. Das Instrument selbst liegt auf einem „French-Stand“ mit vier Messingrollen auf, das unter dem Instrument ein eingearbeitet „music-shelf“ hat. An den Seiten sind jeweils runde Messingapplikationen zum Abdecken der Schrauben des Gestells.

Die Untertasten sind mit Elfenbein und die Obertasten mit Ebenholz belegt.

Das Vorsatzbrett ist in unterschiedlichen Hölzern gearbeitet und ist in einer Kartusche signiert mit:

„John Broadwood and Son.

Makers to his Majesty and the Princeses

Great Pulteney Street London Golden Square.“

Das Instrument verfügt über eine Dämpfungsaufhebung und ist zweichörig besaitet. Bei der Mechanik handelt es sich um die einfache Single Action mit belederten Hämmerchen und den für Broadwood typischen Unterdämpfern (die Unterdämpfer Mechanik wurde von John Broadwood im Jahr 1783 patentiert).

John Broadwood and Son, London 1799 - Serial number - Eric Feller Collection

Tafelklavier John Broadwood and Son, London 1799 – Seriennummer – Eric Feller Collection

 

Interessant bei diesem Tafelklavier ist, dass man die Jahreszahl übermalt hat. Dies wurde teilweise gemacht, da es im frühen 19. Jahrhundert ein florierendes Verkaufswesen mit Gebrauchtinstrumenten gab und das Interesse an dem „neuen und modernen Klavier“ sehr hoch war. Gebrauchtinstrumente waren günstiger, als neue Instrumente und um den Verkauf zu fördern entfernte man teilweise die Herstellungsjahre auf den Instrumenten, um sie jünger erscheinen zu lassen und so einen besseren Preis erzielen zu können. Ein weiteres Beispiel dafür stellt das Tafelklavier von Ferdinand Weber aus Dublin dar, welches sich ebenfalls in der Eric Feller Collection befindet. Klicken Sie hier für weitere Informationen zu dem Instrument – Ferdinand Weber, Dublin ca. 1775.

 

 

 

John Broadwood wurde am 6. Oktober 1732 in Oldhamstocks in der Nähe von Cockburnspath in Schottland geboren. Er erlernte den Beruf des Möbeltischlers wie schon sein Vater zuvor.

Im Jahr 1761 begann er bei Burkat Shudi (1702 – 1773) in London zu arbeiten und wurde 1770 sein Geschäftspartner. 1771 eröffnete er sein eigenes Geschäft in der Great Pulteney Street in London. John Broadwood heiratete 1769 Burkat Shudis Tochter Barbara in erster Ehe und hatte mit ihr vier Kinder. Nach dem frühen Tode (1776) seiner Frau heiratete er in zweiter Ehe 1781 Mary Kitson und hatte mit ihr sechs Kinder. Er starb am 17. Juli 1812 in London.

 

 

 

Weitere erhaltene Instrumente von John Broadwood and Son:

  • 1798 Tafelklavier (No. 4200) National Museum of American History, Washington USA
  • 1791 Tafelklavier (No. 1552) Kenwood House, Hampstead UK
  • 1795 Tafelklavier (No. 2844) Sammlung Richard Burnett Finchcocks, Goudhurst UK

 

 

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Joseph Dale & Son 1806 – 1809 https://www.ericfeller.de/instrumente/joseph-dale-son-1806-1809/ Fri, 06 Dec 2024 14:48:28 +0000 https://www.ericfeller.de/?post_type=instrumente&p=1046 Im Rahmen des Workshops „Herangetastet. Eine Spurensuche“ des Museums „betont – Ton und Tasten Museum“ in Kellinghusen wurde das Instrument von Joseph Dale fachkundig am 16. November untersucht. Die Workshop-Teilnehmer durchleuchteten zusammen mit Museumsleiter Dr. Jan-David Mentzel und Experte Eric Feller das Instrument. Das Tafelklavier wurde im März 2018 in einem Auktionshaus in England erworben. […]

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Im Rahmen des Workshops „Herangetastet. Eine Spurensuche“ des Museums „betont – Ton und Tasten Museum“ in Kellinghusen wurde das Instrument von Joseph Dale fachkundig am 16. November untersucht. Die Workshop-Teilnehmer durchleuchteten zusammen mit Museumsleiter Dr. Jan-David Mentzel und Experte Eric Feller das Instrument. Das Tafelklavier wurde im März 2018 in einem Auktionshaus in England erworben. Spuren einer früheren Restaurierung konnten nicht gefunden werden, es befand sich somit in seinem Originalzustand.

 

Der Korpus des Instrumentes und das Gestell sind aus Mahagoni und mit mehrfarbigen Intarsien verziert. Bei der Mechanik handelt es sich um eine Single Action mit Unterdämpfern, doppelchöriger Saitenbezug und einem Pedal für die Dämpfungsaufhebung, welches fehlt. Die Untertasten sind mit Elfenbein und die Obertasten mit Ebenholz belegt.

Das Vorsatzbrett trägt in einer ovalen Kartusche die Signatur:

„Joseph Dale & Son

Piano Forte Makers

(By Appointment) To His Royal Highness

The Prince of Wales

Cornhill, Oxford Street & New Bond Street

London.“

Zeitlich ist das Instrument auf die Zeit zwischen 1806 – 1809 zu datieren. Joseph Dale ging 1805 eine Partnerschaft mit seinem Sohn William Dale (geboren um 1780 – 1785, gestorben um 1827) ein und beide erhielten das Privileg, Instrumente für das englische Königshaus liefern zu dürfen. („by Appointment To His Royal Highness / The Prince of Wales”). Mit diesem Privileg warb die Firma auch, was auch an dem in grüner Farbe gemalten heraldischen Badge des Prinzen von Wales, symbolisiert durch drei Straußenfedern über der Signatur auf dem Vorsatzbrett, zu sehen ist. Zwischen 1806 und 1809 war der Prince of Wales George Augustus Frederick, der spätere König George IV. Er war der älteste Sohn von König George III. und trug den Titel Prince of Wales ab 1762 bis zu seiner Thronbesteigung im Jahr 1820. 1809 löste sich William Dale von der Firma seines Vaters und eröffnete ein eigenes Geschäft unter seinem Namen.

Tafelklavier Joseph Dale & Son, London 1806 - 1809 Vorsatzbrett - Eric Feller Collection

Tafelklavier Joseph Dale & Son, London 1806 – 1809 – Vorsatzbrett – Eric Feller Collection

 

Bei der Untersuchung des Instrumentes fand sich unterhalb der Mechanik das Monogramm „J D“ von Joseph Dale, handschriftlich in Tinte geschrieben. Auf dem Stimmstock ist ebenfalls in Tinte die Seriennummer 304 geschrieben. Weiterhin ließ sich im Instrument eine historische Spitzfeder aus Metall finden.

Joseph Dale & Son, London 1806 - 1809 - Signatur - Eric Feller Collection

Joseph Dale & Son, London 1806 – 1809 – Signatur – Eric Feller Collection

 

Joseph Dale wurde 1750 geboren und war als Instrumentenbauer und Musikalienhändler tätig. 1783 eröffnete er sein Geschäft in der Oxford Street Nr. 132 und auch kurze Zeit später in der Cornhill Street Nr. 19. Joseph Dale ging 1805 eine Partnerschaft mit seinem Sohn William Dale (geboren um 1780 – 1785, gestorben um 1827) ein. Im folgenden Jahr, 1806, erhielt ihr Geschäft eine bedeutende Anerkennung durch die Ernennung zu Instrumentenbauern für den Prinzen of Wales und die königliche Familie.

Trade Card 1806 Joseph Dale and Son - The British Museum

Trade Card 1806 Joseph Dale and Son – The British Museum

 

Ab 1809 entschied sich William, ein eigenes Geschäft zu gründen, während sein Vater ab 1808 eigenständig bis zu seinem Tod 1821 weiterarbeitete. Williams Dale verstarb 1827 und seine Frau Elspeth Dale führte das Geschäft bis 1832 weiter.

 

 

Weitere erhaltene Instrumente von Joseph Dale & Son:

  • ca. 1805 Tafelklavier – Sigal Music Museum, Greenville USA
  • ca. 1805 Tafelklavier – Privatsammlung, Haxby England
Workshop Ergebnisse 1 - Museum betont - Eric Feller Collection

Workshop Ergebnisse 1 – Museum betont – Eric Feller Collection

Workshop Ergebnisse 2 - Museum betont - Eric Feller Collection

Workshop Ergebnisse 2 – Museum betont – Eric Feller Collection

 

Weitere Workshops dieser Art werden in regelmäßigen Abständen im Museum betont in Kellinghusen stattfinden. Weitere Termine finden Sie hier und auch auf der Webseite des Museums.

 

https://www.kellinghusen.de/museum

 

Workshop - Eric Feller Collection

Workshop – Eric Feller Collection

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Zuckermann nach flämischen Vorbildern 1990 https://www.ericfeller.de/instrumente/zuckermann-nach-flaemischen-vorbildern-1990/ Tue, 19 Nov 2024 13:56:25 +0000 https://www.ericfeller.de/?post_type=instrumente&p=1038 Das flämische Cembalo ist eine bedeutende Variante des Cembalos, die vor allem in der Renaissance und Barockzeit in den Niederlanden, insbesondere in Flandern, entwickelt wurde. Es zeichnet sich durch seine klanglichen und optischen Merkmale aus, die es von anderen regionalen Cembalotypen, wie dem italienischen oder französischen, unterscheiden. Flämische Cembali wurden von renommierten Werkstätten gebaut, unter […]

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Das flämische Cembalo ist eine bedeutende Variante des Cembalos, die vor allem in der Renaissance und Barockzeit in den Niederlanden, insbesondere in Flandern, entwickelt wurde. Es zeichnet sich durch seine klanglichen und optischen Merkmale aus, die es von anderen regionalen Cembalotypen, wie dem italienischen oder französischen, unterscheiden. Flämische Cembali wurden von renommierten Werkstätten gebaut, unter anderem von der berühmten Familie Ruckers in Antwerpen, die vom späten 16. bis ins frühe 18. Jahrhundert tätig war. Sie gelten als Meisterwerke des Cembalobaus. Charakteristisch für flämische Instrumente ist ihr voller, warmer Klang, der oft als „singend“ beschrieben wird. Dies wurde durch die spezifische Bauweise erreicht:

  • Resonanzboden: Der Resonanzboden besteht häufig aus Fichtenholz und ist entscheidend für die Tonqualität.
  • Zweimanualige Bauweise: Viele flämische Cembali sind zweimanualig, was die Möglichkeit bietet, zwischen verschiedenen Klangfarben oder Lautstärken zu wechseln.
  • Saitenlänge: Flämische Cembali haben oft eine größere Saitenlänge, die zu ihrem kraftvollen Klang beiträgt.

Bekannt sind die flämischen Cembali auch für ihre reichhaltige Verzierung und Bemalung. Die Außenseite der Gehäuse war oft mit aufwendigen Malereien oder Marmorierungen versehen, während die Innenseite des Deckels häufig mit floralen Mustern oder biblischen Szenen dekoriert wurde. Ebenfalls findet man bei diesen Instrumenten auch feine Tapeten, mit der die Innenwände beklebt wurden.

Die Instrumente der flämischen Cembalobauer hatten einen großen Einfluss auf die Musik und den Cembalobau in ganz Europa. Viele Komponisten der Barockzeit schätzten diese Instrumente aufgrund ihres ausgewogenen und klaren Tons. Zudem dienten flämische Cembali als Vorlage für spätere französische Instrumente, die diese Bauweise weiterentwickelten.

Heute werden flämische Cembali oft als Vorbilder für Nachbauten verwendet, da sie als Inbegriff des Barock-Cembalos gelten.

Cembalo, flämisch 2 Man. - Eric Feller Collcetion (2)

Flämisches Cembalo, W. Zuckermann – Eric Feller Collection

 

Dieses zweimanualige Cembalo nach flämischen Vorbildern stammt aus dem Hause von Wolfgang Zuckermann und wurde 1990 gebaut. Es ist in historischer Bauweise gefertigt. Der Korpus, in eckiger Flügelform, ist aus Zedernholz und hat kunstvolle Messingscharniere. Er ist grün bemalt mit vergoldeten Kassetten und Ledereinlagen auf dem äußeren und inneren Deckel. Die Klaviatur ist aus Palisander gefertigt und umliegend um die Tastatur und des inneren Gehäuses sind flämische Tapeten klebt. Der Resonanzboden aus Fichte ist bemalt und hat mittig eine geschnitzte Rosette. Das Instrument verfügt über 3 Register (8‘, 8‘, 4‘, doppelter Lautenzug und Schiebekoppel), 3 Springerreihen mit Kunststoffspringer und einer Delrinbekielung. Weiterhin hat es einen Handregisterzug für die Schaltung des 4‘-Registers und einen Lautenzug, der für beide 8‘-Register auf beiden Manualen schaltbar ist. Das Instrument liegt auf einem Gestellt mit Verzierungen.

Der Klang des Instrumentes ist sehr dunkel, präsent und gesanglich und hat eine Vielfalt an Klangfarben.

Cembalo, flämisch 2 Man. - Eric Feller Collection (3)

Tastatur mit flämischen Tapeten nach Ruckers – Eric Feller Collection

 

Mit dem Aufkommen der historischen Aufführungspraxis stieg auch die Nachfrage nach Instrumenten. Firmen wie Neupert oder Sperrhake produzierten größtenteils Instrumente in Rastenbauweise, die viele Elemente des modernen Klavierbaus miteinander verbanden, jedoch nur wenig mit den historischen Cembali und dessen Klang zutun hatten. Originalgetreue Kopien waren relativ selten und sehr teuer. Wolfgang Zuckermann erkannte diese Marktlücke und begann gegen Ende der 1950er Jahre in den USA damit, günstige Bausätze in historischer Bauweise anzubieten. Die Bausätze gab/gibt es in unterschiedlichen Fertigungsstufen, so dass der Kunde für einen relativ geringen Preis sein eigenes Cembalo bauen kann. Allerdings waren und sind diese selbstgebauten Cembali immer ein Abbild der Fähigkeiten ihrer Erbauer.

 

 

Wolfgang Zuckermann wurde am 11. Oktober 1922 in Berlin geboren. Aufgrund des jüdischen Glaubens der Familie floh er zusammen mit seinen Eltern 1938 in die USA. Nach einer Ausbildung zum Kinderpsychologen beschäftigte er sich mit dem Bau von Cembali und begann in den 1950er Jahren, Bausätze für Cembali zu verkaufen, die sich an historischen Originalen orientierten. 1969 verkaufte er seine Firma (die heute mit unterschiedlichen Niederlassungen weltweit immer noch vertreten ist) und zog nach England. 1995 zog er nach Frankreich und lebte in Avignon. Er schrieb zwei Bücher über Cembalobau:

  • 1969 The Modern Harpsichord. October House
  • 1986 The Modern Harpsichord: Twentieth Century Instruments and Their Makers. Reprint Services Corp

Wolfgang Zuckermann starb am 3. November 2018.

 

 

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Joshua Done 1795 https://www.ericfeller.de/instrumente/joshua-done-1795/ Tue, 04 Jun 2024 12:28:19 +0000 https://www.ericfeller.de/?post_type=instrumente&p=1019 Ende des 18. Jahrhunderts erlebte England eine Blütezeit im Klavierbau, die maßgeblich zur Entwicklung und Popularisierung des Instruments beitrug. Angeführt wurde diese Zeit von visionären Handwerkern und Unternehmern, die das Klavier in seiner heutigen Form prägten. Der Klavierbau in dieser Zeit zeichnete sich durch eine Kombination aus technologischem Fortschritt und meisterhafter Handwerkskunst aus. Die Einführung […]

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Ende des 18. Jahrhunderts erlebte England eine Blütezeit im Klavierbau, die maßgeblich zur Entwicklung und Popularisierung des Instruments beitrug. Angeführt wurde diese Zeit von visionären Handwerkern und Unternehmern, die das Klavier in seiner heutigen Form prägten. Der Klavierbau in dieser Zeit zeichnete sich durch eine Kombination aus technologischem Fortschritt und meisterhafter Handwerkskunst aus. Die Einführung neuer Mechaniken und Materialien führte zu Instrumenten, die nicht nur robuster und langlebiger, sondern auch klanglich vielfältiger und dynamischer waren. Die Verwendung hochwertiger Hölzer und kunstvoller Verzierungen machte die Instrumente auch zu begehrten Möbelstücken, die in den Salons der wohlhabenden Mittel- und Oberschicht einen festen Platz fanden. Der Erfolg und die Verbreitung dieser Instrumente wurden durch die wachsende Mittelschicht und die zunehmende Bedeutung von Hausmusik im gesellschaftlichen Leben begünstigt. Ende des 18. Jahrhunderts gab es eine Vielzahl an Klavierbauern in London, darunter auch Joshua Done, über den bis heute nur wenig bekannt ist. Seine wenigen erhaltenen Instrumente zeichnen sich durch edle Hölzer, eine ausgezeichnete Verarbeitung und hervorragenden Klang aus.

Der Korpus des Instrumentes und das passende originale Gestell sind aus Mahagoni und mit mehrfarbigen Intarsien verziert, die kassettenförmig abgesetzt sind. Bei der Mechanik handelt es sich um eine Single Action mit Einzeldämpfern, doppelchöriger Saitenbezug und es gibt zwei Registerhebel für eine geteilte Dämpfungsaufhebung. Die Hämmerchen sind mit Leder bezogen. Die Untertasten sind mit Elfenbein und die Obertasten mit Ebenholz belegt. Das Vorsatzbrett ist mit Girlanden und Blumen aus Intarsien verziert und in einer ovalen Kartusche signiert mit:

„Joshua Done Londini Fecit 1795

Chancery Lane„

Das Tafelklavier steht mit seiner Single Action und der geteilten Dämpfungsaufhebung in der Tradition der frühen Instrumente von Zumpe. Vom äußeren Erscheinungsbild jedoch für die damalige Zeit modernen wirkend, baute Joshua Done für dieses Instrument ein french stand, dem Geschmack der 1790er Jahre passend. Einer der ersten Instrumentenbauer, der für seine Tafelklaviere french stands baute, war Christopher Ganer. Er leitete schon um 1777/78 den neuen Trend ein, der sich aber deutlich erst ab den 1790er Jahren durchsetzte und die trestle stands ablöste.

Square Piano by Joshua Done, London 1795 (2)

Tafelklavier von Joshua Done, London 1795 – Eric Feller Collection (2)

 

Joshua Done war ab etwa 1780 in London aktiv und etablierte sich schnell als angesehener Klavierbauer. Bisher ist nur wenig über ihn bekannt. Von 1792 bis 1814 war sein Geschäft in der Chancery Lane und ab 1793 gab es ebenfalls eine Niederlassung in der Great James Street, Bedford Row.

 

 

Weitere erhaltene Instrumente von Joshua Done:

 

 

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Augustus Leukfeld ca. 1803 https://www.ericfeller.de/instrumente/augustus-leukfeld-1803/ Tue, 28 May 2024 21:15:12 +0000 https://www.ericfeller.de/?post_type=instrumente&p=1010 In der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts erlebte London eine bemerkenswerte Blütezeit in der Klavierherstellung und Entwicklung. Diese Ära war geprägt von Innovationen, technischem Fortschritt und einem wachsenden Prestige der Londoner Klavierbauer in der Musikwelt. Die Klavierbauer dieser Zeit trugen entscheidend zur Entwicklung des Instruments bei und hinterließen einen bleibenden Einfluss auf die Musikgeschichte. London […]

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In der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts erlebte London eine bemerkenswerte Blütezeit in der Klavierherstellung und Entwicklung. Diese Ära war geprägt von Innovationen, technischem Fortschritt und einem wachsenden Prestige der Londoner Klavierbauer in der Musikwelt. Die Klavierbauer dieser Zeit trugen entscheidend zur Entwicklung des Instruments bei und hinterließen einen bleibenden Einfluss auf die Musikgeschichte. London war neben Wien und Paris eines der Hauptzentren des Klavierbaus in der damaligen Zeit und viele Instrumentenbauer immigrierten nach England. So gab es eine Vielzahl an Klavierbauern in London. Neben den bekannten Instrumentenbauern und Firmen wie John Broadwood, William Stodart, Christopher Ganer oder Longman & Broderip gab es jedoch auch kleinere Manufakturen oder solche, die fast in Vergessenheit geraten waren, da nur wenige Instrumente produziert oder erhalten blieben sind. Ein Beispiel dafür stellt der Klavierbauer Ludwig Augustus Leukfeld dar, dessen Instrumente von absolut hoher Präzision und besonderer Eleganz gefertigt wurden.

Der Korpus des Tafelklavieres ist aus massivem Mahagoni gefertigt und reich mit eingelegten Zierbändern und ovalen Kartuschen auf der Tastaturklappe und in den Verlängerungen der Beine aus hellem Holz verziert. Die vorderen beiden Ecken sind abgerundet. Das Instrument steht auf vier gedrechselten Beinen und die Deckelklappe verfügt über zwei, mit Elfenbein verzierten Schlössern, wobei eines nur der Symmetrie wegen angebracht ist und keine Funktion besitzt. Bei geöffneter Deckelklappe sind jeweils links und rechts über den Saiten kunstvolle Laubsägearbeiten eingesetzt, die mit grüner Seide bespannt wurden.

Augustus Leukfeld, London ca. 1803 - Eric Feller Collection (4)

Tafelklavier Augustus Leukfeld, London ca. 1803 – Eric Feller Collection (Laubsägearbeiten)

 

Die Klaviatur verfügt über einen Umfang von 5 ½ Oktaven (FF – c4), die Untertasten sind mit Elfenbein und die Obertasten mit Ebenholz belegt. Das Tafelklavier ist zweichörig bespannt und hat eine Double Action. Die Hämmerchen sind mit Leder bezogen. Ein Pedal dient zur Dämpfungsaufhebung. Das Vorsatzbrett ist ebenfalls mit kunstvollen Laubsägearbeiten verziert und trägt in einer Kartusche die Signatur:

„Leukfeld

Piano Forte Maker

27

Tottenham Street

Fitzroy Square

London“

Das gesamte Instrument ist von hervorragender Qualität gefertigt und zeichnet sich durch handwerkliche Präzision, hochwertige Materialien und individuelle Gestaltungsmöglichkeiten aus.

Augustus Leukfeld, London ca. 1803 - Eric Feller Collection (3)

Tafelklavier Augustus Leukfeld, London ca. 1803 – Eric Feller Collection (Klaviatur)

 

Über Ludwig Augustus Leukfeld ist bisher nur wenig bekannt. Er ist ab circa 1790 als Klavierbauer nachweisbar und war bis 1810 tätig. Bis 1796 war er immer wieder für einige Zeit in einer Partnerschaft mit John Geib (1744 – 1818). Sein Nachfolger, der die Firma übernahm, war Thomas Holmyard, der bis 1841 nachweisbar ist. Es ist stark anzunehmen, dass Leukfeld in seiner späteren Schaffensperiode schon mit ihm eine Partnerschaft besaß bzw. Holmyard für ihn arbeitete. Die Fabrik war in der Tottenham Street No. 27 Fitzroy Square in London ansässig.

Trade card of the Piano Factory of Augustus Leukfeld c. 1790 - © The Trustees of the British Museum

Trade Card der Klavierfabrik von Augustus Leukfeld c. 1790 – © The Trustees of the British Museum

 

In der Sammlung des Britischen Museums in London befindet sich eine Trade Card des Unternehmens. Zu sehen sind das Fabrikgebäude und die Verkaufsräume. Im Vordergrund sieht man, wie Arbeiter ein Tafelklavier in einen Pferdewagen zur Auslieferung verladen. Schaut man sich das Instrument genau an, so kann man erkennen, dass es die gleiche Form und Einlegearbeiten hat, wie das hier vorgestellte Tafelklavier. Leukfelds Manufaktur war bekannt für die Produktion von exquisiten und eleganten Tafelklavieren, die wie dieses hier auch mit abgerundeten Ecken bestellbar waren. Weiterhin baute er Flügel, aufrechte Pianos, Harfen und Orgeln, von denen bisher keine als erhalten bekannt sind. Neben den Instrumenten produzierte er auch ovale Tische und Sideboards (ebenfalls auf dem Bild zu sehen) für die zahlungskräftige Londoner Aristokratie. Seine Instrumente und Möbel genossen den besten Ruf und waren von ausgezeichneter Qualität.

Augustus Leukfeld, London ca. 1803 - Eric Feller Collection (2)

Tafelklavier Augustus Leukfeld, London ca. 1803 – Eric Feller Collection (Korpus)

 

In „The Gentleman’s Magazine and Historical Chronicle from July to December 1810” (Band 108) und in “The Monthly Magazine or British Register” finden sich Eintragungen, dass Augustus Leukfeld 1810 verstarb (aus weiteren Bekanntmachungen in „The London Gazette“ wahrscheinlich um den 22. November 1810).

Todesanzeige Augustus Leukfeld in The Monthly Magazine 1810

Todesanzeige von Augustus Leukfeld in „The Monthly Magazine 1810„

 

 

Weitere erhaltene Instrumente von Augustus Leukfeld:

  • ca. 1805 (No. 334) – ehemals Sammlung Dr. Andreas Beurmann, Hamburg, Deutschland
  • 1806 Tafelklavier (No. 530) –  Monart Piano Collection, Colm O’Leary, Enniscorthy, County Wexford, Irland

 

 

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Christopher Ganer ca. 1785 https://www.ericfeller.de/instrumente/christopher-ganer-ca-1785/ Mon, 15 Apr 2024 11:28:10 +0000 https://www.ericfeller.de/?post_type=instrumente&p=1000 Christopher Ganer gehörte zu den herausragenden Klavierbauern des späten 18. Jahrhunderts in London, dessen Einfluss auf die Kunst des Klavierbaus von großer Bedeutung war. Durch sein außergewöhnliches handwerkliches Talent und seine Innovationen trug Ganer maßgeblich zur Entwicklung des Klavierbaus und zur kulturellen Landschaft seiner Zeit bei. Seine Instrumente wurden für ihre außergewöhnliche Klangqualität, ihre handwerkliche […]

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Christopher Ganer gehörte zu den herausragenden Klavierbauern des späten 18. Jahrhunderts in London, dessen Einfluss auf die Kunst des Klavierbaus von großer Bedeutung war. Durch sein außergewöhnliches handwerkliches Talent und seine Innovationen trug Ganer maßgeblich zur Entwicklung des Klavierbaus und zur kulturellen Landschaft seiner Zeit bei. Seine Instrumente wurden für ihre außergewöhnliche Klangqualität, ihre handwerkliche Präzision und ihre ästhetische Schönheit geschätzt. So fertigte er beispielsweise für Longman & Broderip Instrumente. Ebenfalls waren seine Instrumente begehrte Objekte auf dem Kontinent, vornehmlich in Frankreich. Obwohl Christopher Ganer nicht die gleiche Bekanntheit wie einige seiner Zeitgenossen erlangte, hinterließ er dennoch ein bedeutendes Erbe in der Welt des Klavierbaus. Seine wenigen erhaltenen Instrumente sind heute begehrte Sammlerstücke und werden von Musikern und Liebhabern auf der ganzen Welt geschätzt.

Christopher Ganer, London ca. 1785 - Eric Feller Collection (2)

Christopher Ganer, London ca. 1785 – Eric Feller Collection

 

Der Korpus des zierlichen und eleganten Instrumentes ist aus massivem Mahagoni und reich mit eingelegten Zierbändern verziert (ebenfalls die Deckelinnenseite). Es liegt auf dem originalen trestle-stand auf. Die Untertasten sind mit Elfenbein und die Obertasten mit Ebenholz belegt. Je zwei kleine Ziereinkerbungen sind jeweils am Übergang der Untertasten zu den Obertasten aufgebracht, die mit Eisengallustinte eingefärbt wurde. Dieses Detail ist als Verzierungselement bei Tasten von Cembali sehr gebräuchlich gewesen und findet sich hier als dekoratives Überbleibsel. Es findet sich hauptsächlich nur bei sehr frühen Instrumenten.

Im Inneren befinden sich auf der linken Seite zwei Registerzüge für die Dämpfungsaufhebung und Laute. Die Hämmerchen sind mit Leder bezogen und das Instrument ist zweichörig besaitet. Bei der Mechanik handelt es sich um die englische single action nach Zumpe.

Christopher Ganer, London ca. 1785 - Eric Feller Collection (3)

Christopher Ganer, London ca. 1785 – Eric Feller Collection (Signatur)

 

Das Vorsatzbrett ist mit Blumen und Girlanden bemalt und trägt in einer ovalen Kartusche die Signatur:

„C. Ganer

Grand and Small Forte Piano Manufacturer

Broad Street, Golden Square

London“

Auf dem Resonanzboden befindet sich handschriftlich die Nummer 1070. Ob es sich dabei um die Seriennummer handelt konnte bisher noch nicht sicher geklärt werden, da Ganer für gewöhnlich seine Instrumente nicht mit einer Seriennummer signierte. Das Tafelklavier stammt aus Birtles Hall in Cheshire und wurde 1994 bei Sotheby’s verkauft (Katalognummer 137).

Christopher Ganer, London ca. 1785 - Eric Feller Collection (4)

Christopher Ganer, London ca. 1785 – Eric Feller Collection (Seriennummer (?) auf dem Resonanzboden)

 

 

Christopher Ganer wurde um 1750 in Leipzig geboren. Wie viele Instrumentenbauer verließ er den Kontinent und ist ab 1774 in England als Cembalo- und Klavierbauer (ebenso auch als Harfenbauer ab ca. Mitte der 1780er Jahre) nachweisbar. Zu dieser Zeit befand sich seine Werkstatt in der Broad Street 22, Golden Square, später dann in der Broad Street No. 47.

1774 heiratete er Lydia Willey und hatte vier Töchter und einen Sohn, der jedoch im Kindesalter starb.

Besonders bei den Instrumenten von Christopher Ganer ist, dass er neben den typischen „trestle-stands“ auch die ab 1777/78 in Mode kommenden „French-stands“ baute. Ein solches Instrument mit „French stand“ befindet sich ebenfalls in der Eric Feller Collection. Seine Fähigkeiten als ausgezeichneter Möbelschreiner ließen ihn besonders elegante und mit ausgesuchten Intarsien verzierte Instrumente bauen. Alle seine Instrumente sind individuell gestaltet und keines gleicht dem anderen. Bis ca. 1784 datierte Ganer seine Instrumente immer mit der lateinischen Aufschrift „Christopher Ganer Londini Fecit“.

Laut Literatur starb er 1811 (in einigen Quellen auch 1818).

 

 

Weitere erhaltene Instrumente von Christopher Ganer:

 

Christopher Ganer, London ca. 1785 - Eric Feller Collection (5)

Christopher Ganer, London ca. 1785 – Eric Feller Collection (Stimmanhang mit Auskerbung im Korpus)

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J. G. Irmler 1924 https://www.ericfeller.de/instrumente/j-g-irmler-1924/ Tue, 26 Mar 2024 20:47:39 +0000 https://www.ericfeller.de/?post_type=instrumente&p=989 Die 1920er Jahre, auch bekannt als die „Goldenen Zwanziger„, waren eine Zeit des Umbruchs und der kulturellen Revolution, die sich in vielen Teilen der Welt abspielte. Diese Dekade war geprägt von tiefgreifenden Veränderungen in Politik, Gesellschaft, Wirtschaft und Kultur, die einen starken Einfluss auf das Leben der Menschen hatten. Nach dem Ende des Ersten Weltkriegs […]

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Die 1920er Jahre, auch bekannt als die „Goldenen Zwanziger„, waren eine Zeit des Umbruchs und der kulturellen Revolution, die sich in vielen Teilen der Welt abspielte. Diese Dekade war geprägt von tiefgreifenden Veränderungen in Politik, Gesellschaft, Wirtschaft und Kultur, die einen starken Einfluss auf das Leben der Menschen hatten. Nach dem Ende des Ersten Weltkriegs erlebten viele Länder einen wirtschaftlichen Aufschwung, der zu einem erhöhten Lebensstandard und einem Gefühl des Optimismus führte. In den Städten florierte eine neue urbane Kultur, geprägt von Jazzmusik, Tanz, Literatur, Mode und Kunst. Die Stilrichtung des Art Déco erlebte in den 1920er und 1930er Jahren ihre Blütezeit. Dieser elegante und avantgardistische Stil wurde durch eine Mischung aus verschiedenen kulturellen Einflüssen, darunter Ägypten, Persien, und die Moderne, geprägt. Das Art Déco zeichnet sich durch geometrische Formen, klare Linien, symmetrische Muster und eine Fülle von dekorativen Elementen aus. Diese Stilrichtung wurde in verschiedenen Bereichen wie Architektur, Innendesign, Mode, Schmuck, Möbel und Instrumentenbau angewendet. Musikinstrumente des Art Déco-Stils zeichnen sich ebenfalls durch ihre elegante und oft luxuriöse Gestaltung aus. Sie wurden oft mit geometrischen Mustern, dekorativen Schnitzereien, edlen Hölzern und glänzenden Oberflächen verziert, die typisch für den Art-Déco-Stil waren. Diesem Trend schloss sich ebenfalls die Klaviermanufaktur J. G. Irmler an. Das hier vorgestellte Instrument besticht durch eine elegante Form in hellem Holz und das geometrisch verzierte Notenpult. Der Flügel wurde 1924 in Leipzig gebaut. Der Korpus steht auf 3 Beinen, die sich nach unten verjüngen. Die Tastatur ist aus Elfenbein und Ebenholz gearbeitet und auf dem Vorsatzbrett befindet sich die Signatur:

„J. G. Irmler

Leipzig“

Die Hämmer des Flügels sind mit Filz bezogen, 3 chöriger Saitenbezug (im Bass zweichörig) und Einzeldämpfung. Das Instrument ist kreuzsaitig über einen Stahlrahmen bespannt und verfügt über zwei Pedale für die Dämpfungsaufhebung und Verschiebung. Der Klaviaturumfang beträgt 7 ¼ Oktaven, AAA – c5.  Auf dem Resonanzboden befindet sich die Seriennummer 24883.

Der Flügel besticht durch seinen warmen Klang und die exzellente Verarbeitung.

Das Instrument ist derzeit als Dauerleihgabe im Alten Pastorat in Stellau/Wrist zu sehen.

Art Déco Flügel J. G. Irmler, Leipzig 1924 (2) - Eric Feller Collection

Art Déco Flügel J. G. Irmler, Leipzig 1924 (2) – Eric Feller Collection

 

 

Johann Christian Gottlieb Irmler wurde am 11. Februar in Obergrumbach, in der Nähe von Dresden, geboren. Er lernte in seiner Jugend Klavier und Violine und galt als sehr musikalisch. Später erlernte er den Beruf des Tischlers und begab sich auf Wanderschaft durch Sachsen, Thüringen und Bayern. In Wien studierte er Klavierbau. Er ließ sich in Leipzig nieder und arbeitete einige Zeit für Breitkopf & Härtel. In Leipzig machte er sich danach selbständig und gründete mit 28 Jahren am 8. April 1818 seine eigene Klaviermanufaktur mit Sitz in den Räumlichkeiten der Barfußmühle. Die Instrumente Irmlers waren von sehr gutem Ruf und schnell expandierte die Firma aufgrund der wachsenden Nachfrage. 1828 zog die Firma in größere Räumlichkeiten in der Leplaystraße. Auch durch neue Erfindungen im Klavierbau tat sich die Firma hervor. So erhielt Johann Christian Irmler 1842 für eine neuartige Repetitionsmechanik vom König von Sachsen die Große Goldene Sächsische Königliche Staatsmedaille.

J. G. Irmler Pianoforte-Fabrik - Eckert & Pflug, Leipzig 1893

J. G. Irmler Pianoforte-Fabrik – Eckert & Pflug, Leipzig 1893

 

Am 10. Dezember 1857 starb Johann Christian Irmler und die Firma wurde von seinen Söhnen Otto (1820 – 1861) und Oswald (1835 – 1905) weitergeführt. 1861 wurde die Firma durch den Einsatz von Dampfmaschinen modernisiert. Durch den frühen Tod Ottos mit nur 41 Jahren, führte der damals erst 26-jährige Oswald die Firma bis zu seinem Tod alleine fort. Danach führte Oswalds Sohn die Firma weiter. Im 2. Weltkrieg wurde die Firma in der Leplaystraße und das Magazin in der Turnerstraße 1943 vollständig zerstört. Danach wurden bis in die 1950er Jahre Instrumente hergestellt.

Art Déco Flügel J. G. Irmler, Leipzig 1924 (3) - Eric Feller Collection

Art Déco Flügel J. G. Irmler, Leipzig 1924 (3) – Eric Feller Collection

 

 

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Heugel 2013 https://www.ericfeller.de/instrumente/heugel-2013/ Wed, 17 Jan 2024 21:26:29 +0000 https://www.ericfeller.de/?post_type=instrumente&p=982 Die Entstehung des Clavichords ist eng mit der Entwicklung der Musik und der Handwerkskunst verbunden und ging aus der Mechanisierung von Psalterium und Monochord hervor. Die Ursprünge dieses Instruments lassen sich bis ins 14. Jahrhundert verfolgen. Während des 15. Jahrhunderts erlebte das Instrument fortschreitende Veränderungen. Die Einführung mehrerer Saiten und die Verfeinerung der Mechanik führten […]

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Die Entstehung des Clavichords ist eng mit der Entwicklung der Musik und der Handwerkskunst verbunden und ging aus der Mechanisierung von Psalterium und Monochord hervor. Die Ursprünge dieses Instruments lassen sich bis ins 14. Jahrhundert verfolgen. Während des 15. Jahrhunderts erlebte das Instrument fortschreitende Veränderungen. Die Einführung mehrerer Saiten und die Verfeinerung der Mechanik führten zu einer erweiterten Klangpalette und ermöglichten dem Musiker, dynamischere Nuancen zu erzeugen. Diese Entwicklung trug dazu bei, Akkorde und komplexe Harmonien zu spielen.

Die Blütezeit des Clavichords lag im 17. und 18. Jahrhundert, insbesondere in Mitteleuropa. Die deutschen und skandinavischen Regionen wurden zu wichtigen Zentren für die Herstellung dieses Instruments. Instrumentenbauer, darunter namhafte Persönlichkeiten wie Gottfried Silbermann (1683 – 1753), Johann Adolph Hass (1713 – 1779) oder Christian Gottlob Hubert (1714 – 1793) trugen zur Perfektionierung des Clavichords bei, indem sie innovative Mechanismen und Bautechniken einführten.

Das Clavichord entwickelte sich weiter zu einem Instrument von großer Vielseitigkeit. Musiker wie Carl Philipp Emanuel Bach (1714 – 1788) und Wolfgang Amadeus Mozart (1756 – 1791) schätzten die expressive Natur des Clavichords, die es ermöglichte, feine emotionale Nuancen in der Musik zu vermitteln.

Clavichord Heugel, 2013 - Eric Feller Collection (2)

Clavichord Heugel, 2013 – Eric Feller Collection (Tastatur & Mechanik)

 

Dieses kleine tragbare Clavichord wurde 2013 nach Vorlagen von Originalinstrumenten aus dem 17. Jahrhundert aus einem Bausatz der Firma Heugel gefertigt. Der Korpus ist aus Eichenholz gebaut und das Instrument verfügt über keinerlei Beinen oder Gestell. Instrumente wie dieses hier werden einfach auf einen Tisch gestellt und dort gespielt. Durch das leichte Gewicht von nur 14 kg ist es ein ideales Reiseinstrument. Die Tastatur des Instrumentes ist aus Birnenbaum und Ebenholz gefertigt. Der Umfang beträgt 4 Oktaven plus 2 Töne (C – d3) und der Saitenbezug ist zweichörig und aus Messing. Das Clavichord ist ungebunden. Dies heißt, dass es für jede Taste ein Saitenpaar gibt.

Das Spielen mit sogenannten „Bebungen“ ist sehr gut möglich. Als einziges mechanisches Tasteninstrument hat das Clavichord die Möglichkeit der Tonbeeinflussung auch noch nach dem Anschlagen der Taste. Durch ein periodisches Ändern des Druckes auf die Taste entsteht ein dem Vibrato ähnlicher Effekt. Die Tangenten sind aus Messing gefertigt und der Resonanzboden wurde aus Fichte hergestellt.

Das Instrument zeichnet sich durch seinen singenden, zarten und lyrischen Klang aus.

Clavichord Heugel, 2013 - Eric Feller Collection (3)

Clavichord Heugel, 2013 – Eric Feller Collection (geschlossen)

 

 

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August Kulmbach 1828 – 1835 https://www.ericfeller.de/instrumente/august-kulmbach-1828-1835/ Wed, 03 Jan 2024 10:08:04 +0000 https://www.ericfeller.de/?post_type=instrumente&p=958 Im 19. Jahrhundert erlebte das Tafelklavier eine bemerkenswerte Verbreitung und Entwicklung. Diese Ära war geprägt von bedeutenden Veränderungen in der Musikinstrumentenbaukunst sowie einem wachsenden Interesse an musikalischer Kunst und Kultur. Das Fortepiano, das im 18. Jahrhundert als Nachfolger des Cembalos entstand, gewann im 19. Jahrhundert zunehmend an Beliebtheit. Es zeichnete sich durch seine dynamischen Möglichkeiten […]

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Im 19. Jahrhundert erlebte das Tafelklavier eine bemerkenswerte Verbreitung und Entwicklung. Diese Ära war geprägt von bedeutenden Veränderungen in der Musikinstrumentenbaukunst sowie einem wachsenden Interesse an musikalischer Kunst und Kultur. Das Fortepiano, das im 18. Jahrhundert als Nachfolger des Cembalos entstand, gewann im 19. Jahrhundert zunehmend an Beliebtheit. Es zeichnete sich durch seine dynamischen Möglichkeiten aus, die es den Musikern ermöglichten, Nuancen in der Lautstärke zu erzeugen. Dies war ein bedeutender Fortschritt im Vergleich zu seinen Vorgängern und trug zur Entstehung neuer musikalischer Stile bei. Der technologische Fortschritt im Klavierbau ermöglichte die Verbesserung der Klangqualität und die Einführung neuer Besonderheiten (Pedale, Klangveränderungen usw.).

Die wachsende bürgerliche Gesellschaft des 19. Jahrhunderts trug ebenfalls zur Popularität des Tafelklaviers bei. Musik wurde zu einem wichtigen Bestandteil des bürgerlichen Lebens, und das Klavier fand seinen Platz in vielen bürgerlichen Haushalten.

August Kulmbach, Heilbronn c. 1828 - 1830 - Eric Feller Collection (2)

August Kulmbach, Heilbronn c. 1828 – 1830 – Eric Feller Collection (Notenpult und Tastatur)

 

Das hier vorgestellte Tafelklavier stellt ein Zeugnis des deutschen Klavierbaus in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts dar. Das Instrument wurde zwischen 1828 – 1835 in Heilbronn von dem deutschen Klavierbauer August Kulmbach gefertigt. Der Korpus und die dazu passenden originalen Beinen sind aus Kirschbaum gefertigt und mit Schellack lackiert. Die Lyra ist mit Bronzeapplikationen verziert und schwarz lackiert. Jeweils an den Seiten der Tastatur sind zwei Kerzenhalten mit Bronzetüllen befestigt. Hinter der Dämpfung befindet sich ein Staubboden, der mit einer Schraube fixiert wird. Das Notenpult lässt sich aufklappen und hat eine Fächerform. Die einzelnen Holzelemente des Fächers sind mit einem gelben Band verbunden. Diese Art des Notenpultes ist typisch für die Instrumente von Kulmbach.

August Kulmbach, Heilbronn c. 1828 - 1830 - Eric Feller Collection (3)

August Kulmbach, Heilbronn c. 1828 – 1830 – Eric Feller Collection (Signatur)

 

Auf dem Vorsatzbrett befindet sich eine Kartusche aus Intarsien mit der Aufschrift:

„Aug. Kulmbach

in Heilbronn A/N“

Das Tafelklavier verfügt über einen Umfang von 6 Oktaven plus 2 Tasten (FF – g4) und hat eine Wiener Mechanik mit belederten Hämmern. Die Tasten sind mit Knochenplättchen belegt. Weiterhin verfügt das Instrument über 3 Pedale (Dämpfungsaufhebung, Moderato, Fagott). Es wurde in der Vergangenheit zwei Mal restauriert, wie ein eingeklebter Papierzettel im Inneren des Instrumentes zeigt (1980, 1990). Auf dem Korpusboden, unter der Mechanik, befindet sich handschriftlich die Seriennummer 200. Das Instrument befindet sich in spielbarem Zustand und überzeugt durch seine große Klangfülle und Leichtgängigkeit der Tastatur, die es zu einem perfekten Instrument der Klassik und frühen Romantik macht.

August Kulmbach, Heilbronn c. 1828 - 1830 - Eric Feller Collection (7)

August Kulmbach, Heilbronn c. 1828 – 1830 – Eric Feller Collection (Dämpfer und Staubboden)

 

Das Tafelklavier wurde im Dezember 2023 über die Stadt Hilchenbach vermittelt, der ich an dieser Stelle herzlich danken möchte!

Wilhelm Kulmbach Anzeige - Regensburger Tageblatt No. 20, 1859

Wilhelm Kulmbach Anzeige – Regensburger Tageblatt No. 20, 1859

 

(Friedrich) August Kulmbach wurde 1803 geboren und entstammt einer Instrumentenbauerfamilie, die ab 1818 durch seinen Bruder (Martin Friedrich) Ludwig Kulmbach (1790 – 1855) begründet wurde. Ludwig Kulmbach wohnte in der Schelengasse 256 und unterhielt seine Werkstatt hinter der Nicolaikirche. Sein Bruder August Kulmbach arbeitete seit den ersten Jahren des Bestehens der Firma mit ihm zusammen. Gegen 1826/27 machte sich August Kulmbach selbständig und fertigte eigene Instrumente an. Gegen Mitte des Jahrhunderts übernahm Ludwigs Sohn Wilhelm Kulmbach (1833 – 1879) die Leitung der Kulmbacher Fabrik des Bruders. Wie lange August Kulmbach Instrumente produzierte ist bisher nicht bekannt. Er starb 1856.

 

 

Weitere erhaltene Instrumente von August Kulmbach:

 

August Kulmbach, Heilbronn c. 1828 - 1830 - Eric Feller Collection (9)

August Kulmbach, Heilbronn c. 1828 – 1830 – Eric Feller Collection (Tastatur)

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Johannes Morley 1970 https://www.ericfeller.de/instrumente/johannes-morley-1970/ Thu, 28 Dec 2023 18:04:09 +0000 https://www.ericfeller.de/?post_type=instrumente&p=948 Im Verlauf des 20. Jahrhunderts erlebte das Cembalo eine interessante Renaissance und Neubewertung. Obwohl das Cembalo in der Barockzeit seine Blütezeit hatte und dann durch das aufkommende Klavier in den Hintergrund geriet, fanden einige Komponisten und Interpreten im 20. Jahrhundert wieder Gefallen an diesem Instrumententypus. Die Wiederentdeckung des Cembalos im 20. Jahrhundert war Teil einer […]

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Im Verlauf des 20. Jahrhunderts erlebte das Cembalo eine interessante Renaissance und Neubewertung. Obwohl das Cembalo in der Barockzeit seine Blütezeit hatte und dann durch das aufkommende Klavier in den Hintergrund geriet, fanden einige Komponisten und Interpreten im 20. Jahrhundert wieder Gefallen an diesem Instrumententypus. Die Wiederentdeckung des Cembalos im 20. Jahrhundert war Teil einer breiteren Bewegung, die sich gegen die Standardisierung und Homogenisierung in der Musik aussprach. Künstler und Komponisten suchten nach neuen Klängen und Ausdrucksmöglichkeiten, und das Cembalo bot mit seiner einzigartigen Klangcharakteristik eine alternative Perspektive. Es wurde nicht nur als Soloinstrument, sondern auch in Ensembles und als Begleitinstrument in der zeitgenössischen Musik eingesetzt. Namhafte Komponisten wie Igor Strawinsky (1882 – 1971), Francis Poulenc (1899 – 1963) und Béla Bartók (1881 – 1945) integrierten das Cembalo in ihre Werke und trugen dazu bei, das Instrument in der zeitgenössischen Musikszene zu etablieren. Diese Wiederbelebung des Cembalos im 20. Jahrhundert trug dazu bei, die Vielseitigkeit und den einzigartigen klanglichen Reichtum dieses historischen Instrumententyps zu schätzen und zu bewahren.

Cembalo Johannes Morley, London 1970 - Eric Feller Collection (5)

Cembalo Johannes Morley, London 1970 – Eric Feller Collection (Tastatur)

 

Das hier vorgestellte Instrument stammt aus der Werkstatt von John Morley und wurde 1970 in London gebaut. Der Korpus ist aus Nussbaum und hat eine abgerundete Flügelform mit einem nach unten geöffnetem Resonanzboden. Das Instrument steht auf 4 Beinen und verfügt über 2 Springerreihen mit Kunststoffspringern, Delrinbekielung und hat einen Umfang von 5 Oktaven (GG – g3).

Das Vorsatzbrett trägt die Aufschrift:

„Johannes Morley Londini Fecit“

Cembalo Johannes Morley, London 1970 - Eric Feller Collection (4)

Cembalo Johannes Morley, London 1970 – Eric Feller Collection (Vorsatzbrett)

 

Weiterhin verfügt das Cembalo über 2 Register (8‘, 4‘), die über zwei Pedale zu schalten sind und einen Lautenzug für das 8‘ – Register, der über ein Handregister geschaltet werden kann. Auf der linken Seite des Stimmstockes befindet sich die Seriennummer 2135. Ebenfalls findet sich auf dem Resonanzboden die Signatur „John Morley London“.

Cembalo Johannes Morley, London 1970 - Eric Feller Collection (3)

Cembalo Johannes Morley, London 1970 – Eric Feller Collection (Seriennummer)

 

Das Instrument befindet sich in perfektem und spielbarem Zustand. Der Klang ist sehr voluminös, tragfähig und vielschichtig.

 

Die Firma Morley kann auf eine lange Tradition zurückblicken. Einen Überblick über die Geschichte der Firma finden Sie auf deren Webseite (klicken Sie hier).

Cembalo Johannes Morley, London 1970 - Eric Feller Collection (2)

Cembalo Johannes Morley, London 1970 – Eric Feller Collection (Resonanzboden)

 

 

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Anonymus 1716 https://www.ericfeller.de/instrumente/anonymus-1716/ Tue, 26 Dec 2023 15:02:12 +0000 https://www.ericfeller.de/?post_type=instrumente&p=942 Die Iberische Halbinsel, reich an kultureller Vielfalt und musikalischer Tradition, hat im Laufe der Jahrhunderte eine einzigartige Klanglandschaft hervorgebracht. Unter den zahlreichen musikalischen Schätzen dieser Region ragt das Cembalo als ein seltenes und faszinierendes Instrument heraus. Die Geschichte der Cembali auf der Iberischen Halbinsel reicht bis in die Renaissance zurück. Mit dem Einfluss der königlichen […]

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Die Iberische Halbinsel, reich an kultureller Vielfalt und musikalischer Tradition, hat im Laufe der Jahrhunderte eine einzigartige Klanglandschaft hervorgebracht. Unter den zahlreichen musikalischen Schätzen dieser Region ragt das Cembalo als ein seltenes und faszinierendes Instrument heraus. Die Geschichte der Cembali auf der Iberischen Halbinsel reicht bis in die Renaissance zurück. Mit dem Einfluss der königlichen Höfe und der kulturellen Blütezeit erlebte das Cembalo eine rasche Verbreitung von Italien aus. Die kunstvollen Intarsien und Schnitzereien auf den Cembali zeugen von der Handwerkskunst und dem künstlerischen Geschick der Instrumentenbauer. Die iberischen Cembali dieser Ära zeichneten sich durch ihre kunstvollen Verzierungen, detailreichen Schnitzereien und ihrem hervorragenden Klang aus. Wenige Instrumente sind erhalten und noch weniger wurden anhand der Originale kopiert.

Cembali aus der Gegend der Iberischen Halbinsel sind bis heute rar. Die Forschung konzentrierte sich bisher größtenteils auf italienische, französische oder englische Cembali, nicht zuletzt auch wegen der größeren Anzahl der erhaltenen Instrumente aus diesen Regionen.

Cembalo Anonymus Fr. Ant. L. Fec., Spanien 1716 - Eric Feller Collection (1)

Cembalo Anonymus Fr. Ant. L. Fec., 1716 – Eric Feller Collection (1)

 

Dieses einmanualige Cembalo eines unbekannten Erbauers besticht durch seinen exzellenten Klang und die Bemalung des Korpus und Gestells. Das zierliche Instrument liegt auf dem reich verzierten, zweiteiligen Gestell auf und hat eine Länge von 195 cm. Im Inneren befinden sich drei Springerreihen. Die Springer sind aus Birnenholz und mit Delrin bekielt. Weiterhin verfügt es über 3 Register (8’, 8’, 8’ nasal). Der Klaviaturumfang beträgt nur 4 Oktaven (C/E – c3) mit kurzer Oktave. Auf dem Vorsatzbrett befindet sich in 3 verzierten Rahmen die Signatur:

„Fr. Ant. L. Fec. ⁄ Gloria Deo ⁄ Año D. 1716”

Cembalo Anonymus Fr. Ant. L. Fec., Spanien 1716 - Eric Feller Collection (4)

Cembalo Anonymus Fr. Ant. L. Fec., 1716 – Eric Feller Collection (2)

 

Die Tastatur ist aus Birnenholz und Buchsbaum gefertigt und an den Tastenfronten reich verziert. Der Resonanzboden ist aus Fichtenholz gefertigt.

Cembalo Anonymus Fr. Ant. L. Fec., Spanien 1716 - Eric Feller Collection (5)

Cembalo Anonymus Fr. Ant. L. Fec., 1716 – Eric Feller Collection (3)

 

Bisher konnte das Instrument noch keinem Erbauer zugeordnet werden. Weitere Forschungen zu dem Instrument laufen aktuell. Das Cembalo gehörte vormals zur Sammlung von Richard Burnett, Finchcocks und wurde 2017 erworben. Es wurde schonend restauriert und befindet sich in einem voll spielbaren Zustand. Der Klang ist sehr obertonreich und stellt ein seltenes Zeugnis der Instrumente der Iberischen Halbinsel dar.

Cembalo Anonymus Fr. Ant. L. Fec., Spanien 1716 - Eric Feller Collection (2)

Cembalo Anonymus Fr. Ant. L. Fec., 1716 – Eric Feller Collection (4)

 

 

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Neupert 1949 https://www.ericfeller.de/instrumente/neupert-1949/ Tue, 26 Dec 2023 14:35:51 +0000 https://www.ericfeller.de/?post_type=instrumente&p=936 Die Entwicklung des Cembalos im 20. Jahrhundert war geprägt von einem wiedererwachten Interesse an historischen Instrumenten und ihrer Musik. Das Cembalo erlebte im 20. Jahrhundert eine Renaissance, nachdem es im 19. Jahrhundert zugunsten des modernen Klaviers in den Hintergrund gerückt war. In den frühen Jahren des 20. Jahrhunderts begannen Musiker und Instrumentenbauer, sich für die […]

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Die Entwicklung des Cembalos im 20. Jahrhundert war geprägt von einem wiedererwachten Interesse an historischen Instrumenten und ihrer Musik. Das Cembalo erlebte im 20. Jahrhundert eine Renaissance, nachdem es im 19. Jahrhundert zugunsten des modernen Klaviers in den Hintergrund gerückt war. In den frühen Jahren des 20. Jahrhunderts begannen Musiker und Instrumentenbauer, sich für die authentische Aufführungspraxis alter Musik zu interessieren. Historische Aufführungspraktiken wurden zu einem wichtigen Thema, und Musiker strebten danach, die Musik so aufzuführen, wie sie in der Zeit ihrer Entstehung gedacht war. Das führte zu einem gesteigerten Interesse am Cembalo.

Cembalo Neupert, Bamberg 1949 - Eric Feller Collection (6)

Cembalo Neupert, Bamberg 1949 – Eric Feller Collection (Resonanzboden mit Saiten und Notenpult)

 

Das hier beschriebene Cembalo stammt aus dem Jahr 1949 und wurde von Neupert in Bamberg gefertigt. Es ist perfekt erhalten und in allen Teilen original und spielbar. Der Korpus ist aus dunklem Nussbaum und hat eine eckige Flügelform mit einem nach unten offenen Korpusboden und steht auf 3 verzierten Beinen. Die Deckelinnenseite ist mit hellem Holz furniert. Das Cembalo ist in Rastenbauweise gefertigt und verfügt über 1 Manual mit 2 Springerreihen (sogenannten „Troho-Springer“ – Trolon-Kunststoff-Holz-Springer), die aus einem Holzkern bestehen und an den Seiten mit Kunststoff gerahmt sind. Die Kiele sind aus Leder, zwei Register (8’ und 4’) sowie einem Lautenzug für das 8’ – Register, der geteilt ist.  Der Umfang beträgt 4 ½ Oktaven (CC – f3). Die Tastatur ist mit Kunststoffbelägen garniert und im Resonanzboden befindet sich eine Rosette. Die Vorsatzklappe ist leicht abgeschrägt.

Cembalo Neupert, Bamberg 1949 - Eric Feller Collection (Vorsatzbrett)

Cembalo Neupert, Bamberg 1949 – Eric Feller Collection (Vorsatzbrett mit geteilten Registerzügen für den Lautenzug)

 

Auf dem Vorsatzbrett befindet sich mittig die Signatur:

„Neupert Bamberg“

Die Seriennummer lautet 17584 und ist rechts auf dem Stimmstock eingeschlagen.

Cembalo Neupert, Bamberg 1949 - Eric Feller Collection (5)

Cembalo Neupert, Bamberg 1949 – Eric Feller Collection (Seriennummer auf dem Stimmstock)

 

Der Klang des Instrumentes ist sehr klar und durchdringend. Allerdings muss hier deutlich gesagt werden, dass der Klang mit einem historischen Cembalo nicht vergleichbar ist, handelt es sich durch seine Konstruktion um ein völlig neues Instrument, dass mit den alten Cembali lediglich die Klangerzeugung gemeinsam hat. Im Vergleich zu baugleichen Instrumenten aus den 1960er und 1970er Jahren überzeugt der Klang jedoch um ein Vielfaches.

Cembalo Neupert, Bamberg 1949 - Eric Feller Collection (3)

Cembalo Neupert, Bamberg 1949 – Eric Feller Collection (Tastatur)

 

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Virginal Alec Hodsdon 1961 https://www.ericfeller.de/instrumente/virginal-alec-hodsdon-1961/ Wed, 19 Apr 2023 09:47:22 +0000 https://www.ericfeller.de/?post_type=instrumente&p=922 Das Virginal ist ein Tasteninstrument, das im 16. und 17. Jahrhundert in Europa weit verbreitet war. Es gehört zur Familie der Kielinstrumente und ist mit dem Spinett und dem Cembalo eng verwandt. Das Virginal hat einen klaren, perkussiven Klang und war vor allem in der Renaissance- und Barockmusik beliebt. Der Ursprung des Virginals ist nicht […]

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Das Virginal ist ein Tasteninstrument, das im 16. und 17. Jahrhundert in Europa weit verbreitet war. Es gehört zur Familie der Kielinstrumente und ist mit dem Spinett und dem Cembalo eng verwandt. Das Virginal hat einen klaren, perkussiven Klang und war vor allem in der Renaissance- und Barockmusik beliebt. Der Ursprung des Virginals ist nicht genau bekannt, aber es wird angenommen, dass es im frühen 16. Jahrhundert in Italien entstand. Der Name „Virginal“ kommt vom lateinischen Wort „virgo„, was „jungfräulich“ bedeutet. Dies bezieht sich auf den ursprünglichen Verwendungszweck des Instruments als Begleitung von Kirchenliedern, die angeblich von Jungfrauen gesungen wurden. Das Virginal wurde im Laufe des 16. Jahrhunderts immer beliebter und verbreitete sich in ganz Europa. Im 17. Jahrhundert wurde es von anderen Tasteninstrumenten, besonders vom Cembalo, verdrängt, blieb aber bis zum Ende des Jahrhunderts ein beliebtes Instrument. Das Virginal war ein wichtiger Bestandteil der Renaissance- und Barockmusik und wurde von vielen bekannten Komponisten wie William Byrd (1543 – 1623), John Bull (1562 – 1628) und Orlando Gibbons (1583 – 1625) verwendet. Ebenso wurde das Instrument auch als Begleitung von Gesang und in Kombination mit anderen Instrumenten eingesetzt. Neben dem musikalischen Aspekt war das Virginal auch oft ein Statussymbol wohlhabender Familien, da die Instrumente oft aufwändig verziert wurden.

Virginal Alec Hodsdon, Lavenham 1961 - Eric Feller Collection (2)

Virginal Alec Hodsdon, Lavenham 1961 – Eric Feller Collection (2)

 

Das hier vorgestellte Virginal stammt von Alec Hodsdon und wurde 1961 in Lavenham/England gebaut. Der Korpus ist aus Nussbaum und umlaufenden mit Bandintrasien verziert (ebenfalls die Deckelinnenseite). Das Virginal steht auf einem trestle-stand. Das Vorsatzbrett trägt in einer intarsierten Kartusche die Signatur:

„Alec Hodsdon Lavenham Suffolk fecit anno 1961”

Der Resonanzboden ist aus Fichtenholz und hat zwei Stege. Das Instrument verfügt über eine Springerreihe mit Holzspringer und einer Delrinbekielung. Die Tastatur ist hervorspringend und die Tastenbeläge sind aus Ebenholz und Bergahorn gefertigt. Im Resonanzboden befindet sich eine kunstvoll verzierte Rosette.

Virginal Alec Hodsdon, Lavenham 1961 - Eric Feller Collection (3)

Virginal Alec Hodsdon, Lavenham 1961 – Eric Feller Collection (3)

 

Der Klang ist sehr obertonreich und es hat eine Vielfalt an Klangfarben. Diese Klangfarben entstehen aufgrund der Bauweise, da das Instrument über zwei klingende Stege, die auf dem Resonanzboden aufliegen, verfügt.

Virginal Alec Hodsdon, Lavenham 1961 - Eric Feller Collection (5)

Virginal Alec Hodsdon, Lavenham 1961 – Eric Feller Collection (5)

 

Über Alec Hodsdon ist leider bisher nur wenig bekannt. Er wurde im Jahr 1900 in Sidcup, Kent geboren und studierte Chemie. Im Jahr 1916 machte er in Brighton die Bekanntschaft mit Margaret Fletcher, der Nichte von Major George Henry Benton Fletcher (1866 – 1944), der für seine Sammlung historischer Instrumente bekannt wurde (diese wird im Fenton House vom National Trust in Hampstead ausgestellt und kann dort besichtigt werden).  Margaret und Alec heirateten und bezogen ein altes Fachwerkhaus in Lavenham in Suffolk. Aufgrund der guten finanziellen Situation durch die Heirat mit Margaret Fletcher, die aus wohlhabendem Hause kam, beendete Alec Hodsdon seine Arbeit als Chemiker. Zu seinen beliebtesten Hobbies gehörten dampfgetriebene Autos und Modelleisenbahnen. Durch eigenes Interesse (aber besonders durch den musikalischen Hintergrund seiner Frau) begann er historische Tasteninstrumente zu bauen und eröffnete eine Werkstatt.

Anzeige von Alec Hodson in The Musical Times 1944

Anzeige von Alec Hodsdon in The Musical Times 1944

 

In seiner Anfangszeit war Hodsdon sehr experimentell ausgerichtet und produzierte eine breite Palette von Instrumenten aller Art, darunter eine Reihe hochkomplexer Cembali und weiterer historischer Instrumente. Teilweise verfügten seine Cembali über Metallkonstruktionen, um eine bessere Stimmhaltung garantieren zu können. Er folgte dabei jedoch nicht dem kontinentalen Trend und baute vermehrt Instrumente mit 16‘-Register (in Anlehnung an das sogenannte „Bach-Cembalo“, welches meist als Vorlage bei Neubauten zu Beginn des 20. Jahrhunderts galt), wie es beispielsweise sein Kollege Arnold Dolmetsch (1858 – 1940) tat. Durch den Bezug seiner Frau und dem Zugang zu historischen Originalinstrumenten in der Fletcher Collection, orientierte sich Hodsdon später an Originalinstrumenten. In seiner Werkstatt arbeitete er zusammen mit Fred Sykes und weiteren Beschäftigten. Fred Sykes kam aus dem nahegelegenen Sudbury und war als Möbelbauer tätig, nachdem seine frühere Firma Konkurs angemeldet hatte und er seinen Job als Harmoniumbauer aufgeben musste. Neben dem Neubau von Instrumenten wurden in der Werkstatt von Hodsdon auch historische Instrumente restauriert.

Anzeige von Alec Hodsdon in The Musical Times 1947

Anzeige von Alec Hodsdon in The Musical Times 1947

 

Oft stellten sich bei seinen Clavichorden und Cembali strukturelle Mängel heraus. Seine Virginale hingegen zeichneten sich durch eine solide Arbeit und einen besonders schönen Klang aus und avancierten schnell zu beliebten Instrumenten bei Musikern und zeitgenössischen Komponisten. Als einer der ersten Bauer von historischen Tasteninstrumenten in England ist Hodsdon von großer Bedeutung. Durch ihn wurde die Wiederbelebung des Baus historischer Tasteninstrumente und die historische Aufführungspraxis in Großbritannien nachhaltig beeinflusst.

Alec Hodsdon zog sich in den späten 1960er Jahren aus seinem Geschäft zurückzog während Fred Sykes noch weitere Instrumente unter dem Namen „Hodsdon“ produzierte. Dies stellte er dann auch bald ein und baute Instrumente unter seinem eigenen Namen.

Alec Hodsdon starb in Lavenham am 11. Dezember 1986.

 

 

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Walther Ebeloe 1939 https://www.ericfeller.de/instrumente/walther-ebeloe-1939/ Tue, 28 Feb 2023 20:40:27 +0000 https://www.ericfeller.de/?post_type=instrumente&p=875 Im 20. Jahrhundert erlebte das Cembalo eine Renaissance. Vornehmlich in den 1920er Jahren begannen einige Musiker und Musikwissenschaftler das Cembalo wiederzuentdecken – galt es doch zuvor im späten 19. Jahrhundert lange als veraltet und unmodern. Man erkannte, dass das Cembalo ein einzigartiges Klangspektrum hat, das sich von dem des Klaviers unterscheidet. Ein wichtiger Pionier in […]

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Im 20. Jahrhundert erlebte das Cembalo eine Renaissance. Vornehmlich in den 1920er Jahren begannen einige Musiker und Musikwissenschaftler das Cembalo wiederzuentdecken – galt es doch zuvor im späten 19. Jahrhundert lange als veraltet und unmodern. Man erkannte, dass das Cembalo ein einzigartiges Klangspektrum hat, das sich von dem des Klaviers unterscheidet.

Ein wichtiger Pionier in dieser Bewegung war die Cembalistin Wanda Landowska (1879 – 1959), die in den 1920er Jahren begann, auf dem Cembalo zu spielen und es auf Konzertbühnen wieder populär zu machen.

Wanda Landowska 1937

Wanda Landowska 1937

 

Da es damals nur eine begrenzte Anzahl spielbarer historischer Instrumente gab, wuchs die Nachfrage nach neuen Instrumenten und viele Instrumentenbauer beschäftigten sich mit dem wiederentdeckten Cembalo.

Der ersten Instrumentenbauer in Hamburg war Walther Ebeloe. Er fertigte die ersten Cembali im 20. Jahrhundert in Hamburg. Da das Cembalo zum damaligen Zeitpunkt kaum ein großer Forschungsgegenstand war, gab es nur wenig Literatur und viele Instrumentenbauer bedienten sich des modernen Klavierbaus und konstruierten so neue Instrumente, die eine Art Hybrid darstellen: die Klangerzeugung des Cembalos mit Springern und Kielen in Kombination mit den Erfahrungen und Neuerungen des modernen Klavierbaus, sowie mit modernen Materialien. Teils auch motiviert, ein zuverlässiges und vielleicht auch „verbessertes“ Instrument zu bauen entstanden Instrumente, die klanglich mit einem historischen Instrument wenig gemeinsam haben, jedoch musikgeschichtlich einen wichtigen Platz in der Wegbereitung zur heutigen historischen Aufführungspraxis einnehmen.

Cembalo Walther Ebeloe, Hamburg 1939 - Eric Feller Collection (2)

Cembalo Walther Ebeloe, Hamburg 1939 – Eric Feller Collection (2)

 

Das hier beschriebene Cembalo wurde am 22. Dezember 1939 von Walther Ebeloe in Hamburg fertiggestellt. Es ist perfekt erhalten und befindet sich in einem spielbaren Zustand.

Der Korpus ist aus Nussbaum mit einer Schelllackpolitur und hat eine geschwungene Flügelform mit einem nach unten offenen Korpusboden und steht auf 3 Beinen. Von der äußeren Erscheinungsform wirkt das Instrument wie ein moderner, kleiner Flügel. Es verfügt über 2 Manuale mit 3 Register (8‘, 8‘, 4‘), Lautenzug und Manualkoppel. Die Register lassen sich mittels Handregisterzügen links und rechts betätigen. Unter dem Instrument befindet sich ein Kniehebel, der die Manualkoppel betätigt. Die Kiele waren ursprünglich aus Leder und wurde auf Delrin umgestellt. Der Umfang beträgt 5 Oktaven (FF – f3). Die Untertasten sind mit Kunststoffbelägen garniert und die Obertasten aus Elfenbein.

Cembalo Walther Ebeloe, Hamburg 1939 - Eric Feller Collection (4)

Cembalo Walther Ebeloe, Hamburg 1939 – Eric Feller Collection (4)

 

Auf dem Vorsatzbrett befindet sich mittig in Intarsien gearbeitet die Signatur:

„W. Ebeloe

Hamburg“

Die Seriennummer lautet A232 und ist auf der ersten Taste des oberen Manuals eingestanzt. Ebenfalls findet sich dort auch das Fertigungsdatum mit „22 DEZ. 1939“.

Cembalo Walther Ebeloe, Hamburg 1939 - Eric Feller Collection (7)

Cembalo Walther Ebeloe, Hamburg 1939 – Eric Feller Collection (7)

 

Das gesamte Instrument zeigt in vielen Details eine Konstruktion und einen Aufbau, der vom modernen Klavierbau stammt (Berippung des Resonanzbodens, Klaviaturaufbau, Anordnung des Steges, Gehäuseverarbeitung…). Da Ebeloe wahrscheinlich nur wenige Konstruktionszeichnungen historischer Cembali zur Verfügung standen, entwickelte er eine eigenständige Mechanik, in der er Teile einer modernen Klaviermechanik für die Bedürfnisse der Klangerzeugung des Cembalos angepasst hat. Entstanden ist ein Hybrid-Instrument mit einem außergewöhnlichen Klang, der sich deutlich von den Instrumenten anderer Instrumentenbauer der Zeit abhebt und eher an die Instrumente der französischen Firma Pleyel angelehnt ist.

Cembalo Walther Ebeloe, Hamburg 1939 - Eric Feller Collection (8)

Cembalo Walther Ebeloe, Hamburg 1939 – Eric Feller Collection (8)

 

Der Klang des Instrumentes ist sehr stark, jedoch im Bass aufgrund der Länge des Korpus etwas zurückhaltend.

Cembalo Walther Ebeloe, Hamburg 1939 - Eric Feller Collection (5)

Cembalo Walther Ebeloe, Hamburg 1939 – Eric Feller Collection (5)

 

Walther Ebeloe wurde 1896 geboren und eröffnete 1923 seine Werkstatt in Hamburg, wo er als erster modernen Klavier- und Cembalobauer tätig war. Im zweiten Weltkrieg wurde seine Werkstatt durch die Bombenangriffe vollständig zerstört und ein Neuanfang gelang in den späten 1940er Jahren nur sehr schwer. Durch Materialknappheit konnte er seine Werkstatt nur sehr zögerlich wiederaufbauen und sich als Instrumentenbauer behaupten. Er arbeitete vornehmlich als Klavierstimmer. In den 1950er Jahren ging Ebeloe eine berufliche Partnerschaft mit Wolfgang Wegener (1918 – 1984) in Braunschweig ein. Beide waren durch anthroposophische Ideen beeinflusst und ließen diese auch in ihre Arbeit einfließen. Ebeloe verkaufte sein letztes gebautes Cembalo dem Komponisten, Pianisten und Cembalisten Yngve Jan Trede (1933 – 2010) für 12.000 DM.

Walther Ebeloe starb 1982.

Cembalo Walther Ebeloe, Hamburg 1939 - Eric Feller Collection (6)

Cembalo Walther Ebeloe, Hamburg 1939 – Eric Feller Collection (6)

 

Quellen:

  • Hilda Jonas: Harpsichord Festival Scheduled. In: The Harpsichord. Vol. III, No 4, 1970.
  • Glendon Frank: Remembering Hilda Jonas. In: The Diapason – Harpsichord News. Dezember 2014.
  • Wolfgang Zuckermann: The modern harpsichord, twentieth century instruments and their makers. October House, New York 1969.
  • Charles Mould (Hrsg.): Amendments and additions to clavichord-related information in the Third Edition of Donald Boalch’s Makers of the Harpsichord and Clavichord 1440–1840. 1995.
  • Hanns Neupert: Das Klavichord. Bärenreiter Verlag, Kassel 1977.
  • Olaf Kirsch: De 1900 à 2000 – Un siècle de musique ancienne à Hambourg.
  • Kunsthandwerker. In: Hamburger Abendblatt vom 19. Januar 1966.

© Eric Feller – Early Keyboard Collection – Februar 2023

Cembalo Walther Ebeloe, Hamburg 1939 - Eric Feller Collection (3)

Cembalo Walther Ebeloe, Hamburg 1939 – Eric Feller Collection (3)

 

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Neupert 1940 https://www.ericfeller.de/instrumente/neupert-1940/ Thu, 16 Feb 2023 20:50:02 +0000 https://www.ericfeller.de/?post_type=instrumente&p=866 In den 1920er Jahren wurde das Interesse an der Musik des Barocks und der Renaissance in Europa wiederbelebt, was zu einem wachsenden Interesse an historischen Instrumenten führte. Gleichzeitig gab es jedoch eine begrenzte Anzahl an verfügbaren Originalinstrumenten, was den Bedarf an Nachbauten und neuen Instrumenten weckte. So erlebte der Cembalobau im 20. Jahrhundert eine Renaissance […]

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In den 1920er Jahren wurde das Interesse an der Musik des Barocks und der Renaissance in Europa wiederbelebt, was zu einem wachsenden Interesse an historischen Instrumenten führte. Gleichzeitig gab es jedoch eine begrenzte Anzahl an verfügbaren Originalinstrumenten, was den Bedarf an Nachbauten und neuen Instrumenten weckte. So erlebte der Cembalobau im 20. Jahrhundert eine Renaissance und es wurden zahlreiche Instrumente von verschiedenen Herstellern gefertigt. Dabei wurden traditionelle Bauweisen und Materialien wiederentdeckt und auch neue technische Entwicklungen in die Herstellung der Instrumente integriert.

Die Renaissance des Cembalos im 20. Jahrhundert, angeführt durch Wanda Landowska (1879 – 1959), kam während des Zweiten Weltkrieges zeitweise zum Erliegen. In Deutschland wurde die Produktion von Musikinstrumenten aufgrund der Priorisierung von Kriegsmaterial stark eingeschränkt.

Die Traditionsfirma Neupert war eine der führenden Manufakturen im frühen Cembalobau des 20. Jahrhunderts in Deutschland. Während des Zweiten Weltkriegs hatte die Firma Neupert wie viele andere Unternehmen in Deutschland mit den wirtschaftlichen Herausforderungen der Kriegsjahre zu kämpfen.

Im Jahr 1939, als der Krieg ausbrach, wurde die Produktion von Neupert aufgrund von Rationierungen und Materialknappheit eingeschränkt. Die Firma konnte jedoch ihre Produktion aufrechterhalten und lieferte weiterhin Cembali an Kunden in Deutschland und im Ausland. In den späteren Kriegsjahren wurden viele der Mitarbeiter der Firma Neupert zum Kriegsdienst eingezogen und die Produktion sank weiter.

Cembalo Neupert, Bamberg 1940 - Eric Feller Collection (9)

Cembalo Neupert, Bamberg 1940 – Eric Feller Collection (9)

Das hier beschriebene Cembalo stammt aus dem Kriegsjahr 1940 und wurde von Neupert in Bamberg gefertigt. Es ist perfekt erhalten und in allen Teilen original und spielbar.

Der Korpus ist aus dunklem Nussbaum und hat eine eckige Flügelform mit einem nach unten geschlossenen Korpusboden und steht auf 4 Beinen im Chippendale-Stil.

Das Cembalo verfügt über 2 Springerreihen mit sogenannten „Troho-Springern“ (Trolon-Kunststoff-Holz-Springer), die aus einem Holzkern bestehen und an den Seiten mit Kunststoff gerahmt sind. Die Kiele sind aus Leder, zwei Register (8’ und 4’) sowie einem Lautenzug für das 8’ – Register, der geteilt ist.  Der Umfang beträgt 4 ½ Oktaven (CC – f3). Die Tastatur ist mit Kunststoffbelägen garniert und im Resonanzboden befindet sich eine Rosette. Die Vorsatzklappe lässt sich nach oben herausnehmen und rückseitig befindet sich das integrierte Notenpult.

Cembalo Neupert, Bamberg 1940 - Eric Feller Collection (12)

Cembalo Neupert, Bamberg 1940 – Eric Feller Collection (12)

Auf dem Vorsatzbrett befindet sich mittig die Signatur

„Neupert Bamberg“

Die Seriennummer lautet 16866 und ist rechts auf dem Stimmstock eingeschlagen. An der Dockenleiste, jeweils links und recht eingeschlagen und in goldenen Lettern verziert, stehen die Buchstaben „DRGM“, die Abkürzung für das „Deutsche Reichs-Gebrauchsmuster„. Das Deutsche Reichs-Gebrauchsmuster war ein System zur Registrierung und zum Schutz von Marken und Mustern in Deutschland, das von 1891 bis 1945 in Kraft war. Es wurde eingeführt, um deutschen Unternehmen eine Möglichkeit zu bieten, ihre geistigen Eigentumsrechte zu schützen und somit einen Anreiz für Innovation und Kreativität zu schaffen.

Cembalo Neupert, Bamberg 1940 - Eric Feller Collection (8)

Cembalo Neupert, Bamberg 1940 – Eric Feller Collection (DRGM – „Deutsche Reichs-Gebrauchsmuster Signatur“

 

Das System des Reichsgebrauchsmusters funktionierte ähnlich wie das Patent- oder Markenschutzsystem, jedoch mit dem Unterschied, dass es sich ausschließlich auf die ästhetischen Eigenschaften eines Produkts konzentrierte. Es ermöglichte den Herstellern, ein Gebrauchsmuster für ihr Produkt zu beantragen und somit ein Monopol auf die Verwendung des Designs für einen Zeitraum von bis zu 15 Jahren zu erhalten. Das Reichsgebrauchsmuster war für viele Unternehmen von entscheidender Bedeutung, da es ihnen ermöglichte, sich von der Konkurrenz abzuheben und einzigartige Produkte zu schaffen, die von Kunden geschätzt wurden. Es war auch ein wichtiger Schutz vor Produktpiraterie und Nachahmungen.

Während des Nationalsozialismus wurde das Reichsgebrauchsmuster von den Nationalsozialisten als Instrument der Propaganda genutzt. Viele Produkte wurden mit nationalistischen oder teilweise rassistischen Symbolen versehen, um den Nationalstolz zu fördern und eine einheitliche Identität für das Volk zu schaffen.

Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs wurde das Reichsgebrauchsmuster-System abgeschafft und durch das Deutsche Gebrauchsmuster ersetzt, das bis heute in Deutschland in Kraft ist.

Cembalo Neupert, Bamberg 1940 - Eric Feller Collection (1)

Cembalo Neupert, Bamberg 1940 – Eric Feller Collection (1)

Der Klang des Instrumentes ist sehr klar und durchdringend. Allerdings muss hier deutlich gesagt werden, dass der Klang mit einem historischen Cembalo gar nicht vergleichbar ist, handelt es sich durch seine Konstruktion um ein völlig neues Instrument, dass mit den alten Cembali lediglich die Klangerzeugung gemeinsam hat. Im Vergleich zu baugleichen Instrumenten aus den 1960er und 1970er Jahren überzeugt der Klang jedoch um ein Vielfaches.

 

 

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Érard Frères & Compagnie 1796 https://www.ericfeller.de/instrumente/erard-freres-compagnie-1796/ Sun, 25 Dec 2022 18:35:21 +0000 https://www.ericfeller.de/?post_type=instrumente&p=861 Die Klaviere von Érard zählten Ende es 18. und im 19. Jahrhundert zu den besten Instrumenten, die hergestellt wurden. Der Ruf der Firma erstreckte sich über ganz Europa hinaus und der Klang der Instrumente gehört zu den feinsten, die jemals produziert wurden. Der Erfolg der Firma war beispiellos. Zum Kundenkreis gehörten u.a. Komponisten, Musiker, Königshäuser […]

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Die Klaviere von Érard zählten Ende es 18. und im 19. Jahrhundert zu den besten Instrumenten, die hergestellt wurden. Der Ruf der Firma erstreckte sich über ganz Europa hinaus und der Klang der Instrumente gehört zu den feinsten, die jemals produziert wurden. Der Erfolg der Firma war beispiellos. Zum Kundenkreis gehörten u.a. Komponisten, Musiker, Königshäuser und die vermögende Aristokratie.

Dieses frühe Tafelklavier wurde von Érard Frères & Compagnie 1796 in Paris gefertigt. Der Korpus des Instrumentes und die kannelierten Beine sind aus feinem Mahagoni gefertigt. Umlaufend um den Korpus ist das Instrument mit Bandintarsien verziert. Das Vorsatzbrett ist signiert mit:

„Érard Frères & Compagnie

Rue du Mail No. 37

à Paris 1796″

Die Tastatur hat einen Umfang von 5 ½ Oktaven (FF – c4). Die Untertasten sind mit Elfenbein belegt und die Obertasten aus Ebenholz. Über der Mechanik mit Second Action befindet sich der zweigeteilte Staubboden und am rechten Korpusrand ein zweites einklappbares Notenpult.

Sébastien Erard (1752 – 1831)

 

Auf dem Resonanzboden befindet sich neben dem Steg die originale handschriftliche Signatur mit der Seriennummer 3346 und dem Herstellungsjahr 1796. Das Tafelklavier verfügt über vier Pedale aus Holz, die in einer Leiste zwischen den beiden hinteren beiden Beinen eingefügt ist. Die Funktionen sind: Dämpfungsaufhebung, Moderator, Laute und Deckelschweller.

Das Instrument wurde im Dezember 2022 in der Bretagne/Frankreich gefunden und befand sich im absoluten Originalzustand. Ebenfalls vorhanden waren der originale Stimmhammer und der Schlüssel für das Schloss.

Square Piano Erard, Paris 1796 - Eric Feller Collection (Stimmhammer)

Tafelklavier Erard, Paris 1796 – Eric Feller Collection (Stimmhammer)

 

Laut der originalen Fertigungsbüchern der Firma Érard wurde das Instrument an Monsieur Lefort in Orléans ausgeliefert. Weitere Untersuchungen zur Provenienz des Instrumentes dauern gerade an.

Square Piano Erard, Paris 1796 - Eric Feller Collection (2)

Tafelklavier Erard, Paris 1796 – Eric Feller Collection (2)

 

Für detaillierte Informationen über die Firma Érard klicken Sie hier!

 

 

Weitere erhaltene Instrumente von Érard Frères & Compagnie:

  • 1805 Tafelklavier (No. 6447) Museum für Kunst und Gewerbe Hamburg, Deutschland
  • 1808 Tafelklavier (No. 7488) Cité de la Musique Paris, Frankreich

 

 

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Joseph Fritz ca. 1835 https://www.ericfeller.de/instrumente/joseph-fritz-ca-1835/ Wed, 14 Dec 2022 19:42:18 +0000 https://www.ericfeller.de/?post_type=instrumente&p=854 Dieser Hammerflügel stammt aus der berühmten Klaviermanufaktur von Johann Fritz, die zu den bedeutendsten Firmen im frühen 19. Jahrhundert in Wien gehörte und dann von seinem Sohn Joseph Fritz weitergeführt wurde. Die Instrumente zeichnen sich durch einen exzellenten Klang aus. Das Instrument wurde um 1835 in Wien gebaut und zeigt noch die eckige Form. Zu […]

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Dieser Hammerflügel stammt aus der berühmten Klaviermanufaktur von Johann Fritz, die zu den bedeutendsten Firmen im frühen 19. Jahrhundert in Wien gehörte und dann von seinem Sohn Joseph Fritz weitergeführt wurde. Die Instrumente zeichnen sich durch einen exzellenten Klang aus. Das Instrument wurde um 1835 in Wien gebaut und zeigt noch die eckige Form. Zu der damaligen Zeit waren Metallspreizen und metallene Anhangplatten zur Verstärkung des Gehäuses bereits gängig, welche dieser Flügel nicht aufweist. Er ist noch nach der traditionellen Bauweise komplett aus Holz gebaut. Der Korpus ist aus Nussbaum und steht auf drei Balusterbeinen mit Verzierungen. Die Tastatur ist aus Elfenbein und Ebenholz gearbeitet. Das Vorsatzbrett ist mit Messingintarsien verziert und trägt die Signatur:

„Joseph Fritz

Wien“

Joseph Fritz, Vienna c. 1835 - Eric Feller Collection (3)

Joseph Fritz, Vienna c. 1835 – Eric Feller Collection (3)

Die Hämmer sind mit Leder bezogen und der Flügel verfügt über eine Stiefeldämpfung. Bei der Mechanik handelt es sich um eine Wiener Mechanik, Gradsaiter mit geteiltem Steg und zwei Pedale (Dämpfungsaufhebung und una corda). Der Umfang beträgt 6 Oktaven + Sexte, CC – a4. Über dem Stimmstock ist das Notenpult befestigt und verfügt über zwei schwenkbare Kerzenhalter an den Seiten.

Joseph Fritz, Vienna c. 1835 - Eric Feller Collection (4)

Joseph Fritz, Vienna c. 1835 – Eric Feller Collection (4)

 

Über Joseph Fritz ist bisher nur wenig bekannt. Er wurde 1808 in Wien geboren und ist der Sohn von Johann Fritz (geboren 1772 – gestorben 1834 in Wien). Er führte die Werkstatt seines Vater nach dessen Tod weiter und knüpfte an die Erfolge seines Vaters an, der zuvor den Ruf eines der besten Klavierbauer in Wien hatte. Ab ca. 1837 verlegte er seine Werkstatt nach Graz und baute dort Instrumente.

 

 

Weitere erhaltene Hammerflügel von Joseph Fritz:

  • ca. 1840 Hammerflügel – Collection Cristofori, Historical Keyboard Instruments B.V., Amsterdam / Niederlande

 

Joseph Fritz, Vienna c. 1835 - Eric Feller Collection (2)

Joseph Fritz, Vienna c. 1835 – Eric Feller Collection (2)

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Joseph Kirkman ca. 1806 https://www.ericfeller.de/instrumente/joseph-kirkman-ca-1806/ Wed, 14 Dec 2022 19:18:11 +0000 https://www.ericfeller.de/?post_type=instrumente&p=851 Die Firma Kirkman (bis ca. 1805 Kirckman geschrieben) gehörte zu einer der renommiertesten Klaviermanufakturen in England im späten 18. und frühen 19. Jahrhundert. Die Hauptproduktion im 18. Jahrhundert lag bei Cembali und erst ab den späten 1770er Jahren wurde Tafelklaviere und Hammerflügel hergestellt. Der älteste bisher erhaltene Hammerflügel, gebaut von Abraham & Josephus Kirckman aus […]

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Die Firma Kirkman (bis ca. 1805 Kirckman geschrieben) gehörte zu einer der renommiertesten Klaviermanufakturen in England im späten 18. und frühen 19. Jahrhundert. Die Hauptproduktion im 18. Jahrhundert lag bei Cembali und erst ab den späten 1770er Jahren wurde Tafelklaviere und Hammerflügel hergestellt. Der älteste bisher erhaltene Hammerflügel, gebaut von Abraham & Josephus Kirckman aus dem Jahr 1789, befindet sich ebenfalls in der Eric Feller Collection. Detaillierte Informationen zu dem Instrument finden Sie hier – klick hier!

Das hier vorliegende Tafelklavier stammt aus der Zeit um 1806. Der Korpus des Instrumentes ist aus Mahagoni mit umlaufenden Bandintarsien in unterschiedlichen Hölzern. Das Instrument selbst steht auf 6 gedrehten schlanken Beinen. Die Untertasten sind mit Elfenbein und die Obertasten mit Ebenholz belegt. Das Vorsatzbrett ist in unterschiedlichen Hölzern gearbeitet und mit Laubsägearbeiten an den Seiten verziert und in einem Oval findet sich die Signatur:

„Joseph Kirkman

Grand Piano Forte Maker

To Her Majesty

No.19 Broad Street, Golden Square

London”

Das Instrument verfügt über ein Pedal zur Dämpfungsaufhebung (Einzeldämpfer). Bei der Mechanik handelt es sich um eine Double Action mit belederten Hämmerchen. Das Tafelklavier ist zweichörig besaitet und über der Mechanik liegt das originale dust-cover.

Die Instrumente von Kirkman zeichnen sich durch eine sehr hochwertige Verarbeitung und einen besonders schönen Klang aus.

 

Detaillierte Informationen zu der Firmengeschichte von Kirkman finden Sie in den Publikationen – kick hier!

Trade Card Joseph Kirkman c. 1795 - The British Museum

Trade Card Joseph Kirkman c. 1795 – The British Museum

Weitere erhaltene Instrumente von Joseph Kirkman:

  • ca. 1830 Cabinet Piano – Glasgow Museums & Art Galleries, Glasgow England
  • ca. 1835 Cabinet Piano – Western Australian Academy of Performing Arts, Edith Cowan University, Perth Australien
  • Hammerflügel – Royal Palace Mafra, Portugal

 

 

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Ignace Pleyel 1863 aus dem Besitz von Charles Albert d’Arnoux – Bertall https://www.ericfeller.de/instrumente/ignace-pleyel-1863-aus-dem-besitz-von-charles-albert-darnoux-bertall/ Wed, 07 Dec 2022 15:12:54 +0000 https://www.ericfeller.de/?post_type=instrumente&p=833 Dieser außergewöhnliche französische Hammerflügel stellt eine absolute Besonderheit dar: Er stammt aus dem Besitz des berühmten französischen Karikaturisten, Zeichners und Radierers Charles Albert d’Arnoux (Charles Constant Albert Nicolas d’Arnoux de Limoges Saint-Saens), oder besser bekannt als Bertall. Er zählt außerdem zu den Pionieren der Fotografie. Die Firma Pleyel in Paris gehörte im 19. Jahrhundert zu […]

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Bertall (1820-1882) by A. Disdéri (1819-1889)

Charles Albert d’Arnoux – Bertall (1820 – 1882) by A. Disdéri

Dieser außergewöhnliche französische Hammerflügel stellt eine absolute Besonderheit dar: Er stammt aus dem Besitz des berühmten französischen Karikaturisten, Zeichners und Radierers Charles Albert d’Arnoux (Charles Constant Albert Nicolas d’Arnoux de Limoges Saint-Saens), oder besser bekannt als Bertall. Er zählt außerdem zu den Pionieren der Fotografie. Die Firma Pleyel in Paris gehörte im 19. Jahrhundert zu den führenden Klavierbaufirmen in Europa. Zu ihren Kunden zählten führende Persönlichkeiten, Künstler, Musiker und Komponisten.

Der Korpus des Instrumentes ist aus Palisander gefertigt mit aufwändigen Schnitzereien an den Seiten der Klaviatur. Die Tastatur ist aus Elfenbein und Ebenholz gearbeitet, die Hämmer sind mit Filz bezogen und der Flügel verfügt über eine Einzeldämpfung. Die Lyra hat zwei Pedale für die Dämpfungsaufhebung und una corda. Der Klaviaturumfang beträgt 7 Oktaven (AAA – a4).

Ignace Pleyel, Paris 1863 aus dem Besitz von Bertall - Eric Feller Collection

Ignace Pleyel, Paris 1863 aus dem Besitz von Bertall – Eric Feller Collection

Die Seriennummer (35351) ist auf der rechten Seite des Stimmstockes zu finden. Bei der Ausführung handelt es sich um das „Petit Patron“ Modell mit einer Gesamtlänge von 215 cm.  Das Vorsatzbrett trägt die Aufschrift:

„Ignace Pleyel & Comp.

Paris”

Ignace Pleyel, Paris 1863 aus dem Besitz von Bertall (2) - Eric Feller Collection

Ignace Pleyel, Paris 1863 aus dem Besitz von Bertall (2) – Eric Feller Collection

Im Inneren hat der Flügel eine metallene Anhangplatte und drei Metallspreizen. Aus den Eintragungen in den originalen Firmenbüchern von Pleyel geht hervor, dass das Instrument 1863 fertiggestellt wurde und dann am 15. Februar 1867 an Charles Albert d’Arnoux – Bertall in Paris für 1400 Franc verkauft wurde. Diese Provenienz und der außergewöhnlich schöne Klang machen den Flügel zu einem besonderen Höhepunkt in der Sammlung.

Fortepiano Pleyel 1863 – Eric Feller Collection

Eintragung Piano No. 35351 in den Fertigungsbüchern von Pleyel – Eric Feller Collection

Charles Constant Albert Nicolas d’Arnoux de Limoges Saint-Saens (so der vollständige Geburtsname) wurde am 18. Dezember 1820 in Paris geboren. Er war der Sohn von Daniel d’Arnoux de Limoges Saint-Saens (geboren am 9. September 1780 in Grenoble) und seiner Frau Louise-Elisabeth de Limoges (die Lebensdaten sind bisher nicht bekannt), die am 16. Februar 1819 in Paris heirateten. Ein Jahr später wurde Charles Albert d’Arnoux geboren. Er war das einzige Kind aus dieser Ehe. Über seine Kindheit ist bisher nichts bekannt. Um 1844 heiratete er Albertine Pellapra und zusammen hatten sie 7 Kinder:

  • Gabrielle Louise Henriette d’ARNOUX 1845 – 1912
  • Georges Noël Adrien d’ARNOUX 1848 – 1917
  • Louis Eugène Joseph d’ARNOUX 1859 – 1864
  • Daniel Ernest Albert d’ARNOUX 1862 – 1915
  • Emilie Albertine d’ARNOUX 1866 – 1949
  • Elisabeth Albertine d’ARNOUX 1866 – 1956
  • Marie Albertine d’ARNOUX 1866 – 1908
Elisabeth Pellapra de Lolle - Bertalls Frau

Elisabeth Pellapra de Lolle

Am 18. März 1877 starb seine Frau Albertine im Alter von 55 Jahren in Paris. Zwei Jahre später (am 12. Januar 1879) heiratete Bertall die Schwester seiner verstorbenen Frau Hortense Pellapra in Paris. Zusammen hatten die beiden keine Kinder.

Die Eltern Bertalls sahen für ihren Sohn ein Studium an der École Polytechnique vor, er selbst widmete sich jedoch der Malerei. Die ersten Jahre verbrachte er im Atelier von Michel Martin Drolling (1786 – 1851) und entschied sich dann für die illustrative Zeichnung und Karikatur als seinen künstlerischen Schwerpunkt.

Michel-Martin Drolling, Selbstporträt (1804)

Michel-Martin Drolling, Selbstporträt (1804)

Auf Anraten von Honoré de Balzac (1799 – 1850) signierte er seine Werke nur noch mit Bertall, ein Anagramm aus seinem Vornamen Albert. Am 3. Februar 1875 wurde er zum Ritter der Ehrenlegion ernannt. Er zeichnete für verschiedene Magazine und Zeitungen und illustrierte Bücher, darunter auch eigene Texte. Schon früh zeigte er ebenfalls Interesse an Fotografie und arbeitete ab 1855 mit dem berühmten Fotografen Hippolyte Bayard (1801 – 1887) zusammen. Anfang der 1860er Jahre eröffneten beide das Fotoatelier Bayard und Bertall in der Rue de la Madeleine No. 15 in Paris. 1866 trennten sich beide und Bertall eröffnete sein eigens Fotoatelier. Dort spezialisierte er sich auf Portraits. Durch sein künstlerisches Umfeld geprägt war Musik ebenfalls ein wichtiger Punkt in seinem Leben und der Familie. Am 24. März 1882 starb Bertall in Soyons.

Hippolyte Bayard - Selbstportrait von 1863

Hippolyte Bayard – Selbstportrait von 1863

 

Veröffentlichungen von Bertall:

  • Les Omnibus, pérégrinations burlesques à travers tous chemins, avec Lefix, 1843
  • Les Buses-Graves, prospectus publicitaire, 1843 : parodie des Burgraves de Victor Hugo, Tortu Goth (welches ebenfalls ein Pseudonym Bertalls war)
  • Les Guêpes à la Bourse, 1847
  • Cahier des charges des chemins de fer, 1847
  • Les Enfants d’aujourd’hui, album de caricatures, 1848
  • La Revue comique à l’usage des gens sérieux, novembre 1848 – avril 1849
  • Les Infortunes de Touche-à-tout, 1861
  • Mlle Marie sans-soin, 1867
  • M. Hurluberlu et ses déplorables aventures, 1869
  • Les Communeux, 1871. Types, caractères, costumes, 1871
  • Le Grelot au Salon. Le Salon de 1872 dépeint et dessiné par Bertall, 1872
  • La Comédie de notre temps : études au crayon et à la plume. I. La civilité, les habitudes, les mœurs, les coutumes, les manières et les manies de notre époque. II. Les enfants, les jeunes, les mûrs, les vieux. III. La vie hors de chez soi : l’hiver, le printemps, l’été, l’automne, 3 volumes, 1874-1876
  • Les Contes de ma mère, recueillis et illustrés par Bertall, 1877
  • La Vigne, voyage autour des vins de France : étude physiologique, anecdotique, historique, humoristique et même scientifique, 1878
  • Mademoiselle Jacasse, 1879
  • Les Plages de France, 1886
  • Georges le distrait, 1889

Illustrierte Bücher von Bertall:

  • Honoré de Balzac : Œuvres complètes, 20 volumes, 1842-1855
  • Eugène Briffault : Paris dans l’eau, 1843
  • Pierre-Jules Hetzel : Nouvelles et Véritables Aventures de Tom Pouce, 1844
  • Collectif : Le Diable à Paris. Paris et les Parisiens. Mœurs et coutumes, caractères et portraits des habitants de Paris, tableau complet de leur vie privée, publique, politique, artistique, littéraire, industrielle, etc., 2 volumes, 1845-1846
  • Honoré de Balzac : Petites Misères de la vie conjugale, 1845
  • Alexandre Dumas : La Bouillie de la comtesse Berthe, 1845
  • Alexandre Dumas : Histoire d’un casse-noisette, 1845
  • Paul Féval : Contes de nos pères, 1845
  • Maurice Alhoy : Les Bagnes, 1845
  • Maurice Alhoy et Louis Lurine : Les Prisons de Paris, 1846
  • Octave Feuillet : Vie de Polichinelle et ses nombreuses aventures, 1846
  • Léon Gozlan : Aventures du prince Chènevis, 1846
  • Émile Souvestre : Le Monde tel qu’il sera, 1846
  • Eugène Briffault : Paris à table, 1846
  • Jean Anthelme Brillat-Savarin : Physiologie du goût, 1848
  • Nicolas Boileau : Œuvres poétiques, 1846
  • Bernardin de Saint-Pierre : Paul et Virginie, 1849
  • James Fenimore Cooper : Le Dernier des Mohicans, 1849
  • Charles Perrault : Contes, 1852
  • Georges Bonnefons : Les Hôtels historiques de Paris, 1852
  • Hoffmann : Contes fantastiques, 1856
  • Jacques Porchat : Contes merveilleux, 1858
  • Paul Boiteau : Légendes pour les enfants, 1861
  • Comtesse de Ségur : Les Vacances, Les Petites Filles modèles, 1863
  • Wilhelm Hauff : L’Auberge du Spessart, contes allemands, 1863
  • Arthur de Gravillon : La Malice des choses, 1867
  • Edmond Auguste Texier : Le Journal et le journaliste, 1868
  • Miguel de Cervantes : Don Quichotte, 1870
  • Alphonse Daudet : Les Petits Robinsons des caves ou le siège de Paris, 1872
  • Jean Macé, Contes du petit château, 1876
  • Paul de Kock : La Laitière de Montfermeil. Le Muletier, 1878
  • Arthur de Rothschild : Histoire de la poste aux lettres et du timbre-poste depuis leurs origines jusqu’à nos jours, 1880
Ignaz Josef Pleyel (1793) nach Thomas Hardy

Ignaz Josef Pleyel (1793) nach Thomas Hardy

Die Firma Pleyel wurde im Jahr 1807 von dem österreichischen Komponisten und Musikverleger Ignaz Josef Pleyel (geboren in Ruppersthal 1757 – gestorben 1831 in Paris) unter dem Namen Ignace Pleyel & Comp. gegründet. Zuvor im Jahr 1797 gründete er in Paris einen Musikverlag und etablierte sich im musikalischen Leben der französischen Metropole. 1802 entwarf er sein erstes Klavier (die Patentanmeldung erfolgte 1807). Zusammen mit dem Instrumentenbauer Charles Lemme gründet er die Klaviermanufaktur. Mit der Unterstützung verschiedener Mäzene war es ihm möglich, sein Geschäft zu etablieren.

Ihm gesellte sich bald sein Sohn (Joseph-Étienne-) Camille Pleyel (geboren 1788 in Straßburg – gestorben 1855 in Paris) zu, der 1815 vollwertiger Teilhaber wurde. Camille Pleyel studierte Komposition bei seinem Vater und Klavier bei Johann Ladislaus Dussek (geboren 1760 in Čáslav / Mittelböhmen – gestorben 1812 in Saint-Germain-en-Laye). Er verbrachte den größten Teil seiner Jugend in London, kehrte aber 1824 nach Paris zurück, um in diesem Jahr die Leitung der Firma zu übernehmen.

Camille Pleyel ca. 1840

Camille Pleyel ca. 1840

In den 1820er Jahren befand sich die Fabrik Pleyel in Saint-Denis. Während dieser Zeit stellten etwa zwanzig Arbeiter ungefähr fünfzig Klaviere pro Jahr her. Bei ihrer ersten Ausstellung in Paris im Jahr 1827 gewann die Firma eine Goldmedaille, die für ihre Erfindungen und für einen dreisaitigen Flügel verliehen wurde, der den besten englischen Klavieren gleichgestellt wurde. Auf den Pariser Ausstellungen in den Jahren 1839 und 1844 triumphierte die Firma erneut, indem sie weitere Goldmedaillen gewann. Der Beifall war ein ausgezeichneter Ansporn für das Geschäft und 1844 war die Produktion auf 900 Klaviere pro Jahr gestiegen.

Camille Pleyel etablierte den ersten Salon/Salle Pleyel und pflegte viele freundschaftliche Beziehungen zu den unterschiedlichsten Größen des Musiklebens der damaligen Zeit. Große Komponisten wie beispielsweise Frédéric Chopin (1810 – 1849) oder Franz Liszt (1811 – 1886) spielten Instrumente von Pleyel. Der Salle Pleyel, einer der frühesten Konzertsäle Frankreichs und wurde Ende der 1820er Jahre in der Rue Rochechouart gebaut. Chopin gab am 16.2.1848 sein letztes Pariser Konzert dort.

Nach Camilles Tod 1855 übernahm sein Schwiegersohn Auguste Wolff (1821 – 1887) die Leitung der Firma. Er änderte den Namen in Pleyel, Wolff & Cie. und führte den Erfolg der Firma weiter fort.

Sein Schwiegersohn Gustave Lyon (1857 – 1936), der ihm ab 1887 an der Spitze von Pleyel, Lyon et Cie. nachfolgte, führte den Erfolg des Unternehmens fort. 1971, zehn Jahre nach der Fusion von Pleyel mit Érard und Gaveau, erwarb Schimmel aus Braunschweig alle drei Firmen.

 

Weitere erhaltene Instrumente von Ignace Pleyel & Comp. finden sich in vielen Museen und Privatsammlungen weltweit.

Ignace Pleyel, Paris 1863 aus dem Besitz von Bertall (4) - Eric Feller Collection

Ignace Pleyel, Paris 1863 aus dem Besitz von Bertall (4) – Eric Feller Collection

 

Literatur:

  • René Beaupain: Chronologie des pianos de la maison Pleyel. Éditions L’Harmattan, Paris 2000
  • Henri Beraldi, Les Graveurs du XIXe siècle, vol. II, 1885
  • Jean-Jacques Eigeldinger: Chopin et Pleyel. Fayard, Paris 2010
  • John Grand-Carteret: Les moeurs et la caricature en France. Paris 1888
  • Jean-Jacques Trinques: Le piano Pleyel d’un millénaire à l’autre. Éditions L’Harmattan, Paris 2003
  • Arnaud Marion: Pleyel. Une histoire tournée vers l’avenir. Éditions de la Martinière, Paris 2005
  • Arnaud Marion: La Salle Pleyel: Lieu de Modernité. Éditions de la Martinière, Paris 2006
  • Arnaud Marion: La Salle Pleyel. In: Connaissance des Arts, Hors série. 5. November 2006
  • Daniel Mason. Der Klavierstimmer Ihrer Majestät. Roman. Blessing 2003
  • J. Rousseau, Histoire d’une résurrection: pianissime Pleyel. In: Classica-Répertoire. September 2007, S. 46–47
  • Jean Jude: Pleyel 1757–1857. La passion d’un siècle. Imprimerie du Centre Loire, Fondettes 2008
  • Gustave Vapereau, Dictionnaire universel des contemporains, vol. 1, 1858

© Eric Feller – Early Keyboard Collection – Dezember 2022

 

 

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Rousselot Freres ca. 1834 https://www.ericfeller.de/instrumente/rousselot-freres-ca-1834/ Wed, 30 Nov 2022 22:40:09 +0000 https://www.ericfeller.de/?post_type=instrumente&p=829 Dieser außergewöhnliche Hammerflügel der französischen Firma von Louis Rousselot ist derzeit der zweite Hammerflügel in der Eric Feller Collection. Er ist das ältere Model von ca. 1834 und wurde in Nîmes gebaut. Der Korpus ist aus Palisander gearbeitet und umlaufend mit Bandintarsien und Messingapplikationen verziert. Die Tastatur ist aus Elfenbein und Ebenholz. Das Instrument ist […]

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Dieser außergewöhnliche Hammerflügel der französischen Firma von Louis Rousselot ist derzeit der zweite Hammerflügel in der Eric Feller Collection. Er ist das ältere Model von ca. 1834 und wurde in Nîmes gebaut.

Der Korpus ist aus Palisander gearbeitet und umlaufend mit Bandintarsien und Messingapplikationen verziert. Die Tastatur ist aus Elfenbein und Ebenholz. Das Instrument ist gradsaitig bespannt, verfügt über zwei kleine Metallspreizen im Diskant, eine Stoßzungenmechanik und zwei Pedale für Dämpfungsaushebung und due corde. Der Steg ist geteilt. Das Vorsatzbrett trägt in einer Kartusche die Aufschrift:

„Rousselot Frères

Facteurs Brevetés à Nîmes

Moitessier a Montpellier”

Mittig auf dem Resonanzboden befindet sich eine handschriftliche Signatur mit der Seriennummer:

„No. 903 Louis Rousselot à Nimes”

Im Inneren befindet sich über den Saiten der originale Staubboden, ein Merkmal, dass nur kurze Zeit bei Hammerflügeln gebaut wurde und seinen Ursprung schon bei den frühen Tafelklavieren im 18. Jahrhundert hat. Der Umfang beträgt 6 ½ Oktaven (CC – g4). Neben dem Notenpult befinden jeweils zu den Seiten zwei kleinere Notenpulte, die sich nach oben klappen lassen um das Musizieren mit Anderen zu erleichtern.

Hervorzuheben ist die absolut hochklassige Verarbeitung des Instrumentes, ebenso wie der Klang. Klanglich übertrifft dieser Hammerflügel die Instrumente von Erard und Pleyel die von Chopin, Liszt und Schumann gespielt wurden und zeigt somit ein herausragendes und absolut authentisches Klangbild der Zeit. Nur wenige Instrumente sind bis heute erhalten geblieben. Aus Aufzeichnung aus dem „Journal de Toulouse“ vom 23. Juli 1845 geht hervor, dass Rousselot alle Teile für seine Instrumente in der eigenen Fabrik fertigte und keine Teile von externen Lieferanten bezog.

Der Flügel wurde im Herbst 2022 in Marseille / Frankeich aufgefunden und befand sich in komplettem Originalzustand.

Fortepiano by Rousselot Frères, Nimes c. 1834 - Eric Feller Collection (Nameboard)

Fortepiano by Rousselot Frères, Nimes c. 1834 – Eric Feller Collection (Vorsatzbrett Signatur)

 

Über die Firma Rousselot ist bisher nur wenig bekannt. Wahrscheinlich handelte es sich um drei (?) Brüder: Louis Rousselot (die Lebensdaten sind bisher noch nicht bekannt), der als Klavierbauer aktiv war, Joseph-François Rousselot (geboren am 6. Februar 1803 in Nîmes, gestorben 4. September 1880 in Argenteuil), Komponist und Hornist und Scipion Rousselot (geboren am 20. Juli 1804, gestorben um 1880), der ebenfalls Komponist und Cellist war. (vgl. Joël-Marie Fauquet, « Rousselot, Scipion », in Joël-Marie Fauquet (dir.), Dictionnaire de la musique en France au xixe siècle, Fayard, 2003, xviii-1406 (ISBN 2-213-59316-7, BNF 39052242))

Nachweisbar ist die Klavierfabrik ab ca. 1833 in Nîmes, aber mit hoher Wahrscheinlichkeit wurde schon Instrumente davor gefertigt. Die Signatur auf dem Vorsatzbrett zeigt, dass Louis mit einem seiner Brüder zusammengearbeitet hat. Ob es sich dabei um Joseph-Francois, Scipion oder einen weiteren Bruder handelt ist bisher noch nicht geklärt. Auch sind bisher keine Informationen über seine Lehrjahre bekannt. Weitere Forschungen dazu laufen derzeit! Louis Rousselot ging während seiner Schaffenszeit verschiedene Partnerschaften mit anderen Instrumentenbauern ein. So sind Instrumente aus einer Zusammenarbeit mit Decombes und Moitessier in Montpellier erhalten.

Aus der Firmengeschichte ist bisher nur wenig bekannt. In einem Artikel aus dem Jahr 1840 geht hervor, dass es in der Fabrik zu einem Brand kam:

 

„L’incendie de la fabrique de pianos de MM. Rousselot frères: „L’incendie de la fabrique de pianos de MM. Rousselot frères (1840) fut aussi l’occasion d’une de ces manifestations, où une partie de notre troupe masculine, groupée autour d’une cantatrice de grand talent (Mme Lernoule), se transporta au Grand Théâtre devant un auditoire considérable, accouru pour soulager les malheureux ouvriers de l’établissement détruit. […] Enfin, cette année (1841) fut marquée par un beau concert donné au Théâtre par Mne Lemoule et quelques amateurs (quorum pars. fui), pour aider a la reconstitution de ta fabrique de pianos de MM. Rousselot frères, détruite par un incendie.“

(aus „Mémoires de l’Académie de Nîmes“, 1881, Gallica)

 

Ein weiteres Feuer brach in der Fabrik im Jahr 1842 aus:

 

„Nîmes, 6 septembre – dans la nuit du 4 au 5 de ce mois il y a eu en ville trois incendies ou tentatives d’incendies. […] Chez le sieur Rousselot, fabricant de pianos, place Balore, le feu s’est manifesté dans le magasin où sont renfermés, pour une somme considérable, des bois précieux; heureusement on a pu s’en apercevoir assez à temps pour arrêter les progrès d’un incendie qui pouvait devenir très-considérable. […]“

(aus „Le Journal de Toulouse“, 07/09/1842, Rosalis)

 

Bei der „Exposition des Produits des Beaux-Arts et de l’Industrie: Dans les galeries du Capitole à Toulouse“ im Jahre 1840 wurde Instrumente von Rousselot (und Boisselot) ausgestellt und von einer Jury begutachtet. Als Ergebnis wurden diese hoch gelobt und den Pariser Instrumenten von Pleyel und Erard ebenbürtig gestellt. So heißt es:

 

„M. Rousselot, de Nimes, est également inventeur de quelques nouveaux procédés. Ainsi il peut, au moyen d’une mécanique bien simple appliquée au piano, rendre le clavier doux ou dur au toucher. Mais cet effet ne peut se faire progressivement comme sur les pianos de M. Martin. M. Rousselot a également substitué des ressorts, à boudin à ceux à frottement; ce qui donne plus de force l’échappement, et de grandes garanties pour la solidité.

Boisselot présente plusieurs innovations. Il a imaginé un mécanisme pour les marteaux du piano, à axe fixe et à vis de rappel, qui sert de régulateur. Cette combinaison permet, en cas d’accident, de réparer les marteaux isolément, au lieuque dans les mécanismes anglais, francais ou allemands, pour la moindre réparation, il est indispensable de démonter une série de douze marteaux. Ces derniers peuvent encore attaquer, par une oscillation contraire, des notes qui ne leur sont point destinées.

Boisselot a encore inventé un piano à petite queue, avec barrage par dessous. Ce barrage a été reconnu excellent par la commission de l’industrie, parce que ce système donnait une grande solidité à l’instrument, puisque le sommier des pointes et celui des chevilles ne fesaient plus qu’un seul corps avec la barre de dessous.

Cette construction donne en outre au son beaucoup d’intensité. Mais ce qui mérite les plus grands éloges, et ce qui peut être considéré comme un progrès et une invention éminemment utile, c’est le piano clédiharmonique. Tout le monde sait que le piano offre de grandes difficultés pourmonter deux cordes à la fois en leur fesant tenir un parfait accord.

Cette difficulté semblait devoir rester inhérente à la fabrication du piano; cependant M. Boisselot, par de grandes études et des épreuves réitérées, vient de remédier à cet inconvénient en inventant le clédiharmènique. Cette invention n’a d’autre but que de simplifier l’opération de l’accord en la mettant à la portée de chaque pianiste, et lui permette demonter à la fois et avec la plus grande facilité les deux cordes, en les maintenant à l’unisson parfait aumoyende clés à vis sans fin, de roue d’engrenage, vis de pression, poulies, ovales, etc, etc., le tout formant un mécanisme des plus ingénieux et desmieux combinés, et par lequel toutes les chances d’un‘ bon accord sont prévues. Un tel résultat est un pas immense dans l’art de la facture des pianos, parce qu’il résout un problème qui jusqu’à ce jour n’avait point été résolu,malgré toutes les recherches des facteurs.

Après avoir constaté et jugé ces différentes inventions, nous avions à prononcer sur lemérite de chacun des instruments des exposans.

La besogne devenait rude, parce que le nombre de ces instrumens était considérable, et que l’industrie de chacun des fabricans pouvait se ressentir de notre décision. Cependant nous n’avons reculé devant aucune de ces corisidérations. Forts de notre mandat, pénétrés. de nos devoirs de jurés, nous avons jugé tous ces pianos, et nous allons avoir l’honneur de rendre compte de nos jugemens.

Après avoir établi des catégories, les pianos carrés à deux cordes ensemble, ceux à trois cordes, les pianinos, les pianos à petite queue et ceux à grande queue; après les avoir essayés de toutes les manières; après les avoir comparés entr’eux, pesé le fort et le faible des uns et des autres, le juri a trouvé qu’en première ligne se présentaient MM. Pleyel et Pape, facteurs de Paris, dont la réputation est européenne.

Mais ces artistes sont si haut placés, ils ont un mérite si incontestable, ils ont été couronnés si souvent pour l’excellence de leurs produits, que le juri pas cru devoir faire entrer leurs instrumens en lutte avec ceux des différens facteurs du midi de la France.

Mazel, qui est leur 1e présentant à Toulouse, a dans ses magasins les meilleurs pianos qui soient sortis de leurs ateliers, et tout ce que nous pourrions dire n’ajouterait rien à leur réputation. Nos pays méridionaux possèdent deux facteurs de pianos qui peuvent rivaliser avec les premiers de Paris pour quelques-uns de leurs instrumens: ce sont MM. Boisselot de Marseille, et Rousselot de Nîmes.

Ces artistes ont exposé des pianos à queue qui réunissent à une grande élégance, à une solidité à toute épreuve, les qualités si essentielles de la sonorité, de l’égalité dans le clavier, et de la perfection dans le mécanisme.

Une discussion très vive s’est engagée au sein du juri sur le mérite de ces instrumens; il a déclaré à l’unanimité que MM. Boisselot et Rousselot ne le cédaient en rien aux plus habiles facteurs de la capitale pour la fabrication des pianos à queue, et qu’ils pouvaient rivaliser avec eux, si même ils n’établissaient à de meilleures conditions et à des prix moins élevés.

Les instrumens de ces messieurs possèdent des qualités du premier ordre ; tous deux ont établi de ces pianos à deux et à trois cordes qui ne laissent rien à désirer dans aucune partie de leur facture.

Il était donc impossible d’établir la supériorité de l’un sur l’autre : cela devenait d’autant plus difficile, que les instrumens n’était pas identiques dans leur ensemble.

Ainsi, les pianos à petite queue de M. Rousselot ont quatre pouces de longueur en plus que ceux de M. Boisselot, et la qualité du son pouvait avoir, par cette raison, plus d’éclat çependant la différence est peu sensible.

De même que dans les pianos à grande queue, ceux de M. Rousselot ne sont armés que de deux cordes jusqu’au fa, cinquième ligne, clé de sol, tandis que ceux de M. Boisselot ont trois cordes dans toute l’étendue dit clavier.

Quoique ces derniers aient plus de son par cette cause, les instrumens de M. Rousselot ont un mérite bien grand aussi, puisque avec une corde demoins ils produisent de fort beaux effets de sonorité, et peuvent rivaliser avec ceux de M. Boisselot.

Cependant l’importance de l’industrie devant entrer en lutte avec l’excellence des instrumens, le juri a reconnu que M. Boisselot l’emportait sur MM. Rousselot et Moitessier, de Nîmes, et il a décidé que M. Boisselot aurait une médaille d’or pour la bonté de ses pianos à queue, son piano clédiharmonique, ses inventions diverses et l’importance de son industrie.

Il a encore arrêté que MM. Rousselot et Moitessier, de Nîmes, auraient une médaille d’argent avec éloges pour l’excellente facture de leurs pianos à queue. Nous avons à rendre compte de notre jugement sur les pianos carrés à trois et à deux cordes, de MM. Boisselot, Rousselot, Cropet et Martin.

Les pianos carrés à trois cordes ont présenté au juri de grands défauts; chez les uns, le son était sec et le clavier dur ou empâté ; chez d’autres, les sons graves écrasaient ceux du médium ; d’autres encore paraissaient être couverts d’une sourdine; enfin ces instrumens offraient des défectuosités si patentes, que le juri les amis hors de concours, donnant ainsi une leçon sévère aux facteurs, et les avertissant qu’ils avaient de grandes améliorations à introduire dans ce genre d’instrument.

Les pianos à deux cordes ont offert dés résultats satisfaisans, et ceux d’un petit format ont mérité les éloges du juri. La bonté de ces petites instrumens, la modicité de leur prix, qui les met à la portée des plus minces fortunes, ce qui permettra à l’art de se répandre chez les classes les moins aisées de la société, tout faisait un devoir au juri d’encourager ces produits de notre industrie.

ll a été très satisfait de voir que ces instrumens étaient soignés, que le son en était d’une excellente qualité et lamécanique très solidement établie. Les facteurs qui méritent des encouragemens pour ces instrumens sont MM. Martin, de Toulouse, et M. Rousselot, de Nîmes.

Ce dernier avait envoyé un piano de meilleure qualité que ceux de M. Martin ; mais cet instrument étant arrivé après que le jugement avait été rendu, il a été écarté du concours, et la préférence est restée aux pianos de M. Martin.

Il a été accordé à ce facteur, pour ses pianos carrés à deux cordes, son gymnase digital, instrument dès plus recommandables pour le développement et la souplesse des doigts, etc., ses différentes inventions, a fin de l’encourager dans les efforts qu’il fait journellement pour le perfectionnement de ses instrumens, une médaille d’argent.

Boisselot, Martin et Cropet ont exposé chacun un piano droit. Celui de M. Boisselot est un meuble en palissandre, forme moyen-âge, du style le plus gracieux et le plus élégant. Celui de M. Martin est un secrétaire-piano qui sert à la fois de bureau; l’invention en est fort ingénieuse et lemeuble aussi des plus élégans et des plus riches.

Le piano droit de M. Cropet est tout simplement un piano droit fort gracieux et surtout fort bon. Ce piano a lutté avec avantage contre ceux de M. Martin et Boisselot, qui sont cependant fort remarquables.

Le juri a trouvé l’instrument de M. Cropet supérieur, et lui a accordé une médaille d’argent en récompense du laient et des soins qu’il a déployés dans la confection de cet instrument.“

(aus “Exposition des Produits des Beaux-Arts et de l’Industrie: Dans les galeries du Capitole à Toulouse en 1840”, p. 106-107

Rousselot & Decombes - Etikett in einem Klavier ca. 1840

Rousselot & Decombes – Etikett in einem Klavier ca. 1840

 

Bei der erneuten Ausstellung in Toulouse im Jahr 1845 wurde Rousselot mit der Goldmedaille für seine hervorragenden Instrumente geehrt. Hervorgehoben wird die Reinheit des Klanges und die Gleichmäßigkeit und Leichtigkeit der Tastatur. Ebenso werden das silbrige Timbre und der kräftige Bass der Flügel gelobt. In dem Bericht heißt es:

 

„Médailles d’Or. MM. ROUSSELOT et Comp.e, à Nîmes (Gard), Ont exposé des pianos droits, des pianos carrés et un piano à queue petit format.

Ces instruments se recommandent en général par la pureté du son, l’égalité et la facilité de leurs claviers. Les pianos carrés ont été jugés préférables aux pianos droits. MM. Rousselot n’ont exposé qu’un piano à queue petit format. Cet instrument a paru fort bien établi, la qualité de son en est belle, le timbre des notes supérieures est argentin, lemilieu sonore, et les basses ont une grande puissance. Cet instrument a été comparé par le juri à un piano du même format de Pleyel; il a soutenu la comparaison avec honneur; c’est lui faire une belle part d’éloges.

Le juri a reconnu dans les oeuvres de ces facteurs des qualités essentielles; ils occupent un nombreux personnel d’ouvriers et ils confectionnent dans leurs ateliers tout ce qui a rapport aumécanisme du piano, soit en ouvrage de fonte, fer, cuivre, etc., ce qui leur permet d’établir leurs instruments à des prix modérés, tout eu les rendant solides et durables. Par toutes ces considérations, le juri décerne à MM. Rousselot et Comp.e une médaille d’or.“

(aus “Exposition des Produits des Beaux-Arts et de l’industrie : A Toulouse dans les galeries du Capitole“, 1845, Rosalis)

 

 

Weitere erhaltene Instrumente von Rousselot Frères:

 

 

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Bland & Weller 1794 https://www.ericfeller.de/instrumente/bland-weller-1794/ Sun, 10 Apr 2022 18:43:53 +0000 https://www.ericfeller.de/?post_type=instrumente&p=821 Ende des 18. Jahrhunderts gab es neben vielen Instrumentenbauern in London auch eine große Anzahl von Verlagsgeschäften, in denen mit Noten gehandelt wurde. Oft war die Kombination aus Instrumentenbauer und Verleger zu finden. Teilweise wurden auch Instrumente in Fremdarbeit bei namenhaften Klavierbauern in Auftrag gegeben und diese dann vom Musikaliengeschäft mit dem eigenen Namen versehen […]

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Ende des 18. Jahrhunderts gab es neben vielen Instrumentenbauern in London auch eine große Anzahl von Verlagsgeschäften, in denen mit Noten gehandelt wurde. Oft war die Kombination aus Instrumentenbauer und Verleger zu finden. Teilweise wurden auch Instrumente in Fremdarbeit bei namenhaften Klavierbauern in Auftrag gegeben und diese dann vom Musikaliengeschäft mit dem eigenen Namen versehen und dann verkauft. Zu einem dieser Verlagshäuser, die auch Instrumente unter dem eigenen Namen verkauften, gehörten Bland & Weller. Besonders interessant ist, dass es sich dabei um ein Musikaliengeschäft handelte, welches von einer Frau – Anne Bland – geführt wurde. Mit großer Wahrscheinlichkeit ist sie einer der ersten Frauen in diesem Geschäft gewesen.

Das hier vorliegende Instrument wurde 1794 in London gebaut und ist ein Zeugnis der Zusammenarbeit von Anne Bland und E. Weller. Ob es sich bei E. Weller ebenfalls um eine Frau handelt ist bisher noch ungeklärt.

Der Korpus des Instrumentes und das passende originale Gestell sind aus Mahagoni und mit mehrfarbigen Intarsien verziert. Bei der Mechanik handelt es sich um eine Single Action mit Einzeldämpfern, doppelchöriger Saitenbezug und es gibt zwei Registerhebel für die Dämpfungsaufhebung und den Lautenzug. Die Untertasten sind mit Elfenbein und die Obertasten mit Ebenholz belegt. Das Vorsatzbrett ist mit Girlanden aus Intarsien verziert und in einer ovalen Kartusche signiert mit:

„Bland & Weller

No. 23 Oxford Street London.“

Square Piano by Bland & Weller, London 1794 - Eric Feller Collection (2)

Bland & Weller, London 1794 – Signatur – Eric Feller Collection

 

Weiterhin findet sich eine Signatur auf dem Unterboden mit Bleistift und dem Herstellungsjahr 1794. Interessant sind die Verzierungen an den Innenseiten der Klaviatur: Dort sind aus mehrfarbigen Intarsien jeweils links und rechts das heraldische Badge des Prinzen von Wales, symbolisiert durch drei Straußenfedern, eingelassen. Es ist anzunehmen, dass Bland & Weller damit eine gewisse Nähe zum Königshaus suggerieren wollten, um den Absatz des Geschäftes zu stärken. Bisher ist nicht bekannt, dass sie dieses Privileg besaßen das Königshaus zu beliefern. Bei anderen Klavierbauern wie beispielsweise Joseph Dale oder John Broadwood, die dieses Privileg innehatten, wurde dieses auf dem Vorsatzbrett mit erwähnt. Unabhängig davon ist auch anzunehmen, dass es Anne Bland als Frau nicht leicht hatte, sich in einer männlich dominierten Gesellschaft zu behaupten.

Square Piano by Bland & Weller, London 1794 - Eric Feller Collection (4)

Bland & Weller, London 1794 – Intarsien – Eric Feller Collection

 

 

1784 gründete Anne Bland ihr Musikaliengeschäft in der Oxford Street in London und handelte mit Noten und Instrumenten. Ihr Geburtsdatum ist bislang nicht bekannt. Neben vielen bekannten Kompositionen von verschiedenen Komponisten gab sie ab circa 1790 eine jährliche Notensammlung mit Tänzen heraus.

Trade Card Bland & Weller, London 1790 - The British Museum

Trade Card Bland & Weller, London 1790 – The British Museum

 

1793 ging sie eine Partnerschaft mit E. Weller ein und die Firma wurde in Bland & Weller umbenannt. 1818 zog sie sich aus dem Geschäft zurück. Von 1819 bis 1821 lautet der in den Handelsverzeichnissen angegebene Name Weller & Co. Besonders die Kompositionen von James Hook (1746 – 1827) wurden ab 1793 bis mindestens 1800 veröffentlicht. Ebenfalls wurde die erste englische Ausgabe von drei Mozart-Klaviersonaten (KV 280, 282, 283) herausgegeben.

Trade Card Bland & Weller, London c. 1810 - The British Museum

Trade Card Bland & Weller, London c. 1810 – The British Museum

 

1805 erwarb die Firma von dem Komponisten, Musiker und Schriftsteller Charles Dibdin (1745 – 1814) die Urheberrechte von 360 seiner Lieder zusammen mit dem musikalischen Bestand aus seinem Verlagsgeschäft, welches er aufgrund von finanziellen Schwierigkeiten aufgeben musste. Die Urheberrechte kauften sie zu einem Preis von £ 1.800 plus einer jährlichen Summe von £ 100 für die nächsten drei Jahre.

Square Piano by Bland & Weller, London 1794 - Eric Feller Collection (3)

Bland & Weller, London 1794 – Tastatur – Eric Feller Collection

 

 

Weitere erhaltene Instrumente von Bland & Weller:

  • 1792 – 1818 Tafelklavier – Japan/Tokyo: Musashino Academia Musicae, Museum of Musical Instruments, Tokio Japan

 

 

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Collard & Collard ca. 1843 https://www.ericfeller.de/instrumente/collard-collard-ca-1843/ Fri, 08 Apr 2022 20:45:28 +0000 https://www.ericfeller.de/?post_type=instrumente&p=817 Die Firma Collard & Collard gehörte im 19. Jahrhundert in England zu den führenden Klavierbaufirmen und wurde im Jahr 1832 von den beiden Brüdern Frederick William und William Frederick Collard gegründet. Beide waren zuvor schon in Partnerschaft mit dem Komponisten und Klavierbauer Muzio Clementi (1752 – 1832) und anderen Partner gewesen.   Der Korpus dieses […]

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Die Firma Collard & Collard gehörte im 19. Jahrhundert in England zu den führenden Klavierbaufirmen und wurde im Jahr 1832 von den beiden Brüdern Frederick William und William Frederick Collard gegründet. Beide waren zuvor schon in Partnerschaft mit dem Komponisten und Klavierbauer Muzio Clementi (1752 – 1832) und anderen Partner gewesen.

Frederick William Collard by Charles Turner, after James Lonsdale - National Portrait Gallery London

Frederick William Collard von Charles Turner, nach James Lonsdale – National Portrait Gallery London

 

Der Korpus dieses eleganten Instrumentes ist aus Walnussholz gefertigt mit aufwändigen Schnitzereien an den Seiten und den drei Beinen. Zwei hölzerne Applikationen zum Verschließen des Deckels sind umlaufend angebracht. Das Notenpult ist aufwändig verziert und von der Rückseite mit hellgrüner Seide bespannt. Die Tastatur ist aus Elfenbein und Ebenholz gearbeitet, die Hämmer sind mit Filz bezogen, durchgängig 2-chöriger Saitenbezug und das Instrument verfügt über eine Einzeldämpfung. Die Lyra verfügt über zwei hölzerne Pedale für die Dämpfungsaufhebung und una corda. Der Klaviaturumfang beträgt 6 Oktaven plus zwei Töne (FF – g4).

Hammerflügel Collard & Collard, London ca. 1843 - Seriennummer - Eric Feller Collection

Hammerflügel Collard & Collard, London ca. 1843 – Seriennummer – Eric Feller Collection

 

Die Seriennummer (45423) ist auf der linken Seite des Stimmstockes mit Tinte geschrieben. Weiterhin gibt es eine Signatur, dass der Hammerflügel in Leeds verkauft wurde. Das Vorsatzbrett trägt die Aufschrift:

„Patent Repeater

Collard & Collard

late

Clementi, Collard & Collard

London”

Hammerflügel Collard & Collard, London ca. 1843 - Eric Feller Collection (2)

Hammerflügel Collard & Collard, London ca. 1843 – Eric Feller Collection (2)

 

Das Instrument verfügt über eine metallene Anhangplatte und drei Metallspreizen im Diskant. Insgesamt besticht der Hammerflügel durch seine äußerst präzise Ausfertigung, die elegante Erscheinung und den sehr dunklen Klang. Collard & Collard hatten verschiedene Instrumente im Angebot. Die Ausführungen der Flügel und Tafelklaviere waren in Mahagoni, Palisander und Walnuss verfügbar. Ebenfalls gab es zu der damaligen Zeit verschiedene Größen bezüglich Länge und Oktavanzahl. Die Firma produzierte bis ins 20. Jahrhundert hinein Instrumente, wurde jedoch 1929 an die Chappell Piano Company in London verkauft. Der Name Collard & Collard wurde bis etwa 1960 geführt. Durch einen Brand im Jahr 1963 wurden jedoch leider alle Aufzeichnungen von Collard und Clementi zerstört, die bei der Firmenübergabe 1929 in den Besitz von Chappell Pianos übergingen. Dies macht es heute äußerst schwierig, die erhaltenen Instrumente genau zu datieren.

 

Für detaillierte Informationen über die Firmengeschichte von Collard & Collard klicken Sie hier.

Hammerflügel Collard & Collard, London ca. 1843 - Eric Feller Collection (7)

Hammerflügel Collard & Collard, London ca. 1843 – Eric Feller Collection (7)

 

Weitere erhaltene Instrumente von Collard & Collard:

  • 1840 Hammerflügel (No. 42573) – Thomas Strange, Easley USA
  • 1840 Hammerflügel (No. 41978) – vormals Sammlung Richard Burnett, Finchcocks Musical Museum, England (derzeitiger Verbleib unbekannt)

 

 

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Schüler und Wittmayer 1949 https://www.ericfeller.de/instrumente/schueler-und-wittmayer-1949/ Thu, 07 Apr 2022 16:50:01 +0000 https://www.ericfeller.de/?post_type=instrumente&p=809 Den Namen Kurt Wittmayer verbindet man heute zusammen mit Neupert und Sperrhake zu den besonders aktiven und erfolgreichen Cembalobauern der Nachkriegszeit. Durch ihre neuen Instrumente erlebte das Cembalo eine großflächige Neuentdeckung im europäischen Raum in der Zeit nach 1945. Das hier vorliegende Instrument wurde 1949 in Bad Reichenhall gebaut und ist ein Zeugnis für die […]

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Den Namen Kurt Wittmayer verbindet man heute zusammen mit Neupert und Sperrhake zu den besonders aktiven und erfolgreichen Cembalobauern der Nachkriegszeit. Durch ihre neuen Instrumente erlebte das Cembalo eine großflächige Neuentdeckung im europäischen Raum in der Zeit nach 1945. Das hier vorliegende Instrument wurde 1949 in Bad Reichenhall gebaut und ist ein Zeugnis für die kurze Zusammenarbeit in der Anfangszeit von Kurt Wittmayer und Rudolf Schüler (1911 – 1995). Das Cembalo ist in einer modernen Bauweise gefertigt (Rastenbauweise), die an den Klavierbau der damaligen Zeit angelehnt ist. Bisher sind viele Instrumente von Kurt Wittmayer bekannt, ebenfalls auch einige von Rudolf Schüler, aber Instrumente aus der Zusammenarbeit der beiden Instrumentenbauer sind sehr selten und somit stellt dieses Instrument firmengeschichtlich eine besondere Rarität dar. Die Zusammenarbeit ging von 1949 bis 1951. Danach trennten sich beide und fertigten ihre eigenen Instrumente.

Der Korpus ist aus Eiche gefertigt und hat eine eckige Flügelform mit einem nach unten geschlossenen Korpusboden. Der gesamte Korpus ist sehr schmal gehalten (nur 12 cm) und wirkt dadurch seiner Zeit weit voraus und innovativ. Das Instrument steht auf drei runden Beinen, die einen Kontrast zu der eckigen Form bilden, die sich sehr harmonisch in das Gesamtbild einfügen.

Cembalo Schüler und Wittmayer, Bad Reichenhall 1949 - Eric Feller Collection (2)

Cembalo Schüler und Wittmayer, Bad Reichenhall 1949 – Eric Feller Collection (2)

 

Das Cembalo verfügt über 2 Springerreihen mit Holzspringer und Kielen aus Leder, zwei Registern (8’ und 4’) sowie einem Lautenzug für das 8’ – Register, der geteilt ist.  Der Umfang beträgt 4 ½ Oktaven (CC – f3). Interessant ist, dass die Springer über eine Metallfeder nach unten gedrückt werden. Im Resonanzboden befindet sich eine Rosette. Das Vorsatzbrett ist signiert mit:

„Schüler und Wittmayer“

Cembalo Schüler und Wittmayer, Bad Reichenhall 1949 - Vorsatzbrett - Eric Feller Collection

Cembalo Schüler und Wittmayer, Bad Reichenhall 1949 – Vorsatzbrett – Eric Feller Collection

 

Der Deckel des Instrumentes ist zweigeteilt und die Deckelklappe fungiert umgeklappt als Notenpult. Darunter befindet sich mit Bleistift das Herstellungsjahr 1949. Die Register lassen sich nur über eine Schiebekoppel schalten. In der vorderen Stellung ist das 4‘-Register zu hören, in der mittleren Stellung die Kombination aus 8‘ und 4‘ und in der hinteren Stellung das 8‘-Register. An den Seiten befinden sich zwei Hebel für den Lautenzug.

Cembalo Schüler und Wittmayer, Bad Reichenhall 1949 - Eric Feller Collection (3)

Cembalo Schüler und Wittmayer, Bad Reichenhall 1949 – Eric Feller Collection (3)

 

Der Klang des Instrumentes ist sehr klar und obertonreich. Allerdings muss hier deutlich gesagt werden, dass der Klang mit einem historischen Cembalo gar nicht vergleichbar ist, handelt es sich durch die Konstruktion ja um ein völlig neues Instrument, dass mit den alten Cembali lediglich die Klangerzeugung gemeinsam hat.

Kurt Wittmayer (1917 - 1997)

Kurt Wittmayer (1917 – 1997)

 

Kurt Wittmayer wurde am 22. November 1917 in Sibiu, Rumänien geboren. Nach seinem Abitur studierte er in Leipzig, Rom und Salzburg Orgel. Seit 1945 beschäftigte er sich autodidaktisch mit dem Cembalo- und Clavichordbau, erst alleine und später mit dem Bauingenieur Rudolf Schüler (1911 – 1995). Im Februar 1949 eröffneten beide eine gemeinsame Werkstatt für historische Tasteninstrumente in Bad Reichenhall. Die Zusammenarbeit hielt jedoch nur knapp 3 Jahre und 1951 trennten sich beide und jeder baute seine eigenen Instrumente. Durch die steigende Nachfrage an den neuen Instrumenten konnte er seine Werkstatt kontinuierlich vergrößern.

Kurt Wittmayer Company (1)

Kurt Wittmayer Company (1)

 

Seit 1950 baute Kurt Wittmayer Instrumente in Königsdorf, ab 1952 in Geretsried-Gartenberg und 1967 auch in Wolfratshausen. Die Instrumente erreichten eine hohe Produktionszahl. In den späteren Jahren wurden von der Firma auch historische Kopien gebaut, da der Trend weg von der Rastenbauweise ging. Kurt Wittmayer starb am 4. September 1997 in Bad Tölz.

Kurt Wittmayer Company (2)

Kurt Wittmayer Company (2)

 

 

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Robert Wales ca. 1810 aus dem Besitz von Carolina Oliphant – Lady Nairne https://www.ericfeller.de/instrumente/robert-wales-ca-1810-aus-dem-besitz-von-carolina-oliphant-lady-nairne/ Fri, 01 Apr 2022 19:11:57 +0000 https://www.ericfeller.de/?post_type=instrumente&p=798   London war eines der Zentren im Klavierbau im späten 18. und frühen 19. Jahrhundert. Dementsprechend siedelten sich viele Klavierbauer dort an und produzierten eine große Menge an den neu in Mode gekommenen Tasteninstrumenten. Die Nachfrage war enorm, da das gehobene Bürgertum und der Adel ein sehr großes Interesse an diesen Instrumenten zeigten. Neben den […]

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Carolina Oliphant, Baroness Nairne, Portrait by John Watson Gordon, c. 1818.

Carolina Oliphant, Baroness Nairne, Portrait von John Watson Gordon, c. 1818 – National Galleries of Scotland

 

London war eines der Zentren im Klavierbau im späten 18. und frühen 19. Jahrhundert. Dementsprechend siedelten sich viele Klavierbauer dort an und produzierten eine große Menge an den neu in Mode gekommenen Tasteninstrumenten. Die Nachfrage war enorm, da das gehobene Bürgertum und der Adel ein sehr großes Interesse an diesen Instrumenten zeigten. Neben den bekannten Klavierbauern wie beispielsweise John Broadwood (1732 – 1812) oder Muzio Clementi (1752 – 1832) gab es auch eine Vielzahl an Instrumentenbauern, die heute weniger bekannt sind, aber deren Instrumente denen der bekannteren Hersteller in nichts nachstehen. Zu diesen gehörte auch Robert Wales. Zudem hat dieses hier vorgestellte Instrument eine spannende Historie, denn es stammt aus dem Besitz von Carolina Oliphant – Lady Nairne (1766 – 1845), die in der Musikgeschichte als Sammlerin und Komponistin von vielen schottischen Liedern und Balladen bekannt ist.

Der Korpus des Tafelklaviers ist aus Mahagoni mit umlaufenden mehrfarbigen Bandintarsien aus verschiednen Hölzern. Das Instrument steht auf sechs gedrechselten Beinen mit Messingrollen und Bronzeapplikationen. Die Untertasten sind mit Elfenbein und die Obertasten mit Ebenholz belegt.

Weiterhin verfügt das Tafelklavier über ein hölzernes Pedal zur Dämpfungsaufhebung. Bei der Mechanik handelt es sich um eine Double Action mit belederten Hämmerchen und Einzeldämpfern und es ist zweichörig besaitet. Das Vorsatzbrett ist bemalt und trägt in einer rechteckigen Kartusche die Signatur:

„Royal Patent

Robt. Wales

Maker

London”

Robert Wales, London ca. 1810 owned by Carolina Oliphant - Nameboard - Eric Feller Collection

Robert Wales, London ca. 1810 owned by Carolina Oliphant – Vorsatzbrett – Eric Feller Collection

 

Auf dem Stimmstock befindet sich die handschriftliche Seriennummer: 2300. Darunter befindet sich gestempelt: R – Wales Maker. Weiterhin findet sich auf dem Resonanzboden eine handschriftliche Signatur mit Tinte:

„Sold by Rob. Purdie

70 Princes Street

Edinburgh“

Robert Purdie (oder auch Purday geschrieben) entstammte einer im Bereich des Musikverlagwesens aktiven Familie, die in London und Edinburgh sehr stark vertreten war. Das schottische Musikaliengeschäft hatte sich durch Musikinstrumente und Noten eine hohe Reputation erarbeitet.

Robert Wales, London ca. 1810 owned by Carolina Oliphant - Signature - Eric Feller Collection

Robert Wales, London ca. 1810 owned by Carolina Oliphant – Signatur – Eric Feller Collection

 

Weiterhin befindet sich auf der Rückseite des Vorsatzbrettes eine handschriftliche Signatur mit Bleistift:

„Carolina Oliphant‘s Piano“

Carolina Oliphant – Lady Nairne, Baroness Nairne in der Peerage von Schottland und Baroness Keith des Vereinigten Königreichs war eine schottische Sammlerin und Komponistin von Liedern und Balladen. Viele ihrer Lieder sind bis heute in England und Schottland sehr beliebt. Carolina Nairne war wie ihr Zeitgenosse Robert Burns (1759 – 1796) durch das jakobinische Erbe stark beeinflusst, wenngleich beide unterschiedliche Ansätze zu ihren Kompositionen und Gedichten hatten. Nairne konzentrierte sich auf eine frühere romantisierte Version der schottischen Lebensweise, die von Traurigkeit über das Vergangene gefärbt ist. Robert Burns hingegen verfolgte eher einen Optimismus in Bezug auf eine bessere Zukunft.

The auld hoose of Gask, Perthshire - Birthplace of Carolina Oliphant

The auld hoose of Gask, Perthshire – Geburtshaus von Carolina Oliphant

 

Carolina Oliphant wurde am 16. August 1766 in Auld Hoose, Gask, Perthshire (das Stammhaus der Familie ihres Vaters) geboren. Sie war das vierte Kind der drei Söhne und vier Töchter von Laurence Oliphant (1724 – 1792), Laird of Gask, und seiner Frau Margaret Robertson (1739 – 1774). Ihre Mutter war die älteste Tochter von Duncan Robertson of Struan, dem Oberhaupt des Donnachie – Clans, der in den Aufständen von 1715 und 1745 auf der Seite der Jakobiner kämpfte. Ihr Vater war ebenfalls ein überzeugter Jakobiner und sie erhielt eine dementsprechende und fundierte Ausbildung, die auch Musik und Kunst beinhaltete. Carolina entwickelte sich zu einer bezaubernden jungen Dame, die in den angesehenen Kreisen viel Lob und Zuspruch erhielt.

Taufeintrag für Carolina Oliphant Old Parish Register (OPR) für Findo Gask. National Records of Scotland

Taufeintrag für Carolina Oliphant Old Parish Register (OPR) – National Records of Scotland

 

Als junges Mädchen wurde Carolina mit William Murray Nairne verlobt, einem weiteren Enkel von Lord Nairne, der 1824 der 5. Lord Nairne wurde. Nachdem er zum stellvertretenden Generalinspektor einer schottischen Kaserne befördert worden war, heirateten die beiden am 2. Juni 1806. Das Paar ließ sich in Edinburgh nieder, wo zwei Jahre später ihr einziger Sohn namens William Murray Nairne (1808–1837) geboren wurde.

Birth entry of William Nairne. - National Records of Scotland

Geburtseintragung von William Nairne. – National Records of Scotland

 

1830 starb Carolinas Ehemann und sie lebte für einige Zeit mit ihrem Sohn in Irland und auf dem Kontinent. Der schlechte Gesundheitszustand ihres Sohnes, der sie seit der Geburt begleitete, verschlimmerte sich und er starb im Dezember 1837 in Brüssel. Darauf kehrte Carolina 1843 nach Gask zurück. Nach einem Schlaganfall verschlechterte sich ihr Gesundheitszustand und sie starb am 26. Oktober 1845.

Carolina Oliphant, Lady Nairne with her son William Murray Nairne, later 6th Lord Nairne by Sir John Watson Gordon - National Galleries of Scotland

Carolina Oliphant, Lady Nairne mit ihrem Sohn William Murray Nairne, dem späteren 6. Lord Nairne – Sir John Watson Gordon – National Galleries of Scotland

 

Carolina Nairne begann kurz nach dem Tod ihres Vaters im Jahr 1792, Lieder zu komponieren. Durch ihre fundierte Erziehung konnte sie Noten lesen, spielte Cembalo und das Pianoforte. Schon früh beschäftigte sie sich mit Volksliedern und versah bekannte Melodien mit eigenen Texten. Nach dem Umzug des Paares 1806 nach Edinburgh knüpften sich erste Kontakte zu dem Musikaliengeschäft von Robert Purdie, wo Carolina mit großer Wahrscheinlichkeit auch das Tafelklavier von Robert Wales erwarb. Durch die gesellschaftlichen Konventionen der damaligen Zeit, die es einer Frau in einer männlich dominierten Gesellschaft schwer machten, unternahm Carolina erhebliche Anstrengungen, um ihre Identität zu verbergen. Selbst vor ihrem Ehemann verheimlichte sie ihre Aktivitäten. In den 1820er Jahren schrieb sie an eine Freundin: „Ich habe es nicht einmal Nairne gesagt, damit er nicht plappert.“

Um ihre Kompositionen einem großen Kreis verfügbar zu machen begann sie unter dem Pseudonym „Mrs. Bogan of Bogan“ oder später dann nur unter den geschlechtsneutralen Initialen „B. B.“ oder „S. M.“ ihre Werke zu veröffentlichen. Ein Großteil ihrer Arbeit wurde in Robert Purdies „The Scottish Minstrel“ (1821 – 24; in sechs Bänden) veröffentlicht. Einmal erschien sie auf Drängen ihres Verlegers Purdie als ältere Dame vom Land verkleidet. Es gelang ihr, Purdie davon zu überzeugen, dass sie nur eine Sammlerin für die Lieder war, die sie von einfachen Landleuten gesammelt hatte. Jedoch das gesamte Redaktionskomitee des „The Scottish Minstrel“ (welches nur aus Frauen bestand) war sich ihrer Identität bewusst, ebenso wie ihre Schwester, Nichten und Großnichte. Aus Briefen geht hervor, dass sie bei ihren offiziellen Besuchen im Verlag immer einen alten, verschleierten Umhang trug, in der Hoffnung, nicht erkannt zu werden. Ebenso verschleierte sie ihre Handschrift bei ihren eingereichten Werken.

Noten für „To the Land of the Leal“, komponiert 1797 - 1798

„To the Land of the Leal“, komponiert 1797 – 1798

 

Das musikalische und literarische Schaffen von Lady Carolina Nairne ist bis heute immanent. Ihre Lieder gehören zum schottischen und englischen Volksgut und sie sind für viele Menschen identitätsbildend.

 

Über den Instrumentenbauer Robert Wales ist bisher leider nur sehr wenig bekannt. Gesichert ist, dass er in der Charles Street No. 33, Hampstead Road in Edinburgh ansässig war. 1819 war er Partner von John Whitaker und hatte die Adresse Paul`s Churchyard No. 75, was bisher durch ein einziges erhaltenes Instrument belegt ist. Weiterhin ist bekannt, dass er Klaviere für William Hodsoll baute. Anhand der Seriennummer (No. 2300) auf dem hier vorliegenden Instrument lässt sich schließen, dass er sehr aktiv war und viele Instrumente baute. Mit großer Wahrscheinlichkeit jedoch wurden diese Instrumente nicht nur unter seinem Namen verkauft, sondern er belieferte damit andere Händler.

 

 

Weitere erhaltene Instrumente von Robert Wales:

  • 1819 Tafelklavier Wales, Robert, & John Whitaker (No. ?) – Western Australian Academy of Performing Arts, Edith Cowan University, Perth Australien
  • ca. 1820 Tafelklavier (No. ?) – Sammlung Patricia Theodorou, England
  • 1819 – 1823 Tafelklavier von Robert Wales für John Monro (No. ?) – Sammlung Peter Owen, Blagdon England
  • ca. 1830 Cabinet Piano von R. Wales für William Hodsoll (No. ?) – Sammlung Universität Leipzig, Musikinstrumenten-Museum, Leipzig Deutschland – zerstört im 2. Weltkrieg

 

 

Literatur:

  • Bold, Valentina (2006), Ewan, Elizabeth; Innes, Sue; Reynolds, Siân (eds.), “The Biographical Dictionary of Scottish Women: From the Earliest Times to 2004”, Edinburgh University Press, ISBN 978-0-7486-1713-5
  • Fry, Michael (2014), “A Higher World: Scotland 1707–1815”, Birlinn, ISBN 978-0-85790-832-2
  • McGuirk, Carol (2006), “Jacobite History to National Song: Robert Burns and Carolina Oliphant (Baroness Nairn)”, The Eighteenth Century, University of Pennsylvania Press
  • Rogers, Charles (1869), “Life and Songs of the Baroness Nairne; with a memoir and poems of Caroline Oliphant the younger”, Charles Griffin
  • Thomson, Thomas (1875), „Nairn, Carolina“, Biographical Dictionary of Eminent Scotsmen, vol. 2, Blackie & Sons
  • Tytler, Sarah; Watson, J. L. (1871), “The Songstresses of Scotland”, vol. 2, Strahan

 

 

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Muzio Clementi 1801 https://www.ericfeller.de/instrumente/muzio-clementi-1801/ Wed, 16 Feb 2022 17:09:47 +0000 https://www.ericfeller.de/?post_type=instrumente&p=786 Tafelklaviere aus der Anfangszeit der der Firma von Muzio Clementi sind selten. Dieses frühe Instrument stammt aus dem Jahr 1801 und zeigt noch deutlichen Einfluss der von Clementi übernommenen Firma Longman & Broderip, was am Emailleschild des Vorsatzbrettes zu erkennen ist. Darüber hinaus verfügt es über eine sehr progressive und edle Ausstattung mit Messingintarsien und […]

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Tafelklaviere aus der Anfangszeit der der Firma von Muzio Clementi sind selten. Dieses frühe Instrument stammt aus dem Jahr 1801 und zeigt noch deutlichen Einfluss der von Clementi übernommenen Firma Longman & Broderip, was am Emailleschild des Vorsatzbrettes zu erkennen ist. Darüber hinaus verfügt es über eine sehr progressive und edle Ausstattung mit Messingintarsien und kannelierten Beinen, was darauf schließen lässt, dass es sich um eines der hochpreisigen und neuen Modelle aus dem Angebot der Firma handeln muss.

Der Korpus des Instrumentes ist aus Mahagoni mit umlaufenden mehrfarbigen Bandintarsien aus verschiedenen Hölzern und Messing. Das Instrument steht auf sechs kannelierten Beinen mit Messingrollen. Die Untertasten sind mit Elfenbein und die Obertasten mit Ebenholz belegt. Das Instrument verfügt über ein hölzernes Pedal zur Dämpfungsaufhebung. Bei der Mechanik handelt es sich um eine double action mit belederten Hämmerchen und Einzeldämpfern. Darüber befand sich ein dust cover, welches leider fehlt.

Das Instrument ist zweichörig besaitet. Das Vorsatzbrett ist mit Girlanden aus Blumen und Ranken bemalt und in einer weißen Kartusche aus Emaille signiert mit:

„New Patent

Muzio Clementi & Comp.

No. 26 Cheapside

London”

Muzio Clementi, London 1801 - Eric Feller Collection (Nameboard)

Muzio Clementi, London 1801 – Eric Feller Collection (Signatur)

 

Die weiße Kartusche auf dem Vorsatzbrett geht noch auf die Instrumente von Longman & Broderip zurück, die ihre Instrumente so signierten und die Clementi in seinen Anfangsjahren (auch noch unter Longman & Clementi) ebenfalls verwendete. Die Tafelklaviere von Clementi waren immer mit zwei Seriennummer versehen: eine gestempelte Nummer auf der linken Seite und eine handschriftliche Nummer mit Tinte auf dem Stimmstock (gestempelt: 1845 – handschriftlich: 1481).

Das von Clementi verwendete System zählt mit der handschriftlichen Nummer die generelle Produktion von Klavieren seit der Übernahme der Firma Longman & Broderip im Jahre 1798. Die gestempelten Nummern hingegen führen die Produktion von Tafelklavieren der übernommenen Firma Longman & Broderip fort, jedoch nur Instrumente mit dem 1794 eingeführten „New Patent“. Andere Instrumente (beispielsweise Instrumente mit „single action“, Flügel oder Cabinet Pianos) wurden in anderen Gruppen (die zeitlich begrenzt waren) zusammengezählt.

Anhand dieser Seriennummern lässt sich das Baujahr dieses Instrumentes auf 1801 ableiten. (vgl.: Clementi & Co 1798–1830 Pianoforte Manufacture in London, Leif Sahlqvist 2013)

 

Detaillierte Informationen über die Firma Muzio Clementi & Co. finden Sie hier!

 

Weitere erhaltene Instrumente von Muzio Clementi & Co.:

  • 1803 Tafelklavier (No. 3468) – Newton Centre: Marlowe A. Sigal Collection, USA
  • 1803 Tafelklavier (No. 2335) – Museu da Musica Lissabon, Portugal
  • 1806 Tafelklavier (No. 4095) – Deutsche Museum München, Deutschland

 

 

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John Broadwood and Sons 1815 – Compensator https://www.ericfeller.de/instrumente/john-broadwood-and-sons-1815-compensator/ Tue, 01 Feb 2022 21:20:05 +0000 https://www.ericfeller.de/?post_type=instrumente&p=782 Innerhalb weniger Jahre durchlief das Tafelklavier eine rasante Entwicklung. Permanent wurden Verbesserungen vorgenommen, um den Klang, die Stimmhaltung und die Spielweise zu verfeinern. Dieses äußerst elegante Tafelklavier aus dem Jahr 1815 zeigt eine besondere und sehr frühe Verbesserung auf. Waren die gesamten Instrumente bisher immer aus Holz gefertigt, so versuchte man durch den Einbau einer […]

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Innerhalb weniger Jahre durchlief das Tafelklavier eine rasante Entwicklung. Permanent wurden Verbesserungen vorgenommen, um den Klang, die Stimmhaltung und die Spielweise zu verfeinern. Dieses äußerst elegante Tafelklavier aus dem Jahr 1815 zeigt eine besondere und sehr frühe Verbesserung auf. Waren die gesamten Instrumente bisher immer aus Holz gefertigt, so versuchte man durch den Einbau einer metallenen Spreize das gesamte Instrument zu verstärken und somit einem Verzug des Korpus (welcher häufig ganz normal war aufgrund der hohen Spannung der Saiten) zu verhindern und eine verbesserte Stimmhaltung zu gewährleisten.

Der Korpus des Instrumentes ist aus Mahagoni und Palisander mit umlaufenden Bandintarsien in Messing. Das Instrument steht auf 6 gedrechselten Beinen mit Messingrollen und feuervergoldeten Bronzeringen. Das gesamte Instrument ist von der Form und Ausstattung im typischen „Regency-Stil“ gehalten. An der vorderen linken und rechten Front ist jeweils eine Schublade eingelassen. Die Untertasten sind mit Elfenbein und die Obertasten mit Ebenholz belegt. Das Instrument verfügt über ein hölzernes Pedal zur Dämpfungsaufhebung. Bei der Mechanik handelt es sich um eine Double Action mit belederten Hämmerchen und Einzeldämpfern.

Das Instrument ist zweichörig besaitet. Über der Mechanik befindet sich der originale Staubboden, der auf der Rückseite mit der Nummer 157 beschriftet ist. Die gleiche Nummer findet sich ebenfalls noch einmal auf dem Stimmstock. Das Vorsatzbrett ist in unterschiedlichen Hölzern gearbeitet und in einer Kartusche signiert:

„John Broadwood and Sons.

Makers to his Majesty and the Princesses

Great Pulteney Street London Golden Square.“

Nameboard John Broadwood & Sons 1815 Compensator Square Piano - Eric Feller Collection

Vorsatzbrett mit Signatur –  John Broadwood & Sons 1815 Compensator Square Piano – Eric Feller Collection

 

Die Seriennummer befindet sich auf dem Stimmstock im Inneren des Instrumentes und lautet: 19968. Anhand dieser Seriennummern lässt sich das Baujahr 1815 ableiten.

Die Firma John Broadwood produzierte verschiedene Modelle von Tafelklavieren. Je nach Ausführung und verwendeten Hölzern variierten die Preise. Bei diesem Tafelklavier hier muss es sich um eines der teureren Modelle handeln. Die Standardausführungen waren meist in Mahagoni gehalten und nur schlicht mit einigen Bandintarsien verziert. Die Verwendung von Palisander und Messingintarsien sind deutliche Zeichen für ein hochpreisiges Instrument.

Bei diesem Instrument ist die eingelassene metallene Spreize über dem Resonanzboden auffällig. Vereinzelt gab es immer wieder Versuche, die gesamte Korpuskonstruktion und Stimmhaltung durch Verstärkungen zu verbessern. Der stetig wachsenden Klaviaturumfang und die damit verbundenen steigenden Zugkräfte hatten zur Folge, dass sich viele Instrumente verzogen und es zu Schäden am Korpus kam. Bei Flügeln setzten sich diese Verstärkungen ab 1820 durch. Ein besonderes Beispiel dafür sind die „Compensator Frame“ Hammerflügel der englischen Firma Stodart (für weitere Informationen zu diesen Instrumenten – klicken Sie hier).

Ein weiterer wichtiger Faktor und eine Grundvoraussetzung für diese Neuerungen waren die Verbesserung von Herstellungs- und Produktionsprozessen, die immer bessere Materialien hervorbrachten.

 

 

John Broadwood wurde am 6. Oktober 1732 in Oldhamstocks in der Nähe von Cockburnspath in Schottland geboren. Er erlernte den Beruf des Möbeltischlers wie schon sein Vater zuvor. Im Jahr 1761 begann er bei Burkat Shudi (1702 – 1773) in London zu arbeiten und wurde 1770 sein Geschäftspartner. 1771 eröffnete er sein eigenes Geschäft in der Great Pulteney Street in London. John Broadwood heiratete 1769 Burkat Shudis Tochter Barbara in erster Ehe und hatte mit ihr vier Kinder. Nach dem frühen Tode (1776) seiner Frau heiratete er in zweiter Ehe 1781 Mary Kitson und hatte mit ihr sechs Kinder. Er starb am 17. Juli 1812 in London.

 

 

Weitere erhaltene Instrumente von John Broadwood and Sons:

  • 1814 Tafelklavier (No. 8666) – Stanford University Department of Music, Stanford USA
  • 1816 Tafelklavier (No. 20108) – Banchory Crathes Castle, The National Trust for Scotland, UK
  • 1816 Tafelklavier (No. 20953) – Tredegar House, Newport UK

 

 

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Maximilian Heilinger 1832 – 1835 https://www.ericfeller.de/instrumente/maximilian-heilinger-1832-1835/ Wed, 10 Nov 2021 23:15:18 +0000 https://www.ericfeller.de/?post_type=instrumente&p=773 Maximilian (Miksa) Heilinger gehört zu den ungarischen Klavierbauern in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts, die in Fünfkirchen (Pécs) ansässig waren. Wenig ist bisher bekannt über ihn, aber die Wahl des Klaviervirtuosen und Komponisten Franz Liszt (1811 – 1886), eines seiner Instrumente im Jahr 1846 zu spielt, hebt diesen Klavierbauer besonders hervor.   Der Hammerflügel […]

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Maximilian (Miksa) Heilinger gehört zu den ungarischen Klavierbauern in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts, die in Fünfkirchen (Pécs) ansässig waren. Wenig ist bisher bekannt über ihn, aber die Wahl des Klaviervirtuosen und Komponisten Franz Liszt (1811 – 1886), eines seiner Instrumente im Jahr 1846 zu spielt, hebt diesen Klavierbauer besonders hervor.

Konzert Programm von Franz Liszt am 25. Oktober 1846 in Pecs

Konzert Programm von Franz Liszt am 25. Oktober 1846 in Pecs

 

Der Hammerflügel wurde um 1832 – 1835 gebaut und zeigt noch die eckige Form. Er ist komplett aus Holz gebaut, ohne Metallspreizen. Der Korpus ist aus Nussbaum und steht auf drei Balusterbeinen. Die Tastatur ist aus Elfenbein und Ebenholz gearbeitet und ist nicht hervorstehend. Die Hämmer sind mit Leder bezogen und der Flügel verfügt über eine Stiefeldämpfung. Bei der Mechanik handelt es sich um eine Wiener Mechanik, Gradsaiter mit geteiltem Steg und zwei Pedale (Dämpfungsaufhebung und una corda). Der Umfang beträgt 6 Oktaven + Quinte (CC – g4). Das Vorsatzbrett ist mit Messingeinlagen verziert und trägt die Aufschrift:

„M. Heilinger“

Weiterhin gibt es eine zweite Signatur, die auf einem eingeklebten und verziertem Papierschild auf dem Resonanzboden zu finden ist:

„Max Heilinger

Fünfkirchen“

Maximilian Heilinger, Fünfkirchen ca. 1832-35 (9) - Eric Feller Collection

Maximilian Heilinger, Fünfkirchen ca. 1832-35 (Signatur auf dem Resonanzboden) – Eric Feller Collection

Der gesamte Flügel ist extrem präzise gearbeitet und zeigt ein hohes handwerkliches Geschick auf.

Bisher wurde über den Klavierbau im 19. Jahrhundert in Ungarn relativ wenig geforscht und leider gibt es bisher auch nur sehr wenige gesichtete Quellen. Durch den starken Einfluss der Klaviermanufaktur in Wien, entwickelte sich der Klavierbau in Ungarn bautechnisch ähnlich, jedoch wurden weit weniger Instrumente gefertigt, diese dann jedoch mit hohem handwerklichem Geschick. Das neuartige Pianoforte hatte sich seit den 1790er Jahren auch in Ungarn etabliert und die Nachfrage an diesen Instrumenten stieg stetig an. Trotz der hohen Anschaffungskosten und der dann auch daraus resultierenden Folgekosten für Stimmungen und etwaige Reparaturen war die Nachfrage (besonders der Aristokratie) immens hoch.

In den Anfangsjahren dienten mit großer Wahrscheinlichkeit Instrumente aus Wien als Prototyp und wurden von hiesigen Schreinern oder Orgelbauern kopiert. Ab ca. 1810 reichte die eigene Produktion der Instrumente jedoch kaum aus und so wurden viele Klaviere aus Wien importiert und verkauft. Eine interessante Quelle über diese Entwicklung in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts stellen die Ausführungen des ungarischen Klavierbauers Lajos Beregszászy (1817 – 1891) dar.

„Von 1825 bis 1848 befanden sich in Ungarn fortwahrend 20-25 Klaviermacher und manche Firma arbeitete mit so vorzüglichem Erfolge, dass sie, angemessen der damaligen Zeit, mit welchem ausländischen Erzeugnis immer die Konkurrenz bestehen konnte. […] Im Jahre 1846 begann ich [Beregszászy] in Pest die Klavierfabrikation, 1847 Balassowits und Weiss; die beiden letzteren erzeugten bis 1848 jährlich 5-10 Klaviere. Aus diesen Daten ist also ersichtlich, dass bis 1848 in Ungarn ungefähr 20-25 Klavier-Fabrikanten existierten, die zusammen 250-300 Klaviere erzeugten und da den damaligen Verhältnissen entsprechend in Ungarn ein Bedarf von 600 Klavieren bestand, so war die Hälfte mit heimischen Erzeugnissen gedeckt, während heute, wo das Klavier so verbreitet ist, dass kaum eine Haushaltung ohne dasselbe existiert, und jährlich 1800 Stück kaum zur Deckung des Bedarfes genügen, – außer meiner Fabrik, in der jährlich 50-60 höchstens 70 erzeugt werden und außer dem Pressburger Karl Schmidt, der jährlich kaum 10-15 herstellt, kein Klavier-Fabrikant existiert und so ist kaum der zwanzigste Theil des Bedarfes durch heimische Produkte gedeckt.“

Aus: L. Beregszászy, Die Situation der Klavier-Fabrikation in Ungarn. Budapest 1874. S. 3 und 5-6.

 

Hauptzentren des ungarischen Klavierbaues waren die Städte Pest, Buda und Bratislava. Aber darüber hinaus wurden Instrumente auch in anderen Städten produziert, um der enormen Nachfrage gerecht werden zu können. Weiterhin waren die landeseigenen hergestellten Instrumente für das aufstrebende Bürgertum etwas günstiger zu beziehen, da keine großen Transportkosten und Zölle anfielen, wie bei importierten Instrumenten aus Wien. Daraus resultierte ein Anstieg der Klavierbaufirmen ab den 1820er Jahren in Ungarn. Viele Klavierbauer, die sich in den 1780er und 1790er Jahren und Anfang des 19 Jahrhunderts in Ungarn niederließen, stammten aus Deutschland.

 

 

Über Maximilian (Miksa) Heilinger ist nur sehr wenig bisher bekannt. In einem Brief, der im Archiv des Janus Pannonius Museum in Pécs aufbewahrt wird geht hervor, dass er 1832 in Pécs tätig war.

„Tekintetes Nemes Tanács!
1832-dik Évtől, ugy mint attól az időtől, hogy a Tekéntetes Tanács hozott végzése következtében megengedni kegyeskedett, hogy mesterségemet e nemes városban folytathassam – folytonos fáradozásom után csak ugyann sikerült, – hogy a zongorán, annak nagyobb és biztosabb tökéletessége elnyerésére új találmányomul hozzá járulok – és ezen új találmányomra á Nagy Méltóságú Magyar Királyi Helytartó Tanácshoz elnyerendő magányos kiváltság levél végett folyamodásomat béadandok – melly kiváltságlevél elnyerésére a többek között felmutatni szüksége*. hogy több évek olta számos legényekkel a tisztelt közönségnek tellyes megelégedésével mesterségemet folytattam – Hogy számos legényekkel évről évre dolgoztam, közönségessen tudva vagyon, de különben is az esztendei Popularis Conscriptio annak tanuja.
Továbbá, hogy a tisztelt Közönség tellyes megelégedésével az 1832 Évtől mesterségemet folytattam, ennek nyilvános tanúja az – hogy 15 évek alatt bár melly munkámért Tekéntetes Tanács elébe mint bépanaszolat nem idéztettem -.
Midőn Kegyes pártfogásért alázattal esedeznék a szükséges Bizonyítványt kiadattni kérem, megkülönböző tisztelettel maradván A Tekéntetes Nemes Tanácsnak
legalázatosabb szolgája Heilinger Miksa Zongora készítő“

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„Angesehener Adelsrat!

Ab dem Jahre 1832 sowie seit er mir auf Anordnung des Konzilsrats erlaubte, mein Handwerk in dieser edlen Stadt fortzusetzen – nach all meiner harten Arbeit – gelang es mir nur, einen Beitrag zu leisten neue Erfindung des Klaviers, seine größere und sicherere Vervollkommnung. – und ich reiche meinen Antrag für diese neue Erfindung beim Königlichen Würdenrat von Ungarn ein, der unter anderem vergeben werden soll, um einen Privilegienbrief zu erhalten. dass ich viele Jahre lang mit vielen Burschen mein Handwerk zur vollen Zufriedenheit des geschätzten Publikums ausübte.

Dass ich mein Handwerk ab dem Jahre 1832 zur vollen Zufriedenheit des verehrten Publikums fortsetzte, beweist auch die Tatsache, dass ich seit 15 Jahren für keine meiner Arbeiten vor den Tort Council berufen wurde.

Sobald ich demütig um das erforderliche Zertifikat für Barmherzige Schirmherrschaft bitten möchte, verbleibe ich mit besonderem Respekt dem Rat der Vorsätzlichen Adligen.

sein bescheidenster Diener ist Miklós Heilinger, ein Klavierbauer“

Aus: Jahrbuch des Janus Pannonius Museum Pécs, Nr. 32, 1987, herausgegeben 1988, Janus Pannonius Museum

 

Wo sich seine Werkstatt in den Jahren von 1832 bis 1845 befand ist bisher noch unklar. Im Jahr 1845 kaufte er ein Gebäude auf dem Gelände der heutigen Déryné Straße 5 zu einem Preis von 4.500 Gulden von Anna und Borbála Bittó. 1849 verkaufte er das Gebäude jedoch wieder zu einem Preis von 4.000 Gulden. (vgl.: József Madas: Grundstücke und Häuser der Innenstadt von Pécs. Pécs, S. 101, 1918.) Wahrscheinlich verließ er Pécs oder zog erneut um.

Fehér kereszt, Arad 1880

Fehér kereszt, Arad 1880

 

Im November 1846 spielte Franz Liszt eines seiner Instrumente im Hotel Weißes Kreuz (heute Hotel Ardealul) in Arad. Bisher sind nur drei weitere Instrumente bekannt, die aus seiner Werkstatt stammen.

 

 

Weitere erhaltene Hammerflügel von Maximilian Heilinger:

  • 18?? Hammerflügel – Arad
  • 18?? Hammerflügel – Historisches Museum der Stadt Pécs, Ungarn
  • 1860/70 Hammerflügel – Hangszermúzeum (Museum of Musical Instruments), Budapest, Ungarn

 

 

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Friedrich Hoxa 1839 https://www.ericfeller.de/instrumente/friedrich-hoxa-1839/ Wed, 03 Nov 2021 21:14:57 +0000 https://www.ericfeller.de/?post_type=instrumente&p=767 Friedrich Hoxa gehörte zu den bedeutendsten Klavierbauern im 19. Jahrhundert. Leider sind nur wenige Instrumente von ihm bisher erhalten geblieben. Bezeichnend für seine Instrumente sind die exquisite Verarbeitung, der Klang und der stetige Erfindungsreichtum Hoxas, der sich in mehreren innovativen Patenten zur Weiterentwicklung des Klavierbaus findet. Im 19. Jahrhundert waren seine Instrumente in Europa sehr […]

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Friedrich Hoxa gehörte zu den bedeutendsten Klavierbauern im 19. Jahrhundert. Leider sind nur wenige Instrumente von ihm bisher erhalten geblieben. Bezeichnend für seine Instrumente sind die exquisite Verarbeitung, der Klang und der stetige Erfindungsreichtum Hoxas, der sich in mehreren innovativen Patenten zur Weiterentwicklung des Klavierbaus findet. Im 19. Jahrhundert waren seine Instrumente in Europa sehr geschätzt und wurden besonders in die Türkei oder nach Ägypten verschifft, wo er sich einen großen Kundenkreis erschlossen hatte. Aber auch bedeutende Künstler wie beispielsweise Franz Liszt (1811 – 1886) spielten Instrumente aus seiner Werkstatt.

Franz Liszt 1856, nach einem Gemälde von Wilhelm von Kaulbach (1805 - 1874)

Franz Liszt 1856, nach einem Gemälde von Wilhelm von Kaulbach (1805 – 1874)

 

Der Hammerflügel wurde um 1839 gebaut und zeigt noch die eckige Form. Zu der damaligen Zeit waren Metallspreizen und metallene Anhangplatten zur Verstärkung des Gehäuses bereits gängig, welche dieser Flügel nicht aufweist. Er ist noch nach der traditionellen Bauweise komplett aus Holz gebaut. Der Korpus ist aus Nussbaum und steht auf drei Balusterbeinen. Die Tastatur ist aus Elfenbein und Ebenholz gearbeitet und ist nicht hervorstehend. Die Hämmer sind mit Leder bezogen und der Flügel verfügt über eine Stiefeldämpfung. Bei der Mechanik handelt es sich um eine Wiener Mechanik, Gradsaiter mit geteiltem Steg und zwei Pedale (Dämpfungsaufhebung und una corda). Der Umfang beträgt 6 Oktaven + Quinte (CC – g4). Über den Saiten befand sich ein zweiter Resonanzboden (ähnlich den Staub/Resonanzböden bei französischen Flügeln oder englischen frühen Tafelklavieren) der fehlte. Hoxa erhielt dafür 1826 ein Patent, bei dem auch noch ein weiterer Resonanzboden freischwingend unter den Saiten angebracht war. Interessant ist, dass sich viele Instrumentenbauer der damaligen Zeit damit beschäftigten.

Für weitere Informationen bezüglich zusätzlicher Resonanz- und/oder Staubböden klicken Sie hier.

Das Vorsatzbrett ist signiert mit:

„F. Hoxa

in

Wien

Silberne Medaille Ausstellung 1839“

Weiterhin gibt es eine zweite Signatur, die auf einem eingeklebten Papierschild auf dem Resonanzboden zu finden ist:

„Johann Gugl

Klavier – Verkauf

Leih – Etablissement

Hauptgeschäft

Wien“

Diese Signatur stammt von dem im 19. Jahrhundert sehr geschäftigen Johann Gugl, der ein Instrumentengeschäft am Bauernmarkt Nr. 588 im Innern des Gundelhofes in Wien betrieb.

Friedrich Hoxa, Wien 1839 - Eric Feller Collection (Nameboard)

Friedrich Hoxa, Wien 1839 – Eric Feller Collection (Vorsatzbrett)

 

Friedrich Hoxa wurde 1793 geboren (das Geburtsdatum gilt jedoch noch nicht als gesichert) und es wird vermutet, dass er böhmischer Abstammung war. 1824 erhielt er das Bürgerrecht der Stadt Wien und die amtliche Erlaubnis, als Klavierbauer arbeiten zu dürfen. Im April 1826 erhielt er ein fünfjähriges Privileg und Patent für die Erfindung eines Flügels mit doppeltem Resonanzboden, einer über und einer unter den Saiten. Im Jahr 1828 trafen ihn schwere Schicksalsschläge: Seine Frau Aloysia Teschmayer (geboren 1785 in Wien) verstarb am 19. Mai und sein Sohn Rudolph (geboren 1826) am 8. August 1828. Sie hinterließ ihm zwei weitere Kinder: Karolina (geboren 1819) und Friedrich (geboren 1821), die jedoch in den Folgejahren ebenfalls verstarben. Zu dieser Zeit lebte die Familie im Altlerchenfeld Nr. 73. Ab 1825 hatte er das Amt des Präsidenten der „Korporation der Klavierbaumeister Wien“ inne. In dieser Position wurde er sehr geschätzt. Er setzte sich sehr dafür ein, dass nur anerkannte Klavierbauer mit Privileg und Bürgerrecht der Stadt Wien Instrumente bauen sollten. In einem Artikel vom 12.3.1843 in der Vereinigten Ofner-Pester-Zeitung sprach er sich zusammen mit Anton Tomaschek (1806 – 1860) dafür offen aus.

Artikel vom 12.3.1843 in Vereinigte Ofner-Pester-Zeitung

Artikel vom 12.3.1843 in „Vereinigte Ofner-Pester-Zeitung“

 

Für sein Engagement wurde Hoxa hoch gelobt und so erschien in der Zeitschrift „Der Wanderer“ am 8.3.1845 ein Artikel über eine öffentliche Ehrung seiner Arbeit.

Artikel vom 8.3.1845 aus der Zeitschrift Der Wanderer

Artikel vom 8.3.1845 aus der Zeitschrift „Der Wanderer“

 

Bei der Dritten Allgemeinen Österreichische Gewerbeausstellung in Wien im Jahre 1845 werden die Instrumente Hoxas hoch gelobt und er erhielt die Goldmedaille als Auszeichnung für seine Arbeiten.

Bericht 3. Allgemeine Österreichische Gewerbeausstellung in Wien im Jahre 1845

Bericht über die 3. Allgemeine Österreichische Gewerbeausstellung in Wien im Jahre 1845

 

Interessant an dem Bericht ist die Aussage, dass Hoxas Absatz von Instrumenten größtenteils ins ferne Ausland nach Konstantinopel (heute Istanbul), Smyrna (heute Izmir) oder nach Ägypten ging. Mit großer Wahrscheinlichkeit waren seine innovativen Neuerungen im Klavierbau durch metallene Rahmen, Anhangplatten und Spreizen der Grund, warum seine Instrumente besonders in diesen warmen klimatischen Breitengraden so erfolgreich waren.

1851 stellte Hoxa in der Londoner Ausstellung einen Flügel mit 7 Oktaven aus, der aus ungarischer Pappel mit Metallstreben und einer Messingsaitenplatte gefertigt war. Vermutlich starb Friedrich Hoxa um 1858 – ein genaues Datum ist bislang nicht gesichert.

 

 

Weitere erhaltene Hammerflügel von Friedrich Hoxa:

  • ca. 1830 Hammerflügel – Conservatorio di Musica Perugia, Italien
  • 1840/44 Hammerflügel – Technisches Museum Wien, Österreich

 

 

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Ernst Irmler 1852 – 1854, signiert „F. Liszt 1856“ https://www.ericfeller.de/instrumente/ernst-irmler-1852-1854-signiert-f-liszt-1856/ Wed, 27 Oct 2021 13:41:25 +0000 https://www.ericfeller.de/?post_type=instrumente&p=760 Dieser elegante Hammerflügel von Ernst Irmler wurde zwischen 1852 – 1854 in Leipzig gebaut und ist ein sehr interessantes Beispiel für ein (für die damalige Zeit) noch sehr traditionell gefertigtes Instrument. Er steht in seiner Konstruktion dem Wiener Klavierbau aus den 1830er Jahren nahe. Weiterhin ist das Instrument von besonderem Interesse, da es eine handschriftliche […]

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Dieser elegante Hammerflügel von Ernst Irmler wurde zwischen 1852 – 1854 in Leipzig gebaut und ist ein sehr interessantes Beispiel für ein (für die damalige Zeit) noch sehr traditionell gefertigtes Instrument. Er steht in seiner Konstruktion dem Wiener Klavierbau aus den 1830er Jahren nahe. Weiterhin ist das Instrument von besonderem Interesse, da es eine handschriftliche Signatur aufweist, die von dem Komponisten und Pianisten Franz Liszt (1811 – 1886) stammt.

Franz Liszt 1856, nach einem Gemälde von Wilhelm von Kaulbach (1805 - 1874)

Franz Liszt 1856, nach einem Gemälde von Wilhelm von Kaulbach (1805 – 1874)

 

Der Korpus des Instrumentes mit der eckigen Form ist in Palisander gefertigt und steht auf drei gedrechselten Beinen, die sich nach unten hin verjüngen. Umlaufen ist eine Zierleiste mit Eierstabmuster angebracht. Die Deckelklappe ist signiert mit:

„Ernst Irmler jun.

Leipzig”

Die Tastatur ist aus Elfenbein und Ebenholz gearbeitet, die Hämmer sind mit Leder bezogen und der Hammerflügel verfügt über 3 Metallspreizen, die mit einem floralen Muster schwarz bemalt sind und einer Stiefeldämpfung. Der Umfang beträgt 6 Oktaven plus Sexte (CC – a4), die Seriennummer lautet: 2464. Das Instrument ist dreichörig bespannt und im Bass zweichörig. Ferner verfügt der Flügel über zwei Pedale für die Dämpfungsaufhebung und Verschiebung.

Ernst Irmler, Leipzig 1852 - 1854 - Eric Feller Collection (2)

Ernst Irmler, Leipzig 1852 – 1854 – Eric Feller Collection (Deckelklappe mit Signatur)

 

Unter dem Resonanzboden befindet sich die handschriftliche Signatur „F. Liszt 1856“ des Komponisten und Pianisten Franz Liszt, die bei der Reinigung zum Vorschein kam. Im 19. Jahrhundert war es teilweise üblich, dass sich Pianisten nach einem Konzert auf dem gespielten Instrument verewigten. So gibt es einige erhaltene Instrumente die beispielsweise von Franz Liszt, Sigismund Thalberg (1812 – 1871) oder Ignaz Moscheles (1794 – 1870) signiert sind. Im Jahre 1856 hielt sich Franz Liszt in Weimar auf. Es ist stark anzunehmen, dass er das Instrument dort gespielt hat.

Ernst Irmler, Leipzig 1852 - 1854 - Eric Feller Collection (4)

Ernst Irmler, Leipzig 1852 – 1854 – Eric Feller Collection (Signatur: „F. Liszt 1856“)

 

 

Die Firma I. G. Irmler fertigte ab 1818 Tafelklaviere, aufrechte Pianos und Flügel an und genoss eine hohe Reputation. Die Instrumente waren handwerklich hervorragend gearbeitet und wurden sehr geschätzt. Weit weniger bekannt (jedoch nicht weniger qualitativ) sind die Instrumente von Ernst Irmler, einem nahen Verwandter der unter seinem Namen ab ca. 1850 Instrumente in Leipzig herstellte.

Über Ernst Irmler ist bisher nur wenig bekannt. Er war ein naher Verwandter der Familie und arbeitete zuerst im Familienbetrieb. Dort lernte auch den Beruf des Klavierbauers. Später machte er sich selbständig und fertigte in Leipzig Klaviere unter seinem eigenen Namen an. Er war von ca. 1850 bis 1879 tätig.

 

 

Weitere erhaltene Instrumente von Ernst Irmler:

  • 1852 – 1854 Flügel – Sammlung Kloster Michaelstein, Blankenburg Deutschland
  • 1853 Tafelklavier – Deutsches Museum, München Deutschland
Ernst Irmler, Leipzig 1852 - 1854 - Eric Feller Collection (3)

Ernst Irmler, Leipzig 1852 – 1854 – Eric Feller Collection (Resonanzboden)

 

 

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Muzio Clementi 1809 https://www.ericfeller.de/instrumente/muzio-clementi-1809/ Mon, 25 Oct 2021 12:17:33 +0000 https://www.ericfeller.de/?post_type=instrumente&p=757 Die Instrumente des Komponisten und Klaviervirtuosen Muzio Clementi gehörten Anfang des 19. Jahrhunderts zu den Besten der damaligen Zeit und wurden sehr geschätzt. Klanglich wie auch technisch waren sie ausgereift, weit entwickelt und handwerklich von höchstem Standard gefertigt. Von Zeitgenossen wurden sie als die besten Instrumente weltweit betitelt. „Die Firma liefert, ohne allen Widerspruch, die […]

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Die Instrumente des Komponisten und Klaviervirtuosen Muzio Clementi gehörten Anfang des 19. Jahrhunderts zu den Besten der damaligen Zeit und wurden sehr geschätzt. Klanglich wie auch technisch waren sie ausgereift, weit entwickelt und handwerklich von höchstem Standard gefertigt. Von Zeitgenossen wurden sie als die besten Instrumente weltweit betitelt. „Die Firma liefert, ohne allen Widerspruch, die trefflichsten Instrumente in der Welt, die von Clementi’s mechanischem Kopf und Kunsterfahrung veredelt, aber freylich auch die kostbarsten sind.“ (vgl.: Allgemeine Musikalische Zeitung, Leipzig 1802, S. 197)

Der Korpus des Tafelklaviers ist aus Mahagoni mit umlaufenden mehrfarbigen Bandintarsien aus verschiednen Hölzern. Das Instrument steht auf vier gedrechselten Beinen mit Messingrollen. Die Untertasten sind mit Elfenbein und die Obertasten mit Ebenholz belegt.

Weiterhin verfügt das Tafelklavier über ein hölzernes Pedal zur Dämpfungsaufhebung. Bei der Mechanik handelt es sich um eine Double Action mit belederten Hämmerchen und Einzeldämpfern und es ist zweichörig besaitet. Das Vorsatzbrett ist bemalt und trägt in einer rechteckigen Kartusche die Signatur:

„New Patent

Muzio Clementi & Co.

Cheapside, London”

Muzio Clementi, London 1809 - Eric Feller Collection (4)

Muzio Clementi, London 1809 – Eric Feller Collection (Vorsatzbrett)

 

Die Tafelklaviere von Clementi wurden immer mit zwei Seriennummer signiert: eine gestempelte auf der linken Seite und eine handschriftliche mit Tinte auf dem Stimmstock (gestempelt: 6738 – handschriftlich: 7710).

Das von Clementi verwendete System zählt mit der handschriftlichen Nummer die generelle Produktion von Klavieren seit der Übernahme der Firma Longman & Broderip im Jahre 1798. Die gestempelten Nummern hingegen führen die Produktion von Tafelklavieren der übernommenen Firma Longman & Broderip fort, jedoch nur Instrumente mit dem 1794 eingeführten „New Patent“. Andere Instrumente (beispielsweise Instrumente mit „single action“, Flügel oder Cabinet Pianos) wurden in anderen Gruppen (die zeitlich begrenzt waren) zusammengezählt.

Anhand dieser Seriennummern lässt sich das Baujahr dieses Instrumentes auf 1809 ableiten. (vgl.: Clementi & Co 1798–1830 Pianoforte Manufacture in London, Leif Sahlqvist 2013)

 

Detaillierte Informationen über die Firma Muzio Clementi & Co. finden Sie hier!

 

 

Weitere erhaltene Instrumente von Muzio Clementi & Co.:

  • 1803 Tafelklavier (No. 3468) – Newton Centre: Marlowe A. Sigal Collection, USA
  • 1803 Tafelklavier (No. 2335) – Museu da Musica Lissabon, Portugal
  • 1806 Tafelklavier (No. 4095) – Deutsche Museum München, Deutschland

 

 

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Longman and Broderip 1782 – Reiseklavier https://www.ericfeller.de/instrumente/longman-and-broderip-1782-reiseklavier/ Fri, 08 Oct 2021 09:24:44 +0000 https://www.ericfeller.de/?post_type=instrumente&p=747 Dieses kleine und seltene Tafelklavier wurde um 1782 von der Traditionsfirma Longman and Broderip in London gefertigt. Es besitzt im Vergleich zu anderen Instrumenten der Zeit eine geringere Größe und einen kleineren Umfang der Tastatur von nur 4 ½ Oktaven. Es ist das bisher einzige bekannte Instrument der Firma Longman and Broderip weltweit mit diesen […]

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Dieses kleine und seltene Tafelklavier wurde um 1782 von der Traditionsfirma Longman and Broderip in London gefertigt. Es besitzt im Vergleich zu anderen Instrumenten der Zeit eine geringere Größe und einen kleineren Umfang der Tastatur von nur 4 ½ Oktaven. Es ist das bisher einzige bekannte Instrument der Firma Longman and Broderip weltweit mit diesen Spezifikationen. Aufgrund der geringen Abmaße und des kleinen Klaviaturumfangs handelt es sich bei diesem Instrument um ein Reiseklavier, welches leicht und einfach zu transportieren war und so die Möglichkeiten bot, auch auf Reisen musizieren und üben zu können.

Reiseinstrumente sind in der Instrumentenbaugeschichte vereinzelt bereits seit dem 17. Jahrhundert belegt. Sie wurden nur selten gefertigt und meist auf expliziten Wunsch eines Kunden.

Für weitere Informationen zur Geschichte der Reiseinstrumente klicken Sie bitte hier.

Der Korpus des Instrumentes ist aus Mahagoni gefertigt und mit Bandintarsien aus unterschiedlichen Hölzern umrahmt. Er liegt auf einem einfachen Gestell aus Mahagoni auf und die vier Beine sind an den Enden mit Messingrollen versehen. Links neben der Klaviatur befindet sich ein Handregisterzug zur Dämpfungsaufhebung.

Das Instrument verfügt über eine einfache Single Action, Einzeldämpfer und ist durchgehend zweichörig besaitet. Das Vorsatzbrett ist mit mehrfarbigen, intarsierten Girlanden verziert und trägt in einer ovalen Kartusche die Aufschrift:

„Longman and Broderip

Musical Instrument Makers

No. 26 Cheapside and No. 13 Haymarket

London“

Die Tasten sind aus Elfenbein und Ebenholz gefertigt, wobei die Untertasten jeweils noch mit einer zusätzlichen Einkerbung verziert sind, die mit Eisengallustinte eingefärbt wurde. Dieses Detail ist als Verzierungselement bei Tasten von Cembali sehr gebräuchlich gewesen und findet sich hier als dekoratives Überbleibsel.

Longman and Broderip, London c. 1782 Reiseklavier - Eric Feller Collection (2)

Longman and Broderip, London c. 1782 Reiseklavier – Eric Feller Collection (2)

Detaillierte Informationen über die Firma Longman & Broderip finden Sie hier!

 

Bisher ist lediglich ein weiteres Reiseklavier mit ähnlichen Spezifikationen von Longman and Broderip erhalten und befindet sich heute im Metropolitan Museum in New York. Das Instrument dort besitzt einen kleineren Umfang von nur 3 Oktaven und verfügt über noch geringere Abmaße.

Portable Square Piano by Longman & Broderip c. 1790 - Metropolitan Museum New York (1)

Portable Square Piano by Longman & Broderip c. 1790 – Metropolitan Museum New York (1)

Portable Square Piano by Longman & Broderip c. 1790 - Metropolitan Museum New York (2)

Portable Square Piano by Longman & Broderip c. 1790 – Metropolitan Museum New York (2)

 

 

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Dulcitone Thomas Machell and Sons ca. 1870 https://www.ericfeller.de/instrumente/dulcitone-thomas-machell-and-sons-ca-1870/ Wed, 22 Sep 2021 14:27:56 +0000 https://www.ericfeller.de/?post_type=instrumente&p=741 Bei einem Dulcitone handelt es sich um schottisches Tasteninstrument, welches zu der Gruppe der Idiophone gezählt wird. Mittels einer Tastatur und befilzten Hämmern werden Stimmgabeln in Schwingung versetzt und erzeugen den Ton. Das Instrument wurde 1864 von Thomas Machell in Glasgow erfunden. Erste Versuche einer solchen Klangerzeugung verfolgte der Ire Charles Glagetti. Im Jahr 1788 […]

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Bei einem Dulcitone handelt es sich um schottisches Tasteninstrument, welches zu der Gruppe der Idiophone gezählt wird. Mittels einer Tastatur und befilzten Hämmern werden Stimmgabeln in Schwingung versetzt und erzeugen den Ton. Das Instrument wurde 1864 von Thomas Machell in Glasgow erfunden. Erste Versuche einer solchen Klangerzeugung verfolgte der Ire Charles Glagetti. Im Jahr 1788 baute er ein Instrument mit dem Namen Aiuton, bei dem ebenfalls Stimmgabeln von Hämmerchen über eine Tastatur angeschlagen wurden.

Zur gleichen Zeit wie Thomas Machell erfand der Franzose Victor Mustel 1866 das Typophone, ebenfalls ein Stimmgabelklavier wie das Dulcitone. Mustel experimentierte weiter und erfand schließlich 1886 die Célesta, welche er im demselben Jahr patentieren ließ. Das Dulcitone gilt heute als Vorläufer der Célesta.

Das Dulcitone in der Eric Feller Collection ist aus dunklem Mahagoni gefertigt und verfügt über einen Umfang von 5 Oktaven (AA – a3). Es handelt sich um das Modell F, welches den größten Umfang besitzt. Am vorderen rechten Bein ist ein hölzernes Pedal angebracht, mit dessen Hilfe man die Dämpfung betätigen kann. Die Tastatur ist aus Elfenbein und Ebenholz angefertigt. Die Instrumentenrückwand ist mit Laubsägearbeiten in Schreibschrift und rotem Tuch verziert und trägt den Schriftzug „Dulcitone„. Auf der vorderen Deckelklappe befindet sich die Signatur:

„Dulcitone

Patentees and Sole Makers

Thomas Machell and Sons

Glasgow, Scotland”

Machell fertigte in der Anfangszeit drei Modelle dieser Instrumente in unterschiedlichen Preisklassen an:

  • Modell B: 3½ Oktaven in Mahagoni (Chippendale-Form) oder Eiche (geräuchert) komplett mit Klappständer für £12
  • Modell R: 4 Oktaven in Mahagoni oder Eiche für £15
  • Modell F: 5 Oktaven in Mahagoni oder Eiche für £18.

Später kamen andere Ausführungen, die dem Geschmack der Zeit unterlagen, hinzu.

 

Einen originalen Katalog der Firma finden Sie hier – klick hier.

Dulcitone Thomas Machell, Glasgow ca. 1870 - Eric Feller Collection (3)

Dulcitone Thomas Machell, Glasgow ca. 1870 – Eric Feller Collection (3)

Das Dulcitone kam aufgrund seiner Größe und dem Umstand, dass es sich nicht verstimmte besonders an Bord von Zügen und Schiffen zum Einsatz. Ebenfalls wurdes es häufig von Missionaren in abgelegene Gebiete mitgenommen, um dort Gottesdienste zu begleiten.  Durch diesen Umstand gelangten viele dieser Instrumente in die unterschiedlichsten Regionen der Erde. Etwa 6.000 wurden hergestellt, aber nur wenige sind bis heute in spielbarem Zustand erhalten.

Hints on adjusting the Dulcitone

Hints on adjusting the Dulcitone

 

Weitere erhaltene Instrumente von Thomas Machell & Sons:

  • 1897 – Whittaker’s Musical Museum, Neuseeland
  • 1875-1899 – National Museum of American History, USA

 

 

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Cottage Piano William Rolfe and Sons 1835 https://www.ericfeller.de/instrumente/cottage-piano-william-rolfe-and-sons-1835/ Tue, 21 Sep 2021 15:29:20 +0000 https://www.ericfeller.de/?post_type=instrumente&p=738 Dieses elegante Cottage Piano der Firma William Rolfe & Sons wurde 1835 in London gefertigt und zeigt die platzsparende Version des Tafelklaviers bzw. Flügels zu jener Zeit. Der Korpus ist aus solidem Mahagoni mit dunklen Intarsien gefertigt und die Front ist mit roter Seide bespannt. Die Untertasten sind mit Elfenbein und die Obertasten mit Ebenholz […]

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Dieses elegante Cottage Piano der Firma William Rolfe & Sons wurde 1835 in London gefertigt und zeigt die platzsparende Version des Tafelklaviers bzw. Flügels zu jener Zeit.

Der Korpus ist aus solidem Mahagoni mit dunklen Intarsien gefertigt und die Front ist mit roter Seide bespannt. Die Untertasten sind mit Elfenbein und die Obertasten mit Ebenholz belegt. An den Enden der Klaviatur sind jeweils zwei versenkbare Kerzenhalter angebracht, die über einen kleinen Knopf aus Elfenbein herausgezogen werden können. Das Instrument verfügt über zwei hölzerne Pedale (Dämpfungsaufhebung & una corda). Der Umfang beträgt 6 Oktaven (FF – f4). Die Hämmerchen sind durchgehend mit Filz bezogen und das Instrument ist zweichörig besaitet. Bei der Mechanik handelt es sich um die englische Double Action mit Abstrakten.

Das Vorsatzbrett ist mit verschiedenen Intarsien aus Messing verziert und trägt die Signatur:

„W. Rolfe & Sons

Manufacturers

112 Cheapside London”

Die Seriennummer lautet 1656 und ist auf dem Stimmstock zu finden. Unter der Tastatur befindet sich das Notenpult, welches in der zylinderförmigen Deckelklappe eingehängt werden kann.

Das Instrument stammt aus der ehemaligen Sammlung von Mary und Kenneth Mobbs in Bristol. Laut Unterlagen wurde es am 7.04.1977 von Rev. Gordon Robinson erworben. Während der Zeit im Besitz von Mary und Kenneth Mobbs wurde das Klavier an das Royal Academy of Music Museum verliehen und ausgestellt.

Cottage Piano W. Rolfe & Sons, London 1835 - Eric Feller Collection (Nameboard)

Cottage Piano W. Rolfe & Sons, London 1835 – Eric Feller Collection (Nameboard)

 

William Rolfe ist als Klavierbauer in der Zeit von 1785 bis etwa 1828 tätig gewesen. Seine Lebensdaten sind bisher nicht bekannt. In seiner Anfangszeit von 1785 arbeitet er zusammen mit Samuel Davis und die Firma wurde unter dem Namen Rolfe & Davis geführt. 1797 entwickelten die beiden ein Patent für einen Registerzug für „Turkish Music“ mit Becken und Trommeln. Hierbei wurde mit einem Schlegel beim Betätigen von unten gegen den Resonanzboden geschlagen. Dieses Patent ist nach R. Harding das bisher älteste Zeugnis einer solchen Veränderung in Form eines Janitscharenzugs, die später in den 1820er Jahren ihren Höhepunkt (besonders bei Wiener Instrumenten) fand und dann sehr schnell wieder verschwand.

Zeitgleich arbeitete William Rolfe als Instrumentenbauer und Musikverleger und war Partner von Thomas Culliford mit dem er Instrumente für die Firma Longman & Broderip herstellte. Er selbst verkaufte seine Instrumente auch unter seinem Namen. Nach dem Bankrott der Firma Longman & Broderip im Jahr 1796 arbeitete er nur noch unter seinem Namen. Im Jahr 1807 wurden seine beiden Söhne Nicholas und Thomas Partner in der Firma des Vaters. Ab 1814 wurde die Firma zu William Rolfe & Sons umbenannt und es kamen zusätzliche Räumlichkeiten in der London Wall Street No. 32 hinzu. Das Stammhaus lag jedoch seit der Gründung in der Cheapside 112. Ab ca. 1820 wurden Instrumente unter William Rolfe and Compy. vertrieben. Die Firma selbst bestand bis 1889.

 

 

Weitere erhaltene Instrumente von William Rolfe & Sons:

  • 1820 – 1825 – Upright Piano – Privatsammlung, Gates County USA
  • 1814 – 1820 – Upright Piano – Museu da Musica Lissabon, Portugal

 

 

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Broderip & Wilkinson 1798 https://www.ericfeller.de/instrumente/broderip-wilkinson-1798/ Tue, 21 Sep 2021 12:31:21 +0000 https://www.ericfeller.de/?post_type=instrumente&p=736 Dieses Tafelklavier ist ein Zeugnis aus der Epoche der Firma Longman & Broderip. Nach deren Bankrott und der Spaltung der beiden ehemaligen Geschäftsinhaber im Jahr 1795 gründete sich der Zweig der Firm Broderip & Wilkinson. Dieses Instrument ist ein frühes Zeugnis aus den Anfangsjahren der beiden neuen Geschäftspartner. Das Tafelklavier zeigt sich in fast allen […]

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Dieses Tafelklavier ist ein Zeugnis aus der Epoche der Firma Longman & Broderip. Nach deren Bankrott und der Spaltung der beiden ehemaligen Geschäftsinhaber im Jahr 1795 gründete sich der Zweig der Firm Broderip & Wilkinson. Dieses Instrument ist ein frühes Zeugnis aus den Anfangsjahren der beiden neuen Geschäftspartner.

Das Tafelklavier zeigt sich in fast allen Details gleich wie Instrumente aus der Spätzeit der Firma Longman & Broderip. Der Korpus ist aus Mahagoni mit umlaufenden, mehrfarbigen Bandintarsien aus verschiedenen Hölzern und liegt auf einem Gestell mit Messingrollen. An den Seiten um das Gestell sind jeweils Messingapplikationen, die Schrauben des Gestells verdecken. Die Tasten sind mit Elfenbein und Ebenholz belegt. Interessant ist, dass die Elfenbeinbeläge qualitativ weniger hochwertig sind als bei Instrumenten der früheren Herstellungsperiode unter Longman & Broderip. Es ist anzunehmen, dass sich der damalige Lieferant für die Beläge änderte und/oder das Broderip & Wilkinson günstigere Materialien bezogen, um Kosten zu reduzieren. Es ist gesichert, dass Longman & Broderip ihre Instrumente in Fremdleistung bauen ließen bzw. diese von anderen namenhaften Instrumentenbauern aufkauften und dann mit ihrem Label versahen. Diese Praxis führten Broderip & Wilkinson fort. Dies wirft die spannende Frage auf, ob die Firma ihre Instrumentenbauer nun mit Bauteilen belieferten umso die Kosten zu senken? Weitere Recherchen zu diesem Punkt dauern aktuell an.

Das Tafelklavier verfügt weiterhin über zwei Registerzüge zur Dämpfungsaufhebung und Laute und ist zweichörig besaitet. Auf der linken inneren Seite befindet sich die gestempelte Seriennummer 450. Das Vorsatzbrett ist ebenfalls gestempelt mit der Nummer 54 und ist mit einer ovalen Kartusche aus Emaille verziert. Es trägt die Signatur:

„Broderip & Wilkinson

No. 13 Haymarket

London„

Tafelklavier Broderip & Wilkinson, London 1798 - Eric Feller Collection (Nameboard)

Tafelklavier Broderip & Wilkinson, London 1798 – Eric Feller Collection (Vorsatzbrett)

 

Bei der Mechanik handelt es sich um eine single action mit belederten Hämmerchen und Einzeldämpfern. Über der Mechanik und dem Resonanzboden befindet sich das originale dust-cover, welches mit dunkelgrüner Seide bespannt ist. Der Klaviaturumfang beträgt 5 Oktaven (FF – f3) und deckte alle zur damaligen Zeit erhältlichen Komposition ab.

Das Tafelklavier befand sich beim Kauf im absoluten Originalzustand und wurde nie überarbeitet oder verändert. Bei der Untersuchung des Instrumentes fand sich unter der Tastatur eine 1-Penny Münze aus dem Jahr 1863.

 

Für weitere Informationen zur Firmengeschichte von Longman & Broderip klicken Sie hier.

 

George Wilkinson wurde am 5. November 1785 geboren. Nachdem er mit Francis Broderip eine Geschäftsbeziehung einging, kam seinen ältesten Bruder Charles Wilkinson 1805 hinzu. Nach dem Tod von Francis Broderip 1807 stellte er unter dem Namen Wilkinson & Co. Instrumente her. Am 23. September 1809 heiratete er Elizabeth Cecilia Mary Broadhurst. Im „Gentleman’s Magazine“ von 1809 findet sich die Hochzeitsmitteilung. Zusammen hatten sie 7 Kinder (Ann (1814 – 1814), Emma (1815 – 1889), Matilda (1817 – 1876), Oriana (1818 – 1853), Louisa (1820 – ?), Alfred Broadhurst Wilkinson (1822 – 1854), und Henry Broadhurst Wilkinson (1824 – ?).

1809 beauftragt Wilkinson Augustus Leukfeld und George Astor damit, nach William Southwells Patent (EN 3029, 1807) lizenzierte Klaviere herzustellen. 1810 verkaufte er das Verlagsgeschäft an Thomas Preston (1789 – 1834) und ging eine neue Geschäftsverbindung mit Robert Wornum (1780 – 1852) ein, nachdem er sich 12.000 Pfund von seinem Vater dafür geliehen hatte. Die Firma Wilkinson & Wornum stellte nun verbesserte aufrechte Klaviere her und die Fabrik und Ausstellungsräume befanden sich in der Nähe des Hanover Square in der Oxford Street 315 und der Princes Street 11. Das Lagerhaus und die Fabrik wurden 1812 durch einen Brand zerstört, wobei bis zu 70 Arbeiter entlassen wurden und Schulden über 16.500 Pfund hinterlassen wurden. 1813 löste sich die Partnerschaft auf und die Firma wurde Wilkinsons Vater übertragen, der die Schulden tilgte.

Gegen Ende des Jahres 1813 mietete sich Wilkinson ein Haus in der Howland Street 32 ​​und gründete 1816 eine Klavierfabrik in der Oxford Street 315 und fügte Ausstellungsräume in der New Bond Street hinzu. Instrumente aus dieser Zeit wurden beispielsweise von Pleyel sehr gelobt.

Zusammen mit Ferdinand Hirschfeld ging er nach 1830 eine neue Partnerschaft ein. Beide stellten nun spezielle Kerzen her, die sie sich auch patentieren ließen. Allerdings endete diese Partnerschaft ebenfalls im Bankrott 1835.

1854 verließ George Wilkinson London und ging nach Milford Haven um der Cholera in London zu entgehen. Dort verstarb er 1855 an einem Schlaganfall.

 

Portrait of George Wilkinson, in pencil, by Haughton, 1847

Portrait of George Wilkinson, in pencil, by Haughton, 1847

 

 

Weitere erhaltene Instrumente von Broderip & Wilkinson:

  • 1798 – 1807 Tafelklavier – Musikhistorisk Museum & Carl Claudius‘ Samling, Kopenhagen Dänemark
  • 1798 – 1807 Tafelklavier – Geoff Watson, Barnard Castle, England

 

 

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Cottage Piano John Broadwood and Sons 1833 https://www.ericfeller.de/instrumente/cottage-piano-john-broadwood-and-sons-1833/ Tue, 29 Jun 2021 18:05:55 +0000 https://www.ericfeller.de/?post_type=instrumente&p=730 Die Traditionsfirma John Broadwood & Sons in London produzierte Anfang des 19. Jahrhunderts neben Tafelklavieren und Flügeln auch die neu in Mode kommenden aufrechten Klaviere. Diese sogenannten Cottage Pianos waren platzsparender als ihre großen Verwandten und erfreuten sich zunehmender Beliebtheit. Laut der Seriennummer wurde das Instrument 1833 in London hergestellt. Der Korpus ist aus solidem […]

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Die Traditionsfirma John Broadwood & Sons in London produzierte Anfang des 19. Jahrhunderts neben Tafelklavieren und Flügeln auch die neu in Mode kommenden aufrechten Klaviere. Diese sogenannten Cottage Pianos waren platzsparender als ihre großen Verwandten und erfreuten sich zunehmender Beliebtheit.

Laut der Seriennummer wurde das Instrument 1833 in London hergestellt. Der Korpus ist aus solidem Mahagoni gefertigt und die Front ist mit grüner Seide bespannt. Die Untertasten sind mit Elfenbein und die Obertasten mit Ebenholz belegt. An den Enden der Klaviatur sind jeweils zwei versenkbare Kerzenhalter angebracht, die über einen kleinen Ring herausgezogen werden können. Das Instrument verfügt über zwei hölzerne Pedale (Dämpfungsaufhebung, Blindpedal (ohne Funktion)). Der Umfang beträgt 6 Oktaven (FF – f4). Die Hämmerchen sind durchgehend mit Filz bezogen und das Instrument ist zweichörig besaitet. Bei der Mechanik handelt es sich um die englische double action mit Abstrakten.

Das Vorsatzbrett ist mit verschiedenen Intarsien verziert und trägt die Signatur:

„John Broadwood and Sons. / Makers to his Majesty and the Princesses /

Great Pulteney Street Golden Square

London”

Auf dem Stimmstock befindet sich eine zweite Signatur:

„H. B.“ oder „J. B.“ (unleserlich)

Die Seriennummer lautet 1778 und ist auf dem Stimmstock zu finden.

Das Instrument stammt aus der ehemaligen Sammlung von Mary und Kenneth Mobbs in Bristol. Laut Unterlagen wurde das Instrument am 19.02.1986 von Rev. W. T. H. B. Davies erworben. Während der Zeit im Besitz von Mary und Kenneth Mobbs wurde das Klavier an das Royal Academy of Music Museum verliehen und ausgestellt.

 

 

John Broadwood wurde am 6. Oktober 1732 in Oldhamstocks in der Nähe von Cockburnspath in Schottland geboren. Er erlernte den Beruf des Möbeltischlers wie schon sein Vater zuvor.

Im Jahr 1761 begann er bei Burkat Shudi (1702 – 1773) in London zu arbeiten und wurde 1770 sein Geschäftspartner. 1771 eröffnete er sein eigenes Geschäft in der Great Pulteney Street in London. John Broadwood heiratete 1769 Burkat Shudis Tochter Barbara in erster Ehe und hatte mit ihr vier Kinder. Nach dem frühen Tode (1776) seiner Frau heiratete er in zweiter Ehe 1781 Mary Kitson und hatte mit ihr sechs Kinder. Er starb am 17. Juli 1812 in London. (vgl.: M. Clinkscale: Makers of the Piano 1700 – 1820, Oxford University Press 1999)

 

 

Weitere erhaltene Instrumente von John Broadwood & Sons:

1823 – Cottage Piano – David Brenner, Riverside USA

1835 – Cottage Piano – Musée des Instruments de Musique, Brüssel Belgien

1840 – Cottage Piano – The Royal Academy of Music, London England

 

 

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Neupert 1954 https://www.ericfeller.de/instrumente/neupert-1954/ Tue, 15 Dec 2020 18:10:10 +0000 https://www.ericfeller.de/?post_type=instrumente&p=724 Das Clavichord ist das wahrscheinlich älteste Tasteninstrument und lässt sich in schriftlichen und ikonographischen Quellen in Deutschland ab dem 15. Jahrhundert nachweisen. Über die genaue Entstehung ist relativ wenig bekannt. Sicher ist, dass das aus dem Altertum bekannte Monochord, die Orgel und die Drehleier Ideengeber für die Konstruktion des Clavichordes waren. Vorwiegend wurde das Clavichord […]

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Das Clavichord ist das wahrscheinlich älteste Tasteninstrument und lässt sich in schriftlichen und ikonographischen Quellen in Deutschland ab dem 15. Jahrhundert nachweisen. Über die genaue Entstehung ist relativ wenig bekannt. Sicher ist, dass das aus dem Altertum bekannte Monochord, die Orgel und die Drehleier Ideengeber für die Konstruktion des Clavichordes waren. Vorwiegend wurde das Clavichord als Übeinstrument genutzt. Seine kostengünstige Konstruktion, der geringe Pflegeaufwand und die Möglichkeit, es leicht zu transportieren machten es zu einem idealen Begleiter von Musikern und Komponisten.

Dieses große Clavichord stammt aus der deutschen Traditionsfabrik von Neupert in Bamberg und repräsentiert ein modernes Instrument aus der Nachkriegszeit. Anhand der Seriennummer kann es auf das Jahr 1954 datiert werden. Mit dem Aufkommen der historischen Aufführungspraxis wurde der Bau von Cembali, Spinetten und Clavichorden im 20. Jahrhundert wieder verstärkt aufgenommen.

 

Der Korpus ist aus Nussbaum und das Instrument verfügt über 4 geschwungenen Beinen im Chippendale-Stil. Auf der linken Seite befindet sich im inneren des Instrumentes die Signatur von Neupert sowie die gestempelte Seriennummer: 18588.

Die Tastatur des Instrumentes hat schwarzen Untertasten und weißen Obertasten. Der Umfang beträgt 5 Oktaven (FF – f3) und der Saitenbezug ist zweichörig. Das Clavichord ist ungebunden. Dies heißt, dass es für jede Taste ein Saitenpaar gibt. Im Unterschied zu dieser Bauweise steht das unsignierte Wiener Clavichord von ca. 1780 in der Eric Feller Collection (weitere Informationen zu diesem Instrument finden Sie hier).

Das Spielen mit sogenannten „Bebungen“ sehr gut möglich ist. Als einziges mechanisches Tasteninstrument hat das Clavichord die Möglichkeit der Tonbeeinflussung auch noch nach dem Anschlagen der Taste. Durch ein periodisches Ändern des Druckes auf die Taste entsteht ein dem Vibrato ähnlicher Effekt.

Das Instrument besticht durch seinen warmen und grundtönigen Klang und eine ausgezeichnete und leichte Spielweise. Aufgrund der Größe lässt sich, besonders im Bassbereich, ein vergleichsweise lauter Klang erzielen.

Das Instrument wurde in den 1950er Jahren von Rudolf Knop erworben, der 1967 die erste Leitung und den Aufbau der Musikschule Wolfsburg innehatte.

Rudolf Knop am Neupert Clavichord (ca. 1960)

Rudolf Knop am Neupert Clavichord (ca. 1960)

 

Rudolf Knop - Zeitungsartikel

Rudolf Knop – Zeitungsartikel vom 28.3.2017

 

 

Instrumente der Firma Neupert wurden in recht hohen Stückzahlen produziert, um die damalige Nachfrage an den wiederentdeckten „alten Instrumenten“ zu decken. Auch heute noch werden Instrumente produziert. Einen Überblick über die Geschichte der Firma Neupert finden Sie auf deren Webseite (klick hier).

 

 

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Neupert 1934 https://www.ericfeller.de/instrumente/neupert-1934/ Wed, 14 Oct 2020 14:30:14 +0000 https://www.ericfeller.de/?post_type=instrumente&p=721 Kielinstrumente der Vorkriegszeit gewinnen in der Musikgeschichte immer mehr an Bedeutung. Die Pariser Weltausstellung von 1889 kann quasi als Angelpunkt der Wiederentdeckung des Cembalos gesehen werden, nachdem dieses seit fast 100 Jahren in Vergessenheit geraten war. Diese Wiederentdeckung beflügelte Interpreten, Instrumentenbauer und Komponisten gleichermaßen, sich mit dem „neuen/alten“ Instrument wieder mehr zu beschäftigen und löste […]

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Kielinstrumente der Vorkriegszeit gewinnen in der Musikgeschichte immer mehr an Bedeutung. Die Pariser Weltausstellung von 1889 kann quasi als Angelpunkt der Wiederentdeckung des Cembalos gesehen werden, nachdem dieses seit fast 100 Jahren in Vergessenheit geraten war. Diese Wiederentdeckung beflügelte Interpreten, Instrumentenbauer und Komponisten gleichermaßen, sich mit dem „neuen/alten“ Instrument wieder mehr zu beschäftigen und löste eine Welle aus, die in der heutigen historischen Aufführungspraxis mündete.

Bei diesem einmanualigen Cembalo der Firma Neupert aus Bamberg handelt es sich um eines der seltenen Cembali der Vorkriegszeit, welches perfekt erhalten und in allen Teilen original und spielbar ist.

Der Korpus ist aus dunklem Nussbaum und hat eine eckige Flügelform mit einem nach unten geschlossenen Korpusboden. An der rechten Seite befindet sich ein kleiner Messinghaken zum verschließen des Instrumentes. Das Cembalo verfügt über 2 Springerreihen mit Holzspringer und Kielen aus Leder (sog. „Troho-Springer“), zwei Registern (8’ und 4’) sowie einem Lautenzug für das 8’ – Register, der nicht geteilt ist.  Der Umfang beträgt 4 ½ Oktaven (CC – f3).

Auf dem Vorsatzbrett befindet sich mittig die Signatur „Neupert Bamberg“. Die Seriennummer lautet 15978 und ist rechts auf dem Stimmstock eingeschlagen.

 

Der Klang des Instrumentes ist sehr warm, grundtönig und tragfähig. Allerdings muss hier deutlich gesagt werden, dass der Klang mit einem historischen Cembalo gar nicht vergleichbar ist, handelt es sich durch seine Konstruktion ja um ein völlig neues Instrument, dass mit den alten Cembali lediglich die Klangerzeugung gemeinsam hat. Im Vergleich zu baugleichen Instrumenten aus den 1960er und 1970er Jahren überzeugt der Klang jedoch um ein Vielfaches.

 

 

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Thomas Tomkison ca. 1815 https://www.ericfeller.de/instrumente/thomas-tomkison-ca-1815/ Wed, 12 Feb 2020 19:08:59 +0000 https://www.ericfeller.de/?post_type=instrumente&p=716 Thomas Tomkison gehörte im frühen 19. Jahrhundert in England mit zu den renommiertesten Klavierbauern. Im Laufe der Zeit geriet die Beachtung für ihn in Vergessenheit und Größen wie Broadwood, Clementi oder Stodart waren mehr im Fokus und überdecken sein Schaffen. Jedoch seit einigen Jahren wächst das Interesse an seinen Instrumenten zusehends. Wenig ist bisher über […]

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Thomas Tomkison gehörte im frühen 19. Jahrhundert in England mit zu den renommiertesten Klavierbauern. Im Laufe der Zeit geriet die Beachtung für ihn in Vergessenheit und Größen wie Broadwood, Clementi oder Stodart waren mehr im Fokus und überdecken sein Schaffen. Jedoch seit einigen Jahren wächst das Interesse an seinen Instrumenten zusehends. Wenig ist bisher über Thomas Tomkison bekannt, jedoch zeugen seine Instrumente von hohem handwerklichen Können und klanglicher Schönheit. Derzeit befinden sich zwei Tafelklaviere von Thomas Tomkison in der Eric Feller Collection.

Der Korpus des Instrumentes ist aus Mahagoni und Palisander mit umlaufenden Bandintarsien in Messing. Das Instrument steht auf 4 gedrechselten Beinen mit Messingrollen. Die Untertasten sind mit Elfenbein und die Obertasten mit Ebenholz belegt und es verfügt über einen Umfang von 5 ½ Oktaven (FF – c4) mit einer double action und Einzeldämpfern. Die Hämmer sind beledert und das Instrument ist zweichörig bezogen.

Weiterhin gibt es ein hölzernes Pedal zur Dämpfungsaufhebung. Das Vorsatzbrett ist in Palisander mit Messingintarsien gearbeitet und in einer Kartusche signiert mit:

„Thomas Tomkison

London.“

Es gibt zwei Seriennummer: eine befindet sich auf der linken Seite gestempelt mit: 4672 und die handschriftliche Nummer lautet: 1274.

Wie auch andere Firmen (beispielsweise John Broadwood oder Stodart) produzierte Thomas Tomkison unterschiedliche Ausführungen von Instrumenten. Je nach Ausführung, verwendeten Hölzern und Dekoration variierten die Preise. Bei diesem Tafelklavier hier handelt es sich um ein Modell im höheren Preissegment. Die Standartausführungen waren meist in Mahagoni gehalten und nur schlicht mit einigen Bandintarsien verziert. Die Verwendung von Palisander und Messingintarsien sind deutliche Zeichen für ein hochpreisiges Instrument. Das Instrument besticht durch eine absolut hochwertige Verarbeitung und einen klaren und gesanglichen Klang.

 

 

Über Thomas Tomkison ist leider nur sehr wenig bekannt bisher. Gesichert ist bisher, dass er von 1799 bis 1851 aktiv nachweisbar ist und seine Werkstadt in der Dean Street Soho 55/77 in London hatte. Ab 1778 begann er seine Ausbildung zum Klavierbauer. Jüngste Forschungen zeigen, dass Tomkison Ende 1798 / Anfang 1799 als Nachfolger des bankrotten Klavierbauers James Henry Houston hervorging und dass es bemerkenswerte Ähnlichkeiten zwischen den ersten Klavieren von Tomkisons Werkstatt und den erhaltenen Instrumenten von Houston gibt. Innerhalb weniger Jahre avancierte Tomkison zu einem ernstzunehmenden Konkurrenten für die vielen großen Klaviermanufakturen in London und seine Instrumente wurden hoch geschätzt. Wegen der hervorragenden Handwerkskunst und des ausgezeichneten Geschäftssinnes Tomkisons wurde eine große Anzahl seiner Instrumente nach Amerika, Australien und Indien exportiert. Er starb am 10. November 1853.

 

Weitere erhaltene Instrumente von Thomas Tomkison:

  • 1808 Hammerflügel (No. 317) – Universität Leipzig, Musikinstrumenten-Museum, Leipzig Deutschland
  • ca. 1816 Tafelklavier (No. 4202) – John R. Watson, Williamsburg, USA

 

Thomas Tomkison, London ca. 1815 (nameboard) - Eric Feller Collection

Thomas Tomkison, London ca. 1815 (Vorsatzbrett) – Eric Feller Collection

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Giovanni Crudeli ca. 1830 – 1835 https://www.ericfeller.de/instrumente/giovanni-crudeli-ca-1830-1835/ Wed, 15 Jan 2020 19:45:39 +0000 https://www.ericfeller.de/?post_type=instrumente&p=708 Dieser italienische Hammerflügel von Giovanni Crudeli wurde um 1830/35 in Livorno gebaut und zeigt eine traditionelle Wiener Bauweise. Er besticht durch seine exzellente Verarbeitung. Der Korpus ist aus Nussbaum und steht auf drei Balusterbeinen. Er hat keine hervorstehende Tastatur und die Tastatur ist aus Elfenbein und Ebenholz gearbeitet. Am Ende der Tastatur sind an beiden […]

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Dieser italienische Hammerflügel von Giovanni Crudeli wurde um 1830/35 in Livorno gebaut und zeigt eine traditionelle Wiener Bauweise. Er besticht durch seine exzellente Verarbeitung.

Der Korpus ist aus Nussbaum und steht auf drei Balusterbeinen. Er hat keine hervorstehende Tastatur und die Tastatur ist aus Elfenbein und Ebenholz gearbeitet. Am Ende der Tastatur sind an beiden Seiten je zwei Messingzapfen angebracht. Die Hämmer sind mit Leder bezogen und der Flügel verfügt über eine Stiefeldämpfung.

Das Vorsatzbrett ist mit einem in Messing eingerahmten Keramikschildchen signiert mit:

„Giovanni Crudeli

in

Livorno“

Der Flügel verfügt über eine Wiener Mechanik und zwei Pedale (Dämpfungsaufhebung und una corda). Der Umfang beträgt 6 Oktaven + Quinte (CC – g4).

 

Giovanni Crudeli c. 1830 - Nameboard - Eric Feller Collection

Giovanni Crudeli c. 1830 – Signatur – Eric Feller Collection

 

Die italienischen Hammerflügel haben sich im frühen 19. Jahrhundert sehr an der Wiener Bauweise orientiert. So zeigt die gesamte Konstruktion des Instrumentes den Einfluss Wiener Hammerflügel in Italien.

 

Über Giovanni Crudeli ist bisher nur ganz wenig bekannt. Sicher ist, dass er aus einer Dynastie von Orgelbauern stammt. Eine Eintragung über die Firma lässt sich im “Guida di Livorno ossia Almanacco commerciale per l’anno 1831” finden.

 

Giovanni Crudeli in Livorno 1831 - Eric Feller Collection

Giovanni Crudeli in Livorno 1831 – Eric Feller Collection

 

Bisher sind keine weiteren erhaltenen Hammerflügel von Giovanni Crudeli bekannt.

 

 

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Longman and Broderip ca. 1785 für Charles Burney https://www.ericfeller.de/instrumente/longman-and-broderip-ca-1785-fuer-charles-burney/ Mon, 18 Nov 2019 21:19:45 +0000 https://www.ericfeller.de/?post_type=instrumente&p=673 Zu den absoluten Raritäten weltweit zahlt dieser einzigartige Tangentenflügel der Firma Longman & Broderip, der für den berühmten Musikhistoriker, Komponisten und Musiker Charles Burney (1726 – 1814) gebaut wurde. Das Instrument besticht durch seinen herausragenden Klang und die handwerkliche Fertigung. Der Korpus ist aus Mahagoni mit umlaufenden Intarsien aus verschiedenen farbigen Hölzern. Zu sehen sind […]

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Zu den absoluten Raritäten weltweit zahlt dieser einzigartige Tangentenflügel der Firma Longman & Broderip, der für den berühmten Musikhistoriker, Komponisten und Musiker Charles Burney (1726 – 1814) gebaut wurde. Das Instrument besticht durch seinen herausragenden Klang und die handwerkliche Fertigung.

Der Korpus ist aus Mahagoni mit umlaufenden Intarsien aus verschiedenen farbigen Hölzern. Zu sehen sind Sujets mit verschiednen Blumen und Ranken sowie griechische Amphoren, die alle als farbige Intarsien gestaltet sind. Über der Tastatur sind ebenfalls Girlanden und verschiedene Blumen als Intarsien eingearbeitet. Die gesamte Dekoration kann als hervorragend und von höchstem künstlerischem Können eingestuft werden. Das Instrument liegt auf einem trestle-stand auf. Das Vorsatzbrett trägt auf einem Palisanderschild die Inschrift:

„Longman and Broderip

London

No. 26 Cheapside & No. 13 Haymarket“

Tangentenflügel Longman & Broderip c. 1785 - Eric Feller Collection (Tangent Piano) - Nameboard

Tangentenflügel Longman & Broderip c. 1785 – Eric Feller Collection (Tangent Piano) – Vorsatzbrett

 

Im Inneren befinden sind handschriftlich die Initialen J. W. sowie die Signatur:

“Made for Mr. Burney“

Die Tastatur hat einen Umfang von 5 Oktaven (FF – f3) und ist aus Elfenbein und Ebenholz gefertigt. Die Untertasten sind jeweils mit einer zusätzlichen Doppeleinkerbung verziert sind, die mit Eisengallustinte eingefärbt wurde. Dieses Detail ist als Verzierungselement bei Tastaturen von Cembali sehr gebräuchlich gewesen und findet sich hier als dekoratives Überbleibsel. Der Flügel verfügt über eine Tangentenmechanik mit hölzernen, unbelederten Tangenten und Einzeldämpfern. Unter dem Instrument befinden sich zwei Kniehebel für Dämpfungsaufhebung und Moderator. Der Steg ist durchgängig und nicht geteilt. Im Bassbereich ist der auslaufende Steg filigran als stilisierter Fischschwanz geschnitzt.

Portrait of Charles Burney by Joshua Reynolds 1781 - National Portrait Gallery London

Portrait of Charles Burney by Joshua Reynolds 1781 – National Portrait Gallery London

 

Aus der Signatur geht hervor, dass der Flügel für Charles Burney gebaut und von ihm direkt bei Longman & Broderip bestellt wurde. Burney, der durch seine Reisen auf dem europäischen Festland eine Vielzahl an Persönlichkeiten des musikalischen Lebens Ende des 18. Jahrhunderts und diverse Instrumentenbauer kennen lernte, muss so in Kontakt mit Tangentenflügeln gekommen sein. Zurück in der Heimat beauftragte er die Firma ihm ein solches Instrument zu bauen. Tangentenmechaniken waren bis dahin in England kaum bekannt. Lediglich einige wenige Instrumentenbauer (Frederick Beck, Humphry Walton, John Statman und Charles Trute) waren mit der Tangentenmechanik vertraut.

London war neben Wien und Paris Zentrum des Instrumentenbaus im 18. und 19. Jahrhundert. Mitte der 1760er Jahre wanderten einige Instrumentenbauer, mit meist deutschsprachigen Wurzeln, nach England aus und führten maßgeblich zu Entwicklung und Verbreitung des Fortepianos bei. Allen voran der deutsche Instrumentenbauer Johann Christoph Zumpe (1726 – 1790) aus Fürth.

In den 1750er Jahren wanderte er nach London aus und begab sich in die Werkstatt des bekannten Cembalobauers Burkat Shudi (1702 – 1773). Im Jahre 1761 gründete er einen eigenen Betrieb in der Princes Street und baute die ersten Fortepianos in England. Das älteste und datierte bisher erhaltene Tafelklavier in England stammt aus dem Jahr 1766. Die Instrumente von Zumpe waren alle zierlich gebaut und verfügen über eine einfache Stoßzungenmechanik (single action). Bisher gibt es jedoch noch keinen Beweiß, dass Zumpe nicht auch Instrumente mit anderen Mechaniken gebaut hat. Aufgrund seiner Herkunft ist es anzunehmen, dass er auch andere Mechaniken aus seiner Zeit in Süddeutschland kannte.

Der aus Sankt Petersburg stammende und in Neapel ansässige Klavierbauer Giacomo Ferdinando Sievers (1810 – 1878) schreibt in seinem Buch aus dem Jahre 1868

„Il Pianoforte. Guida pratica per Construttori, Accordatori, Dilettanti e Possessori di Pianoforti con 300 disegni parte intercalati nel testo e parte in apposito atlante di Giacomo Ferd. Sievers Fabbricante di Pianoforti in Napoli”, dass er 1828 in Riga mehrere Instrumente mit Tangentenmechanik repariert hat. Weiterhin beschreibt er auch sehr detailgenau die Tangentenmechanik, die Zumpe gebaut haben soll:

„In England and Germany some harpsichords were made with jacks that struck two unison strings. In 1828, when I was in Riga, I repaired several of these instruments that had been made in Nuremberg in 1754. In England, during that period, Zumpe produced the same model with an intermediate lever. This maker covered the jacks with soft leather, thus they produced a faint but quite pleasant sound; those [percussive jacks] made in Germany were not covered with leather and produced a shrill sound. These jacks were placed inside a leathered guide, which looked like a comb, that was supported in order to allow space between the key and the jack; Zumpe’s intermediate lever was hinged on the back by means of a parchment.”

 

Es ist nicht gesichert, ob Sievers in seiner Beschreibung wirklich Zumpe meinte oder evtl. einen anderen Instrumentenbauer. Möglich wären auch Instrumente aus Zumpes Werkstatt, die mit einer neuen Mechanik überarbeitet wurden. Unabhängig davon stellt dies jedoch eine der wichtigsten Quellen von Zeitzeugenberichte über die Tangenteninstrumente in England dar.

Aus England sind bisher nur drei Instrumente mit Tangentenmechanik bekannt (Stand: November 2019):

  • Tangentenklavier von Fredericus Beck ca. 1790 (Privatsammlung England),
  • Tangentenklavier Anonymus, vermutlich auch von F. Beck (Sammlung des Museums des College of Music in Osaka, Japan),
  • Flügelkorpus Anonymus, vermutlich England erste Hälfte des 19. Jh. (Sammlung Germanisches Nationalmuseum (Inv.: MINe 153, Nürnberg; vormals Sammlung Neupert).

Hierzu kommen jetzt noch die zwei englischen Tangenteninstrumente aus der Eric Feller Collection:

  • Tangentenflügel der Firma Longman & Broderip, London ca. 1785,
  • Tangentenklavier von Charles Trute, London ca. 1790

Die Entwicklung und Verbreitung der Tangenteninstrumente in Großbritannien ist recht vereinzelt geschehen. Die Instrumente in Tafelklavierform sind von ihrem Erscheinungsbild wie die typischen englischen Tafelklaviere gegen Ende des 18. Jahrhunderts. Interessant ist, dass die Mechanik sich von der von Späth und Schmahl und ihrer Schüler unterscheidet.

 

Einen ausführlichen Artikel über Tangenteninstrumenten finden Sie in den Publikationen der Eric Feller Collection (klicken Sie hier)!

 

Weitere Forschungen zu dem Instrument dauern aktuell noch an!

 

Quellen:

  • AWOUTERS, M. – DE GEYSER, I. – VANDENBERGHE, S., Catalogus van de Muziekinstrumenten, Brugge, Gruuthusemuseum, 1985.
  • BAUER, Wilhelm A. – DEUTSCH, Otto Erich, Mozart. Briefe und Aufzeichnungen, vol. II, 1777-1779, New York, Bärenreiter, 1962.
  • BOALCH, Donald H., Makers of the Harpsichord and Clavichord 1440-1840, Oxford, Claredon Press, 1995.
  • BRUNNER, Hans, Das Klavierklangideal Mozarts und die Klaviere seiner Zeit, Augsburg, Filser, 1933
  • BURNEY, Charles, The present state of music in France and Italy, 2. Edition, London, 1773.
  • FORKEL, Johann Nicolaus, Allgemeine Litteratur der Musik oder Anleitung zur Kenntniß musikalischer Bücher, welche von den ältesten bis auf die neusten Zeiten bey den Griechen, Römern und den meisten neuern europäischen Nationen sind geschrieben worden, Leipzig, Schwickertschen Verlage, 1792.
  • CLARKE, Christopher, The English piano, in Music of the past: instruments and imagination. Actes des Recontres Internationales hormoniques, Lausanne, 2004, Bern-Berlin-Frankfurt-New York-Oxford-Wien, 2006, pp. 239-270.
  • CLINKSCALE, Martha Novak, Makers of the Piano 1700-1820, Oxford, University Press, 1993.
  • COLE, Michael, The pianoforte in the classical Era, Oxford, University Press, 1998.
  • DI STEFANO, Giovanni Paolo, Il Pianoforte in Sicilia. Storia e costruttori dal XVIII al XX secolo, tesi di laurea in Discipline dell’Arte della Musica e dello Spettacolo, Università degli Studi di Palermo, Facoltà di Lettere e Filosofia, relatore Prof. Amalia Collisani, 2003.
  • ESCHLER, Thomas Jürgen, Die Sammlung historischer Musikinstrumente des Musikwissenschaftlichen Instituts der Universität Erlangen-Nürnberg, Wilhelmshaven, Noetzel, Heinrichshofen-Bücher, 1993.
  • GOBBETT, Aldo James, Fortepiano a tangenti (Tangentenflügel) Späth e Schmahl Regensburg 1790, in Strumenti per Mozart, a cura di Marco Tiella e Romano Vettori, Rovereto, Edition Longo, pp. 181-191.
  • HARDING, Rosamond E. M., The Pianoforte. Its History Traced to the Great Exhibition of 1851, Cambridge, University Press, 1978.
  • HENKEL, Hubert, Besaitete Tasteninstrumente. Deutsches Museum Kataloge der Sammlungen, Musikinstrumentensammlung, Frankfurt am Main, Bochinsky, 1994.
  • HERRMANN, Heinrich, Die Regensburger Klavierbauer Späth und Schmahl und ihr Tangentenflügel. Inaugural-Dissertation zur Erlangung der Doktorwürde der hohen philosophischen Fakultät der Bayerischen Friedrich-Alexanders-Universität Erlangen, Erlangen, Buchdruckerei Karl Döres, 1928.
  • JURGENSON, William, The importance of the Tangentenflügel to the Development of the German Piano, in Instruments à claviers – expressivité et flexibilité sonore. Actes des Recontres Internationales harmoniques, Lausanne, 2002, Bern, Peter Lang, 2003, pp. 55-61.
  • KLAUS, Sabine Katharina, Der Instrumentenmacher Johann Matthäus Schmahl (1734- 1793) im Spiegel der Ulmischen Intelligenzblätter, «Musica Instrumentalis», I, 1998, pp. 72-93.
  • KÖNIG, Johann Ulrich, Des Marchese, Scipio Maffei, Beschreibung eines neu erfundenen Claviceins auf welchem das piano und forte zu haben, nebst einigen Betrachtungen über die Musikalischen Instrumente, in Johann Mattheson, «Critica Musica», II, Hamburg, 1725, pp. 335-342.
  • LATCHAM, Michael, Mozart and the Pianos of Johann Andreas Stein, «The Galpin Society Journal», LI, 1998, pp. 114-153.
  • LATCHAM, Michael, Franz Jakob Spath and the Tangentenflügel, an Eighteenth-Century Tradition, «The Galpin Society Journal», LVII, 2004, pp. 150-170.
  • MARPURG, Wilhelm, Kritische Briefe über die Tonkunst, vol. II, Berlin, 1763.
  • MENGER, Reinhardt, Der Tangentenflügel – ein Fortepiano, in De musica et cantu, Studien zur Geschichte der Kirchenmusik und der Oper. Helmut Hucke zum 60. Geburtstag, Hildesheim, Zürich, New York, 1993, pp. 523-526.
  • RIECHE, Christiane, Der Späthsche Tangentenflügel, in «Händel-Hausmitteilungen», 1996/1, p. 24.
  • RIPIN, Edwin M.. – POLLENS, Stewart, Tangent piano, in The New Grove’s Dictionary of Music and Musicians, 2. Auflage, London, 2001.
  • SCHMID, Armin, „Waren mir dir spättischen Clavier die liebsten“. Orgeln. Tangenten – und Hammerflügel, Clavichorde von Späth und Schmahl in Regensburg für Kirche, Adel und Bürger, «Mälzels Magazin Zeitschrift für Musikkultur in Regensburg», IV/1, 2001.
  • SIEVERS, Giacomo Ferdinando, Il Pianoforte. Guida pratica per costruttori, accordatori, dilettanti e possessori di Pianoforti, Napoli, Stabilimento Tipografico Ghio, 1868.
  • TAGLIAVINI, Luigi Ferdinando, Giovanni Ferrini and his harpsichord ‘a penne e a martelletti’, in «Early Music», XIX, 1991, pp. 398-408.
  • THON, Christian Friedrich Gottlieb, Über Klavierinstrumente, Sondershausen, Bernhard Friedrich Voigt, 1817.
  • VOGEL, Benjamin, Two Tangent Square Pianos in Poland, «Journal of the American Musical Instrument Society», XX, 1994, pp. 84-110.

© Eric Feller – Early Keyboard Collection – November 2019

 

 

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Kurt Hutzelmann 1967 https://www.ericfeller.de/instrumente/kurt-hutzelmann-1967/ Fri, 15 Nov 2019 18:29:48 +0000 https://www.ericfeller.de/?post_type=instrumente&p=665 Im Zuge der historischen Aufführungspraxis versuchten einige Klavierbauer, dass wiederentdeckte Cembalo zu verbessern oder mit neuen Klangmöglichkeiten auszustatten. Die ausgereifte Klavierkonstruktion diente dabei bei vielen Instrumenten als Vorbild und so stellt besonders dieses kleine Cembalo eine Besonderheit in der Weiterentwicklung des Cembalos dar. Das einmanualige Instrument wurde von Kurt Hutzelmann 1967 in Eisenberg / Thüringen […]

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Im Zuge der historischen Aufführungspraxis versuchten einige Klavierbauer, dass wiederentdeckte Cembalo zu verbessern oder mit neuen Klangmöglichkeiten auszustatten. Die ausgereifte Klavierkonstruktion diente dabei bei vielen Instrumenten als Vorbild und so stellt besonders dieses kleine Cembalo eine Besonderheit in der Weiterentwicklung des Cembalos dar.

Das einmanualige Instrument wurde von Kurt Hutzelmann 1967 in Eisenberg / Thüringen gebaut. Es verfügt über ein Register (8’). Durch eine spezielle Konstruktion lassen sich bei diesem Cembalo jedoch die Dämpfer mittels eines Pedals aufheben (ähnlich wie das rechte Pedal bei modernen Klavieren). Weiterhin verfügt das Instrument über einen Lautenzug. Der Korpus ist aus Esche und die Klaviatur aus Kunststoff. Über der Tastatur befindet sich das Namensschild mit der Aufschrift:

„K. Hutzelmann

Eisenberg Th.“

Das Instrument ist einchörig bezogen und hat einen Stahlrahmen, um eine längere Stimmhaltung zu gewährleisten. Die Seriennummer lautet 1747 und befindet sich rechts im Stahlrahmen eingraviert. Die Springer sind mit Gänsekielen versehen.

 

Kurt Hutzelmann Cembalo 1967 - Eric Feller Collection - Keys

Kurt Hutzelmann Cembalo 1967 – Eric Feller Collection – Tastatur

 

Durch die ausgeklügelte Konstruktion der Springer und der Trennung der Dämpfer vom Springer, kann man mittels des rechten Pedals die Dämpfung aufheben, was einen sehr interessanten Klangeffekt bewirkt. Dies kann auch mit der Laute kombiniert werden. Leider setzte sich diese Konstruktion nicht durch und nur ganz wenige Instrumente wurden von dieser Baureihe gefertigt.

 

Kurt Hutzelmann wurde 1889 geboren. Am 17. August wurde die Pianofabrik Kurt Hutzelmann in Eisenberg gegründet und besteht seitdem heute (2019) noch. Eine genauere Beschreibung der Firmengeschichte findet sich aus der Homepage der Firma (klicken Sie hier). Der Firmengründer starb 1971.

Kurt Hutzelmann Cembalo 1967 - Eric Feller Collection - Nameboard

Kurt Hutzelmann Cembalo 1967 – Eric Feller Collection – Signatur

 

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Neupert 1961 – Modell Telemann https://www.ericfeller.de/instrumente/neupert-1961-modell-telemann/ Wed, 30 Oct 2019 16:15:49 +0000 https://www.ericfeller.de/?post_type=instrumente&p=659 Dieses kleine einmanualige Cembalo der Firma Neupert aus Bamberg zeigt die Weiterentwicklung der modernen Rastenbauweise. Der Korpus ist aus Nussbaum mattiert und hat eine eckige Flügelform mit einem nach unten hin offenen Resonanzboden. Das Instrument verfügt über 2 Springerreihen und hat die von Neupert entwickelten neuen OK-Springer mit Silberton-Bekielung. Die länglichen und runden Springer sind […]

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Dieses kleine einmanualige Cembalo der Firma Neupert aus Bamberg zeigt die Weiterentwicklung der modernen Rastenbauweise.

Der Korpus ist aus Nussbaum mattiert und hat eine eckige Flügelform mit einem nach unten hin offenen Resonanzboden. Das Instrument verfügt über 2 Springerreihen und hat die von Neupert entwickelten neuen OK-Springer mit Silberton-Bekielung. Die länglichen und runden Springer sind aus Leichtmetall gefertigt und haben zwei federunterstützte Handregulierungsschrauben an beiden Springerenden. Durch diese Neuerungen soll die Anfälligkeit der Springer minimiert werden und das Instrument kann leichter reguliert werden. Ein Herausnehmen des Springers zum regulieren ist nicht mehr nötig.

Das Instrument verfügt über einen Umfang von 4 ½ Oktaven (CC – f3) und hat eine Tastatur aus Kunststoff. Weiterhin gibt es zwei Register (8’ und 4’) sowie einen geteilten Lautenzug für das 8’-Register. Auf dem Vorsatzbrett befindet sich rechtsseitig die Signatur „Neupert“. Die Seriennummer lautet 20193 und ist rechts auf dem Stimmstock eingeschlagen.

Laut alten Verkaufskatalogen der Firma Neupert handelt es sich bei dem Instrument um das Modell „Telemann, in Anlehnung an den Komponisten Georg Philipp Telemann (1681 – 1767). Die Bezeichnung einzelner Modelle von Cembali nach bekannten Komponisten war in den 1950er – 1970er Jahren bei vielen Cembalobauern (Neupert, Sperrhake, Wittmayer usw.) sehr beliebt – historische Bezüge gab es jedoch keine.

Der Klang des Instrumentes ist sehr präsent und vielschichtig. Allerdings muss hier deutlich gesagt werden, dass der Klang mit einem historischen Cembalo gar nicht vergleichbar ist, handelt es sich durch seine Konstruktion ja um ein völlig neues Instrument, dass mit den alten Cembali lediglich die Klangerzeugung gemeinsam hat.

 

 

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Franz Xaver Christoph ca. 1780 – 1785 https://www.ericfeller.de/instrumente/franz-xaver-christoph-ca-1780-85/ Wed, 30 Oct 2019 13:53:52 +0000 https://www.ericfeller.de/?post_type=instrumente&p=658 Dieser einzigartige und außergewöhnliche Hammerflügel gehört zu den frühen erhaltenen Hammerflügeln des 18. Jahrhunderts aus Wien. Wien war neben Paris und London eines der Zentren des Klavierbaus. Neben Anton Walter gehörte ebenfalls der der Orgel- und Klavierbaumeister Franz Xaver Christoph zu den besten Instrumentenbauern in Wien. Dieser außergewöhnliche Hammerflügel ist im Rokokostil gehalten und hat […]

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Dieser einzigartige und außergewöhnliche Hammerflügel gehört zu den frühen erhaltenen Hammerflügeln des 18. Jahrhunderts aus Wien. Wien war neben Paris und London eines der Zentren des Klavierbaus. Neben Anton Walter gehörte ebenfalls der der Orgel- und Klavierbaumeister Franz Xaver Christoph zu den besten Instrumentenbauern in Wien.

Dieser außergewöhnliche Hammerflügel ist im Rokokostil gehalten und hat verschiedene Rocaillenfelder mit reich bemalter floraler Malerei. Das Gehäuse ist flach ohne plastische Zierelemente. An der filigranen Gestellkonstruktion hat es Schnitzverzierungen an Zargen, die welche über fünf geschwungene Beine führen. Die fünf Beine sind 6 – 9 cm über dem Boden mit filigranen geschwungenen Fußstegen verbunden. In der Stegmitte hat es ein aufgesetztes ovales Zierelement, umrandet mit geschnitzten Akanthusblättern. Der aufklappbare dreiflüglige Deckel ist mit drei Scharnieren an der Korpusrückseite befestigt.  Der Deckel selbst besteht aus sechs eingenuteten Füllungen, welche an der Innenseite leicht vertieft sind, und durch die erhöhten Friese wird die Fläche unterteilt; dies im Gegensatz zur Außenfläche, welche eine glatte Fläche bildet. Der Flügel war ursprünglich nicht bemalt und hatte keinen Gestellunterbau, sondern fünf Beine, welche in den Korpus geschraubt waren.

Bevor der Hammerflügel in zwei verschiedenen Stufen bemalt wurde, war die Oberfläche dunkelbraun behandelt.

  1. Fassung:

Rote Grundfarbe mit vergoldeten Bändern und Rankenornamenten am Korpus und Gestell.

  1. Fassung:

Über die rote Fassung kam eine Kreidegrundierung für die folgende Temperamalerei mit grüner Grundfarbe um die 15 vergoldeten Rocaillenfelder mit filigraner Binnenzeichnung. In den Felderflächen hat es florale Motive in bunter Farbgebung auf weißem Grundton. Der Deckel ist auf der Innenseite flächig grün gestrichen, in den sechs Feldern hat es analog außen florale Motive, welche in den zwei größten Feldern zusätzlich mit Linie und Akanthusranken umrandet werden. Über die Deckelfriese ziehen sich Blätterranken. Am grün gefassten Gestell ist die Schnitzverzierung in den verschiedenen Farbtönen Gelb, Rot, Blau und mit Vergoldung gefasst.

Die gesamte Bemalung und Verzierung ist von herausragender Qualität und mit höchstem künstlerischem Können gefertigt und wurde bei einem Restaurator für Malerei in der Schweiz museal wieder restauriert.

Hammerflügel Franz Xaver Christoph, Wien ca. 1780 (geschlossen) - Eric Feller Collection

Hammerflügel Franz Xaver Christoph, Wien ca. 1780 (geschlossen) – Eric Feller Collection

 

Der Flügel ist unsigniert aber zeigt in allen baulichen Details Merkmale, dass er eindeutig Franz Xaver Christoph zugeschrieben wird. Der Umfang beträgt 5 Oktaven (FF – f3) und die Tastatur ist aus Ebenholz und Knochen gefertigt. Das Instrument verfügt über eine Wiener Stoßzungenmechanik mit nach vorne gerichteten Hammerköpfen, Stiefeldämpfung und durchgehendem Steg. An den Tastenunterseiten befinden sich Messingkapseln mit Drahtösen (bei älteren Instrumenten sind diese Ösen aus Darmsaiten-Schlingen gefertigt). Ein Kniehebel dient zur Dämpfungsaufhebung und mittig über dem Vorsatzbrett gibt es einen Handregisterzug für einen Moderator.

Hammerflügel Franz Xaver Christoph, Wien ca. 1780 (Klaviatur) - Eric Feller Collection

Hammerflügel Franz Xaver Christoph, Wien ca. 1780 (Klaviatur) – Eric Feller Collection

 

Über Franz Xaver Christoph ist nur wenig bekannt. Er wurde 1733 in Wien geboren und am 1. Dezember 1733 getauft. Er zählt heute zu den besten Orgel- und Klavierbauern in Österreich im 18. Jahrhundert. Er war der Sohn eines aus der Oberpfalz stammenden kaiserlichen Reitknechtes. Es ist anzunehmen, dass er einen Teil seiner Ausbildung im Ausland verbracht hat. Seine erste nachweislich gebaute Orgel stammt von 1768. Es ist die Orgel der Pfarrkirche Oberlaa/Wien.

1776 legte er den Bürgereid in Wien ab. Im gleichen Jahr wurde einer seiner bedeutendsten barocken Orgeln fertig gestellt, die Orgel in der Wallfahrtskirche Sonntagberg bei Ybbs. Sein Geschäft befand sich Auf der Wieden Nr. 59 in Wien. In den Jahren zwischen 1777 bis 1793 bezog er Geld für Wartung der Orgeln im Stephans Dom in Wien. 1784/85 übernahm er Reparaturen an der Füchsel-Baldachin-Orgel. In den Jahren 1785 bis 1788 betreute er die Orgel in der Wiender Michaeliskirche, die auch von ihm 1785 renoviert wurde. Sein Schüler war Ignaz Kober (1755 – 1813). Er gilt auch als Vollender der stilistischen Arbeit Christophs. Am 18. April 1793 starb Franz Xaver Christoph in Windmühle. Nach seinem Tod übernahm der aus Pressburg stammende Franz Hubert (um 1770 – 1810) das Geschäft, nachdem er Christophs zweite Ehefrau Cäcilie Geill (1751 – 1807) geheiratet hatte.

Weitere Forschungen zu dem Instrument dauern aktuell noch an!

 

 

Weitere erhaltene Instrumente von Franz Xaver Christoph:

 

 

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Broderip & Wilkinson 1802 https://www.ericfeller.de/instrumente/broderip-wilkinson-1802/ Tue, 22 Oct 2019 13:53:59 +0000 https://www.ericfeller.de/?post_type=instrumente&p=653 Die Firma Longman & Broderip zählte zu einer der bekanntesten Firmen im späten 18. Jahrhundert in England. Nach dem Bankrott der Firma im Jahr 1795 gingen James Longman und Francis Fane Broderip für einige Zeit ins Gefängnis. Der geschäftstüchtige Komponist Muzio Clementi kaufte sich daraufhin 1796 in die Firma ein und wurde fortan Partner von […]

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Die Firma Longman & Broderip zählte zu einer der bekanntesten Firmen im späten 18. Jahrhundert in England. Nach dem Bankrott der Firma im Jahr 1795 gingen James Longman und Francis Fane Broderip für einige Zeit ins Gefängnis. Der geschäftstüchtige Komponist Muzio Clementi kaufte sich daraufhin 1796 in die Firma ein und wurde fortan Partner von James Longman. Es erfolgte der Verkauf von Instrumenten unter dem Namen Longman & Clementi. Zeitgleich ging Francis Broderip eine Geschäftsbeziehung mit George Wilkinson ein, die bis zum Tod von Broderip am 18. Februar 1807 hielt.

 

Ein Instrument aus dieser Zeit ist dieses Tafelklavier aus dem Jahr 1802. Es zeigt sich in fast allen Details gleich wie Instrumente aus der Spätzeit der Firma Longman & Broderip. Der Korpus ist aus Mahagoni mit umlaufenden und mehrfarbigen Bandintarsien aus verschiedenen Hölzern. Das Instrument steht auf einem Gestell mit Messingrollen. Die Tasten sind mit Elfenbein und Ebenholz belegt. Weiterhin verfügt es über ein hölzernes Pedal zur Dämpfungsaufhebung und ist zweichörig besaitet. Das Vorsatzbrett ist mit einer ovalen Kartusche aus Emaille verziert und trägt die Signatur:

„New Patent

Broderip & Wilkinson

Haymarket

London„

Auf der ersten Taste ist seitlich die Jahrszahl „1802“ handschriftlich mit Tinte geschrieben. Bei der Mechanik handelt es sich um eine double action mit belederten Hämmerchen und Einzeldämpfern. Der Klaviaturumfang beträgt 5 ½ Oktaven (FF – c4) und deckte alle zur damaligen Zeit erhältlichen Komposition ab. Über der Mechanik befindet sich das originale dust-cover, welches mit grüner Seide bespannt ist.

 

Für weitere Information zu Francis Fane Broderip und die Firma Longman & Broderip klicken Sie hier.

 

George Wilkinson wurde am 5. November 1785 geboren. Nachdem er mit Francis Broderip eine Geschäftsbeziehung einging, kam seinen ältesten Bruder Charles Wilkinson 1805 hinzu. Nach dem Tod von Francis Broderip 1807 stellte er unter dem Namen Wilkinson & Co. Instrumente her.

 

Announcement of George Wilkinson and Elizabeth Broadhurst in The Gentleman's Magazine of 1809

Announcement of George Wilkinson and Elizabeth Broadhurst in The Gentleman’s Magazine of 1809

Am 23. September 1809 heiratete er Elizabeth Cecilia Mary Broadhurst. Im „Gentleman’s Magazine“ von 1809 findet sich die Hochzeitsmitteilung. Zusammen hatten sie 7 Kinder (Ann (1814 – 1814), Emma (1815 – 1889), Matilda (1817 – 1876), Oriana (1818 – 1853), Louisa (1820 – ?), Alfred Broadhurst Wilkinson (1822 – 1854), und Henry Broadhurst Wilkinson (1824 – ?).

1809 beauftragt Wilkinson Augustus Leukfeld und George Astor damit, nach William Southwells Patent (EN 3029, 1807) lizenzierte Klaviere herzustellen. 1810 verkaufte er das Verlagsgeschäft an Thomas Preston (1789 – 1834) und ging eine neue Geschäftsverbindung mit Robert Wornum (1780 – 1852) ein, nachdem er sich 12.000 Pfund von seinem Vater dafür geliehen hatte. Die Firma Wilkinson & Wornum stellte nun verbesserte aufrechte Klaviere her und die Fabrik und Ausstellungsräume befanden sich in der Nähe des Hanover Square in der Oxford Street 315 und der Princes Street 11. Das Lagerhaus und die Fabrik wurden 1812 durch einen Brand zerstört, wobei bis zu 70 Arbeiter entlassen wurden und Schulden über 16.500 Pfund hinterlassen wurden. 1813 löste sich die Partnerschaft auf und die Firma wurde Wilkinsons Vater übertragen, der die Schulden tilgte.

Gegen Ende des Jahres 1813 mietete sich Wilkinson ein Haus in der Howland Street 32 ​​und gründete 1816 eine Klavierfabrik in der Oxford Street 315 und fügte Ausstellungsräume in der New Bond Street hinzu. Instrumente aus dieser Zeit wurden beispielsweise von Pleyel sehr gelobt.

Zusammen mit Ferdinand Hirschfeld ging er nach 1830 eine neue Partnerschaft ein. Beide stellten nun spezielle Kerzen her, die sie sich auch patentieren ließen. Allerdings endete diese Partnerschaft ebenfalls im Bankrott 1835.

 

Portrait of George Wilkinson, in pencil, by Haughton, 1847

Portrait of George Wilkinson, in pencil, by Haughton, 1847

1854 verließ George Wilkinson London und ging nach Milford Haven um der Cholera in London zu entgehen. Dort verstarb er 1855 an einem Schlaganfall.

 

 

Weitere erhaltene Instrumente von Broderip & Wilkinson:

  • 1798 – 1807 Tafelklavier – Musikhistorisk Museum & Carl Claudius‘ Samling, Kopenhagen Dänemark
  • 1798 – 1807 Tafelklavier – Geoff Watson, Barnard Castle, England

 

 

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Gabriel Buntebart für James & John Simpson 1779 https://www.ericfeller.de/instrumente/square-piano-gabriel-buntebart-for-james-john-simpson-1779-eric-feller-collection/ Thu, 17 Oct 2019 17:37:06 +0000 https://www.ericfeller.de/?post_type=instrumente&p=650 Im späten 18. Jahrhundert in England arbeiteten viele Instrumentenbauer auch als Zulieferer für Musikalienhandlungen, die selbst keine Instrumente herstellten, sondern diese nur verkauften. Ein prominentes Beispiel stellt die Firma Longman & Broderip dar, für die beispielsweise Christopher Ganer oder auch Johannes Zumpe arbeitete. Ein Beispiel dafür zeigt das Instrument von Johannes Zumpe aus dem Jahr […]

Der Beitrag Gabriel Buntebart für James & John Simpson 1779 erschien zuerst auf Eric Feller Early Keyboard Instruments Collection.

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Im späten 18. Jahrhundert in England arbeiteten viele Instrumentenbauer auch als Zulieferer für Musikalienhandlungen, die selbst keine Instrumente herstellten, sondern diese nur verkauften. Ein prominentes Beispiel stellt die Firma Longman & Broderip dar, für die beispielsweise Christopher Ganer oder auch Johannes Zumpe arbeitete. Ein Beispiel dafür zeigt das Instrument von Johannes Zumpe aus dem Jahr 1769 in der Eric Feller Collection (weitere Informationen zu diesem Instrument finden Sie hier). Bei diesem interessanten Instrument zeigt sich die Beziehung zwischen dem renommierten Instrumentenbauer Gabriel Buntebart und der Firma von James & John Simpson, die im späten 18. Jahrhundert in London mit Musikalien und verschiedenen Instrumenten handelten. Bisher sind nur drei weitere Instrumente von Simpson erhalten. Der Korpus besteht aus Mahagoni und hat keinerlei umlaufende Intarsien, was bei Instrumenten aus dieser Zeit typisch wäre. Links neben der Klaviatur sind drei Handregisterzüge für eine geteilte Dämpfungsaufhebung und Laute. Das Instrument verfügt über eine einfache englische Single Action und ist durchgehend zweichörig besaitet. Es liegt auf dem originalen trestle-stand auf. Die Tasten sind aus Elfenbein und Ebenholz gefertigt. Das Vorsatzbrett trägt die Aufschrift:

„Simpson Fecit No 15 Sweetings Alley Royal Exchange London“

Weiterhin befinden sich im Inneren mehrere handschriftliche Signaturen, die bei der Reinigung und Untersuchung zum Vorschein kamen. Eine Signatur hinter dem Vorsatzbrett und auf dem inneren Korpusboden mit

„Gabriel Buntebart 1779“

zeigt den Erbauer und das Herstellungsjahr. Weiterhin weisen mehrere Signaturen aus, dass das Instrument in der Zeit um 1840 in Besitz von Lady Joyce war und repariert wurde. Weitere Nachforschungen dazu sind veranlasst. Das Instrument hat eine kleine Größe und ist sehr hervorragend gearbeitet.

 

 

1732 gründete John Simpson einen Musikverlag und handelte mit Noten und Instrumenten (hauptsächlich Violinen und Flöten). Diese Instrumente waren Zulieferungen von diversen Instrumentenbauern und wurden unter dem eigenen Namen „Simpson“ verkauft.

Nach John Simpsons Tod (um 1750/51) übernahm seine Frau Ann das Geschäft zusammen mit ihrem neuen Ehemann John Cox, den sie 1751 heiratete. John Cox war ebenfalls Musikverleger und hatte ein Geschäft. Weiterhin war er Sänger und war reguläres Mitglied im Chor G. F. Händels. Er sang beispielsweise den Habdonah in Händels Oratorium Esther 1751. Weiterhin sang er Partien in Händels Messias in den Aufführungen 1754, 1758 und 1759 (vgl.: Philip H. Highfill, Jr., Kalman A. Burnim, Edward A. Langhans: A Biographical Dictionary of Actors, Actresses, Musicians, Dancers, Managers, and Other Stage Personnel in London, 1660 – 1800).

Später folgte Anns Sohn James in die Firma und später ab 1767 dessen Sohn John. Aus alten Unterlagen geht hervor, dass 1769 das gesamte Inventar der Firma für 1.000 Pfund versichert wurde, was zu dieser Zeit eine der höchsten Versicherungssummen war. Dies zeigt, dass das Geschäft sehr florierte (vgl.: David Barnett: The structure of Industry in London 1775 – 1825). Das Geschäft wurde bis 1795 fortgeführt.

 

Gabriel Buntebart zählte mit zu den renommiertesten Instrumentenbauern im späten 18. Jahrhundert in England. Er kam 1761 während des Siebenjährigen Krieges (1756 – 1763) aus Strelitz (Mecklenburg Deutschland) nach England. Die Hoffnung auf bessere Lebensumstände und ein geregeltes Einkommen waren damals Motivation um zu immigrieren. Er stand in freundschaftlichem und geschäftlichem Verhältnis mit Johann Christian Bach (1735 – 1782). Zusammen mit Johannes Zumpe (1726 – 1790) baute er von 1769 bis zum 24. September 1778 Instrumente. Danach endete die Partnerschaft der beiden. Buntebart ging von 1783 bis 1792 eine neue Partnerschaft mit Christopher Sievers ein, während Zumpe eine Partnerschaft mit den beiden Brüdern Frederick und Christian Schoene einging. Ein Instrument aus dieser Phase befindet sich ebenfalls in der Eric Feller Collection (siehe Tafelklavier von Schoene & Co. 1788). Gabriel Buntebart starb 1794.

 

Das Instrument mit Signatur von James & John Simpson wurde 1779 von Buntebart gebaut, also genau ein Jahr nachdem er die Partnerschaft mit Johannes Zumpe beendete. Interessant ist ein weiteres erhaltenes Instrument im Besitz von David Hackett, welches ebenfalls Gabriel Buntebart zugeschrieben wird.

 

 

Weitere erhaltene Instrumente von James & John Simpson:

  • 1775 Tafelklavier – John Hobsen, Wellesbourne England
  • 1780 Tafelklavier – früher in der Colt Collection, Bethersden England
  • 1780/85 Tafelklavier – David Hackett, Chelveston England

 

 

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Virginal nach Vitus de Trasuntino ca. 1990 https://www.ericfeller.de/instrumente/virginal-nach-vitus-de-trasuntino-ca-1990/ Thu, 17 Oct 2019 11:45:44 +0000 https://www.ericfeller.de/?post_type=instrumente&p=647 Virginale waren vom 16. bis zum 18. Jahrhundert besonders in Italien, England und den Niederlanden weit verbreitet und erfreuten sich großer Beliebtheit. Häufig finden sich frühe Darstellungen von Damen am Virginal. Eine der frühesten Darstellungen ist das Bildnis von Catharina van Hemessen (1527/28 – 1583) an einem Virginal. Das Portrait befindet sich heute im Wallraf-Richartz-Museum […]

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Virginale waren vom 16. bis zum 18. Jahrhundert besonders in Italien, England und den Niederlanden weit verbreitet und erfreuten sich großer Beliebtheit. Häufig finden sich frühe Darstellungen von Damen am Virginal. Eine der frühesten Darstellungen ist das Bildnis von Catharina van Hemessen (1527/28 – 1583) an einem Virginal. Das Portrait befindet sich heute im Wallraf-Richartz-Museum in Köln.

Catharina van Hemesser 1548 - Wallraf-Richartz Museum Köln

Catharina van Hemesser 1548 – Wallraf-Richartz Museum Köln

Virginale sind neben dem Spinett eine kleinere Bauform des Cembalos. Die Saiten verlaufen parallel zur Tastatur und werden über einen Springer mit einem Kiel angerissen.

Das Virginal in der Eric Feller Collection wurde von der Firma Heugel nach historischem Vorbild gefertigt. Es ist in Anlehnung an Instrumente von Vitus de Trasuntino (Venedig) konstruiert.

Der Korpus ist aus Nussbaum mit einer umlaufenden Profilkante gefertigt. Der Resonanzboden ist aus Fichtenholz und hat zwei Stege. Das Instrument verfügt über eine Springerreihe mit Kunststoffspringer und einer Delrinbekielung. Die Tastenbeläge sind aus Birnenholz gefertigt. Der Korpus liegt auf einem Renaissancegestellt auf und neben der Klaviatur links befindet sich ein kleines Fach mit Deckel.

Der Klang ist sehr grundtönig und warm und hat eine Vielfalt an Klangfarben. Diese Klangfarben entstehen aufgrund der Bauweise. Das Instrument verfügt über zwei klingende Stege, die auf dem Resonanzboden aufliegen. Aufgrund der geringen Abmaße lässt es sich sehr gut für Solo- und Kammermusik verwenden.

 

 

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Johannes Morley 1968 https://www.ericfeller.de/instrumente/clavichord-johannes-morley-london-1968-eric-feller-collection/ Wed, 16 Oct 2019 16:53:57 +0000 https://www.ericfeller.de/?post_type=instrumente&p=645 Dieses kleine Clavichord stammt aus der Traditionsfabrik von John Morley in London und repräsentiert ein modernes Instrument aus der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Mit dem Aufkommen der historischen Aufführungspraxis wurde auch der Instrumentenbau von Cembali, Spinetten und Clavichorden im 20. Jahrhundert wieder verstärkt aufgenommen. Der Korpus des zierlichen Instrumentes ist weiß bemalt und steht […]

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Dieses kleine Clavichord stammt aus der Traditionsfabrik von John Morley in London und repräsentiert ein modernes Instrument aus der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Mit dem Aufkommen der historischen Aufführungspraxis wurde auch der Instrumentenbau von Cembali, Spinetten und Clavichorden im 20. Jahrhundert wieder verstärkt aufgenommen.

Der Korpus des zierlichen Instrumentes ist weiß bemalt und steht auf 4 kannelierten und sich nach unten hin verjüngenden Beinen. Die kleine Deckelklappe lässt sich nach unten öffnen und der Deckel ist innen blau bemalt und trägt in goldener Farbe die lateinische Inschrift:

“Musica Magnorum est solamen dulce laborum”

Diese Inschrift lässt sich bei einigen historischen Instrumenten finden und wurde gerne bei Kopien und Neubauten verwendet, um das Instrument weiter zu verzieren. In der Übersetzung heiß sie: „Musik ist ein süßer Trost für große Mühen.“

Das Vorsatzbrett ist mit der Aufschrift versehen:

„Johannes Morley Londini Fecit“

Die Tastatur des Instrumentes verfügt über schwarzen Untertasten und weißen Obertasten. Der Umfang beträgt 4 Oktaven und zwei Töne (CC – d3) und der Saitenbezug ist zweichörig. Das Clavichord ist ungebunden. Dies heißt, dass es für jede Taste ein Saitenpaar gibt. Im Unterschied zu dieser Bauweise steht das unsignierte Wiener Clavichord von ca. 1780 in der Eric Feller Collection (weitere Informationen zu diesem Instrument finden Sie hier).

Auch bei dem Clavichord von Johannes Morley ist der Tastentiefgang sehr gering, wodurch das Spielen mit so genannten „Bebungen“ sehr gut möglich ist. Als einziges mechanisches Tasteninstrument hat das Clavichord somit die Möglichkeit der Tonbeeinflussung auch noch nach dem Anschlagen der Taste. Durch ein periodisches Ändern des Druckes auf die Taste entsteht ein dem Vibrato ähnlicher Effekt.

Das gesamte Instrument zeigt eine hervorragende Verarbeitung und hat einen ausgesprochen süßen Klang. Aufgrund der geringen Größe und des geringen Gewichtes lässt es sich sehr gut als Reiseinstrument verwenden.

 

Die Instrumentenfirma Morley kann auf eine lange Tradition zurückblicken. Einen Überblick über die Geschichte der Firma finden Sie auf deren Webseite (klick hier).

 

 

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Clementi & Co. 1804 https://www.ericfeller.de/instrumente/clementi-co-1804/ Fri, 15 Feb 2019 12:33:31 +0000 https://www.ericfeller.de/?post_type=instrumente&p=641 Instrumente von Muzio Clementi wurden Anfang des 19. Jahrhunderts hoch geschätzt und hatten eine sehr hohe Reputation. Unter den erhaltenen Instrumenten finden sich fast ausschließlich Instrumente mit einem Umfang von 5 ½ Oktaven und einer double-action. Dieses Tafelklavier sticht jedoch besonders heraus, da es in Anlehnung an die frühen Instrumente aus den 1770er und 1780er […]

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Instrumente von Muzio Clementi wurden Anfang des 19. Jahrhunderts hoch geschätzt und hatten eine sehr hohe Reputation. Unter den erhaltenen Instrumenten finden sich fast ausschließlich Instrumente mit einem Umfang von 5 ½ Oktaven und einer double-action. Dieses Tafelklavier sticht jedoch besonders heraus, da es in Anlehnung an die frühen Instrumente aus den 1770er und 1780er Jahren gebaut ist. Es verfügt nur über einen Umfang von 5 Oktaven verfügt, hat ein (für die damalige Zeit „unmodernes“) trestle-stand und keinerlei Pedale oder Registerzüge.

Der Korpus des Instrumentes ist aus Mahagoni mit umlaufenden mehrfarbigen Bandintarsien aus verschiednen Hölzern. Die Untertasten sind mit Elfenbein und die Obertasten mit Ebenholz belegt, die Hämmerchen sind beledert und es gibt eine Leiste mit Einzeldämpfern. Das Instrument ist zweichörig besaitet. Das Vorsatzbrett ist schlicht signiert mit:

„Clementi & Co.

Manufactures of Musical Instruments

And Music Sellers

26 Cheapside & Tottenham Court Road

London”

Die Tafelklaviere von Clementi waren immer mit zwei Seriennummer versehen: eine gestempelte auf der linken Seite und eine handschriftliche mit Tinte auf dem Stimmstock (gestempelt: 236 – handschriftlich: 3742).

Das von Clementi verwendete System zählt mit der handschriftlichen Nummer die generelle Produktion von Klavieren seit der Übernahme der Firma Longman & Broderip im Jahre 1798. Die gestempelten Nummern hingegen führen die Produktion von Tafelklavieren der übernommenen Firma Longman & Broderip fort, jedoch nur Instrumente mit dem 1794 eingeführten „New Patent“. Andere Instrumente (beispielsweise Instrumente mit „single action“, Flügel oder Cabinet Pianos) wurden in anderen Gruppen (die zeitlich begrenzt waren) zusammengezählt.

Anhand dieser Seriennummern lässt sich das Baujahr dieses Instrumentes auf 1804 ableiten. (vgl.: Clementi & Co 1798–1830 Pianoforte Manufacture in London, Leif Sahlqvist 2013)

Warum baute die Firma um 1804 (und auch danach) noch ganz wenige Instrumente, die eigentlich schon „unmodern“ waren, wo es doch schon die Weiterentwicklung zu einem größeren Umfang gab und die verbesserte Double Action? Es ist anzunehmen, dass es immer noch eine kleine Nachfrage an diesen Instrumenten gab. Es gab natürlich einen florierenden Handel mit Gebrauchtinstrumenten, aber diese Instrumente konnten bis dahin auch schon an die 20 – 30 Jahre alt sein. Es ist anzunehmen, dass dieses Instrument als eine Art „Übeinstrument“ für eine private Schule oder einen Klavierlehrer gebaut wurde, um die musikalische Ausbildung reicher Töchter zu vervollständigen.

Ich danke an dieser Stelle Michael Cole für seine Unterstützung bei der Recherche zu diesem Instrument.

 

Detaillierte Informationen über die Firma Muzio Clementi & Co. finden Sie hier!

 

Weitere erhaltene Instrumente von Muzio Clementi & Co.:

  • 1803 Tafelklavier (No. 3468) – Newton Centre: Marlowe A. Sigal Collection, USA
  • 1803 Tafelklavier (No. 2335) – Museu da Musica Lissabon, Portugal
  • 1806 Tafelklavier (No. 4095) – Deutsche Museum München, Deutschland

 

 

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John Broadwood and Son 1807 https://www.ericfeller.de/instrumente/john-broadwood-and-son-1807/ Tue, 05 Feb 2019 12:32:40 +0000 https://www.ericfeller.de/?post_type=instrumente&p=626 Die Firma von John Broadwood gehörte zu einer der produktivsten Klaviermanufakturen in England im späten 18. und frühen 19. Jahrhundert. Durch die teils industrielle Fertigung wurden große Stückzahlen erreicht. Jedoch die Quantität beeinflusste die Qualität der Instrumente nicht und so hat sich der ausgezeichnete Ruf der Instrumente von Broadwood immer wieder bestätigt und bis heute […]

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Die Firma von John Broadwood gehörte zu einer der produktivsten Klaviermanufakturen in England im späten 18. und frühen 19. Jahrhundert. Durch die teils industrielle Fertigung wurden große Stückzahlen erreicht. Jedoch die Quantität beeinflusste die Qualität der Instrumente nicht und so hat sich der ausgezeichnete Ruf der Instrumente von Broadwood immer wieder bestätigt und bis heute gehalten.

Der Korpus des Instrumentes ist aus Mahagoni mit umlaufenden Bandintarsien in unterschiedlichen Hölzern. Das Instrument selbst steht auf 6 gedrehten schlanken Beinen. Die Untertasten sind mit Elfenbein und die Obertasten mit Ebenholz belegt. Das Instrument verfügt über ein Pedal zur Dämpfungsaufhebung. Bei der Mechanik handelt es sich um eine double action mit belederten Hämmerchen. Das Tafelklavier ist zweichörig besaitet und über der Mechanik liegt das originale dust-cover, welches mit blauem Stoff bespannt ist.

Das Vorsatzbrett ist in unterschiedlichen Hölzern gearbeitet und in einem Oval signiert mit:

„1807

John Broadwood and Son.

Makers to his Majesty

and the Princesses

Great Pulteney Street Golden Square

London.”

Die Signatur John Broadwood and Son zeigt noch die Phase, in der nur der älteste Sohn James Broadwood in der Firma des Vaters arbeitete. Der zweite Sohn Thomas kam erst gegen 1808 in die Firma. Nach diesem Zusammenschluss wurden die Instrumente mit John Broadwood and Sons signiert.

Auf dem Stimmstock befindet sich handschriftlich die Seriennummer: 10567. Äußerlich entspricht das Instrument dem Tafelklavier aus dem Jahr 1800 (siehe auch: Tafelklavier John Broadwood & Son 1800 – klick hier), verfügt jedoch über die modernere double action, wie das Instrument von 1814 in der Eric Feller Collection (siehe auch: Tafelklavier John Broadwood & Sons 1814 – klick hier).

 

 

John Broadwood wurde am 6. Oktober 1732 in Oldhamstocks in der Nähe von Cockburnspath in Schottland geboren. Er erlernte den Beruf des Möbeltischlers wie schon sein Vater zuvor.

Im Jahr 1761 begann er bei Burkat Shudi (1702 – 1773) in London zu arbeiten und wurde 1770 sein Geschäftspartner. 1771 eröffnete er sein eigenes Geschäft in der Great Pulteney Street in London. John Broadwood heiratete 1769 Burkat Shudis Tochter Barbara in erster Ehe und hatte mit ihr vier Kinder. Nach dem frühen Tode (1776) seiner Frau heiratete er in zweiter Ehe 1781 Mary Kitson und hatte mit ihr sechs Kinder. Er starb am 17. Juli 1812 in London.

 

 

Weitere erhaltene Instrumente von John Broadwood and Son:

  • 1798 Tafelklavier (No. 4200) National Museum of American History, Washington USA
  • 1791 Tafelklavier (No. 1552) Kenwood House, Hampstead UK
  • 1807 Tafelklavier (No. 10250) – Western Australian Academy of Performing Arts, Edith Cowan University, Perth

 

John Broadwood and Son, London 1807 - Eric Feller Collection (7)

John Broadwood and Son, London 1807 – Eric Feller Collection – Seriennummer

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Meincke & Pieter Meyer 1811 – 1818 https://www.ericfeller.de/instrumente/meincke-pieter-meyer-1811-1818/ Mon, 21 Jan 2019 18:16:08 +0000 https://www.ericfeller.de/?post_type=instrumente&p=614 Meincke & Pieter Meyer gehörten zu einer der besten Klaviermanufakturen in den Niederladen gegen Ende des 18. und Anfang des 19. Jahrhunderts. Dieses Tafelklavier gehört zu den elegantesten Instrumente, die die Firma baute und hebt sich deutlich von den Instrumenten aus der Anfangszeit der Firma, die immer im typisch englischen Stil gebaut worden, ab. Es […]

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Meincke & Pieter Meyer gehörten zu einer der besten Klaviermanufakturen in den Niederladen gegen Ende des 18. und Anfang des 19. Jahrhunderts. Dieses Tafelklavier gehört zu den elegantesten Instrumente, die die Firma baute und hebt sich deutlich von den Instrumenten aus der Anfangszeit der Firma, die immer im typisch englischen Stil gebaut worden, ab. Es besticht durch seine klare Formgebung, der exzellenten Verarbeitung und dem außergewöhnlichen Klang.

Das Instrument ist aus Mahagoni gefertigt und steht auf vier, sich nach unten hin verjüngenden Beinen mit umlaufenden Bronzeringen. Die vorderen Kanten sind abgeschrägt und umlaufend ist der gesamte Korpus mit einer Messingleiste verziert. Die Rückwand ist furniert. Das Tafelklavier verfügt über eine second action und ein Pedal zur Dämpfungsaufhebung. Das dunkle Vorsatzbrett trägt in einer ovalen, blauen Kartusche die Signatur mit vergoldeten Lettern:

„M. & P. Meyer

Rokin No. 175

Amsterdam“

Der Umfang des Instrumentes beträgt 6 Oktaven (FF – f4) und ist durchgängig zweichörig bezogen. Die Tastatur ist aus Elfenbein und Ebenholz gearbeitet. Der Saitenbezug ist zweichörig, belederte Hämmer und Einzeldämpfer. Das gesamte Instrument ist äußerst gut gearbeitet und der Klang ist kräftig und eher mit einem Hammerflügel zu vergleichen als mit einem Tafelklavier aus der gleichen Zeit.

 

 

Meincke Meyer wurde um 1740 geboren, ein genaues Geburtsjahr ist nicht bekannt. Er hatte bis vor 1779 in London mit dem sächsischen Klavierbauer Johann Zumpe zusammengearbeitet. Mit großer Wahrscheinlichkeit kannten sich die beiden schon bevor Zumpe nach England auswanderte und Meincke ihm folgte. Aus der Zusammenarbeit in London sind zwei Instrumente von 1776 und 1778 erhalten. 1779 ging Meincke nach Amsterdam zurück und eröffnete dort mit seinem Bruder Pieter (das Geburtsjahr ist ebenfalls nicht bekannt) eine Klaviermanufaktur. Die Zeitung „Amsterdamsche Courant“ vom 10. Juni 1779 berichtet, dass die beiden Brüder aus London zurück gekehrt seien und ein Klaviergeschäft eröffnet haben.

 

„MEINCKE MEYER, geweezene Compagnon van JOHANNES ZUMPI, beroemde Muziek-Instrumentenmaker tot Londen, neemt de vrijheid, lieden van Distinctie en verdere Kenners der Muziek te berigten, dat hy zig te  Amsterdam gestabileerd heeft, in Compagnieschap met zyn Broeder PIETER MEYER, tot voortzetten van dezelfde Affaires, in ‘t maaken van allerhande soorten van FORTEPIANO INSTRUMENTEN, door hem veel verbeterd, en verre overtreffende alle andere tot nog toe bekend; zy verzoeken ieders Gunst en Recommandatie. Hunne Woonplaats is op de Kolk, op den hoek van de Voorburgwal, by de Brug, te Amsterdam.“

 

Die gewaltige Nachfrage, die die neuen Pianoforti in England durch Johannes Zumpe ausgelöst hatten, erreichte den Kontinent schnell und so konnten die beiden Brüder in kurzer Zeit ein florierendes Geschäft aufbauen. Ihre Instrumente waren hoch geschätzt und erfreuten sich stetig wachsender Beliebtheit. Für einige Zeit hatte die Firma das Privileg von Hofklavierbauern inne (Piano forte Fabrikeurs van hunne Majesteiten).

1796 expandierte die Firma und es wurde eine Zweigstelle in Hamburg eröffnet. Sie befand sich Grosse Bleichen Nr. 304 und wurde dort bis 1813 dort betrieben.

Meincke starb um 1800 und die Söhne, sowie weitere Verwandte der beiden Brüder arbeiteten in der Firma und wurden teilweise Teilhaber. Nachweislich gehörten dazu:

  • Meincke (Michael) Andries Meyer (geboren: London 1767)
  • Jan Lodewijk Meyer (geboren: London 1771)
  • Hilmer (Hilmar) Meyer (geboren: Januar 1773 – gestorben: Amsterdam 20. August 1816)
  • Andreas Meyer (geboren: Hittfeld 15. Oktober 1775 – gestorben: Hamburg 21. August 1845) – von 1813 bis 1850 war Andreas Meyers eigene Klavierfabrik an der Neustädter Fuhlentwiete Nr. 121 in Hamburg gelistet, nachdem er am Standort Hamburg blieb. Sein Sohn trat dieser Firma gegen 1830 bei.

 

Die Firma benötigte aufgrund der großen Nachfrage immer größere Räumlichkeiten und zog verschiedentlich um:

 

  • 1781 • Op de hoek van de Kolk en N.Z. Voorburgwal
  • 1781 • te May op den N. Dijk, het 14de huis van den Dam
  • 1782 – 1786 • Op de Nieuwendijk, ‘t 14de huis van den Dam
  • 1787 – 1788 • Op de Nieuwendijk, ‘t 13de huis van den Dam
  • 1789 – 1806 • Op ‘t Rockin ‘t 4de huis van de Nauwe Kapelsteeg, 156.
  • 1809 – 1810 • Op ‘t Rokin bij de Naauwe Kapelsteeg, 156.
  • 1811 – 1818 • Op ‘t Rokin, bij het Valbruggetje, 175.
  • 1819 • Op de Keizersgragt bij de Huidenstraat, 205.
  • 1821 • M.A. Meyer, Keizersgr. bij de Leydschegr. 205.
  • 1823 – 1831 • Rockin over de Nieuwezijdskapel No 50.
  • 1835 – 1836 • Kerkstr. bij de Spiegelstr., 814.

 

Weitere erhaltene Instrumente von Meincke & Pieter Meyer:

  • 1810 Tafelklavier –Rijksmuseum, Amsterdam
  • 1815 Tafelklavier – Royal Palace (Gemeentemuseum, Den Haag) Amsterdam

 

 

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William Rolfe 1803 https://www.ericfeller.de/instrumente/william-rolfe-1803/ Wed, 16 Jan 2019 13:18:05 +0000 https://www.ericfeller.de/?post_type=instrumente&p=607 Dieses Tafelklavier stammt aus der Werkstatt von William Rolfe und zeigt ein Instrument von klassischer Eleganz, wie es die englische Oberschicht um die Jahrhundertwende vom 18. zum 19. Jahrhundert favorisierte. Hervorstechend ist das detailreich ausgemalte Vorsatzbrett mit Blumen, Ranken und Früchten, welches stark an die Instrumente von Muzio Clementi erinnert (siehe dazu auch das Tafelklavier […]

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Dieses Tafelklavier stammt aus der Werkstatt von William Rolfe und zeigt ein Instrument von klassischer Eleganz, wie es die englische Oberschicht um die Jahrhundertwende vom 18. zum 19. Jahrhundert favorisierte. Hervorstechend ist das detailreich ausgemalte Vorsatzbrett mit Blumen, Ranken und Früchten, welches stark an die Instrumente von Muzio Clementi erinnert (siehe dazu auch das Tafelklavier von Muzio Clementi aus dem gleichen Herstellungsjahr 1803 in der Eric Feller Collection – klick hier).

Der Korpus ist aus Mahagoni mit umlaufenden und mehrfarbigen Bandintarsien aus verschiednen Hölzern. Das Instrument steht auf einem Gestell mit Messingrollen. Die Tasten sind mit Elfenbein und Ebenholz belegt. Weiterhin verfügt es über ein hölzernes Pedal zur Dämpfungsaufhebung und ist zweichörig besaitet. Auf das Vorsatzbrett sind Girlanden aus Blumen, Ranken und Früchten aufgemalt. In einer Kartusche findet sich die leicht verblasste Signatur:

„William Rolfe

No. 112 Cheapside London“

Die Seriennummer lautet 4490 und ist auf den Stimmstock gestempelt. Bei der Mechanik handelt es sich um eine double action mit belederten Hämmerchen und Einzeldämpfern. Der Klaviaturumfang beträgt 5 ½ Oktaven (FF – c4) und deckte alle zur damaligen Zeit erhältlichen Komposition ab.

Die Datierung (wenn keine zu finden ist) vieler Instrumente ist oft schwierig und orientiert sich häufig nur an den baulichen Merkmalen und anhand der wenigen Information, die aus der Signatur auf dem Vorsatzbrett hervorgehen. Da es leider keine überlieferten Produktionsbücher von Rolfe gibt, ist eine Datierung schwierig. Bei diesem Instrument jedoch konnte das genaue Produktionsdatum ermittelt werden, da das Instrument mit der Seriennummer 4480 (also nur 10 Seriennummern früher – ein Kombinationsinstrument aus Tafelklavier und Orgel) mit dem Jahr 1803 signiert ist. Es befindet sich in der Colonial Williamsburg Foundation in Williamsburg / USA.

 

 

William Rolfe ist als Klavierbauer in der Zeit von 1785 bis etwa 1828 tätig gewesen. Seine Lebensdaten sind bisher nicht bekannt. In seiner Anfangszeit von 1785 arbeitet er zusammen mit Samuel Davis und die Firma wurde unter dem Namen Rolfe & Davis geführt. 1797 entwickelten die beiden ein Patent für einen Registerzug für „Turkish Music“ mit Becken und Trommeln. Hierbei wurde mit einem Schlegel beim Betätigen von unten gegen den Resonanzboden geschlagen. Dieses Patent ist nach R. Harding das bisher älteste Zeugnis einer solchen Veränderung in Form eines Janitscharenzugs, die später in den 1820er Jahren ihren Höhepunkt (besonders bei Wiener Instrumenten) fand und dann sehr schnell wieder verschwand.

Zeitgleich arbeitete William Rolfe als Instrumentenbauer und Musikverleger und war Partner von Thomas Culliford mit dem er Instrumente für die Firma Longman & Broderip herstellte. Er selbst verkaufte seine Instrumente auch unter seinem Namen. Nach dem Bankrott der Firma Longman & Broderip im Jahr 1796 arbeitete er nur noch unter seinem Namen. Im Jahr 1807 wurden seine beiden Söhne Nicholas und Thomas Partner in der Firma des Vaters. Ab 1814 wurde die Firma zu William Rolfe & Sons umbenannt und es kamen zusätzliche Räumlichkeiten in der London Wall Street No. 32 hinzu. Das Stammhaus lag jedoch seit der Gründung in der Cheapside 112. Ab ca. 1820 wurden Instrumente unter William Rolfe and Compy. vertrieben. Die Firma selbst bestand bis 1889.

 

 

Weitere erhaltene Instrumente von William Rolfe:

  • 1803 Tafelklavier & Orgel (No. 4480) – Colonial Williamsburg Foundation, Williamsburg / USA
  • 1803 Tafelklavier (No. 4481) – Cambridge University, Cambridge England

 

 

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William de Blaise 1961 https://www.ericfeller.de/instrumente/william-de-blaise-1961/ Fri, 11 Jan 2019 16:39:07 +0000 https://www.ericfeller.de/?post_type=instrumente&p=600 Im Zuge der Entwicklung der modernen Cembalobauweise sind die Cembali vom William de Blaise aus London besonders interessant. Neben den großen deutschen Manufakturen wie Neupert, Ammer oder Sperrhake zeigt dieses Instrument die Bauweise der Rastenkonstruktion in England nach dem zweiten Weltkrieg. Der Korpus, in eckiger Flügelform, ist aus Nussbaum mit Schellack überzogen und steht auf […]

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Im Zuge der Entwicklung der modernen Cembalobauweise sind die Cembali vom William de Blaise aus London besonders interessant. Neben den großen deutschen Manufakturen wie Neupert, Ammer oder Sperrhake zeigt dieses Instrument die Bauweise der Rastenkonstruktion in England nach dem zweiten Weltkrieg.

Der Korpus, in eckiger Flügelform, ist aus Nussbaum mit Schellack überzogen und steht auf drei konischen runden Beinen. Das Instrument ist in typischer Rastenbauweise gefertigt und verfügt über drei Springereihen. Die Springer sind aus Holz und mit Leder bekielt. Weiterhin verfügt es über eine Lyra mit vier Pedalen (Schaltung der Register, Laute) und einen Handregisterzug für einen weiteren Lautenzug. Auf dem Vorsatzbrett befindet sich in einem eckigen Schild die Signatur:

„William de Blaise

London“

Die Seriennummer lautet 578 und ist rechts auf dem Stimmstock eingeschlagen. Neben der Seriennummer gibt es eine gebohrte Halterung für den originalen Stimmschlüssel. Die Tastatur hat einen Umfang von 5 Oktaven (GG – g3) und ist aus Kunststoff gefertigt. Die Dispositionen (8’, 8’-Laute, 4’, 16’, 16’-Laute) orientieren sich an den in der damaligen Zeit favorisierten Bach-Dispositionen. Diese Dispositionen gehen auf ein Cembalo im Musikinstrumentenmuseum Berlin zurück. Das Cembalo in der Berliner Sammlung, welches mit großer Wahrscheinlichkeit von Johann Heinrich Harrass (1665 – 1714) gebaut wurde, diente vielfach als Vorlage mit seinen Dispositionen für die Neubauten der neuen Cembalobewegung. (vgl. H. Henkel: „Der Cembalobau der Bach-Zeit im sächsisch-thüringischen und im Berliner Raum“, in: „Bericht über die Wissenschaftliche Konferenz zum II. Internationalen Bach-Fest der DDR“, Leipzig 1977, S. 361–374.)

Das Instrument von Harrass soll angeblich aus dem Besitz Wilhelm Friedemann Bachs, der es von seinem Vater Johann Sebastian Bach geerbt haben soll, stammen. Einen Nachweis darüber gibt es allerdings nicht. Es ist anzunehmen, dass der Nimbus des Namens und die angebliche Provenienz Johann Sebastian Bachs hier maßgeblich dazu beigetragen haben, dass eben jenes Instrument in Berlin von seinen Dispositionen her als Vorlage diente.

Das gesamte Instrument von de Blaise zeigt eine sehr präzise Verarbeitung. Besonders die Korpusarbeiten sind hervorragend ausgeführt. William de Blaise lies die Gehäuse durch die Firma Welmar Piano Company anfertigen und konzentrierte sich verstärkt auf die Besaitung und Mechanik. Durch die Kooperation mit Welmar war es ihm möglich, um die 60 Instrumente pro Jahr fertigen zu können.

Klanglich ist das Instrument sehr obertonreich und silbriger als beispielsweise das Instrument von Martin Sassmann in der Eric Feller Collection (siehe dazu: Cembalo Martin Sassmann ca. 1960 – klick hier), jedoch ist es nicht mit historischen Originalinstrumenten zu vergleichen.

 

William de Blaise in seiner Werkstatt (3)

William de Blaise in seiner Werkstatt

 

William de Blaise wurde 1907 in Lettland geboren und war Flötist im Philharmonischen Orchester Israel bis er 1952 nach England übersiedelte. Dort baute er Cembali, die in der Tradition der Rastenbauweise der deutschen Instrumentenbauer standen. Er baute neben den üblichen Instrumenten der damaligen Zeit auch kleine Cembali mit ganz geringen Abmessungen unter dem Namen Cembalo Traverso. Ebenso fertigte er als einziger dreimanualige Cembali mit den Dispositionen von Hieronymus Albrecht Hass (1689 – 1752).

 

Cembalo William de Blaise 1961 - Eric Feller Collection (16)

Cembalo William de Blaise 1961 – Eric Feller Collection – Vorsatzbrett

 

Cembalo William de Blaise 1961 - Eric Feller Collection (6)

Cembalo William de Blaise 1961 – Eric Feller Collection – Resonanzboden

 

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Christian Müller 1784 https://www.ericfeller.de/instrumente/christian-mueller-1784/ Wed, 09 Jan 2019 16:44:53 +0000 https://www.ericfeller.de/?post_type=instrumente&p=593 Dieses ungewöhnliche Schweizer Tafelklavier wurde 1784 von Christian Müller in Bern gefertigt. Es zeigt einige Besonderheiten und ist mit hoher Wahrscheinlichkeit der Prototyp für Muzio Clementis (1752 – 1832) Patent für die „Bridge of Reverberation“ welche ca. 25 Jahre später in London eingeführt wurde. Der Korpus des Instrumentes und die passenden Beine sind aus Kirschholz […]

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Dieses ungewöhnliche Schweizer Tafelklavier wurde 1784 von Christian Müller in Bern gefertigt. Es zeigt einige Besonderheiten und ist mit hoher Wahrscheinlichkeit der Prototyp für Muzio Clementis (1752 – 1832) Patent für die „Bridge of Reverberation“ welche ca. 25 Jahre später in London eingeführt wurde.

Der Korpus des Instrumentes und die passenden Beine sind aus Kirschholz und Mahagoni gefertigt und mit Intarsien verziert. Die Untertasten sind mit schwarzem Ebenholz und die Obertasten mit Knochen belegt. Das Vorsatzbrett ist in einem Oval signiert mit:

„Christian Müller

in Bern”

Weiterhin gibt es im Inneren auf dem Korpusboden eine Signatur mit dem Herstellungsjahr „1784“. Die Hämmerchen sind mit Leder bezogen und das Instrument ist zweichörig besaitet. Bei der Mechanik handelt es sich um eine einfache single action. Weiterhin verfügt das Tafelklavier über 4 hölzerne Pedale für Dämpfungsaufhebung, Lautenzug, Moderator und „harmonischen Schweller“. Dieser „harmonische Schweller“ stellt eine absolute Neuheit dar, die es bisher bei anderen Tafelklavieren aus der Zeit nicht gibt. Mittels des Pedals drückt sich ein zweiter Steg auf den normalen Steg und verändert somit die Resonanzbodeneigenschaften. Als Effekt entsteht ein Klang, der vollkommen frei von Bässen ist und eine Art Crescendo-Decrescendo-Effekt kann generiert werden. Dieses System lässt sich bisher bei keinem weiteren Instrument finden außer bei wenigen Instrumenten von Muzio Clementi aus den 1820er Jahren. Es ist mit hoher Wahrscheinlichkeit anzunehmen, dass Christian Müller der Erfinder dieser Klangveränderung ist.

Muzio Clementi hielt sich im Sommer 1784 in Bern auf. (vgl.: Cramer, Carl Friedrich: „Nachricht von dem Clavierspieler Clementi, Bern im October 1784. IN „Magazin der Musik“ Bd. II. Hamburg: Musicalische Niederlage 1784 – 1785, 365-373; hier: 366, 368 und 371.)

Es ist kaum etwas über seinen Besuch in Bern bekannt, jedoch ist anzunehmen, dass er Christian Müller kennen gelernt haben muss und es wahrscheinlich zu einem oder mehreren Treffen kam, bei dem Clementi das neue System kennen lernte.

Clementi, der ein hervorragender Geschäftsmann war, kopierte das System und baute es ab 1821 in seine eigenen Instrumente mit dem Namen: „Harmonic Swell – Bridge of Reverberation“. (vgl.: harmonic swell 1821; patent no. 4542, R. Harding, S. 342; R. Burnett S. 169–170.)

 

Muzio Clementi - Harmonic swell - Bridge of Reverberation - Eric Feller Collection (1)

Muzio Clementi - Harmonic swell - Bridge of Reverberation - Eric Feller Collection (2)

Muzio Clementi – Harmonic swell – Bridge of Reverberation – Eric Feller Collection (2)

Es ist anzunehmen, dass Christian Müller 1821 schon verstorben war. Dies ermöglichte Clementi das System vollkommen „neu“ zu erfinden (besonders im Hinblick auf etwaige Patentrechte). Wahrscheinlich hatte sich das System im Schweizer Raum nicht durchgesetzt und nur wenige Instrumente existierten. Muzio Clementi hatte die Chance mit seinem großen Unternehmen in den 1820er Jahren einen größeren Absatz zu generieren, was Müller als „kleinem“ Instrumentenbauer nicht gelang.

 

Für weitere Informationen über Muzio Clementi klick hier!

 

Leider gibt es bislang keine Aufzeichnungen über Christian Müller. Otto Rindlisbacher konnte über Müller keine biographischen Daten finden. Lediglich ein Instrument im Historischen Museum in Basel – Sammlung alter Musikinstrumente ist erhalten. Es ist mit 1801 datiert und trägt die Signatur auf dem Resonanzboden: „Christian Müller / Orgel Instrumentmacher / in Bühler 1801„. Es ist anzunehmen, dass es sich um denselben Instrumentenbauer handelt und er in seiner Anfangszeit im Berner Raum aktiv war und dann später nach Bühler ging. Wahrscheinlicher jedoch ist die These, dass es sich um seinen Sohn handelt, der den gleichen Vornamen trug.

 

 

Quellen:

  • Burnett, Richard: „Company of pianos”, Finchcocks Press 2004.
  • Cramer, Carl Friedrich: „Nachricht von dem Clavierspieler Clementi, Bern im October 1784. IN „Magazin der Musik“ Bd. II. Hamburg: Musicalische Niederlage 1784 – 1785, 365-373; hier: 366, 368 und 371.
  • Harding Rosamond E. M.: „The Pianoforte ― its history traced to the Great Industrial Exhibition of 1851”, Gresham Books 1978.
  • Rindlisbacher, Otto: „Das Klavier in der Schweiz. Klavichord – Spinett – Cembalo – Pianoforte. Geschichte des schweizerischen Klavierbaus 1700-1900“, Bern Francke 1972.

© Eric Feller – Early Keyboard Collection – Januar 2019

 

Christian Müller, Bern 1784 - Eric Feller Collection (4)

Christian Müller, Bern 1784 – „Harmonischer Schweller“ – Eric Feller Collection (4)

 

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Jean-Henri Pape 1824 https://www.ericfeller.de/instrumente/jean-henri-pape-1824/ Mon, 07 Jan 2019 17:35:00 +0000 https://www.ericfeller.de/?post_type=instrumente&p=589 Jean-Henri Pape gehörte Anfang des 19. Jahrhunderts zu den innovativsten Klavierbauern seiner Zeit. Eine Vielzahl an Patenten zur Verbesserung der Spielweise und der Klangeigenschaften sind ihm zu verdanken. Dieses elegante Empire-Tafelklavier wurde 1824 in Paris gefertigt. Der Korpus und die dazu passenden originalen Säulenbeine sind aus Mahagoni gefertigt und haben Bronzebeschläge. Das Vorsatzbrett (aus Vogelaugenahorn) […]

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Jean-Henri Pape gehörte Anfang des 19. Jahrhunderts zu den innovativsten Klavierbauern seiner Zeit. Eine Vielzahl an Patenten zur Verbesserung der Spielweise und der Klangeigenschaften sind ihm zu verdanken. Dieses elegante Empire-Tafelklavier wurde 1824 in Paris gefertigt. Der Korpus und die dazu passenden originalen Säulenbeine sind aus Mahagoni gefertigt und haben Bronzebeschläge. Das Vorsatzbrett (aus Vogelaugenahorn) trägt in einem aufgemalten Lorbeerkranz die Aufschrift:

„Pape /

Facteur de Piano /

Cour des Fontaines /

à Paris“

Die Tastatur hat einen Umfang von 6 Oktaven (FF – f4). Die Untertasten sind mit Elfenbein belegt und die Obertasten aus Ebenholz. Bei der Mechanik handelt es sich um eine französische Version der double action.

Das Tafelklavier verfügt über eine Lyra mit drei Pedalen (Dämpfungsaufhebung, Laute, Moderator). Über der Mechanik und dem Resonanzboden befindet sich der originale zweiteilige Staubboden.

Das gesamte Instrument besticht durch seine herausragende Fertigung und Eleganz!

 

 

Jean-Henri Pape (ursprünglich Johann-Heinrich) wurde am 1. Juli 1789 in Sarstedt (im heutigen Bundesland Niedersachsen) geboren. Ab 1811 ist er in Paris nachweisbar und lernte bei Pleyel. Zwischen 1815 – 1817 eröffnete er sein eigenes Geschäft. Laut erhaltenen Instrumenten und Unterlagen ist sein Geschäft in den Jahren von 1819 bis 1820 in der Rue Montesquieu No. 7 nachweisbar und ebenfalls bis ca. 1824 in Cour des Fontaines. In späteren Jahren kam noch die Adresse Rue Croix-des-Petits-Champs No. 23 hinzu. Jean-Henri Pape sticht besonders durch seine vielen Erfindungen und Patente hervor. Er erhielt diverse Auszeichnungen so etwa die Silbermedaillen der Pariser Ausstellung von 1823 und 1827 und die Goldmedaillen der Jahre 1834, 1839 und 1844. Eines seiner besonderen Patente war die oberschlägige Flügelmechanik und die Einführung von befilzten Hämmerchen. Ebenfalls ist er berühmt für seine 1828 erfundenen „Console Pianos“, eine Form des aufrechten Klavieres mit nur sehr geringen Abmaßen. Weiterhin baute er Klaviere in ungewöhnlichen Formen (hexagonal oder oval), die jedoch von der Kundschaft nur recht wenig angenommen wurden. Carl Bechstein (1826 – 1900) und Frederick Mathushek (1814 – 1891) gehörten zu Papes Lehrlingen. Am 2. Februar 1875 starb er in Asnières-sur-Seine bei Paris.

 

 

Weitere erhaltene Instrumente von Jean-Henri Pape:

 

 

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Shoehs 1790 https://www.ericfeller.de/instrumente/shoehs-1790/ Mon, 31 Dec 2018 15:52:40 +0000 https://www.ericfeller.de/?post_type=instrumente&p=584 Bei diesem frühen französischen Tafelklavier handelt es sich um ein Instrument, über dessen Erbauer bisher noch nichts bekannt ist. Bislang wurde noch keiner weiteres Instrument gefunden, sodass es sich wahrscheinlich um das einzige erhaltene Instrument handelt. Der Korpus und die Beine sind aus Mahagoni und mit einfachen Bandintarsien umrahmt. Das Instrument verfügt über eine single […]

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Bei diesem frühen französischen Tafelklavier handelt es sich um ein Instrument, über dessen Erbauer bisher noch nichts bekannt ist. Bislang wurde noch keiner weiteres Instrument gefunden, sodass es sich wahrscheinlich um das einzige erhaltene Instrument handelt.

Der Korpus und die Beine sind aus Mahagoni und mit einfachen Bandintarsien umrahmt. Das Instrument verfügt über eine single action und ist durchgehend zweichörig besaitet. Das Vorsatzbrett ist aufwändig verziert und enthält in einer eckigen Kartusche die handschriftliche Signatur:

„Shoehs

A. Paria

Rüe St. Honnoré

1790”

Im Vergleich zu anderen Instrumenten (beispielsweise Erard) zeigt es die typischen Merkmale der Bauzeit um 1790. Die Tasten sind aus Elfenbein und Ebenholz gefertigt. Das gesamte Tafelklavier zeigt die sehr hohen handwerklichen Fertigkeiten seines Erbauers in der Verarbeitung. In sämtlicher Literatur taucht der Name Shoehs nicht auf. Es ist anzunehmen, dass das Instrument von einem Instrumentenbauer stammt, der nur in wenigen Stückzahlen in Paris produziert hat.

 

Bisher sind keine weiteren Instrumente von Shoehs bekannt!

 

 

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Érard Frères 1811 aus dem Besitz von Jean-Jérôme Imbault https://www.ericfeller.de/instrumente/erard-freres-1811-aus-dem-besitz-von-jean-jerome-imbault/ Sun, 30 Dec 2018 17:59:51 +0000 https://www.ericfeller.de/?post_type=instrumente&p=567   Dieses außergewöhnliche Tafelklavier stellt musikgeschichtlich eine absolute Kostbarkeit dar, da es aus dem Besitz des Violinisten und bekannten Verlegers Jean-Jérôme Imbault stammt. Das Instrument von Érard Frères wurde 1811 in Paris gefertigt. Der Korpus und die dazu passenden originalen Beinen sind aus Mahagoni gefertigt. Das Vorsatzbrett ist signiert mit: „Érard Frères Facteurs de Forte-Piano […]

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Jean-Jérôme Imbault - Engraving, 1812, after Antoine-Paul Vincent - Eric Feller Collection

Jean-Jérôme Imbault – Holzstich 1812, nach Antoine-Paul Vincent – Eric Feller Collection

 

Dieses außergewöhnliche Tafelklavier stellt musikgeschichtlich eine absolute Kostbarkeit dar, da es aus dem Besitz des Violinisten und bekannten Verlegers Jean-Jérôme Imbault stammt.

Das Instrument von Érard Frères wurde 1811 in Paris gefertigt. Der Korpus und die dazu passenden originalen Beinen sind aus Mahagoni gefertigt. Das Vorsatzbrett ist signiert mit:

„Érard Frères

Facteurs de Forte-Piano & Harpes de L.L.M.M. Imperiales & Royales

Rue du Mail No. 13 et 21 à Paris 1811″

Die originale Tastatur hat einen Umfang von 5 ½ Oktaven (FF – c4) und das Instrument verfügt über eine „second-action“ mit Einzeldämpfer. Die Untertasten sind mit Elfenbein belegt und die Obertasten aus Ebenholz. Weiterhin verfügt das Klavier über zwei Pedale für Dämpfungsaufhebung und Laute.

Sebastien Erard, Paris 1811, No. 8077 - Eric Feller Collection (2)

Sebastien Érard, Paris 1811, No. 8077 – Eric Feller Collection (1)

Auf dem Resonanzboden befindet sich neben dem Steg die originale handschriftliche Signatur mit der Seriennummer. Die Seriennummer lautet 8077. Laut den originalen Auslieferungspapieren wurde das Instrument an den Violinisten und Verleger Jean-Jérôme Imbault verkauft.

Sebastien Erard, Paris 1811, No. 8077 - Eric Feller Collection (1)

Sebastien Érard, Paris 1811, No. 8077 – Eric Feller Collection (2)

Jean-Jérôme Imbault wurde am 9. März 1753 geboren. Schon als Kind studierte er bei dem berühmten Pierre Gaviniès (1728 – 1800) Violine. Im Alter von 17 Jahren debütierte Imbault in einem öffentlichen Konzert. Am 1. April 1770 schrieb die „Mercure de France“ über ihn und lobte ihn „als ein Talent voller Hoffnung“. Mehrere Konzerte folgten und er begann eine Karriere als gefeierter Instrumentalist. Allerdings hielt dieser Erfolg nicht lange an und zehn Jahre später (im April 1781) schrieb die „Mercure de France“ weniger enthusiastisch über ihn, was seiner Karriere ein schnelles Ende bereitete. Von da an konzentrierte er sich auf das Unterrichten und spielte in verschiedenen Orchestern (Concert Spirituel, Concert Olympique und ab 1810 in der Chapelle impériale) als Orchestermusiker oder Solist. Ab Anfang der 1780er Jahre gründete er in Paris einen Verlag für Noten. Dank der Hilfe von Jean-Georges Sieber (dem anderen großen Verleger der damaligen Zeit), der 1771 seinen eigenen Musikverlag „À la règle d’or“ gründete, fasste Imbault sehr schnell Fuß im Verlagswesen. Ihre Zusammenarbeit startete am 2. August 1783 mit der Veröffentlichung des zweiten Flötenkonzerts von François Devienne (1759 – 1803).

François Devienne - Title page of the 2. Flute Concerto - published by Jean-Jérôme Imbault in 1783

François Devienne – Titelseite des 2. Flötenkonzerts – veröffentlicht von Jean-Jérôme Imbault 1783

 

Ab November 1784 arbeitete er alleine und gab beispielsweise Werke von Jean-Baptiste Cartier (1765 – 1841) und André Ernest Modeste Grétry (1741 – 1813) heraus. Sein Firmensitz „Le Mont d’or“ war in der Rue Saint-Honoré. In der Anfangszeit bezeichnete er sich selbst als „marchand de musique et de cordes d’instrument“ und später dann ab 1811 als „teacher and music publisher“.

In seinen Katalogen zwischen 1786 und 1803 (jedoch besonders die Kataloge aus den Jahren 1791 und 1792) enthielten eine hohe Zahl von knapp 200 Instrumentalwerken, die er verlegte. Diese enorme Anzahl zeigt die Bedeutung, die er als Verleger zur damaligen Zeit hatte. Unter den verlegten Werken fanden sich Komponisten wie Haydn (inklusive der Pariser Sinfonien), Clementi, Mozart, Viotti, Pleyel, Boccherini, Gyrowetz, Paul Wranitzky, Daniel Steibelt, Alessandro Rolla und viele mehr. Während der Französischen Revolution gab er um die 100 patriotische Lieder heraus. Zwischen 1798 und 1799 kaufte er das Geschäft des Musikalienhändlers Leblanc um eine weitere Filiale für den Verkauf seiner Noten zu haben. Das Geschäft befand sich in der Rue Favart No. 461.

Imbault stand in regem Kontakt mit Joseph Haydn und verlegte unter anderem auch die sogenannten Pariser Sinfonien von Haydn, eine Auftragskompositionen von Claude-Francois-Marie Rigoley für das Pariser „Le Concert de la Loge Olympique“. Das „Concert de la Loge Olympique“ gehörte seit 1781 (neben der „Concert spirituel“) zu den wichtigsten Pariser Konzertreihen. Sie wurde von der Freimaurerloge „de la Parfaite Estime & Société Olympique“ veranstaltet und die Konzerte fanden in der Salle des Cent-Suisses in den Tuilerien statt. Bei der Sinfonie No. 85 überschrieb Imbault den Part der ersten Violine mit „La Reine de France“, wodurch diese Sinfonie den Beinamen „La Reine“ bekommen hatte. Ursprünglich wird vermutet, dass die französische Königin Marie Antoinette Protektorin der Konzertreihe der „Loge Olympique“ war und dass sie die Sinfonie besonders geschätzt haben soll.

Le Baiser Romance by Félix Blangini (1781-1841) - Published 1811 by Jean-Jérôme Imbault

Romance „Le Baiser“ von Félix Blangini (1781 – 1841) – veröffentlicht 1811 von Jean-Jérôme Imbault

 

Im Julie 1812 verkaufte er sein Unternehmen an seine früheren Angestellten Pierre-Honoré Janet und Alexandre Cotelle und setzte sich in der Rue Saint-Honoré No. 125 zur Ruhe, wo er von seinen Lizenzgebühren lebte. Zusammen mit seiner Frau hatte er keine Kinder und starb am 15. April 1832.

Portrait of Jean-Jérôme Imbault d'après F. Dumont

Portrait von Jean-Jérôme Imbault nach F. Dumont

 

Anbei einige Duckplattennummer aus den gedruckten Kompositionen die Imbault verlegte (Quelle: https://imslp.org/wiki/Imbault):

 

Platte Komponist Werk Jahr
10 Piccinni Didon 1784
57 Janiewicz 6 Trios 1785
64 Dussek 3 Sonaten, Op.35 1785
67 Pleyel 12 Streichquartette, B.331-342 (première livraison)
87 Pleyel Sinfonie in B-Dur, B.127 1786
88 Pleyel 12 Streichquartette, B.331-342 (deuxième livraison)
89 Pleyel Sinfonie in c-moll, B.121 1786
90 Pleyel Sinfonie in B-Dur, B.125 1786
91 Pleyel 12 Streichquartette, B.331-342 (troisième livraison) 1787
93 Pleyel 12 Streichquartette, B.331-342 (quatrième livraison) 1787
102 Clementi 2 Sinfonien, Op.18 (No.1)
103 Pleyel Sinfonie in C-Dur, B.128 1786
114 Clementi 2 Sinfonien, Op.18 (No.2)
127 Salieri Tarare 1789
128 Pleyel Sinfonie in D-Dur, B.133 1786
129 Pleyel Sinfonie in Es-Dur, B.134 1786
130 Pleyel Sinfonie in B-Dur, B.135 1786
130 Devienne 6 Violinsonaten 1789
133 Pleyel Sinfonie in A-Dur, B.137 1787
134 Boccherini 12 Streichquartette, Op.39 (deuxième livraison)
137 Rolla 3 Streicher-Trios, Op.2 (BI 346, 341, 347)
153 Haydn Sinfonie No.87 in A-Dur, Hob.I:87
156 Haydn Sinfonie No.86 in D-Dur, Hob.I:86
157 Haydn Sinfonie No.84 in Es-Dur, Hob.I:84
158 Aubert 3 Duos, Op.6 1789
159 Aubert 3 Duos, Op.7
171 Pleyel Sinfonie in G-Dur, B.130 1786
215 Boccherini 6 Streicher-Trios, G.77-82 (Op.1) 1790
259 Pleyel Nocturne in D-Dur, B.201A 1787
279 Boccherini 6 Streichquartette, G.183-188 (Op.22) 1800
308 Pleyel Petits airs et rondos d’une exécution facile (Buch 1) 1791
309 Wranitzky Sinfonie Périodique No.2 in c-moll 1791
310 Pleyel Petits airs et rondos d’une exécution facile (Buch 2) 1791
311 Wranitzky Sinfonie Périodique No.3 in F-Dur 1791
312 Wranitzky Sinfonie Périodique No.4 in A-Dur 1791
313 Pleyel Petits airs et rondos d’une exécution facile (Buch 3) 1791
316 Pleyel Petits airs et rondos d’une exécution facile (Buch 4)
324 Pleyel Petits airs et rondos d’une exécution facile (Buch 5)
328 Pleyel Petits airs et rondos d’une exécution facile (Buch 6)
374 Pleyel Petits airs et rondos d’une exécution facile (Buch 7)
404 Pleyel Petits airs et rondos d’une exécution facile (Buch 8)
420 Reicha 12 Fugen für Klavier
440 Gaviniès 24 Matinées
461 Jadin Duo für Klavier zu vier Händen 1796
469 Aubert 25 Etüden, 3 Duette und 3 Sonaten, Op.8
481 Demar Klarinettenkonzert in Es-Dur
483 Pleyel Petits airs et rondos d’une exécution facile (Buch 9)
486 Pleyel Petits airs et rondos d’une exécution facile (Buch 10)
487 Pleyel Petits airs et rondos d’une exécution facile (Buch 11)
495 Devienne Sinfonie in D-Dur « La Bataille de Gemmapp » 1794
573 Hoffmeister 6 Streichquartette, Op.7 1785
578 Bréval Cello-Konzert No.6, Op.26
591 Bréval 3 Streicher-Trios, Op.39
608 Demar Hornkonzert in D-Dur
670 Janiewicz Violinkonzert No.4 in A-Dur 1797
672 Demar 6 Klarinettenduos
680 Devienne 6 Flötenquartette, Op.66 1799
687 Cherubini Médée 1798
704 Devienne 6 Flötenquartette, Op.66 1799
711 Demar Méthode abrégée pour le violon
718 Demar 40 Violin Duos d’airs choisis
738 Cimarosa Il matrimonio segreto 1799
751 Fuchs 6 Duos formant vingt quatre morceaux, Op.36 1799
752 Fuchs 3 Quartette für Horn und Streicher, Op.31 1799
759 Punto Hornkonzert No.11 1799
837 Davaux 3 Streichquartette, Op.17 1807

 

 

Detaillierte Informationen über die Firma Érard Frères finden Sie in den Publikationen hier!

 

Weitere erhaltene Instrumente von Érard Frères:

  • 1805 Tafelklavier (No. 6447) – Museum für Kunst und Gewerbe Hamburg, Deutschland
  • 1823 Tafelklavier (No. 11492) – Cité de la Musique Paris, Frankreich

 

Quellen:

  • Benton Rita : „J.-J. Imbault (1753–1832), violoniste et éditeur de musique à Paris“, Revue de Musicologie, vol. 62, No 1, 1976, S. 86–103.
  • Benton Rita: The New Grove Dictionary of Music and Musicians (edited by Stanley Sadie): „Imbault, Jean-Jérôme“, London, Macmillan, second edition, 2001.
  • Devriès Anik and Lesure François: Dictionnaire des éditeurs de musique français. Vol. 1. Genève, Éditions Minkoff, 1979.
  • Gribenski J.: Un métier difficile: éditeur de musique à Paris sous la Révolution, Le tambour et la harpe, Lyon, 1989. Éd. J.-R. Julien et J.-R. Mongrédien, Paris, 1991.
  • Guiomar Paule : „J.J. Imbault“, Fontes Artis Musicae, vol. 13, no 1, 1966.
  • Konold Wulf: Sinfonie Nr. 85 B-Dur (Hob. I:85) „La Reine“ In: Wulf Konold (Hrsg.): Lexikon Orchestermusik Klassik A – K. B. Schott´s Söhne, Mainz 1992.
  • Nakano Hiroshi: Pariser Sinfonien Folge 1. In: Joseph Haydn-Institut Köln (Hrsg.): Joseph Haydn Werke. Reihe 1, Band 12. G. Henle – Verlag, München 1971.
  • Vanhulst Henri: Un catalogue manuscrit de Jean-Jérôme Imbault postérieur à 1812, in „Noter, annoter, éditer la musique : mélanges offerts à Catherine Massip“ (Paris: BnF ; (coll. „Hautes études médiévales et modernes“ (no 103) Genève, Droz, 2012) S. 429 – 446.
  • Walter Michael: Haydns Sinfonien. Ein musikalischer Werkführer. C. H. Beck-Verlag, München 2007.

© Eric Feller – Early Keyboard Collection – Dezember 2018

 

 

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Karl Benedict ca. 1785 https://www.ericfeller.de/instrumente/karl-benedict-ca-1785/ Mon, 10 Dec 2018 18:41:32 +0000 http://www.ericfeller.de/?post_type=instrumente&p=461 Dieser Hammerflügel ist ein typisches Beispiel der Instrumente aus der Zeit von Wolfgang Amadeus Mozart (1756 – 1791).  Er ist der erste und älteste gebaute Flügel von Karl Benedict aus Graz und stammt aus der Zeit um 1785. Bis heute ist es eine absolute Rarität, dass das erste gebaute Instrument eines Instrumentenbauers erhalten geblieben ist. […]

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Dieser Hammerflügel ist ein typisches Beispiel der Instrumente aus der Zeit von Wolfgang Amadeus Mozart (1756 – 1791).  Er ist der erste und älteste gebaute Flügel von Karl Benedict aus Graz und stammt aus der Zeit um 1785. Bis heute ist es eine absolute Rarität, dass das erste gebaute Instrument eines Instrumentenbauers erhalten geblieben ist.

Der Korpus, in der eckigen Form, besteht aus furnierter Kirsche in Rahmen und Füllungen und ist an den Seiten mit verschiedenen Hölzern intarsiert. Das Instrument steht auf 4 sich nach unten hin verjüngenden Beinen. Auf einem weißen Emailschild ist mit schwarzer Tinte die Signatur zu lesen:

„Karl Benedict

Instrumentenmacher

in Gratz”

Hinter dem Vorsatzbrett befindet sich die Seriennummer „1“. Der Umfang beträgt 5 Oktaven + 2 Töne (FF – g3) und die Tastatur ist aus Ebenholz und Knochen gefertigt. Das Instrument verfügt über eine Wiener Prellzungenmechanik mit Stiefeldämpfung und durchgehendem Steg. Ein Kniehebel dient zur Dämpfungsaufhebung und mittig über dem Vorsatzbrett gibt es einen Handregisterzug für einen Moderator.

 

Bis heute ist über Karl Benedict nur bekannt, dass er um 1785/90 in Graz tätig war. Die wenigen erhaltenen Instrumente von ihm zeigen jedoch deutliche Parallelen zu den Instrumenten von Ferdinand Hofmann (1756 – 1829) und es ist mit hoher Wahrscheinlichkeit anzunehmen, dass Benedict die Arbeiten seines Kollegen gut kannte oder sogar bei ihm in der Lehre gewesen war. Leider gibt es dazu bisher keine Quellen. Weitere Forschungen zu dem Instrument dauert aktuell noch an!

 

Weitere erhaltene Instrumente von Karl Benedict:

 

 

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Érard Frères 1822 https://www.ericfeller.de/instrumente/erard-et-freres-paris-1822/ Wed, 05 Dec 2018 15:30:53 +0000 http://www.ericfeller.de/?post_type=instrumente&p=456 Dieses elegante kleine Empire-Tafelklavier von Érard Frères wurde 1822 in Paris gefertigt. Der Korpus des Instrumentes und die dazu passenden originalen Beinen sind aus Mahagoni, mit Intarsien und aufwändigen Bronzen verziert. Das Vorsatzbrett ist signiert mit: „Érard Frères Facteurs de Forte-piano et Harpes du Roi de ses menus plaisirs, de la cour impériale de Russie, […]

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Dieses elegante kleine Empire-Tafelklavier von Érard Frères wurde 1822 in Paris gefertigt. Der Korpus des Instrumentes und die dazu passenden originalen Beinen sind aus Mahagoni, mit Intarsien und aufwändigen Bronzen verziert. Das Vorsatzbrett ist signiert mit:

„Érard Frères

Facteurs de Forte-piano et Harpes du Roi

de ses menus plaisirs,

de la cour impériale de Russie,

de S.A.S. Monseigneur le Duc d’Orléans et de sa famille

Rue du Mail No. 13 et 21 à Paris 1822″

Die originale Tastatur hat einen Umfang von 6 Oktaven (FF – f4). Die Untertasten sind mit Elfenbein belegt und die Obertasten aus Ebenholz. Auf dem Resonanzboden befindet sich neben dem Steg die originale handschriftliche Signatur mit der Seriennummer. Das Tafelklavier verfügt über zwei Pedale für Dämpfungsaufhebung und Laute. Dieses Instrument besticht (neben seinem Klang) durch seine kleine Größe und die eleganten Säulenbeine im Empirestil mit Messingverzierungen.

 

Detaillierte Informationen über die Firma Érard Frères finden Sie in den Publikationen hier!

 

 

Weitere erhaltene Instrumente von Érard Frères:

  • 1805 Tafelklavier (No. 6447) – Museum für Kunst und Gewerbe Hamburg, Deutschland
  • 1823 Tafelklavier (No. 11492) – Cité de la Musique Paris, Frankreich

 

 

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Anonymus ca. 1650 https://www.ericfeller.de/instrumente/anonymus-ca-1650-kindercembalo/ Wed, 05 Dec 2018 12:31:52 +0000 http://www.ericfeller.de/?post_type=instrumente&p=448 Dieses kleine historische Cembalo stellt eine absolute Rarität dar, da bisher kaum etwas Vergleichbares existiert. Es handelt sich um ein Kindercembalo, welches in Italien um 1650 gefertigt wurde. Der Korpus ist mit Stoff bespannt und darauf außen und innen mit feinen Malereien verziert. Umlaufend finden sich Rocaillen, Blumen und Sujets mit Engeln. Die obere, äußere […]

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Dieses kleine historische Cembalo stellt eine absolute Rarität dar, da bisher kaum etwas Vergleichbares existiert. Es handelt sich um ein Kindercembalo, welches in Italien um 1650 gefertigt wurde.

Der Korpus ist mit Stoff bespannt und darauf außen und innen mit feinen Malereien verziert. Umlaufend finden sich Rocaillen, Blumen und Sujets mit Engeln. Die obere, äußere Deckelseite ist mit Vögeln, Engeln, Blumen und Ranken bemalt, die eine tanzende weibliche Person einrahmen. Auf der Innenseite des Deckels findet sich eine Landschaft mit See, die jeweils links und rechts mit Ranken eingerahmt ist. Fünf verschiedene Personen lenken den Blick auf sich: Mittig im Vordergrund findet sich ein tanzendes Paar. Die Dame trägt einen weiten dunkelroten Rock und ist dem Betrachter frontal zugewandt und der Herr trägt rote Kniebundhosen und Hut. Er steht mit seinem Rücken zum Betrachter und ist der Dame zugewandt. Zwei weitere Personen sind auf der linken Seite. Es handelt sich um Musiker. Einer der beiden spielt eine Laute oder Theorbe. Auf der rechten Seite befindet sich ein weiterer Musiker, der Flöte spielt. Umrahmt ist die Gesellschaft von der Statue eines Engels auf der linken Seite und einer Urne auf der rechten Seite, welche beide auf einer Säule als Podest erhöht stehen. Im Bildhintergrund befinden sich Bäume, die um einen See herum angeordnet sind.

Die ganze Szenerie wirkt sehr dynamisch und wenig statisch und suggeriert so ein hoffnungsfrohes Leben, das im Musizieren und Tanz den Freiraum für einen lockeren persönlichen Ausdruck findet. Der Tanz als zentrales Thema wirkt engagiert inszeniert. Die Farbgebung der gesamten Malerei des Innendeckels ist vorwiegend in Erdtönen gehalten. Als Kontrastfarbe dazu wirkt die Kleidung der Personen zur Landschaft in rot und grün. Ein weiterer Kontrast entsteht durch die äußere Seite des Deckels, wenn das Instrument geschlossen wird.

Das Cembalo ist einmanualig und verfügt über ein 8’-Register. Der Resonanzboden hat mittig eine kunstvoll geschnitzte Rosette. Der Umfang des Instrumentes beträgt 3 Oktaven plus 2 Töne und kurzer Bassoktave (CC,F – g2) und es liegt auf einem späteren Rokokogestell auf. Die originalen Springer sind aus Holz und es lassen sich Reste von Vogelkielen erkennen. Die Klaviatur ist extrem schmal und für eine erwachsene Hand viel zu klein. Weiterhin ist das gesamte Cembalo von seinen Abmaßen sehr klein, beinhaltet jedoch alle Merkmale großer Instrumente. Damit liegt die Vermutung nahe, dass es sich um eine Sonderanfertigung für die Kinder einer offensichtlich sehr kunstsinnigen Familie handelt. Bisher sind keine vergleichbaren Instrumente auffindbar. Auch die Möglichkeit, dass es sich eventuell um ein Instrument aus der Werkstatt von Leopold Franciolini handeln könne, konnte mittlerweile ausgeschlossen werden.

 

Weitere Untersuchungen zu dem Instrument dauern an!

 

Harpsichord Anonymous c. 1650 – Children’s-Harpsichord (3) - Eric Feller Collection

Harpsichord Anonymous c. 1650 – Children’s-Harpsichord (3) – Eric Feller Collection

 

Harpsichord Anonymous c. 1650 – Children’s-Harpsichord (4) - Eric Feller Collection

Harpsichord Anonymous c. 1650 – Children’s-Harpsichord (4) – Eric Feller Collection

 

Das Cembalo ist im Museum Kellinghusen „betont – Ton und Tasten Museum“ in der Dauerausstellung ausgestellt!

 

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Joseph Simon ca. 1827 – 1830 https://www.ericfeller.de/instrumente/joseph-simon-ca-1827-30/ Tue, 04 Dec 2018 18:11:30 +0000 http://www.ericfeller.de/?post_type=instrumente&p=445 Dieser Hammerflügel von Joseph Simon wurde um 1827 – 1830 in Wien gebaut und zeigt die traditionelle Bauweise, die Simon von seinem Lehrer Conrad Graf übernommen und fortgeführt hatte. Die Namen Beethoven und Graf sind in der Musikgeschichte mittlerweile untrennbar miteinander verbunden. Die Instrumente des Meisters Graf zeichnen sich durch hohe Handwerkskunst und bezaubernden Klang […]

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Dieser Hammerflügel von Joseph Simon wurde um 1827 – 1830 in Wien gebaut und zeigt die traditionelle Bauweise, die Simon von seinem Lehrer Conrad Graf übernommen und fortgeführt hatte. Die Namen Beethoven und Graf sind in der Musikgeschichte mittlerweile untrennbar miteinander verbunden. Die Instrumente des Meisters Graf zeichnen sich durch hohe Handwerkskunst und bezaubernden Klang aus. (vgl. dazu das Instrument von Conrad Graf ca. 1835 in der Eric Feller Collection – klick hier) Aber dieses Wissen gab Graf auch an seinen Schüler Joseph Simon weiter und so besticht dieser Hammerflügel ebenfalls durch hohe handwerkliche Kunst und einen herausragenden Klang.

Der Korpus aus Walnuss mit der eckigen Form steht auf 3 balusterförmigen Beinen und verfügt über eine Lyra mit 4 Pedalen. Das Vorsatzbrett ist mit einem in einem Messingrahmen eingefassten Keramikschildchen verziert und trägt die Signatur:

„Joseph Simon in Wien

Schüler von Conrad Graf“

Die Aufschrift „Schüler von Conrad Graf“ auf dem Vorsatzbrett zeigt neben der hohen Reputation, die die Instrumente von Graf damals schon genossen, den Geschäftssinn des Erbauers. Damit wollte er zweifelsfrei mehr Absatz für seine Instrumente generieren. Ein ähnliches Beispiel lässt sich bereits in den 1780er Jahren in England finden. Die Firma „Schoene & Co.“ warb bei der Signatur ihrer Instrumente damals mit den hervorragenden und prominenten Instrumenten von Johannes Zumpe, die eine enorme Reputation genossen (vgl. dazu die drei Instrumente von „Schoene & Co.“ in der der Eric Feller Collection von: 1788, 1792 und 1799).

Der Steg des Hammerflügels ist zweigeteilt und das Instrument verfügt über eine Wiener Mechanik mit Stiefeldämpfung. Die Tastatur besteht aus Ochsenknochen und Ebenholz und die Hämmer sind mit Leder bezogen, Der Umfang beträgt 6 ½ Oktaven (CC – g4).

Der Flügel besticht durch seine hervorragende Verarbeitung.

 

 

Über Joseph Simon ist bisher nur sehr wenig bekannt. Er ist nachweislich tätig ab 1817 bis circa 1860. Um 1817 war er als Geselle bei Franz Werle tätig. 1827 erhielt er den Abschluss als Klavierbauer und machte sich selbständig. (vgl. M. Clinkscale: Makers of the Piano 1820-1860, Oxford University Press 1999)

In „Gemeinnütziger und erheiternder H a u s = K a l e n d e r für das österreichische Kaiserthum, vorzüglich für Freunde des Vaterlandes, oder Geschäfts=, Unterhaltungs= und Lesebuch auf das Schaltjahr (von 366 Tagen)“ von 1832 wird seine Adresse mit Wieden Nr. 597 angegeben.

Später im „Adressen-Buch der Handlungs-Gremien und Fabriken der kaiserl. königl. Residenz- und Hauptstadt Wien“ von 1851 wird er von V. F. Gottfried als „Clavier- und Fortepianomacher“ mit der Adresse in der bgl, Laimgrube, an der Wien 68, zum weißen Ochsen, 2. Stiege, 1. Stock gelistet.

 

 

Weitere erhaltene Instrumente von Joseph Simon:

  • 1825 Hammerflügel – Christoph Kern, Staufen i. Brsg., Deutschland
  • 1835 Hammerflügel –Edward Swenson, Trumansburg, USA

 

 

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Zuckermann nach ital. Vorbildern ca. 1985 https://www.ericfeller.de/instrumente/zuckermann-nach-ital-vorbildern-ca-1985/ Wed, 28 Nov 2018 14:20:08 +0000 http://www.ericfeller.de/?post_type=instrumente&p=443 Dieses einmanualige Cembalo nach italienischen Vorbildern stammt aus dem Hause von Wolfgang Zuckermann und wurde aus einem Bausatz von einem fundierten Cembalobauer in Berlin gebaut. Es ist in der für die damalige Zeit aufkommende historische Bauweise gefertigt und nicht in Rastenbauweise. Der Korpus, in eckiger Flügelform, ist aus Zedernholz mit umlaufenden Rahmen und Füllungen und […]

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Dieses einmanualige Cembalo nach italienischen Vorbildern stammt aus dem Hause von Wolfgang Zuckermann und wurde aus einem Bausatz von einem fundierten Cembalobauer in Berlin gebaut. Es ist in der für die damalige Zeit aufkommende historische Bauweise gefertigt und nicht in Rastenbauweise.

Der Korpus, in eckiger Flügelform, ist aus Zedernholz mit umlaufenden Rahmen und Füllungen und hat kunstvolle Messingscharniere. Der Resonanzboden ist aus Fichte und hat mittig eine geschnitzte Rosette. Das Instrument verfügt über 2 Springerreihen mit Kunststoffspringer und einer Delrinbekielung. Weiterhin verfügt es über 3 Handregisterzüge für die Schaltung der Register (8’, 8’) und einen Lautenzug. Das Instrument liegt auf einem (für italienische Kopien unpassendem) Gestellt, welches nach englischen Vorbildern gebaut wurde („trestle stand“).

Der Klang des Instrumentes ist sehr tragfähig und präsent (wesentlich besser als bei Cembali in Rastenbauweise) und hat eine Vielfalt an Klangfarben.

Mit dem Aufkommen der historischen Aufführungspraxis stieg auch die Nachfrage nach Instrumenten. Firmen wie Neupert oder Sperrhake produzierten größtenteils Instrumente in Rastenbauweise, die viele Elemente des modernen Klavierbaus miteinander verbanden, jedoch nur wenig mit den historischen Cembali und dessen Klang zutun hatten. Originalgetreue Kopien waren relativ selten und sehr teuer. Wolfgang Zuckermann erkannte diese Marktlücke und begann gegen Ende der 1950er Jahre in den USA damit, günstige Bausätze in historischer Bauweise anzubieten. Die Bausätze gab/gibt es in unterschiedlichen Fertigungsstufen, so dass der Kunde für einen relativ geringen Preis sein eigenes Cembalo bauen kann. Allerdings sind diese selbstgebauten Cembali immer ein Abbild der Fähigkeiten ihrer Erbauer.

 

 

Wolfgang Zuckermann wurde am 11. Oktober 1922 in Berlin geboren. Aufgrund des jüdischen Glaubens der Familie floh er zusammen mit seinen Eltern 1938 in die USA. Nach einer Ausbildung zum Kinderpsychologen beschäftigte er sich mit dem Bau von Cembali und begann in den 1950er Jahren Bausätze für Cembali zu verkaufen, die sich an historischen Originalen orientierten. 1969 verkaufte er seine Firma (die heute mit unterschiedlichen Niederlassungen weltweit immer noch vertreten ist) und zog nach England. 1995 zog er nach Frankreich und lebte in Avignon. Er schrieb zwei Bücher über Cembalobau:

  • 1969 The Modern Harpsichord. October House
  • 1986 The Modern Harpsichord: Twentieth Century Instruments and Their Makers. Reprint Services Corp

Wolfgang Zuckermann starb am 3. November 2018.

 

Zuckermann Harpsichord c.1985 - Eric Feller Collection (5)

Zuckermann Harpsichord c.1985 – Eric Feller Collection (5)

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Gabriel Gaveau 1911 – Art Case https://www.ericfeller.de/instrumente/gabriel-gaveau-1911-art-case/ Mon, 19 Nov 2018 19:01:09 +0000 http://www.ericfeller.de/?post_type=instrumente&p=430 Die Firma Gaveau war nach Pleyel und Erard im 19. Jahrhundert die drittgrößte Klavierbaufirma in Frankreich. Im Jahr 1911 gründete Gabriel Gaveau, einer der Söhne von Firmengründer Joseph Gabriel Gaveau, seine eigene Firma und trat somit in direkte Konkurrenz zu seinem Bruder Étienne, der die Firma vom Vater übernommen hatte. Aus dem Gründungsjahr stammt dieser […]

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Die Firma Gaveau war nach Pleyel und Erard im 19. Jahrhundert die drittgrößte Klavierbaufirma in Frankreich. Im Jahr 1911 gründete Gabriel Gaveau, einer der Söhne von Firmengründer Joseph Gabriel Gaveau, seine eigene Firma und trat somit in direkte Konkurrenz zu seinem Bruder Étienne, der die Firma vom Vater übernommen hatte. Aus dem Gründungsjahr stammt dieser elegante Art Case Flügel, der in Form eines französischen Cembalos aus dem 18. Jahrhundert gebaut wurde.

Der Korpus steht auf 6 kannelierten Beinen und ist reichhaltig mit Blumen, Engeln und Rocaillen in außergewöhnlich feiner Malerei verziert. In einzelnen Rahmen sind Sujets von Engeln mit Musikinstrumenten oder Votivgaben abgebildet. Die Tastatur ist nicht hervorspringend und auf dem Vorsatzbrett befindet sich die Signatur:

„Gabriel Gaveau

Paris

Maison fondée en 1911“

Der Flügel ist kreuzsaitig bespannt, hat eine reich verzierte Lyra mit 2 Pedalen (Dämpfungsaufhebung und due corde) und verfügt über befilzte Hammerköpfe und eine moderne Mechanik. Innerhalb der reich verzierten Gussplatte ist die Jahreszahl 1911 eingelassen. Die Seriennummer lautet 1442.

 

Gabriel Gaveau Art Case 1911 - Eric Feller Collection

Gabriel Gaveau Art Case 1911 – Eric Feller Collection

 

Gabriel Gaveau, Paris 1911 - Eric Feller Collection

Gabriel Gaveau, Paris 1911 – Eric Feller Collection

 

Es handelt sich bei dem Flügel um das „Modèle No. 2“. Gabriel Gaveau fertigte unterschiedliche Modele in unterschiedlichen Größen an:

 

Modell                        Umfang                     Abmaße

Modèle K                   7 ¼ Oktaven               kleiner als 1,50 m

Modèle I                     7 ¼ Oktaven               1,50 m x 1,48 m x 0,33 m

Modèle II                   7 ¼ Oktaven               1,80 m x 1,48 m x 0,33 m

Modèle III                  7 ¼ Oktaven               2,25 m x 1,47 m x 0,33 m

Modèle IV                  7 ½ Oktaven               2,80 m x 1,60 m x 0,35 m

 

Dieser Art Case Flügel besticht durch seine hohe Eleganz und künstlerische Ausgestaltung sowie dem außergewöhnlich gesanglichen Klang.

Gabriel Gaveau, Art Case, Paris 1911 - Eric Feller Collection (3)

Gabriel Gaveau, Art Case, Paris 1911 – Eric Feller Collection (3)

 

Der Firmengründer der Gaveau Dynsastie war Joseph Gabriel Gaveau. Er wurde 1824 in Paris geboren. 1847 gründete er sein Unternehmen in Paris und stand in direkter Konkurrenz zu den bereits etablierten Firmen Pleyel und Erard. Nach seinem Tod 1903 übernahm (von seinen 6 Kindern) sein ältester Sohn Étienne die Firma. 1911 machten sich Gabriel und Augustin jeweils selbständig und bauten ebenfalls Klavier. 1960 verschmolz das Unternehmen Gaveau mit Erard bis die Klavierbaufirma Schimmel in Braunschweig die Rechte übernahm und von 1971 bis 1994 Gaveau Klaviere baute.

Gabriel Gaveau, Art Case, Paris 1911 - Eric Feller Collection (4)

Gabriel Gaveau, Art Case, Paris 1911 – Eric Feller Collection (4)

 

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John Broadwood and Sons 1889 – Art Case https://www.ericfeller.de/instrumente/john-broadwood-and-sons-1889-art-case/ Mon, 19 Nov 2018 16:28:19 +0000 http://www.ericfeller.de/?post_type=instrumente&p=429 Dieser Art Case Konzertflügel von John Broadwood and Sons wurde 1889 im gotischen Stil gefertigt und zeigt die herausragende Handwerkskunst der Traditionsfirma. Das Instrument besticht nicht nur durch seinen gewaltigen Klang und das elegante Gehäuse, sondern auch durch seine interessante Historie… Der Korpus ist aus Mahagoni gefertigt mit umlaufenden Kassetten und Schnitzereien. Die Tastatur ist […]

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Dieser Art Case Konzertflügel von John Broadwood and Sons wurde 1889 im gotischen Stil gefertigt und zeigt die herausragende Handwerkskunst der Traditionsfirma. Das Instrument besticht nicht nur durch seinen gewaltigen Klang und das elegante Gehäuse, sondern auch durch seine interessante Historie…

Der Korpus ist aus Mahagoni gefertigt mit umlaufenden Kassetten und Schnitzereien. Die Tastatur ist aus Elfenbein und Ebenholz gearbeitet, die Hämmer sind mit Filz bezogen, 3 chöriger, gradsaitiger Bezug, Stahlrahmen und das Instrument verfügt über eine Unterdämpfung.

Der Flügel steht auf drei Beinen die mit Schnitzereien üppig ausgestattet sind und hat eine reich verzierte Lyra aus Holz mit den typischen zwei Schnabelpedalen von Broadwood für Dämpfungsaufhebung und due corde. Der Klaviaturumfang beträgt 7 Oktaven (AAA – a4) und die Seriennummer lautet 22386. Das Vorsatzbrett trägt die Aufschrift:

„John Broadwood & Sons

London”

Das gotische Design, ist typisch für Zeit der Viktorianischen Epoche in England im späten 19. Jahrhundert. Viele große Klavierbaufirmen bauten Flügel in hoch aufwändigen und teuren Designs, um dem damaligen Zeitgeschmack zu entsprechen. Ein späteres Beispiel dieser Art Case Instrumente (und dem damit verbundenen Rückgriff auf vergangene Epochen) ist der Flügel von Gabriel Gaveau aus dem Jahr 1911 in der Eric Feller Collection – klick hier.

 

Der Flügel stammte ursprünglich aus Irland und wurde in dem Film „In einem fernen Land“ von 1992 mit Nicole Kidman und Tom Cruise in den Hauptrollen verwendet. Nach Beendigung der Dreharbeiten wurde er von der Produktionsfirma verkauft und 1994 von Martin Robertson (Oxfordshire) komplett restauriert.

 

 

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John Broadwood and Sons 1830 https://www.ericfeller.de/instrumente/john-broadwood-and-sons-1830/ Fri, 16 Nov 2018 01:53:43 +0000 http://www.ericfeller.de/?post_type=instrumente&p=422 Dieser elegante Konzertflügel der Traditionsfirma Broadwood zeigt einen wichtigen Schritt bei der Weiterentwicklung von den ersten Hammerflügeln Ende des 18. Jahrhunderts hin zu den modernen Flügeln von heute. Selten finden sich heute noch Hammerflügel von Broadwood aus den 1830er Jahren.   Der Korpus des Instrumentes ist im Stile George IV. gehalten und ist aus Mahagoni. […]

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Dieser elegante Konzertflügel der Traditionsfirma Broadwood zeigt einen wichtigen Schritt bei der Weiterentwicklung von den ersten Hammerflügeln Ende des 18. Jahrhunderts hin zu den modernen Flügeln von heute. Selten finden sich heute noch Hammerflügel von Broadwood aus den 1830er Jahren.

 

Der Korpus des Instrumentes ist im Stile George IV. gehalten und ist aus Mahagoni. Zwei hölzerne Schließen zum Verschließen des Deckels sind umlaufend angebracht.

Die Tastatur ist aus Elfenbein und Ebenholz gearbeitet, die Hämmer sind mit Filz bezogen, 3 chöriger Saitenbezug (außer die letzten 6 Töne im Bass, welche zweichörig bezogen sind) und das Instrument verfügt über eine Einzeldämpfung mit Dockenleiste.

Der Flügel steht auf vier schlanken Balusterbeinen und hat eine Lyra aus Holz mit den typischen zwei Schnabelpedalen von Broadwood für Dämpfungsaufhebung und due corde/una corda. Der Klaviaturumfang beträgt 6 ½ Oktaven (CC – f4).

Die Seriennummer (12231) ist auf der linken Seite des Stimmstockes mit Tinte geschrieben. Auf der rechten Seite finden sich die Initialen „A. D.“ und das Baujahr „1830“ mit Tinte geschrieben.

Das Vorsatzbrett trägt in einer mit Messing eingelegten und verzierten Kartusche die Aufschrift:

„Patent

John Broadwood & Sons

Makers to his Majesty and the Princesses

Great Pulteney Street Golden Square

London”

Aufgrund der großen Länge von 241 cm und der größtenteils dreichörigen Besaitung kann ein größeres Klangvolumen erzeugt werden, weshalb es sich bei diesem Instrument um einen Konzertflügel handelt, der für größere Räumlichkeiten bestimmt war. Um die Klangeigenschaften noch weiter zu verstärken experimentierte Broadwood in den 1820er Jahren mit Metallverstärkungen. So wurde 1827 ein Patent entwickelt, bei dem die Stimmanhangsstifte in eine Metallplatte geschraubt wurden. Diese Erfindung wurde von anderen Firmen wie Pleyel (1828) oder Pape (1828) in ähnlicher Weise schnell kopiert. Weiterhin hat der Flügel vier Metallverstrebungen im Diskant.

Dieser seltene Hammerflügel bildet ein absolut authentisches Klangbild der frühen Romantik in England ab, welches sich doch sehr von dem Ideal auf dem Kontinent wie beispielsweise in Frankreich oder Österreich unterscheidet.

John Broadwood and Sons, London 1830 - Eric Feller Collection

Hammerflügel John Broadwood and Sons, London 1830 – Vorsatzbrett – Eric Feller Collection

 

John Broadwood wurde am 6. Oktober 1732 in Oldhamstocks in der Nähe von Cockburnspath in Schottland geboren. Er erlernte den Beruf des Möbeltischlers wie schon sein Vater zuvor.

Im Jahr 1761 begann er bei Burkat Shudi (1702 – 1773) in London zu arbeiten und wurde 1770 sein Geschäftspartner. 1771 eröffnete er sein eigenes Geschäft in der Great Pulteney Street in London. John Broadwood heiratete 1769 Burkat Shudis Tochter Barbara in erster Ehe und hatte mit ihr vier Kinder. Nach dem frühen Tode (1776) seiner Frau heiratete er in zweiter Ehe 1781 Mary Kitson und hatte mit ihr sechs Kinder.

Er starb am 17. Juli 1812 in London.

 

 

Weitere erhaltene Instrumente von John Broadwood and Sons:

 

 

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Carl Bechstein 1877 https://www.ericfeller.de/instrumente/carl-bechstein-1877/ Thu, 15 Nov 2018 21:14:17 +0000 http://www.ericfeller.de/?post_type=instrumente&p=418 Dieser Konzertflügel der Firma Carl Bechstein aus Berlin ist in moderner Bauweise gefertigt und zeigt eindrucksvoll die Weiterentwicklung des Klavierbaus. Der Korpus mit der eckigen Form ist in schwarzem Schellack gehalten und steht auf drei eckigen Beinen, die sich nach unten hin verjüngen. Die Deckelklappe ist signiert mit: „C. Bechstein Hof – Lieferant Sr.Maj. des […]

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Dieser Konzertflügel der Firma Carl Bechstein aus Berlin ist in moderner Bauweise gefertigt und zeigt eindrucksvoll die Weiterentwicklung des Klavierbaus.

Der Korpus mit der eckigen Form ist in schwarzem Schellack gehalten und steht auf drei eckigen Beinen, die sich nach unten hin verjüngen. Die Deckelklappe ist signiert mit:

„C. Bechstein

Hof – Lieferant Sr.Maj. des Kaisers und Königs”

Die Tastatur ist aus Elfenbein und Ebenholz gearbeitet, die Hämmer sind mit Filz bezogen, 3 chöriger Saitenbezug, im Bass zweichörig und Einzeldämpfung. Der Flügel ist kreuzsaitig über einen Stahlrahmen bespannt und verfügt über zwei Pedale für die Dämpfungsaufhebung und Verschiebung. Der Klaviaturumfang beträgt 7 ¼ Oktaven, AAA – c5. Die Seriennummer (9377) ist zusammen mit folgender Signatur auf dem Resonanzboden zu lesen:

„Pianoforte – Fabrik von C. Bechstein

Hoflieferant Sr. Majestät des Kaisers u. Königs

Sr. K. Hoheit d. Prinzen

Friedrich Carl von Preußen und Ihrer K. u. K. Hoh. der Frau Kronprinzessin,

Prinzess Royal v. Großbrit. u. Irland.

Berlin

Johannisstraße 4 u. 5.

No. 9377“

Anhand der Seriennummer lässt sich das Instrument auf das Baujahr 1877 datieren. In diesem Jahr fertigte Carl Bechstein insgesamt 672 Instrumente und machte einen Umsatz von rund einer Million Mark, mit einem Jahreseinkommen von etwa 80.000 Mark.

 

 

 

Carl Bechstein wurde am 1. Juni 1826 in Gotha geboren. 1840 wurde er von seinem Stiefvater nach Erfurt in die Lehre zu dem Klavierbauer Johann Gleitz geschickt. Nach Beendigung seiner Lehrzeit arbeitete er bei verschiedenen Klavierbauern, bis er schließlich nach Berlin ging. 1849 ging er auf Reisen nach London und Paris, wo er seine Ausbildung perfektionierte. Zurück in Berlin gründete er am 1. Oktober 1853 eine eigene Werkstatt und begann damit Klaviere zu bauen. 1856 heiratete er Louise Döring, mit der er drei Söhne hatte. Der Kontakt mit berühmten Zeitgenossen wie Hans von Bülow, Franz Liszt oder Richard Wagner bescherten seinen Instrumenten höchste Reputation und das Geschäft expandierte. 1885 eröffnete er eine Außenstelle in London und produzierte dort ebenfalls Instrumente. Carl Bechstein starb am 6. März 1900 und wurde auf dem II. Sophien-Friedhof in Berlin-Mitte bestattet.

 

Carl Bechstein

Carl Bechstein

 

Weitere erhaltene Instrumente von Carl Bechstein:

  • 1859 Flügel (No. 168) – Staatliches Institut für Musikforschung, Preussischer Kulturbesitz, Berlin Deutschland
  • 1860 Flügel (No. 247) – Flügel von Franz Liszt in Weimar

 

 

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Johannes Pohlman 1767 (1780) https://www.ericfeller.de/instrumente/johannes-pohlman-1767-1780/ Thu, 15 Nov 2018 16:06:05 +0000 http://www.ericfeller.de/?post_type=instrumente&p=411 Johannes Pohlmann (später anglisiert zu „Pohlman“) zählt in der Fachliteratur zu den so genannten „12 Apostel“ des Klavierbaus im späten 18. Jahrhundert in England. Dies waren Instrumentenbauer, die nach dem Siebenjährigen Krieg in Deutschland den Kontinent verließen, um nach England zu immigrieren. Für weitere Informationen zu den „12 Apostel des Klavierbaus“ siehe die Publikation hier. […]

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Johannes Pohlmann (später anglisiert zu „Pohlman“) zählt in der Fachliteratur zu den so genannten „12 Apostel“ des Klavierbaus im späten 18. Jahrhundert in England. Dies waren Instrumentenbauer, die nach dem Siebenjährigen Krieg in Deutschland den Kontinent verließen, um nach England zu immigrieren. Für weitere Informationen zu den „12 Apostel des Klavierbaus“ siehe die Publikation hier.

Die Instrumente von Pohlman zeichnen sich durch einen äußerst eleganten Klang aus und sind denen von Johannes Zumpe in größten Teilen ähnlich. Charles Burney lobte 1774 in einem Brief den Klang der Instrumente von Pohlman und kaufte mehrere Exemplare für sich und seine Schüler.

Das zierliche und elegante Instrument liegt auf dem originalen Gestell (trestle-stand) auf, welches aus Mahagoni mit umlaufenden Einlegearbeiten in unterschiedlichen Hölzern gebaut ist. Das Instrument verfügt über eine single action, drei Registerzüge für eine geteilte Dämpfungsaufhebung (Bass und Diskant) und einen Lautenzug.

Das Vorsatzbrett trägt in einer ovalen Kartusche die Signatur:

„Johannes Pohlman Londini Fecit 1767

Great Russel Street Bloomsbury“

Der Umfang des Instrumentes beträgt 5 Oktaven (FF – f3) und ist durchgängig zweichörig bezogen. Die Tastatur ist aus Elfenbein und Ebenholz gearbeitet.

Interessant ist die Datierung des Instrumentes. Angegeben auf dem Vorsatzbrett findet sich das Baujahr 1767. Bei genauerem Hinsehen kann man jedoch erkennen, das diese Jahreszahl bei den hinteren beiden Ziffern verändert worden ist und neu überschrieben wurde. Aufgrund der Bauart und der von Pohlman angegebenen Adresse muss das Instrument aus der Zeit um 1780 stammen. Als weiteren Beweis lässt sich anführen, dass er erst ab 1767/68 in London nachweisbar ist. Aus alten Versicherungsunterlagen geht hervor, dass er sich zu der Zeit mit Adam & Lorence Beyer in der Compton Street in Soho Geschäftsräume teilte. Weiterhin wurde die Signatur „Great Russel Street Bloomsbury“ von Pohlman erst nach seinem Umzug dorthin ab 1777 verwendet. Zuvor signierte er seine Instrumente gar nicht mit einer Adresse.

Solche Veränderung der Datierungen findet sich ab und zu bei Instrumenten. Vornehmlich wurden Instrumente in spätern Jahren, als das Interesse für diese Instrumente aufkam, älter gemacht, wie das Instrument von Pohlman hier zeigt. Eine Datierung zur „Verjüngung“ der Instrumente dagegen ist äußerst selten, kam jedoch auch vor. Ein Beispiel einer solchen Veränderung der Signatur zeigt das Instrument von Ferdinand Weber in der Eric Feller Collection (siehe hier).

Durch die ungewöhnliche Jahreszahl konnte die Geschichte des Instrumentes zum Teil aufgedeckt werden: Das Instrument stammt aus dem Besitz des 3. Marquess of Exeter, William Cecil (1825 – 1895) und gehörte zum Inventar von Burghley House unweit von Stamford in Lincolnshire.

Es wurde 1872 in der Special Exhibition of Ancient Musical Instruments in London im Kensington Museum als das früheste erhaltene Instrument von Johannes Pohlman ausgestellt.

Catalog Kensington Museum Exhibition 1872

Catalog Kensington Museum Exhibition 1872

Catalog Kensington Museum Exhibition 1872 - Pohlman square piano 1767

Catalog Kensington Museum Exhibition 1872 – Pohlman square piano 1767

 

 

Johannes Pohlmann wurde in Deutschland geboren (das genaue Geburtsjahr ist bisher allerdings nicht bekannt) und immigrierte während oder nach dem Siebenjährigen Krieg (1756–1763) in Deutschland nach England. Er ist ab 1767/68 in London nachweisbar und fertigte Klaviere und Cembali erst in der Compton Street, Soho und später dann ab 1777 in der Great Russell Street No. 113, Bloomsbury.

1769 heiratete er Dorothea Ludewigen und beide hatten zusammen einen Sohn John George Pohlman, der 1774/75 geboren wurde.

Im Dezember 1792 starb Johannes Pohlman und wurde in der Whitefield’s Chapel, in der Tottenham Court Road beigesetzt.

 

 

Weitere erhaltene Instrumente von Johannes Pohlman:

  • 1773 Tafelklavier – Victoria and Albert Museum, London England
  • 1778 Tafelklavier – Staatliches Institut für Musikforschung, Preussischer Kulturbesitz, Berlin Deutschland
  • 1780 Tafelklavier – Museum für Kunst und Gewerbe, Hamburg Deutschland

 

 

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Anonymus ca. 1760 https://www.ericfeller.de/instrumente/anonymus-ca-1760/ Fri, 11 May 2018 12:05:41 +0000 http://www.ericfeller.de/?post_type=instrumente&p=387 Nachdem die Tangenteninstrumente fast vollkommen in Vergessenheit geraten waren, erlebten sie besonders im Zuge der aufkommenden historischen Aufführungspraxis und der Mozartforschung zunehmend an Bedeutung. Heute wird weltweit vielerorts über diese „vergessenen Instrumente“ geforscht. Tangenteninstrumente lassen sich heute in verschiedenen Ländern Europas wie beispielsweise in Italien, England, Deutschland und Polen nachweisen. Sie bilden ein wichtiges Bindeglied […]

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Nachdem die Tangenteninstrumente fast vollkommen in Vergessenheit geraten waren, erlebten sie besonders im Zuge der aufkommenden historischen Aufführungspraxis und der Mozartforschung zunehmend an Bedeutung. Heute wird weltweit vielerorts über diese „vergessenen Instrumente“ geforscht.

Tangenteninstrumente lassen sich heute in verschiedenen Ländern Europas wie beispielsweise in Italien, England, Deutschland und Polen nachweisen. Sie bilden ein wichtiges Bindeglied in der Entwicklung der Tasteninstrumente.

Dieser Tangentenflügel ist ein frühes Beispiel der Instrumente aus Italien. Die Tastatur ist aus Buchsbaum gearbeitet und hat an den Tastenfronten (ähnlich wie bei Cembali aus der Zeit) geschnitzte Ornamente. Der Bass ist zweichörig bezogen und der Diskant dreichörig. Das Instrument verfügt nur über einen kleinen Umfang von nur 4 Oktaven (C/E – c3). Unterhalb der Tastatur gibt es eine geschnitzte Zierleiste. Der Resonanzboden ist aus Zypressenholz gefertigt und es gibt zwei bemalte Rosetten aus Pergament. Der Steg ist nicht geteilt und durchgängig. Viele der Merkmale des Instrumentes zeigen einen eindeutigen Bezug zum Cembalobau. Die Tasten sind hinter dem Vorsatzbrett nummeriert und jeweils mit einem Ornament verziert. Eine Signatur ist nicht vorhanden.

Bei der Mechanik handelt es sich um eine einfache Tangentenmechanik mit hölzernen Tangenten und Einzeldämpfung, die über einen Kniehebel bedient werden kann.

Aufgrund der Bauart und äußeren Erscheinung lässt sich das Instrument auf die Zeit um 1760 datieren.

Weitere Forschungen zu dem Instrument laufen aktuell.

 

Das Instrument ist im Museum Kellinghusen „betont – Ton und Tasten Museum“ in der Dauerausstellung ausgestellt!

 

Quellen:

  • H. Herrmann: Die Regensburger Klavierbauer Späth und Schmahl und ihr Tangentenflügel, Erlangen: Karl Döres 1928.
  • K. Restle: Bartolomeo Cristofori und die Anfänge des Hammerclaviers. München 1991.
  • M. N. Clinkscale: Makers of the Piano, 1700–1820. Oxford University Press, Oxford 1993.
  • M. Latcham: Franz Jakob Spath and the Tangentenflügel, an Eighteenth-Century Tradition, Galpin Society Journal 2004, Artikel LVII, S. 150
  • S. Rampe: Mozarts Claviermusik – Klangwelt und Aufführungspraxis, Kassel, Basel, London, New York, Prag: Bärenreiter 1995
  • G. di Stefano: Tangentenflügel e altri pianoforti con martelletti non imperniati. 2007
  • B. Vogel, Fortepian polski. Budownictwo fortepianów na ziemiach polskich od poł. XVIII w. do II wojny światowej, (Warszawa, 1995)
  • B. Vogel, ‘Two Tangent Square Pianos in Poland’, Journal of the American Musical Instrument Society 20 (1994)

© Eric Feller – Early Keyboard Collection – Mai 2018

 

 

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Ignacy Skurski ca. 1770 https://www.ericfeller.de/instrumente/ignacy-skurski-ca-1760/ Thu, 10 May 2018 11:54:16 +0000 http://www.ericfeller.de/?post_type=instrumente&p=385 Tangenteninstrumente gehören mit zu den seltensten erhaltenen historischen Tasteninstrumenten. Als Blütezeit der Tangenteninstrumente kann der Zeitraum zwischen 1760 (in den Anfängen) bis ca. 1810 gesehen werden. In einigen historischen Quellen wurde dieser Instrumententypus jedoch vereinzelt schon vorher erwähnt. Besonders im italienischen/sizilianischen Raum waren die Tangenteninstrumente sehr beliebt. Durch das zeitgleiche Aufkommen des Fortepianos und dem […]

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Tangenteninstrumente gehören mit zu den seltensten erhaltenen historischen Tasteninstrumenten. Als Blütezeit der Tangenteninstrumente kann der Zeitraum zwischen 1760 (in den Anfängen) bis ca. 1810 gesehen werden. In einigen historischen Quellen wurde dieser Instrumententypus jedoch vereinzelt schon vorher erwähnt. Besonders im italienischen/sizilianischen Raum waren die Tangenteninstrumente sehr beliebt.

Durch das zeitgleiche Aufkommen des Fortepianos und dem Wunsch nach neuen Klängen und Verbesserung wurden die Tangenteninstrumente sehr schnell vom Fortepiano verdrängt und gerieten in Vergessenheit.

Das hier vorliegende Tangentenklavier stammt aufgrund seiner Bauart und der äußeren Erscheinung aus der Zeit um 1770.

Es verfügt nur über einen kleinen Umfang von 4 ½ Oktaven (C – f3). Es gibt keine Dämpfung, lediglich einen kleinen Keil, der einen Lautzug bedient. Weiterhin verfügt das Instrument über einen einchörigen Bezug im Bass (sonst zweichörig). Die Mechanik befindet sich in einem kleinen Kasten und es gibt pro Taste je zwei Tangenten (beledert und unbeledert). Mittels einer Schaltung kann wahlweise zwischen den beiden Registern gewechselt werden. Diese Form der Mechanik gibt es bisher nur bei polnischen Instrumenten, so dass das Instrument mit hoher Wahrscheinlichkeit aus dem polnischen Raum stammt.

Das Tangentenklavier befand sich im absoluten Originalzustand beim Fund und zeigte keinerlei Spuren einer früheren Restauration oder Veränderung, keine der Tangenten fehlten. Es konnte schonend restauriert werden und überzeugt mit einem kräftigen und obertonreichen Klang.

Das Instrument verfügt über keine Signatur. Es ist jedoch mit hoher Wahrscheinlichkeit anzunehmen, dass es aus der Werkstatt bzw. dem Umfeld von Ignacy Skurski aus Sandomierz stammt.

Weitere Forschungen zu dem Instrument laufen aktuell.

 

 

Quellen:

  • H. Herrmann: Die Regensburger Klavierbauer Späth und Schmahl und ihr Tangentenflügel, Erlangen: Karl Döres 1928.
  • K. Restle: Bartolomeo Cristofori und die Anfänge des Hammerclaviers. München 1991.
  • M. N. Clinkscale: Makers of the Piano, 1700–1820. Oxford University Press, Oxford 1993.
  • M. Latcham: Franz Jakob Spath and the Tangentenflügel, an Eighteenth-Century Tradition, Galpin Society Journal 2004, Artikel LVII, S. 150
  • S. Rampe: Mozarts Claviermusik – Klangwelt und Aufführungspraxis, Kassel, Basel, London, New York, Prag: Bärenreiter 1995
  • G. di Stefano: Tangentenflügel e altri pianoforti con martelletti non imperniati. 2007
  • B. Vogel, Fortepian polski. Budownictwo fortepianów na ziemiach polskich od poł. XVIII w. do II wojny światowej, (Warszawa, 1995)
  • B. Vogel, ‘Two Tangent Square Pianos in Poland’, Journal of the American Musical Instrument Society 20 (1994)
  • B. Vogel, ‘„Szpinet ze strunami i klawiszami”. Najstarszy zachowany fortepian polski’, Zeszyty Sandomierskie 39 (2015)

 

© Eric Feller – Early Keyboard Collection – Mai 2018

 

 

 

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Johann Christoph Jeckel und Christian Jeckel 1789 https://www.ericfeller.de/instrumente/johann-christoph-jeckel-und-christian-jeckel-1789/ Thu, 12 Apr 2018 15:10:37 +0000 http://www.ericfeller.de/?post_type=instrumente&p=371 Dieses frühe süddeutsche Instrument aus dem Jahr 1789 kommt aus der Werkstatt von Johann Christoph u. Christian Jeckel in Worms und ist absolut bauchgleich wie das Instrument aus dem Jahr 1790 im Metropolitan Museum in New York. Der Korpus des Instrumentes ist in verschiedenen Fruchthölzern gehalten (dabei hauptsächlich Pflaume und Platane) und ist mit Intarsien […]

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Dieses frühe süddeutsche Instrument aus dem Jahr 1789 kommt aus der Werkstatt von Johann Christoph u. Christian Jeckel in Worms und ist absolut bauchgleich wie das Instrument aus dem Jahr 1790 im Metropolitan Museum in New York.

Der Korpus des Instrumentes ist in verschiedenen Fruchthölzern gehalten (dabei hauptsächlich Pflaume und Platane) und ist mit Intarsien sowie Rahmen und Füllungen verziert. Die Deckelkante, sowie der untere Teil des Instrumentes sind mit einer hölzernen Profilleiste verziert, die sich um das gesamte Instrument zieht, mit Ausnahme der Rückwand.

Die Untertasten sind mit schwarzem Ebenholz belegt und sind an den Enden verjüngt. Je drei kleine Ziereinkerbungen sind jeweils am Übergang zu den Obertasten. Die Fronten der Untertasten sind in zwei verschieden Hölzern gehalten und zeigen je eine Raute (je zwei Tasten zusammen). Die Obertasten sind mit Knochen belegt. Unterhalb der Tastatur befinden sich 4 Handregisterzüge, jeweils paarweise in einer Nische zusammen angeordnet. Sie bedienen folgende klangliche Veränderungen:

 

  1. Pantalon (keine Registerzüge geschaltet): Der Klang ist gleich einem Dulcimer (Pantalon) oder Tangentenklavier, da die Saiten mit dem Holz des Hammers angeschlagen werden und die Dämpfung aufgehoben ist.
  2. Harfe: Die geteilte Dämpfungsaufhebung hat sich auf die Saiten gesenkt. Der Effekt ist gleich dem Anzupfen einer Harfe.
  3. Fortepiano: Ein kleines Stückchen Stoff wird zwischen Hammer und Saite geschoben (Moderator). Der Klang ist gleich den frühen Hammerflügeln.
  4. Laute: Hier werden die Register für Fortepiano und Harfe gleichzeitig geschaltet und ein leiser angezupfter Ton entsteht.

 

Bei der Mechanik handelt es sich um eine primitive Prellmechanik ohne Auslösung. Die Hämmer sind nicht beledert. Das Instrument ist durchgängig zweichörig besaitet. Der Steg ist ab cis’ abwärts mit doppelten Stegstiften versehen. An der rechten Oberseite neben den Stimmwirbeln ist ein Papierstreifen mit den jeweiligen Tonnamen ausgeklebt. Unter dem Resonanzboden befindet sich ein geklebter Zettel, der die handschriftliche Signatur enthält:

„Dieses (r ?) Bandlong haben verfertigt

Johann Christoph Jeckel, und dessen

Sohn Christian Jeckel, beyde Bürger

Orgel und Instrumentenmacher

zu Worms den 19. August 1789.”

Der Begriff Bandlong in der Signierung geht mit großer Wahrscheinlich auf das Wort Pantalon oder Pantaleon zurück. Demnach ist Bandlong eine Variation oder Mundart des Wortes Pantalon / Pantaleon.

 

Signatur – Johann Christoph Jeckel und Christian Jeckel 1789 – Eric Feller Collection

 

Johann Christoph Jeckel wurde 1731 in Gondetz im heutigen Polen geboren und arbeitete 1750 bis 1754 als Schreiner-Gehilfe in Posen. Ab 1763 ist er in Worms nachweisbar, wo er sich um das Bürgerrecht bewarb und wahrscheinlich schon zuvor für den Orgelmacher Johann Georg Linck (1724 – 1762) gearbeitet hatte. Nachdem Jeckel dessen Witwe geheiratet hatte, arbeitete er von 1763 bis 1767 bei einem bisher nicht identifizierten Orgelmacher in Frankfurt. Dieser dürfte Philipp Ernst Wegmann (1734 – 1778) gewesen sein, zu dem eine besondere Verbindung bestand: Der Orgelbauer Johann Christian Köhler (1714 – 1761) in Frankfurt, dessen eigener Sohn jung starb, bildete seinen Stiefsohn Philipp Ernst Wegmann  zum Werkstattnachfolger aus, und in den Jahren ca. 1747 – 1758 war Johann Georg Linck sein wichtigster Mitarbeiter, der besondere, vertrauenswürdige Aufgaben übertragen bekam.  Jeckel erhielt erst 1767 das Bürgerrecht in Worms. Sein Sohn (Johann) Christian Jeckel (1763 – 1820) arbeitete und signierte ab 1789 mit seinem Vater, der 1813 starb, gemeinsam.

Jeckel signierte seine Instrumente zweifach: Einmal im Innern unter dem Resonanzboden, sichtbar durch das Dammfenster, also vor dem Einleimen des Resonanzbodens, und im Zubehörkästchen, wohl bei der Fertigstellung. Zwischen beiden Daten liegen mit schöner Regelmäßigkeit ca. fünf Monate. Er bezeichnete auf den Signaturen seine beiden früheren Tafelklaviere zwischen 1779 und 1784 „Clavier“, seine beiden letzten nach 1789 als Bandlong, wobei es sich um eine Verballhornung des Wortes Pantalon handeln dürfte. Es existieren noch fünf Tafelklaviere dieser Instrumentenmacher. (vgl. M. Clinkscale: „Makers of the Piano 1700-1820“)

Jeckels erhaltene Instrumente zeigen große Ähnlichkeiten mit den Tafelklavieren von Boos und Mahr. Er fertigte Instrumente mit und ohne Dämpfung. Sie haben immer Handzüge, für Bass und Diskant getrennt, unterhalb der Klaviatur in identischer Art wie bei Mahr. Wenn er ein Instrument mit einer Dämpfung ausstattete, dann immer mit Unterdämpfung; diese Instrumente verfügen über einen separaten Klaviaturrahmen. Bei Instrumente ohne Dämpfung ist der Waagebalken auf dem Unterboden befestigt. Die Dämpfungshebel haben eigene kleinere Holzkapseln, werden aber sonst in der gleichen Art wie bei Mahr mit einer durch den Tastenhebel gehenden Gabel geführt, die auch bei Boos’ Darmstädter und Bamberger Instrument ursprünglich konzipiert war. Jeckels frühestes erhaltenes Tafelklavier von 1779/80 ist in ähnlicher, aufwendiger Art marketiert wie Boos’ Instrumente, danach reduziert sich die Dekoration auf eingelegte Felder mit Wurzelmaser im Klaviaturbereich. Die Tastenteilung und die Saitenlängen sind ähnlich wie bei Mahr, die Dekoration der Untertasten hingegen übernimmt Elemente, die bereits bei Boos vorkamen, so die mit Filetstreifen eingelegten Tastenbeläge und marketierten Stirnseiten.

Die Ähnlichkeit in der Dekoration und instrumentenbaulichen Details mit den Instrumenten Boos’ bzw. Mahrs lassen vermuten, dass Jeckel dort gearbeitet hatte, vielleicht aber erhielt er seine Kenntnisse in Frankfurt bei dem folgend beschriebenen Orgelmacher Philipp Ernst Wegmann, in dessen Werkstatt auch Johann Andres Mahr in seiner Gesellenzeit war.(Anmerkung: Vielen Dank an M. Günther für die Informationen bezüglich Jeckel.)

 

 

Weitere erhaltene Instrumente von Johann Christoph Jeckel u. Christian Jeckel:

  • 1783 Clavier – Yale Collection of Musical Instruments, New Haven USA
  • 1785 Clavier – Händelhaus, Halle an der Saale Deutschland
  • 1785 Clavier – Kurpfälzisches Museum, Heidelberg Deutschland
  • 1785 Clavier – Stadtarchiv der Stadt Worms, Worms Deutschland
  • 1790 Bandlong – Metropolitan Museum, New York USA (klicken Sie hier)

 

 

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Érard Frères 1802 aus dem Besitz von Anne Angélique de Mackau, Comtesse de Saint-Alphonse https://www.ericfeller.de/instrumente/erard-freres-1802-aus-dem-besitz-von-anne-angelique-de-mackau-comtesse-de-saint-alphonse/ Mon, 09 Apr 2018 22:59:34 +0000 http://www.ericfeller.de/?post_type=instrumente&p=355 Dieser elegante Hammerflügel zählt zu den absoluten Raritäten weltweit und stammt aus dem Umfeld Kaiser Napoleons! Er zählt mit zu den frühesten erhaltenen Hammerflügeln aus der Werkstatt Erards und ist baugleich wie das Instrument welches damals Ludwig van Beethoven besaß. Die Firma Érard erreichte weltweit eine der besten Reputationen und die Instrumente wurden von Musikern […]

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Dieser elegante Hammerflügel zählt zu den absoluten Raritäten weltweit und stammt aus dem Umfeld Kaiser Napoleons! Er zählt mit zu den frühesten erhaltenen Hammerflügeln aus der Werkstatt Erards und ist baugleich wie das Instrument welches damals Ludwig van Beethoven besaß. Die Firma Érard erreichte weltweit eine der besten Reputationen und die Instrumente wurden von Musikern und Komponisten hoch geschätzt.

 

Ludwig van Beethoven (1804-1805) von Willibrord Joseph Mähler (1778 - 1860) - Beethoven Pasqualatihaus Museum Wien

Ludwig van Beethoven (1804 – 1805) von Willibrord Joseph Mähler (1778 – 1860) – Beethoven Pasqualatihaus Museum Wien

 

Das „Forte-Piano en forme de Clavecin“ hat einen eckigen Korpus wie er von Cembali bekannt ist. Der Korpus ist aus solidem Mahagoni mit umlaufenden feuervergoldeten Bronzen im Empire Stil. Die Bronzen zeigen Lorbeerkränze, Lyren und Glocken. Die drei sich nach unten verjüngenden Beine sind an den oberen Enden ebenfalls mit Bronzeornamenten verziert. Die Tastatur ist aus Elfenbein und Ebenholz gearbeitet, die Hämmer sind mit Leder bezogen, 3-chöriger Saitenbezug, geteilter Steg und das Instrument verfügt über eine Einzeldämpfung mit Dockenleiste. In der Mitte befinden sich 4 hölzerne Pedale mit den Funktionen: Dämpfungsaufhebung, Lautenzug, Moderator und una corda / due corde. Der Klaviaturumfang beträgt 5 ½ Oktaven (FF – c4).

Das Vorsatzbrett trägt die Aufschrift:

„Érard Frères

Rue du Mail No.37 à Paris 1803”

Weiterhin befindet sich auf dem Resonanzboden eine Signatur mit der Seriennummer und dem Fertigungsjahr:

„Érard Frères a Paris 1802

No. 107″

Im August 1803 sandte Erard Beethoven einen Flügel. Nach neusten Forschungen war das Instrument jedoch kein Geschenk der Firma an den Komponisten, wie lange Zeit angenommen wurde. Beethoven bestellte den Flügel zu einem Preis von 1.500 Franc ohne Dekoration (Bronzen) (vgl. Skowroneck T.: Beethoven the Pianist, Cambridge University Press; Auflage: 1, Mai 2010).

Der Flügel Beethovens trägt die Seriennummer 133 und ist absolut baugleich wie der Flügel in der Eric Feller Collection. Das genaue Datum, wann der Flügel an Beethoven ausgeliefert wurde ist nicht dokumentiert (jedoch muss das Instrument vor dem 22. Oktober bei ihm angekommen sein). Der neue Erard Flügel in Beethovens Besitz war das erste Instrument des Komponisten, welches nicht in Wiener Bauweise gefertigt wurde und hatte einen immensen Einfluss auf das Schaffen des Komponisten. Beethoven war auf Erard durch das Instrument seines Lehrers Joseph Haydn (1732 – 1809) aufmerksam geworden. Dieser hatte im Jahr 1801 einen Flügel von Erard erhalten. Absolutes Novum war das una corda-Pedal, was es zu diesem Zeitpunkt bei Wiener Instrumenten nicht gab (bei Instrumenten aus England ist das una corda-Pedal seit den 1780er Jahren belegt – das früheste erhaltene Zeugnis eines solchen Pedals ist bei Streicher erst ab 1807 belegt (vgl. Instrument im Germanischen Nationalmuseum Inventarnummer: MINe 135) und bei Walter ab ca. 1810). Ebenfalls der erweiterte Klaviaturumfang auf 5 ½ Oktaven bot dem Komponisten mehr Möglichkeiten. Anhand der Kompositionen Beethovens nach Eintreffen seines Erard Flügels kann man sehen, wie sehr das Instrument den Komponisten beeinflusste. Ein Zeugnis dafür stellt die „Waldstein-Sonate“ (No. 21, Opus 53) dar, welche im Dezember 1803 entstand.

Aber nicht nur Beethoven wurde durch das neue Instrument inspiriert. Ebenso auch andere Klavierbauer wie beispielsweise Nannette Streicher, zu der Beethoven eine freundschaftliche Beziehung pflegte und die in dem Erard Flügel neue Anregungen für die Verbesserung und Weiterentwicklung der eigenen Instrumente sah.

Beethoven überließ das Instrument 1824/1825 seinem Bruder Nikolaus Johann. Über ihn kam das Instrument schließlich 1845 in den Besitz des Oberösterreichischen Landesmuseums nach Linz.

Neben Beethoven und anderen Komponisten und Musikern zählte die kunstsinnige Aristokratie zu den Kunden von Érard. Beispielsweise wurde der Flügel mit der Seriennummer 97 an die berühmte Madame Julie Récamier (1777 – 1849) geliefert.

 

Portrait of Madame Julie Récamier (1800) by Jacques-Louis David (1748 - 1825) - Musée du Louvre Paris.jpg

Portrait von Madame Julie Récamier (1800) von Jacques-Louis David (1748 – 1825) – Musée du Louvre, Paris

 

Laut den originalen Fertigungsbüchern der Firma, die heute im Conservatoire de Musique in Paris aufbewahrt werden, kostete der Flügel 2.700 Franc, die in drei Zahlungen zu je 900 Franc geleistet wurden. Weiterhin zeigt das Register die berühmte Provenienz in der sich der Flügel neben Größen wie Madame Récamier oder Ludwig van Beethoven einreiht. Das Instrument wurde für die Familie Mackau gefertigt.

 

Erard 1802 - Hammerflügel - Piano en form de clavecin - Eric Feller Collection (Fertigungsbücher Erard 1)

Erard 1802 – Hammerflügel – Piano en forme de clavecin – Eric Feller Collection (Fertigungsbücher Erard 1)

 

Erard 1802 - Hammerflügel - Piano en form de clavecin - Eric Feller Collection (Fertigungsbücher Erard 2)

Erard 1802 – Hammerflügel – Piano en forme de clavecin – Eric Feller Collection (Fertigungsbücher Erard 2)

 

Die Bestellung des Instrumentes tätigte Armand-Louis de Mackau, der am 29. Mai 1759 in Vitry-sur-Seine geboren wurde. Er war Offizier in der Armee und Botschafter von Ludwig XVI. in Stuttgart und Neapel. Seine Schwester war Angélique Charlotte de Mackau, Dame de Compagnie (1762 – 1800), die als Marquise de Bombelles bekannt war. Sie war Gouvernante der königlichen Familie und übernahm in Teilen die Erziehung der Kinder von Ludwig XVI. und seiner Frau Marie Antoinette in Versailles. Sie war auch die engste Freundin von Élisabeth Philippine Marie Hélène de Bourbon, genannt Madame Élisabeth, die 1764 als jüngste Schwester von Ludwig XVI. in Versailles geboren wurde und in der Französischen Revolution 1794 auch durch die Guillotine hingerichtet wurde.

Seine Frau Angélique Madeleine Félicité Alissan de Chazet wurde 1765 geboren und verstarb schon im Alter von 29 Jahren im Jahre 1794 an Tuberkulose. Beide heirateten am 17. Oktober 1780 und hatten zwei Kinder:

  • Ange René Armand L’Amiral de Mackau, Baron de Mackau (1788 – 1855),
  • Anne Angélique de Mackau, Dame du Palais de l’Impératrice Joséphine (1790 – 1870)

Ange René Armand de Mackau war französischer Admiral und Politiker. Er wurde am 19. Februar 1788 in Paris geboren und am gleichen Tag getauft. Im Alter von 17 Jahren trat er in die Marine ein. Am 7. Oktober 1830 heiratete er in Paris Albine Muguet de Varanges (1806 – 1875). Beide hatten zusammen zwei Kinder:

  • Frédéric Armand de Mackau, Baron de Mackau (1832 – 1918)
  • Félixine Anne Annette de Mackau, La Baule (1837 – 1921)

Er hatte von 1836 bis Januar 1838 das Amt des Gouverneur von Martinique inne und war vom 24. Juli 1843 bis 9. Mai 1847 französischer Kolonial- und Marineminister.

Annette de Mackau heiratete am 2. März 1857 in Paris Jules Joseph Hennecart, Comte Hennecart (1832 – 1884).

 

Anne Angélique de Mackau, Dame du Palais de l’Impératrice Joséphine (1790 – 1870)

Anne Angélique de Mackau, Dame du Palais de l’Impératrice Joséphine (1790 – 1870)

 

Seine Schwester Anne Angélique de Mackau, für die der Flügel gekauft wurde, war eine Hofdame von Kaiserin Joséphine de Beauharnais (1763 – 1814), der Frau von Kaiser Napoleon Bonaparte (1769 – 1821). Sie heiratete am 20. Januar 1812 den General Pierre Watier, Comte de Saint-Alphonse (1770 – 1846) und wurde Comtesse de Saint-Alphonse. Pierre Watier absolvierte eine erfolgreiche militärische Karriere. Nach einigen Erfolgen beförderte Napoleon ihn zu einem Adjutanten und aufgrund seiner Verdienste in der Schlacht bei Austerlitz wurde er am 24. Dezember 1805 zum Général de brigade befördert. Am 8. August 1811 wurde Watier zum Général de division befördert und zum „Comte de l’Empire“ ernannt. Während der ersten Restauration verlieh ihm König Ludwig XVIII. den Ordre royal et militaire de Saint-Louis. Nach der Rückkehr Napoleons während der Herrschaft der Hundert Tage übertrug ihm dieser das Kommando der „5edivision de cavalerie“ (5. Kavalleriedivision) der Nordarmee, mit der er in die Schlacht bei Waterloo zog. In Anerkennung seiner Dienste ist er auf dem Arc de Triomphe in Paris verewigt.

 

Pierre Watier, Comte de Saint-Alphonse (1770 - 1846)

Pierre Watier, Comte de Saint-Alphonse (1770 – 1846)

 

Seine Frau, die Comtesse de Saint-Alphonse unterhielt einen musikalisch-literarischen Salon im Schloss Château de Vimer im Département Orne in der Normandie, wo sie mit ihrem Mann lebte, der nach seiner militärischen Laufbahn dort seinen Ruhestand verbrachte. Er starb dort an einem Hirnschlag und wurde in der Kirche von Guerquesalles nahe Vimoutiers (Orne department No. 61) begraben.

 

Jeanne Louise Henriette Campan (1752 - 1822) - Gemälde von Joseph Bozes von 1786 - Gemäldesammlung Schloss Versailles

Jeanne Louise Henriette Campan (1752 – 1822) – Gemälde von Joseph Bozes von 1786 – Gemäldesammlung Schloss Versailles

 

Anne Angélique de Mackau, Comtesse de Saint-Alphonse unterhielt einen intensiven Kontakt zu Jeanne Louise Henriette Campan (1752 – 1822), die erste Kammerfrau („première femme de chambre“) von Marie Antoinette war und eine Schule in Saint-Germain-en-Laye gründete, die u. a. von Napoleons Stieftochter Hortense de Beauharnais (1783 – 1837) besucht wurde. Auf die Fürsprache von Hortense hin wurde Henriette Campan von Napoleon 1807 zur Leiterin der Internatsschule in Écouen berufen. Diese Schule war für Töchter von Mitgliedern der Ehrenlegion vorgesehen.

In der damaligen Zeit war Musik größtenteils der weiblichen Aristokratie vorbehalten. Das Klavier galt als modernes und elegantes Instrument. Der Flügel von Érard 1802 diente Anne Angélique de Mackau, Comtesse de Saint-Alphonse zum Erlernen des Klavierspiels und der Zerstreuung, aber auch der Unterhaltung ihrer Gäste bei Zusammenkünften. Von Napoleons Frau, Kaiserin Joséphine de Beauharnais ist beispielsweise überliefert, dass sie drei Flügel bei Dulcken bestellt hatte. Das Klavier (ebenso wie die Harfe) zählte zu den Instrumenten, die in der Salonkultur Anfang des 19. Jahrhunderts essentiell waren.

 

Marie Catherine Céleste Érard (1790 - 1878) und Gaspare Spontini (1774 – 1851)

Marie Catherine Céleste Érard (1790 – 1878) und Gaspare Spontini (1774 – 1851)

 

Der Komponist Gaspare Spontini (1774 – 1851) war der Lieblingskomponist von Kaiserin Joséphine. Im Jahre 1807 komponierte er seine bekannteste Oper „La vestale“, die er mit Unterstützung der Kaiserin schrieb. Am 3. August 1811 heiratete Spontini Marie Catherine Céleste Érard (1790 – 1878), eine Nichte von Sébastien Érard, der er später seine Oper „Agnes von Hohenstaufen“ widmete.

 

Portrait von Josephine de Beauharnais-Bonaparte in Schloss Malmaison (1801) von François Gérard (1770 - 1837)

Portrait von Josephine de Beauharnais-Bonaparte in Schloss Malmaison (1801) von François Gérard (1770 – 1837)

 

Es ist mit hoher Wahrscheinlichkeit anzunehmen, dass Kaiserin Joséphine zu Besuchen bei Anne Angélique de Mackau, Comtesse de Saint-Alphonse auch dieses Instrument spielte.

 

Detaillierte Informationen über die Firma Érard Frères finden Sie in den Publikationen hier!

 

 

Weitere erhaltene Instrumente von Érard Frères:

 

 

Quellen:

  • Chantal de Tourtier-Bonazzi (Hrsg.), Annette de Mackau Watier comtesse de Saint-Alphonse: Correspondance d’Annette de Mackau: comtesse de Saint-Alphonse, dame du palais de l’impératrice Joséphine, 1790-1870 – S. E. V. P. E. N. Verlag 1967
  • Ch. Mullié: Biographie des célébrités militaires des armées de terre et de mer de 1789 à 1850 – Poignavant et Cie 1852
  • Ch. Egli, D. Gügel: Hortense de Beauharnais. Face à son destin – Labhards, Konstanz 2012
  • M. N. Clinkscale: Makers of the Piano 1820-1860 – Oxford University Press 1999
  • J. Hugentobler: Die Briefe der Königin Hortense an die Effinger von Wildegg – in: Schriften des Vereins für Geschichte des Bodensees und seiner Umgebung, 66. Jg. 1939
  • F. Schaltegger: Am Hofe einer Exkönigin. Aus dem Tagebuch einer Ehrendame der Königin Hortense – in: Schriften des Vereins für Geschichte des Bodensees und seiner Umgebung, 45. Jg. 1916
  • A. Lux (Hrsg.): Große Frauen der Weltgeschichte. Tausend Biographien in Wort und Bild – Sebastian Lux Verlag, München 1963

© Eric Feller – Early Keyboard Collection – Januar 2020

 

 

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Goulding & D’Almaine 1823 – 1834 https://www.ericfeller.de/instrumente/goulding-dalmaine-1823-1834/ Sat, 31 Mar 2018 12:54:34 +0000 http://www.ericfeller.de/?post_type=instrumente&p=351 Dieses aufrechte Klavier ist ein frühes Beispiel der aufrechten Klaviere in England zu Beginn des 19. Jahrhunderts. Aufrechte Instrumente in dieser kleinen Form waren weit weniger anzutreffen als die beliebten Tafelklaviere. Aufgrund der Platz sparenden Variante setzte sich allerdings später diese Form durch. Das Instrument wurde in der Zeit zwischen 1823 und 1834 von der […]

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Dieses aufrechte Klavier ist ein frühes Beispiel der aufrechten Klaviere in England zu Beginn des 19. Jahrhunderts. Aufrechte Instrumente in dieser kleinen Form waren weit weniger anzutreffen als die beliebten Tafelklaviere. Aufgrund der Platz sparenden Variante setzte sich allerdings später diese Form durch.

Das Instrument wurde in der Zeit zwischen 1823 und 1834 von der Firma „Goulding & D’Almaine“ in London hergestellt. Der Korpus aus solidem Mahagoni ist im typischen „Regency-Stil“ gehalten. Die Front ist mit der originalen Seide bespannt. Die Untertasten sind mit Elfenbein und die Obertasten mit Ebenholz belegt. An den Enden der Klaviatur sind jeweils zwei versenkbare Kerzenhalter angebracht, die über einen kleinen Ring herausgezogen werden können. Das Instrument verfügt über drei hölzerne Pedale (Dämpfungsaufhebung, una corda und Deckelschweller). Die Verwendung von Deckelschwellern ist bei Tafelklavieren bekannt, allerdings wurden nur wenige aufrechte Instrumente damit ausgestattet. Im Inneren geht ein Hebel nach oben, der den Deckel des Klaviers via Pedal heben und senken kann. Der Umfang beträgt 6 Oktaven (FF – f4). Die Hämmerchen sind durchgehend mit Filz bezogen und das Instrument ist zweichörig besaitet. Bei der Mechanik handelt es sich um die englische double action mit Abstrakten. Das Vorsatzbrett ist mit verschiedenen Intarsien verziert und trägt die Signatur:

„Patent

Goulding & D’Almaine

20 Soho Square

London“

Auf der Mechanik befindet sich eine zweite handschriftliche Signatur:

„M. Scott Dealer + Tuner Bath“

Daraus geht hervor, dass das Instrument mit hoher Wahrscheinlichkeit aus Bath oder der umliegenden Region stammt. Bath war im 18. und frühen 19. Jahrhundert ein beliebter Kurort der oft kunstsinnigen Aristokratie.

Das Instrument besticht durch seine kleinen Abmaße und hervorragende Verarbeitung.

 

 

Die Firma „Goulding & D’Almaine“ wurde 1785 von George Goulding in der James Street Nr. 25, Covent Garden gegründet. 1798 wurden Thomas D’Almaine und Phipps (ein Vorname ist bisher nicht bekannt) Teilhaber und die Firma trug den Namen „Goulding, Phipps & D’Almaine“ bis ca. 1810. Teilweise trat in dieser Zeit auch der Firmenname „Goulding & Co.“ auf. Nachdem um 1810 Phipps aus der Firma ausschied, trat ein weiterer Teilhaber mit dem Namen Potter in die Firma ein. Auch hier ist bisher kein Vorname bekannt. Die Firma trug ab diesem Zeitpunkt den Namen „Goulding, D’Almaine, Potter & Co.“ und hatte ihren Sitz in der Bond Street Nr. 124, von wo sie 1810/11 zum Soho Square Nr. 20 umzog. In der Zeit von 1803 bis 1816 hatte die Firma eine Filiale in der Westmoreland Street Nr. 7 in Dublin. 1823 verließ Potter die Firma und sie trug ab da (bis 1834) den Namen „Goulding & D’Almaine“ bzw. „Goulding, D’Almaine & Co.“ (die Firma baute nicht nur Instrumente sondern fungierte auch als Musikverlag; verschiedene Notenausgaben aus der Zeit zeigen beide Firmennamen). Der Name „D’Almaine, Potter, Wood & Co.“ tritt ab 1834 bis ca. 1840 auf, als James Wood (ein Instrumentenbauer für Holzblasinstrumente) Teilhaber der Firma wurde. Zu dieser Zeit war Gouldings Neffe Thomas Mackinley schon Teilhaber der Firma geworden. 1847 zog sich George Goulding ganz aus der Firma zurück und sein Neffe übernahm die Firma bis zu seinem Tod. (vgl. M. Clinkscale: Makers of the Piano 1700 – 1820, Oxford University Press 1999)

 

Weitere erhaltene Instrumente von Goulding & D’Almaine:

  • 1823 – 1834 aufrechtes Klavier – Museu da Musica Lissabon, Portugal

 

 

 

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Muzio Clementi 1803 https://www.ericfeller.de/instrumente/muzio-clementi-1803/ Thu, 29 Mar 2018 16:43:24 +0000 http://www.ericfeller.de/?post_type=instrumente&p=348 Dieses Tafelklavier aus dem Jahr 1803 stammt aus der bedeutenden Werkstatt des Komponisten, Verlegers und Instrumentenbauers Muzio Clementi. Neben Broadwood waren die Instrumente von Clementi hoch geschätzt und zeichneten sich durch ihren besonderen Klang aus. Von Zeitgenossen wurden sie als die besten Instrumente weltweit betitelt. „Die Firma liefert, ohne allen Widerspruch, die trefflichsten Instrumente in […]

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Dieses Tafelklavier aus dem Jahr 1803 stammt aus der bedeutenden Werkstatt des Komponisten, Verlegers und Instrumentenbauers Muzio Clementi.

Neben Broadwood waren die Instrumente von Clementi hoch geschätzt und zeichneten sich durch ihren besonderen Klang aus. Von Zeitgenossen wurden sie als die besten Instrumente weltweit betitelt. „Die Firma liefert, ohne allen Widerspruch, die trefflichsten Instrumente in der Welt, die von Clementi’s mechanischem Kopf und Kunsterfahrung veredelt, aber freylich auch die kostbarsten sind.“ (vgl.: Allgemeine Musikalische Zeitung, Leipzig 1802, S. 197)

Der Korpus des Instrumentes ist aus Mahagoni mit umlaufenden mehrfarbigen Bandintarsien aus verschiednen Hölzern. Das Instrument steht auf einem Gestell mit „music-shelf“ und Messingrollen. Die Untertasten sind mit Elfenbein und die Obertasten mit Ebenholz belegt.

Das Instrument verfügt über ein hölzernes Pedal zur Dämpfungsaufhebung. Bei der Mechanik handelt es sich um eine double action mit belederten Hämmerchen und Einzeldämpfern.

Das Instrument ist zweichörig besaitet. Das Vorsatzbrett ist mit Girlanden aus Blumen und Ranken bemalt und in einer Kartusche signiert mit:

„New Patent

Muzio Clementi & Co.

Cheapside London”

Die Tafelklaviere von Clementi waren immer mit zwei Seriennummer versehen: eine gestempelte auf der linken Seite und eine handschriftliche mit Tinte auf dem Stimmstock (gestempelt: 2697 – handschriftlich: 2644).

Das von Clementi verwendete System zählt mit der handschriftlichen Nummer die generelle Produktion von Klavieren seit der Übernahme der Firma Longman & Broderip im Jahre 1798. Die gestempelten Nummern hingegen führen die Produktion von Tafelklavieren der übernommenen Firma Longman & Broderip fort, jedoch nur Instrumente mit dem 1794 eingeführten „New Patent“. Andere Instrumente (beispielsweise Instrumente mit „single action“, Flügel oder Cabinet Pianos) wurden in anderen Gruppen (die zeitlich begrenzt waren) zusammengezählt.

Anhand dieser Seriennummern lässt sich das Baujahr dieses Instrumentes auf Januar 1803 ableiten. (vgl.: Clementi & Co 1798–1830 Pianoforte Manufacture in London, Leif Sahlqvist 2013)

 

Detaillierte Informationen über die Firma Muzio Clementi & Co. finden Sie hier!

 

Weitere erhaltene Instrumente von Muzio Clementi & Co.:

  • 1803 Tafelklavier (No. 3468) – Newton Centre: Marlowe A. Sigal Collection, USA
  • 1803 Tafelklavier (No. 2335) – Museu da Musica Lissabon, Portugal
  • 1806 Tafelklavier (No. 4095) – Deutsche Museum München, Deutschland

 

 

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Anton Zierer ca. 1820 https://www.ericfeller.de/instrumente/anton-zierer-ca-1820/ Thu, 29 Mar 2018 12:01:31 +0000 http://www.ericfeller.de/?post_type=instrumente&p=345 Anfang des 19. Jahrhunderts waren London, Paris und Wien die großen Zentren des Klavierbaus. Eine Vielzahl von Instrumentenbauern baute in unterschiedlicher Qualität Instrument, um die Nachfrage an Klavieren bedienen zu können. Weit über die Lande waren die Instrumente aus Wien bei Komponisten und Musikern hochgeschätzt. Ein besonderes Beispiel höchster Handwerkskunst zeigt der Hammerflügel von Anton […]

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Anfang des 19. Jahrhunderts waren London, Paris und Wien die großen Zentren des Klavierbaus. Eine Vielzahl von Instrumentenbauern baute in unterschiedlicher Qualität Instrument, um die Nachfrage an Klavieren bedienen zu können. Weit über die Lande waren die Instrumente aus Wien bei Komponisten und Musikern hochgeschätzt. Ein besonderes Beispiel höchster Handwerkskunst zeigt der Hammerflügel von Anton Zierer.

Das Instrument wurde um 1820 in Wien gebaut. Der Korpus mit der dreifach gebogenen Wand aus Walnuss steht auf 3 balusterförmigen Beinen, die mit hoher Wahrscheinlichkeit nicht original sind. Es ist anzunehmen, dass es ursprünglich drei Beine im Empirestil waren. Das Vorsatzbrett ist mit einem in Holzrahmen eingefassten und verzierten Papierschildchen verziert und trägt die Signatur:

„Anton Zierer in Wien“

Interessant ist, dass der Flügel auf dem Vorsatzbrett noch nicht die Bezeichnung „Bürger in Wien“ trägt. Dieses Bürgerrecht erhielt Zierer erst 1821. Daraus lässt sich schließen, dass der Flügel in der Zeit davor gefertigt wurde.

Der Steg ist durchgängig und das Instrument verfügt über eine Wiener Mechanik mit Stiefeldämpfung. Die Tastatur besteht aus Ochsenknochen und Ebenholz und die Hämmer sind mit Leder bezogen, Der Umfang beträgt 6 Oktaven (FF – f4). Im Inneren befindet sich mittig eine Metallspreize, die original ist.

Flügel in dieser Bauart wurden hauptsächlich in den 1820er Jahren gebaut. Ein typisches Merkmal sind die vielen Pedale für unterschiedliche Veränderungen des Klanges. Zur damaligen Zeit gab es teilweise Instrumente mit noch mehr Pedalen. Der Flügel verfügt über 6 Pedale mit Funktionen für Dämpfungsaufhebung, Verschiebung, Moderator, Janitscharenzug, Fagottzug und Tschinelle.

Der Flügel besticht durch seine hervorragende Verarbeitung und einem exzellenten Klang.

 

Anton Zierer wurde 1765 im Elsass geboren, der genaue Ort sowie das Datum sind nicht bekannt. Seine Frau, Barbara Helldacher wurde 1762 in Vortloys geboren. Möglich ist, dass er selbst auch von dort stammt. Gesichert ist, dass er seit 1816 als Klavierbauer in Wien nachweisbar ist. Wahrscheinlich war er vorher auch schon in anderen Städten als Instrumentenbauer tätig. 1821 erhielt er das Bürgerrecht der Stadt Wien und lebte zu dieser Zeit in der Landstraße 238. 1833 zog die Familie in die Hauptstraße 280, wo er fortan bis zu seinem Tod lebte. Das genaue Todesjahr ist allerdings auch schwer zu ermitteln, da er kein Testament hinterlassen hat. Wahrscheinlich starb er um 1835. (vgl. M. Clinkscale: Makers of the Piano 1820-1860, Oxford University Press 1999)

 

Weitere erhaltene Instrumente von Anton Zierer:

  • 1825 Hammerflügel – Muzeum Universytetu Jagiellonskiego, Krakau Polen

 

Anton Zierer, Wien ca. 1820 – Eric Feller Collection

 

 

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Anonymus ca. 1780 https://www.ericfeller.de/instrumente/anonymus-ca-1780/ Wed, 28 Mar 2018 11:27:13 +0000 http://www.ericfeller.de/?post_type=instrumente&p=343 Das Clavichord nimmt innerhalb der Gruppe der Tasteninstrumente eine ganz besondere Rolle ein. Der leise und intime Klang war lange Zeit von vielen Musikern als das ideale Klangbild geschätzt – auch lange noch nach der Erfindung des Klaviers. In historischen Darstellungen galt das Clavichord deshalb lange Zeit als „das eigentliche Clavier“.   Der Korpus des […]

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Das Clavichord nimmt innerhalb der Gruppe der Tasteninstrumente eine ganz besondere Rolle ein. Der leise und intime Klang war lange Zeit von vielen Musikern als das ideale Klangbild geschätzt – auch lange noch nach der Erfindung des Klaviers. In historischen Darstellungen galt das Clavichord deshalb lange Zeit als „das eigentliche Clavier“.

 

Der Korpus des Instrumentes ist aus Nuss- und Mahagoniholz in verschiedenen Marketerien verarbeitet und mit Schellack poliert. Im Bereich der Tastatur ist das Instrument mit Vogelaugenahorn verziert. Am Korpusäußeren auf der rechten Frontseite lassen sich Spuren eines kleinen Schlosses finden, welches im Laufe der Zeit einmal abmontiert wurde und durch ein Stück Furnierholz ersetzt wurde. Die Tasten sind aus Ochsenknochen und Ebenholz gefertigt (wobei die Untertasten schwarz und die Obertasten weiß sind). Der Umfang beträgt 4 ½ Oktaven (CC – f3). Auf der linken Seite, neben der Tastatur, befindet sich ein kleines verstecktes Fach, indem Stimmwerkzeug und Ersatzsaiten gelagert werden konnten. Die Tangenten sind aus Eisen und die Tasten hinten geführt.

Das Clavichord verfügt zudem am Ende der Tasten der Klaviatur über ein eingekerbtes und schmales Vorsatzbrett. Dieses Merkmal ist eigentlich typisch für den Hammerklavierbau in Wien und zeigt, dass es sich bei dem Clavichord wohl um eine besondere Anfertigung auf Kundenwunsch von einem Klavierbauer handeln muss. Die Verarbeitung des Instrumentes ist von höchster handwerklicher Güte und zeigt die Sorgfalt, mit der das Instrument gebaut wurde.

Der Tastentiefgang ist sehr gering und die einzelnen Tasten sind sehr lang. Durch diese Bauart ist das Spielen mit so genannten „Bebungen“ sehr gut möglich. Als einziges mechanisches Tasteninstrument hat das Clavichord somit die Möglichkeit der Tonbeeinflussung auch noch nach dem Anschlagen der Taste. Durch ein periodisches Ändern des Drucks auf die Taste entsteht ein dem Vibrato ähnlicher Effekt.

Der Saitenbezug ist zweichörig und das Instrument ist teilweise gebunden. Bei gebundenen Clavichorden verwenden 2 bis 4 nebeneinander liegende Tasten dieselbe Saite oder dasselbe Saitenpaar zur Tonerzeugung. Die Tangenten treffen diese Saite (oder dieses Saitenpaar) somit an verschiedenen Stellen.

Clavichorde wurden von vielen Komponisten und Instrumentalisten auch nach Verbreitung des damals neuen Klaviers hoch geschätzt und gespielt. Trotz der geringen Lautstärke bieten sie ein beeindruckendes Klangspektrum.

Im 20. Jahrhundert erlebte das Clavichord eine Wiederentdeckung, insbesondere im Kontext der historischen Aufführungspraxis. Musiker und Instrumentenbauer begannen, sich wieder für die historischen Instrumente zu interessieren, und das Clavichord wurde in der Alten Musikszene wieder populär. Heute wird es von Musikern und Liebhabern der Alten Musik geschätzt und findet in Konzerten und Aufnahmen seinen Platz.

 

 

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Martin Sassmann ca. 1960 https://www.ericfeller.de/instrumente/martin-sassmann-ca-1960/ Mon, 26 Mar 2018 16:35:20 +0000 http://www.ericfeller.de/?post_type=instrumente&p=342 Dieses zweimanualige Cembalo von Martin Sassmann ist ein Zeugnis der modernen Cembalobauweise in Deutschland in den 1960er Jahren. Seit der Wiederbelebung dieses Instrumententypus Ende des 19. Jahrhunderts / Anfang des 20. Jahrhunderts wurden vermehrt Instrumente gebaut, die in Anlehnung an die moderne Klavierbauweise gefertigt wurden. Diese neue „Cembalobewegung“, angeführt durch Wanda Landowska, versuchte verbesserte Instrumente […]

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Dieses zweimanualige Cembalo von Martin Sassmann ist ein Zeugnis der modernen Cembalobauweise in Deutschland in den 1960er Jahren. Seit der Wiederbelebung dieses Instrumententypus Ende des 19. Jahrhunderts / Anfang des 20. Jahrhunderts wurden vermehrt Instrumente gebaut, die in Anlehnung an die moderne Klavierbauweise gefertigt wurden. Diese neue „Cembalobewegung“, angeführt durch Wanda Landowska, versuchte verbesserte Instrumente hervorzubringen, die den modernen Anforderungen der Zeit gerecht werden sollten. Mit den historischen Originalinstrumenten hat diese Bauart nur noch entfernt zutun. Jedoch beflügelten gerade diese neuen Instrumente viele Komponisten wie beispielsweise Francis Poulenc, Jean Françaix oder György Ligeti. Sie stellen nunmehr einen festen Bestandteil in der neueren Geschichte der Tasteninstrumente dar.

 

Das Instrument ist in der für die Zeit typischen Rastenbauweise und im Stil der 1960er Jahre gefertigt. Der Korpus ist aus Kirschbaum und hat eine geschwungene Flügelform mit einem nach unten hin offenen Resonanzboden. Das Instrument verfügt über 4 Springerreihen. Die Springer sind aus Kunststoff und mit Leder bekielt. Weiterhin hat es fünf Pedale (Schaltung der Register und Manualkoppel) und 3 Handregisterzüge für die Lautenzüge. Auf dem Vorsatzbrett befindet sich die Signatur „Sassmann“. Die Seriennummer lautet 1768 und ist rechts auf dem Stimmstock eingeschlagen.

Laut alten Verkaufskatalogen der Firma Sassmann handelt es sich bei dem Instrument um das Modell „Schütz“, in Anlehnung an den Komponisten Heinrich Schütz (1585 – 1672). Die Bezeichnung einzelner Modelle von Cembali nach bekannten Komponisten war in den 1950er – 1970er Jahren bei vielen Cembalobauern (Neupert, Sperrhake, Wittmayer usw.) sehr beliebt – historische Bezüge gab es jedoch keine.

Der Klang des Instrumentes ist sehr voluminös, äußerst vielschichtig und bietet durch die vielen Register und Registrierungsmöglichkeiten eine Vielfalt an Klangfarben. Allerdings muss hier deutlich gesagt werden, dass der Klang mit einem historischen Cembalo gar nicht vergleichbar ist, handelt es sich durch seine Konstruktion ja um ein völlig neues Instrument, dass mit den alten Cembali lediglich die Klangerzeugung gemeinsam hat.

Die Dispositionen des Cembalos sind:

  • unteres Manual:          8’, 8’ – Laute, 16’, 16’ – Laute
  • oberes Manual:           8’, 8’ – Laute, 4’

 

Bei dieser Disposition handelt es sich um die so genannte „Bach – Disposition“, die auf die Dispositionen eines Cembalos im Musikinstrumentenmuseum Berlin zurück geht. Das Cembalo in der Berliner Sammlung, welches mit großer Wahrscheinlichkeit von Johann Heinrich Harrass (1665 – 1714) gebaut wurde, diente vielfach als Vorlage mit seinen Dispositionen für die Neubauten der neuen Cembalobewegung. (vgl. H. Henkel: „Der Cembalobau der Bach-Zeit im sächsisch-thüringischen und im Berliner Raum“, in: „Bericht über die Wissenschaftliche Konferenz zum II. Internationalen Bach-Fest der DDR“, Leipzig 1977, S. 361–374.) Das Instrument von Harrass soll angeblich aus dem Besitz Wilhelm Friedemann Bachs, der es von seinem Vater Johann Sebastian Bach geerbt haben soll, stammen. Einen Nachweis darüber gibt es allerdings nicht. Es ist anzunehmen, dass der Nimbus des Namens und die angebliche Provenienz Johann Sebastian Bachs hier maßgeblich dazu beigetragen haben, dass eben jenes Instrument in Berlin von seinen Dispositionen her als Vorlage diente.

 

Wolfgang Joachim Zuckermann führt in seinem Buch „The Modern Harpsichord“ 1969 acht Modelle auf, die Sassmann baute:

Kleinspinett

  • Umfang: HH – f3
  • Register: 8’

Spinett „Silbermann“

  • Umfang: HH – f3
  • Register: 8’ und Lautenzug

Cembalo „Kleinod“ – 1 manualig

  • Umfang: HH – f3
  • Register: 8’, 4’, geteilter Lautenzug 8’

Cembalo „Scarlatti“ – 1 manualig

  • Umfang: AA – f3
  • Register: 8’, 4’, geteilter Lautenzug 8’

Cembalo „Pertici“ – 1 manualig

  • Umfang: AA – f3
  • Register: 8’, 8’, 4’, Lautenzug oder 16’, 8’, 4’, Lautenzug 16’ und 8’

Cembalo „Baffo“ – 2 manualig

  • Umfang: AA – f3
  • Register oberes Manual: 8’, 8’ – Laute,
  • Register unteres Manual: 8’, 4’
  • Schaltung via Kniehebel

Cembalo „Schütz“ – 2 manualig

  • Umfang: AA – f3 oder GG – f3 oder GG – g3
  • Register oberes Manual: 8’, 4’ oder 8’, 8’ oder 8’
  • Register unteres Manual: 8’, 16’ oder 8’, 4’, 16’ oder 8’, 4’
  • Schaltung via Pedale

Cembalo „Bach“ – 2 manualig

  • Umfang: FF – f3
  • Register oberes Manual: 8’, 4’, 8’ – Laute
  • Register unteres Manual: 8’, 16’, 16’ – Laute
  • Schaltung via Pedale

 

Martin Sassmann wurde 1924 geboren. Im zweiten Weltkrieg war er Pilot und startete ab1948 seine Lehre bei J. C. Neupert, die er 1953 mit seiner Meisterprüfung beendete. 1955 eröffnete er in Lennep eine eigene Werkstatt. Der wachsende Betrieb zog 1966 nach Hückeswagen-Wiehagen. Seit der Eröffnung des Betriebes 1955 bis 1969 und mit ca. 20 Mitarbeitern wurden in Summe ca. 1500 Instrumente gebaut. Die jährliche Produktion umfasste ca. 45 zweimanualige Cembali, 50 einmanualige Cembali, 20 Spinette und 4 Clavichorde. (vgl. W. J. Zuckermann: „The Modern Harpsichord“ 1969)

Im Jahr 1987 firmierte der Handwerksbetrieb zu „Sassmann & Kramer“ und wurde 1990 in eine GmbH umgewandelt. Nach mehreren weiteren Geschäftspartnern stellte die Firma ihre Produktion 2009 ein.

Erwähnenswert ist, dass die Firma in den späten 1960er und 1970er Jahre vermehrt Instrumente in historischer Bauweise fertige und so dem Trend und der Nachfrage nach historischen Kopien nachkam.

 

 

 

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Wilhelm Neumann ca. 1820 https://www.ericfeller.de/instrumente/wilhelm-neumann-c-1820/ Thu, 22 Feb 2018 19:39:52 +0000 http://www.ericfeller.de/?post_type=instrumente&p=339 Dieser Hammerflügel in der abgerundeten Form stammt von Wilhelm Neumann aus Wien und wurde um 1820 gebaut. Er ist der bisher einzig erhaltene Hammerflügel von Neumann weltweit. Der elegante dreifach gebogene Korpus aus Walnuss steht auf 3 Beinen im Empire-Stil mit einer kleinen Zierlyra und 5 Pedalen. Das Vorsatzbrett ist mit einem in Messingrahmen eingefassten […]

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Dieser Hammerflügel in der abgerundeten Form stammt von Wilhelm Neumann aus Wien und wurde um 1820 gebaut. Er ist der bisher einzig erhaltene Hammerflügel von Neumann weltweit.

Der elegante dreifach gebogene Korpus aus Walnuss steht auf 3 Beinen im Empire-Stil mit einer kleinen Zierlyra und 5 Pedalen.

Das Vorsatzbrett ist mit einem in Messingrahmen eingefassten Porzellanschildchen verziert und trägt die handschriftliche Signatur:

„Wilhelm Neumann in Wien“

Der Steg ist geteilt und der Flügel verfügt über eine Wiener Mechanik mit Stiefeldämpfung. Die Tastatur besteht aus Ochsenknochen und Ebenholz und die Hämmer sind mit Leder bezogen, Der Umfang beträgt 6 Oktaven (FF – f4).

Flügel in dieser Bauart wurden hauptsächlich in den 1820er Jahren gebaut. Ein typisches Merkmal sind die vielen Pedale für unterschiedliche Veränderungen des Klanges. Zur damaligen Zeit gab es teilweise Instrumente mit noch mehr Pedalen.

Neben Instrumenten in dieser für die damalige Zeit modernen dreifach gebogenen Korpusform gab es auch Instrumente in grader Bauweise. Ein äußerst elegantes Modell ist der große Konzertflügel von Nannette Streicher aus dem Jahr 1821 in der Sammlung.

 

Über Wilhelm Neumann ist bisher nur bekannt, dass er zwischen 1820 und 1827 in Wien aktiv war. Seine Adresse war 1820 im Neulerchenfeld Nr. 141 und später ab 1827 Zum schwarzen Bären Nr. 66. (vgl.: Lieve Verbeeck)

 

Weitere erhaltene Instrumente sind bisher nicht bekannt.

 

 

 

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Nannette Streicher neé Stein 1822 https://www.ericfeller.de/instrumente/nannette-streicher-nee-stein-1822/ Thu, 22 Feb 2018 19:13:48 +0000 http://www.ericfeller.de/?post_type=instrumente&p=337 Dieser große und eleganter Hammerflügel im Stil des Empire stammt aus einer der berühmtesten Werkstätten aus Wien: Nannette Streicher. Das Instrument wurde 1822 gebaut und ist zeichnet sich durch seine große Länge von 250 cm aus. Der Korpus ist in Mahagoni und um die Klaviatur und an der Lyra mit den originalen feuervergoldeten Bronzen verziert […]

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Dieser große und eleganter Hammerflügel im Stil des Empire stammt aus einer der berühmtesten Werkstätten aus Wien: Nannette Streicher. Das Instrument wurde 1822 gebaut und ist zeichnet sich durch seine große Länge von 250 cm aus.

Der Korpus ist in Mahagoni und um die Klaviatur und an der Lyra mit den originalen feuervergoldeten Bronzen verziert und hat keine hervorspringende Tastatur. Die Tastenbeläge sind aus Knochen und Ebenholz gearbeitet. Der Umfang beträgt 6 Oktaven + Quarte (CC-f4) und der Flügel verfügt über eine Wiener Mechanik mit Schlitten und Stiefeldämpfung. Das Instrument besitzt 5 Pedale (Dämpfungsaufhebung, Verschiebung, Moderator, doppelter Moderator, Fagottzug).

Hammerflügel Nannette Streicher, Wien 1822 - Signatur - Eric Feller Collection

Hammerflügel Nannette Streicher, Wien 1822 – Signatur – Eric Feller Collection

 

Über der Klaviatur befindet sich in einem Keramikschild mit Messingrahmen die Signatur:

„Nannette Streicher neé Stein a Vienne“

Auf dem Resonanzboden befindet sich mittig eine weitere Signatur in einem aufgeklebten Zettel. Dort ist auch die Seriennummer 1651 zu finden. Die Stiefeldämpfung ist mit den für Streicher typischen Laubsägearbeiten verziert und im Inneren verfügt der Flügel über den originalen Staubboden, der mit gelber Seide bespannt ist.

 

Ludwig Krones – Nannette Streicher, Tuschezeichnung , 1836

 

Nannette Anna Maria Streicher wurde am 2. Januar 1769 in Augsburg geboren. Sie war die Tochter des berühmten Klavierbauers Johann Andreas Stein (6. Mai 1728 – 29 Februar 1792). Ihre Instrumente gehörten zu besten der damaligen Zeit und wurden von Größen wie beispielsweise Ludwig van Beethoven (1770 – 1827) gespielt und hochgeschätzt.

Ludwig van Beethoven (1804-1805) von Willibrord Joseph Mähler (1778 - 1860) - Beethoven Pasqualatihaus Museum Wien

Willibrord Joseph Mähler (1778 – 1860) Ludwig van Beethoven (1804 – 1805) – Beethoven Pasqualatihaus Museum Wien

 

Breits im Alter von 7 Jahren arbeitete sie im elterlichen Klavierbetrieb mit und im Alter von 10 beschäftigte sie sich mit Klaviermechaniken und Regulationsarbeiten. Neben ihrer frühen Beschäftigung mit Instrumenten war sie auch eine sehr gute Pianistin. So spielte sie 1777 für Wolfgang Amadeus Mozart (1756 – 1791) bei einem Besuch des Komponisten.

Maximilian Stieler (1825-1897) - Schiller auf der Flucht mit seinem Freund Andreas Streicher ca. 1850 - Schillerhaus Weimar

Maximilian Stieler (1825 – 1897) – Schiller auf der Flucht mit seinem Freund Andreas Streicher ca. 1850 – Schillerhaus Weimar

 

Zusammen mit ihren Brüdern Matthäus und André Stein arbeitete sie zusammen im elterlichen Betrieb und alle übernahmen diesen nach dem Tod des Vaters im Jahre 1792. 1794 heiratete sie Johann Andreas Streicher (1761 – 1833) und zog mit ihrem Bruder André und dem Geschäft nach Wien. 1802 beendeten die beiden ihre berufliche Partnerschaft und beide begannen alleine ein Geschäft. Unter der guten Führung von Johann Streicher und durch die herausragenden Instrumente florierte die Firma und Instrumente wurden nach ganz Europa versandt. Ludwig van Beethoven wurde ein guter Freund der Familie.

Johann Baptist Streicher (1796 – 1871), Lithographie von Adolf Dauthage, 1862

Adolf Dauthage (1825 – 1883) Johann Baptist Streicher, 1862

 

 

1823 nahm Nannette ihren Sohn Johann Baptist Streicher (1796 – 1871) als Geschäftspartner mit in die Firma, die er nach dem Tod der Eltern weiterführte. Nannette Streicher starb am 16. Januar 1833 in Wien. (vgl. M. Clinkscale – Makers of the Piano)

 

 

Weitere erhaltene Instrumente von Nannette Streicher née Stein:

  • 1819 Hammerflügel (No. 1415) – Historisches Museum, Schloss Oberhofen, Bern Schweiz
  • 1820 Hammerflügel (No. ?) – Händelhaus Halle, Halle an der Saale Deutschland
  • 1823 Hammerflügel (No. 1756) – Hatchlands Park: Cobbe Collection England (Leihgabe von Her Majesty The Queen für den National Trust)

 

 

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Jacobus et Abraham Kirckman 1783 https://www.ericfeller.de/instrumente/jacobus-et-abraham-kirckman-1783/ Thu, 28 Dec 2017 15:38:49 +0000 http://www.ericfeller.de/?post_type=instrumente&p=323 Dieses Instrument der Firma Kirckman aus dem Jahr 1783 stellt ein frühes Beispiel für die Produktion von Tafelklavieren in der Umbruchszeit vom Cembalo zum Klavier dar. Die Firma Kirckman, die renommiert im 18. Jahrhundert für den Bau vom Cembali war, erweiterte Mitte der 1770er Jahre ihr Angebot an Instrumenten um die neu in Mode kommenden […]

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Dieses Instrument der Firma Kirckman aus dem Jahr 1783 stellt ein frühes Beispiel für die Produktion von Tafelklavieren in der Umbruchszeit vom Cembalo zum Klavier dar. Die Firma Kirckman, die renommiert im 18. Jahrhundert für den Bau vom Cembali war, erweiterte Mitte der 1770er Jahre ihr Angebot an Instrumenten um die neu in Mode kommenden Klaviere.

Der Korpus des kleinen und eleganten Instrumentes ist aus massivem Mahagoni und reich mit eingelegten Zierbändern aus verschiedenen Hölzern verziert. Umlaufend ist eine Zierleiste aus Bronze, wie sie später bei Instrumenten aus dem „Regency“ zu finden ist. Das originale Gestell, auf welchem das Instrument liegt, ist an den Seiten mit Bronzeapplikationen verziert.

Die Untertasten sind mit Elfenbein und die Obertasten mit Ebenholz belegt. Je zwei kleine Ziereinkerbungen sind jeweils am Übergang der Untertasten zu den Obertasten aufgebracht, die mit Eisengallustinte eingefärbt wurde. Dieses Detail ist als Verzierungselement bei Tasten von Cembali sehr gebräuchlich gewesen und findet sich hier als dekoratives Überbleibsel. Es findet sich hauptsächlich nur bei sehr frühen Instrumenten.

Im Inneren befinden sich drei Registerzüge für eine geteilte Dämpfungsaufhebung und Lautenzug. Die Hämmerchen sind mit Leder bezogen und das Instrument ist zweichörig besaitet. Bei der Mechanik handelt es sich um die englische single action nach Zumpe. Der Umfang beträgt 5 Oktaven FF, GG – f3 (ohne fis im Bass).

Das Vorsatzbrett trägt die Signatur in lateinischer Sprache:

„Jacobus et Abraham Kirckman Londini Fecerunt 1783“

Das Instrument ist ein Zeugnis der Arbeit des Firmengründers Jacob Kirckman und seinem Neffen Abraham Kirckman. Das gesamte Instrument zeichnet sich durch seine exakte und hochqualitative Handwerkskunst aus. Es befand sich in absolutem Originalzustand und zeigte keinerlei Spuren einer früheren Restauration.

 

 

Die Firma Kirckman (Kirkman) war eine der berühmtesten Cembalobaufirmen im späten 18. Jahrhundert. Den Grundstein der Firma legte Jacob Kirchmann (später anglisiert in Kirckman/Kirkman), der am 4. März 1710 in Bischweiler im Elsass geboren wurde. Ursprünglich stammte die Familie aus dem Aargau in der Schweiz. Jacob Kirchmann erlernte den Beruf des Schreiners und ging in den frühen 1730er Jahren nach England. Dort lernte und arbeitete er für den berühmten Cembalobauer Hermann Tabel, dessen Witwe er 1738 heiratete. 1755 erlangte er die britische Staatsbürgerschaft. Er starb am 9. Juni 1792 in Greenwich und wurde in der St.-Alfege-Kirche beerdigt.

Abraham Kirckman, der am 2. Juni 1737 ebenfalls in Bischweiler geboren wurde, war der Neffe von Jacob Kirckman. Er folgte seinem Onkel nach London und wurde 1772 sein Geschäftspartner. Er starb im April 1794 in Hammersmith.

Joseph Kirkman I. (1763 – 1830) war der Sohn von Abraham Kirckman und folgte seinem Vater in den elterlichen Betrieb, wurde 1789 Teilhaber und übernahm nach dem Tod des Vaters die Firma. (vgl.: M. Clinkscale, „Makers of the Piano 1700-1820“)

Das bisher älteste erhaltene Cembalo der Firma stammt aus dem Jahr 1744. Die größte Produktion an Cembali in England stellen Kirkman und Burkhardt Tschudi. Im späteren Verlauf, als das Cembalo langsam aus der Mode kam, spezialisierte sich die Firma auf Klaviere. (vgl. Hammerflügel von Abraham et Josephus Kirckman 1789)

Das letzte gebaute Cembalo der Firma wurde 1809 gefertigt.

Alle Instrumente waren ausnahmslos von außerordentlicher Qualität und Handwerkskunst gefertigt. Die Schriftstellerin Frances „Fanny“ Burney (1752 – 1840), Tochter des bekannten Musikhistorikers und Komponisten Charles Burney (1726 – 1814), beschrieb Jacob Kirkman als den besten Cembalobauer aller Zeiten. So erweiterte beispielsweise John Joseph Merlin 1779 ein Cembalo von Jacob Kirckman mit einer oberschlägigen Hammermechanik (heute im Museum of Fine Arts in Boston USA).

Hier finden Sie eine detaillierte Beschreibung der Firmengeschichte Kirkman.

 

 

Weitere erhaltene Instrumente von Jacob & Abraham Kirckman:

  • 1778 Tafelklavier – Oberlin Conservatory of Music: Frederick R. Selch Center for American Music, Oberlin USA
  • 1779 Tafelklavier – Sammlung Susanne Shapiro, Los Angeles USA

 

 

 

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Abraham & Josephus Kirckman 1789 https://www.ericfeller.de/instrumente/abraham-josephus-kirckman-1789/ Fri, 22 Dec 2017 23:40:50 +0000 http://www.ericfeller.de/?post_type=instrumente&p=319 Dieses Instrument ist der älteste erhaltene Hammerflügel von Abraham & Josephus Kirckman weltweit. Er wurde 1789 in London gebaut und zählt zu den wenigen Instrumenten, die nur über 5 Oktaven verfügen. Der Korpus und das originale Gestell des Instrumentes ist aus Mahagoni mit umlaufenden Einlegearbeiten in unterschiedlichen Hölzern gestaltet, die kassettenförmig angeordnet sind. Drei Messingapplikationen […]

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Dieses Instrument ist der älteste erhaltene Hammerflügel von Abraham & Josephus Kirckman weltweit. Er wurde 1789 in London gebaut und zählt zu den wenigen Instrumenten, die nur über 5 Oktaven verfügen.

Der Korpus und das originale Gestell des Instrumentes ist aus Mahagoni mit umlaufenden Einlegearbeiten in unterschiedlichen Hölzern gestaltet, die kassettenförmig angeordnet sind. Drei Messingapplikationen befinden sich umlaufend um den Korpus. Im Gestell sind Messingrollen kugelgelagert eingepasst, um das Instrument bewegen zu können.

Die Tastatur ist aus Elfenbein und Ebenholz gearbeitet. Je zwei kleine Ziereinkerbungen sind jeweils am Übergang der Untertasten zu den Obertasten aufgebracht, die mit Eisengallustinte eingefärbt wurde. Dieses Detail ist als Verzierungselement bei Tasten von Cembali sehr gebräuchlich gewesen und findet sich hier als dekoratives Überbleibsel.

Das Vorsatzbrett trägt in einer Kartusche die lateinische Aufschrift:

„Abraham et Josephus Kirckman Londini Fecerunt 1789“

Die Hämmer sind mit Leder bezogen und das Instrument verfügt über zwei integrierte hölzerne Pedale für Dämpfungsaufhebung (rechts) und due corde/una corda (links). Der Klaviaturumfang beträgt 5 Oktaven (FF – f3) und der Steg ist nicht zweigeteilt sondern durchlaufend.

 

 

Die Firma Kirckman (Kirkman) war eine der berühmtesten Cembalobaufirmen im späten 18. Jahrhundert. Den Grundstein der Firma legte Jacob Kirchmann (später anglisiert in Kirckman/Kirkman), der am 4. März 1710 in Bischweiler im Elsass geboren wurde. Ursprünglich stammte die Familie aus dem Aargau in der Schweiz. Jacob Kirchmann erlernte den Beruf des Schreiners und ging in den frühen 1730er Jahren nach England. Dort lernte und arbeitete er für den berühmten Cembalobauer Hermann Tabel, dessen Witwe er 1738 heiratete. 1755 erlangte er die britische Staatsbürgerschaft. Er starb am 9. Juni 1792 in Greenwich und wurde in der St.-Alfege-Kirche beerdigt.

Abraham Kirckman, der am 2. Juni 1737 ebenfalls in Bischweiler geboren wurde, war der Neffe von Jacob Kirckman. Er folgte seinem Onkel nach London und wurde 1772 sein Geschäftspartner. Er starb im April 1794 in Hammersmith.

Joseph Kirkman I. (1763 – 1830) war der Sohn von Abraham Kirckman und folgte seinem Vater in den elterlichen Betrieb, wurde 1789 Teilhaber und übernahm nach dem Tod des Vaters die Firma. (vgl.: M. Clinkscale, „Makers of the Piano 1700-1820“)

Das bisher älteste erhaltene Cembalo der Firma stammt aus dem Jahr 1744. Die größte Produktion an Cembali in England stellen Kirkman und Burkhardt Tschudi. Im späteren Verlauf, als das Cembalo langsam aus der Mode kam, spezialisierte sich die Firma auf Klaviere. (vgl. Tafelklavier von Jacobus et Abraham Kirckman 1783)

Das letzte gebaute Cembalo der Firma wurde 1809 gefertigt.

Alle Instrumente waren ausnahmslos von außerordentlicher Qualität und Handwerkskunst gefertigt. Die Schriftstellerin Frances „Fanny“ Burney (1752 – 1840), Tochter des bekannten Musikhistorikers und Komponisten Charles Burney (1726 – 1814), beschrieb Jacob Kirkman als den besten Cembalobauer aller Zeiten. So erweiterte beispielsweise John Joseph Merlin 1779 ein Cembalo von Jacob Kirckman mit einer oberschlägigen Hammermechanik (heute im Museum of Fine Arts in Boston USA).

Hier finden Sie eine detaillierte Beschreibung der Firmengeschichte Kirkman.

 

 

Weitere erhaltene Instrumente von Kirkman:

  • 1758/1779 Hammerflügel und Cembalo – Museum of Fine Arts, Boston USA
  • 1775 Tafelklavier – ehml. Sammlung Dr. A. Beurmann, Hamburg Deutschland
  • 1778 Tafelklavier – Oberlin Conservatory of Music: Frederick R. Selch Center for American Music, Oberlin USA

 

 

 

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Georgius Pether ca. 1775 https://www.ericfeller.de/instrumente/georgius-pether-c-1775/ Fri, 22 Dec 2017 12:14:48 +0000 http://www.ericfeller.de/?post_type=instrumente&p=316 Dieses Tafelklavier ist ein typisches Beispiel der Instrumente aus den 1770er Jahren in England. Das zierliche Instrument besticht durch schlichte Eleganz. Auf dem originalen Gestell (trestle-stand) liegt das Instrument auf, welches aus Mahagoni mit umlaufenden Einlegearbeiten in unterschiedlichen Hölzern gebaut ist. Das Instrument verfügt über eine single action, zwei Registerzüge für eine geteilte Dämpfungsaufhebung. Das […]

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Dieses Tafelklavier ist ein typisches Beispiel der Instrumente aus den 1770er Jahren in England. Das zierliche Instrument besticht durch schlichte Eleganz.

Auf dem originalen Gestell (trestle-stand) liegt das Instrument auf, welches aus Mahagoni mit umlaufenden Einlegearbeiten in unterschiedlichen Hölzern gebaut ist. Das Instrument verfügt über eine single action, zwei Registerzüge für eine geteilte Dämpfungsaufhebung.

Das Vorsatzbrett trägt in einer ovalen Kartusche die Signatur:

„Georgius Pether Londini Fecit

No. 9, Berner Street, Oxford – Street“

Der Umfang des Instrumentes beträgt 5 Oktaven (FF – f3) und ist durchgängig zweichörig bezogen. Die Tastatur ist aus Elfenbein und Ebenholz gearbeitet.

Ungewöhnlich bei dem Instrument ist, dass der Stimmstock halbkreisförmig angeordnet ist und nicht gerade. Weiterhin sind die Hammerstiele extrem dünn gehalten, was zu einer ganz leichten Spielweise führt.

Bisher sind einige wenige Instrumente erhalten. Interessant ist, dass Pether seine Instrumente mit zwei verschiedenen Signaturen auf dem Vorsatzbrett signiert. Auf einigen Instrumenten findet sich die Signatur:

„Georgius Pether / from Mr Kirkman Londini Fecit / No. 61 Oxford Street“

“Mr. Kirkman” zeigt die Verbindung zu der Werkstatt von Kirkman, für die er scheinbar früher gearbeitet haben muss oder dort evtl. gelernt hatte.

Es ist anzunehmen, dass Pether die Form der Signatur verwendete, um einen größeren Absatz seiner Instrumente durch die Werbung mit Kirkman generieren zu können. Die Firma Kirkman galt als eine der besten Firmen mit einer langen Tradition im Cembalo- und Klavierbau. Eine gleiche Form der Werbung findet sich bei den Instrumenten der Firma Schoene & Co., die mit Johannes Zumpe warben. (vgl. Tafelklavier Schoene & Co. 1788)

 

 

Über George Pether ist nur sehr wenig bekannt. Es ist aufgrund seines Namens anzunehmen, dass er wie viele Instrumentenbauer deutschsprachige Wurzeln hatte. Er war als Instrumentenbauer von ca. 1775 bis zu seinem Tod 1794 aktiv. Er hatte seine Werkstatt in der John Street No. 16 und der Oxford Street No. 61. Laut M. Clinkscale erfand er eine oberschlägige Mechanik, die er jedoch nicht patentieren ließ.

 

 

Weitere erhaltene Instrumente von George Pether:

  • 1779 Tafelklavier – Western Australian Academy of Performing Arts, Edith Cowan University, Perth Australien
  • 1785 Tafelklavier – Privatsammlung, Buckinghamshire England

 

 

Georgius Pether, London ca. 1775 – Collection Eric Feller

 

 

 

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Cabinet Piano John Broadwood and Sons ca. 1835 https://www.ericfeller.de/instrumente/cabinet-piano-john-broadwood-and-sons-c-1835/ Wed, 20 Dec 2017 18:47:21 +0000 http://www.ericfeller.de/?post_type=instrumente&p=313 Dieses elegante Instrument zählt zu den Vertretern der so genannten „Cabinet Pianos“, einer Form des aufrechten Klaviers, welche Anfang des 19. Jahrhunderts sehr beliebt waren. Aufgrund von kleiner werdenden Wohnräumen suchte man Platz sparende Varianten zum gängigen Flügel, die aber keine Einbußen im Klang machen sollten. Durch die enorme Größe bieten diese Instrumente klangleiche Eigenschaften […]

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Dieses elegante Instrument zählt zu den Vertretern der so genannten „Cabinet Pianos“, einer Form des aufrechten Klaviers, welche Anfang des 19. Jahrhunderts sehr beliebt waren. Aufgrund von kleiner werdenden Wohnräumen suchte man Platz sparende Varianten zum gängigen Flügel, die aber keine Einbußen im Klang machen sollten. Durch die enorme Größe bieten diese Instrumente klangleiche Eigenschaften wie Flügel, jedoch mit viel weniger Platzbedarf.

Der Korpus ist aus massivem Mahagoni und reich mit hölzernen Applikationen verziert. Die Front ist mit der originalen roten Seide bespannt. Das gesamte Instrument ist im typischen „Regency-Stil“ gehalten.

Die Untertasten sind mit Elfenbein und die Obertasten mit Ebenholz belegt. Das Instrument verfügt über zwei hölzerne Pedale (Dämpfungsaufhebung und una corda).

Die Hämmerchen sind mit Leder bezogen und das Instrument ist zweichörig besaitet. Bei der Mechanik handelt es sich um die englische double action mit Abstrakten.

Das Vorsatzbrett ist mit Messingintarsien verziert und trägt die Signatur:

„John Broadwood and Sons. / Makers to his Majesty and the Princesses /

Great Pulteney Street London Golden Square“

Die Seriennummer ist handschriftlich auf der ersten Taste zu finden und lautet: 6853. Die Stimmwirbel befinden sich oben. Unter der Tastatur befinden sich zwei kleine Fächer, die mit Türen verschlossen werden können.

 

 

John Broadwood wurde am 6. Oktober 1732 in Oldhamstocks in der Nähe von Cockburnspath in Schottland geboren. Er erlernte den Beruf des Möbeltischlers wie schon sein Vater zuvor.

Im Jahr 1761 begann er bei Burkat Shudi (1702 – 1773) in London zu arbeiten und wurde 1770 sein Geschäftspartner. 1771 eröffnete er sein eigenes Geschäft in der Great Pulteney Street in London. John Broadwood heiratete 1769 Burkat Shudis Tochter Barbara in erster Ehe und hatte mit ihr vier Kinder. Nach dem frühen Tode (1776) seiner Frau heiratete er in zweiter Ehe 1781 Mary Kitson und hatte mit ihr sechs Kinder. Er starb am 17. Juli 1812 in London.

 

Weitere erhaltene Instrumente von John Broadwood and Sons:

  • 1827/28 Cabinet Piano (No. 3538) – Gemeentemuseum, Den Haag Niederlande
  • 1828/29 Cabinet Piano (No. 4042) – Metropolitan Museum of Art, New York USA

 

Das Instrument ist im Museum Kellinghusen „betont – Ton und Tasten Museum“ in der Dauerausstellung ausgestellt!

 

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Léonard Systermans 1829 https://www.ericfeller.de/instrumente/leonard-systermans-1829/ Tue, 19 Dec 2017 14:02:12 +0000 http://www.ericfeller.de/?post_type=instrumente&p=307 Dieses schlichte Empire-Tafelklavier wurde 1829 von Léonard Systermans in Paris gefertigt. Das Instrument besticht durch seine für das Empire eher ungewöhnlich zurückhaltende und schlichte Eleganz. Der Korpus und die dazu passenden originalen Säulenbeine sind aus Mahagoni gefertigt. Bei dem gesamten Instrument wurde auf bronzene Applikationen verzichtet. Das Vorsatzbrett ist leicht gerundet und trägt die Aufschrift: […]

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Dieses schlichte Empire-Tafelklavier wurde 1829 von Léonard Systermans in Paris gefertigt. Das Instrument besticht durch seine für das Empire eher ungewöhnlich zurückhaltende und schlichte Eleganz.

Der Korpus und die dazu passenden originalen Säulenbeine sind aus Mahagoni gefertigt. Bei dem gesamten Instrument wurde auf bronzene Applikationen verzichtet. Das Vorsatzbrett ist leicht gerundet und trägt die Aufschrift:

„Leonard Systermans /

Rue Notredame de Nazareth No. 26 Paris /

1829“

Auf dem Resonanzboden befindet sich eine handschriftliche Signatur mit der Seriennummer „Leonard Systermans No. 2187 a Paris 1829“.

Die originale Tastatur hat einen Umfang von 6 Oktaven. Die Untertasten sind mit Elfenbein belegt und die Obertasten aus Ebenholz. Bei der Mechanik handelt es sich um eine französische Version der double action.

Das Tafelklavier verfügt über zwei Pedale (Dämpfungsaufhebung, Laute) und einen Kniehebel (Moderator). Über der Mechanik und dem Resonanzboden befindet sich der originale Staubboden, der zweigeteilt ist.

Das Instrument befand sich beim Ankauf in absolutem Originalzustand (keine Teile fehlten) und wurde von Rudolf Haase in der Schweiz restauriert.

 

 

Jean Léonard Systermans wurde 1764 geboren und war elsässischer Abstammung. Um 1780 ging er bei Fessard in die Lehre um den Beruf des Klavierbauers zu erlernen. Ab ca. 1785 hatte er seine eigene Werkstatt in Rue Denis Maison Chaumont No. 18. (vgl.: Tafelklavier von 1797 Sammlung M. Cole und Tafelklavier aus dem Jahr 1800 (jetziger Besitzer unbekannt)).

Am 12. Juni 1821 starb Léonard Systermans und das Geschäft wurde von einem seiner Söhne unter dem Namen des Vaters weitergeführt. Die Adresse ab ca. 1817 war in der Rue Notre Dame de Nazareth No. 26 in Paris.

Ab ca. 1840 ist die Firma Systermans et Frères mit der gleichen Adresse nachweisbar (vgl.: Martha Clinkscale „Makers of the Piano“)

In dem Buch „L’art d’accorder soi-même son piano“ von Claude Montal aus dem Jahr 1836 beschreibt er, dass die Instrumente von Systermans „obwohl schlechter als die von Erard, dennoch einen guten Ruf hatten.“(vgl.: Claude Montal „L’art d’accorder soi-même son piano„, 1836, S. 212)

 

 

Weitere erhaltene Instrumente von Leonard Systermans:

  • 1797 Tafelklavier (No. 130) – Sammlung Michael Cole Cheltenham, England
  • 1824 Tafelklavier – Sammlung Western Australian Academy of Performing Arts, Edith Cowan University Perth, Australien
  • 1825 Tafelklavier – Privatsammlung Amsterdam, Niederlande

 

Leonard Systermans, Paris 1829 – Collection Eric Feller

 

Leonard Systermans, Paris 1829 – Collection Eric Feller

 

Dieses Tafelklavier ist im Museum Kellinghusen „betont – Ton und Tasten Museum“ in der Dauerausstellung ausgestellt!

 

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Lambertij 1801 https://www.ericfeller.de/instrumente/lambertij-1801/ Mon, 11 Dec 2017 20:05:47 +0000 http://www.ericfeller.de/?post_type=instrumente&p=302 Dieses zierliche und absolut elegante Tafelklavier aus Paris ist das bisher einzige erhalte Instrument dieses Instrumentenbauer. Es zeichnet sich durch einen feinen und tragfähigen Klang aus. Der Korpus ist mit umlaufenden Intarsien verziert und ist (wie auch die Beine) aus Mahagoni gefertigt. Interessant dabei ist, dass die Beine schon in Säulenform gearbeitet sind und somit […]

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Dieses zierliche und absolut elegante Tafelklavier aus Paris ist das bisher einzige erhalte Instrument dieses Instrumentenbauer. Es zeichnet sich durch einen feinen und tragfähigen Klang aus.

Der Korpus ist mit umlaufenden Intarsien verziert und ist (wie auch die Beine) aus Mahagoni gefertigt. Interessant dabei ist, dass die Beine schon in Säulenform gearbeitet sind und somit die späteren Empireformen der jüngeren Instrumente aus den 1820er Jahren vorwegnehmen.

Die Klaviatur umfasst 5 Oktaven (FF – f3), die Untertasten sind mit Ochsenknochen und Elfenbein belegt und die Obertasten mit Ebenholz. Die Rückwand ist nicht furniert.

Das Vorsatzbrett ist in unterschiedlichen Hölzern gearbeitet und trägt in einem Oval die Signatur:

„Lambertij

Rue des Vieux Augustins No. 16

à Paris 1801“

Das Instrument verfügt über vier Pedale (Laute, Dämpfungsaufhebung, Sordine,

Deckelschweller). Bei der Mechanik handelt es sich um eine einfache single action und es ist zweichörig besaitet.

 

Über den Instrumentenbauer Lambertij ist bisher nichts bekannt, lediglich das er sein Geschäft in der „Rue des Vieux Augustins No. 16“ hatte, wie die Signatur auf dem Vorsatzbrett zeigt. Der Name Lambertij ist in keiner Literatur zu finden, auch keine weiteren erhaltenen Instrumente sind bekannt. Somit ist dieses Tafelklavier das wahrscheinlich weltweit einzig erhaltene Instrument dieses Instrumentenbauers. Der Name lässt evtl. Rückschlüsse auf einen Instrumentenmacher italienischer Herkunft zu.

 

 

Lambertij, Paris 1801 – Sammlung Eric Feller

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Wilhelm Braschoss ca. 1830 https://www.ericfeller.de/instrumente/wilhelm-braschoss-c-1830/ Mon, 11 Dec 2017 19:06:02 +0000 http://www.ericfeller.de/?post_type=instrumente&p=300 Dieses Schweizer Tafelklavier aus Genf zeigt den französischen und englischen Einfluss auf den Instrumentenbau in der Schweiz. Das Instrument wurde um 1830 gebaut und zeichnet sich durch seinen sehr obertonreichen Klang aus. Der Korpus und die Beine sind aus Mahagoni. Die typischen kannelierten Beine erinnern an die Beinform der englischen Instrumente aus dem Regency (vgl. […]

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Dieses Schweizer Tafelklavier aus Genf zeigt den französischen und englischen Einfluss auf den Instrumentenbau in der Schweiz.

Das Instrument wurde um 1830 gebaut und zeichnet sich durch seinen sehr obertonreichen Klang aus.

Der Korpus und die Beine sind aus Mahagoni. Die typischen kannelierten Beine erinnern an die Beinform der englischen Instrumente aus dem Regency (vgl. Tafelklavier John Broadwood and Sons 1814).

Die Klaviatur umfasst 6 Oktaven, die Untertasten sind mit Elfenbein und die Obertasten mit Ebenholz belegt.

Das Vorsatzbrett (mit der halbrunden Form, welches typisch für französische Instrumente ist) ist in unterschiedlichen Hölzern gearbeitet und ist signiert mit:

„Braschoss

Facteur de Pianos

A Genève“

Das Instrument verfügt über zwei Pedale (Dämpfungsaufhebung und Sordine). Bei der Mechanik handelt es sich um eine Wiener Mechanik und es ist zweichörig besaitet. An der rechten Front (neben der Tastatur) lässt sich ein zweites integriertes Notenpult aufklappen. Dieses zusätzliche Notenpult wurde für Kammermusik genutzt.

 

 

Johann Wilhelm Braschoss wurde am 11. Oktober 1796 in Gräfrath/Wald in der Nähe von Solingen geboren. Um dem Militärdienst zu entgehen verließ er seine Familie mit 19 Jahren und arbeitete in der Region am Rhein. 1820 arbeitete er als Schreiner und Möbeltischler in München und ging im Sommer 1821 nach Wien. Dort arbeitete er für den Klavierbauer Cyrill Demian.

Im November 1822 ging er als Schreiner und Klavierbauer nach Genf und beantragte das Bürgerrecht der Stadt, welches er 1825 erhielt. Seine Werkstatt war in der Rue de Coutance 140 ansässig und später auch in der Rue du Rhône 29. Im Dezember 1828 erlangte er die Schweizer Staatsbürgerschaft, behielt jedoch auch seine Deutsche Staatsbürgerschaft. Er heiratete Isaline Antoinette Henry und konvertierte vom Katholizismus zum Protestantismus.

Das Geschäft florierte sehr gut und er bewohnte zusammen mit seiner Frau ein Haus in der Chemin de Mail 14, wo er auch am 5. Mai 1871 starb.

 

Weitere erhaltene Instrumente von Wilhelm Braschoss:

  • 1835 Tafelklavier – Musée d’Instruments Anciens de Musique, Genf Schweiz

 

Dieses Tafelklavier ist im Museum Kellinghusen „betont – Ton und Tasten Museum“ in der Dauerausstellung ausgestellt!

 

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Thomas Bates & Co. 1793 https://www.ericfeller.de/instrumente/thomas-bates-co-1793/ Mon, 11 Dec 2017 17:36:57 +0000 http://www.ericfeller.de/?post_type=instrumente&p=298 Dieses Tafelklavier von Thomas Bates ist ein Beispiel für die lange traditionelle Bauweise von Bates bis in die 1790er Jahre hinein. Während andere Klavierbauer sich in dieser Zeit mit der Weiterentwicklung des Klaviers, mit größerem Klaviaturumfang und „moderneren“ Gestellen beschäftigten, fertigte Bates in der Tradition der 1770er und 1780er Jahre weiter. Der Korpus des Instrumentes […]

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Dieses Tafelklavier von Thomas Bates ist ein Beispiel für die lange traditionelle Bauweise von Bates bis in die 1790er Jahre hinein. Während andere Klavierbauer sich in dieser Zeit mit der Weiterentwicklung des Klaviers, mit größerem Klaviaturumfang und „moderneren“ Gestellen beschäftigten, fertigte Bates in der Tradition der 1770er und 1780er Jahre weiter.

Der Korpus des Instrumentes ist aus massivem Mahagoni und mit eingelegten Zierbändern verziert. Das originale trestle-stand, auf welchem das Instrument liegt, ist ebenfalls aus Mahagoni.

Die Untertasten sind mit Elfenbein und die Obertasten mit Ebenholz belegt.

Im Inneren befindet sich zwei Binnenschaltungen, die zur Dämpfungsaufhebung und zum Lautenzug dienen und die über je einen Registerzug zu bedienen ist.

Die Einzeldämpfer sind hinter einer Leiste versteckt und mit Walbarten als Federn ausgestattet. Die Hämmerchen sind mit Lederbezogen und das Instrument ist zweichörig besaitet. Bei der Mechanik handelt es sich um die englische single action.

Das Vorsatzbrett ist signiert mit:

„Bates and Co. Londini Fecit

Corner of Edward Street Wardour Street 1793“

Hinter dem Vorsatzbrett ist handschriftlich die Seriennummer 178 zu finden, ebenfalls handschriftlich auf der Mechanik und der linken Innenwand. Die Seriennummer ist ferner hinter dem Vorsatzbrett links eingestanzt. Auf der linken Gehäusewand ist die Nummer 30 eingestanzt.

Eine weitere handschriftliche Signatur ist auf der letzten Taste zu finden. Das Instrument weißt eine sehr konservative Bauweise auf. Interessant ist die große Fläche des Resonanzbodens auf der rechten Seite des Instrumentes.

 

Thomas Bates war Lehrling bei John Geib und gehörte später zu den renommiertesten Instrumentenbauern im 18. Jahrhundert in London und war hauptsächlich für den Bau von Cembali bekannt. Im Zuge der Verbreitung des Tafelklavieres hat auch er Instrumente mit Hammermechanik gefertigt. Im Januar 1793 übernahm er den Betrieb von George Garcka und arbeitete teilweise mit Longman und Housten zusammen. Letzterer übernahm nach dem Bankrott von Bates die Firma.

 

Weitere erhaltene Instrumente von Thomas Bates:

  • 1793 Tafelklavier (No. ?) – Sammlung Finchcocks Richard Burnett, Goudhurst UK
  • 1793 Tafelklavier (No. 163) – Privatsammlung England

 

 

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Joseph Hauert ca. 1785 https://www.ericfeller.de/instrumente/joseph-hauert-ca-1785/ Mon, 11 Dec 2017 16:01:59 +0000 http://www.ericfeller.de/?post_type=instrumente&p=296 Dieses seltene Tafelklavier der berühmten Schweizer Instrumentenbauerfamilie Hauert wurde um 1785 von Joseph Hauert in Bern gebaut. Das elegante Instrument und die dazu passenden originalen Beinen mit floralen Schnitzereien sind aus Nussholz gearbeitet. Auf der Vorderseite der Deckelklappe befinden sich ein Oval, welches in dunklerem Holz eingelegt ist und eine bronzene Applikation am Schloss. Das […]

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Dieses seltene Tafelklavier der berühmten Schweizer Instrumentenbauerfamilie Hauert wurde um 1785 von Joseph Hauert in Bern gebaut.

Das elegante Instrument und die dazu passenden originalen Beinen mit floralen Schnitzereien sind aus Nussholz gearbeitet. Auf der Vorderseite der Deckelklappe befinden sich ein Oval, welches in dunklerem Holz eingelegt ist und eine bronzene Applikation am Schloss.

Das Vorsatzbrett ist in drei Kassetten aufgeteilt. Die Signatur ist leider verblasst, aber aufgrund der Bauart ist das Instrument eindeutig Joseph Hauert zuzuschreiben.

Die originale Tastatur hat einen Umfang von 5 Oktaven ohne Fis im Bass. Die Untertasten sind mit Elfenbein belegt und die Obertasten aus Ebenholz.

Das Tafelklavier verfügt über zwei Kniehebel (geteilte Dämpfungsaufhebung) und einen Handregisterzug für einen Lautenzug sowie eine second action. Es ist durchgehend zweichörig bezogen und die Hämmerchen sind mit Leder bezogen.

Ein Tafelklavier des Sohnes Charles Louis Howard von ca. 1825 befindet sich ebenfalls in der Sammlung Eric Feller. Siehe: Tafelklavier Charles Louis Howard ca. 1825

 Das Instrument wurde 2019 komplett von Andrew Durand restauriert.

  

Joseph Hauert kam in Wengi bei Büren/Bern im August 1749 als Sohn von Bendicht Hauert und Magdalena geb. Berger zur Welt. Er gilt als Begründer der berühmten Schweizer Klavierbauerfamilie Hauert (später Howard).

Vermutlich erhielt er eine Ausbildung als Schreiner und wandte sich dann später dem Instrumentenbau zu.

Am 2.10.1772 heiratete er Elisabeth Wyss und siedelte nach Bern über. Sein Sohn Carl Ludwig, geboren am 1.10.1785 in Bern, war das 5. Kind der Familie Hauert.

Joseph Hauert starb im Jahre 1824.

 

 

 

Weitere erhaltene Instrumente von Joseph Hauert:

  • 1796 Tafelklavier – Museum Schlössli, Aarau, Schweiz
  • 1798 Tafelklavier – Germanisches Nationalmuseum, Nürnberg, Deutschland

 

 

 

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Reiseklavier Luigi Violi 1768 https://www.ericfeller.de/instrumente/reiseklavier-luigi-violi-1768/ Mon, 11 Dec 2017 14:16:21 +0000 http://www.ericfeller.de/?post_type=instrumente&p=294 Reiseklaviere waren im späten 18. Jahrhundert und bis Mitte des 19. Jahrhunderts sehr beliebt. Viele Komponisten und Musiker hatten kleine handliche und transportable Instrumente bei sich, um auf ihren Reisen üben zu können. Diese Instrumente waren sehr leicht gebaut und konnten aufgrund ihrer Abmaße gut mitgenommen werden. Dieses ungewöhnliche und sehr kleine Reiseklavier in Tafelklavierform […]

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Reiseklaviere waren im späten 18. Jahrhundert und bis Mitte des 19. Jahrhunderts sehr beliebt. Viele Komponisten und Musiker hatten kleine handliche und transportable Instrumente bei sich, um auf ihren Reisen üben zu können. Diese Instrumente waren sehr leicht gebaut und konnten aufgrund ihrer Abmaße gut mitgenommen werden.

Dieses ungewöhnliche und sehr kleine Reiseklavier in Tafelklavierform wurde von Luigi Violi in Bologna gefertigt.

Das Instrument ist aus Nussholz gefertigt und verfügt über kein Gestell oder Beine. An den Enden beider Seiten sind kleine Tragegriffe aus Messing angebracht.

Im Inneren ist die gesamte Mechanik mit einem Staubboden abgedeckt, der mit grüner Seide bespannt ist. In diesen Staubboden ist das Notenpult integriert. Unterhalb des Staubbodens befindet sich eine handschriftliche Signatur, dass der Staubboden 1838 mit neuer Seide ausgekleidet wurde.

Auf dem Vorsatzbrett befindet sich in einer kleinen Porzellankartusche die Signatur:

„No. 129

Luigi Violi Fece

Bologna Anno 1768“

Der Umfang des Instrumentes beträgt 4 Oktaven mit kurzer Oktave im Bass (C, F – f3) und es verfügt über eine einfache Prellmechanik. Ein kleiner Handregisterzug für einen Harfenzug befindet sich rechts der Tastatur.

Bei der Signatur „No. 129“ handelt es sich wahrscheinlich um die Fertigungsnummer des Instrumentes.

 

Bisher sind keine weiteren Instrumente von Luigi Violi erhalten.

 

Dieses Reiseklavier ist im Museum Kellinghusen „betont – Ton und Tasten Museum“ in der Dauerausstellung ausgestellt!

 

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Thomas Barton ca. 1720 https://www.ericfeller.de/instrumente/thomas-barton-ca-1720/ Fri, 08 Dec 2017 14:09:50 +0000 http://www.ericfeller.de/?post_type=instrumente&p=281 Dieses Spinett wurde um 1720 von dem renommierten Cembalobauer Thomas Barton in London gefertigt. Der Korpus und das originale Gestell sind aus Walnussholz gefertigt. Die Tasten sind aus Elfenbein und Ebenholz gefertigt (wobei die Untertasten schwarz und die Obertasten weiß sind). Der Korpus ist mit einer gebogenen Seitenwand versehen und stellt ein typisches Baumerkmal des […]

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Dieses Spinett wurde um 1720 von dem renommierten Cembalobauer Thomas Barton in London gefertigt.

Der Korpus und das originale Gestell sind aus Walnussholz gefertigt.

Die Tasten sind aus Elfenbein und Ebenholz gefertigt (wobei die Untertasten schwarz und die Obertasten weiß sind).

Der Korpus ist mit einer gebogenen Seitenwand versehen und stellt ein typisches Baumerkmal des Spinettbaus im späten 17. und 18. Jahrhundert in England dar. Diese geschwungene Bauart spricht eher für eine jüngere Datierung, hingegen ältere Spinette mit einer geraden Wand gebaut worden sind (siehe: Spinett Stephan Keene 1690 – Eric Feller Collection).

Auf dem Vorsatzbrett befand sich ursprünglich eine Signatur, die im Laufe der Jahrhunderte verblasste und nur noch kaum zu lesen ist.

Das Instrument verfügt über einen Umfang von GG – g3 und ist mit einem 8’Register versehen. Die Springer waren ursprünglich mit Rabenkielen ausgestattet, die in der Restauration durch Truthahnkiele ersetzt sind.

 

 

Thomas Barton lebte von ca. 1685 bis 1735. Er galt als angesehner Cembalo- und Spinettbauer und war in seiner Jugend Lehrling bei Stephan Keene. Seine Werkstatt befand sich in Bishopsgate in London. Nach seiner Lehrzeit bei Stephan Keene von 1699 – 1706 machte er sich 1706 mit einem eigenen Geschäft selbständig. Einige wenige seiner Spinette sind bis heute erhalten geblieben und lediglich ein Cembalo aus dem Jahr 1709.

 

 

Weitere erhaltene Instrumente von Thomas Barton:

  • 1727 Spinett – ehemalige Sammlung Joanna Leach, England
  • 1730 Spinett – National Museum of American History, USA

 

 

 

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Johann Christian Schreiber 1745 (1770) https://www.ericfeller.de/instrumente/johann-christian-schreiber-1745-1770/ Thu, 07 Dec 2017 18:34:46 +0000 http://www.ericfeller.de/?post_type=instrumente&p=276 Dieses interessante Tafelklavier ist das bisher einzige bekannte Instrument von Johannes Christian Schreiber. Der Korpus ist aus Mahagoni und mit einfachen Bandintarsien umrahmt. Das Instrument verfügt über eine single action und ist durchgehend zweichörig besaitet. Die Tasten sind aus Elfenbein und Ebenholz gefertigt. Das Vorsatzbrett ist einfach verziert und enthält die Signatur: „Johannes Christian Schreiber […]

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Dieses interessante Tafelklavier ist das bisher einzige bekannte Instrument von Johannes Christian Schreiber.

Der Korpus ist aus Mahagoni und mit einfachen Bandintarsien umrahmt. Das Instrument verfügt über eine single action und ist durchgehend zweichörig besaitet.

Die Tasten sind aus Elfenbein und Ebenholz gefertigt. Das Vorsatzbrett ist einfach verziert und enthält die Signatur:

„Johannes Christian Schreiber

A Amsterdam

1745”

Das Datum auf dem Vorsatzbrett ist ganz offensichtlich nachträglich hinzugefügt und das Instrument kann aufgrund der baulichen Merkmale auf ca. 1770 datiert werden.

Interessant ist der kleine Umfang des Instrumentes von nur 4 ½ Oktaven. Er spricht für eine frühere Datierung.

 

Das Instrument gehörte vormals der University of California – Department of Music und wurde danach von Bjarne Dahl erworben. Es ist aufgeführt in dem Buch „Makers of the Piano 1700 – 1820“ von Martha Novak Clinkscale.

 

 

Bisher sind keine weiteren Instrumente von Johannes Christian Schreiber erhalten!

 

 

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William Stodart ca. 1823 – Compensator Frame https://www.ericfeller.de/instrumente/william-stodart-c-1823-compensator-frame/ Mon, 20 Nov 2017 23:09:48 +0000 http://www.ericfeller.de/?post_type=instrumente&p=266 Dieser seltene Hammerflügel ist einer der wenigen Modelle, die innerhalb der „Compensator – Frame“ Baureihe ein Sondermodell darstellt. Er besticht durch das ungewöhnliche Gestell. Bisher ist nur ein weiteres Modell in dieser Bauart bekannt – es ist ein baugleiches Instrument im Londoner Buckingham Palace, im Besitz der Königin von England. Der Korpus, noch mit der […]

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Dieser seltene Hammerflügel ist einer der wenigen Modelle, die innerhalb der „Compensator – Frame“ Baureihe ein Sondermodell darstellt. Er besticht durch das ungewöhnliche Gestell. Bisher ist nur ein weiteres Modell in dieser Bauart bekannt – es ist ein baugleiches Instrument im Londoner Buckingham Palace, im Besitz der Königin von England.

Der Korpus, noch mit der eckigen Form und nicht hervorspringender Tastatur, ist aus Mahagoni und Palisander und mit Bronzen (stilisierte Medusaköpfe) verziert. Er steht auf 2 zentralen Füßen mit angedeuteten Säulen, in denen vorne die beiden Pedale integriert sind. Das Vorsatzbrett ist mit Messing intarsiert und signiert mit:

„Patent.

William Stodart

Maker

to His Majesty & the Royal Family

Golden Square

London“

Die Tastatur ist aus Elfenbein und Ebenholz gearbeitet, die Hämmer sind mit Leder bezogen, 3 chöriger Saitenbezug und das Instrument verfügt über eine Einzeldämpfung mit Dockenleiste. Der Flügel ist gradsaitig bespannt und verfügt über zwei hölzerne Pedale für die Dämpfungsaufhebung und due corde/una corda. Am Ende der Tastatur gibt es im rechten Backenklotz eingelassen einen kleinen Registerschalter. Dieser kann bei Betätigung die Mechanikverschiebung beim Treten des linken Pedals begrenzen, womit man zwischen due corde und una corda wechseln kann. Im Inneren befindet sich der „Compensation Frame”, der aus 10 Röhren besteht (7 aus Eisen, 3 aus Messing).

Der Klaviaturumfang beträgt 6 Oktaven + Quarte, CC – f4. Die Seriennummer (6551) ist auf der rechten Seite des Stimmstockes eingeprägt.

Dieser Hammerflügel besticht (im Vergleich zu dem Flügel von 1828 in der Sammlung) durch seine exquisite Verarbeitung, das ungewöhnlich gestaltet Gestell und die Größe des Flügels von etwas über 240 cm. Ein besonderes Augenmerk liegt auch auf der Signatur des Flügels. Hier signiert Stodart noch ohne seinen Sohn, hingegen bei dem Flügel von 1828 findet sich „& Son“ auf der Deckelklappe.

Die weitere Untersuchung zu dem Instrument dauert aktuell noch an.

 

 

 

Die Firma Stodart zählte Ende des 18. Jahrhunderts und bis ins frühe 19. Jahrhundert hinein neben Broadwood und Longman & Broderip zu den führenden und innovativsten Klavierbaufirmen in England.

Die Firma wurde um 1775/76 von Robert Stodart (1748 – 1831) in der Wardour Street gegründet.

Stodart war Lehrling bei Burkat Shudi und arbeitete in dessen Firma als Klavierstimmer.

Im Jahr 1777 erhielt er ein Patent für einen Schweller zur Veränderung der Lautstärke sowie ein Patent für eine Mechanik, um zwischen einer Klavier- und Cembalomechanik im gleichen Instrument umschalten zu können. Nachdem die Räumlichkeiten zu klein wurden, kaufte er das Nachbarhaus und erweiterte seine Werkstatt.

1787 trat sein Sohn William in die Firma ein. Instrumente aus dieser Zeit tragen die Signatur „Robertus Stodart et Co.“

Gleichwertiger Geschäftspartner wurde William Stodart um 1790 und vier Jahre später stieg sein Bruder Matthew in der Firma ein. Ab 1795 wurden die Instrumente mit der Aufschrift „Golden Square“ signiert. Robert Stodart zog sich um 1795/96 aus dem Geschäft zurück. Fortan führten die beiden Brüder das Geschäft weiter. Ab 1807 erhielt die Firma das Privileg, auch für das Könighaus Instrumente fertigen zu dürfen. Ab dieser Zeit wurden die Instrumente mit der Inschrift „Makers to Her Majesties and Royal Family“ signiert. (vgl.: Martha Novak Clinkscale: Makers of the Pianos, 1700-1820)

1820 erfanden die beiden Mitarbeiter William Allen und James Thom den so genannten „Compensation Frame“ – „Kompensationsrahmen“ für Flügel (patentiert am 15. Januar 1820; Patentnummer 4431). Diese neue Erfindung sollte bei Temperaturschwankungen dafür sorgen, dass das Instrument sich nicht verstimmte. So wurde eine Röhrenkonstruktion im Inneren des Instrumentes oberhalb der Saiten eingesetzt, die im gleichen Material wie die Saiten waren.

Stodart erwarb das Exklusivrecht zur Verwendung des Patentes in seinen Instrumenten von Allen und Thom und baute dieses dann in seine Flügel. Er produzierte zwei Modelle. Das teurere System hatte ein 10 Röhrensystem (und war mit einem größeren Klaviaturumfang und teureren Hölzern (meist Palisander) ausgestattet) und das günstigere System beinhaltete 6 Röhren (und umfasste gewöhnlich nur 6 Oktaven (FF – f4) und war nur in Mahagoni gestaltet). Auch gestaltete Stodart die Deckelklappen bei diesen Instrumenten immer sehr unterschiedlich. Beide Modelle konnten mit unterschiedlichen Deckelklappen bestellt werden (einfacher Verschluss mit Klappenbrett (wie bei den frühen Flügeln) oder mit einer gedrehten, nach hinten versenkbaren Klappe).

 

 

Weitere erhaltene Instrumente von William Stodart:

  • 1821 / 1822 Hammerflügel (No. 6163) – Privatsammlung Christopher Bradshaw, London UK
Hammerflügel William Stodart, London ca. 1823 Compensator Frame - Eric Feller Collection

Hammerflügel William Stodart, London ca. 1823 Compensator Frame – Eric Feller Collection

 

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William Stodart & Son ca. 1828 – Compensator Frame https://www.ericfeller.de/instrumente/william-stodart-son-ca-1828-compensator-frame/ Mon, 20 Nov 2017 17:19:32 +0000 http://www.ericfeller.de/?post_type=instrumente&p=265 Dieser außergewöhnliche Hammerflügel der englischen Firma William Stodart & Son ist ein Beispiel der für die Firma bautypischen „Compensator – Frame“ Instrumente. Ein zweiter, früherer Flügel befindet sich ebenfalls in der Sammlung. Der Korpus, noch mit der eckigen Form und nicht hervorspringender Tastatur, ist aus Mahagoni und Palisander und mit Bronzen (stilisierte Medusaköpfe) verziert. Er […]

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Dieser außergewöhnliche Hammerflügel der englischen Firma William Stodart & Son ist ein Beispiel der für die Firma bautypischen „Compensator – Frame“ Instrumente. Ein zweiter, früherer Flügel befindet sich ebenfalls in der Sammlung.

Der Korpus, noch mit der eckigen Form und nicht hervorspringender Tastatur, ist aus Mahagoni und Palisander und mit Bronzen (stilisierte Medusaköpfe) verziert. Er steht auf 4 gedrehten Beinen. Das Vorsatzbrett ist mit Messing intarsiert und signiert mit:

„Patent.

William Stodart & Son.

Maker to His Majesty & the

Royal Family

Golden Square

London“

Die Tastatur ist aus Elfenbein und Ebenholz gearbeitet, die Hämmer sind mit Leder bezogen, 3 chöriger Saitenbezug und das Instrument verfügt über eine Einzeldämpfung mit Dockenleiste. Der Flügel ist gradsaitig bespannt und verfügt über zwei hölzerne Pedale für die Dämpfungsaufhebung und due corde/una corda. Im Inneren befindet sich der „Compensation Frame”, der aus 10 Röhren besteht (7 aus Eisen, 3 aus Messing).

Der Klaviaturumfang beträgt 6 Oktaven + Quarte, CC – f4. Die Seriennummer (8070) ist auf der rechten Seite des Stimmstockes eingeprägt.

 

 

Die Firma Stodart zählte Ende des 18. Jahrhunderts und bis ins frühe 19. Jahrhundert hinein neben Broadwood und Longman & Broderip zu den führenden und innovativsten Klavierbaufirmen in England.

Die Firma wurde um 1775/76 von Robert Stodart (1748 – 1831) in der Wardour Street gegründet.

Stodart war Lehrling bei Burkat Shudi und arbeitete in dessen Firma als Klavierstimmer.

Im Jahr 1777 erhielt er ein Patent für einen Schweller zur Veränderung der Lautstärke sowie ein Patent für eine Mechanik, um zwischen einer Klavier- und Cembalomechanik im gleichen Instrument umschalten zu können. Nachdem die Räumlichkeiten zu klein wurden, kaufte er das Nachbarhaus und erweiterte seine Werkstatt.

1787 trat sein Sohn William in die Firma ein. Instrumente aus dieser Zeit tragen die Signatur „Robertus Stodart et Co.“

Gleichwertiger Geschäftspartner wurde William Stodart um 1790 und vier Jahre später stieg sein Bruder Matthew in der Firma ein. Ab 1795 wurden die Instrumente mit der Aufschrift „Golden Square“ signiert. Robert Stodart zog sich um 1795/96 aus dem Geschäft zurück. Fortan führten die beiden Brüder das Geschäft weiter. Ab 1807 erhielt die Firma das Privileg, auch für das Könighaus Instrumente fertigen zu dürfen. Ab dieser Zeit wurden die Instrumente mit der Inschrift „Makers to Her Majesties and Royal Family“ signiert. (vgl.: Martha Novak Clinkscale: Makers of the Pianos, 1700-1820)

1820 erfanden die beiden Mitarbeiter William Allen und James Thom den so genannten „Compensation Frame“ – „Kompensationsrahmen“ für Flügel (patentiert am 15. Januar 1820; Patentnummer 4431). Diese neue Erfindung sollte bei Temperaturschwankungen dafür sorgen, dass das Instrument sich nicht verstimmte. So wurde eine Röhrenkonstruktion im Inneren des Instrumentes oberhalb der Saiten eingesetzt, die im gleichen Material wie die Saiten waren.

Stodart erwarb das Exklusivrecht zur Verwendung des Patentes in seinen Instrumenten von Allen und Thom und baute dieses dann in seine Flügel. Er produzierte zwei Modelle. Das teurere System hatte ein 10 Röhrensystem (und war mit einem größeren Klaviaturumfang und teureren Hölzern (meist Palisander) ausgestattet) und das günstigere System beinhaltete 6 Röhren (und umfasste gewöhnlich nur 6 Oktaven (FF – f4) und war nur in Mahagoni gestaltet). Auch gestaltete Stodart die Deckelklappen bei diesen Instrumenten immer sehr unterschiedlich. Beide Modelle konnten mit unterschiedlichen Deckelklappen bestellt werden (einfacher Verschluss mit Klappenbrett (wie bei den frühen Flügeln) oder mit einer gedrehten, nach hinten versenkbaren Klappe).

 

 

Weitere erhaltene Instrumente von William Stodart & Son:

 

 

William Stodart, London ca. 1828 – Eric Feller Collection

William Stodart, London ca. 1828 – Eric Feller Collection

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Friedrich Kuhlbörs ca. 1805 https://www.ericfeller.de/instrumente/friedrich-kuhlboers-c-1805/ Thu, 16 Nov 2017 14:24:11 +0000 http://www.ericfeller.de/?post_type=instrumente&p=256 Dieser frühe Hammerflügel von Friedrich Kuhlbörs ist einer von wenigen erhaltenen Hammerflügeln dieses herausragenden Klavierbauern. Der Flügel wurde noch nie vorher restauriert und zeigte sich in absolutem Originalzustand mit der originalen Besaitung. Er ist absolut baugleich wie das Instrument in Kloster Michaelstein Blankenburg. Beide Instrumente sind nur 6 Seriennummern voneinander entfernt. Der Korpus des Instrumentes […]

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Dieser frühe Hammerflügel von Friedrich Kuhlbörs ist einer von wenigen erhaltenen Hammerflügeln dieses herausragenden Klavierbauern. Der Flügel wurde noch nie vorher restauriert und zeigte sich in absolutem Originalzustand mit der originalen Besaitung. Er ist absolut baugleich wie das Instrument in Kloster Michaelstein Blankenburg. Beide Instrumente sind nur 6 Seriennummern voneinander entfernt.

Der Korpus des Instrumentes ist aus Walnuss mit einer umlaufenden Einlegearbeit und steht auf vier sich nach unten verjüngenden Beinen, die mit einer Ledereinlage verziert sind. Zwei eiserne Scharniere halten den Deckel, an der Front ist eine kleine Einlegearbeit am Schloss des Flügels aus Bein angebracht.

Die Tastatur ist aus Ochsenknochen und Ebenholz gearbeitet, die Hämmer sind mit Leder bezogen, der Saitenbezug 2 und 3 chörig und das Instrument verfügt über eine Stiefeldämpfung mit Dockenleiste.

Am Korpusboden sind drei Kniehebel für Dämpfungsaufhebung, Verschiebung und Moderator angebracht. Die beiden Backenklötze sind mit Messingknöpfen verziert und auf dem Stimmstock sind links und rechts zwei originale Kerzenhalter angebracht.

Das Vorsatzbrett ist mit unterschiedlichen Hölzern eingelegt und trägt die Inschrift:

„Friedr. Kuhlbörs sen.

Instrumentenmachen

in

Breslau“

Im Inneren des Flügels befindet sich ein eingeklebtes originales Papierschild mit der Seriennummer und der Aufschrift:

„No. 382

Friedr. Kuhlbörs sen:

Orgel

und Instrumentenmacher

in

Breslau“

Bei der Untersuchung des Instrumentes fand sich außerdem im Inneren des Flügels (weit hinter der Mechanik verkeilt) der originale Stimmschlüssel mit den eingebrannten Initialen „W. v B.“ Eine weitere Untersuchung zu dem Instrument und Erstbesitz dauert aktuell noch an.

Von der Bauart des Flügels ist das Instrument in vielen Teilen der frühen Wiener Instrumente um 1790 ähnlich. Die Tastatur ist nicht hervorspringend und mit abgeschrägten Kanten versehen. Der Korpus ist in der eckigen Form gehalten und hat vier Beine. Einzig der große Umfang von 6 Oktaven (FF – f4) lässt eine Datierung um 1805 zu. Der bisher älteste erhaltene Flügel von Friedrich Kuhlbörs befindet sich heute in der „St Cecilia’s Hall of Musical Instruments“ in Edinburgh. Laut Martha Novak Clinkscale ist der Flügel auf 1800 datiert. Diese Datierung kann jedoch nicht stimmen. Das Instrument trägt die Seriennummer 69. Da Kuhlbörs nachweislich mit seiner Werkstatt ab 1790 tätig war, ist anzunehmen, dass der Flügel noch vor 1800 gebaut wurde. Auch durch die leichten Bauart und den Umfang der Klaviatur zeigt der Flügel in Edinburgh Merkmale, die eine Entstehung vor 1800 zulassen.

 

 

Über Friedrich Kuhlbörs ist bisher nur sehr wenig bekannt. Er lebte von 1765 bis 1832 und war seit 1790 in Breslau als Klavierbauer tätig. Sein Sohn Friedrich Wilhelm Kuhlbörs war ebenfalls Instrumentenbauer und erhielt seinen Meisterbrief 1828. Es ist anzunehmen, dass er dann in der Firma seines Vaters arbeitete und diese nach dessen Tod fortführte.

 

 

Weitere erhaltene Instrumente von Friedrich Kuhlbörs:

 

Friedrich Kuhlbörs, Breslau ca. 1805 - Eric Feller Collection - Vorsatzbrett

Friedrich Kuhlbörs, Breslau ca. 1805 – Eric Feller Collection – Vorsatzbrett

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John Broadwood and Son 1799 https://www.ericfeller.de/instrumente/john-broadwood-and-son-1799-2/ Wed, 15 Nov 2017 18:18:20 +0000 http://www.ericfeller.de/?post_type=instrumente&p=255 Dieses Tafelklavier von John Broadwood and Son stammt aus dem Jahr 1799. Es ist in allen Teilen gleich wie das ein Jahr später gebaute Instrument in der Eric Feller Collection. Der Korpus des Instrumentes ist aus Mahagoni mit umlaufenden Bandintarsien in unterschiedlichen Hölzern. Das Instrument selbst liegt auf einem „French-Stand“ mit vier Messingrollen auf, das […]

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Dieses Tafelklavier von John Broadwood and Son stammt aus dem Jahr 1799. Es ist in allen Teilen gleich wie das ein Jahr später gebaute Instrument in der Eric Feller Collection.

Der Korpus des Instrumentes ist aus Mahagoni mit umlaufenden Bandintarsien in unterschiedlichen Hölzern. Das Instrument selbst liegt auf einem „French-Stand“ mit vier Messingrollen auf, das unter dem Instrument ein eingearbeitet „music-shelf“ hat. An den Seiten sind jeweils runde Messingapplikationen zum Abdecken der Schrauben des Gestells.

Die Untertasten sind mit Elfenbein und die Obertasten mit Ebenholz belegt.

Das Vorsatzbrett ist in unterschiedlichen Hölzern gearbeitet und ist in einer Kartusche signiert mit:

„John Broadwood and Son.

Makers to his Majesty and the Princeses

Great Pulteney Street London 1799 Golden Square.“

Das Instrument verfügt über ein Pedal zur Dämpfungsaufhebung und ist zweichörig besaitet. Bei der Mechanik handelt es sich um die einfache single action mit belederten Hämmerchen und den für Broadwood typischen Unterdämpfern (die Unterdämpfer Mechanik wurde von Broadwood im Jahr 1783 patentiert).

 

 

John Broadwood wurde am 6. Oktober 1732 in Oldhamstocks in der Nähe von Cockburnspath in Schottland geboren. Er erlernte den Beruf des Möbeltischlers wie schon sein Vater zuvor.

Im Jahr 1761 begann er bei Burkat Shudi (1702 – 1773) in London zu arbeiten und wurde 1770 sein Geschäftspartner. 1771 eröffnete er sein eigenes Geschäft in der Great Pulteney Street in London. John Broadwood heiratete 1769 Burkat Shudis Tochter Barbara in erster Ehe und hatte mit ihr vier Kinder. Nach dem frühen Tode (1776) seiner Frau heiratete er in zweiter Ehe 1781 Mary Kitson und hatte mit ihr sechs Kinder. Er starb am 17. Juli 1812 in London.

 

 

Weitere erhaltene Instrumente von John Broadwood and Son:

  • 1798 Tafelklavier (No. 4200) National Museum of American History, Washington USA
  • 1791 Tafelklavier (No. 1552) Kenwood House, Hampstead UK
  • 1795 Tafelklavier (No. 2844) Sammlung Richard Burnett Finchcocks, Goudhurst UK

 

 

 

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John Crang Hancock ca. 1790 https://www.ericfeller.de/instrumente/john-crang-hancock-ca-1790/ Tue, 14 Nov 2017 19:48:13 +0000 http://www.ericfeller.de/?post_type=instrumente&p=254 Dieses seltene Tafelklavier aus der Zeit um 1785 – 1790 stellt eine absolute Besonderheit dar: Es ist bislang das einzige erhalten Instrument mit einer von John Crang Hancock neu erfundenen Mechanik in Tafelklavierform. Die Korpuswände bestehen aus mahagonifurnierter Eiche. Eingelegte Adern aus Buchsbaum und Ebenholz schmücken die Flächen. Die Wirbel stehen ohne Abwinklung in linearen […]

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Dieses seltene Tafelklavier aus der Zeit um 1785 – 1790 stellt eine absolute Besonderheit dar: Es ist bislang das einzige erhalten Instrument mit einer von John Crang Hancock neu erfundenen Mechanik in Tafelklavierform.

Die Korpuswände bestehen aus mahagonifurnierter Eiche. Eingelegte Adern aus Buchsbaum und Ebenholz schmücken die Flächen. Die Wirbel stehen ohne Abwinklung in linearen Vierer-Reihen am äußeren rechten Rand.

Die Signatur auf dem Vorsatzbrett lautet:

„By Royal Patent Crang Hancock London“

Der Steg enthält an beiden Enden eine untere Auskehlung, um hierdurch den effektiven Abstand zum Rand zu vergrößern. Der Unterboden ist aus Fichte.

 

Mit dem Patent des „spring key touch“ gelang es Hancock, den Anschlag durch Federkraft leichtgängig zu machen. Auf der Taste befindet sich hinten eine Feder, welche die Taste in ihre Ausgangsposition zurückdrückt. Gleichfalls auf der Taste steht beweglich in einem Lederscharnier ein runder Holzstößer-Stab, der als Auslöser fungiert und mit einer Feder nach oben angedrückt wird. Die Hammerstiele werden beim Rückfall mit einem gespannten Filzstreifen aufgefangen.

 

 

John Crang Hancock war in der Zeit von 1777 bis 1792 in London tätig (vgl.: Boalch 3, S. 78). Er hatte seine erste Werkstatt in der Parliament Street No. 32 in Westminster, später arbeitete er in der Wych Street No. 82, St. Clement Danes.

Die Londoner Patentrolle Nummer 1743 vom 10. Mai 1790 nennt John Crang Hancock als Erfinder einer Mechanik mit zwei Federn auf der Taste, genannt „spring key touch„. Das Vorsatzbrett nennt an erster Stelle das „Royal Patent„.

Eine Mechanik mit dem „spring key touch“ findet sich in einem Querflügel von Hancock von 1782 (vgl.: Harding 1978, S. 60).

Am 4. Dezember 1791 inseriert Hancock im „Observer“ seine Instrumente wie folgt:

„The Ladys are respectfully informed, that a most capital collection of grand and portable pianofortes possessing unequalled brilliancy and sweetness of tone, are on sale as above, price from twenty to eighty guineas each„.

 

Von John Crang Hancock sind mehrere Hammerklaviere in der Form eines Querflügels erhalten. Zwei solcher sogenannter Querflügel wurden 1885 in der International Inventions Exhibition in London ausgestellt: einer von 1779 (Besitzer: A. M. Lawrence), der andere von 1787 (Besitzer: Broadwood).

Bislang sind heute, bis auf dieses eine Tafelklavier, keine weiteren Instrumente in Tafelklavierform erhalten.

 

 

Weitere erhaltene Instrumente von John Crang Hancock:

  • 1790 Flügel – Cobbe Collection Trust Hatchlands Park, England
  • 1782 Traversflügel – Colt Clavier Collection Bethersden, England

 

John Crang Hancock, London ca. 1790 – Eric Feller Collection – Mechanik

 

Dieses Tafelklavier ist im Museum Kellinghusen „betont – Ton und Tasten Museum“ in der Dauerausstellung ausgestellt!

 

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Joseph Grus ca. 1820 https://www.ericfeller.de/instrumente/joseph-grus-c-1820/ Tue, 14 Nov 2017 18:22:53 +0000 http://www.ericfeller.de/?post_type=instrumente&p=249 Dieses Tafelklavier ist ein typischer Vertreter der französischen Empire-Instrumente aus dem Anfang des 19. Jahrhunderts. Das Instrument wurde um 1820 gebaut und besticht durch seine klare Eleganz und seinen feinen Klang. Der Korpus ist aus Mahagoni und mit Bronzeapplikationen an den Säulenbeinen verziert. Die Klaviatur umfasst 6 Oktaven, die Untertasten sind mit Elfenbein und die […]

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Dieses Tafelklavier ist ein typischer Vertreter der französischen Empire-Instrumente aus dem Anfang des 19. Jahrhunderts. Das Instrument wurde um 1820 gebaut und besticht durch seine klare Eleganz und seinen feinen Klang.

Der Korpus ist aus Mahagoni und mit Bronzeapplikationen an den Säulenbeinen verziert.

Die Klaviatur umfasst 6 Oktaven, die Untertasten sind mit Elfenbein und die Obertasten mit Ebenholz belegt.

Das Vorsatzbrett ist in unterschiedlichen Hölzern gearbeitet und ist in einer Kartusche signiert mit:

„Joseph Grus

Rue St. Louis No. 60 au Marais

á Paris.”

Auf dem Resonanzboden neben dem Steg befindet sich eine handschriftliche Signatur.

Das Instrument verfügt über vier Pedale (Dämpfungsaufhebung, Laute, Sordine und doppelte Sordine). Bei der Mechanik handelt es sich um eine second action. Das Instrument ist zweichörig besaitet und über der Mechanik liegt der originale Staubboden.

 

 

Über Joseph Grus ist nur sehr wenig bekannt. Die Firma wurde laut R. Harding 1805 in Paris gegründet. Grus präsentierte 1823 ein aufrechtes Klavier auf der Pariser Ausstellung. 1832 erhielt er ein Patent (No. 3462) über einen vergrößerten Resonanzboden.

 

 

Weitere erhaltene Instrumente von Joseph Grus:

  • Bisher sind keine weiteren Instrumente bekannt.

 

 

 

Tafelklavier Joseph Grus, Paris ca. 1820

 

Tafelklavier Joseph Grus, Paris ca. 1820

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Longman, Lukey and Co. 1769 – 1773 https://www.ericfeller.de/instrumente/longman-lukey-and-co-1769-1773/ Tue, 14 Nov 2017 14:08:46 +0000 http://www.ericfeller.de/?post_type=instrumente&p=246 Dieses ist das zweite Exemplar in der Eric Feller Collection, welches aus der Anfangszeit der Firma Longman & Broderip stammt. Der Korpus ist aus Mahagoni und mit Bandintarsien umrahmt. Links neben der Klaviatur sind drei Handregisterzüge für eine geteilte Dämpfungsaufhebung und Laute. Ferner verfügte das Instrument über ein Pedal/Kniehebel für einen Deckelschweller. Das Instrument verfügt […]

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Dieses ist das zweite Exemplar in der Eric Feller Collection, welches aus der Anfangszeit der Firma Longman & Broderip stammt.

Der Korpus ist aus Mahagoni und mit Bandintarsien umrahmt. Links neben der Klaviatur sind drei Handregisterzüge für eine geteilte Dämpfungsaufhebung und Laute. Ferner verfügte das Instrument über ein Pedal/Kniehebel für einen Deckelschweller.

Das Instrument verfügt über eine einfache englische Single Action und ist durchgehend zweichörig besaitet.

Die Tasten sind aus Elfenbein und Ebenholz gefertigt, wobei die Untertasten jeweils noch mit einer zusätzlichen Doppeleinkerbung verziert sind, die mit Eisengallustinte eingefärbt wurde. Dieses Detail ist als Verzierungselement bei Tasten von Cembali sehr gebräuchlich gewesen und findet sich hier als dekoratives Überbleibsel.

Das Vorsatzbrett trägt die Aufschrift:

„Longman and Lukey & Co. Cheapside London“

Weiterhin befindet sich im Inneren eine Signatur, die bei der Reinigung und Untersuchung zum Vorschein kam:

„Tuned & Cleaned by me /

this 7. of Febry 1814 /

Ro Ellis

Organist Beaumont”

Mit “Beaumont” ist der Ort Beaumont in der Grafschaft Cumbria in England gemeint. Es ist anzunehmen, dass das Instrument dem damaligen Organisten R. Ellis gehörte. Weitere Nachforschungen dazu sind veranlasst.

 

Detaillierte Informationen über die Firma Longman & Broderip finden Sie hier!

 

Weitere erhaltene Instrumente von Longman and Lukey & Co.:

 

 

Longman, Lukey and Co. 1769 – 1773 – Vorsatzbrett

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John Broadwood and Son 1800 https://www.ericfeller.de/instrumente/john-broadwood-and-son-1800/ Tue, 14 Nov 2017 12:59:00 +0000 http://www.ericfeller.de/?post_type=instrumente&p=245 Die Instrumente von John Broadwood waren im späten 18. und frühen 19. Jahrhundert sehr begehrt. Demzufolge wurde eine große Anzahl dieser Instrumente hergestellt, um die große Nachfrage an den „neuen“ Klavieren decken zu können. Der Korpus des Instrumentes ist aus Mahagoni mit umlaufenden Bandintarsien in unterschiedlichen Hölzern. Das Instrument selbst liegt auf einem „French-Stand“ mit […]

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Die Instrumente von John Broadwood waren im späten 18. und frühen 19. Jahrhundert sehr begehrt. Demzufolge wurde eine große Anzahl dieser Instrumente hergestellt, um die große Nachfrage an den „neuen“ Klavieren decken zu können.

Der Korpus des Instrumentes ist aus Mahagoni mit umlaufenden Bandintarsien in unterschiedlichen Hölzern. Das Instrument selbst liegt auf einem „French-Stand“ mit vier Messingrollen auf, das unter dem Instrument ein eingearbeitet „music-shelf“ hat. An den Seiten sind jeweils runde Messingapplikationen zum Abdecken der Schrauben des Gestells. Die Untertasten sind mit Elfenbein und die Obertasten mit Ebenholz belegt.

Das Instrument verfügt über ein Pedal zur Dämpfungsaufhebung. Bei der Mechanik handelt es sich um die einfache single action mit belederten Hämmerchen und den für Broadwood typischen Unterdämpfern (die Unterdämpfer Mechanik wurde von Broadwood im Jahr 1783 patentiert). Das Instrument ist zweichörig besaitet und über der Mechanik liegt das originale dust-cover, welches mit grüner Seide bespannt ist. Auf der Unterseite des dust-covers finden sich unterschiedliche handschriftliche Eintragungen mit Tinte. Zu finden sind Gedichte und kleine Tagebucheintragungen über das alltägliche Leben auf dem Land, die größtenteils in Reimform geschrieben sind. Auch taucht der Name „Betsy Ellis“ häufiger auf. Es ist anzunehmen, dass das Instrument aus ihrem Besitz stammt und im Laufe der Zeit immer wieder von ihr beschrieben wurde.

 

Das Vorsatzbrett ist in unterschiedlichen Hölzern gearbeitet und ist in einer Kartusche signiert mit:

„John Broadwood and Son.

Makers to his Majesty and the Princeses

Great Pulteney Street London 1800 Golden Square.“

Weiterhin findet sich unter dem dust-cover mit Tinte die Seriennummer: 5507.

Auf dem rechten Korpusrand sind die Initialen „B. L.“ eingeprägt. Die 58. Taste ist handschriftlich mit einem „B“ signiert.

 

 

John Broadwood wurde am 6. Oktober 1732 in Oldhamstocks in der Nähe von Cockburnspath in Schottland geboren. Er erlernte den Beruf des Möbeltischlers wie schon sein Vater zuvor.

Im Jahr 1761 begann er bei Burkat Shudi (1702 – 1773) in London zu arbeiten und wurde 1770 sein Geschäftspartner. 1771 eröffnete er sein eigenes Geschäft in der Great Pulteney Street in London. John Broadwood heiratete 1769 Burkat Shudis Tochter Barbara in erster Ehe und hatte mit ihr vier Kinder. Nach dem frühen Tode (1776) seiner Frau heiratete er in zweiter Ehe 1781 Mary Kitson und hatte mit ihr sechs Kinder. Er starb am 17. Juli 1812 in London.

 

Weitere erhaltene Instrumente von John Broadwood and Son:

  • 1798 Tafelklavier (No. 4200) National Museum of American History, Washington USA
  • 1791 Tafelklavier (No. 1552) Kenwood House, Hampstead UK
  • 1795 Tafelklavier (No. 2844) Sammlung Richard Burnett Finchcocks, Goudhurst UK

 

Staubboden John Broadwood and Son, London 1800 – Eric Feller Collection

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Christopher Ganer ca. 1785 https://www.ericfeller.de/instrumente/christopher-ganer-c-1785/ Sun, 12 Nov 2017 23:37:23 +0000 http://www.ericfeller.de/?post_type=instrumente&p=235 Christopher Ganer gehörte zu den in der Literatur erwähnten „12 Apostel„, die Mitte der 1760er Jahre nach England ausgewandert waren. Dieses Tafelklavier verdeutlicht die stetige Weiterentwicklung der Instrumente gegen Ende des 18. Jahrhunderts. Im Vergleich zu dem Tafelklavier aus dem Jahr 1780 (klicken Sie hier) in der Eric Feller Collection zeichnet sich dieses Instrument durch […]

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Christopher Ganer gehörte zu den in der Literatur erwähnten „12 Apostel„, die Mitte der 1760er Jahre nach England ausgewandert waren. Dieses Tafelklavier verdeutlicht die stetige Weiterentwicklung der Instrumente gegen Ende des 18. Jahrhunderts. Im Vergleich zu dem Tafelklavier aus dem Jahr 1780 (klicken Sie hier) in der Eric Feller Collection zeichnet sich dieses Instrument durch einen größeren Umfang und der Weiterentwicklung in der Mechanik von der Single Action zur Second Action aus.

Der Korpus des Instrumentes und das passende originale Gestell sind aus Mahagoni und mit Intarsien verziert. Das Gestell verfügt darüber hinaus über ein so genanntes „music shelf„. Die Untertasten sind mit Elfenbein und die Obertasten mit Ebenholz belegt. Das Vorsatzbrett ist signiert mit:

„Christopher Ganer

Grand and Small Forte-Piano and Harp Maker

Broad Street Golden Square

London.“

Weiterhin ist erste Taste gestempelt mit „M“ und „5“. Im Inneren befinden sich zwei Registerzüge für Dämpfungsaufhebung und Lautenzug. Die Hämmerchen sind mit Leder bezogen und das Instrument ist zweichörig besaitet. Bei der Mechanik handelt es sich um die Englische second action.

Christopher Ganer c. 1785 - Inscription on Nameboard - Eric Feller Collection

Tafelklavier Christopher Ganer c. 1785 – Signatur – Eric Feller Collection

 

Christopher Ganer wurde um 1750 in Leipzig geboren. Wie viele Instrumentenbauer verließ er den Kontinent und ist ab 1774 in England als Cembalo- und Klavierbauer (ebenso auch als Harfenbauer ab ca. Mitte der 1780er Jahre – siehe die Signatur auf dem Vorsatzbrett „Harp Maker“) nachweisbar. Zu dieser Zeit befand sich seine Werkstatt in der Broad Street No. 22, Golden Square, später dann in der Broad Street No. 47. 1774 heiratete er Lydia Willey und hatte vier Töchter und einen Sohn, der jedoch im Kindesalter starb.

Besonders bei den Instrumenten von Christopher Ganer ist, dass er neben den typischen „trestle-stands“ auch die ab 1777/78 in Mode kommenden „French-stands“ baute. Seine Fähigkeiten als ausgezeichneter Möbelschreiner ließen ihn besonders elegante und mit ausgesuchten Intarsien verzierte Instrumente bauen. Alle seine Instrumente sind individuell gestaltet und keines gleicht dem Anderen. Bis ca. 1784 datierte Ganer seine Instrumente immer mit der lateinischen Aufschrift „Christopher Ganer Londini Fecit“. Laut Literatur starb er 1811 (in einigen Quellen auch 1818).

 

 

Weitere erhaltene Instrumente von Christopher Ganer:

 

 

 

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Charles Louis Howard ca. 1825 https://www.ericfeller.de/instrumente/charles-louis-howard-ca-1825/ Sun, 12 Nov 2017 22:41:48 +0000 http://www.ericfeller.de/?post_type=instrumente&p=233 Dieses Tafelklavier stammt aus der berühmten Schweizer Instrumentenbauerfamilie Hauert und wurde um 1825 in Bern gefertigt. Der Korpus des Instrumentes und die dazu passenden originalen Beinen sind aus Mahagoni. Auf der Vorderseite ist eine bronzene Applikation am Schloss angebracht. Auf dem Vorsatzbrett befindet sich eine Keramikkartusche mit der Aufschrift: „Charles Louis Howard Facteur de Forte […]

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Dieses Tafelklavier stammt aus der berühmten Schweizer Instrumentenbauerfamilie Hauert und wurde um 1825 in Bern gefertigt. Der Korpus des Instrumentes und die dazu passenden originalen Beinen sind aus Mahagoni. Auf der Vorderseite ist eine bronzene Applikation am Schloss angebracht. Auf dem Vorsatzbrett befindet sich eine Keramikkartusche mit der Aufschrift:

„Charles Louis

Howard

Facteur de Forte Piano

A Berne“

Hauert folgte der damaligen Mode und signierte in Französisch. Die originale Tastatur hat einen Umfang von 6 Oktaven. Die Untertasten sind mit Elfenbein belegt und die Obertasten aus Ebenholz.

Das Tafelklavier verfügt über zwei Pedale (Dämpfungsaufhebung, Sordine) und wurde aufwändig restauriert. Sämtliche Substanz konnte erhalten werden.

 

 

Charles Louis Howard (Carl Ludwig Hauert) wurde am 1. Oktober 1785 in Bern geboren. Er war das fünfte Kind von Joseph Hauert, einem Mitglied der bedeutenden Schweizer Klavierbauerfamilie.

Am 22. Juni 1826 heiratete er Maria Catharina Huber (1801 – 1829), die bei der Geburt zusammen mit ihrem ersten Sohn starb. Am 22. Oktober 1831 heiratete er Rosina Catharina Könnenkamp (1801 – 1847). Nach deren Tod heiratet er ein drittes Mal am 10. Juli 1849 Elise Borle (1826 – 1869). Auch diese Ehe blieb kinderlos.

Zusammen mit Carl Christoph Kützing gründete er die Firma Howard & Kützing. Er starb am 27. März 1863.

 

 

Weitere erhaltene Instrumente von Charles Louis Howard:

 

 

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John Broadwood and Sons 1814 https://www.ericfeller.de/instrumente/john-broadwood-and-sons-1814/ Sun, 12 Nov 2017 16:29:25 +0000 http://www.ericfeller.de/?post_type=instrumente&p=232 Dieses elegante Tafelklavier im „Regency-Stil“ aus dem Jahr 1814 ist ein typisches Instrument des frühen 19. Jahrhunderts, wie es in sehr wohlhabenden Haushalten zu finden war. Der Korpus des Instrumentes ist aus Mahagoni und Palisander mit umlaufenden Bandintarsien in Messing. Das Instrument steht auf 6 gedrechselten Beinen mit Messingrollen und feuervergoldeten Bronzeringen. Das gesamte Instrument […]

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Dieses elegante Tafelklavier im „Regency-Stil“ aus dem Jahr 1814 ist ein typisches Instrument des frühen 19. Jahrhunderts, wie es in sehr wohlhabenden Haushalten zu finden war.

Der Korpus des Instrumentes ist aus Mahagoni und Palisander mit umlaufenden Bandintarsien in Messing. Das Instrument steht auf 6 gedrechselten Beinen mit Messingrollen und feuervergoldeten Bronzeringen. Das gesamte Instrument ist von der Form und Ausstattung im typischen „Regency-Stil“ gehalten.

Die Untertasten sind mit Elfenbein und die Obertasten mit Ebenholz belegt. Das Instrument verfügt über ein hölzernes Pedal zur Dämpfungsaufhebung. Bei der Mechanik handelt es sich um eine double action mit belederten Hämmerchen und Einzeldämpfern. Das Instrument ist zweichörig besaitet.

Das Vorsatzbrett ist in unterschiedlichen Hölzern gearbeitet und in einer Kartusche signiert:

„John Broadwood and Sons.

Makers to his Majesty and the Princesses

Great Pulteney Street London Golden Square.“

Die Seriennummer befindet sich auf dem Stimmstock im Inneren des Instrumentes und lautet: 18242. Anhand dieser Seriennummern lässt sich das Baujahr 1814 ableiten.

Die Firma John Broadwood produzierte verschiedene Modelle von Tafelklavieren. Je nach Ausführung und verwendeten Hölzern variierten die Preise. Bei diesem Tafelklavier hier muss es sich um eines der teuren Modelle handeln. Die Standardausführungen waren meist in Mahagoni gehalten und nur schlicht mit einigen Bandintarsien verziert. Die Verwendung von Palisander und Messingintarsien sind deutliche Zeichen für ein hochpreisiges Instrument.

 

 

John Broadwood wurde am 6. Oktober 1732 in Oldhamstocks in der Nähe von Cockburnspath in Schottland geboren. Er erlernte den Beruf des Möbeltischlers wie schon sein Vater zuvor.

Im Jahr 1761 begann er bei Burkat Shudi (1702 – 1773) in London zu arbeiten und wurde 1770 sein Geschäftspartner. 1771 eröffnete er sein eigenes Geschäft in der Great Pulteney Street in London. John Broadwood heiratete 1769 Burkat Shudis Tochter Barbara in erster Ehe und hatte mit ihr vier Kinder. Nach dem frühen Tode (1776) seiner Frau heiratete er in zweiter Ehe 1781 Mary Kitson und hatte mit ihr sechs Kinder. Er starb am 17. Juli 1812 in London.

 

Weitere erhaltene Instrumente von John Broadwood and Sons:

  • 1814 Tafelklavier (No. 8666) – Stanford University Department of Music, Stanford USA
  • 1816 Tafelklavier (No. 20108) – Banchory Crathes Castle, The National Trust for Scotland, UK
  • 1816 Tafelklavier (No. 20953) – Tredegar House, Newport UK

 

 

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Johannes Zumpe für Longman and Lukey & Co. 1769 https://www.ericfeller.de/instrumente/johannes-zumpe-longman-and-lukey-co-1769/ Sun, 12 Nov 2017 14:45:54 +0000 http://www.ericfeller.de/?post_type=instrumente&p=231 Dieses Tafelklavier aus der Anfangszeit der Firma Longman & Broderip ist eines der seltensten Instrumente – es ist das bisher einzige Instrument, welches von Zumpe signiert ist und stellt somit den bisher einzigen Beweis, dass Johannes Zumpe auch für Longman gearbeitet hat. Der Korpus ist aus Mahagoni und mit Bandintarsien umrahmt. Links neben der Klaviatur […]

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Dieses Tafelklavier aus der Anfangszeit der Firma Longman & Broderip ist eines der seltensten Instrumente – es ist das bisher einzige Instrument, welches von Zumpe signiert ist und stellt somit den bisher einzigen Beweis, dass Johannes Zumpe auch für Longman gearbeitet hat.

Der Korpus ist aus Mahagoni und mit Bandintarsien umrahmt. Links neben der Klaviatur sind drei Handregisterzüge für eine geteilte Dämpfungsaufhebung und Laute.

Das Instrument verfügt über eine einfache englische Single Action und ist durchgehend zweichörig besaitet.

Die Tasten sind aus Elfenbein und Ebenholz gefertigt, wobei die Untertasten jeweils noch mit einer zusätzlichen Doppeleinkerbung verziert sind, die mit Eisengallustinte eingefärbt wurde. Dieses Detail ist als Verzierungselement bei Tasten von Cembali sehr gebräuchlich gewesen und findet sich hier als dekoratives Überbleibsel.

Das Instrument wurde 1769 gefertigt, da sich im Inneren eine Signatur von Johannes Zumpe befindet mit der Jahreszahl 1769.

Das Vorsatzbrett trägt die Aufschrift:

„Longman and Lukey & Co. Cheapside London“

 

Es wurde oft vermutet, dass eventuell auch Zumpe für Longman gearbeitet haben soll. Aus Aufzeichnungen geht hervor, dass beispielsweise Christopher Ganer für die Firma arbeitete. Dieses Tafelklavier tritt den Beweis an, dass Zumpe Instrumente nicht nur über seine eigene Firma baute und verkaufte, sondern auch Longman beliefert haben muss. Es gibt mehrere Möglichkeiten, wie es zu einer solchen Zusammenarbeit kam. Es ist anzunehmen, dass Zumpe sich durch die Zusammenarbeit größeren Profit versprach aber auch eine größere Verbreitung und Werbung der „neuen Pianoforte“, die zu der damaligen Zeit groß in Mode kamen. Eine andere Möglichkeit lässt vermuten, dass diese Zusammenarbeit nur kurzweilig war, da Zumpes eigene Werkstatt schnell Erfolg hatte. Da sich der Klavierbau 1769 noch in der Anfangszeit befand, die Anfrage an Instrumenten aber immer größer wurde, könnte es auch sein, dass Zumpe bei „Engpässen“ und zu großer Nachfrage Longman belieferte oder diese Instrumente von Zumpe im Einzelfall kauften und unter ihrem Label wieder verkauften. Es gibt keine Aufzeichnungen darüber, dass Zumpe regelmäßige Zahlungen erhielt wie beispielsweise Christopher Ganer.

 

Detaillierte Informationen über die Firma Longman & Broderip finden Sie hier!

 

Weitere erhaltene Instrumente von Longman and Lukey & Co.:

 

 

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Longman and Broderip 1776 – 1782 https://www.ericfeller.de/instrumente/longman-and-broderip-1776-1782/ Sun, 12 Nov 2017 13:05:38 +0000 http://www.ericfeller.de/?post_type=instrumente&p=229 Eine der wichtigen Klavierfirmen neben J. Broadwood im späten 18. Jahrhundert war die Firma Longman & Broderip. Sie ließ Instrumente in Fremdarbeit fertigen und verkaufte diese dann unter ihrem Namen. Eines dieser Beispiele ist das vorliegende Tafelklavier. Der Korpus und das originale Gestell sind aus Mahagoni und mit Bandintarsien umrahmt. Im Gestell ist auf der […]

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Eine der wichtigen Klavierfirmen neben J. Broadwood im späten 18. Jahrhundert war die Firma Longman & Broderip. Sie ließ Instrumente in Fremdarbeit fertigen und verkaufte diese dann unter ihrem Namen. Eines dieser Beispiele ist das vorliegende Tafelklavier.

Der Korpus und das originale Gestell sind aus Mahagoni und mit Bandintarsien umrahmt. Im Gestell ist auf der linken Seite ein geschwungenes Holzpedal für den Lautenzug eingearbeitet. Links neben der Klaviatur sind zwei Handregisterzüge für eine geteilte Dämpfungsaufhebung.

Das Instrument verfügt über eine einfache englische Single Action und ist durchgehend zweichörig besaitet.

Die Tasten sind aus Elfenbein und Ebenholz gefertigt, wobei die Untertasten jeweils noch mit einer zusätzlichen Doppeleinkerbung verziert sind, die mit Eisengallustinte eingefärbt wurde. Dieses Detail ist als Verzierungselement bei Tasten von Cembali sehr gebräuchlich gewesen und findet sich hier als dekoratives Überbleibsel.

Dieses Instrument konnte auf die Zeit zwischen 1776 und Dezember 1782 datiert werden.

Das Vorsatzbrett trägt die Aufschrift:

„Longman and Broderip Musical Instrument Makers ⁄

N° 26 Cheapside London“

Da die Firma ab 1782 die Instrumente auf dem Vorsatzbrett auch mit der zweiten Adresse („No. 13 Haymarket London“ – ab Dezember 1782 eröffnete Zweigstelle) signiert wurden, konnte die genaue Datierung gegeben werden.

Der Erhaltungszustand war außergewöhnlich gut und das gesamte Instrument befand sich im absoluten Originalzustand und wurde offensichtlich zuvor noch nie überarbeitet.

 

Detaillierte Informationen über die Firma Longman & Broderip finden Sie hier!

 

Weitere erhaltene Instrumente von Longman & Broderip:

  • ca. 1780 Tafelklavier  – Richard Burnett, Finchcocks, UK
  • ca. 1795 Tafelklavier – Victoria and Albert Museum, London UK

 

 

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Johannes Broadwood 1790 https://www.ericfeller.de/instrumente/johannes-broadwood-1790/ Sat, 11 Nov 2017 12:55:53 +0000 http://www.ericfeller.de/?post_type=instrumente&p=226 Ein sehr frühes Beispiel der exquisiten Tafelklaviere von John Broadwood ist hier zu sehen. Der Korpus des Instrumentes ist aus Mahagoni mit umlaufenden Einlegearbeiten in unterschiedlichen Hölzern. Das Instrument selbst liegt auf dem originalen trestle-stand auf, welches ebenfalls in Mahagoni gefertigt worden ist. Im Inneren befindet sich der originale Staubboden, dass so genannte „dust-dover“, welches […]

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Ein sehr frühes Beispiel der exquisiten Tafelklaviere von John Broadwood ist hier zu sehen.

Der Korpus des Instrumentes ist aus Mahagoni mit umlaufenden Einlegearbeiten in unterschiedlichen Hölzern. Das Instrument selbst liegt auf dem originalen trestle-stand auf, welches ebenfalls in Mahagoni gefertigt worden ist.

Im Inneren befindet sich der originale Staubboden, dass so genannte „dust-dover“, welches sich über der Mechanik und dem Resonanzboden befindet. Auf der Unterseite ist dieses mit vielen handschriftlichen Eintragungen in Tinte und Bleistift beschrieben. Daraus geht hervor, dass das Instrument in Liverpool mehrere Male verkauft worden ist. Hier zeigt sich deutlich, dass damals der Handel mit gebrauchten Instrumenten sehr florierte.

Am Ende des Stimmstockes befindet sich die Seriennummer 1331. Das Instrument verfügt über eine single action und die typischen Broadwood Unterdämpfer (die Unterdämpfer-Mechanik wurde von Broadwood im Jahr 1783 patentiert – deshalb auch die Bezeichnung „Patent“ auf dem Vorsatzbrett).

Die Signatur und Form des Vorsatzbrettes mit

„Johannes Broadwood Londini fecit 1790 Patent

Great Pulteney Street Golden Square”

wurde von 1783 bis 1793 verwendet (vgl. dazu den Hammerflügel von Johannes Broadwood aus dem Jahre 1792 in der Sammlung – klick hier).

 

Vorsatzbrett Johannes Broadwood Tafelklavier 1790 – Eric Feller Collection

 

 

Die Signatur „John Broadwood and Son“ lässt sich ab 1794 nachweisen, nachdem John Broadwoods Sohn James Shudi Broadwood (1772 – 1851) in die Firma einstieg.

Am inneren Korpusrand ist der originale Wartungshinweis zu finden. Er ist in englischer und französischer Sprache gehalten und enthält folgenden Text:

„If any of the Dampers should rattle, put

a little oil in the Center. And if any Ham-

mer should stick, press the Pin that guides

it on one Side or the other, till it plays free.”

Die gleichzeitige Verwendung von Französisch zeigt, dass der kontinentale Exportmarkt ein wichtiger Zweig in der Firma war.

 

Johannes Broadwood 1790 Instructions - Eric Feller Collection

Johannes Broadwood 1790 Instructions – Eric Feller Collection

 

Dieses Tafelklavier befand sich in perfektem Originalzustand und ist ein frühes Zeugnis der ausgezeichneten Instrumente von John Broadwood.

 

 

John Broadwood wurde am 6. Oktober 1732 in Oldhamstocks in der Nähe von Cockburnspath in Schottland geboren. Er erlernte den Beruf des Möbeltischlers wie schon sein Vater zuvor.

Im Jahr 1761 begann er bei Burkat Shudi (1702 – 1773) in London zu arbeiten und wurde 1770 sein Geschäftspartner. 1771 eröffnete er sein eigenes Geschäft in der Great Pulteney Street in London. John Broadwood heiratete 1769 Burkat Shudis Tochter Barbara in erster Ehe und hatte mit ihr vier Kinder. Nach dem frühen Tode (1776) seiner Frau heiratete er in zweiter Ehe 1781 Mary Kitson und hatte mit ihr sechs Kinder. Er starb am 17. Juli 1812 in London.

 

 

Weitere erhaltene Instrumente von Johannes Broadwood:

  • 1790 Tafelklavier (No. 1185) – Castle Museum York, UK
  • 1795 Tafelklavier – Monart Piano Collection, Colm O’Leary, Irland

 

 

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Johannes Broadwood 1792 https://www.ericfeller.de/instrumente/johannes-broadwood-1792/ Sat, 11 Nov 2017 12:08:02 +0000 http://www.ericfeller.de/?post_type=instrumente&p=225 Dieser Hammerflügel ist der bisher früheste datierte Hammerflügel von John Broadwood in der Eric Feller Collection und baugleich wie das Instrument im Metropolitan Museum in New York USA. Er ist einer der ersten Hammerflügel mit 5 ½ Oktaven Umfang. Vom Äußeren unterscheidet er sich kaum von den anderen Flügeln in der Sammlung. Der Korpus ist […]

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Dieser Hammerflügel ist der bisher früheste datierte Hammerflügel von John Broadwood in der Eric Feller Collection und baugleich wie das Instrument im Metropolitan Museum in New York USA. Er ist einer der ersten Hammerflügel mit 5 ½ Oktaven Umfang. Vom Äußeren unterscheidet er sich kaum von den anderen Flügeln in der Sammlung. Der Korpus ist ebenfalls aus Mahagoni mit umlaufenden Einlegearbeiten in unterschiedlichen Hölzern gestaltet, die kassettenförmig angeordnet sind. Drei Messingschließen zum verschließen des Deckels sind umlaufend angebracht.

Die Tastatur ist aus Elfenbein und Ebenholz gearbeitet, die Hämmer sind mit Leder bezogen, 3 chöriger Saitenbezug und das Instrument verfügt über eine Einzeldämpfung mit Dockenleiste.

Der Flügel liegt auf einem trestle-stand mit zwei integrierten hölzernen Schnabelpedalen an beiden Seiten für Dämpfungsaufhebung (rechts) und due corde/una corda (links). Am Ende der Tastatur gibt es im rechten Backenklotz eingelassen einen kleinen Registerschalter. Dieser kann bei Betätigung die Mechanikverschiebung beim Treten des linken Pedals begrenzen, womit man zwischen due corde und una corda wechseln kann. Der Klaviaturumfang beträgt 5 ½ Oktaven (FF – c4).

Das Vorsatzbrett trägt in einer filigranen Kartusche die Aufschrift:

„Johannes Broadwood Londini Fecit 1792 /

Great Pulteney Street Golden Square”

Die Signatur auf dem Vorsatzbrett „John Broadwood and Son“ lässt sich ab 1794 nachweisen, nachdem John Broadwoods Sohn James Shudi Broadwood (1772 – 1851) in die Firma einstieg. Zuvor waren alle Instrumente wie dieser Flügel immer mit „Johannes Broadwood Londini fecit“ signiert (vgl. dazu das Tafelklavier von John Broadwood von 1790 in der Sammlung – klick hier).

Der Umfang des Flügels von 5 ½ Oktaven (FF – c4) wurde von Broadwood ab 1791 eingeführt, vorher waren alle Instrumente (Tafelklaviere und Flügel) mit jeweils nur 5 Oktaven ausgestattet.

In einem Brief von James Shudi Broadwood an Thomas Bradford vom 13. November 1793 schreibt er, das sie ab 1791 damit begonnen hätten, nach Anraten des Komponisten Johann Ladislaus Dussek (1760 – 1812), der sich zu der Zeit in London aufhielt, Flügel mit 5 ½ Oktaven Umfang zu bauen.

Heute ist bekannt, dass John Broadwood im Januar 1785 seine ersten beiden Flügel verkaufte. Der eine Flügel wurde an Tyler of Bath verkauft, einem Musikalienhändler und der andere an Graf Brühl, sächsischer Botschafter und Musikmäzen. Beide Flügel wurden zu einem Preis von je 55 Pfund verkauft.

Der heute bisher älteste datierte erhaltene Hammerflügel von John Broadwood stammt aus dem Jahr 1787. (vgl. Michael Cole)

Johannes Broadwood, London 1792 (1) - Eric Feller Collection

Johannes Broadwood, London 1792 (1) – Eric Feller Collection

 

John Broadwood wurde am 6. Oktober 1732 in Oldhamstocks in der Nähe von Cockburnspath in Schottland geboren. Er erlernte den Beruf des Möbeltischlers wie schon sein Vater zuvor.

Im Jahr 1761 begann er bei Burkat Shudi (1702 – 1773) in London zu arbeiten und wurde 1770 sein Geschäftspartner. 1771 eröffnete er sein eigenes Geschäft in der Great Pulteney Street in London. John Broadwood heiratete 1769 Burkat Shudis Tochter Barbara in erster Ehe und hatte mit ihr vier Kinder. Nach dem frühen Tode (1776) seiner Frau heiratete er in zweiter Ehe 1781 Mary Kitson und hatte mit ihr sechs Kinder. Er starb am 17. Juli 1812 in London.

 

 

Weitere erhaltene Instrumente von John Broadwood and Son:

  • 1787 Hammerflügel (No. 208) – Sammlung Charles Colt, Bethersdes UK
  • 1792 Hammerflügel (No. 452) – Metropolitan Museum, New York USA
  • 1800 Hammerflügel (No. 1835) – Sammlung Charles Colt, Bethersdes UK
  • 1806 Hammerflügel (No. 3500) – Museum of Art, Columbia USA

 

 

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John Broadwood and Son 1799 https://www.ericfeller.de/instrumente/john-broadwood-and-son-1799/ Fri, 10 Nov 2017 18:47:50 +0000 http://www.ericfeller.de/?post_type=instrumente&p=224 Dieser Hammerflügel der Traditionsfirma John Broadwood ist ein frühes Beispiel exzellenter Handwerkskunst. Vom Äußeren unterscheidet er sich kaum von den anderen Flügeln in der Eric Feller Collection. Der Korpus ist ebenfalls aus Mahagoni mit umlaufenden Einlegearbeiten in unterschiedlichen Hölzern gestaltet, die kassettenförmig angeordnet sind. Drei Messingschließen zum verschließen des Deckels sind umlaufend angebracht. Die Tastatur […]

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Dieser Hammerflügel der Traditionsfirma John Broadwood ist ein frühes Beispiel exzellenter Handwerkskunst.

Vom Äußeren unterscheidet er sich kaum von den anderen Flügeln in der Eric Feller Collection. Der Korpus ist ebenfalls aus Mahagoni mit umlaufenden Einlegearbeiten in unterschiedlichen Hölzern gestaltet, die kassettenförmig angeordnet sind. Drei Messingschließen zum verschließen des Deckels sind umlaufend angebracht.

Die Tastatur ist aus Elfenbein und Ebenholz gearbeitet, die Hämmer sind mit Leder bezogen, 3 chöriger Saitenbezug und das Instrument verfügt über eine Einzeldämpfung mit Dockenleiste.

Der Flügel liegt auf dem originalen trestle-stand mit zwei integrierten hölzernen Schnabelpedalen an beiden Seiten für Dämpfungsaufhebung (rechts) und due corde/una corda (links). Am Ende der Tastatur gibt es im rechten Backenklotz eingelassen einen kleinen Registerschalter. Dieser kann bei Betätigung die Mechanikverschiebung beim Treten des linken Pedals begrenzen, womit man zwischen due corde und una corde wechseln kann. Der Klaviaturumfang beträgt 5 ½ Oktaven (FF – c4).

Das Vorsatzbrett trägt in einem Oval die Aufschrift:

„John Broadwood and Son /

Great Pulteney Street Golden Square /

London 1799”

Die Signatur auf dem Vorsatzbrett „John Broadwood and Son“ lässt sich ab 1794 nachweisen, nachdem John Broadwoods Sohn James Shudi Broadwood (1772 – 1851) in die Firma einstieg. Zuvor waren alle Instrumente immer mit „Johannes Broadwood Londini fecit“ signiert (vgl. dazu das Tafelklavier von John Broadwood von 1790 in der Sammlung).

Der Umfang des Flügels von 5 ½ Oktaven (FF – c4) wurde von Broadwood ab 1791 eingeführt, vorher waren alle Instrumente (Tafelklaviere und Flügel) mit jeweils nur 5 Oktaven ausgestattet (eines der ersten Beispiele für Flügel mit 5 ½ Oktaven Umfang lässt sich bei dem Flügel von 1792 sehen, ebenfalls in der Sammlung Eric Feller).

In einem Brief von James Shudi Broadwood an Thomas Bradford vom 13. November 1793 schreibt er, das sie ab 1791 damit begonnen hätten, nach Anraten des Komponisten Johann Ladislaus Dussek (1760 – 1812), der sich zu der Zeit in London aufhielt, Flügel mit 5 ½ Oktaven Umfang zu bauen.

Heute ist bekannt, dass John Broadwood im Januar 1785 seine ersten beiden Flügel verkaufte. Der eine Flügel wurde an Tyler of Bath verkauft, einem Musikalienhändler und der andere an Graf Brühl, sächsischer Botschafter und Musikmäzen. Beide Flügel wurden zu einem Preis von je 55 Pfund verkauft.

Der heute bisher älteste datierte erhaltene Hammerflügel von John Broadwood stammt aus dem Jahr 1787. (vgl. Michael Cole)

 

 

John Broadwood wurde am 6. Oktober 1732 in Oldhamstocks in der Nähe von Cockburnspath in Schottland geboren. Er erlernte den Beruf des Möbeltischlers wie schon sein Vater zuvor.

Im Jahr 1761 begann er bei Burkat Shudi (1702 – 1773) in London zu arbeiten und wurde 1770 sein Geschäftspartner. 1771 eröffnete er sein eigenes Geschäft in der Great Pulteney Street in London. John Broadwood heiratete 1769 Burkat Shudis Tochter Barbara in erster Ehe und hatte mit ihr vier Kinder. Nach dem frühen Tode (1776) seiner Frau heiratete er in zweiter Ehe 1781 Mary Kitson und hatte mit ihr sechs Kinder. Er starb am 17. Juli 1812 in London.

 

Weitere erhaltene Instrumente von John Broadwood and Son:

  • 1787 Hammerflügel (No. 208) – Sammlung Charles Colt, Bethersdes UK
  • 1792 Hammerflügel (No. 452) – Metropolitan Museum, New York USA
  • 1800 Hammerflügel (No. 1835) – Sammlung Charles Colt, Bethersdes UK
  • 1806 Hammerflügel (No. 3500) – Museum of Art, Columbia USA

 

 

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Thomas Haxby 1774 https://www.ericfeller.de/instrumente/thomas-haxby-1774/ Thu, 09 Nov 2017 17:51:23 +0000 http://www.ericfeller.de/?post_type=instrumente&p=223 Dieses frühe Tafelklavier von Thomas Haxby wurde in York 1774 gebaut und gehörte lange Jahre zum Bestand der Colt Collection in England. Haxby galt als ein herausragender Spinett- und Klavierbauer. Der Korpus des Instrumentes ist aus Mahagoni mit umlaufenden Einlegearbeiten in unterschiedlichen Hölzern. Das Instrument selbst liegt auf dem originalen trestle-stand auf, welches ebenfalls in […]

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Dieses frühe Tafelklavier von Thomas Haxby wurde in York 1774 gebaut und gehörte lange Jahre zum Bestand der Colt Collection in England. Haxby galt als ein herausragender Spinett- und Klavierbauer. Der Korpus des Instrumentes ist aus Mahagoni mit umlaufenden Einlegearbeiten in unterschiedlichen Hölzern. Das Instrument selbst liegt auf dem originalen trestle-stand auf, welches ebenfalls in Mahagoni gefertigt worden ist. An der Vorderseite ist das Schloss mit einer filigranen Messingfront verziert. An den Seiten sind jeweils links und rechts Messinghaken angebracht, mit denen der Deckel verschlossen werden kann.

Die Tasten sind aus Elfenbein und Ebenholz gefertigt, wobei die Untertasten jeweils noch mit einer zusätzlichen Einkerbung verziert sind, die mit Eisengallustinte eingefärbt wurde. Dieses Detail ist als Verzierungselement bei Tasten von Cembali sehr gebräuchlich gewesen und findet sich hier als dekoratives Überbleibsel.

Die kleinen Hämmerchen sind mit Lederbezogen und das Instrument ist zweichörig besaitet.

Auf der linken Seite befinden sich drei Registerzüge, die eine geteilte Dämpfungsaufhebung und einen Lautenzug bedienen.

Auf dem Vorsatzbrett befindet sich die Signatur in einer länglichen Kartusche:

„Thomas Haxby – York 1774”

Auf der letzten Taste ist eine Inschrift zu finden, dass das Instrument 1948/49 von Charles F. Colt restauriert wurde.

Es ist ebenfalls aufgeführt in dem Buch von Charles F. Colt „The Early Piano“.

Dieses frühe, derzeit drittälteste erhaltene Tafelklavier von Thomas Haxby aus dem Jahr 1774 ist ein herausragendes Beispiel für die exzellente Arbeit eines Instrumentenbauer der nicht in London, sondern in York, tätig war. Das bisher älteste datierte Instrument stammt von 1772.

 

 

Thomas Haxby wurde am 25. Januar 1729 geboren und starb am 31. Oktober 1796. Er war der Sohn von Robert Haxby, einem Schreiner und hatte später selbst einen Sohn mit dem Namen John.

Nach einer frühen Anstellung als Küster in der Kirche St Michael-le-Belfry in York und als Sänger in der Kathedrale von York eröffnete er am 29. Juni 1756 ein eigenes Geschäft in der Blake Street und warb dafür in der Yorkshire Courant mit „Musical Instruments at T. Haxby’s warehouse Blake Street are made and sold“.

Zu seinen Arbeiten gehörten hauptsächlich Tasteninstrumente (Spinette, Cembali, Tafelklaviere, Orgeln) aber auch Zittern, Gitarren und Violinen. Ebenfalls war er als Musikverleger tätig.

Am 28. Dezember 1770 patentierte er eine neue Cembalomechanik mittels verstellen der Register über Pedale bei einmanualigen- und zweimanualigen Cembali (Patent No. 977).

In den Jahren 1760 und 1778 arbeitete er an der Orgel in York Minster und 1767 an der Orgel in der Leeds Parish Church.

Im Jahr 1787 betrug die jährliche Produktion von Tafelklavieren 24 Stück und erreichte 36 Instrumente im Jahr 1790. (vgl.: The New Grove Musical Instruments Series – Early Keyboard Instruments)

Nach seinem Tod wurde das Geschäft in der Blake Street von Samuel Knapton übernommen und weitergeführt. Ab 1798 bis circa 1840 wurde das Geschäft dann von Thomas Tomkinson übernommen, der in die Haxby Familie einheiratete. (vgl.: D. H. Boalch, Makers of the Harpsichord and Clavichord 1440 to 1840)

Zu Lebzeiten galt Haxby als einer der besten Instrumentenbauer und wurde von Zeitgenossen hoch gelobt.

 

Weitere erhaltene Instrumente von Thomas Haxby:

  • 1772 Tafelklavier – Privatsammlung Lord Hotham, Yorkshire England UK
  • 1772 Tafelklavier – Städtisches Museum, Braunschweig Deutschland
  • 1792 Tafelklavier (No. 325) – Fairfax House, England UK

 

 

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Jacobus Ball ca. 1775/80 https://www.ericfeller.de/instrumente/jacobus-ball-c-177580/ Thu, 09 Nov 2017 15:55:13 +0000 http://www.ericfeller.de/?post_type=instrumente&p=222 Bei diesem Instrument handelt es sich um das wahrscheinlich früheste erhaltene Tafelklavier von Jacobus Ball. Der Korpus des kleinen Instrumentes ist aus Mahagoni mit umlaufenden Bandintarsien in unterschiedlichen Hölzern. Das Instrument selbst liegt auf einem trestle-stand auf, das in Kirschholz gefertigt worden ist (nicht original). Die Untertasten sind mit Elfenbein und die Obertasten mit Ebenholz […]

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Bei diesem Instrument handelt es sich um das wahrscheinlich früheste erhaltene Tafelklavier von Jacobus Ball. Der Korpus des kleinen Instrumentes ist aus Mahagoni mit umlaufenden Bandintarsien in unterschiedlichen Hölzern. Das Instrument selbst liegt auf einem trestle-stand auf, das in Kirschholz gefertigt worden ist (nicht original).

Die Untertasten sind mit Elfenbein und die Obertasten mit Ebenholz belegt. Je zwei kleine Ziereinkerbungen sind jeweils am Übergang der Untertasten zu den Obertasten aufgebracht, die mit Eisengallustinte eingefärbt wurde. Dieses Detail ist als Verzierungselement bei Tasten von Cembali sehr gebräuchlich gewesen und findet sich hier als dekoratives Überbleibsel. Es findet sich hauptsächlich nur bei sehr frühen Instrumenten.

Im Inneren befindet sich eine Binnenschaltung die zur Dämpfungsaufhebung dient und über einen Registerzug zu bedienen ist. Weiterhin befindet sich ein weiterer Registerzug im Inneren, der den Lautenzug bedient. Die Einzeldämpfer sind hinter einer Leiste versteckt und mit Walbarten als Federn ausgestattet. Die Hämmerchen sind mit Lederbezogen und das Instrument ist zweichörig besaitet. Bei der Mechanik handelt es sich um die englische single action.

Das Vorsatzbrett ist mit einer ovalen Kartusche versehen in der die Signatur zu finden ist:

„Jacobus Ball Londini Fecit

Grosvenor Square“

Auf der Rückseite des Vorsatzbrettes findet sich eine handschriftliche Signatur mit Tinte:

„Jacob Ball No. Pat.“

Es ist mit hoher Wahrscheinlichkeit anzunehmen, dass Ball hier selbst noch einmal signiert hat. Weiterhin findet sich eine Signatur auf dem Unterboden unter dem Resonanzboden handschriftlich mit Bleistift:

„Wilm. 1818“

Was die Signatur selbst anbetrifft so können nur Vermutungen angestellt werden. Es ist mit hoher Wahrscheinlichkeit anzunehmen, dass es sich dabei um die eigenhändige Unterschrift von Ball selbst handelt. Die Bezeichnung „No. Pat.“ könnte vielleicht der Prototyp eines besonders kleinen Instrumentes sein, an welchem Ball sich versuchte. Weitere Instrumente von Ball in der Große und Ausführung sind bisher nicht weiter bekannt.

In der Literatur finden wir immer wieder die Aussage, dass Ball erst in den 1790er Jahren oder kurz davor nach England kam (1790 Antrag auf die britische Staatsbürgerschaft). Dieses Instrument zeigt jedoch eindeutige bauliche Merkmale eines früheren Typs. Auch die Signatur auf dem Vorsatzbrett („Londini Fecit“) spricht eher für eine frühere Datierung als 1790. Es ist also anzunehmen, dass Ball schon wesentlich früher in England als Instrumentenbauer aktiv war als bisher angenommen.

 

 

Über Jacob (James) Ball ist nur sehr wenig bekannt. 1790 stellte er den Antrag auf die britische Staatsbürgerschaft. Daraus geht hervor, dass er deutscher Abstammung war und wie viele seiner Kollegen nach England auswanderte. Ebenfalls in diesem Jahr lies er sich einige Neuerungen patentieren. Dazu gehörte eine neue Tafelklaviermechanik und ein außergewöhnliches Notenpult, welches beim Aufklappen ähnlich dem Notenpult eines Flügels war und so furniert, dass es aussah, als ob es Teil des Vorsatzbrettes war wenn es eingeklappt war. (vgl. Michael Cole)

Weiterhin unterhielt er eine Geschäftsbeziehung mit dem Komponisten Domenico Motta 1794.

Laut Rosamond Harding war Ball in London von circa 1780 bis 1834 aktiv. In Anzeigen warb er mit dem Bau von Flügeln, Tafelklavieren und Cabinet Pianos. Es sind von ihm mehrere Adressen nachweisbar: 26 Duke Street, Grosvenor Square, im Jahr 1806 und 27 Duke Street ab 1808.

„J. Ball and Son“ ist ab 1819 und „Edward Ball and Son“ ab 1824 nachweisbar. In den Jahren 1827/28 ist die Bezeichnung „To His Majesty“ nachweisbar.

 

 

Weitere erhaltene Instrumente von Jacobus/James Ball:

  • ca. 1780 Tafelklavier – Eric Feller Early Keyboard Insruments Collection, Deutschland
  • 1790 Tafelklavier – Musikinstrumentenmuseum Berlin , Deutschland
  • 1791 Tafelklavier – Colonial Williamsburg Foundation, Williamsburg USA

 

 

Nameboard (Backside) – Jacobus Ball, London 1775 – Collection Eric Feller

 

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Ferdinand Weber ca. 1775 https://www.ericfeller.de/instrumente/ferdinand-weber-c-1775/ Thu, 09 Nov 2017 14:17:35 +0000 http://www.ericfeller.de/?post_type=instrumente&p=219 Dieses seltene Tafelklavier in der Sammlung zeigt eines der wenigen erhaltenen Instrumente mit einem „Venezianischen Schweller“. Der Korpus und das originale Gestell sind aus Mahagoni und mit Bandintarsien umrahmt. Das Gestell verfügt über eine kleine Ablagefläche („music shelf“) und ist mit ovalen Messingbeschlägen verziert. Der Deckel ist komplett geteilt und über dem Resonanzboden verfügt das […]

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Dieses seltene Tafelklavier in der Sammlung zeigt eines der wenigen erhaltenen Instrumente mit einem „Venezianischen Schweller“.

Der Korpus und das originale Gestell sind aus Mahagoni und mit Bandintarsien umrahmt. Das Gestell verfügt über eine kleine Ablagefläche („music shelf“) und ist mit ovalen Messingbeschlägen verziert. Der Deckel ist komplett geteilt und über dem Resonanzboden verfügt das Instrument über einen Deckelschweller („Venetian swell“) mit fünf Lamellen in Mahagoni gearbeitet. Diese Schweller sind ursprünglich bei einigen wenigen englischen Cembali zu finden, jedoch bei Tafelklavieren äußerst selten. Die dynamischen Veränderungen die über die Hammermechanik möglich sind, werden durch den Schweller noch verstärkt.

Das Instrument verfügt über eine einfache englische Single Action und ist durchgehend zweichörig besaitet. Die Tasten sind aus Elfenbein und Ebenholz gefertigt. Das Vorsatzbrett ist in Kassetten unterteilt, die jeweils mit Girlanden, Blumen und Rankenwerk verziert sind. In der Mitte findet sich die Signatur:

„Ferdinand Weber/

17 Fecit 98/

Dublin“

Bei der Datierung ist deutlich erkennbar, dass die Jahreszahl auf der rechten Seite nachträglich verändert wurde und eine jüngere Datierung erhielt, die nicht stimmen kann, da Ferdinand Weber 1784 starb. Die Ursprüngliche rechte Jahreszahl wurde übermalt. Solche Veränderung der Datierungen findet sich selten bei Instrumenten. Vornehmlich wurden Instrumente jedoch in spätern Jahren, als das Interesse für diese Instrumente aufkam, älter gemacht (siehe hier: Pohlmann Tafelklavier 1767 in der Eric Feller Collection). Eine Datierung zur „Verjüngung“ der Instrumente ist äußerst selten, kam jedoch auch vor. Es lässt sich vermuten, dass diese Signatur der Jahreszahl des Instrumentes schon sehr früh vorgenommen wurde. Anzunehmen ist, dass das Instrument in den späten 1790er Jahren wahrscheinlich erneut Verkauft worden ist. Bekannt ist, dass es damals schon ein florierendes Verkaufswesen mit Gebrauchtinstrumenten gab. Um die Verkaufschancen zu erhöhen, wurden Instrumente neu (moderner) datiert.

Die eigentliche Datierung des Instrumentes ist um 1775 anzusiedeln. Die kleine Form des Korpus, sowie das Fehlen der Taste „fis“ im Bass sind eindeutige Indizien dafür.

Der Erhaltungszustand war außergewöhnlich gut und das gesamte Instrument befand sich im absoluten Originalzustand und wurde offensichtlich zuvor noch nie überarbeitet.

 

 

Ferdinand Weber (ursprünglich Ferdinand Webber) wurde am 6. Mai 1715 in Borstendorf, Sachsen geboren und lernte von 1728 bis 1735 Orgelbau bei Johann Ernst Hähnel, der königlicher Orgelbauer des Königs von Polen und Herzogs von Sachsen war.

1739 siedelte Weber nach Dublin, nachdem er zuvor einige Jahre in London wirkte. In Dublin baute er Orgeln für mehrer Kirchen und war zudem als Orgelstimmer tätig (Christ Church Cathedral und Trinity College). Weiterhin baute er Cembali, Spinette und ab 1772 (die in der damaligen Zeit immer populärer werdenden) Tafelklaviere nach dem Vorbild von Zumpe. Seine Reputation als Orgel- und Cembalobauer war so groß, dass er das Interesse von Georg Friedrich Händel bei dessen Besuch 1741 in Dublin auf sich zog.

Aus seinen Geschäftsbüchern, die W.H. Grattan Flood 1914 in einem Artikel des „Journal of the Royal Society of Antiquaries of Ireland“ herausgegeben hatte geht vor, dass Weber 1773 neu gebaute Cembali von £22-15-0 bis zu £34-2-6 und 1775 neue Tafelklaviere für £14-15-9 verkaufte. (vgl.: Flood, W.H. Grattan, ‘The Account Book of a Dublin Harpsichord Maker, Ferdinand Weber’, The Journal of the Royal Society of Antiquaries of Ireland, 6th ser., 4.4 (31 December 1914), 338–47)

Seine Werkstatt befand sich zunächst von 1739 bis 1749 in der Werburgh Street, später von 1749 bis 1755 in der Marlborough Street und zuletzt von 1776 bis zu seinem Tod 1784 in zusätzlichen Räumen in der Marlborough Street 71. Nach seinem Tod wurde die Firma für kurze Zeit von seinem Sohn Thomas Ferdinand Weber weiter geführt, bevor sie dann von William Southwell 1787 übernommen wurde. (vgl. GrattanF/DUBLIN, 139 ff.; James/EARLY, 78)

 

Weitere erhaltene Instrumente von Ferdinand Weber:

  • 1772 Tafelklavier – Metropolitan Museum, New York USA

 

 

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Schoene & Vinsen 1799 https://www.ericfeller.de/instrumente/schoene-vinsen-1799/ Wed, 08 Nov 2017 23:28:49 +0000 http://www.ericfeller.de/?post_type=instrumente&p=217 Dieses ist das jüngste von 3 Tafelklavieren der Firma Schoene, die sich derzeit in der Eric Feller Early Keyboard Collection befinden. Bei allen drei Instrumenten finden sich identisch gestaltete Vorsatzbretter und Signaturen. Auch die Mechanik und Dämpfung ist gleich gearbeitet. Der Korpus und das originale Gestell sind aus Mahagoni und mit Bandintarsien in unterschiedlichen Hölzern […]

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Dieses ist das jüngste von 3 Tafelklavieren der Firma Schoene, die sich derzeit in der Eric Feller Early Keyboard Collection befinden. Bei allen drei Instrumenten finden sich identisch gestaltete Vorsatzbretter und Signaturen. Auch die Mechanik und Dämpfung ist gleich gearbeitet.

Der Korpus und das originale Gestell sind aus Mahagoni und mit Bandintarsien in unterschiedlichen Hölzern umrahmt. Das Gestell verfügt über eine Querverstrebung am Boden mit Pedalen und ist mit ovalen Messingbeschlägen verziert. Ungewöhnlich bei dem Instrument ist, dass auch die Rückwand in gleicher Weise furniert und verziert ist wie die Front. Üblich war es, dass die Rückwand von Tafelklavieren nicht furniert war, da man diese als Möbel an die Wand stellte. Erst in späteren Jahren (ab ca. 1810) wurde die Rückwand furniert. Die Holz- und Intarsienarbeiten dieses Tafelklavieres sind äußerst präzise und geschmackvoll gehalten und in dieser Art nur sehr selten zu finden.

Das Instrument verfügt über eine second action und ist durchgehend zweichörig besaitet.

Die Tasten sind aus Elfenbein und Ebenholz gefertigt. Das Vorsatzbrett ist mit Girlanden, Blumen und Rankenwerk verziert sind. In der Mitte findet sich eine ovale Kartusche, die die Signatur enthält:

„Schoene and Vinsen / Successors to Johannes Zumpe Makers / 1799

 No. 45 Paddington Street Mary le Bone /

London”

Auch dieses Instrument verfügt über einen Deckelschweller, Dämpfungsaufhebung und Lautenzug.

 

 

Die Firma Schoene & Co. steht in engem Zusammenhang mit Johannes Zumpe (1726 – 1790), der in der 1760er Jahren die ersten Tafelklaviere in England baute. Die Firma wurde von den beiden Brüdern Frederick und Christian Schoene gegründet, die auf Nachfragen von Zumpe nach England emigrierten und mit ihm in geschäftlichen Beziehungen standen. Auffällig ist bei den Instrumenten, dass der Name „Johannes Zumpe“ wesentlich dicker und zentriert in der Kartusche auf dem Vorsatzbrett zu lesen ist als „Schoene & Co.“ bzw. „Schoene & Vinsen“. Aufgrund der großen Reputation, die die Instrumente von Johannes Zumpe genossen, wollten die beiden Brüder damit werben um ihre Instrumente besser verkaufen zu können. Es ist anzunehmen, dass die beiden Brüder Zumpe dafür eine jährliche Lizenzgebühr bezahlten.

Das bisher älteste Instrument von den beiden Schoene Brüdern ist mit 1781 datiert und trägt schon den Vermerk auf Zumpe.

Die Firma erlangte großen Erfolg mit ihren Instrumenten bis zum Jahr 1789 – mit der französischen Revolution endete der Erfolg schlagartig. Der große Erfolg der Firma war dem Export der Instrumente nach Frankreich und in die angrenzenden Länder auf dem Kontinent zu verdanken. Sebastien Erard und andere französische Instrumentenbauer kopierten Instrumente der Schoene Brüder und verbesserten diese.

Diese Konkurrenz und der ausbleibende kontinentale Markt führten fast zum Bankrott der Firma. Um den wachsenden finanziellen Schwierigkeiten entgegenwirken zu können kam 1794 Thomas Vinsen als neuer Partner (und mit neuem Kapital) zu der Firma hinzu.

1795 starb Christian Schoene und Thomas Vinsen führte ab 1799 zusammen mit Frederick Schoenes Sohn, George Frederick die Firma weiter. Zeitgleich dazu bezogen sie Räumlichkeiten in der Paddington Street No. 45 in London.

Das bisher letzte bekannte erhaltene Instrument trägt die Signatur „Georgius Fredericus Schoene / No. 45 Paddington Street, Marylebone / London 1805“. Es gehört heute der „Easton Historical Society“ in Pennsylvania USA.

George Frederick Schoene kehrte alsbald dem Klavierbaugeschäft den Rücken und betätigte sich als Künstler und Graveur.

 

Weitere erhaltene Instrumente von Schoene & Vinsen:

  • 1798 Tafelklavier – Woodlawn Plantation, Fairfax County USA
  • 1798 Tafelklavier – David Leigh, Oxford England

 

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Schoene & Co. 1792 https://www.ericfeller.de/instrumente/schoene-co-1792/ Wed, 08 Nov 2017 22:46:49 +0000 http://www.ericfeller.de/?post_type=instrumente&p=214 Der Korpus und das originale Gestell sind aus Mahagoni und mit Bandintarsien in unterschiedlichen Hölzern umrahmt. Das Gestell verfügt über eine Querverstrebung am Boden mit Pedalen und ist mit ovalen Messingbeschlägen verziert. Das Instrument verfügt über eine second action und ist durchgehend zweichörig besaitet. Die Tasten sind aus Elfenbein und Ebenholz gefertigt. Das Vorsatzbrett ist […]

Der Beitrag Schoene & Co. 1792 erschien zuerst auf Eric Feller Early Keyboard Instruments Collection.

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Der Korpus und das originale Gestell sind aus Mahagoni und mit Bandintarsien in unterschiedlichen Hölzern umrahmt. Das Gestell verfügt über eine Querverstrebung am Boden mit Pedalen und ist mit ovalen Messingbeschlägen verziert. Das Instrument verfügt über eine second action und ist durchgehend zweichörig besaitet. Die Tasten sind aus Elfenbein und Ebenholz gefertigt. Das Vorsatzbrett ist mit Girlanden, Blumen und Rankenwerk verziert sind. In der Mitte findet sich eine ovale Kartusche, die die Signatur enthält:

„Schoene and Co. Successors to /

Johannes Zumpe Londini Fecerunt 1792 /

Princess Street Cavendish Square”

Das Instrument verfügt über einen Deckelschweller, Dämpfungsaufhebung und Lautenzug.

Dies ist das zweitälteste von 3 Tafelklavieren der Firma Schoene, die sich derzeit in der Eric Feller Early Keyboard Collection befinden. Bei allen drei Instrumenten finden sich identisch gestaltete Vorsatzbretter und Signaturen. Auch die Mechanik und Dämpfung ist gleich gearbeitet.

 

 

Die Firma Schoene & Co. steht in engem Zusammenhang mit Johannes Zumpe (1726 – 1790), der in der 1760er Jahren die ersten Tafelklaviere in England baute. Die Firma wurde von den beiden Brüdern Frederick und Christian Schoene gegründet, die auf Nachfragen von Zumpe nach England emigrierten und mit ihm in geschäftlichen Beziehungen standen. Auffällig ist bei den Instrumenten, dass der Name „Johannes Zumpe“ wesentlich dicker und zentriert in der Kartusche auf dem Vorsatzbrett zu lesen ist als „Schoene & Co.“ bzw. „Schoene & Vinsen“. Aufgrund der großen Reputation, die die Instrumente von Johannes Zumpe genossen, wollten die beiden Brüder damit werben um ihre Instrumente besser verkaufen zu können. Es ist anzunehmen, dass die beiden Brüder Zumpe dafür eine jährliche Lizenzgebühr bezahlten.

Das bisher älteste Instrument von den beiden Schoene Brüdern ist mit 1781 datiert und trägt schon den Vermerk auf Zumpe.

Die Firma erlangte großen Erfolg mit ihren Instrumenten bis zum Jahr 1789 – mit der französischen Revolution endete der Erfolg schlagartig. Der große Erfolg der Firma war dem Export der Instrumente nach Frankreich und in die angrenzenden Länder auf dem Kontinent zu verdanken. Sebastien Erard und andere französische Instrumentenbauer kopierten Instrumente der Schoene Brüder und verbesserten diese.

Diese Konkurrenz und der ausbleibende kontinentale Markt führten fast zum Bankrott der Firma. Um den wachsenden finanziellen Schwierigkeiten entgegenwirken zu können kam 1794 Thomas Vinsen als neuer Partner (und mit neuem Kapital) zu der Firma hinzu.

1795 starb Christian Schoene und Thomas Vinsen führte ab 1799 zusammen mit Frederick Schoenes Sohn, George Frederick die Firma weiter. Zeitgleich dazu bezogen sie Räumlichkeiten in der Paddington Street No. 45 in London.

Das bisher letzte bekannte erhaltene Instrument trägt die Signatur „Georgius Fredericus Schoene / No. 45 Paddington Street, Marylebone / London 1805“. Es gehört heute der „Easton Historical Society“ in Pennsylvania USA.

George Frederick Schoene kehrte alsbald dem Klavierbaugeschäft den Rücken und betätigte sich als Künstler und Graveur.

 

Weitere erhaltene Instrumente von Schoene & Co.:

  • 1781 Tafelklavier – Cité de la Musique; Musée de la Musique, Paris Frankreich
  • 1784 Tafelklavier – Historiska Museet (Stadsmuseum), Göteborg Schweden
  • 1785 Tafelklavier – Real Academia de Bellas Artes de San Fernando, Madrid Spanien

 

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Schoene & Co. 1788 https://www.ericfeller.de/instrumente/schoene-co-1788/ Wed, 08 Nov 2017 22:28:48 +0000 http://www.ericfeller.de/?post_type=instrumente&p=213 Der Korpus und das originale Gestell sind aus Mahagoni und mit Bandintarsien in unterschiedlichen Hölzern umrahmt. Das Gestell verfügt über eine Querverstrebung am Boden mit Pedalen und ist mit ovalen Messingbeschlägen verziert. Das Instrument verfügt über eine second action und ist durchgehend zweichörig besaitet. Die Tasten sind aus Elfenbein und Ebenholz gefertigt. Das Vorsatzbrett ist […]

Der Beitrag Schoene & Co. 1788 erschien zuerst auf Eric Feller Early Keyboard Instruments Collection.

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Der Korpus und das originale Gestell sind aus Mahagoni und mit Bandintarsien in unterschiedlichen Hölzern umrahmt. Das Gestell verfügt über eine Querverstrebung am Boden mit Pedalen und ist mit ovalen Messingbeschlägen verziert.

Das Instrument verfügt über eine second action und ist durchgehend zweichörig besaitet.

Die Tasten sind aus Elfenbein und Ebenholz gefertigt. Das Vorsatzbrett ist mit Girlanden, Blumen und Rankenwerk verziert sind. In der Mitte findet sich eine ovale Kartusche, die die Signatur enthält:

„Schoene and Co. Successors to

Johannes Zumpe Londini Fecerunt 1788

Princess Street Cavendish Square”

Das Instrument verfügt über einen Deckelschweller, Dämpfungsaufhebung und Lautenzug.

Dies ist das älteste von 3 Tafelklavieren der Firma Schoene, die sich derzeit in der Eric Feller Collection befinden. Bei allen drei Instrumenten finden sich identisch gestaltete Vorsatzbretter und Signaturen. Auch die Mechanik und Dämpfung ist gleich gearbeitet.

 

Die Firma Schoene & Co. steht in engem Zusammenhang mit Johannes Zumpe (1726 – 1790), der in der 1760er Jahren die ersten Tafelklaviere in England baute. Die Firma wurde von den beiden Brüdern Frederick und Christian Schoene gegründet, die auf Nachfragen von Zumpe nach England emigrierten und mit ihm in geschäftlichen Beziehungen standen. Auffällig ist bei den Instrumenten, dass der Name „Johannes Zumpe“ wesentlich dicker und zentriert in der Kartusche auf dem Vorsatzbrett zu lesen ist als „Schoene & Co.“ bzw. „Schoene & Vinsen“. Aufgrund der großen Reputation, die die Instrumente von Johannes Zumpe genossen, wollten die beiden Brüder damit werben um ihre Instrumente besser verkaufen zu können. Es ist anzunehmen, dass die beiden Brüder Zumpe dafür eine jährliche Lizenzgebühr bezahlten.

Das bisher älteste Instrument von den beiden Schoene Brüdern ist mit 1781 datiert und trägt schon den Vermerk auf Zumpe.

Die Firma erlangte großen Erfolg mit ihren Instrumenten bis zum Jahr 1789 – mit der französischen Revolution endete der Erfolg schlagartig. Der große Erfolg der Firma war dem Export der Instrumente nach Frankreich und in die angrenzenden Länder auf dem Kontinent zu verdanken. Sebastien Erard und andere französische Instrumentenbauer kopierten Instrumente der Schoene Brüder und verbesserten diese.

Diese Konkurrenz und der ausbleibende kontinentale Markt führten fast zum Bankrott der Firma. Um den wachsenden finanziellen Schwierigkeiten entgegenwirken zu können kam 1794 Thomas Vinsen als neuer Partner (und mit neuem Kapital) zu der Firma hinzu.

1795 starb Christian Schoene und Thomas Vinsen führte ab 1799 zusammen mit Frederick Schoenes Sohn, George Frederick die Firma weiter. Zeitgleich dazu bezogen sie Räumlichkeiten in der Paddington Street No. 45 in London.

Das bisher letzte bekannte erhaltene Instrument trägt die Signatur „Georgius Fredericus Schoene / No. 45 Paddington Street, Marylebone / London 1805“. Es gehört heute der „Easton Historical Society“ in Pennsylvania USA.

George Frederick Schoene kehrte alsbald dem Klavierbaugeschäft den Rücken und betätigte sich als Künstler und Graveur.

 

Weitere erhaltene Instrumente von Schoene & Co.:

  • 1781 Tafelklavier – Cité de la Musique; Musée de la Musique, Paris Frankreich
  • 1784 Tafelklavier – Historiska Museet (Stadsmuseum), Göteborg Schweden
  • 1785 Tafelklavier – Real Academia de Bellas Artes de San Fernando, Madrid Spanien

 

 

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Jacobus Ball ca. 1780 https://www.ericfeller.de/instrumente/jacobus-ball-c-1780/ Wed, 08 Nov 2017 13:21:39 +0000 http://www.ericfeller.de/?post_type=instrumente&p=212 Der Korpus des Instrumentes ist aus massivem Mahagoni und reich mit verschiedenen Intarsien und eingelegten Zierbänder verziert. Das originale Gestell mit 6 Beinen, auf welchem das Instrument liegt, ist ebenfalls aus Mahagoni und mit Blumen, Ornamenten und Girlanden verziert. Die Untertasten sind mit Elfenbein und die Obertasten mit Ebenholz belegt. Je zwei kleine Ziereinkerbungen sind […]

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Der Korpus des Instrumentes ist aus massivem Mahagoni und reich mit verschiedenen Intarsien und eingelegten Zierbänder verziert. Das originale Gestell mit 6 Beinen, auf welchem das Instrument liegt, ist ebenfalls aus Mahagoni und mit Blumen, Ornamenten und Girlanden verziert.

Die Untertasten sind mit Elfenbein und die Obertasten mit Ebenholz belegt. Je zwei kleine Ziereinkerbungen sind jeweils am Übergang der Untertasten zu den Obertasten aufgebracht, die mit Eisengallustinte eingefärbt wurde. Dieses Detail ist als Verzierungselement bei Tasten von Cembali sehr gebräuchlich gewesen und findet sich hier als dekoratives Überbleibsel. Es findet sich hauptsächlich nur bei sehr frühen Instrumenten.

Im Inneren befindet sich eine Binnenschaltung die zur Dämpfungsaufhebung dient und über einen Registerzug zu bedienen ist.

Die Einzeldämpfer sind hinter einer Leiste versteckt und mit Hirschleder bezogen. Die Hämmerchen sind ebenfalls mit Leder bezogen und das Instrument ist zweichörig besaitet. Bei der Mechanik handelt es sich um die englische single action ohne Führung der Hammerstiele.

Das elegante Vorsatzbrett ist signiert mit:

„Jacobus Ball Londini

Grosvenor Square“

Hinter dem Vorsatzbrett ist eine handschriftliche Signatur mit Bleistift:

„Repaired by

Grau (?) Bros. (unleserlich)

Decem. 27 – 1905“

Außergewöhnlich bei dem Instrument ist das originale Gestell welches über 6 Beine verfügt. Es ist wahrscheinlich, dass es in Anlehnung an deutsche Instrumente der damaligen Zeit gebaut worden ist, welches auf die kontinentale Abstammung Balls hinweist, der die Arbeiten aus seiner Heimat kannte. Ein derzeit vergleichbares Instrument ist bislang nicht von Ball bekannt.

 

Über Jacob (James) Ball ist nur sehr wenig bekannt. 1790 stellte er den Antrag auf die britische Staatsbürgerschaft. Daraus geht hervor, dass er deutscher Abstammung war und wie viele seiner Kollegen nach England auswanderte. Ebenfalls in diesem Jahr lies er sich einige Neuerungen patentieren. Dazu gehörte eine neue Tafelklaviermechanik und ein außergewöhnliches Notenpult, welches beim Aufklappen ähnlich dem Notenpult eines Flügels war und so furniert, dass es aussah, als ob es Teil des Vorsatzbrettes war wenn es eingeklappt war. (vgl. Michael Cole)

Weiterhin unterhielt er eine Geschäftsbeziehung mit dem Komponisten Domenico Motta 1794.

Laut Rosamond Harding war Ball in London von circa 1780 bis 1834 aktiv. In Anzeigen warb er mit dem Bau von Flügeln, Tafelklavieren und Cabinet Pianos. Es sind von ihm mehrere Adressen nachweisbar: 26 Duke Street, Grosvenor Square, im Jahr 1806 und 27 Duke Street ab 1808.

„J. Ball and Son“ ist ab 1819 und „Edward Ball and Son“ ab 1824 nachweisbar. In den Jahren 1827/28 ist die Bezeichnung „To His Majesty“ nachweisbar.

 

Weitere erhaltene Instrumente von Jacobus/James Ball:

  • 1775 Tafelklavier – Eric Feller Early Keyboard Instruments Collection, Deutschland
  • 1790 Tafelklavier – Musikinstrumentenmuseum Berlin , Deutschland
  • 1791 Tafelklavier – Colonial Williamsburg Foundation, Williamsburg USA

 

 

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Christopher Ganer 1780 https://www.ericfeller.de/instrumente/christopher-ganer-1780/ Wed, 08 Nov 2017 12:37:51 +0000 http://www.ericfeller.de/?post_type=instrumente&p=211 Der Korpus des zierlichen und eleganten Instrumentes ist aus massivem Mahagoni und reich mit eingelegten Zierbändern verziert. Das originale Gestell, auf welchem das Instrument liegt, ist an den Seiten mit Bronzeapplikationen verziert. Die Untertasten sind mit Elfenbein und die Obertasten mit Ebenholz belegt. Je zwei kleine Ziereinkerbungen sind jeweils am Übergang der Untertasten zu den […]

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Der Korpus des zierlichen und eleganten Instrumentes ist aus massivem Mahagoni und reich mit eingelegten Zierbändern verziert. Das originale Gestell, auf welchem das Instrument liegt, ist an den Seiten mit Bronzeapplikationen verziert.

Die Untertasten sind mit Elfenbein und die Obertasten mit Ebenholz belegt. Je zwei kleine Ziereinkerbungen sind jeweils am Übergang der Untertasten zu den Obertasten aufgebracht, die mit Eisengallustinte eingefärbt wurde. Dieses Detail ist als Verzierungselement bei Tasten von Cembali sehr gebräuchlich gewesen und findet sich hier als dekoratives Überbleibsel. Es findet sich hauptsächlich nur bei sehr frühen Instrumenten.

Im Inneren befinden sich drei Registerzüge für eine geteilte Dämpfungsaufhebung und Lautenzug. Der Umfang beträgt 5 Oktaven (FF/GG – f3; ohne fis im Bass).

 

Tafelklavier Christopher Ganer, London 1780 - Eric Feller Collection (Tastatur)

Tafelklavier Christopher Ganer, London 1780 – Eric Feller Collection (Tastatur)

 

Die Hämmerchen sind mit Leder bezogen und das Instrument ist zweichörig besaitet. Bei der Mechanik handelt es sich um die englische single action nach Zumpe.

Das Vorsatzbrett ist reichhaltig mit Blumen und Girlanden bemalt und trägt die Signatur:

„Christopher Ganer Londini fecit 1780

No 47 Broad Street Soho“

Christopher Ganer wurde um 1750 in Leipzig geboren. Wie viele Instrumentenbauer verließ er den Kontinent und ist ab 1774 in England als Cembalo- und Klavierbauer (ebenso auch als Harfenbauer ab ca. Mitte der 1780er Jahre) nachweisbar. Zu dieser Zeit befand sich seine Werkstatt in der Broad Street 22, Golden Square, später dann in der Broad Street No. 47.

1774 heiratete er Lydia Willey und hatte vier Töchter und einen Sohn, der jedoch im Kindesalter starb.

Besonders bei den Instrumenten von Christopher Ganer ist, dass er neben den typischen „trestle-stands“ auch die ab 1777/78 in Mode kommenden „french-stands“ baute. Seine Fähigkeiten als ausgezeichneter Möbelschreiner ließen ihn besonders elegante und mit ausgesuchten Intarsien verzierte Instrumente bauen. Im Jahre 1782 baute er ein Instrument für Prinzessin Amelia. Alle seine Instrumente sind individuell gestaltet und keines gleicht dem anderen.

Bis ca. 1784 datierte Ganer seine Instrumente immer mit der lateinischen Aufschrift „Christopher Ganer Londini Fecit“.

Laut Literatur starb er 1811 (in einigen Quellen auch 1818).

 

Weitere erhaltene Instrumente von Christopher Ganer:

  • 1785 Tafelklavier (No. ?) Fondazione Cassa di Risparmio, Bologna Italien
  • 1785 Tafelklavier (No. ?) Eric Feller Early Keyboard Instruments Collection, Deutschland

 

 

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Érard Frères et Co. 1800 https://www.ericfeller.de/instrumente/erard-freres-et-co-1800/ Sat, 04 Nov 2017 17:11:23 +0000 http://www.ericfeller.de/?post_type=instrumente&p=186 Im späten 18. Jahrhundert erlebte das Tafelklavier in Frankreich und besonders auch in England eine bedeutende Entwicklung und spielte eine zentrale Rolle in der Musik- und Kulturgeschichte der Epoche. Nach dessen Erfindung fand es schnell Verbreitung und wurde ein bevorzugtes Instrument in den Pariser Salons der Aristokratie und der aufkommenden bürgerlichen Elite, da es im […]

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Im späten 18. Jahrhundert erlebte das Tafelklavier in Frankreich und besonders auch in England eine bedeutende Entwicklung und spielte eine zentrale Rolle in der Musik- und Kulturgeschichte der Epoche. Nach dessen Erfindung fand es schnell Verbreitung und wurde ein bevorzugtes Instrument in den Pariser Salons der Aristokratie und der aufkommenden bürgerlichen Elite, da es im Vergleich zum großen Hammerflügel platzsparender, transportabler und auch kostengünstiger war. Das Tafelklavier war jedoch nicht nur ein Musikinstrument, sondern auch ein kulturelles Symbol der Zeit. In einer Ära, in der das Musikmachen zu einem wichtigen Teil des gesellschaftlichen Lebens wurde, symbolisierte das Tafelklavier den gehobenen Lebensstil.

Das hier vorgestellte Instrument wurde von der Firma Érard Frères et Co. im Jahr 1800 in Paris gefertigt. Es handelt sich um ein sehr schlicht gehaltenes Instrument. Der Korpus und die dazu passenden originalen Beinen sind aus Mahagoni und mit einer einfachen Bronzeleiste verziert. Das Vorsatzbrett ist signiert mit:

„Érard Frères et Co.

Rue du Mail No. 37

à Paris 1800.“

Érard Frères et Co. 1800 - Eric Feller Collection

Érard Frères et Co. 1800 – Eric Feller Collection (Vorsatzbrett)

 

Die originale Tastatur hat einen Umfang von 5 Oktaven (FF – f3). Die Untertasten sind mit Elfenbein belegt und die Obertasten bestehen aus Ebenholz. Das Instrument ist zweichörig bezogen und hat zwei Pedale, welche am hinteren linken Bein integriert sind zur Dämpfungsaufhebung und Laute (Jeu de Luth).

Auf dem Resonanzboden befindet sich neben dem Steg die originale handschriftliche Signatur mit der Seriennummer 4343.

Tafelklavier Érard Frères et Co. 1800 No. 4343 - Eric Feller Collection (Erard Fertigungsbücher 1)

Tafelklavier Érard Frères et Co. 1800 No. 4343 – Eric Feller Collection (Erard Fertigungsbücher 1)

 

Laut den originalen Auslieferungsbüchern der Firma Érard wurde das Instrument an Monsieur Secrétan, einen Geigenbauer aus Tarbes, geliefert. Bisher ist lediglich bekannt, dass Monsieur Secrétan sowohl Geigenbauer als auch Schreiner war. Im Stadtarchiv von Tarbes befindet sich eine handschriftliche Akte, datiert auf den 15. Mai 1807, in der er namentlich genannt und mit seiner Berufsbezeichnung als Geigenbauer aufgeführt wird. In dieser Akte wurde er damit beauftragt, ein Gutachten über die Bedeutung der Orgel in der Gemeinde zu erstellen.

Des Weiteren gibt es im Stadtarchiv von Tarbes vier weitere Eintragungen aus den Jahren 1802, 1804 und 1828, in denen der Name Secrétan genannt wird. Diese Eintragungen beziehen sich jedoch auf den Leiter der örtlichen Feuerwehr. Es bleibt unklar, ob Secrétan Mitglied der Feuerwehr war und sich ehrenamtlich engagierte oder ob es sich um zwei verschiedene, vermutlich miteinander verwandte Personen handelt, die denselben Nachnamen trugen.

Tafelklavier Érard Frères et Co. 1800 No. 4343 - Eric Feller Collection (Erard Fertigungsbücher 2)

Tafelklavier Érard Frères et Co. 1800 No. 4343 – Eric Feller Collection (Erard Fertigungsbücher 2)

 

Ein zweiter Hinweis auf Monsieur Secrétan findet sich in einem eher ungewöhnlichen Kontext während der Französischen Revolution. Am 30. Mai 1793 beschloss der Nationalkonvent die Errichtung einer Kanonengießerei in Tarbes. Einige Tage zuvor war per Dekret die Beschlagnahme der meisten Glocken des Departements angeordnet worden. Der gewählte Standort für die Gießerei war das Kloster der Franziskanerbrüder, das seit dem 20. Dezember 1792 als „Maison nationale“ diente. Zuvor hatte es als Sitz der Staaten der Provinz Bigorre fungiert und beherbergte im April 1789 die letzten Sitzungen der Versammlungen des Klerus und des Adels. Der Geigenbauer Monsieur Secrétan erklärte sich bereit, die Leitung der Gießerei zu übernehmen. Die Gießerei bestand nur für kurze Zeit und wurde am 1. Juni 1796 für 6400 Francs an François Dassieu, einen Arzt in Tarbes, versteigert.

(vgl. „Trois canons anciens à Tarbes“ in: La Nouvelle République des Pyrénées, 28.03.2020)

Handschrift Städtische Archiv der Stadt Tarbes vom 15.5.1807 (Seite 33)

Handschrift Städtische Archiv der Stadt Tarbes vom 15.5.1807 (Seite 33)

 

Detaillierte Informationen über die Firma Érard Frères finden Sie in den Publikationen hier!

 

 

Weitere erhaltene Instrumente der Firma Érard Frères et Co.:

  • 1800 Tafelklavier (No. 4475) Metropolitan Museum of Art New York, USA
  • 1808 Tafelklavier (No. 7488) Cité de la Musique Paris, Frankreich

 

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Stephan Keene ca. 1690 https://www.ericfeller.de/instrumente/stephan-keene-c-1690/ Sat, 04 Nov 2017 14:08:21 +0000 http://www.ericfeller.de/?post_type=instrumente&p=183 Dieses frühe Spinett zählt zu den wenigen erhaltenen Instrumenten von Stephan Keene. Der Korpus ist aus Walnuss, die originalen Scharniere und das Schloss sind aus Messing gearbeitet. Die Form des Spinetts ist eckig, was für eine frühe Datierung gegen Ende des 17. Jahrhundert spricht. Es liegt auf dem originalen Gestell auf (ohne Schraubverbindungen oder Rasten). […]

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Dieses frühe Spinett zählt zu den wenigen erhaltenen Instrumenten von Stephan Keene. Der Korpus ist aus Walnuss, die originalen Scharniere und das Schloss sind aus Messing gearbeitet.

Die Form des Spinetts ist eckig, was für eine frühe Datierung gegen Ende des 17. Jahrhundert spricht. Es liegt auf dem originalen Gestell auf (ohne Schraubverbindungen oder Rasten).

Die Springer des Instrumentes sind vollständig und ebenfalls original. Sie sind mit Tinte nummeriert. Teilweise Reste der alten Bekielung aus Vogelfedern sind noch vorhanden gewesen. Das Vorsatzbrett ist mit aufwändigen Blumenmustern aus Intarsien verziert und zeigt die originale Signatur:

„Stephanus Keene – Londini Fecit“

Auffällig bei dem Instrument ist die nicht mehr originale Tastatur. Sie wurde vermutlich Ende des 18. Jahrhunderts ersetzt und zeigt die einzige bauliche Veränderung des Instrumentes.

Der Deckel ist aus zwei Hölzern zusammengesetzt. An der rechten Korpusseite befindet sich ein Verschluss, welcher über eine Steckverbindung aus Metall geschlossen werden kann.

Von den bisher erhaltenen Instrumenten ist dieses Spinett laut D. Boalch die Nummer 21 (vgl. D. Boalch: „Makers of the Harpsichord and Clavichord“).

Es gehörte zuerst Charles Thornton und dann Roger Warner of Burford, welcher es von Michael Thomas of Hurley reparieren lies. Es wurde 1957 an Dr. B. E. Juel – Jensen verkauft und befindet sich seit 2006 im Besitz von Eric Feller.

Das Instrument war in dem 2009 erschienen Film „Händel – Der Film“ von Ralf Pleger zu sehen.

 

 

Stephan Keene wurde in Sydenham (Oxfordshire) um 1640 geboren und zählt zu den bedeutendsten Cembalo- und Spinettbauern. Von 1662 an war er für sieben Jahre Lehrling bei dem Virginalbauer Gabriel Townsend. Neben seinem Erfolg als Instrumentenbauer war seine Reputation so groß, dass er viele (später auch sehr berühmte) Cembalobauer ausbildete. Dazu zählten:

  • Abraham Richardson 1664 – 1671
  • Robert Smith 1670 – 1677
  • John Harris 1675 – 1685
  • Leonard Dutton 1682 – 1689
  • Richard Vesey 1687 – 1694
  • Edward Blunt 1693 – 1700
  • Thomas Barton 1699 – 1706
  • Charles Brackley 1703 – 1711

Ob Keene nach 1711 noch weitere Lehrlinge aufnahm ist nicht belegt. Es ist anzunehmen, dass er dies in seinem hohen Alter wohl nicht mehr tat. Er starb um 1719/20.

 

Weitere erhaltene Instrumente von Stephan Keene:

  • 1668 Virginal – Russell Collection of Early Keyboard Instruments, Edinburgh England
  • 1685 Spinett – Royal College of Music, London England
  • 1700 Spinett – National Gallery of Victoria, Melbourne Australien

 

Stephan Keene ca. 1690 - Eric Feller Collection (1)

Stephan Keene ca. 1690 – Vorsatzbrett – Eric Feller Collection (1)

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Rousselot ca. 1830 https://www.ericfeller.de/instrumente/rousselot-ca-1830/ Sat, 04 Nov 2017 11:52:20 +0000 http://www.ericfeller.de/?post_type=instrumente&p=178 Dieser seltene Hammerflügel aus der Sammlung historischer Tasteninstrumente von Eric Feller ist ein Instrument von typisch französischer Eleganz – im Klang als auch in der Optik und zeigt den Geist der romantischen Epoche auf außerordentliche Weise. Das Instrument wurde um 1830 in Nîmes gebaut. Der Korpus ist aus Mahagoni und Palisander gearbeitet und umlaufend mit […]

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Dieser seltene Hammerflügel aus der Sammlung historischer Tasteninstrumente von Eric Feller ist ein Instrument von typisch französischer Eleganz – im Klang als auch in der Optik und zeigt den Geist der romantischen Epoche auf außerordentliche Weise.

Das Instrument wurde um 1830 in Nîmes gebaut. Der Korpus ist aus Mahagoni und Palisander gearbeitet und umlaufend mit Bandintarsien und Messingapplikationen verziert. Die Tastatur ist aus Elfenbein und Ebenholz. Der Flügel ist gradsaitig bespannt und verfügt über vier Metallspreizen und eine Stosszungenmechanik und zwei Pedale (Dämpfungsaushebung und due corde). Im Inneren befindet sich über den Saiten der originale Staubboden, ein Merkmal, dass nur kurze Zeit bei Hammerflügeln gebaut wurde. Der Umfang beträgt 6 1/2 Oktaven (CC – g4).

Über die Firma Rousselot ist bisher nur wenig bekannt. Sicher ist, dass sie eine der wenigen Firmen ist, die zu der damaligen Zeit nicht in Paris sondern ins Nîmes tätig war. Klanglich übertrifft dieser Hammerflügel die Instrumente von Erard und Pleyel die von Chopin, Liszt und Schumann gespielt wurden und zeigt somit einen herausragendes und absolut authentisches Klangbild der Zeit. Nur wenige Instrumente sind bis heute erhalten geblieben. Ein baugleiches Instrument befindet sich im Musée de la musique in Paris.

Der Flügel wurde 2009 von der aus Montreal stammenden Restauratorin Renée Geoffrion in Paris schonend restauriert und 2013 noch einmal von Rudolf Haase in der Schweiz überarbeitet.

 

Rousselot 1830 (1) - Eric Feller Collection

 

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Érard Frères 1805 https://www.ericfeller.de/instrumente/erard-freres-1805/ Thu, 02 Nov 2017 16:31:16 +0000 http://www.ericfeller.de/?post_type=instrumente&p=170   Dieses elegante Tafelklavier wurde von Érard Frères 1804/1805 in Paris gefertigt. Der Korpus des Instrumentes und die dazu passenden originalen Beinen sind aus Mahagoni, mit Intarsien und aufwändigen Bronzen verziert. Das Vorsatzbrett ist signiert mit: „Érard Frères Rue du Mail No. 37 à Paris 1805.“ Die originale Tastatur hat einen Umfang von 5 ½ […]

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Dieses elegante Tafelklavier wurde von Érard Frères 1804/1805 in Paris gefertigt. Der Korpus des Instrumentes und die dazu passenden originalen Beinen sind aus Mahagoni, mit Intarsien und aufwändigen Bronzen verziert. Das Vorsatzbrett ist signiert mit:

„Érard Frères

Rue du Mail No. 37 à Paris 1805.“

Die originale Tastatur hat einen Umfang von 5 ½ Oktaven (FF – c4). Die Untertasten sind mit Elfenbein belegt und die Obertasten aus Ebenholz.

Auf dem Resonanzboden befindet sich neben dem Steg die originale handschriftliche Signatur mit der Seriennummer 6115. Das Tafelklavier verfügt über vier Pedale, die in einer Leiste zwischen den beiden hinteren beiden Beinen eingefügt ist. Auf der linken Seite der Tastatur ist ein kleines Fach für Stimmwerkzeug und Saiten. Das Instrument wurde aufwändig restauriert. Sämtliche Substanz konnte erhalten werden, ebenfalls alle originalen Bronzebeschläge.

Laut der originalen Auslieferungspapieren wurde das Instrument an die Familie Cochu ausgeliefert.

 

Detaillierte Informationen über die Firma Érard Frères finden Sie in den Publikationen hier!

 

Weitere erhaltene Instrumente von Érard Frères:

  • 1805 Tafelklavier (No. 6447) Museum für Kunst und Gewerbe Hamburg, Deutschland
  • 1808 Tafelklavier (No. 7488) Cité de la Musique Paris, Frankreich

 

Erard 1804/5 No. 6115 Eintragung (2) - Eric Feller Collection Square Piano Érard Frères 1804/5 - Eric Feller Collection Square Piano Erard 1804/55 (2) - Eric Feller Collection Square Piano Erard 1804/5 (3) - Eric Feller Collection

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Heinrich Janssen ca. 1810 – 1815 https://www.ericfeller.de/instrumente/heinrich-janssen-ca-181015/ Mon, 23 Oct 2017 11:18:56 +0000 http://www.ericfeller.de/?post_type=instrumente&p=152 Die frühen Wiener Hammerflügel markieren einen signifikanten Entwicklungsschritt in der Geschichte der Tasteninstrumente, der den Übergang von der Cembalobaukunst zur frühen Klavierentwicklung verkörpert. Im späten 18. und frühen 19. Jahrhundert, einer Zeit intensiver künstlerischer und technischer Innovation, gelang es Instrumentenbauern, Elemente der Cembalobauweise mit neuen, dynamik- und expressivitätssteigernden Mechanismen zu verbinden. Die Wiener Hammerflügel zeichneten […]

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Die frühen Wiener Hammerflügel markieren einen signifikanten Entwicklungsschritt in der Geschichte der Tasteninstrumente, der den Übergang von der Cembalobaukunst zur frühen Klavierentwicklung verkörpert. Im späten 18. und frühen 19. Jahrhundert, einer Zeit intensiver künstlerischer und technischer Innovation, gelang es Instrumentenbauern, Elemente der Cembalobauweise mit neuen, dynamik- und expressivitätssteigernden Mechanismen zu verbinden. Die Wiener Hammerflügel zeichneten sich durch einen fein abgestimmten Hammermechanismus aus, der eine variable Lautstärkedarstellung und eine unmittelbare Rückkopplung zwischen Spieler und Instrument ermöglichte. Dieser Mechanismus basierte auf einer direkten Verbindung zwischen Tastatur und Hämmern, wodurch ein unmittelbares Ansprechverhalten erzielt wurde. Diese technischen Innovationen bildeten die Grundlage für spätere klangliche Entwicklungen im modernen Klavierbau.

Wien, als kulturelles Zentrum der damaligen Zeit, begünstigte durch sein reiches musikalisches Erbe und die enge Zusammenarbeit zwischen Komponisten, Interpreten und Instrumentenbauern die rasche Weiterentwicklung des Hammerflügels. Die erweiterten Ausdrucksmöglichkeiten, die diese Instrumente boten, fanden in den Kompositionen und Aufführungen von Größen wie Mozart, Beethoven und Schubert ihren Niederschlag. Die Wiener Hammerflügel trugen somit nicht nur zur technischen Evolution des Tasteninstruments bei, sondern beeinflussten auch maßgeblich den künstlerischen Ausdruck und den Übergang von der Klassik zur Romantik.

Die Pionierarbeit der Wiener Hammerflügel legte den Grundstein für den späteren Bau des modernen Klaviers. Die frühen Experimente mit Hammermechanismen und Resonanzstrukturen führten zu einer kontinuierlichen Optimierung der Spielmechanik und Klangqualität.

Der hier vorgestellte Hammerflügel von Heinrich Janssen ist ein Zeugnis der eleganten und perfekten Handwerkskunst des Wiener Klavierbaus. Der Korpus ist aus Nuss und mit Schellack poliert. Umseitig und um die Tastatur ist der Flügel mit den originalen feuervergoldeten Bronzen verziert. Häufig gingen diese Bronzen im Laufe der Jahrhunderte verloren. Oft wurden sie abmontiert und aufgrund des hohen Wertes der künstlerischen Arbeit verkauft oder als Beschläge für wertvolle Möbel verwendet.

Der Flügel steht auf 4 originalen Beinen mit feuervergoldeten Bronzen.

Die Tastatur ist aus Elfenbein und Ebenholz gearbeitet, die Hämmer sind mit Hirschleder bezogen. Der Saitenbezug ist dreichörig und das Instrument verfügt über eine Stiefeldämpfung.

Der Klaviaturumfang beträgt 6 Oktaven + Quarte (CC – f4).

Das Vorsatzbrett trägt auf einem Keramikschildchen die Aufschrift:

„Heinrich Janssen / in Wien”.

Die Bezeichnung “in Wien” auf dem Namensschild durften nur Instrumentenbauer verwenden, die selbst auch „ordentliche Bürger“ der Stadt waren.

Hammerflügel Heinrich Janssen, Wien ca. 1815 (7) - Eric Feller Collection

Hammerflügel Heinrich Janssen, Wien ca. 1815 – Eric Feller Collection

 

Bis heute ist über Heinrich Janssen nichts weiter bekannt. In einigen Quellen wird über Janssen noch als Bauer von Giraffenklavieren und Lyraflügeln berichtet.

Bisher ist kein weiterer Hammerflügel erhalten geblieben. Das Instrument wurde von Rudolf Haase in der Schweiz restauriert.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Dieser Hammerflügel ist im Museum Kellinghusen „betont – Ton und Tasten Museum“ in der Dauerausstellung ausgestellt!

 

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John Broadwood and Son 1803 https://www.ericfeller.de/instrumente/john-broadwood-and-son-1803/ Mon, 23 Oct 2017 10:51:03 +0000 http://www.ericfeller.de/?post_type=instrumente&p=147 Der Korpus des Instrumentes ist aus Mahagoni mit umlaufenden Einlegearbeiten in unterschiedlichen Hölzern gestaltet, die kassettenförmig angeordnet sind. Drei Messingschließen zum verschließen des Deckels sind umlaufend angebracht. Die Tastatur ist aus Elfenbein und Ebenholz gearbeitet, die Hämmer sind mit Leder bezogen, 3 chöriger Saitenbezug und das Instrument verfügt über eine Einzeldämpfung mit Dockenleiste. Der Flügel […]

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Der Korpus des Instrumentes ist aus Mahagoni mit umlaufenden Einlegearbeiten in unterschiedlichen Hölzern gestaltet, die kassettenförmig angeordnet sind. Drei Messingschließen zum verschließen des Deckels sind umlaufend angebracht.

Die Tastatur ist aus Elfenbein und Ebenholz gearbeitet, die Hämmer sind mit Leder bezogen, 3 chöriger Saitenbezug und das Instrument verfügt über eine Einzeldämpfung mit Dockenleiste.

Der Flügel liegt auf dem originalen trestle-stand mit zwei integrierten hölzernen Schnabelpedalen an beiden Seiten für Dämpfungsaufhebung (rechts) und due corde/una corda (links). Am Ende der Tastatur gibt es im rechten Backenklotz eingelassen einen kleinen Registerschalter. Dieser kann bei Betätigung die Mechanikverschiebung beim Treten des linken Pedals begrenzen, womit man zwischen due corde und una corda wechseln kann. Der Klaviaturumfang beträgt 5 ½ Oktaven (FF – c4).

Die Seriennummer (2741) ist auf der linken Seite des Stimmstockes mit Tinte geschrieben. Das Vorsatzbrett trägt in einem Oval die Aufschrift:

„1803 / John Broadwood and Son / Makers to his Majesty / and the Princesses / Great Pulteney Street Golden Square / London”.

 

 

Die Signatur auf dem Vorsatzbrett „John Broadwood and Son“ lässt sich ab 1794 nachweisen, nachdem John Broadwoods Sohn James Shudi Broadwood (1772 – 1851) in die Firma einstieg. Zuvor waren alle Instrumente immer mit „Johannes Broadwood Londini fecit“ signiert.

Der Flügel ist baugleich wie der zweite Hammerflügel von John Broadwood, ebenfalls aus dem Jahr 1803, in der Sammlung von Eric Feller. Im Vergleich zu dem anderen Flügel ist aufgrund der Seriennummer nahe liegend, dass dieses Instrument gegen Ende des Jahres 1803 gefertigt worden ist, da laut Michael Cole die Produktion von Flügel bei circa 200-250 Stück pro Jahr lag.

Bisher sind 3 Hammerflügel aus dem Jahr 1803 bekannt:

  1. Seriennummer 2526 – Sammlung Jörg Demus
  2. Seriennummer 2624 – Sammlung Eric Feller
  3. Seriennummer 2741 – Sammlung Eric Feller

Der Umfang des Flügels von 5 ½ Oktaven (FF – c4) wurde von Broadwood ab 1791 eingeführt, vorher waren alle Instrumente (Tafelklavier und Flügel) mit jeweils nur 5 Oktaven ausgestattet (eines der ersten Beispiele für Flügel mit 5 ½ Oktaven Umfang lässt sich bei dem Flügel von 1792 sehen, ebenfalls in der Sammlung Eric Feller). In einem Brief von James Shudi Broadwood an Thomas Bradford vom 13. November 1793 schreibt er, das sie ab 1791 damit begonnen hätten, nach Anraten des Komponisten Johann Ladislaus Dussek (1760 – 1812), der sich zu der Zeit in London aufhielt, Flügel mit 5 ½ Oktaven Umfang zu bauen.

Heute ist bekannt, dass John Broadwood im Januar 1785 seine ersten beiden Flügel verkaufte. Der eine Flügel wurde an Tyler of Bath verkauft, einem Musikalienhändler und der andere an Graf Brühl, sächsischer Botschafter und Musikmäzen. Beide Flügel wurden zu einem Preis von je 55 Pfund verkauft.

Der heute bisher älteste datierte erhaltene Hammerflügel von John Broadwood stammt aus dem Jahr 1787.

 

John Broadwood wurde am 6. Oktober 1732 in Oldhamstocks in der Nähe von Cockburnspath in Schottland geboren. Er erlernte den Beruf des Möbeltischlers wie schon sein Vater zuvor.

Im Jahr 1761 begann er bei Burkat Shudi (1702 – 1773) in London zu arbeiten und wurde 1770 sein Geschäftspartner. 1771 eröffnete er sein eigenes Geschäft in der Great Pulteney Street in London. John Broadwood heiratete 1769 Burkat Shudis Tochter Barbara in erster Ehe und hatte mit ihr vier Kinder.

Nach dem frühen Tode (1776) seiner Frau heiratete er in zweiter Ehe 1781 Mary Kitson und hatte mit ihr sechs Kinder. Er starb am 17. Juli 1812 in London.

 

 

Weitere erhaltene Instrumente von John Broadwood and Son (Auswahl):

  • 1787 Hammerflügel (No. 208) – Sammlung Charles Colt, Bethersdes UK
  • 1792 Hammerflügel (No. 452) – Metropolitan Museum, New York USA
  • 1800 Hammerflügel (No. 1835) – Sammlung Charles Colt, Bethersdes UK
  • 1806 Hammerflügel (No. 3500) – Museum of Art, Columbia USA

 

John Broadwood and Son, London 1803 - Eric Feller Collection - Vorsatzbrett

John Broadwood and Son, London 1803 – Eric Feller Collection – Vorsatzbrett

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