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Léonard Systermans 1829

Informationen

Datum: 1829

Herkunft: Paris

Seriennummer: 2187

Dieses schlichte Empire-Tafelklavier wurde 1829 von Léonard Systermans in Paris gefertigt. Das Instrument besticht durch seine für das Empire eher ungewöhnlich zurückhaltende und schlichte Eleganz.

Der Korpus und die dazu passenden originalen Säulenbeine sind aus Mahagoni gefertigt. Bei dem gesamten Instrument wurde auf bronzene Applikationen verzichtet. Das Vorsatzbrett ist leicht gerundet und trägt die Aufschrift:

„Leonard Systermans /

Rue Notredame de Nazareth No. 26 Paris /

1829“

Auf dem Resonanzboden befindet sich eine handschriftliche Signatur mit der Seriennummer „Leonard Systermans No. 2187 a Paris 1829“.

Die originale Tastatur hat einen Umfang von 6 Oktaven. Die Untertasten sind mit Elfenbein belegt und die Obertasten aus Ebenholz. Bei der Mechanik handelt es sich um eine französische Version der double action.

Das Tafelklavier verfügt über zwei Pedale (Dämpfungsaufhebung, Laute) und einen Kniehebel (Moderator). Über der Mechanik und dem Resonanzboden befindet sich der originale Staubboden, der zweigeteilt ist.

Das Instrument befand sich beim Ankauf in absolutem Originalzustand (keine Teile fehlten) und wurde von Rudolf Haase in der Schweiz restauriert.

 

 

Jean Léonard Systermans wurde 1764 geboren und war elsässischer Abstammung. Um 1780 ging er bei Fessard in die Lehre um den Beruf des Klavierbauers zu erlernen. Ab ca. 1785 hatte er seine eigene Werkstatt in Rue Denis Maison Chaumont No. 18. (vgl.: Tafelklavier von 1797 Sammlung M. Cole und Tafelklavier aus dem Jahr 1800 (jetziger Besitzer unbekannt)).

Am 12. Juni 1821 starb Léonard Systermans und das Geschäft wurde von einem seiner Söhne unter dem Namen des Vaters weitergeführt. Die Adresse ab ca. 1817 war in der Rue Notre Dame de Nazareth No. 26 in Paris.

Ab ca. 1840 ist die Firma Systermans et Frères mit der gleichen Adresse nachweisbar (vgl.: Martha Clinkscale „Makers of the Piano“)

In dem Buch „L’art d’accorder soi-même son piano“ von Claude Montal aus dem Jahr 1836 beschreibt er, dass die Instrumente von Systermans „obwohl schlechter als die von Erard, dennoch einen guten Ruf hatten.“(vgl.: Claude Montal „L’art d’accorder soi-même son piano„, 1836, S. 212)

 

 

Weitere erhaltene Instrumente von Leonard Systermans:

  • 1797 Tafelklavier (No. 130) – Sammlung Michael Cole Cheltenham, England
  • 1824 Tafelklavier – Sammlung Western Australian Academy of Performing Arts, Edith Cowan University Perth, Australien
  • 1825 Tafelklavier – Privatsammlung Amsterdam, Niederlande

 

Leonard Systermans, Paris 1829 – Collection Eric Feller

 

Leonard Systermans, Paris 1829 – Collection Eric Feller

 

Dieses Tafelklavier ist im Museum Kellinghusen „betont – Ton und Tasten Museum in der Dauerausstellung ausgestellt!

 

Länge: 160 cm

Breite: 60 cm

Höhe: 24,5 cm

Umfang: 6 Oktaven (FF - f4)

Mechanik: franz. double action

Pedale: 2 Pedale (Dämpfungsaufhebung, Laute), 1 Kniehebel (Moderator)

Signatur: "Leonard Systermans /
Rue Notredame de Nazareth No. 26 Paris /
1829“