Notice: Trying to get property of non-object in /var/www/web27943793/html/wp-content/plugins/wordpress-seo/frontend/schema/class-schema-utils.php on line 26
Chose English language

Jacobus Ball ca. 1775/80

Informationen

Datum: 1775/80

Herkunft: London

Seriennummer: ---

Bei diesem Instrument handelt es sich um das wahrscheinlich früheste erhaltene Tafelklavier von Jacobus Ball. Der Korpus des kleinen Instrumentes ist aus Mahagoni mit umlaufenden Bandintarsien in unterschiedlichen Hölzern. Das Instrument selbst liegt auf einem trestle-stand auf, das in Kirschholz gefertigt worden ist (nicht original).

Die Untertasten sind mit Elfenbein und die Obertasten mit Ebenholz belegt. Je zwei kleine Ziereinkerbungen sind jeweils am Übergang der Untertasten zu den Obertasten aufgebracht, die mit Eisengallustinte eingefärbt wurde. Dieses Detail ist als Verzierungselement bei Tasten von Cembali sehr gebräuchlich gewesen und findet sich hier als dekoratives Überbleibsel. Es findet sich hauptsächlich nur bei sehr frühen Instrumenten.

Im Inneren befindet sich eine Binnenschaltung die zur Dämpfungsaufhebung dient und über einen Registerzug zu bedienen ist. Weiterhin befindet sich ein weiterer Registerzug im Inneren, der den Lautenzug bedient. Die Einzeldämpfer sind hinter einer Leiste versteckt und mit Walbarten als Federn ausgestattet. Die Hämmerchen sind mit Lederbezogen und das Instrument ist zweichörig besaitet. Bei der Mechanik handelt es sich um die englische single action.

Das Vorsatzbrett ist mit einer ovalen Kartusche versehen in der die Signatur zu finden ist:

„Jacobus Ball Londini Fecit

Grosvenor Square“

Auf der Rückseite des Vorsatzbrettes findet sich eine handschriftliche Signatur mit Tinte:

„Jacob Ball No. Pat.“

Es ist mit hoher Wahrscheinlichkeit anzunehmen, dass Ball hier selbst noch einmal signiert hat. Weiterhin findet sich eine Signatur auf dem Unterboden unter dem Resonanzboden handschriftlich mit Bleistift:

„Wilm. 1818“

Was die Signatur selbst anbetrifft so können nur Vermutungen angestellt werden. Es ist mit hoher Wahrscheinlichkeit anzunehmen, dass es sich dabei um die eigenhändige Unterschrift von Ball selbst handelt. Die Bezeichnung „No. Pat.“ könnte vielleicht der Prototyp eines besonders kleinen Instrumentes sein, an welchem Ball sich versuchte. Weitere Instrumente von Ball in der Große und Ausführung sind bisher nicht weiter bekannt.

In der Literatur finden wir immer wieder die Aussage, dass Ball erst in den 1790er Jahren oder kurz davor nach England kam (1790 Antrag auf die britische Staatsbürgerschaft). Dieses Instrument zeigt jedoch eindeutige bauliche Merkmale eines früheren Typs. Auch die Signatur auf dem Vorsatzbrett („Londini Fecit“) spricht eher für eine frühere Datierung als 1790. Es ist also anzunehmen, dass Ball schon wesentlich früher in England als Instrumentenbauer aktiv war als bisher angenommen.

 

 

Über Jacob (James) Ball ist nur sehr wenig bekannt. 1790 stellte er den Antrag auf die britische Staatsbürgerschaft. Daraus geht hervor, dass er deutscher Abstammung war und wie viele seiner Kollegen nach England auswanderte. Ebenfalls in diesem Jahr lies er sich einige Neuerungen patentieren. Dazu gehörte eine neue Tafelklaviermechanik und ein außergewöhnliches Notenpult, welches beim Aufklappen ähnlich dem Notenpult eines Flügels war und so furniert, dass es aussah, als ob es Teil des Vorsatzbrettes war wenn es eingeklappt war. (vgl. Michael Cole)

Weiterhin unterhielt er eine Geschäftsbeziehung mit dem Komponisten Domenico Motta 1794.

Laut Rosamond Harding war Ball in London von circa 1780 bis 1834 aktiv. In Anzeigen warb er mit dem Bau von Flügeln, Tafelklavieren und Cabinet Pianos. Es sind von ihm mehrere Adressen nachweisbar: 26 Duke Street, Grosvenor Square, im Jahr 1806 und 27 Duke Street ab 1808.

J. Ball and Son“ ist ab 1819 und „Edward Ball and Son“ ab 1824 nachweisbar. In den Jahren 1827/28 ist die Bezeichnung „To His Majesty“ nachweisbar.

 

 

Weitere erhaltene Instrumente von Jacobus/James Ball:

  • ca. 1780 Tafelklavier – Eric Feller Early Keyboard Insruments Collection, Deutschland
  • 1790 Tafelklavier – Musikinstrumentenmuseum Berlin , Deutschland
  • 1791 Tafelklavier – Colonial Williamsburg Foundation, Williamsburg USA

 

 

Nameboard (Backside) – Jacobus Ball, London 1775 – Collection Eric Feller

 

Länge: 138 cm

Breite: 52,7 cm

Höhe: 20 cm

Umfang: 5 Oktaven FF – f3

Mechanik: single action

Pedale: 2 Registerzüge für Dämpfungsaufhebung und Laute

Signatur: „Jacobus Ball Londini Fecit / Grosvenor Square”