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William Rolfe 1803

Informationen

Datum: 1803

Herkunft: London

Seriennummer: 4490

Dieses Tafelklavier stammt aus der Werkstatt von William Rolfe und zeigt ein Instrument von klassischer Eleganz, wie es die englische Oberschicht um die Jahrhundertwende vom 18. zum 19. Jahrhundert favorisierte. Hervorstechend ist das detailreich ausgemalte Vorsatzbrett mit Blumen, Ranken und Früchten, welches stark an die Instrumente von Muzio Clementi erinnert (siehe dazu auch das Tafelklavier von Muzio Clementi aus dem gleichen Herstellungsjahr 1803 in der Eric Feller Collection – klick hier).

Der Korpus ist aus Mahagoni mit umlaufenden und mehrfarbigen Bandintarsien aus verschiednen Hölzern. Das Instrument steht auf einem Gestell mit Messingrollen. Die Tasten sind mit Elfenbein und Ebenholz belegt. Weiterhin verfügt es über ein hölzernes Pedal zur Dämpfungsaufhebung und ist zweichörig besaitet. Auf das Vorsatzbrett sind Girlanden aus Blumen, Ranken und Früchten aufgemalt. In einer Kartusche findet sich die leicht verblasste Signatur:

„William Rolfe

No. 112 Cheapside London“

Die Seriennummer lautet 4490 und ist auf den Stimmstock gestempelt. Bei der Mechanik handelt es sich um eine double action mit belederten Hämmerchen und Einzeldämpfern. Der Klaviaturumfang beträgt 5 ½ Oktaven (FF – c4) und deckte alle zur damaligen Zeit erhältlichen Komposition ab.

Die Datierung (wenn keine zu finden ist) vieler Instrumente ist oft schwierig und orientiert sich häufig nur an den baulichen Merkmalen und anhand der wenigen Information, die aus der Signatur auf dem Vorsatzbrett hervorgehen. Da es leider keine überlieferten Produktionsbücher von Rolfe gibt, ist eine Datierung schwierig. Bei diesem Instrument jedoch konnte das genaue Produktionsdatum ermittelt werden, da das Instrument mit der Seriennummer 4480 (also nur 10 Seriennummern früher – ein Kombinationsinstrument aus Tafelklavier und Orgel) mit dem Jahr 1803 signiert ist. Es befindet sich in der Colonial Williamsburg Foundation in Williamsburg / USA.

 

 

William Rolfe ist als Klavierbauer in der Zeit von 1785 bis etwa 1828 tätig gewesen. Seine Lebensdaten sind bisher nicht bekannt. In seiner Anfangszeit von 1785 arbeitet er zusammen mit Samuel Davis und die Firma wurde unter dem Namen Rolfe & Davis geführt. 1797 entwickelten die beiden ein Patent für einen Registerzug für „Turkish Music“ mit Becken und Trommeln. Hierbei wurde mit einem Schlegel beim Betätigen von unten gegen den Resonanzboden geschlagen. Dieses Patent ist nach R. Harding das bisher älteste Zeugnis einer solchen Veränderung in Form eines Janitscharenzugs, die später in den 1820er Jahren ihren Höhepunkt (besonders bei Wiener Instrumenten) fand und dann sehr schnell wieder verschwand.

Zeitgleich arbeitete William Rolfe als Instrumentenbauer und Musikverleger und war Partner von Thomas Culliford mit dem er Instrumente für die Firma Longman & Broderip herstellte. Er selbst verkaufte seine Instrumente auch unter seinem Namen. Nach dem Bankrott der Firma Longman & Broderip im Jahr 1796 arbeitete er nur noch unter seinem Namen. Im Jahr 1807 wurden seine beiden Söhne Nicholas und Thomas Partner in der Firma des Vaters. Ab 1814 wurde die Firma zu William Rolfe & Sons umbenannt und es kamen zusätzliche Räumlichkeiten in der London Wall Street No. 32 hinzu. Das Stammhaus lag jedoch seit der Gründung in der Cheapside 112. Ab ca. 1820 wurden Instrumente unter William Rolfe and Compy. vertrieben. Die Firma selbst bestand bis 1889.

 

 

Weitere erhaltene Instrumente von William Rolfe:

  • 1803 Tafelklavier & Orgel (No. 4480) – Colonial Williamsburg Foundation, Williamsburg / USA
  • 1803 Tafelklavier (No. 4481) – Cambridge University, Cambridge England

 

 

Länge: 169 cm

Breite: 60 cm

Höhe: 27 cm

Umfang: 5 ½ Oktaven (FF – c4)

Mechanik: Double Action mit Oberdämpfer

Pedale: 1 Pedal - Dämpfungsaufhebung

Signatur: "William Rolfe
No. 112 Cheapside London"