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Wilhelm Braschoss ca. 1830

Informationen

Datum: 1830

Herkunft: Genève

Seriennummer: ---

Dieses Schweizer Tafelklavier aus Genf zeigt den französischen und englischen Einfluss auf den Instrumentenbau in der Schweiz.

Das Instrument wurde um 1830 gebaut und zeichnet sich durch seinen sehr obertonreichen Klang aus.

Der Korpus und die Beine sind aus Mahagoni. Die typischen kannelierten Beine erinnern an die Beinform der englischen Instrumente aus dem Regency (vgl. Tafelklavier John Broadwood and Sons 1814).

Die Klaviatur umfasst 6 Oktaven, die Untertasten sind mit Elfenbein und die Obertasten mit Ebenholz belegt.

Das Vorsatzbrett (mit der halbrunden Form, welches typisch für französische Instrumente ist) ist in unterschiedlichen Hölzern gearbeitet und ist signiert mit:

„Braschoss

Facteur de Pianos

A Genève“

Das Instrument verfügt über zwei Pedale (Dämpfungsaufhebung und Sordine). Bei der Mechanik handelt es sich um eine Wiener Mechanik und es ist zweichörig besaitet. An der rechten Front (neben der Tastatur) lässt sich ein zweites integriertes Notenpult aufklappen. Dieses zusätzliche Notenpult wurde für Kammermusik genutzt.

 

 

Johann Wilhelm Braschoss wurde am 11. Oktober 1796 in Gräfrath/Wald in der Nähe von Solingen geboren. Um dem Militärdienst zu entgehen verließ er seine Familie mit 19 Jahren und arbeitete in der Region am Rhein. 1820 arbeitete er als Schreiner und Möbeltischler in München und ging im Sommer 1821 nach Wien. Dort arbeitete er für den Klavierbauer Cyrill Demian.

Im November 1822 ging er als Schreiner und Klavierbauer nach Genf und beantragte das Bürgerrecht der Stadt, welches er 1825 erhielt. Seine Werkstatt war in der Rue de Coutance 140 ansässig und später auch in der Rue du Rhône 29. Im Dezember 1828 erlangte er die Schweizer Staatsbürgerschaft, behielt jedoch auch seine Deutsche Staatsbürgerschaft. Er heiratete Isaline Antoinette Henry und konvertierte vom Katholizismus zum Protestantismus.

Das Geschäft florierte sehr gut und er bewohnte zusammen mit seiner Frau ein Haus in der Chemin de Mail 14, wo er auch am 5. Mai 1871 starb.

 

Weitere erhaltene Instrumente von Wilhelm Braschoss:

  • 1835 Tafelklavier – Musée d’Instruments Anciens de Musique, Genf Schweiz

 

Dieses Tafelklavier ist im Museum Kellinghusen „betont – Ton und Tasten Museum in der Dauerausstellung ausgestellt!

 

Länge: 168 cm

Breite: 70 cm

Höhe: 23 cm

Umfang: 6 Oktaven FF – f4

Mechanik: Wiener Mechanik

Pedale: 2 Pedale – Dämpfungsaufhebung, Sordine

Signatur: „Braschoss
Facteur de Pianos
A Genève“