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Tafelklaviere – Eric Feller Early Keyboard Instruments Collection https://www.ericfeller.de Private Collection Mon, 24 Feb 2025 09:49:00 +0000 de hourly 1 https://wordpress.org/?v=5.5.24 Fredericus Beck 1778 https://www.ericfeller.de/instrumente/fredericus-beck-1778/ Wed, 19 Feb 2025 17:08:20 +0000 https://www.ericfeller.de/?post_type=instrumente&p=1096 Arnold Frederick Beck war einer der herausragendsten Klavierbauer des 18. Jahrhunderts. Geboren um 1738 in Württemberg, emigrierte Beck Mitte des 18. Jahrhunderts über Frankreich nach London, wo er sich als Instrumentenbauer etablierte und eine Werkstatt in Soho gründete. Becks Karriere fiel in eine Zeit des Umbruchs in der Musikinstrumentenproduktion, als das Cembalo zunehmend vom neuen […]

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Arnold Frederick Beck war einer der herausragendsten Klavierbauer des 18. Jahrhunderts. Geboren um 1738 in Württemberg, emigrierte Beck Mitte des 18. Jahrhunderts über Frankreich nach London, wo er sich als Instrumentenbauer etablierte und eine Werkstatt in Soho gründete. Becks Karriere fiel in eine Zeit des Umbruchs in der Musikinstrumentenproduktion, als das Cembalo zunehmend vom neuen Hammerklavier verdrängt wurden.

Beck spezialisierte sich auf den Bau von Tafelklavieren. Er integrierte in seinen Tafelklavieren innovative mechanische Lösungen, die auf den damaligen Entwicklungen von Johann Christoph Zumpe und anderen führenden Klavierbauern basierten. Seine besondere Fähigkeit lag jedoch in der Weiterentwicklung dieser Techniken und der Schaffung von Instrumenten, die sowohl technisch präzise als klanglich absolut herausragend gelten. Becks Tafelklaviere setzten somit neue Maßstäbe in Bezug auf Klangreinheit und die Dynamik des Spiels. Die Gestaltung seiner Instrumente war nicht nur funktional, sondern auch ästhetisch anspruchsvoll. Beck legte großen Wert auf die Auswahl hochwertiger Materialien und eine präzise Ausführung. Diese Details machten die Klaviere nicht nur zu Musik-, sondern auch zu Kunstobjekten, die in den Häusern der wohlhabenden Bürgerschaft einen wichtigen Platz einnahmen.

Das hier präsentierte Instrument von Frederick Beck stellt eine Seltenheit dar. Das im Jahr 1778 in London gefertigte Tafelklavier zählt zu den lediglich drei erhaltenen Exemplaren von Beck, die durch ihr außergewöhnliches Gestell mit Kabriolbeinen gekennzeichnet sind und ist von diesen drei das älteste erhaltene Instrument. Dieses Gestell ist nicht nur unter den wenigen erhaltenen Instrumenten von Beck einzigartig, sondern auch im weiter gefassten Kontext der englischen Tafelklaviere des späten 18. Jahrhunderts eine außergewöhnliche Besonderheit, da es einklappbar ist. Bisher sind nur 5 weitere englische Instrumente mit einklappbaren Beinen bekannt:

  • Charles Trute, ca. 1771?
  • Ferdinand Weber, 1772
  • Frederick Beck, London, 1780/86? Fleet piano
  • Frederick Beck, 1789
  • Ferdinand Weber, Datierung unbekannt
  • Longman & Broderip, ca. 1790

(vgl. Lancaster G.: The First Fleet Piano, A Musician’s View, The Australian National University Press 2015 und Cole, Michael: Frederick Beck Piano Maker)

Der Korpus des Instrumentes und das Gestell sind aus Mahagoni mit umlaufenden mehrfarbigen Bandintarsien in einer vereinfachten Form der „Tunbridgeware“, die typisch für die frühen Instrumente von Beck sind. Das Instrument verfügt über einen Umfang von 5 Oktaven (FF – f3). Die Klaviatur ist aus Elfenbein und Ebenholz gefertigt.

Links neben der Klaviatur sind drei Handregisterzüge für eine geteilte Dämpfungsaufhebung und Laute. Das Vorsatzbrett trägt in einer länglichen Kartusche die Aufschrift:

„Fredericus Beck Londini Fecit 1778

No. 1 and 10 Broad Street Golden Square”

Am Vorsatzbrett, beidseitig der Kartusche mit der Signatur, sind jeweils drei Bohrlöcher erkennbar, die offensichtlich zu einem früheren Zeitpunkt verschlossen wurden. Diese Löcher deuten darauf hin, dass an dieser Stelle ursprünglich Kerzenhalter angebracht waren, welche jedoch heute nicht mehr vorhanden sind. (vgl. Cole, Michael: Frederick Beck Piano Maker)

Tafelklavier Fredericus Beck, London 1778 - Eric Feller Collection (2)

Tafelklavier Fredericus Beck, London 1778 – Eric Feller Collection (Signatur)

 

Das Tafelklavier ist zweichörig besaitet und weist eine einfache „Single Action“-Mechanik nach dem Vorbild von Zumpe auf. Es ist mit Einzeldämpfern ausgestattet, wobei eine bemerkenswerte Besonderheit darin besteht, dass die Dämpfung ausschließlich bis zum Ton c3 reicht. Diese Besonderheit ist typisch für die Instrumente von Beck, da diese restriktive Dämpfungsweise eine auffällige Abweichung von den üblichen Standards anderer Instrumentenbauer der damaligen Zeit darstellt. Durch diese Innovation generieren die Instrumente beim Spielen an den ungedämpften Saiten eine Schwingung, die reich an Obertönen ist und eine Art Schein erzeugt, der dem Klang des Instrumentes einen exquisiten und volleren Ausdruck verleiht. Frederick Becks innovative Entscheidung, die Dämpfer für die obersten fünf Töne seiner Tafelklaviere auszuschließen, stellt ein Novum dar, das durch die zur damaligen Zeit in England geschätzte ästhetische Vorliebe für einen obertonreichen, volleren resonierenden Klavierklang inspiriert wurde.

 

Arnold Frederick Beck wurde vermutlich 1738 in Württemberg geboren und am 30. Mai 1738 in derselben Region getauft. Nach 1756 verließ er Deutschland und ging über Frankreich nach London. Zwischen 1756 und etwa 1762 ließ sich Beck in Paris nieder, wo er ein Geschäft und/oder eine Werkstatt in der Rue Saint-Denis 364 gründete. Während dieser Zeit unterhielt Beck Geschäftsbeziehungen zu dem berühmten Cembalobauer Pascal Taskin (1723-1793), der Instrumente von Beck verkaufte und laut Frank Hubbard bei Beck im Jahr 1777 eine Schuld von 660 Livres hatte. (vgl. Hubbard, F.: Three Centuries of Harpsichord Making, Harvard University Press 1965)

Frederick Beck verließ in dieser Zeit den europäischen Kontinent und ließ sich in London nieder. Ab dem Jahr 1763 begann er dort mit der Herstellung von Gitarren. In diesem Jahr wird seine Wohn- und Geschäftsanschrift in Glassonbury Court, unweit des Covent Garden Market, dokumentiert. In den 1760er-Jahren ging Beck eine geschäftliche Partnerschaft mit Charles Pinto († 1791) ein, über dessen Leben und Wirken nur spärliche Informationen vorliegen. Ein einziges erhaltenes Exemplar einer Gitarre aus dem Jahr 1764 trägt die Signatur „Pinto and Beck“.

Am 20. November 1765 ist Beck als Mitglied der Jury am Westminster Coroner’s Court nachweisbar, wobei er weiterhin in Glassonbury Court ansässig war. Zwischen 1769 und 1773 kooperierte er mit der Firma Longman, Lukey & Co., einem der renommiertesten Unternehmen der Londoner Musikinstrumentenbranche. Am 23. September 1770 ehelichte er Mary Coles in London. Mitte des Jahres 1771 verlegte Beck seinen Wohnsitz und seine Werkstatt in die Broad Street 4 am Carnaby Market.

In den späten 1770er-Jahren wurde die Hausnummer seines Eigentums in der Broad Street von 4 auf 10 geändert. Am 7. September 1779 ging Beck eine zweite Ehe mit Rose Ann Shudi ein. Im Zeitraum von 1782 bis 1791 wurden aus dieser Verbindung sechs Kinder geboren, darunter drei Söhne.

Zwischen 1780 und 1789 stellte Beck durchschnittlich 222 Klaviere pro Jahr her, was auf eine beachtliche Produktionskapazität und eine hohe Nachfrage nach seinen Instrumenten schließen lässt. Gegen Ende des Jahres 1790 begann er eine Zusammenarbeit mit dem Klavierbauer George Corrie. Noch im Jahr 1794 ist Beck in der Klavierproduktion an der Broad Street 10 nachweisbar. Es wird angenommen, dass er um das Jahr 1798 verstarb.

Seine Instrumente gelten bis heute als herausragende Zeugnisse der Musikinstrumentenbaukunst des 18. Jahrhunderts und sind sowohl bei Sammlern als auch in musealen Sammlungen und unter Musikern von großem Interesse.

 

 

Weitere erhaltene Instrumente von Arnold Frederick Beck:

  • 1769 Tafelklavier – McLean Museum, Inverclyde, Schottland
  • 1778 Tafelklavier – Royal Museums of Art and History, Brussels, Belgien
  • ca. 1785 Tafelklavier – Hamamatsu Museum of Musical Instruments, Hamamatsu, Japan

 

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Joseph Kirckman 1805 https://www.ericfeller.de/instrumente/joseph-kirckman-1805/ Wed, 19 Feb 2025 10:41:03 +0000 https://www.ericfeller.de/?post_type=instrumente&p=1089 Joseph Kirckman zählte zu den bedeutendsten Klavierbauern Londons zu Beginn des 19. Jahrhunderts und entstammte einer Familie mit einer langen Tradition in der Instrumentenherstellung. Die Firma Kirckman, ursprünglich von seinem Großvater Jacob Kirchmann (1710–1792; der Name wurde später anglisiert zu Kirckman/Kirkman) gegründet, gehörte bereits im 18. Jahrhundert zu den führenden Instrumentenbauunternehmen Englands. Kirckmans Instrumente zeichneten […]

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Joseph Kirckman zählte zu den bedeutendsten Klavierbauern Londons zu Beginn des 19. Jahrhunderts und entstammte einer Familie mit einer langen Tradition in der Instrumentenherstellung. Die Firma Kirckman, ursprünglich von seinem Großvater Jacob Kirchmann (1710–1792; der Name wurde später anglisiert zu Kirckman/Kirkman) gegründet, gehörte bereits im 18. Jahrhundert zu den führenden Instrumentenbauunternehmen Englands.

Kirckmans Instrumente zeichneten sich durch eine robuste Bauweise, präzise Mechanik und klangliche Klarheit aus. Charakteristisch für seine Klaviere war die aufwendige Verarbeitung des Gehäuses, das oft mit feinen Intarsien verziert war. Zudem legte er großen Wert auf technische Innovationen, um die Spielbarkeit und Langlebigkeit der Instrumente zu verbessern.

Das hier vorgestellte Tafelklavier stammt aus dem Jahr 1805 und wurde in London gefertigt. Der Korpus des Instruments besteht aus Mahagoni mit umlaufenden, mehrfarbigen Bandintarsien aus verschiedenen Hölzern. Es steht auf einem French Stand mit Music Shelf. Die Untertasten sind mit Elfenbein, die Obertasten mit Ebenholz belegt. Das Vorsatzbrett wurde aus unterschiedlichen Hölzern gefertigt und an den Seiten mit Laubsägearbeiten verziert. In der Mitte befindet sich eine ovale Kartusche mit der Signatur:

„Joseph Kirckman
Piano Forte Maker
to Her Majesty
London 1805”

Das Instrument ist mit einem Pedal zur Aufhebung der Einzeldämpfung ausgestattet. Die Mechanik basiert auf dem Double-Action-Prinzip, die Hämmerchen sind mit Leder bezogen, und das Tafelklavier ist zweichörig besaitet.

Die Instrumente der Werkstatt Kirckmans zeichnen sich durch eine exzellente handwerkliche Verarbeitung sowie eine außergewöhnliche Klangästhetik aus, die für ihre warme, tragfähige und klar definierte Tonqualität geschätzt wird.

Tafelklavier Joseph Kirckman, London 1805 - Eric Feller Collection (9)

Tafelklavier Joseph Kirckman, London 1805 – Eric Feller Collection (Signatur auf dem Vorsatzbrett)

 

Detaillierte Informationen zu der Firmengeschichte von Kirkman finden Sie in den Publikationen – kick hier!

 

Weitere erhaltene Instrumente von Joseph Kirckman:

  • ca. 1830 Cabinet Piano – Glasgow Museums & Art Galleries, Glasgow England
  • ca. 1835 Cabinet Piano – Western Australian Academy of Performing Arts, Edith Cowan University, Perth Australien
  • Hammerflügel – Royal Palace Mafra, Portugal
Tafelklavier Joseph Kirckman, London 1805 - Eric Feller Collection (6)

Tafelklavier Joseph Kirckman, London 1805 – Eric Feller Collection (Klaviatur)

 

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John Broadwood and Son 1799 https://www.ericfeller.de/instrumente/john-broadwood-and-son-1799-3/ Fri, 06 Dec 2024 23:05:55 +0000 https://www.ericfeller.de/?post_type=instrumente&p=1054 Das Tafelklavier spielte im späten 18. Jahrhundert in England eine zentrale Rolle sowohl im musikalischen Leben der bürgerlichen und adligen Gesellschaft als auch in der Geschichte der Klavierentwicklung. Als eine Übergangsform zwischen den traditionellen Tasteninstrumenten des Barockzeitalters, wie dem Cembalo und dem Clavichord, und dem modernen Klavier, das wir heute kennen, war das Tafelklavier ein […]

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Das Tafelklavier spielte im späten 18. Jahrhundert in England eine zentrale Rolle sowohl im musikalischen Leben der bürgerlichen und adligen Gesellschaft als auch in der Geschichte der Klavierentwicklung. Als eine Übergangsform zwischen den traditionellen Tasteninstrumenten des Barockzeitalters, wie dem Cembalo und dem Clavichord, und dem modernen Klavier, das wir heute kennen, war das Tafelklavier ein maßgeblicher Bestandteil der musikalischen Kultur und ein entscheidendes Werkzeug für die Entwicklung des Klaviers als Instrument.

Im späten 18. Jahrhundert war Musik ein wichtiger Bestandteil der Bildung und des kulturellen Lebens in England und auf dem Kontinent, insbesondere für die wohlhabende Bürgerschaft. Das Tafelklavier wurde zum bevorzugten Instrument der Mittelklasse und des gehobenen Bürgertums. Es war kleiner und erschwinglicher als der große Konzertflügel und das Cembalo und fand deshalb zunehmend seinen Platz in den bürgerlichen Haushalten. Die Klaviermusik wurde vor allem von Frauen erlernt, da es als unentbehrliche Fähigkeit für gesellschaftliche Bildung und kulturelle Teilhabe galt. Das Tafelklavier, als zugängliches und gleichzeitig respektiertes Instrument, passte hervorragend in das häusliche Musizieren und diente nicht nur der Musikausbildung, sondern auch als Instrument für private Konzerte, in denen Familien und Gäste zusammenkamen, um Musik zu genießen.

Ein Beispiel dafür stellt dieses Instrument dar, welche 1799 von der Traditionsfirma John Broadwood and Son gebaut wurde. Ein baugleiches Instrument aus dem gleichen Jahr befindet sich ebenfalls in der Eric Feller Collection (klicken Sie hier)

Der Korpus des Instrumentes ist aus Mahagoni mit umlaufenden Bandintarsien in unterschiedlichen Hölzern. Das Instrument selbst liegt auf einem „French-Stand“ mit vier Messingrollen auf, das unter dem Instrument ein eingearbeitet „music-shelf“ hat. An den Seiten sind jeweils runde Messingapplikationen zum Abdecken der Schrauben des Gestells.

Die Untertasten sind mit Elfenbein und die Obertasten mit Ebenholz belegt.

Das Vorsatzbrett ist in unterschiedlichen Hölzern gearbeitet und ist in einer Kartusche signiert mit:

„John Broadwood and Son.

Makers to his Majesty and the Princeses

Great Pulteney Street London Golden Square.“

Das Instrument verfügt über eine Dämpfungsaufhebung und ist zweichörig besaitet. Bei der Mechanik handelt es sich um die einfache Single Action mit belederten Hämmerchen und den für Broadwood typischen Unterdämpfern (die Unterdämpfer Mechanik wurde von John Broadwood im Jahr 1783 patentiert).

John Broadwood and Son, London 1799 - Serial number - Eric Feller Collection

Tafelklavier John Broadwood and Son, London 1799 – Seriennummer – Eric Feller Collection

 

Interessant bei diesem Tafelklavier ist, dass man die Jahreszahl übermalt hat. Dies wurde teilweise gemacht, da es im frühen 19. Jahrhundert ein florierendes Verkaufswesen mit Gebrauchtinstrumenten gab und das Interesse an dem „neuen und modernen Klavier“ sehr hoch war. Gebrauchtinstrumente waren günstiger, als neue Instrumente und um den Verkauf zu fördern entfernte man teilweise die Herstellungsjahre auf den Instrumenten, um sie jünger erscheinen zu lassen und so einen besseren Preis erzielen zu können. Ein weiteres Beispiel dafür stellt das Tafelklavier von Ferdinand Weber aus Dublin dar, welches sich ebenfalls in der Eric Feller Collection befindet. Klicken Sie hier für weitere Informationen zu dem Instrument – Ferdinand Weber, Dublin ca. 1775.

 

 

 

John Broadwood wurde am 6. Oktober 1732 in Oldhamstocks in der Nähe von Cockburnspath in Schottland geboren. Er erlernte den Beruf des Möbeltischlers wie schon sein Vater zuvor.

Im Jahr 1761 begann er bei Burkat Shudi (1702 – 1773) in London zu arbeiten und wurde 1770 sein Geschäftspartner. 1771 eröffnete er sein eigenes Geschäft in der Great Pulteney Street in London. John Broadwood heiratete 1769 Burkat Shudis Tochter Barbara in erster Ehe und hatte mit ihr vier Kinder. Nach dem frühen Tode (1776) seiner Frau heiratete er in zweiter Ehe 1781 Mary Kitson und hatte mit ihr sechs Kinder. Er starb am 17. Juli 1812 in London.

 

 

 

Weitere erhaltene Instrumente von John Broadwood and Son:

  • 1798 Tafelklavier (No. 4200) National Museum of American History, Washington USA
  • 1791 Tafelklavier (No. 1552) Kenwood House, Hampstead UK
  • 1795 Tafelklavier (No. 2844) Sammlung Richard Burnett Finchcocks, Goudhurst UK

 

 

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Joseph Dale & Son 1806 – 1809 https://www.ericfeller.de/instrumente/joseph-dale-son-1806-1809/ Fri, 06 Dec 2024 14:48:28 +0000 https://www.ericfeller.de/?post_type=instrumente&p=1046 Im Rahmen des Workshops „Herangetastet. Eine Spurensuche“ des Museums „betont – Ton und Tasten Museum“ in Kellinghusen wurde das Instrument von Joseph Dale fachkundig am 16. November untersucht. Die Workshop-Teilnehmer durchleuchteten zusammen mit Museumsleiter Dr. Jan-David Mentzel und Experte Eric Feller das Instrument. Das Tafelklavier wurde im März 2018 in einem Auktionshaus in England erworben. […]

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Im Rahmen des Workshops „Herangetastet. Eine Spurensuche“ des Museums „betont – Ton und Tasten Museum“ in Kellinghusen wurde das Instrument von Joseph Dale fachkundig am 16. November untersucht. Die Workshop-Teilnehmer durchleuchteten zusammen mit Museumsleiter Dr. Jan-David Mentzel und Experte Eric Feller das Instrument. Das Tafelklavier wurde im März 2018 in einem Auktionshaus in England erworben. Spuren einer früheren Restaurierung konnten nicht gefunden werden, es befand sich somit in seinem Originalzustand.

 

Der Korpus des Instrumentes und das Gestell sind aus Mahagoni und mit mehrfarbigen Intarsien verziert. Bei der Mechanik handelt es sich um eine Single Action mit Unterdämpfern, doppelchöriger Saitenbezug und einem Pedal für die Dämpfungsaufhebung, welches fehlt. Die Untertasten sind mit Elfenbein und die Obertasten mit Ebenholz belegt.

Das Vorsatzbrett trägt in einer ovalen Kartusche die Signatur:

„Joseph Dale & Son

Piano Forte Makers

(By Appointment) To His Royal Highness

The Prince of Wales

Cornhill, Oxford Street & New Bond Street

London.“

Zeitlich ist das Instrument auf die Zeit zwischen 1806 – 1809 zu datieren. Joseph Dale ging 1805 eine Partnerschaft mit seinem Sohn William Dale (geboren um 1780 – 1785, gestorben um 1827) ein und beide erhielten das Privileg, Instrumente für das englische Königshaus liefern zu dürfen. („by Appointment To His Royal Highness / The Prince of Wales”). Mit diesem Privileg warb die Firma auch, was auch an dem in grüner Farbe gemalten heraldischen Badge des Prinzen von Wales, symbolisiert durch drei Straußenfedern über der Signatur auf dem Vorsatzbrett, zu sehen ist. Zwischen 1806 und 1809 war der Prince of Wales George Augustus Frederick, der spätere König George IV. Er war der älteste Sohn von König George III. und trug den Titel Prince of Wales ab 1762 bis zu seiner Thronbesteigung im Jahr 1820. 1809 löste sich William Dale von der Firma seines Vaters und eröffnete ein eigenes Geschäft unter seinem Namen.

Tafelklavier Joseph Dale & Son, London 1806 - 1809 Vorsatzbrett - Eric Feller Collection

Tafelklavier Joseph Dale & Son, London 1806 – 1809 – Vorsatzbrett – Eric Feller Collection

 

Bei der Untersuchung des Instrumentes fand sich unterhalb der Mechanik das Monogramm „J D“ von Joseph Dale, handschriftlich in Tinte geschrieben. Auf dem Stimmstock ist ebenfalls in Tinte die Seriennummer 304 geschrieben. Weiterhin ließ sich im Instrument eine historische Spitzfeder aus Metall finden.

Joseph Dale & Son, London 1806 - 1809 - Signatur - Eric Feller Collection

Joseph Dale & Son, London 1806 – 1809 – Signatur – Eric Feller Collection

 

Joseph Dale wurde 1750 geboren und war als Instrumentenbauer und Musikalienhändler tätig. 1783 eröffnete er sein Geschäft in der Oxford Street Nr. 132 und auch kurze Zeit später in der Cornhill Street Nr. 19. Joseph Dale ging 1805 eine Partnerschaft mit seinem Sohn William Dale (geboren um 1780 – 1785, gestorben um 1827) ein. Im folgenden Jahr, 1806, erhielt ihr Geschäft eine bedeutende Anerkennung durch die Ernennung zu Instrumentenbauern für den Prinzen of Wales und die königliche Familie.

Trade Card 1806 Joseph Dale and Son - The British Museum

Trade Card 1806 Joseph Dale and Son – The British Museum

 

Ab 1809 entschied sich William, ein eigenes Geschäft zu gründen, während sein Vater ab 1808 eigenständig bis zu seinem Tod 1821 weiterarbeitete. Williams Dale verstarb 1827 und seine Frau Elspeth Dale führte das Geschäft bis 1832 weiter.

 

 

Weitere erhaltene Instrumente von Joseph Dale & Son:

  • ca. 1805 Tafelklavier – Sigal Music Museum, Greenville USA
  • ca. 1805 Tafelklavier – Privatsammlung, Haxby England
Workshop Ergebnisse 1 - Museum betont - Eric Feller Collection

Workshop Ergebnisse 1 – Museum betont – Eric Feller Collection

Workshop Ergebnisse 2 - Museum betont - Eric Feller Collection

Workshop Ergebnisse 2 – Museum betont – Eric Feller Collection

 

Weitere Workshops dieser Art werden in regelmäßigen Abständen im Museum betont in Kellinghusen stattfinden. Weitere Termine finden Sie hier und auch auf der Webseite des Museums.

 

https://www.kellinghusen.de/museum

 

Workshop - Eric Feller Collection

Workshop – Eric Feller Collection

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Joshua Done 1795 https://www.ericfeller.de/instrumente/joshua-done-1795/ Tue, 04 Jun 2024 12:28:19 +0000 https://www.ericfeller.de/?post_type=instrumente&p=1019 Ende des 18. Jahrhunderts erlebte England eine Blütezeit im Klavierbau, die maßgeblich zur Entwicklung und Popularisierung des Instruments beitrug. Angeführt wurde diese Zeit von visionären Handwerkern und Unternehmern, die das Klavier in seiner heutigen Form prägten. Der Klavierbau in dieser Zeit zeichnete sich durch eine Kombination aus technologischem Fortschritt und meisterhafter Handwerkskunst aus. Die Einführung […]

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Ende des 18. Jahrhunderts erlebte England eine Blütezeit im Klavierbau, die maßgeblich zur Entwicklung und Popularisierung des Instruments beitrug. Angeführt wurde diese Zeit von visionären Handwerkern und Unternehmern, die das Klavier in seiner heutigen Form prägten. Der Klavierbau in dieser Zeit zeichnete sich durch eine Kombination aus technologischem Fortschritt und meisterhafter Handwerkskunst aus. Die Einführung neuer Mechaniken und Materialien führte zu Instrumenten, die nicht nur robuster und langlebiger, sondern auch klanglich vielfältiger und dynamischer waren. Die Verwendung hochwertiger Hölzer und kunstvoller Verzierungen machte die Instrumente auch zu begehrten Möbelstücken, die in den Salons der wohlhabenden Mittel- und Oberschicht einen festen Platz fanden. Der Erfolg und die Verbreitung dieser Instrumente wurden durch die wachsende Mittelschicht und die zunehmende Bedeutung von Hausmusik im gesellschaftlichen Leben begünstigt. Ende des 18. Jahrhunderts gab es eine Vielzahl an Klavierbauern in London, darunter auch Joshua Done, über den bis heute nur wenig bekannt ist. Seine wenigen erhaltenen Instrumente zeichnen sich durch edle Hölzer, eine ausgezeichnete Verarbeitung und hervorragenden Klang aus.

Der Korpus des Instrumentes und das passende originale Gestell sind aus Mahagoni und mit mehrfarbigen Intarsien verziert, die kassettenförmig abgesetzt sind. Bei der Mechanik handelt es sich um eine Single Action mit Einzeldämpfern, doppelchöriger Saitenbezug und es gibt zwei Registerhebel für eine geteilte Dämpfungsaufhebung. Die Hämmerchen sind mit Leder bezogen. Die Untertasten sind mit Elfenbein und die Obertasten mit Ebenholz belegt. Das Vorsatzbrett ist mit Girlanden und Blumen aus Intarsien verziert und in einer ovalen Kartusche signiert mit:

„Joshua Done Londini Fecit 1795

Chancery Lane„

Das Tafelklavier steht mit seiner Single Action und der geteilten Dämpfungsaufhebung in der Tradition der frühen Instrumente von Zumpe. Vom äußeren Erscheinungsbild jedoch für die damalige Zeit modernen wirkend, baute Joshua Done für dieses Instrument ein french stand, dem Geschmack der 1790er Jahre passend. Einer der ersten Instrumentenbauer, der für seine Tafelklaviere french stands baute, war Christopher Ganer. Er leitete schon um 1777/78 den neuen Trend ein, der sich aber deutlich erst ab den 1790er Jahren durchsetzte und die trestle stands ablöste.

Square Piano by Joshua Done, London 1795 (2)

Tafelklavier von Joshua Done, London 1795 – Eric Feller Collection (2)

 

Joshua Done war ab etwa 1780 in London aktiv und etablierte sich schnell als angesehener Klavierbauer. Bisher ist nur wenig über ihn bekannt. Von 1792 bis 1814 war sein Geschäft in der Chancery Lane und ab 1793 gab es ebenfalls eine Niederlassung in der Great James Street, Bedford Row.

 

 

Weitere erhaltene Instrumente von Joshua Done:

 

 

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Augustus Leukfeld ca. 1803 https://www.ericfeller.de/instrumente/augustus-leukfeld-1803/ Tue, 28 May 2024 21:15:12 +0000 https://www.ericfeller.de/?post_type=instrumente&p=1010 In der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts erlebte London eine bemerkenswerte Blütezeit in der Klavierherstellung und Entwicklung. Diese Ära war geprägt von Innovationen, technischem Fortschritt und einem wachsenden Prestige der Londoner Klavierbauer in der Musikwelt. Die Klavierbauer dieser Zeit trugen entscheidend zur Entwicklung des Instruments bei und hinterließen einen bleibenden Einfluss auf die Musikgeschichte. London […]

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In der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts erlebte London eine bemerkenswerte Blütezeit in der Klavierherstellung und Entwicklung. Diese Ära war geprägt von Innovationen, technischem Fortschritt und einem wachsenden Prestige der Londoner Klavierbauer in der Musikwelt. Die Klavierbauer dieser Zeit trugen entscheidend zur Entwicklung des Instruments bei und hinterließen einen bleibenden Einfluss auf die Musikgeschichte. London war neben Wien und Paris eines der Hauptzentren des Klavierbaus in der damaligen Zeit und viele Instrumentenbauer immigrierten nach England. So gab es eine Vielzahl an Klavierbauern in London. Neben den bekannten Instrumentenbauern und Firmen wie John Broadwood, William Stodart, Christopher Ganer oder Longman & Broderip gab es jedoch auch kleinere Manufakturen oder solche, die fast in Vergessenheit geraten waren, da nur wenige Instrumente produziert oder erhalten blieben sind. Ein Beispiel dafür stellt der Klavierbauer Ludwig Augustus Leukfeld dar, dessen Instrumente von absolut hoher Präzision und besonderer Eleganz gefertigt wurden.

Der Korpus des Tafelklavieres ist aus massivem Mahagoni gefertigt und reich mit eingelegten Zierbändern und ovalen Kartuschen auf der Tastaturklappe und in den Verlängerungen der Beine aus hellem Holz verziert. Die vorderen beiden Ecken sind abgerundet. Das Instrument steht auf vier gedrechselten Beinen und die Deckelklappe verfügt über zwei, mit Elfenbein verzierten Schlössern, wobei eines nur der Symmetrie wegen angebracht ist und keine Funktion besitzt. Bei geöffneter Deckelklappe sind jeweils links und rechts über den Saiten kunstvolle Laubsägearbeiten eingesetzt, die mit grüner Seide bespannt wurden.

Augustus Leukfeld, London ca. 1803 - Eric Feller Collection (4)

Tafelklavier Augustus Leukfeld, London ca. 1803 – Eric Feller Collection (Laubsägearbeiten)

 

Die Klaviatur verfügt über einen Umfang von 5 ½ Oktaven (FF – c4), die Untertasten sind mit Elfenbein und die Obertasten mit Ebenholz belegt. Das Tafelklavier ist zweichörig bespannt und hat eine Double Action. Die Hämmerchen sind mit Leder bezogen. Ein Pedal dient zur Dämpfungsaufhebung. Das Vorsatzbrett ist ebenfalls mit kunstvollen Laubsägearbeiten verziert und trägt in einer Kartusche die Signatur:

„Leukfeld

Piano Forte Maker

27

Tottenham Street

Fitzroy Square

London“

Das gesamte Instrument ist von hervorragender Qualität gefertigt und zeichnet sich durch handwerkliche Präzision, hochwertige Materialien und individuelle Gestaltungsmöglichkeiten aus.

Augustus Leukfeld, London ca. 1803 - Eric Feller Collection (3)

Tafelklavier Augustus Leukfeld, London ca. 1803 – Eric Feller Collection (Klaviatur)

 

Über Ludwig Augustus Leukfeld ist bisher nur wenig bekannt. Er ist ab circa 1790 als Klavierbauer nachweisbar und war bis 1810 tätig. Bis 1796 war er immer wieder für einige Zeit in einer Partnerschaft mit John Geib (1744 – 1818). Sein Nachfolger, der die Firma übernahm, war Thomas Holmyard, der bis 1841 nachweisbar ist. Es ist stark anzunehmen, dass Leukfeld in seiner späteren Schaffensperiode schon mit ihm eine Partnerschaft besaß bzw. Holmyard für ihn arbeitete. Die Fabrik war in der Tottenham Street No. 27 Fitzroy Square in London ansässig.

Trade card of the Piano Factory of Augustus Leukfeld c. 1790 - © The Trustees of the British Museum

Trade Card der Klavierfabrik von Augustus Leukfeld c. 1790 – © The Trustees of the British Museum

 

In der Sammlung des Britischen Museums in London befindet sich eine Trade Card des Unternehmens. Zu sehen sind das Fabrikgebäude und die Verkaufsräume. Im Vordergrund sieht man, wie Arbeiter ein Tafelklavier in einen Pferdewagen zur Auslieferung verladen. Schaut man sich das Instrument genau an, so kann man erkennen, dass es die gleiche Form und Einlegearbeiten hat, wie das hier vorgestellte Tafelklavier. Leukfelds Manufaktur war bekannt für die Produktion von exquisiten und eleganten Tafelklavieren, die wie dieses hier auch mit abgerundeten Ecken bestellbar waren. Weiterhin baute er Flügel, aufrechte Pianos, Harfen und Orgeln, von denen bisher keine als erhalten bekannt sind. Neben den Instrumenten produzierte er auch ovale Tische und Sideboards (ebenfalls auf dem Bild zu sehen) für die zahlungskräftige Londoner Aristokratie. Seine Instrumente und Möbel genossen den besten Ruf und waren von ausgezeichneter Qualität.

Augustus Leukfeld, London ca. 1803 - Eric Feller Collection (2)

Tafelklavier Augustus Leukfeld, London ca. 1803 – Eric Feller Collection (Korpus)

 

In „The Gentleman’s Magazine and Historical Chronicle from July to December 1810” (Band 108) und in “The Monthly Magazine or British Register” finden sich Eintragungen, dass Augustus Leukfeld 1810 verstarb (aus weiteren Bekanntmachungen in „The London Gazette“ wahrscheinlich um den 22. November 1810).

Todesanzeige Augustus Leukfeld in The Monthly Magazine 1810

Todesanzeige von Augustus Leukfeld in „The Monthly Magazine 1810„

 

 

Weitere erhaltene Instrumente von Augustus Leukfeld:

  • ca. 1805 (No. 334) – ehemals Sammlung Dr. Andreas Beurmann, Hamburg, Deutschland
  • 1806 Tafelklavier (No. 530) –  Monart Piano Collection, Colm O’Leary, Enniscorthy, County Wexford, Irland

 

 

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Christopher Ganer ca. 1785 https://www.ericfeller.de/instrumente/christopher-ganer-ca-1785/ Mon, 15 Apr 2024 11:28:10 +0000 https://www.ericfeller.de/?post_type=instrumente&p=1000 Christopher Ganer gehörte zu den herausragenden Klavierbauern des späten 18. Jahrhunderts in London, dessen Einfluss auf die Kunst des Klavierbaus von großer Bedeutung war. Durch sein außergewöhnliches handwerkliches Talent und seine Innovationen trug Ganer maßgeblich zur Entwicklung des Klavierbaus und zur kulturellen Landschaft seiner Zeit bei. Seine Instrumente wurden für ihre außergewöhnliche Klangqualität, ihre handwerkliche […]

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Christopher Ganer gehörte zu den herausragenden Klavierbauern des späten 18. Jahrhunderts in London, dessen Einfluss auf die Kunst des Klavierbaus von großer Bedeutung war. Durch sein außergewöhnliches handwerkliches Talent und seine Innovationen trug Ganer maßgeblich zur Entwicklung des Klavierbaus und zur kulturellen Landschaft seiner Zeit bei. Seine Instrumente wurden für ihre außergewöhnliche Klangqualität, ihre handwerkliche Präzision und ihre ästhetische Schönheit geschätzt. So fertigte er beispielsweise für Longman & Broderip Instrumente. Ebenfalls waren seine Instrumente begehrte Objekte auf dem Kontinent, vornehmlich in Frankreich. Obwohl Christopher Ganer nicht die gleiche Bekanntheit wie einige seiner Zeitgenossen erlangte, hinterließ er dennoch ein bedeutendes Erbe in der Welt des Klavierbaus. Seine wenigen erhaltenen Instrumente sind heute begehrte Sammlerstücke und werden von Musikern und Liebhabern auf der ganzen Welt geschätzt.

Christopher Ganer, London ca. 1785 - Eric Feller Collection (2)

Christopher Ganer, London ca. 1785 – Eric Feller Collection

 

Der Korpus des zierlichen und eleganten Instrumentes ist aus massivem Mahagoni und reich mit eingelegten Zierbändern verziert (ebenfalls die Deckelinnenseite). Es liegt auf dem originalen trestle-stand auf. Die Untertasten sind mit Elfenbein und die Obertasten mit Ebenholz belegt. Je zwei kleine Ziereinkerbungen sind jeweils am Übergang der Untertasten zu den Obertasten aufgebracht, die mit Eisengallustinte eingefärbt wurde. Dieses Detail ist als Verzierungselement bei Tasten von Cembali sehr gebräuchlich gewesen und findet sich hier als dekoratives Überbleibsel. Es findet sich hauptsächlich nur bei sehr frühen Instrumenten.

Im Inneren befinden sich auf der linken Seite zwei Registerzüge für die Dämpfungsaufhebung und Laute. Die Hämmerchen sind mit Leder bezogen und das Instrument ist zweichörig besaitet. Bei der Mechanik handelt es sich um die englische single action nach Zumpe.

Christopher Ganer, London ca. 1785 - Eric Feller Collection (3)

Christopher Ganer, London ca. 1785 – Eric Feller Collection (Signatur)

 

Das Vorsatzbrett ist mit Blumen und Girlanden bemalt und trägt in einer ovalen Kartusche die Signatur:

„C. Ganer

Grand and Small Forte Piano Manufacturer

Broad Street, Golden Square

London“

Auf dem Resonanzboden befindet sich handschriftlich die Nummer 1070. Ob es sich dabei um die Seriennummer handelt konnte bisher noch nicht sicher geklärt werden, da Ganer für gewöhnlich seine Instrumente nicht mit einer Seriennummer signierte. Das Tafelklavier stammt aus Birtles Hall in Cheshire und wurde 1994 bei Sotheby’s verkauft (Katalognummer 137).

Christopher Ganer, London ca. 1785 - Eric Feller Collection (4)

Christopher Ganer, London ca. 1785 – Eric Feller Collection (Seriennummer (?) auf dem Resonanzboden)

 

 

Christopher Ganer wurde um 1750 in Leipzig geboren. Wie viele Instrumentenbauer verließ er den Kontinent und ist ab 1774 in England als Cembalo- und Klavierbauer (ebenso auch als Harfenbauer ab ca. Mitte der 1780er Jahre) nachweisbar. Zu dieser Zeit befand sich seine Werkstatt in der Broad Street 22, Golden Square, später dann in der Broad Street No. 47.

1774 heiratete er Lydia Willey und hatte vier Töchter und einen Sohn, der jedoch im Kindesalter starb.

Besonders bei den Instrumenten von Christopher Ganer ist, dass er neben den typischen „trestle-stands“ auch die ab 1777/78 in Mode kommenden „French-stands“ baute. Ein solches Instrument mit „French stand“ befindet sich ebenfalls in der Eric Feller Collection. Seine Fähigkeiten als ausgezeichneter Möbelschreiner ließen ihn besonders elegante und mit ausgesuchten Intarsien verzierte Instrumente bauen. Alle seine Instrumente sind individuell gestaltet und keines gleicht dem anderen. Bis ca. 1784 datierte Ganer seine Instrumente immer mit der lateinischen Aufschrift „Christopher Ganer Londini Fecit“.

Laut Literatur starb er 1811 (in einigen Quellen auch 1818).

 

 

Weitere erhaltene Instrumente von Christopher Ganer:

 

Christopher Ganer, London ca. 1785 - Eric Feller Collection (5)

Christopher Ganer, London ca. 1785 – Eric Feller Collection (Stimmanhang mit Auskerbung im Korpus)

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August Kulmbach 1828 – 1835 https://www.ericfeller.de/instrumente/august-kulmbach-1828-1835/ Wed, 03 Jan 2024 10:08:04 +0000 https://www.ericfeller.de/?post_type=instrumente&p=958 Im 19. Jahrhundert erlebte das Tafelklavier eine bemerkenswerte Verbreitung und Entwicklung. Diese Ära war geprägt von bedeutenden Veränderungen in der Musikinstrumentenbaukunst sowie einem wachsenden Interesse an musikalischer Kunst und Kultur. Das Fortepiano, das im 18. Jahrhundert als Nachfolger des Cembalos entstand, gewann im 19. Jahrhundert zunehmend an Beliebtheit. Es zeichnete sich durch seine dynamischen Möglichkeiten […]

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Im 19. Jahrhundert erlebte das Tafelklavier eine bemerkenswerte Verbreitung und Entwicklung. Diese Ära war geprägt von bedeutenden Veränderungen in der Musikinstrumentenbaukunst sowie einem wachsenden Interesse an musikalischer Kunst und Kultur. Das Fortepiano, das im 18. Jahrhundert als Nachfolger des Cembalos entstand, gewann im 19. Jahrhundert zunehmend an Beliebtheit. Es zeichnete sich durch seine dynamischen Möglichkeiten aus, die es den Musikern ermöglichten, Nuancen in der Lautstärke zu erzeugen. Dies war ein bedeutender Fortschritt im Vergleich zu seinen Vorgängern und trug zur Entstehung neuer musikalischer Stile bei. Der technologische Fortschritt im Klavierbau ermöglichte die Verbesserung der Klangqualität und die Einführung neuer Besonderheiten (Pedale, Klangveränderungen usw.).

Die wachsende bürgerliche Gesellschaft des 19. Jahrhunderts trug ebenfalls zur Popularität des Tafelklaviers bei. Musik wurde zu einem wichtigen Bestandteil des bürgerlichen Lebens, und das Klavier fand seinen Platz in vielen bürgerlichen Haushalten.

August Kulmbach, Heilbronn c. 1828 - 1830 - Eric Feller Collection (2)

August Kulmbach, Heilbronn c. 1828 – 1830 – Eric Feller Collection (Notenpult und Tastatur)

 

Das hier vorgestellte Tafelklavier stellt ein Zeugnis des deutschen Klavierbaus in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts dar. Das Instrument wurde zwischen 1828 – 1835 in Heilbronn von dem deutschen Klavierbauer August Kulmbach gefertigt. Der Korpus und die dazu passenden originalen Beinen sind aus Kirschbaum gefertigt und mit Schellack lackiert. Die Lyra ist mit Bronzeapplikationen verziert und schwarz lackiert. Jeweils an den Seiten der Tastatur sind zwei Kerzenhalten mit Bronzetüllen befestigt. Hinter der Dämpfung befindet sich ein Staubboden, der mit einer Schraube fixiert wird. Das Notenpult lässt sich aufklappen und hat eine Fächerform. Die einzelnen Holzelemente des Fächers sind mit einem gelben Band verbunden. Diese Art des Notenpultes ist typisch für die Instrumente von Kulmbach.

August Kulmbach, Heilbronn c. 1828 - 1830 - Eric Feller Collection (3)

August Kulmbach, Heilbronn c. 1828 – 1830 – Eric Feller Collection (Signatur)

 

Auf dem Vorsatzbrett befindet sich eine Kartusche aus Intarsien mit der Aufschrift:

„Aug. Kulmbach

in Heilbronn A/N“

Das Tafelklavier verfügt über einen Umfang von 6 Oktaven plus 2 Tasten (FF – g4) und hat eine Wiener Mechanik mit belederten Hämmern. Die Tasten sind mit Knochenplättchen belegt. Weiterhin verfügt das Instrument über 3 Pedale (Dämpfungsaufhebung, Moderato, Fagott). Es wurde in der Vergangenheit zwei Mal restauriert, wie ein eingeklebter Papierzettel im Inneren des Instrumentes zeigt (1980, 1990). Auf dem Korpusboden, unter der Mechanik, befindet sich handschriftlich die Seriennummer 200. Das Instrument befindet sich in spielbarem Zustand und überzeugt durch seine große Klangfülle und Leichtgängigkeit der Tastatur, die es zu einem perfekten Instrument der Klassik und frühen Romantik macht.

August Kulmbach, Heilbronn c. 1828 - 1830 - Eric Feller Collection (7)

August Kulmbach, Heilbronn c. 1828 – 1830 – Eric Feller Collection (Dämpfer und Staubboden)

 

Das Tafelklavier wurde im Dezember 2023 über die Stadt Hilchenbach vermittelt, der ich an dieser Stelle herzlich danken möchte!

Wilhelm Kulmbach Anzeige - Regensburger Tageblatt No. 20, 1859

Wilhelm Kulmbach Anzeige – Regensburger Tageblatt No. 20, 1859

 

(Friedrich) August Kulmbach wurde 1803 geboren und entstammt einer Instrumentenbauerfamilie, die ab 1818 durch seinen Bruder (Martin Friedrich) Ludwig Kulmbach (1790 – 1855) begründet wurde. Ludwig Kulmbach wohnte in der Schelengasse 256 und unterhielt seine Werkstatt hinter der Nicolaikirche. Sein Bruder August Kulmbach arbeitete seit den ersten Jahren des Bestehens der Firma mit ihm zusammen. Gegen 1826/27 machte sich August Kulmbach selbständig und fertigte eigene Instrumente an. Gegen Mitte des Jahrhunderts übernahm Ludwigs Sohn Wilhelm Kulmbach (1833 – 1879) die Leitung der Kulmbacher Fabrik des Bruders. Wie lange August Kulmbach Instrumente produzierte ist bisher nicht bekannt. Er starb 1856.

 

 

Weitere erhaltene Instrumente von August Kulmbach:

 

August Kulmbach, Heilbronn c. 1828 - 1830 - Eric Feller Collection (9)

August Kulmbach, Heilbronn c. 1828 – 1830 – Eric Feller Collection (Tastatur)

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Érard Frères & Compagnie 1796 https://www.ericfeller.de/instrumente/erard-freres-compagnie-1796/ Sun, 25 Dec 2022 18:35:21 +0000 https://www.ericfeller.de/?post_type=instrumente&p=861 Die Klaviere von Érard zählten Ende es 18. und im 19. Jahrhundert zu den besten Instrumenten, die hergestellt wurden. Der Ruf der Firma erstreckte sich über ganz Europa hinaus und der Klang der Instrumente gehört zu den feinsten, die jemals produziert wurden. Der Erfolg der Firma war beispiellos. Zum Kundenkreis gehörten u.a. Komponisten, Musiker, Königshäuser […]

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Die Klaviere von Érard zählten Ende es 18. und im 19. Jahrhundert zu den besten Instrumenten, die hergestellt wurden. Der Ruf der Firma erstreckte sich über ganz Europa hinaus und der Klang der Instrumente gehört zu den feinsten, die jemals produziert wurden. Der Erfolg der Firma war beispiellos. Zum Kundenkreis gehörten u.a. Komponisten, Musiker, Königshäuser und die vermögende Aristokratie.

Dieses frühe Tafelklavier wurde von Érard Frères & Compagnie 1796 in Paris gefertigt. Der Korpus des Instrumentes und die kannelierten Beine sind aus feinem Mahagoni gefertigt. Umlaufend um den Korpus ist das Instrument mit Bandintarsien verziert. Das Vorsatzbrett ist signiert mit:

„Érard Frères & Compagnie

Rue du Mail No. 37

à Paris 1796″

Die Tastatur hat einen Umfang von 5 ½ Oktaven (FF – c4). Die Untertasten sind mit Elfenbein belegt und die Obertasten aus Ebenholz. Über der Mechanik mit Second Action befindet sich der zweigeteilte Staubboden und am rechten Korpusrand ein zweites einklappbares Notenpult.

Sébastien Erard (1752 – 1831)

 

Auf dem Resonanzboden befindet sich neben dem Steg die originale handschriftliche Signatur mit der Seriennummer 3346 und dem Herstellungsjahr 1796. Das Tafelklavier verfügt über vier Pedale aus Holz, die in einer Leiste zwischen den beiden hinteren beiden Beinen eingefügt ist. Die Funktionen sind: Dämpfungsaufhebung, Moderator, Laute und Deckelschweller.

Das Instrument wurde im Dezember 2022 in der Bretagne/Frankreich gefunden und befand sich im absoluten Originalzustand. Ebenfalls vorhanden waren der originale Stimmhammer und der Schlüssel für das Schloss.

Square Piano Erard, Paris 1796 - Eric Feller Collection (Stimmhammer)

Tafelklavier Erard, Paris 1796 – Eric Feller Collection (Stimmhammer)

 

Laut der originalen Fertigungsbüchern der Firma Érard wurde das Instrument an Monsieur Lefort in Orléans ausgeliefert. Weitere Untersuchungen zur Provenienz des Instrumentes dauern gerade an.

Square Piano Erard, Paris 1796 - Eric Feller Collection (2)

Tafelklavier Erard, Paris 1796 – Eric Feller Collection (2)

 

Für detaillierte Informationen über die Firma Érard klicken Sie hier!

 

 

Weitere erhaltene Instrumente von Érard Frères & Compagnie:

  • 1805 Tafelklavier (No. 6447) Museum für Kunst und Gewerbe Hamburg, Deutschland
  • 1808 Tafelklavier (No. 7488) Cité de la Musique Paris, Frankreich

 

 

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Joseph Kirkman ca. 1806 https://www.ericfeller.de/instrumente/joseph-kirkman-ca-1806/ Wed, 14 Dec 2022 19:18:11 +0000 https://www.ericfeller.de/?post_type=instrumente&p=851 Die Firma Kirkman (bis ca. 1805 Kirckman geschrieben) gehörte zu einer der renommiertesten Klaviermanufakturen in England im späten 18. und frühen 19. Jahrhundert. Die Hauptproduktion im 18. Jahrhundert lag bei Cembali und erst ab den späten 1770er Jahren wurde Tafelklaviere und Hammerflügel hergestellt. Der älteste bisher erhaltene Hammerflügel, gebaut von Abraham & Josephus Kirckman aus […]

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Die Firma Kirkman (bis ca. 1805 Kirckman geschrieben) gehörte zu einer der renommiertesten Klaviermanufakturen in England im späten 18. und frühen 19. Jahrhundert. Die Hauptproduktion im 18. Jahrhundert lag bei Cembali und erst ab den späten 1770er Jahren wurde Tafelklaviere und Hammerflügel hergestellt. Der älteste bisher erhaltene Hammerflügel, gebaut von Abraham & Josephus Kirckman aus dem Jahr 1789, befindet sich ebenfalls in der Eric Feller Collection. Detaillierte Informationen zu dem Instrument finden Sie hier – klick hier!

Das hier vorliegende Tafelklavier stammt aus der Zeit um 1806. Der Korpus des Instrumentes ist aus Mahagoni mit umlaufenden Bandintarsien in unterschiedlichen Hölzern. Das Instrument selbst steht auf 6 gedrehten schlanken Beinen. Die Untertasten sind mit Elfenbein und die Obertasten mit Ebenholz belegt. Das Vorsatzbrett ist in unterschiedlichen Hölzern gearbeitet und mit Laubsägearbeiten an den Seiten verziert und in einem Oval findet sich die Signatur:

„Joseph Kirkman

Grand Piano Forte Maker

To Her Majesty

No.19 Broad Street, Golden Square

London”

Das Instrument verfügt über ein Pedal zur Dämpfungsaufhebung (Einzeldämpfer). Bei der Mechanik handelt es sich um eine Double Action mit belederten Hämmerchen. Das Tafelklavier ist zweichörig besaitet und über der Mechanik liegt das originale dust-cover.

Die Instrumente von Kirkman zeichnen sich durch eine sehr hochwertige Verarbeitung und einen besonders schönen Klang aus.

 

Detaillierte Informationen zu der Firmengeschichte von Kirkman finden Sie in den Publikationen – kick hier!

Trade Card Joseph Kirkman c. 1795 - The British Museum

Trade Card Joseph Kirkman c. 1795 – The British Museum

Weitere erhaltene Instrumente von Joseph Kirkman:

  • ca. 1830 Cabinet Piano – Glasgow Museums & Art Galleries, Glasgow England
  • ca. 1835 Cabinet Piano – Western Australian Academy of Performing Arts, Edith Cowan University, Perth Australien
  • Hammerflügel – Royal Palace Mafra, Portugal

 

 

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Bland & Weller 1794 https://www.ericfeller.de/instrumente/bland-weller-1794/ Sun, 10 Apr 2022 18:43:53 +0000 https://www.ericfeller.de/?post_type=instrumente&p=821 Ende des 18. Jahrhunderts gab es neben vielen Instrumentenbauern in London auch eine große Anzahl von Verlagsgeschäften, in denen mit Noten gehandelt wurde. Oft war die Kombination aus Instrumentenbauer und Verleger zu finden. Teilweise wurden auch Instrumente in Fremdarbeit bei namenhaften Klavierbauern in Auftrag gegeben und diese dann vom Musikaliengeschäft mit dem eigenen Namen versehen […]

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Ende des 18. Jahrhunderts gab es neben vielen Instrumentenbauern in London auch eine große Anzahl von Verlagsgeschäften, in denen mit Noten gehandelt wurde. Oft war die Kombination aus Instrumentenbauer und Verleger zu finden. Teilweise wurden auch Instrumente in Fremdarbeit bei namenhaften Klavierbauern in Auftrag gegeben und diese dann vom Musikaliengeschäft mit dem eigenen Namen versehen und dann verkauft. Zu einem dieser Verlagshäuser, die auch Instrumente unter dem eigenen Namen verkauften, gehörten Bland & Weller. Besonders interessant ist, dass es sich dabei um ein Musikaliengeschäft handelte, welches von einer Frau – Anne Bland – geführt wurde. Mit großer Wahrscheinlichkeit ist sie einer der ersten Frauen in diesem Geschäft gewesen.

Das hier vorliegende Instrument wurde 1794 in London gebaut und ist ein Zeugnis der Zusammenarbeit von Anne Bland und E. Weller. Ob es sich bei E. Weller ebenfalls um eine Frau handelt ist bisher noch ungeklärt.

Der Korpus des Instrumentes und das passende originale Gestell sind aus Mahagoni und mit mehrfarbigen Intarsien verziert. Bei der Mechanik handelt es sich um eine Single Action mit Einzeldämpfern, doppelchöriger Saitenbezug und es gibt zwei Registerhebel für die Dämpfungsaufhebung und den Lautenzug. Die Untertasten sind mit Elfenbein und die Obertasten mit Ebenholz belegt. Das Vorsatzbrett ist mit Girlanden aus Intarsien verziert und in einer ovalen Kartusche signiert mit:

„Bland & Weller

No. 23 Oxford Street London.“

Square Piano by Bland & Weller, London 1794 - Eric Feller Collection (2)

Bland & Weller, London 1794 – Signatur – Eric Feller Collection

 

Weiterhin findet sich eine Signatur auf dem Unterboden mit Bleistift und dem Herstellungsjahr 1794. Interessant sind die Verzierungen an den Innenseiten der Klaviatur: Dort sind aus mehrfarbigen Intarsien jeweils links und rechts das heraldische Badge des Prinzen von Wales, symbolisiert durch drei Straußenfedern, eingelassen. Es ist anzunehmen, dass Bland & Weller damit eine gewisse Nähe zum Königshaus suggerieren wollten, um den Absatz des Geschäftes zu stärken. Bisher ist nicht bekannt, dass sie dieses Privileg besaßen das Königshaus zu beliefern. Bei anderen Klavierbauern wie beispielsweise Joseph Dale oder John Broadwood, die dieses Privileg innehatten, wurde dieses auf dem Vorsatzbrett mit erwähnt. Unabhängig davon ist auch anzunehmen, dass es Anne Bland als Frau nicht leicht hatte, sich in einer männlich dominierten Gesellschaft zu behaupten.

Square Piano by Bland & Weller, London 1794 - Eric Feller Collection (4)

Bland & Weller, London 1794 – Intarsien – Eric Feller Collection

 

 

1784 gründete Anne Bland ihr Musikaliengeschäft in der Oxford Street in London und handelte mit Noten und Instrumenten. Ihr Geburtsdatum ist bislang nicht bekannt. Neben vielen bekannten Kompositionen von verschiedenen Komponisten gab sie ab circa 1790 eine jährliche Notensammlung mit Tänzen heraus.

Trade Card Bland & Weller, London 1790 - The British Museum

Trade Card Bland & Weller, London 1790 – The British Museum

 

1793 ging sie eine Partnerschaft mit E. Weller ein und die Firma wurde in Bland & Weller umbenannt. 1818 zog sie sich aus dem Geschäft zurück. Von 1819 bis 1821 lautet der in den Handelsverzeichnissen angegebene Name Weller & Co. Besonders die Kompositionen von James Hook (1746 – 1827) wurden ab 1793 bis mindestens 1800 veröffentlicht. Ebenfalls wurde die erste englische Ausgabe von drei Mozart-Klaviersonaten (KV 280, 282, 283) herausgegeben.

Trade Card Bland & Weller, London c. 1810 - The British Museum

Trade Card Bland & Weller, London c. 1810 – The British Museum

 

1805 erwarb die Firma von dem Komponisten, Musiker und Schriftsteller Charles Dibdin (1745 – 1814) die Urheberrechte von 360 seiner Lieder zusammen mit dem musikalischen Bestand aus seinem Verlagsgeschäft, welches er aufgrund von finanziellen Schwierigkeiten aufgeben musste. Die Urheberrechte kauften sie zu einem Preis von £ 1.800 plus einer jährlichen Summe von £ 100 für die nächsten drei Jahre.

Square Piano by Bland & Weller, London 1794 - Eric Feller Collection (3)

Bland & Weller, London 1794 – Tastatur – Eric Feller Collection

 

 

Weitere erhaltene Instrumente von Bland & Weller:

  • 1792 – 1818 Tafelklavier – Japan/Tokyo: Musashino Academia Musicae, Museum of Musical Instruments, Tokio Japan

 

 

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Robert Wales ca. 1810 aus dem Besitz von Carolina Oliphant – Lady Nairne https://www.ericfeller.de/instrumente/robert-wales-ca-1810-aus-dem-besitz-von-carolina-oliphant-lady-nairne/ Fri, 01 Apr 2022 19:11:57 +0000 https://www.ericfeller.de/?post_type=instrumente&p=798   London war eines der Zentren im Klavierbau im späten 18. und frühen 19. Jahrhundert. Dementsprechend siedelten sich viele Klavierbauer dort an und produzierten eine große Menge an den neu in Mode gekommenen Tasteninstrumenten. Die Nachfrage war enorm, da das gehobene Bürgertum und der Adel ein sehr großes Interesse an diesen Instrumenten zeigten. Neben den […]

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Carolina Oliphant, Baroness Nairne, Portrait by John Watson Gordon, c. 1818.

Carolina Oliphant, Baroness Nairne, Portrait von John Watson Gordon, c. 1818 – National Galleries of Scotland

 

London war eines der Zentren im Klavierbau im späten 18. und frühen 19. Jahrhundert. Dementsprechend siedelten sich viele Klavierbauer dort an und produzierten eine große Menge an den neu in Mode gekommenen Tasteninstrumenten. Die Nachfrage war enorm, da das gehobene Bürgertum und der Adel ein sehr großes Interesse an diesen Instrumenten zeigten. Neben den bekannten Klavierbauern wie beispielsweise John Broadwood (1732 – 1812) oder Muzio Clementi (1752 – 1832) gab es auch eine Vielzahl an Instrumentenbauern, die heute weniger bekannt sind, aber deren Instrumente denen der bekannteren Hersteller in nichts nachstehen. Zu diesen gehörte auch Robert Wales. Zudem hat dieses hier vorgestellte Instrument eine spannende Historie, denn es stammt aus dem Besitz von Carolina Oliphant – Lady Nairne (1766 – 1845), die in der Musikgeschichte als Sammlerin und Komponistin von vielen schottischen Liedern und Balladen bekannt ist.

Der Korpus des Tafelklaviers ist aus Mahagoni mit umlaufenden mehrfarbigen Bandintarsien aus verschiednen Hölzern. Das Instrument steht auf sechs gedrechselten Beinen mit Messingrollen und Bronzeapplikationen. Die Untertasten sind mit Elfenbein und die Obertasten mit Ebenholz belegt.

Weiterhin verfügt das Tafelklavier über ein hölzernes Pedal zur Dämpfungsaufhebung. Bei der Mechanik handelt es sich um eine Double Action mit belederten Hämmerchen und Einzeldämpfern und es ist zweichörig besaitet. Das Vorsatzbrett ist bemalt und trägt in einer rechteckigen Kartusche die Signatur:

„Royal Patent

Robt. Wales

Maker

London”

Robert Wales, London ca. 1810 owned by Carolina Oliphant - Nameboard - Eric Feller Collection

Robert Wales, London ca. 1810 owned by Carolina Oliphant – Vorsatzbrett – Eric Feller Collection

 

Auf dem Stimmstock befindet sich die handschriftliche Seriennummer: 2300. Darunter befindet sich gestempelt: R – Wales Maker. Weiterhin findet sich auf dem Resonanzboden eine handschriftliche Signatur mit Tinte:

„Sold by Rob. Purdie

70 Princes Street

Edinburgh“

Robert Purdie (oder auch Purday geschrieben) entstammte einer im Bereich des Musikverlagwesens aktiven Familie, die in London und Edinburgh sehr stark vertreten war. Das schottische Musikaliengeschäft hatte sich durch Musikinstrumente und Noten eine hohe Reputation erarbeitet.

Robert Wales, London ca. 1810 owned by Carolina Oliphant - Signature - Eric Feller Collection

Robert Wales, London ca. 1810 owned by Carolina Oliphant – Signatur – Eric Feller Collection

 

Weiterhin befindet sich auf der Rückseite des Vorsatzbrettes eine handschriftliche Signatur mit Bleistift:

„Carolina Oliphant‘s Piano“

Carolina Oliphant – Lady Nairne, Baroness Nairne in der Peerage von Schottland und Baroness Keith des Vereinigten Königreichs war eine schottische Sammlerin und Komponistin von Liedern und Balladen. Viele ihrer Lieder sind bis heute in England und Schottland sehr beliebt. Carolina Nairne war wie ihr Zeitgenosse Robert Burns (1759 – 1796) durch das jakobinische Erbe stark beeinflusst, wenngleich beide unterschiedliche Ansätze zu ihren Kompositionen und Gedichten hatten. Nairne konzentrierte sich auf eine frühere romantisierte Version der schottischen Lebensweise, die von Traurigkeit über das Vergangene gefärbt ist. Robert Burns hingegen verfolgte eher einen Optimismus in Bezug auf eine bessere Zukunft.

The auld hoose of Gask, Perthshire - Birthplace of Carolina Oliphant

The auld hoose of Gask, Perthshire – Geburtshaus von Carolina Oliphant

 

Carolina Oliphant wurde am 16. August 1766 in Auld Hoose, Gask, Perthshire (das Stammhaus der Familie ihres Vaters) geboren. Sie war das vierte Kind der drei Söhne und vier Töchter von Laurence Oliphant (1724 – 1792), Laird of Gask, und seiner Frau Margaret Robertson (1739 – 1774). Ihre Mutter war die älteste Tochter von Duncan Robertson of Struan, dem Oberhaupt des Donnachie – Clans, der in den Aufständen von 1715 und 1745 auf der Seite der Jakobiner kämpfte. Ihr Vater war ebenfalls ein überzeugter Jakobiner und sie erhielt eine dementsprechende und fundierte Ausbildung, die auch Musik und Kunst beinhaltete. Carolina entwickelte sich zu einer bezaubernden jungen Dame, die in den angesehenen Kreisen viel Lob und Zuspruch erhielt.

Taufeintrag für Carolina Oliphant Old Parish Register (OPR) für Findo Gask. National Records of Scotland

Taufeintrag für Carolina Oliphant Old Parish Register (OPR) – National Records of Scotland

 

Als junges Mädchen wurde Carolina mit William Murray Nairne verlobt, einem weiteren Enkel von Lord Nairne, der 1824 der 5. Lord Nairne wurde. Nachdem er zum stellvertretenden Generalinspektor einer schottischen Kaserne befördert worden war, heirateten die beiden am 2. Juni 1806. Das Paar ließ sich in Edinburgh nieder, wo zwei Jahre später ihr einziger Sohn namens William Murray Nairne (1808–1837) geboren wurde.

Birth entry of William Nairne. - National Records of Scotland

Geburtseintragung von William Nairne. – National Records of Scotland

 

1830 starb Carolinas Ehemann und sie lebte für einige Zeit mit ihrem Sohn in Irland und auf dem Kontinent. Der schlechte Gesundheitszustand ihres Sohnes, der sie seit der Geburt begleitete, verschlimmerte sich und er starb im Dezember 1837 in Brüssel. Darauf kehrte Carolina 1843 nach Gask zurück. Nach einem Schlaganfall verschlechterte sich ihr Gesundheitszustand und sie starb am 26. Oktober 1845.

Carolina Oliphant, Lady Nairne with her son William Murray Nairne, later 6th Lord Nairne by Sir John Watson Gordon - National Galleries of Scotland

Carolina Oliphant, Lady Nairne mit ihrem Sohn William Murray Nairne, dem späteren 6. Lord Nairne – Sir John Watson Gordon – National Galleries of Scotland

 

Carolina Nairne begann kurz nach dem Tod ihres Vaters im Jahr 1792, Lieder zu komponieren. Durch ihre fundierte Erziehung konnte sie Noten lesen, spielte Cembalo und das Pianoforte. Schon früh beschäftigte sie sich mit Volksliedern und versah bekannte Melodien mit eigenen Texten. Nach dem Umzug des Paares 1806 nach Edinburgh knüpften sich erste Kontakte zu dem Musikaliengeschäft von Robert Purdie, wo Carolina mit großer Wahrscheinlichkeit auch das Tafelklavier von Robert Wales erwarb. Durch die gesellschaftlichen Konventionen der damaligen Zeit, die es einer Frau in einer männlich dominierten Gesellschaft schwer machten, unternahm Carolina erhebliche Anstrengungen, um ihre Identität zu verbergen. Selbst vor ihrem Ehemann verheimlichte sie ihre Aktivitäten. In den 1820er Jahren schrieb sie an eine Freundin: „Ich habe es nicht einmal Nairne gesagt, damit er nicht plappert.“

Um ihre Kompositionen einem großen Kreis verfügbar zu machen begann sie unter dem Pseudonym „Mrs. Bogan of Bogan“ oder später dann nur unter den geschlechtsneutralen Initialen „B. B.“ oder „S. M.“ ihre Werke zu veröffentlichen. Ein Großteil ihrer Arbeit wurde in Robert Purdies „The Scottish Minstrel“ (1821 – 24; in sechs Bänden) veröffentlicht. Einmal erschien sie auf Drängen ihres Verlegers Purdie als ältere Dame vom Land verkleidet. Es gelang ihr, Purdie davon zu überzeugen, dass sie nur eine Sammlerin für die Lieder war, die sie von einfachen Landleuten gesammelt hatte. Jedoch das gesamte Redaktionskomitee des „The Scottish Minstrel“ (welches nur aus Frauen bestand) war sich ihrer Identität bewusst, ebenso wie ihre Schwester, Nichten und Großnichte. Aus Briefen geht hervor, dass sie bei ihren offiziellen Besuchen im Verlag immer einen alten, verschleierten Umhang trug, in der Hoffnung, nicht erkannt zu werden. Ebenso verschleierte sie ihre Handschrift bei ihren eingereichten Werken.

Noten für „To the Land of the Leal“, komponiert 1797 - 1798

„To the Land of the Leal“, komponiert 1797 – 1798

 

Das musikalische und literarische Schaffen von Lady Carolina Nairne ist bis heute immanent. Ihre Lieder gehören zum schottischen und englischen Volksgut und sie sind für viele Menschen identitätsbildend.

 

Über den Instrumentenbauer Robert Wales ist bisher leider nur sehr wenig bekannt. Gesichert ist, dass er in der Charles Street No. 33, Hampstead Road in Edinburgh ansässig war. 1819 war er Partner von John Whitaker und hatte die Adresse Paul`s Churchyard No. 75, was bisher durch ein einziges erhaltenes Instrument belegt ist. Weiterhin ist bekannt, dass er Klaviere für William Hodsoll baute. Anhand der Seriennummer (No. 2300) auf dem hier vorliegenden Instrument lässt sich schließen, dass er sehr aktiv war und viele Instrumente baute. Mit großer Wahrscheinlichkeit jedoch wurden diese Instrumente nicht nur unter seinem Namen verkauft, sondern er belieferte damit andere Händler.

 

 

Weitere erhaltene Instrumente von Robert Wales:

  • 1819 Tafelklavier Wales, Robert, & John Whitaker (No. ?) – Western Australian Academy of Performing Arts, Edith Cowan University, Perth Australien
  • ca. 1820 Tafelklavier (No. ?) – Sammlung Patricia Theodorou, England
  • 1819 – 1823 Tafelklavier von Robert Wales für John Monro (No. ?) – Sammlung Peter Owen, Blagdon England
  • ca. 1830 Cabinet Piano von R. Wales für William Hodsoll (No. ?) – Sammlung Universität Leipzig, Musikinstrumenten-Museum, Leipzig Deutschland – zerstört im 2. Weltkrieg

 

 

Literatur:

  • Bold, Valentina (2006), Ewan, Elizabeth; Innes, Sue; Reynolds, Siân (eds.), “The Biographical Dictionary of Scottish Women: From the Earliest Times to 2004”, Edinburgh University Press, ISBN 978-0-7486-1713-5
  • Fry, Michael (2014), “A Higher World: Scotland 1707–1815”, Birlinn, ISBN 978-0-85790-832-2
  • McGuirk, Carol (2006), “Jacobite History to National Song: Robert Burns and Carolina Oliphant (Baroness Nairn)”, The Eighteenth Century, University of Pennsylvania Press
  • Rogers, Charles (1869), “Life and Songs of the Baroness Nairne; with a memoir and poems of Caroline Oliphant the younger”, Charles Griffin
  • Thomson, Thomas (1875), „Nairn, Carolina“, Biographical Dictionary of Eminent Scotsmen, vol. 2, Blackie & Sons
  • Tytler, Sarah; Watson, J. L. (1871), “The Songstresses of Scotland”, vol. 2, Strahan

 

 

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Muzio Clementi 1801 https://www.ericfeller.de/instrumente/muzio-clementi-1801/ Wed, 16 Feb 2022 17:09:47 +0000 https://www.ericfeller.de/?post_type=instrumente&p=786 Tafelklaviere aus der Anfangszeit der der Firma von Muzio Clementi sind selten. Dieses frühe Instrument stammt aus dem Jahr 1801 und zeigt noch deutlichen Einfluss der von Clementi übernommenen Firma Longman & Broderip, was am Emailleschild des Vorsatzbrettes zu erkennen ist. Darüber hinaus verfügt es über eine sehr progressive und edle Ausstattung mit Messingintarsien und […]

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Tafelklaviere aus der Anfangszeit der der Firma von Muzio Clementi sind selten. Dieses frühe Instrument stammt aus dem Jahr 1801 und zeigt noch deutlichen Einfluss der von Clementi übernommenen Firma Longman & Broderip, was am Emailleschild des Vorsatzbrettes zu erkennen ist. Darüber hinaus verfügt es über eine sehr progressive und edle Ausstattung mit Messingintarsien und kannelierten Beinen, was darauf schließen lässt, dass es sich um eines der hochpreisigen und neuen Modelle aus dem Angebot der Firma handeln muss.

Der Korpus des Instrumentes ist aus Mahagoni mit umlaufenden mehrfarbigen Bandintarsien aus verschiedenen Hölzern und Messing. Das Instrument steht auf sechs kannelierten Beinen mit Messingrollen. Die Untertasten sind mit Elfenbein und die Obertasten mit Ebenholz belegt. Das Instrument verfügt über ein hölzernes Pedal zur Dämpfungsaufhebung. Bei der Mechanik handelt es sich um eine double action mit belederten Hämmerchen und Einzeldämpfern. Darüber befand sich ein dust cover, welches leider fehlt.

Das Instrument ist zweichörig besaitet. Das Vorsatzbrett ist mit Girlanden aus Blumen und Ranken bemalt und in einer weißen Kartusche aus Emaille signiert mit:

„New Patent

Muzio Clementi & Comp.

No. 26 Cheapside

London”

Muzio Clementi, London 1801 - Eric Feller Collection (Nameboard)

Muzio Clementi, London 1801 – Eric Feller Collection (Signatur)

 

Die weiße Kartusche auf dem Vorsatzbrett geht noch auf die Instrumente von Longman & Broderip zurück, die ihre Instrumente so signierten und die Clementi in seinen Anfangsjahren (auch noch unter Longman & Clementi) ebenfalls verwendete. Die Tafelklaviere von Clementi waren immer mit zwei Seriennummer versehen: eine gestempelte Nummer auf der linken Seite und eine handschriftliche Nummer mit Tinte auf dem Stimmstock (gestempelt: 1845 – handschriftlich: 1481).

Das von Clementi verwendete System zählt mit der handschriftlichen Nummer die generelle Produktion von Klavieren seit der Übernahme der Firma Longman & Broderip im Jahre 1798. Die gestempelten Nummern hingegen führen die Produktion von Tafelklavieren der übernommenen Firma Longman & Broderip fort, jedoch nur Instrumente mit dem 1794 eingeführten „New Patent“. Andere Instrumente (beispielsweise Instrumente mit „single action“, Flügel oder Cabinet Pianos) wurden in anderen Gruppen (die zeitlich begrenzt waren) zusammengezählt.

Anhand dieser Seriennummern lässt sich das Baujahr dieses Instrumentes auf 1801 ableiten. (vgl.: Clementi & Co 1798–1830 Pianoforte Manufacture in London, Leif Sahlqvist 2013)

 

Detaillierte Informationen über die Firma Muzio Clementi & Co. finden Sie hier!

 

Weitere erhaltene Instrumente von Muzio Clementi & Co.:

  • 1803 Tafelklavier (No. 3468) – Newton Centre: Marlowe A. Sigal Collection, USA
  • 1803 Tafelklavier (No. 2335) – Museu da Musica Lissabon, Portugal
  • 1806 Tafelklavier (No. 4095) – Deutsche Museum München, Deutschland

 

 

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John Broadwood and Sons 1815 – Compensator https://www.ericfeller.de/instrumente/john-broadwood-and-sons-1815-compensator/ Tue, 01 Feb 2022 21:20:05 +0000 https://www.ericfeller.de/?post_type=instrumente&p=782 Innerhalb weniger Jahre durchlief das Tafelklavier eine rasante Entwicklung. Permanent wurden Verbesserungen vorgenommen, um den Klang, die Stimmhaltung und die Spielweise zu verfeinern. Dieses äußerst elegante Tafelklavier aus dem Jahr 1815 zeigt eine besondere und sehr frühe Verbesserung auf. Waren die gesamten Instrumente bisher immer aus Holz gefertigt, so versuchte man durch den Einbau einer […]

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Innerhalb weniger Jahre durchlief das Tafelklavier eine rasante Entwicklung. Permanent wurden Verbesserungen vorgenommen, um den Klang, die Stimmhaltung und die Spielweise zu verfeinern. Dieses äußerst elegante Tafelklavier aus dem Jahr 1815 zeigt eine besondere und sehr frühe Verbesserung auf. Waren die gesamten Instrumente bisher immer aus Holz gefertigt, so versuchte man durch den Einbau einer metallenen Spreize das gesamte Instrument zu verstärken und somit einem Verzug des Korpus (welcher häufig ganz normal war aufgrund der hohen Spannung der Saiten) zu verhindern und eine verbesserte Stimmhaltung zu gewährleisten.

Der Korpus des Instrumentes ist aus Mahagoni und Palisander mit umlaufenden Bandintarsien in Messing. Das Instrument steht auf 6 gedrechselten Beinen mit Messingrollen und feuervergoldeten Bronzeringen. Das gesamte Instrument ist von der Form und Ausstattung im typischen „Regency-Stil“ gehalten. An der vorderen linken und rechten Front ist jeweils eine Schublade eingelassen. Die Untertasten sind mit Elfenbein und die Obertasten mit Ebenholz belegt. Das Instrument verfügt über ein hölzernes Pedal zur Dämpfungsaufhebung. Bei der Mechanik handelt es sich um eine Double Action mit belederten Hämmerchen und Einzeldämpfern.

Das Instrument ist zweichörig besaitet. Über der Mechanik befindet sich der originale Staubboden, der auf der Rückseite mit der Nummer 157 beschriftet ist. Die gleiche Nummer findet sich ebenfalls noch einmal auf dem Stimmstock. Das Vorsatzbrett ist in unterschiedlichen Hölzern gearbeitet und in einer Kartusche signiert:

„John Broadwood and Sons.

Makers to his Majesty and the Princesses

Great Pulteney Street London Golden Square.“

Nameboard John Broadwood & Sons 1815 Compensator Square Piano - Eric Feller Collection

Vorsatzbrett mit Signatur –  John Broadwood & Sons 1815 Compensator Square Piano – Eric Feller Collection

 

Die Seriennummer befindet sich auf dem Stimmstock im Inneren des Instrumentes und lautet: 19968. Anhand dieser Seriennummern lässt sich das Baujahr 1815 ableiten.

Die Firma John Broadwood produzierte verschiedene Modelle von Tafelklavieren. Je nach Ausführung und verwendeten Hölzern variierten die Preise. Bei diesem Tafelklavier hier muss es sich um eines der teureren Modelle handeln. Die Standardausführungen waren meist in Mahagoni gehalten und nur schlicht mit einigen Bandintarsien verziert. Die Verwendung von Palisander und Messingintarsien sind deutliche Zeichen für ein hochpreisiges Instrument.

Bei diesem Instrument ist die eingelassene metallene Spreize über dem Resonanzboden auffällig. Vereinzelt gab es immer wieder Versuche, die gesamte Korpuskonstruktion und Stimmhaltung durch Verstärkungen zu verbessern. Der stetig wachsenden Klaviaturumfang und die damit verbundenen steigenden Zugkräfte hatten zur Folge, dass sich viele Instrumente verzogen und es zu Schäden am Korpus kam. Bei Flügeln setzten sich diese Verstärkungen ab 1820 durch. Ein besonderes Beispiel dafür sind die „Compensator Frame“ Hammerflügel der englischen Firma Stodart (für weitere Informationen zu diesen Instrumenten – klicken Sie hier).

Ein weiterer wichtiger Faktor und eine Grundvoraussetzung für diese Neuerungen waren die Verbesserung von Herstellungs- und Produktionsprozessen, die immer bessere Materialien hervorbrachten.

 

 

John Broadwood wurde am 6. Oktober 1732 in Oldhamstocks in der Nähe von Cockburnspath in Schottland geboren. Er erlernte den Beruf des Möbeltischlers wie schon sein Vater zuvor. Im Jahr 1761 begann er bei Burkat Shudi (1702 – 1773) in London zu arbeiten und wurde 1770 sein Geschäftspartner. 1771 eröffnete er sein eigenes Geschäft in der Great Pulteney Street in London. John Broadwood heiratete 1769 Burkat Shudis Tochter Barbara in erster Ehe und hatte mit ihr vier Kinder. Nach dem frühen Tode (1776) seiner Frau heiratete er in zweiter Ehe 1781 Mary Kitson und hatte mit ihr sechs Kinder. Er starb am 17. Juli 1812 in London.

 

 

Weitere erhaltene Instrumente von John Broadwood and Sons:

  • 1814 Tafelklavier (No. 8666) – Stanford University Department of Music, Stanford USA
  • 1816 Tafelklavier (No. 20108) – Banchory Crathes Castle, The National Trust for Scotland, UK
  • 1816 Tafelklavier (No. 20953) – Tredegar House, Newport UK

 

 

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Muzio Clementi 1809 https://www.ericfeller.de/instrumente/muzio-clementi-1809/ Mon, 25 Oct 2021 12:17:33 +0000 https://www.ericfeller.de/?post_type=instrumente&p=757 Die Instrumente des Komponisten und Klaviervirtuosen Muzio Clementi gehörten Anfang des 19. Jahrhunderts zu den Besten der damaligen Zeit und wurden sehr geschätzt. Klanglich wie auch technisch waren sie ausgereift, weit entwickelt und handwerklich von höchstem Standard gefertigt. Von Zeitgenossen wurden sie als die besten Instrumente weltweit betitelt. „Die Firma liefert, ohne allen Widerspruch, die […]

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Die Instrumente des Komponisten und Klaviervirtuosen Muzio Clementi gehörten Anfang des 19. Jahrhunderts zu den Besten der damaligen Zeit und wurden sehr geschätzt. Klanglich wie auch technisch waren sie ausgereift, weit entwickelt und handwerklich von höchstem Standard gefertigt. Von Zeitgenossen wurden sie als die besten Instrumente weltweit betitelt. „Die Firma liefert, ohne allen Widerspruch, die trefflichsten Instrumente in der Welt, die von Clementi’s mechanischem Kopf und Kunsterfahrung veredelt, aber freylich auch die kostbarsten sind.“ (vgl.: Allgemeine Musikalische Zeitung, Leipzig 1802, S. 197)

Der Korpus des Tafelklaviers ist aus Mahagoni mit umlaufenden mehrfarbigen Bandintarsien aus verschiednen Hölzern. Das Instrument steht auf vier gedrechselten Beinen mit Messingrollen. Die Untertasten sind mit Elfenbein und die Obertasten mit Ebenholz belegt.

Weiterhin verfügt das Tafelklavier über ein hölzernes Pedal zur Dämpfungsaufhebung. Bei der Mechanik handelt es sich um eine Double Action mit belederten Hämmerchen und Einzeldämpfern und es ist zweichörig besaitet. Das Vorsatzbrett ist bemalt und trägt in einer rechteckigen Kartusche die Signatur:

„New Patent

Muzio Clementi & Co.

Cheapside, London”

Muzio Clementi, London 1809 - Eric Feller Collection (4)

Muzio Clementi, London 1809 – Eric Feller Collection (Vorsatzbrett)

 

Die Tafelklaviere von Clementi wurden immer mit zwei Seriennummer signiert: eine gestempelte auf der linken Seite und eine handschriftliche mit Tinte auf dem Stimmstock (gestempelt: 6738 – handschriftlich: 7710).

Das von Clementi verwendete System zählt mit der handschriftlichen Nummer die generelle Produktion von Klavieren seit der Übernahme der Firma Longman & Broderip im Jahre 1798. Die gestempelten Nummern hingegen führen die Produktion von Tafelklavieren der übernommenen Firma Longman & Broderip fort, jedoch nur Instrumente mit dem 1794 eingeführten „New Patent“. Andere Instrumente (beispielsweise Instrumente mit „single action“, Flügel oder Cabinet Pianos) wurden in anderen Gruppen (die zeitlich begrenzt waren) zusammengezählt.

Anhand dieser Seriennummern lässt sich das Baujahr dieses Instrumentes auf 1809 ableiten. (vgl.: Clementi & Co 1798–1830 Pianoforte Manufacture in London, Leif Sahlqvist 2013)

 

Detaillierte Informationen über die Firma Muzio Clementi & Co. finden Sie hier!

 

 

Weitere erhaltene Instrumente von Muzio Clementi & Co.:

  • 1803 Tafelklavier (No. 3468) – Newton Centre: Marlowe A. Sigal Collection, USA
  • 1803 Tafelklavier (No. 2335) – Museu da Musica Lissabon, Portugal
  • 1806 Tafelklavier (No. 4095) – Deutsche Museum München, Deutschland

 

 

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Longman and Broderip 1782 – Reiseklavier https://www.ericfeller.de/instrumente/longman-and-broderip-1782-reiseklavier/ Fri, 08 Oct 2021 09:24:44 +0000 https://www.ericfeller.de/?post_type=instrumente&p=747 Dieses kleine und seltene Tafelklavier wurde um 1782 von der Traditionsfirma Longman and Broderip in London gefertigt. Es besitzt im Vergleich zu anderen Instrumenten der Zeit eine geringere Größe und einen kleineren Umfang der Tastatur von nur 4 ½ Oktaven. Es ist das bisher einzige bekannte Instrument der Firma Longman and Broderip weltweit mit diesen […]

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Dieses kleine und seltene Tafelklavier wurde um 1782 von der Traditionsfirma Longman and Broderip in London gefertigt. Es besitzt im Vergleich zu anderen Instrumenten der Zeit eine geringere Größe und einen kleineren Umfang der Tastatur von nur 4 ½ Oktaven. Es ist das bisher einzige bekannte Instrument der Firma Longman and Broderip weltweit mit diesen Spezifikationen. Aufgrund der geringen Abmaße und des kleinen Klaviaturumfangs handelt es sich bei diesem Instrument um ein Reiseklavier, welches leicht und einfach zu transportieren war und so die Möglichkeiten bot, auch auf Reisen musizieren und üben zu können.

Reiseinstrumente sind in der Instrumentenbaugeschichte vereinzelt bereits seit dem 17. Jahrhundert belegt. Sie wurden nur selten gefertigt und meist auf expliziten Wunsch eines Kunden.

Für weitere Informationen zur Geschichte der Reiseinstrumente klicken Sie bitte hier.

Der Korpus des Instrumentes ist aus Mahagoni gefertigt und mit Bandintarsien aus unterschiedlichen Hölzern umrahmt. Er liegt auf einem einfachen Gestell aus Mahagoni auf und die vier Beine sind an den Enden mit Messingrollen versehen. Links neben der Klaviatur befindet sich ein Handregisterzug zur Dämpfungsaufhebung.

Das Instrument verfügt über eine einfache Single Action, Einzeldämpfer und ist durchgehend zweichörig besaitet. Das Vorsatzbrett ist mit mehrfarbigen, intarsierten Girlanden verziert und trägt in einer ovalen Kartusche die Aufschrift:

„Longman and Broderip

Musical Instrument Makers

No. 26 Cheapside and No. 13 Haymarket

London“

Die Tasten sind aus Elfenbein und Ebenholz gefertigt, wobei die Untertasten jeweils noch mit einer zusätzlichen Einkerbung verziert sind, die mit Eisengallustinte eingefärbt wurde. Dieses Detail ist als Verzierungselement bei Tasten von Cembali sehr gebräuchlich gewesen und findet sich hier als dekoratives Überbleibsel.

Longman and Broderip, London c. 1782 Reiseklavier - Eric Feller Collection (2)

Longman and Broderip, London c. 1782 Reiseklavier – Eric Feller Collection (2)

Detaillierte Informationen über die Firma Longman & Broderip finden Sie hier!

 

Bisher ist lediglich ein weiteres Reiseklavier mit ähnlichen Spezifikationen von Longman and Broderip erhalten und befindet sich heute im Metropolitan Museum in New York. Das Instrument dort besitzt einen kleineren Umfang von nur 3 Oktaven und verfügt über noch geringere Abmaße.

Portable Square Piano by Longman & Broderip c. 1790 - Metropolitan Museum New York (1)

Portable Square Piano by Longman & Broderip c. 1790 – Metropolitan Museum New York (1)

Portable Square Piano by Longman & Broderip c. 1790 - Metropolitan Museum New York (2)

Portable Square Piano by Longman & Broderip c. 1790 – Metropolitan Museum New York (2)

 

 

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Broderip & Wilkinson 1798 https://www.ericfeller.de/instrumente/broderip-wilkinson-1798/ Tue, 21 Sep 2021 12:31:21 +0000 https://www.ericfeller.de/?post_type=instrumente&p=736 Dieses Tafelklavier ist ein Zeugnis aus der Epoche der Firma Longman & Broderip. Nach deren Bankrott und der Spaltung der beiden ehemaligen Geschäftsinhaber im Jahr 1795 gründete sich der Zweig der Firm Broderip & Wilkinson. Dieses Instrument ist ein frühes Zeugnis aus den Anfangsjahren der beiden neuen Geschäftspartner. Das Tafelklavier zeigt sich in fast allen […]

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Dieses Tafelklavier ist ein Zeugnis aus der Epoche der Firma Longman & Broderip. Nach deren Bankrott und der Spaltung der beiden ehemaligen Geschäftsinhaber im Jahr 1795 gründete sich der Zweig der Firm Broderip & Wilkinson. Dieses Instrument ist ein frühes Zeugnis aus den Anfangsjahren der beiden neuen Geschäftspartner.

Das Tafelklavier zeigt sich in fast allen Details gleich wie Instrumente aus der Spätzeit der Firma Longman & Broderip. Der Korpus ist aus Mahagoni mit umlaufenden, mehrfarbigen Bandintarsien aus verschiedenen Hölzern und liegt auf einem Gestell mit Messingrollen. An den Seiten um das Gestell sind jeweils Messingapplikationen, die Schrauben des Gestells verdecken. Die Tasten sind mit Elfenbein und Ebenholz belegt. Interessant ist, dass die Elfenbeinbeläge qualitativ weniger hochwertig sind als bei Instrumenten der früheren Herstellungsperiode unter Longman & Broderip. Es ist anzunehmen, dass sich der damalige Lieferant für die Beläge änderte und/oder das Broderip & Wilkinson günstigere Materialien bezogen, um Kosten zu reduzieren. Es ist gesichert, dass Longman & Broderip ihre Instrumente in Fremdleistung bauen ließen bzw. diese von anderen namenhaften Instrumentenbauern aufkauften und dann mit ihrem Label versahen. Diese Praxis führten Broderip & Wilkinson fort. Dies wirft die spannende Frage auf, ob die Firma ihre Instrumentenbauer nun mit Bauteilen belieferten umso die Kosten zu senken? Weitere Recherchen zu diesem Punkt dauern aktuell an.

Das Tafelklavier verfügt weiterhin über zwei Registerzüge zur Dämpfungsaufhebung und Laute und ist zweichörig besaitet. Auf der linken inneren Seite befindet sich die gestempelte Seriennummer 450. Das Vorsatzbrett ist ebenfalls gestempelt mit der Nummer 54 und ist mit einer ovalen Kartusche aus Emaille verziert. Es trägt die Signatur:

„Broderip & Wilkinson

No. 13 Haymarket

London„

Tafelklavier Broderip & Wilkinson, London 1798 - Eric Feller Collection (Nameboard)

Tafelklavier Broderip & Wilkinson, London 1798 – Eric Feller Collection (Vorsatzbrett)

 

Bei der Mechanik handelt es sich um eine single action mit belederten Hämmerchen und Einzeldämpfern. Über der Mechanik und dem Resonanzboden befindet sich das originale dust-cover, welches mit dunkelgrüner Seide bespannt ist. Der Klaviaturumfang beträgt 5 Oktaven (FF – f3) und deckte alle zur damaligen Zeit erhältlichen Komposition ab.

Das Tafelklavier befand sich beim Kauf im absoluten Originalzustand und wurde nie überarbeitet oder verändert. Bei der Untersuchung des Instrumentes fand sich unter der Tastatur eine 1-Penny Münze aus dem Jahr 1863.

 

Für weitere Informationen zur Firmengeschichte von Longman & Broderip klicken Sie hier.

 

George Wilkinson wurde am 5. November 1785 geboren. Nachdem er mit Francis Broderip eine Geschäftsbeziehung einging, kam seinen ältesten Bruder Charles Wilkinson 1805 hinzu. Nach dem Tod von Francis Broderip 1807 stellte er unter dem Namen Wilkinson & Co. Instrumente her. Am 23. September 1809 heiratete er Elizabeth Cecilia Mary Broadhurst. Im „Gentleman’s Magazine“ von 1809 findet sich die Hochzeitsmitteilung. Zusammen hatten sie 7 Kinder (Ann (1814 – 1814), Emma (1815 – 1889), Matilda (1817 – 1876), Oriana (1818 – 1853), Louisa (1820 – ?), Alfred Broadhurst Wilkinson (1822 – 1854), und Henry Broadhurst Wilkinson (1824 – ?).

1809 beauftragt Wilkinson Augustus Leukfeld und George Astor damit, nach William Southwells Patent (EN 3029, 1807) lizenzierte Klaviere herzustellen. 1810 verkaufte er das Verlagsgeschäft an Thomas Preston (1789 – 1834) und ging eine neue Geschäftsverbindung mit Robert Wornum (1780 – 1852) ein, nachdem er sich 12.000 Pfund von seinem Vater dafür geliehen hatte. Die Firma Wilkinson & Wornum stellte nun verbesserte aufrechte Klaviere her und die Fabrik und Ausstellungsräume befanden sich in der Nähe des Hanover Square in der Oxford Street 315 und der Princes Street 11. Das Lagerhaus und die Fabrik wurden 1812 durch einen Brand zerstört, wobei bis zu 70 Arbeiter entlassen wurden und Schulden über 16.500 Pfund hinterlassen wurden. 1813 löste sich die Partnerschaft auf und die Firma wurde Wilkinsons Vater übertragen, der die Schulden tilgte.

Gegen Ende des Jahres 1813 mietete sich Wilkinson ein Haus in der Howland Street 32 ​​und gründete 1816 eine Klavierfabrik in der Oxford Street 315 und fügte Ausstellungsräume in der New Bond Street hinzu. Instrumente aus dieser Zeit wurden beispielsweise von Pleyel sehr gelobt.

Zusammen mit Ferdinand Hirschfeld ging er nach 1830 eine neue Partnerschaft ein. Beide stellten nun spezielle Kerzen her, die sie sich auch patentieren ließen. Allerdings endete diese Partnerschaft ebenfalls im Bankrott 1835.

1854 verließ George Wilkinson London und ging nach Milford Haven um der Cholera in London zu entgehen. Dort verstarb er 1855 an einem Schlaganfall.

 

Portrait of George Wilkinson, in pencil, by Haughton, 1847

Portrait of George Wilkinson, in pencil, by Haughton, 1847

 

 

Weitere erhaltene Instrumente von Broderip & Wilkinson:

  • 1798 – 1807 Tafelklavier – Musikhistorisk Museum & Carl Claudius‘ Samling, Kopenhagen Dänemark
  • 1798 – 1807 Tafelklavier – Geoff Watson, Barnard Castle, England

 

 

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Thomas Tomkison ca. 1815 https://www.ericfeller.de/instrumente/thomas-tomkison-ca-1815/ Wed, 12 Feb 2020 19:08:59 +0000 https://www.ericfeller.de/?post_type=instrumente&p=716 Thomas Tomkison gehörte im frühen 19. Jahrhundert in England mit zu den renommiertesten Klavierbauern. Im Laufe der Zeit geriet die Beachtung für ihn in Vergessenheit und Größen wie Broadwood, Clementi oder Stodart waren mehr im Fokus und überdecken sein Schaffen. Jedoch seit einigen Jahren wächst das Interesse an seinen Instrumenten zusehends. Wenig ist bisher über […]

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Thomas Tomkison gehörte im frühen 19. Jahrhundert in England mit zu den renommiertesten Klavierbauern. Im Laufe der Zeit geriet die Beachtung für ihn in Vergessenheit und Größen wie Broadwood, Clementi oder Stodart waren mehr im Fokus und überdecken sein Schaffen. Jedoch seit einigen Jahren wächst das Interesse an seinen Instrumenten zusehends. Wenig ist bisher über Thomas Tomkison bekannt, jedoch zeugen seine Instrumente von hohem handwerklichen Können und klanglicher Schönheit. Derzeit befinden sich zwei Tafelklaviere von Thomas Tomkison in der Eric Feller Collection.

Der Korpus des Instrumentes ist aus Mahagoni und Palisander mit umlaufenden Bandintarsien in Messing. Das Instrument steht auf 4 gedrechselten Beinen mit Messingrollen. Die Untertasten sind mit Elfenbein und die Obertasten mit Ebenholz belegt und es verfügt über einen Umfang von 5 ½ Oktaven (FF – c4) mit einer double action und Einzeldämpfern. Die Hämmer sind beledert und das Instrument ist zweichörig bezogen.

Weiterhin gibt es ein hölzernes Pedal zur Dämpfungsaufhebung. Das Vorsatzbrett ist in Palisander mit Messingintarsien gearbeitet und in einer Kartusche signiert mit:

„Thomas Tomkison

London.“

Es gibt zwei Seriennummer: eine befindet sich auf der linken Seite gestempelt mit: 4672 und die handschriftliche Nummer lautet: 1274.

Wie auch andere Firmen (beispielsweise John Broadwood oder Stodart) produzierte Thomas Tomkison unterschiedliche Ausführungen von Instrumenten. Je nach Ausführung, verwendeten Hölzern und Dekoration variierten die Preise. Bei diesem Tafelklavier hier handelt es sich um ein Modell im höheren Preissegment. Die Standartausführungen waren meist in Mahagoni gehalten und nur schlicht mit einigen Bandintarsien verziert. Die Verwendung von Palisander und Messingintarsien sind deutliche Zeichen für ein hochpreisiges Instrument. Das Instrument besticht durch eine absolut hochwertige Verarbeitung und einen klaren und gesanglichen Klang.

 

 

Über Thomas Tomkison ist leider nur sehr wenig bekannt bisher. Gesichert ist bisher, dass er von 1799 bis 1851 aktiv nachweisbar ist und seine Werkstadt in der Dean Street Soho 55/77 in London hatte. Ab 1778 begann er seine Ausbildung zum Klavierbauer. Jüngste Forschungen zeigen, dass Tomkison Ende 1798 / Anfang 1799 als Nachfolger des bankrotten Klavierbauers James Henry Houston hervorging und dass es bemerkenswerte Ähnlichkeiten zwischen den ersten Klavieren von Tomkisons Werkstatt und den erhaltenen Instrumenten von Houston gibt. Innerhalb weniger Jahre avancierte Tomkison zu einem ernstzunehmenden Konkurrenten für die vielen großen Klaviermanufakturen in London und seine Instrumente wurden hoch geschätzt. Wegen der hervorragenden Handwerkskunst und des ausgezeichneten Geschäftssinnes Tomkisons wurde eine große Anzahl seiner Instrumente nach Amerika, Australien und Indien exportiert. Er starb am 10. November 1853.

 

Weitere erhaltene Instrumente von Thomas Tomkison:

  • 1808 Hammerflügel (No. 317) – Universität Leipzig, Musikinstrumenten-Museum, Leipzig Deutschland
  • ca. 1816 Tafelklavier (No. 4202) – John R. Watson, Williamsburg, USA

 

Thomas Tomkison, London ca. 1815 (nameboard) - Eric Feller Collection

Thomas Tomkison, London ca. 1815 (Vorsatzbrett) – Eric Feller Collection

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Broderip & Wilkinson 1802 https://www.ericfeller.de/instrumente/broderip-wilkinson-1802/ Tue, 22 Oct 2019 13:53:59 +0000 https://www.ericfeller.de/?post_type=instrumente&p=653 Die Firma Longman & Broderip zählte zu einer der bekanntesten Firmen im späten 18. Jahrhundert in England. Nach dem Bankrott der Firma im Jahr 1795 gingen James Longman und Francis Fane Broderip für einige Zeit ins Gefängnis. Der geschäftstüchtige Komponist Muzio Clementi kaufte sich daraufhin 1796 in die Firma ein und wurde fortan Partner von […]

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Die Firma Longman & Broderip zählte zu einer der bekanntesten Firmen im späten 18. Jahrhundert in England. Nach dem Bankrott der Firma im Jahr 1795 gingen James Longman und Francis Fane Broderip für einige Zeit ins Gefängnis. Der geschäftstüchtige Komponist Muzio Clementi kaufte sich daraufhin 1796 in die Firma ein und wurde fortan Partner von James Longman. Es erfolgte der Verkauf von Instrumenten unter dem Namen Longman & Clementi. Zeitgleich ging Francis Broderip eine Geschäftsbeziehung mit George Wilkinson ein, die bis zum Tod von Broderip am 18. Februar 1807 hielt.

 

Ein Instrument aus dieser Zeit ist dieses Tafelklavier aus dem Jahr 1802. Es zeigt sich in fast allen Details gleich wie Instrumente aus der Spätzeit der Firma Longman & Broderip. Der Korpus ist aus Mahagoni mit umlaufenden und mehrfarbigen Bandintarsien aus verschiedenen Hölzern. Das Instrument steht auf einem Gestell mit Messingrollen. Die Tasten sind mit Elfenbein und Ebenholz belegt. Weiterhin verfügt es über ein hölzernes Pedal zur Dämpfungsaufhebung und ist zweichörig besaitet. Das Vorsatzbrett ist mit einer ovalen Kartusche aus Emaille verziert und trägt die Signatur:

„New Patent

Broderip & Wilkinson

Haymarket

London„

Auf der ersten Taste ist seitlich die Jahrszahl „1802“ handschriftlich mit Tinte geschrieben. Bei der Mechanik handelt es sich um eine double action mit belederten Hämmerchen und Einzeldämpfern. Der Klaviaturumfang beträgt 5 ½ Oktaven (FF – c4) und deckte alle zur damaligen Zeit erhältlichen Komposition ab. Über der Mechanik befindet sich das originale dust-cover, welches mit grüner Seide bespannt ist.

 

Für weitere Information zu Francis Fane Broderip und die Firma Longman & Broderip klicken Sie hier.

 

George Wilkinson wurde am 5. November 1785 geboren. Nachdem er mit Francis Broderip eine Geschäftsbeziehung einging, kam seinen ältesten Bruder Charles Wilkinson 1805 hinzu. Nach dem Tod von Francis Broderip 1807 stellte er unter dem Namen Wilkinson & Co. Instrumente her.

 

Announcement of George Wilkinson and Elizabeth Broadhurst in The Gentleman's Magazine of 1809

Announcement of George Wilkinson and Elizabeth Broadhurst in The Gentleman’s Magazine of 1809

Am 23. September 1809 heiratete er Elizabeth Cecilia Mary Broadhurst. Im „Gentleman’s Magazine“ von 1809 findet sich die Hochzeitsmitteilung. Zusammen hatten sie 7 Kinder (Ann (1814 – 1814), Emma (1815 – 1889), Matilda (1817 – 1876), Oriana (1818 – 1853), Louisa (1820 – ?), Alfred Broadhurst Wilkinson (1822 – 1854), und Henry Broadhurst Wilkinson (1824 – ?).

1809 beauftragt Wilkinson Augustus Leukfeld und George Astor damit, nach William Southwells Patent (EN 3029, 1807) lizenzierte Klaviere herzustellen. 1810 verkaufte er das Verlagsgeschäft an Thomas Preston (1789 – 1834) und ging eine neue Geschäftsverbindung mit Robert Wornum (1780 – 1852) ein, nachdem er sich 12.000 Pfund von seinem Vater dafür geliehen hatte. Die Firma Wilkinson & Wornum stellte nun verbesserte aufrechte Klaviere her und die Fabrik und Ausstellungsräume befanden sich in der Nähe des Hanover Square in der Oxford Street 315 und der Princes Street 11. Das Lagerhaus und die Fabrik wurden 1812 durch einen Brand zerstört, wobei bis zu 70 Arbeiter entlassen wurden und Schulden über 16.500 Pfund hinterlassen wurden. 1813 löste sich die Partnerschaft auf und die Firma wurde Wilkinsons Vater übertragen, der die Schulden tilgte.

Gegen Ende des Jahres 1813 mietete sich Wilkinson ein Haus in der Howland Street 32 ​​und gründete 1816 eine Klavierfabrik in der Oxford Street 315 und fügte Ausstellungsräume in der New Bond Street hinzu. Instrumente aus dieser Zeit wurden beispielsweise von Pleyel sehr gelobt.

Zusammen mit Ferdinand Hirschfeld ging er nach 1830 eine neue Partnerschaft ein. Beide stellten nun spezielle Kerzen her, die sie sich auch patentieren ließen. Allerdings endete diese Partnerschaft ebenfalls im Bankrott 1835.

 

Portrait of George Wilkinson, in pencil, by Haughton, 1847

Portrait of George Wilkinson, in pencil, by Haughton, 1847

1854 verließ George Wilkinson London und ging nach Milford Haven um der Cholera in London zu entgehen. Dort verstarb er 1855 an einem Schlaganfall.

 

 

Weitere erhaltene Instrumente von Broderip & Wilkinson:

  • 1798 – 1807 Tafelklavier – Musikhistorisk Museum & Carl Claudius‘ Samling, Kopenhagen Dänemark
  • 1798 – 1807 Tafelklavier – Geoff Watson, Barnard Castle, England

 

 

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Gabriel Buntebart für James & John Simpson 1779 https://www.ericfeller.de/instrumente/square-piano-gabriel-buntebart-for-james-john-simpson-1779-eric-feller-collection/ Thu, 17 Oct 2019 17:37:06 +0000 https://www.ericfeller.de/?post_type=instrumente&p=650 Im späten 18. Jahrhundert in England arbeiteten viele Instrumentenbauer auch als Zulieferer für Musikalienhandlungen, die selbst keine Instrumente herstellten, sondern diese nur verkauften. Ein prominentes Beispiel stellt die Firma Longman & Broderip dar, für die beispielsweise Christopher Ganer oder auch Johannes Zumpe arbeitete. Ein Beispiel dafür zeigt das Instrument von Johannes Zumpe aus dem Jahr […]

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Im späten 18. Jahrhundert in England arbeiteten viele Instrumentenbauer auch als Zulieferer für Musikalienhandlungen, die selbst keine Instrumente herstellten, sondern diese nur verkauften. Ein prominentes Beispiel stellt die Firma Longman & Broderip dar, für die beispielsweise Christopher Ganer oder auch Johannes Zumpe arbeitete. Ein Beispiel dafür zeigt das Instrument von Johannes Zumpe aus dem Jahr 1769 in der Eric Feller Collection (weitere Informationen zu diesem Instrument finden Sie hier). Bei diesem interessanten Instrument zeigt sich die Beziehung zwischen dem renommierten Instrumentenbauer Gabriel Buntebart und der Firma von James & John Simpson, die im späten 18. Jahrhundert in London mit Musikalien und verschiedenen Instrumenten handelten. Bisher sind nur drei weitere Instrumente von Simpson erhalten. Der Korpus besteht aus Mahagoni und hat keinerlei umlaufende Intarsien, was bei Instrumenten aus dieser Zeit typisch wäre. Links neben der Klaviatur sind drei Handregisterzüge für eine geteilte Dämpfungsaufhebung und Laute. Das Instrument verfügt über eine einfache englische Single Action und ist durchgehend zweichörig besaitet. Es liegt auf dem originalen trestle-stand auf. Die Tasten sind aus Elfenbein und Ebenholz gefertigt. Das Vorsatzbrett trägt die Aufschrift:

„Simpson Fecit No 15 Sweetings Alley Royal Exchange London“

Weiterhin befinden sich im Inneren mehrere handschriftliche Signaturen, die bei der Reinigung und Untersuchung zum Vorschein kamen. Eine Signatur hinter dem Vorsatzbrett und auf dem inneren Korpusboden mit

„Gabriel Buntebart 1779“

zeigt den Erbauer und das Herstellungsjahr. Weiterhin weisen mehrere Signaturen aus, dass das Instrument in der Zeit um 1840 in Besitz von Lady Joyce war und repariert wurde. Weitere Nachforschungen dazu sind veranlasst. Das Instrument hat eine kleine Größe und ist sehr hervorragend gearbeitet.

 

 

1732 gründete John Simpson einen Musikverlag und handelte mit Noten und Instrumenten (hauptsächlich Violinen und Flöten). Diese Instrumente waren Zulieferungen von diversen Instrumentenbauern und wurden unter dem eigenen Namen „Simpson“ verkauft.

Nach John Simpsons Tod (um 1750/51) übernahm seine Frau Ann das Geschäft zusammen mit ihrem neuen Ehemann John Cox, den sie 1751 heiratete. John Cox war ebenfalls Musikverleger und hatte ein Geschäft. Weiterhin war er Sänger und war reguläres Mitglied im Chor G. F. Händels. Er sang beispielsweise den Habdonah in Händels Oratorium Esther 1751. Weiterhin sang er Partien in Händels Messias in den Aufführungen 1754, 1758 und 1759 (vgl.: Philip H. Highfill, Jr., Kalman A. Burnim, Edward A. Langhans: A Biographical Dictionary of Actors, Actresses, Musicians, Dancers, Managers, and Other Stage Personnel in London, 1660 – 1800).

Später folgte Anns Sohn James in die Firma und später ab 1767 dessen Sohn John. Aus alten Unterlagen geht hervor, dass 1769 das gesamte Inventar der Firma für 1.000 Pfund versichert wurde, was zu dieser Zeit eine der höchsten Versicherungssummen war. Dies zeigt, dass das Geschäft sehr florierte (vgl.: David Barnett: The structure of Industry in London 1775 – 1825). Das Geschäft wurde bis 1795 fortgeführt.

 

Gabriel Buntebart zählte mit zu den renommiertesten Instrumentenbauern im späten 18. Jahrhundert in England. Er kam 1761 während des Siebenjährigen Krieges (1756 – 1763) aus Strelitz (Mecklenburg Deutschland) nach England. Die Hoffnung auf bessere Lebensumstände und ein geregeltes Einkommen waren damals Motivation um zu immigrieren. Er stand in freundschaftlichem und geschäftlichem Verhältnis mit Johann Christian Bach (1735 – 1782). Zusammen mit Johannes Zumpe (1726 – 1790) baute er von 1769 bis zum 24. September 1778 Instrumente. Danach endete die Partnerschaft der beiden. Buntebart ging von 1783 bis 1792 eine neue Partnerschaft mit Christopher Sievers ein, während Zumpe eine Partnerschaft mit den beiden Brüdern Frederick und Christian Schoene einging. Ein Instrument aus dieser Phase befindet sich ebenfalls in der Eric Feller Collection (siehe Tafelklavier von Schoene & Co. 1788). Gabriel Buntebart starb 1794.

 

Das Instrument mit Signatur von James & John Simpson wurde 1779 von Buntebart gebaut, also genau ein Jahr nachdem er die Partnerschaft mit Johannes Zumpe beendete. Interessant ist ein weiteres erhaltenes Instrument im Besitz von David Hackett, welches ebenfalls Gabriel Buntebart zugeschrieben wird.

 

 

Weitere erhaltene Instrumente von James & John Simpson:

  • 1775 Tafelklavier – John Hobsen, Wellesbourne England
  • 1780 Tafelklavier – früher in der Colt Collection, Bethersden England
  • 1780/85 Tafelklavier – David Hackett, Chelveston England

 

 

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Clementi & Co. 1804 https://www.ericfeller.de/instrumente/clementi-co-1804/ Fri, 15 Feb 2019 12:33:31 +0000 https://www.ericfeller.de/?post_type=instrumente&p=641 Instrumente von Muzio Clementi wurden Anfang des 19. Jahrhunderts hoch geschätzt und hatten eine sehr hohe Reputation. Unter den erhaltenen Instrumenten finden sich fast ausschließlich Instrumente mit einem Umfang von 5 ½ Oktaven und einer double-action. Dieses Tafelklavier sticht jedoch besonders heraus, da es in Anlehnung an die frühen Instrumente aus den 1770er und 1780er […]

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Instrumente von Muzio Clementi wurden Anfang des 19. Jahrhunderts hoch geschätzt und hatten eine sehr hohe Reputation. Unter den erhaltenen Instrumenten finden sich fast ausschließlich Instrumente mit einem Umfang von 5 ½ Oktaven und einer double-action. Dieses Tafelklavier sticht jedoch besonders heraus, da es in Anlehnung an die frühen Instrumente aus den 1770er und 1780er Jahren gebaut ist. Es verfügt nur über einen Umfang von 5 Oktaven verfügt, hat ein (für die damalige Zeit „unmodernes“) trestle-stand und keinerlei Pedale oder Registerzüge.

Der Korpus des Instrumentes ist aus Mahagoni mit umlaufenden mehrfarbigen Bandintarsien aus verschiednen Hölzern. Die Untertasten sind mit Elfenbein und die Obertasten mit Ebenholz belegt, die Hämmerchen sind beledert und es gibt eine Leiste mit Einzeldämpfern. Das Instrument ist zweichörig besaitet. Das Vorsatzbrett ist schlicht signiert mit:

„Clementi & Co.

Manufactures of Musical Instruments

And Music Sellers

26 Cheapside & Tottenham Court Road

London”

Die Tafelklaviere von Clementi waren immer mit zwei Seriennummer versehen: eine gestempelte auf der linken Seite und eine handschriftliche mit Tinte auf dem Stimmstock (gestempelt: 236 – handschriftlich: 3742).

Das von Clementi verwendete System zählt mit der handschriftlichen Nummer die generelle Produktion von Klavieren seit der Übernahme der Firma Longman & Broderip im Jahre 1798. Die gestempelten Nummern hingegen führen die Produktion von Tafelklavieren der übernommenen Firma Longman & Broderip fort, jedoch nur Instrumente mit dem 1794 eingeführten „New Patent“. Andere Instrumente (beispielsweise Instrumente mit „single action“, Flügel oder Cabinet Pianos) wurden in anderen Gruppen (die zeitlich begrenzt waren) zusammengezählt.

Anhand dieser Seriennummern lässt sich das Baujahr dieses Instrumentes auf 1804 ableiten. (vgl.: Clementi & Co 1798–1830 Pianoforte Manufacture in London, Leif Sahlqvist 2013)

Warum baute die Firma um 1804 (und auch danach) noch ganz wenige Instrumente, die eigentlich schon „unmodern“ waren, wo es doch schon die Weiterentwicklung zu einem größeren Umfang gab und die verbesserte Double Action? Es ist anzunehmen, dass es immer noch eine kleine Nachfrage an diesen Instrumenten gab. Es gab natürlich einen florierenden Handel mit Gebrauchtinstrumenten, aber diese Instrumente konnten bis dahin auch schon an die 20 – 30 Jahre alt sein. Es ist anzunehmen, dass dieses Instrument als eine Art „Übeinstrument“ für eine private Schule oder einen Klavierlehrer gebaut wurde, um die musikalische Ausbildung reicher Töchter zu vervollständigen.

Ich danke an dieser Stelle Michael Cole für seine Unterstützung bei der Recherche zu diesem Instrument.

 

Detaillierte Informationen über die Firma Muzio Clementi & Co. finden Sie hier!

 

Weitere erhaltene Instrumente von Muzio Clementi & Co.:

  • 1803 Tafelklavier (No. 3468) – Newton Centre: Marlowe A. Sigal Collection, USA
  • 1803 Tafelklavier (No. 2335) – Museu da Musica Lissabon, Portugal
  • 1806 Tafelklavier (No. 4095) – Deutsche Museum München, Deutschland

 

 

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John Broadwood and Son 1807 https://www.ericfeller.de/instrumente/john-broadwood-and-son-1807/ Tue, 05 Feb 2019 12:32:40 +0000 https://www.ericfeller.de/?post_type=instrumente&p=626 Die Firma von John Broadwood gehörte zu einer der produktivsten Klaviermanufakturen in England im späten 18. und frühen 19. Jahrhundert. Durch die teils industrielle Fertigung wurden große Stückzahlen erreicht. Jedoch die Quantität beeinflusste die Qualität der Instrumente nicht und so hat sich der ausgezeichnete Ruf der Instrumente von Broadwood immer wieder bestätigt und bis heute […]

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Die Firma von John Broadwood gehörte zu einer der produktivsten Klaviermanufakturen in England im späten 18. und frühen 19. Jahrhundert. Durch die teils industrielle Fertigung wurden große Stückzahlen erreicht. Jedoch die Quantität beeinflusste die Qualität der Instrumente nicht und so hat sich der ausgezeichnete Ruf der Instrumente von Broadwood immer wieder bestätigt und bis heute gehalten.

Der Korpus des Instrumentes ist aus Mahagoni mit umlaufenden Bandintarsien in unterschiedlichen Hölzern. Das Instrument selbst steht auf 6 gedrehten schlanken Beinen. Die Untertasten sind mit Elfenbein und die Obertasten mit Ebenholz belegt. Das Instrument verfügt über ein Pedal zur Dämpfungsaufhebung. Bei der Mechanik handelt es sich um eine double action mit belederten Hämmerchen. Das Tafelklavier ist zweichörig besaitet und über der Mechanik liegt das originale dust-cover, welches mit blauem Stoff bespannt ist.

Das Vorsatzbrett ist in unterschiedlichen Hölzern gearbeitet und in einem Oval signiert mit:

„1807

John Broadwood and Son.

Makers to his Majesty

and the Princesses

Great Pulteney Street Golden Square

London.”

Die Signatur John Broadwood and Son zeigt noch die Phase, in der nur der älteste Sohn James Broadwood in der Firma des Vaters arbeitete. Der zweite Sohn Thomas kam erst gegen 1808 in die Firma. Nach diesem Zusammenschluss wurden die Instrumente mit John Broadwood and Sons signiert.

Auf dem Stimmstock befindet sich handschriftlich die Seriennummer: 10567. Äußerlich entspricht das Instrument dem Tafelklavier aus dem Jahr 1800 (siehe auch: Tafelklavier John Broadwood & Son 1800 – klick hier), verfügt jedoch über die modernere double action, wie das Instrument von 1814 in der Eric Feller Collection (siehe auch: Tafelklavier John Broadwood & Sons 1814 – klick hier).

 

 

John Broadwood wurde am 6. Oktober 1732 in Oldhamstocks in der Nähe von Cockburnspath in Schottland geboren. Er erlernte den Beruf des Möbeltischlers wie schon sein Vater zuvor.

Im Jahr 1761 begann er bei Burkat Shudi (1702 – 1773) in London zu arbeiten und wurde 1770 sein Geschäftspartner. 1771 eröffnete er sein eigenes Geschäft in der Great Pulteney Street in London. John Broadwood heiratete 1769 Burkat Shudis Tochter Barbara in erster Ehe und hatte mit ihr vier Kinder. Nach dem frühen Tode (1776) seiner Frau heiratete er in zweiter Ehe 1781 Mary Kitson und hatte mit ihr sechs Kinder. Er starb am 17. Juli 1812 in London.

 

 

Weitere erhaltene Instrumente von John Broadwood and Son:

  • 1798 Tafelklavier (No. 4200) National Museum of American History, Washington USA
  • 1791 Tafelklavier (No. 1552) Kenwood House, Hampstead UK
  • 1807 Tafelklavier (No. 10250) – Western Australian Academy of Performing Arts, Edith Cowan University, Perth

 

John Broadwood and Son, London 1807 - Eric Feller Collection (7)

John Broadwood and Son, London 1807 – Eric Feller Collection – Seriennummer

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Meincke & Pieter Meyer 1811 – 1818 https://www.ericfeller.de/instrumente/meincke-pieter-meyer-1811-1818/ Mon, 21 Jan 2019 18:16:08 +0000 https://www.ericfeller.de/?post_type=instrumente&p=614 Meincke & Pieter Meyer gehörten zu einer der besten Klaviermanufakturen in den Niederladen gegen Ende des 18. und Anfang des 19. Jahrhunderts. Dieses Tafelklavier gehört zu den elegantesten Instrumente, die die Firma baute und hebt sich deutlich von den Instrumenten aus der Anfangszeit der Firma, die immer im typisch englischen Stil gebaut worden, ab. Es […]

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Meincke & Pieter Meyer gehörten zu einer der besten Klaviermanufakturen in den Niederladen gegen Ende des 18. und Anfang des 19. Jahrhunderts. Dieses Tafelklavier gehört zu den elegantesten Instrumente, die die Firma baute und hebt sich deutlich von den Instrumenten aus der Anfangszeit der Firma, die immer im typisch englischen Stil gebaut worden, ab. Es besticht durch seine klare Formgebung, der exzellenten Verarbeitung und dem außergewöhnlichen Klang.

Das Instrument ist aus Mahagoni gefertigt und steht auf vier, sich nach unten hin verjüngenden Beinen mit umlaufenden Bronzeringen. Die vorderen Kanten sind abgeschrägt und umlaufend ist der gesamte Korpus mit einer Messingleiste verziert. Die Rückwand ist furniert. Das Tafelklavier verfügt über eine second action und ein Pedal zur Dämpfungsaufhebung. Das dunkle Vorsatzbrett trägt in einer ovalen, blauen Kartusche die Signatur mit vergoldeten Lettern:

„M. & P. Meyer

Rokin No. 175

Amsterdam“

Der Umfang des Instrumentes beträgt 6 Oktaven (FF – f4) und ist durchgängig zweichörig bezogen. Die Tastatur ist aus Elfenbein und Ebenholz gearbeitet. Der Saitenbezug ist zweichörig, belederte Hämmer und Einzeldämpfer. Das gesamte Instrument ist äußerst gut gearbeitet und der Klang ist kräftig und eher mit einem Hammerflügel zu vergleichen als mit einem Tafelklavier aus der gleichen Zeit.

 

 

Meincke Meyer wurde um 1740 geboren, ein genaues Geburtsjahr ist nicht bekannt. Er hatte bis vor 1779 in London mit dem sächsischen Klavierbauer Johann Zumpe zusammengearbeitet. Mit großer Wahrscheinlichkeit kannten sich die beiden schon bevor Zumpe nach England auswanderte und Meincke ihm folgte. Aus der Zusammenarbeit in London sind zwei Instrumente von 1776 und 1778 erhalten. 1779 ging Meincke nach Amsterdam zurück und eröffnete dort mit seinem Bruder Pieter (das Geburtsjahr ist ebenfalls nicht bekannt) eine Klaviermanufaktur. Die Zeitung „Amsterdamsche Courant“ vom 10. Juni 1779 berichtet, dass die beiden Brüder aus London zurück gekehrt seien und ein Klaviergeschäft eröffnet haben.

 

„MEINCKE MEYER, geweezene Compagnon van JOHANNES ZUMPI, beroemde Muziek-Instrumentenmaker tot Londen, neemt de vrijheid, lieden van Distinctie en verdere Kenners der Muziek te berigten, dat hy zig te  Amsterdam gestabileerd heeft, in Compagnieschap met zyn Broeder PIETER MEYER, tot voortzetten van dezelfde Affaires, in ‘t maaken van allerhande soorten van FORTEPIANO INSTRUMENTEN, door hem veel verbeterd, en verre overtreffende alle andere tot nog toe bekend; zy verzoeken ieders Gunst en Recommandatie. Hunne Woonplaats is op de Kolk, op den hoek van de Voorburgwal, by de Brug, te Amsterdam.“

 

Die gewaltige Nachfrage, die die neuen Pianoforti in England durch Johannes Zumpe ausgelöst hatten, erreichte den Kontinent schnell und so konnten die beiden Brüder in kurzer Zeit ein florierendes Geschäft aufbauen. Ihre Instrumente waren hoch geschätzt und erfreuten sich stetig wachsender Beliebtheit. Für einige Zeit hatte die Firma das Privileg von Hofklavierbauern inne (Piano forte Fabrikeurs van hunne Majesteiten).

1796 expandierte die Firma und es wurde eine Zweigstelle in Hamburg eröffnet. Sie befand sich Grosse Bleichen Nr. 304 und wurde dort bis 1813 dort betrieben.

Meincke starb um 1800 und die Söhne, sowie weitere Verwandte der beiden Brüder arbeiteten in der Firma und wurden teilweise Teilhaber. Nachweislich gehörten dazu:

  • Meincke (Michael) Andries Meyer (geboren: London 1767)
  • Jan Lodewijk Meyer (geboren: London 1771)
  • Hilmer (Hilmar) Meyer (geboren: Januar 1773 – gestorben: Amsterdam 20. August 1816)
  • Andreas Meyer (geboren: Hittfeld 15. Oktober 1775 – gestorben: Hamburg 21. August 1845) – von 1813 bis 1850 war Andreas Meyers eigene Klavierfabrik an der Neustädter Fuhlentwiete Nr. 121 in Hamburg gelistet, nachdem er am Standort Hamburg blieb. Sein Sohn trat dieser Firma gegen 1830 bei.

 

Die Firma benötigte aufgrund der großen Nachfrage immer größere Räumlichkeiten und zog verschiedentlich um:

 

  • 1781 • Op de hoek van de Kolk en N.Z. Voorburgwal
  • 1781 • te May op den N. Dijk, het 14de huis van den Dam
  • 1782 – 1786 • Op de Nieuwendijk, ‘t 14de huis van den Dam
  • 1787 – 1788 • Op de Nieuwendijk, ‘t 13de huis van den Dam
  • 1789 – 1806 • Op ‘t Rockin ‘t 4de huis van de Nauwe Kapelsteeg, 156.
  • 1809 – 1810 • Op ‘t Rokin bij de Naauwe Kapelsteeg, 156.
  • 1811 – 1818 • Op ‘t Rokin, bij het Valbruggetje, 175.
  • 1819 • Op de Keizersgragt bij de Huidenstraat, 205.
  • 1821 • M.A. Meyer, Keizersgr. bij de Leydschegr. 205.
  • 1823 – 1831 • Rockin over de Nieuwezijdskapel No 50.
  • 1835 – 1836 • Kerkstr. bij de Spiegelstr., 814.

 

Weitere erhaltene Instrumente von Meincke & Pieter Meyer:

  • 1810 Tafelklavier –Rijksmuseum, Amsterdam
  • 1815 Tafelklavier – Royal Palace (Gemeentemuseum, Den Haag) Amsterdam

 

 

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William Rolfe 1803 https://www.ericfeller.de/instrumente/william-rolfe-1803/ Wed, 16 Jan 2019 13:18:05 +0000 https://www.ericfeller.de/?post_type=instrumente&p=607 Dieses Tafelklavier stammt aus der Werkstatt von William Rolfe und zeigt ein Instrument von klassischer Eleganz, wie es die englische Oberschicht um die Jahrhundertwende vom 18. zum 19. Jahrhundert favorisierte. Hervorstechend ist das detailreich ausgemalte Vorsatzbrett mit Blumen, Ranken und Früchten, welches stark an die Instrumente von Muzio Clementi erinnert (siehe dazu auch das Tafelklavier […]

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Dieses Tafelklavier stammt aus der Werkstatt von William Rolfe und zeigt ein Instrument von klassischer Eleganz, wie es die englische Oberschicht um die Jahrhundertwende vom 18. zum 19. Jahrhundert favorisierte. Hervorstechend ist das detailreich ausgemalte Vorsatzbrett mit Blumen, Ranken und Früchten, welches stark an die Instrumente von Muzio Clementi erinnert (siehe dazu auch das Tafelklavier von Muzio Clementi aus dem gleichen Herstellungsjahr 1803 in der Eric Feller Collection – klick hier).

Der Korpus ist aus Mahagoni mit umlaufenden und mehrfarbigen Bandintarsien aus verschiednen Hölzern. Das Instrument steht auf einem Gestell mit Messingrollen. Die Tasten sind mit Elfenbein und Ebenholz belegt. Weiterhin verfügt es über ein hölzernes Pedal zur Dämpfungsaufhebung und ist zweichörig besaitet. Auf das Vorsatzbrett sind Girlanden aus Blumen, Ranken und Früchten aufgemalt. In einer Kartusche findet sich die leicht verblasste Signatur:

„William Rolfe

No. 112 Cheapside London“

Die Seriennummer lautet 4490 und ist auf den Stimmstock gestempelt. Bei der Mechanik handelt es sich um eine double action mit belederten Hämmerchen und Einzeldämpfern. Der Klaviaturumfang beträgt 5 ½ Oktaven (FF – c4) und deckte alle zur damaligen Zeit erhältlichen Komposition ab.

Die Datierung (wenn keine zu finden ist) vieler Instrumente ist oft schwierig und orientiert sich häufig nur an den baulichen Merkmalen und anhand der wenigen Information, die aus der Signatur auf dem Vorsatzbrett hervorgehen. Da es leider keine überlieferten Produktionsbücher von Rolfe gibt, ist eine Datierung schwierig. Bei diesem Instrument jedoch konnte das genaue Produktionsdatum ermittelt werden, da das Instrument mit der Seriennummer 4480 (also nur 10 Seriennummern früher – ein Kombinationsinstrument aus Tafelklavier und Orgel) mit dem Jahr 1803 signiert ist. Es befindet sich in der Colonial Williamsburg Foundation in Williamsburg / USA.

 

 

William Rolfe ist als Klavierbauer in der Zeit von 1785 bis etwa 1828 tätig gewesen. Seine Lebensdaten sind bisher nicht bekannt. In seiner Anfangszeit von 1785 arbeitet er zusammen mit Samuel Davis und die Firma wurde unter dem Namen Rolfe & Davis geführt. 1797 entwickelten die beiden ein Patent für einen Registerzug für „Turkish Music“ mit Becken und Trommeln. Hierbei wurde mit einem Schlegel beim Betätigen von unten gegen den Resonanzboden geschlagen. Dieses Patent ist nach R. Harding das bisher älteste Zeugnis einer solchen Veränderung in Form eines Janitscharenzugs, die später in den 1820er Jahren ihren Höhepunkt (besonders bei Wiener Instrumenten) fand und dann sehr schnell wieder verschwand.

Zeitgleich arbeitete William Rolfe als Instrumentenbauer und Musikverleger und war Partner von Thomas Culliford mit dem er Instrumente für die Firma Longman & Broderip herstellte. Er selbst verkaufte seine Instrumente auch unter seinem Namen. Nach dem Bankrott der Firma Longman & Broderip im Jahr 1796 arbeitete er nur noch unter seinem Namen. Im Jahr 1807 wurden seine beiden Söhne Nicholas und Thomas Partner in der Firma des Vaters. Ab 1814 wurde die Firma zu William Rolfe & Sons umbenannt und es kamen zusätzliche Räumlichkeiten in der London Wall Street No. 32 hinzu. Das Stammhaus lag jedoch seit der Gründung in der Cheapside 112. Ab ca. 1820 wurden Instrumente unter William Rolfe and Compy. vertrieben. Die Firma selbst bestand bis 1889.

 

 

Weitere erhaltene Instrumente von William Rolfe:

  • 1803 Tafelklavier & Orgel (No. 4480) – Colonial Williamsburg Foundation, Williamsburg / USA
  • 1803 Tafelklavier (No. 4481) – Cambridge University, Cambridge England

 

 

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Christian Müller 1784 https://www.ericfeller.de/instrumente/christian-mueller-1784/ Wed, 09 Jan 2019 16:44:53 +0000 https://www.ericfeller.de/?post_type=instrumente&p=593 Dieses ungewöhnliche Schweizer Tafelklavier wurde 1784 von Christian Müller in Bern gefertigt. Es zeigt einige Besonderheiten und ist mit hoher Wahrscheinlichkeit der Prototyp für Muzio Clementis (1752 – 1832) Patent für die „Bridge of Reverberation“ welche ca. 25 Jahre später in London eingeführt wurde. Der Korpus des Instrumentes und die passenden Beine sind aus Kirschholz […]

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Dieses ungewöhnliche Schweizer Tafelklavier wurde 1784 von Christian Müller in Bern gefertigt. Es zeigt einige Besonderheiten und ist mit hoher Wahrscheinlichkeit der Prototyp für Muzio Clementis (1752 – 1832) Patent für die „Bridge of Reverberation“ welche ca. 25 Jahre später in London eingeführt wurde.

Der Korpus des Instrumentes und die passenden Beine sind aus Kirschholz und Mahagoni gefertigt und mit Intarsien verziert. Die Untertasten sind mit schwarzem Ebenholz und die Obertasten mit Knochen belegt. Das Vorsatzbrett ist in einem Oval signiert mit:

„Christian Müller

in Bern”

Weiterhin gibt es im Inneren auf dem Korpusboden eine Signatur mit dem Herstellungsjahr „1784“. Die Hämmerchen sind mit Leder bezogen und das Instrument ist zweichörig besaitet. Bei der Mechanik handelt es sich um eine einfache single action. Weiterhin verfügt das Tafelklavier über 4 hölzerne Pedale für Dämpfungsaufhebung, Lautenzug, Moderator und „harmonischen Schweller“. Dieser „harmonische Schweller“ stellt eine absolute Neuheit dar, die es bisher bei anderen Tafelklavieren aus der Zeit nicht gibt. Mittels des Pedals drückt sich ein zweiter Steg auf den normalen Steg und verändert somit die Resonanzbodeneigenschaften. Als Effekt entsteht ein Klang, der vollkommen frei von Bässen ist und eine Art Crescendo-Decrescendo-Effekt kann generiert werden. Dieses System lässt sich bisher bei keinem weiteren Instrument finden außer bei wenigen Instrumenten von Muzio Clementi aus den 1820er Jahren. Es ist mit hoher Wahrscheinlichkeit anzunehmen, dass Christian Müller der Erfinder dieser Klangveränderung ist.

Muzio Clementi hielt sich im Sommer 1784 in Bern auf. (vgl.: Cramer, Carl Friedrich: „Nachricht von dem Clavierspieler Clementi, Bern im October 1784. IN „Magazin der Musik“ Bd. II. Hamburg: Musicalische Niederlage 1784 – 1785, 365-373; hier: 366, 368 und 371.)

Es ist kaum etwas über seinen Besuch in Bern bekannt, jedoch ist anzunehmen, dass er Christian Müller kennen gelernt haben muss und es wahrscheinlich zu einem oder mehreren Treffen kam, bei dem Clementi das neue System kennen lernte.

Clementi, der ein hervorragender Geschäftsmann war, kopierte das System und baute es ab 1821 in seine eigenen Instrumente mit dem Namen: „Harmonic Swell – Bridge of Reverberation“. (vgl.: harmonic swell 1821; patent no. 4542, R. Harding, S. 342; R. Burnett S. 169–170.)

 

Muzio Clementi - Harmonic swell - Bridge of Reverberation - Eric Feller Collection (1)

Muzio Clementi - Harmonic swell - Bridge of Reverberation - Eric Feller Collection (2)

Muzio Clementi – Harmonic swell – Bridge of Reverberation – Eric Feller Collection (2)

Es ist anzunehmen, dass Christian Müller 1821 schon verstorben war. Dies ermöglichte Clementi das System vollkommen „neu“ zu erfinden (besonders im Hinblick auf etwaige Patentrechte). Wahrscheinlich hatte sich das System im Schweizer Raum nicht durchgesetzt und nur wenige Instrumente existierten. Muzio Clementi hatte die Chance mit seinem großen Unternehmen in den 1820er Jahren einen größeren Absatz zu generieren, was Müller als „kleinem“ Instrumentenbauer nicht gelang.

 

Für weitere Informationen über Muzio Clementi klick hier!

 

Leider gibt es bislang keine Aufzeichnungen über Christian Müller. Otto Rindlisbacher konnte über Müller keine biographischen Daten finden. Lediglich ein Instrument im Historischen Museum in Basel – Sammlung alter Musikinstrumente ist erhalten. Es ist mit 1801 datiert und trägt die Signatur auf dem Resonanzboden: „Christian Müller / Orgel Instrumentmacher / in Bühler 1801„. Es ist anzunehmen, dass es sich um denselben Instrumentenbauer handelt und er in seiner Anfangszeit im Berner Raum aktiv war und dann später nach Bühler ging. Wahrscheinlicher jedoch ist die These, dass es sich um seinen Sohn handelt, der den gleichen Vornamen trug.

 

 

Quellen:

  • Burnett, Richard: „Company of pianos”, Finchcocks Press 2004.
  • Cramer, Carl Friedrich: „Nachricht von dem Clavierspieler Clementi, Bern im October 1784. IN „Magazin der Musik“ Bd. II. Hamburg: Musicalische Niederlage 1784 – 1785, 365-373; hier: 366, 368 und 371.
  • Harding Rosamond E. M.: „The Pianoforte ― its history traced to the Great Industrial Exhibition of 1851”, Gresham Books 1978.
  • Rindlisbacher, Otto: „Das Klavier in der Schweiz. Klavichord – Spinett – Cembalo – Pianoforte. Geschichte des schweizerischen Klavierbaus 1700-1900“, Bern Francke 1972.

© Eric Feller – Early Keyboard Collection – Januar 2019

 

Christian Müller, Bern 1784 - Eric Feller Collection (4)

Christian Müller, Bern 1784 – „Harmonischer Schweller“ – Eric Feller Collection (4)

 

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Jean-Henri Pape 1824 https://www.ericfeller.de/instrumente/jean-henri-pape-1824/ Mon, 07 Jan 2019 17:35:00 +0000 https://www.ericfeller.de/?post_type=instrumente&p=589 Jean-Henri Pape gehörte Anfang des 19. Jahrhunderts zu den innovativsten Klavierbauern seiner Zeit. Eine Vielzahl an Patenten zur Verbesserung der Spielweise und der Klangeigenschaften sind ihm zu verdanken. Dieses elegante Empire-Tafelklavier wurde 1824 in Paris gefertigt. Der Korpus und die dazu passenden originalen Säulenbeine sind aus Mahagoni gefertigt und haben Bronzebeschläge. Das Vorsatzbrett (aus Vogelaugenahorn) […]

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Jean-Henri Pape gehörte Anfang des 19. Jahrhunderts zu den innovativsten Klavierbauern seiner Zeit. Eine Vielzahl an Patenten zur Verbesserung der Spielweise und der Klangeigenschaften sind ihm zu verdanken. Dieses elegante Empire-Tafelklavier wurde 1824 in Paris gefertigt. Der Korpus und die dazu passenden originalen Säulenbeine sind aus Mahagoni gefertigt und haben Bronzebeschläge. Das Vorsatzbrett (aus Vogelaugenahorn) trägt in einem aufgemalten Lorbeerkranz die Aufschrift:

„Pape /

Facteur de Piano /

Cour des Fontaines /

à Paris“

Die Tastatur hat einen Umfang von 6 Oktaven (FF – f4). Die Untertasten sind mit Elfenbein belegt und die Obertasten aus Ebenholz. Bei der Mechanik handelt es sich um eine französische Version der double action.

Das Tafelklavier verfügt über eine Lyra mit drei Pedalen (Dämpfungsaufhebung, Laute, Moderator). Über der Mechanik und dem Resonanzboden befindet sich der originale zweiteilige Staubboden.

Das gesamte Instrument besticht durch seine herausragende Fertigung und Eleganz!

 

 

Jean-Henri Pape (ursprünglich Johann-Heinrich) wurde am 1. Juli 1789 in Sarstedt (im heutigen Bundesland Niedersachsen) geboren. Ab 1811 ist er in Paris nachweisbar und lernte bei Pleyel. Zwischen 1815 – 1817 eröffnete er sein eigenes Geschäft. Laut erhaltenen Instrumenten und Unterlagen ist sein Geschäft in den Jahren von 1819 bis 1820 in der Rue Montesquieu No. 7 nachweisbar und ebenfalls bis ca. 1824 in Cour des Fontaines. In späteren Jahren kam noch die Adresse Rue Croix-des-Petits-Champs No. 23 hinzu. Jean-Henri Pape sticht besonders durch seine vielen Erfindungen und Patente hervor. Er erhielt diverse Auszeichnungen so etwa die Silbermedaillen der Pariser Ausstellung von 1823 und 1827 und die Goldmedaillen der Jahre 1834, 1839 und 1844. Eines seiner besonderen Patente war die oberschlägige Flügelmechanik und die Einführung von befilzten Hämmerchen. Ebenfalls ist er berühmt für seine 1828 erfundenen „Console Pianos“, eine Form des aufrechten Klavieres mit nur sehr geringen Abmaßen. Weiterhin baute er Klaviere in ungewöhnlichen Formen (hexagonal oder oval), die jedoch von der Kundschaft nur recht wenig angenommen wurden. Carl Bechstein (1826 – 1900) und Frederick Mathushek (1814 – 1891) gehörten zu Papes Lehrlingen. Am 2. Februar 1875 starb er in Asnières-sur-Seine bei Paris.

 

 

Weitere erhaltene Instrumente von Jean-Henri Pape:

 

 

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Shoehs 1790 https://www.ericfeller.de/instrumente/shoehs-1790/ Mon, 31 Dec 2018 15:52:40 +0000 https://www.ericfeller.de/?post_type=instrumente&p=584 Bei diesem frühen französischen Tafelklavier handelt es sich um ein Instrument, über dessen Erbauer bisher noch nichts bekannt ist. Bislang wurde noch keiner weiteres Instrument gefunden, sodass es sich wahrscheinlich um das einzige erhaltene Instrument handelt. Der Korpus und die Beine sind aus Mahagoni und mit einfachen Bandintarsien umrahmt. Das Instrument verfügt über eine single […]

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Bei diesem frühen französischen Tafelklavier handelt es sich um ein Instrument, über dessen Erbauer bisher noch nichts bekannt ist. Bislang wurde noch keiner weiteres Instrument gefunden, sodass es sich wahrscheinlich um das einzige erhaltene Instrument handelt.

Der Korpus und die Beine sind aus Mahagoni und mit einfachen Bandintarsien umrahmt. Das Instrument verfügt über eine single action und ist durchgehend zweichörig besaitet. Das Vorsatzbrett ist aufwändig verziert und enthält in einer eckigen Kartusche die handschriftliche Signatur:

„Shoehs

A. Paria

Rüe St. Honnoré

1790”

Im Vergleich zu anderen Instrumenten (beispielsweise Erard) zeigt es die typischen Merkmale der Bauzeit um 1790. Die Tasten sind aus Elfenbein und Ebenholz gefertigt. Das gesamte Tafelklavier zeigt die sehr hohen handwerklichen Fertigkeiten seines Erbauers in der Verarbeitung. In sämtlicher Literatur taucht der Name Shoehs nicht auf. Es ist anzunehmen, dass das Instrument von einem Instrumentenbauer stammt, der nur in wenigen Stückzahlen in Paris produziert hat.

 

Bisher sind keine weiteren Instrumente von Shoehs bekannt!

 

 

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Érard Frères 1811 aus dem Besitz von Jean-Jérôme Imbault https://www.ericfeller.de/instrumente/erard-freres-1811-aus-dem-besitz-von-jean-jerome-imbault/ Sun, 30 Dec 2018 17:59:51 +0000 https://www.ericfeller.de/?post_type=instrumente&p=567   Dieses außergewöhnliche Tafelklavier stellt musikgeschichtlich eine absolute Kostbarkeit dar, da es aus dem Besitz des Violinisten und bekannten Verlegers Jean-Jérôme Imbault stammt. Das Instrument von Érard Frères wurde 1811 in Paris gefertigt. Der Korpus und die dazu passenden originalen Beinen sind aus Mahagoni gefertigt. Das Vorsatzbrett ist signiert mit: „Érard Frères Facteurs de Forte-Piano […]

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Jean-Jérôme Imbault - Engraving, 1812, after Antoine-Paul Vincent - Eric Feller Collection

Jean-Jérôme Imbault – Holzstich 1812, nach Antoine-Paul Vincent – Eric Feller Collection

 

Dieses außergewöhnliche Tafelklavier stellt musikgeschichtlich eine absolute Kostbarkeit dar, da es aus dem Besitz des Violinisten und bekannten Verlegers Jean-Jérôme Imbault stammt.

Das Instrument von Érard Frères wurde 1811 in Paris gefertigt. Der Korpus und die dazu passenden originalen Beinen sind aus Mahagoni gefertigt. Das Vorsatzbrett ist signiert mit:

„Érard Frères

Facteurs de Forte-Piano & Harpes de L.L.M.M. Imperiales & Royales

Rue du Mail No. 13 et 21 à Paris 1811″

Die originale Tastatur hat einen Umfang von 5 ½ Oktaven (FF – c4) und das Instrument verfügt über eine „second-action“ mit Einzeldämpfer. Die Untertasten sind mit Elfenbein belegt und die Obertasten aus Ebenholz. Weiterhin verfügt das Klavier über zwei Pedale für Dämpfungsaufhebung und Laute.

Sebastien Erard, Paris 1811, No. 8077 - Eric Feller Collection (2)

Sebastien Érard, Paris 1811, No. 8077 – Eric Feller Collection (1)

Auf dem Resonanzboden befindet sich neben dem Steg die originale handschriftliche Signatur mit der Seriennummer. Die Seriennummer lautet 8077. Laut den originalen Auslieferungspapieren wurde das Instrument an den Violinisten und Verleger Jean-Jérôme Imbault verkauft.

Sebastien Erard, Paris 1811, No. 8077 - Eric Feller Collection (1)

Sebastien Érard, Paris 1811, No. 8077 – Eric Feller Collection (2)

Jean-Jérôme Imbault wurde am 9. März 1753 geboren. Schon als Kind studierte er bei dem berühmten Pierre Gaviniès (1728 – 1800) Violine. Im Alter von 17 Jahren debütierte Imbault in einem öffentlichen Konzert. Am 1. April 1770 schrieb die „Mercure de France“ über ihn und lobte ihn „als ein Talent voller Hoffnung“. Mehrere Konzerte folgten und er begann eine Karriere als gefeierter Instrumentalist. Allerdings hielt dieser Erfolg nicht lange an und zehn Jahre später (im April 1781) schrieb die „Mercure de France“ weniger enthusiastisch über ihn, was seiner Karriere ein schnelles Ende bereitete. Von da an konzentrierte er sich auf das Unterrichten und spielte in verschiedenen Orchestern (Concert Spirituel, Concert Olympique und ab 1810 in der Chapelle impériale) als Orchestermusiker oder Solist. Ab Anfang der 1780er Jahre gründete er in Paris einen Verlag für Noten. Dank der Hilfe von Jean-Georges Sieber (dem anderen großen Verleger der damaligen Zeit), der 1771 seinen eigenen Musikverlag „À la règle d’or“ gründete, fasste Imbault sehr schnell Fuß im Verlagswesen. Ihre Zusammenarbeit startete am 2. August 1783 mit der Veröffentlichung des zweiten Flötenkonzerts von François Devienne (1759 – 1803).

François Devienne - Title page of the 2. Flute Concerto - published by Jean-Jérôme Imbault in 1783

François Devienne – Titelseite des 2. Flötenkonzerts – veröffentlicht von Jean-Jérôme Imbault 1783

 

Ab November 1784 arbeitete er alleine und gab beispielsweise Werke von Jean-Baptiste Cartier (1765 – 1841) und André Ernest Modeste Grétry (1741 – 1813) heraus. Sein Firmensitz „Le Mont d’or“ war in der Rue Saint-Honoré. In der Anfangszeit bezeichnete er sich selbst als „marchand de musique et de cordes d’instrument“ und später dann ab 1811 als „teacher and music publisher“.

In seinen Katalogen zwischen 1786 und 1803 (jedoch besonders die Kataloge aus den Jahren 1791 und 1792) enthielten eine hohe Zahl von knapp 200 Instrumentalwerken, die er verlegte. Diese enorme Anzahl zeigt die Bedeutung, die er als Verleger zur damaligen Zeit hatte. Unter den verlegten Werken fanden sich Komponisten wie Haydn (inklusive der Pariser Sinfonien), Clementi, Mozart, Viotti, Pleyel, Boccherini, Gyrowetz, Paul Wranitzky, Daniel Steibelt, Alessandro Rolla und viele mehr. Während der Französischen Revolution gab er um die 100 patriotische Lieder heraus. Zwischen 1798 und 1799 kaufte er das Geschäft des Musikalienhändlers Leblanc um eine weitere Filiale für den Verkauf seiner Noten zu haben. Das Geschäft befand sich in der Rue Favart No. 461.

Imbault stand in regem Kontakt mit Joseph Haydn und verlegte unter anderem auch die sogenannten Pariser Sinfonien von Haydn, eine Auftragskompositionen von Claude-Francois-Marie Rigoley für das Pariser „Le Concert de la Loge Olympique“. Das „Concert de la Loge Olympique“ gehörte seit 1781 (neben der „Concert spirituel“) zu den wichtigsten Pariser Konzertreihen. Sie wurde von der Freimaurerloge „de la Parfaite Estime & Société Olympique“ veranstaltet und die Konzerte fanden in der Salle des Cent-Suisses in den Tuilerien statt. Bei der Sinfonie No. 85 überschrieb Imbault den Part der ersten Violine mit „La Reine de France“, wodurch diese Sinfonie den Beinamen „La Reine“ bekommen hatte. Ursprünglich wird vermutet, dass die französische Königin Marie Antoinette Protektorin der Konzertreihe der „Loge Olympique“ war und dass sie die Sinfonie besonders geschätzt haben soll.

Le Baiser Romance by Félix Blangini (1781-1841) - Published 1811 by Jean-Jérôme Imbault

Romance „Le Baiser“ von Félix Blangini (1781 – 1841) – veröffentlicht 1811 von Jean-Jérôme Imbault

 

Im Julie 1812 verkaufte er sein Unternehmen an seine früheren Angestellten Pierre-Honoré Janet und Alexandre Cotelle und setzte sich in der Rue Saint-Honoré No. 125 zur Ruhe, wo er von seinen Lizenzgebühren lebte. Zusammen mit seiner Frau hatte er keine Kinder und starb am 15. April 1832.

Portrait of Jean-Jérôme Imbault d'après F. Dumont

Portrait von Jean-Jérôme Imbault nach F. Dumont

 

Anbei einige Duckplattennummer aus den gedruckten Kompositionen die Imbault verlegte (Quelle: https://imslp.org/wiki/Imbault):

 

Platte Komponist Werk Jahr
10 Piccinni Didon 1784
57 Janiewicz 6 Trios 1785
64 Dussek 3 Sonaten, Op.35 1785
67 Pleyel 12 Streichquartette, B.331-342 (première livraison)
87 Pleyel Sinfonie in B-Dur, B.127 1786
88 Pleyel 12 Streichquartette, B.331-342 (deuxième livraison)
89 Pleyel Sinfonie in c-moll, B.121 1786
90 Pleyel Sinfonie in B-Dur, B.125 1786
91 Pleyel 12 Streichquartette, B.331-342 (troisième livraison) 1787
93 Pleyel 12 Streichquartette, B.331-342 (quatrième livraison) 1787
102 Clementi 2 Sinfonien, Op.18 (No.1)
103 Pleyel Sinfonie in C-Dur, B.128 1786
114 Clementi 2 Sinfonien, Op.18 (No.2)
127 Salieri Tarare 1789
128 Pleyel Sinfonie in D-Dur, B.133 1786
129 Pleyel Sinfonie in Es-Dur, B.134 1786
130 Pleyel Sinfonie in B-Dur, B.135 1786
130 Devienne 6 Violinsonaten 1789
133 Pleyel Sinfonie in A-Dur, B.137 1787
134 Boccherini 12 Streichquartette, Op.39 (deuxième livraison)
137 Rolla 3 Streicher-Trios, Op.2 (BI 346, 341, 347)
153 Haydn Sinfonie No.87 in A-Dur, Hob.I:87
156 Haydn Sinfonie No.86 in D-Dur, Hob.I:86
157 Haydn Sinfonie No.84 in Es-Dur, Hob.I:84
158 Aubert 3 Duos, Op.6 1789
159 Aubert 3 Duos, Op.7
171 Pleyel Sinfonie in G-Dur, B.130 1786
215 Boccherini 6 Streicher-Trios, G.77-82 (Op.1) 1790
259 Pleyel Nocturne in D-Dur, B.201A 1787
279 Boccherini 6 Streichquartette, G.183-188 (Op.22) 1800
308 Pleyel Petits airs et rondos d’une exécution facile (Buch 1) 1791
309 Wranitzky Sinfonie Périodique No.2 in c-moll 1791
310 Pleyel Petits airs et rondos d’une exécution facile (Buch 2) 1791
311 Wranitzky Sinfonie Périodique No.3 in F-Dur 1791
312 Wranitzky Sinfonie Périodique No.4 in A-Dur 1791
313 Pleyel Petits airs et rondos d’une exécution facile (Buch 3) 1791
316 Pleyel Petits airs et rondos d’une exécution facile (Buch 4)
324 Pleyel Petits airs et rondos d’une exécution facile (Buch 5)
328 Pleyel Petits airs et rondos d’une exécution facile (Buch 6)
374 Pleyel Petits airs et rondos d’une exécution facile (Buch 7)
404 Pleyel Petits airs et rondos d’une exécution facile (Buch 8)
420 Reicha 12 Fugen für Klavier
440 Gaviniès 24 Matinées
461 Jadin Duo für Klavier zu vier Händen 1796
469 Aubert 25 Etüden, 3 Duette und 3 Sonaten, Op.8
481 Demar Klarinettenkonzert in Es-Dur
483 Pleyel Petits airs et rondos d’une exécution facile (Buch 9)
486 Pleyel Petits airs et rondos d’une exécution facile (Buch 10)
487 Pleyel Petits airs et rondos d’une exécution facile (Buch 11)
495 Devienne Sinfonie in D-Dur « La Bataille de Gemmapp » 1794
573 Hoffmeister 6 Streichquartette, Op.7 1785
578 Bréval Cello-Konzert No.6, Op.26
591 Bréval 3 Streicher-Trios, Op.39
608 Demar Hornkonzert in D-Dur
670 Janiewicz Violinkonzert No.4 in A-Dur 1797
672 Demar 6 Klarinettenduos
680 Devienne 6 Flötenquartette, Op.66 1799
687 Cherubini Médée 1798
704 Devienne 6 Flötenquartette, Op.66 1799
711 Demar Méthode abrégée pour le violon
718 Demar 40 Violin Duos d’airs choisis
738 Cimarosa Il matrimonio segreto 1799
751 Fuchs 6 Duos formant vingt quatre morceaux, Op.36 1799
752 Fuchs 3 Quartette für Horn und Streicher, Op.31 1799
759 Punto Hornkonzert No.11 1799
837 Davaux 3 Streichquartette, Op.17 1807

 

 

Detaillierte Informationen über die Firma Érard Frères finden Sie in den Publikationen hier!

 

Weitere erhaltene Instrumente von Érard Frères:

  • 1805 Tafelklavier (No. 6447) – Museum für Kunst und Gewerbe Hamburg, Deutschland
  • 1823 Tafelklavier (No. 11492) – Cité de la Musique Paris, Frankreich

 

Quellen:

  • Benton Rita : „J.-J. Imbault (1753–1832), violoniste et éditeur de musique à Paris“, Revue de Musicologie, vol. 62, No 1, 1976, S. 86–103.
  • Benton Rita: The New Grove Dictionary of Music and Musicians (edited by Stanley Sadie): „Imbault, Jean-Jérôme“, London, Macmillan, second edition, 2001.
  • Devriès Anik and Lesure François: Dictionnaire des éditeurs de musique français. Vol. 1. Genève, Éditions Minkoff, 1979.
  • Gribenski J.: Un métier difficile: éditeur de musique à Paris sous la Révolution, Le tambour et la harpe, Lyon, 1989. Éd. J.-R. Julien et J.-R. Mongrédien, Paris, 1991.
  • Guiomar Paule : „J.J. Imbault“, Fontes Artis Musicae, vol. 13, no 1, 1966.
  • Konold Wulf: Sinfonie Nr. 85 B-Dur (Hob. I:85) „La Reine“ In: Wulf Konold (Hrsg.): Lexikon Orchestermusik Klassik A – K. B. Schott´s Söhne, Mainz 1992.
  • Nakano Hiroshi: Pariser Sinfonien Folge 1. In: Joseph Haydn-Institut Köln (Hrsg.): Joseph Haydn Werke. Reihe 1, Band 12. G. Henle – Verlag, München 1971.
  • Vanhulst Henri: Un catalogue manuscrit de Jean-Jérôme Imbault postérieur à 1812, in „Noter, annoter, éditer la musique : mélanges offerts à Catherine Massip“ (Paris: BnF ; (coll. „Hautes études médiévales et modernes“ (no 103) Genève, Droz, 2012) S. 429 – 446.
  • Walter Michael: Haydns Sinfonien. Ein musikalischer Werkführer. C. H. Beck-Verlag, München 2007.

© Eric Feller – Early Keyboard Collection – Dezember 2018

 

 

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Érard Frères 1822 https://www.ericfeller.de/instrumente/erard-et-freres-paris-1822/ Wed, 05 Dec 2018 15:30:53 +0000 http://www.ericfeller.de/?post_type=instrumente&p=456 Dieses elegante kleine Empire-Tafelklavier von Érard Frères wurde 1822 in Paris gefertigt. Der Korpus des Instrumentes und die dazu passenden originalen Beinen sind aus Mahagoni, mit Intarsien und aufwändigen Bronzen verziert. Das Vorsatzbrett ist signiert mit: „Érard Frères Facteurs de Forte-piano et Harpes du Roi de ses menus plaisirs, de la cour impériale de Russie, […]

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Dieses elegante kleine Empire-Tafelklavier von Érard Frères wurde 1822 in Paris gefertigt. Der Korpus des Instrumentes und die dazu passenden originalen Beinen sind aus Mahagoni, mit Intarsien und aufwändigen Bronzen verziert. Das Vorsatzbrett ist signiert mit:

„Érard Frères

Facteurs de Forte-piano et Harpes du Roi

de ses menus plaisirs,

de la cour impériale de Russie,

de S.A.S. Monseigneur le Duc d’Orléans et de sa famille

Rue du Mail No. 13 et 21 à Paris 1822″

Die originale Tastatur hat einen Umfang von 6 Oktaven (FF – f4). Die Untertasten sind mit Elfenbein belegt und die Obertasten aus Ebenholz. Auf dem Resonanzboden befindet sich neben dem Steg die originale handschriftliche Signatur mit der Seriennummer. Das Tafelklavier verfügt über zwei Pedale für Dämpfungsaufhebung und Laute. Dieses Instrument besticht (neben seinem Klang) durch seine kleine Größe und die eleganten Säulenbeine im Empirestil mit Messingverzierungen.

 

Detaillierte Informationen über die Firma Érard Frères finden Sie in den Publikationen hier!

 

 

Weitere erhaltene Instrumente von Érard Frères:

  • 1805 Tafelklavier (No. 6447) – Museum für Kunst und Gewerbe Hamburg, Deutschland
  • 1823 Tafelklavier (No. 11492) – Cité de la Musique Paris, Frankreich

 

 

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Johannes Pohlman 1767 (1780) https://www.ericfeller.de/instrumente/johannes-pohlman-1767-1780/ Thu, 15 Nov 2018 16:06:05 +0000 http://www.ericfeller.de/?post_type=instrumente&p=411 Johannes Pohlmann (später anglisiert zu „Pohlman“) zählt in der Fachliteratur zu den so genannten „12 Apostel“ des Klavierbaus im späten 18. Jahrhundert in England. Dies waren Instrumentenbauer, die nach dem Siebenjährigen Krieg in Deutschland den Kontinent verließen, um nach England zu immigrieren. Für weitere Informationen zu den „12 Apostel des Klavierbaus“ siehe die Publikation hier. […]

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Johannes Pohlmann (später anglisiert zu „Pohlman“) zählt in der Fachliteratur zu den so genannten „12 Apostel“ des Klavierbaus im späten 18. Jahrhundert in England. Dies waren Instrumentenbauer, die nach dem Siebenjährigen Krieg in Deutschland den Kontinent verließen, um nach England zu immigrieren. Für weitere Informationen zu den „12 Apostel des Klavierbaus“ siehe die Publikation hier.

Die Instrumente von Pohlman zeichnen sich durch einen äußerst eleganten Klang aus und sind denen von Johannes Zumpe in größten Teilen ähnlich. Charles Burney lobte 1774 in einem Brief den Klang der Instrumente von Pohlman und kaufte mehrere Exemplare für sich und seine Schüler.

Das zierliche und elegante Instrument liegt auf dem originalen Gestell (trestle-stand) auf, welches aus Mahagoni mit umlaufenden Einlegearbeiten in unterschiedlichen Hölzern gebaut ist. Das Instrument verfügt über eine single action, drei Registerzüge für eine geteilte Dämpfungsaufhebung (Bass und Diskant) und einen Lautenzug.

Das Vorsatzbrett trägt in einer ovalen Kartusche die Signatur:

„Johannes Pohlman Londini Fecit 1767

Great Russel Street Bloomsbury“

Der Umfang des Instrumentes beträgt 5 Oktaven (FF – f3) und ist durchgängig zweichörig bezogen. Die Tastatur ist aus Elfenbein und Ebenholz gearbeitet.

Interessant ist die Datierung des Instrumentes. Angegeben auf dem Vorsatzbrett findet sich das Baujahr 1767. Bei genauerem Hinsehen kann man jedoch erkennen, das diese Jahreszahl bei den hinteren beiden Ziffern verändert worden ist und neu überschrieben wurde. Aufgrund der Bauart und der von Pohlman angegebenen Adresse muss das Instrument aus der Zeit um 1780 stammen. Als weiteren Beweis lässt sich anführen, dass er erst ab 1767/68 in London nachweisbar ist. Aus alten Versicherungsunterlagen geht hervor, dass er sich zu der Zeit mit Adam & Lorence Beyer in der Compton Street in Soho Geschäftsräume teilte. Weiterhin wurde die Signatur „Great Russel Street Bloomsbury“ von Pohlman erst nach seinem Umzug dorthin ab 1777 verwendet. Zuvor signierte er seine Instrumente gar nicht mit einer Adresse.

Solche Veränderung der Datierungen findet sich ab und zu bei Instrumenten. Vornehmlich wurden Instrumente in spätern Jahren, als das Interesse für diese Instrumente aufkam, älter gemacht, wie das Instrument von Pohlman hier zeigt. Eine Datierung zur „Verjüngung“ der Instrumente dagegen ist äußerst selten, kam jedoch auch vor. Ein Beispiel einer solchen Veränderung der Signatur zeigt das Instrument von Ferdinand Weber in der Eric Feller Collection (siehe hier).

Durch die ungewöhnliche Jahreszahl konnte die Geschichte des Instrumentes zum Teil aufgedeckt werden: Das Instrument stammt aus dem Besitz des 3. Marquess of Exeter, William Cecil (1825 – 1895) und gehörte zum Inventar von Burghley House unweit von Stamford in Lincolnshire.

Es wurde 1872 in der Special Exhibition of Ancient Musical Instruments in London im Kensington Museum als das früheste erhaltene Instrument von Johannes Pohlman ausgestellt.

Catalog Kensington Museum Exhibition 1872

Catalog Kensington Museum Exhibition 1872

Catalog Kensington Museum Exhibition 1872 - Pohlman square piano 1767

Catalog Kensington Museum Exhibition 1872 – Pohlman square piano 1767

 

 

Johannes Pohlmann wurde in Deutschland geboren (das genaue Geburtsjahr ist bisher allerdings nicht bekannt) und immigrierte während oder nach dem Siebenjährigen Krieg (1756–1763) in Deutschland nach England. Er ist ab 1767/68 in London nachweisbar und fertigte Klaviere und Cembali erst in der Compton Street, Soho und später dann ab 1777 in der Great Russell Street No. 113, Bloomsbury.

1769 heiratete er Dorothea Ludewigen und beide hatten zusammen einen Sohn John George Pohlman, der 1774/75 geboren wurde.

Im Dezember 1792 starb Johannes Pohlman und wurde in der Whitefield’s Chapel, in der Tottenham Court Road beigesetzt.

 

 

Weitere erhaltene Instrumente von Johannes Pohlman:

  • 1773 Tafelklavier – Victoria and Albert Museum, London England
  • 1778 Tafelklavier – Staatliches Institut für Musikforschung, Preussischer Kulturbesitz, Berlin Deutschland
  • 1780 Tafelklavier – Museum für Kunst und Gewerbe, Hamburg Deutschland

 

 

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Johann Christoph Jeckel und Christian Jeckel 1789 https://www.ericfeller.de/instrumente/johann-christoph-jeckel-und-christian-jeckel-1789/ Thu, 12 Apr 2018 15:10:37 +0000 http://www.ericfeller.de/?post_type=instrumente&p=371 Dieses frühe süddeutsche Instrument aus dem Jahr 1789 kommt aus der Werkstatt von Johann Christoph u. Christian Jeckel in Worms und ist absolut bauchgleich wie das Instrument aus dem Jahr 1790 im Metropolitan Museum in New York. Der Korpus des Instrumentes ist in verschiedenen Fruchthölzern gehalten (dabei hauptsächlich Pflaume und Platane) und ist mit Intarsien […]

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Dieses frühe süddeutsche Instrument aus dem Jahr 1789 kommt aus der Werkstatt von Johann Christoph u. Christian Jeckel in Worms und ist absolut bauchgleich wie das Instrument aus dem Jahr 1790 im Metropolitan Museum in New York.

Der Korpus des Instrumentes ist in verschiedenen Fruchthölzern gehalten (dabei hauptsächlich Pflaume und Platane) und ist mit Intarsien sowie Rahmen und Füllungen verziert. Die Deckelkante, sowie der untere Teil des Instrumentes sind mit einer hölzernen Profilleiste verziert, die sich um das gesamte Instrument zieht, mit Ausnahme der Rückwand.

Die Untertasten sind mit schwarzem Ebenholz belegt und sind an den Enden verjüngt. Je drei kleine Ziereinkerbungen sind jeweils am Übergang zu den Obertasten. Die Fronten der Untertasten sind in zwei verschieden Hölzern gehalten und zeigen je eine Raute (je zwei Tasten zusammen). Die Obertasten sind mit Knochen belegt. Unterhalb der Tastatur befinden sich 4 Handregisterzüge, jeweils paarweise in einer Nische zusammen angeordnet. Sie bedienen folgende klangliche Veränderungen:

 

  1. Pantalon (keine Registerzüge geschaltet): Der Klang ist gleich einem Dulcimer (Pantalon) oder Tangentenklavier, da die Saiten mit dem Holz des Hammers angeschlagen werden und die Dämpfung aufgehoben ist.
  2. Harfe: Die geteilte Dämpfungsaufhebung hat sich auf die Saiten gesenkt. Der Effekt ist gleich dem Anzupfen einer Harfe.
  3. Fortepiano: Ein kleines Stückchen Stoff wird zwischen Hammer und Saite geschoben (Moderator). Der Klang ist gleich den frühen Hammerflügeln.
  4. Laute: Hier werden die Register für Fortepiano und Harfe gleichzeitig geschaltet und ein leiser angezupfter Ton entsteht.

 

Bei der Mechanik handelt es sich um eine primitive Prellmechanik ohne Auslösung. Die Hämmer sind nicht beledert. Das Instrument ist durchgängig zweichörig besaitet. Der Steg ist ab cis’ abwärts mit doppelten Stegstiften versehen. An der rechten Oberseite neben den Stimmwirbeln ist ein Papierstreifen mit den jeweiligen Tonnamen ausgeklebt. Unter dem Resonanzboden befindet sich ein geklebter Zettel, der die handschriftliche Signatur enthält:

„Dieses (r ?) Bandlong haben verfertigt

Johann Christoph Jeckel, und dessen

Sohn Christian Jeckel, beyde Bürger

Orgel und Instrumentenmacher

zu Worms den 19. August 1789.”

Der Begriff Bandlong in der Signierung geht mit großer Wahrscheinlich auf das Wort Pantalon oder Pantaleon zurück. Demnach ist Bandlong eine Variation oder Mundart des Wortes Pantalon / Pantaleon.

 

Signatur – Johann Christoph Jeckel und Christian Jeckel 1789 – Eric Feller Collection

 

Johann Christoph Jeckel wurde 1731 in Gondetz im heutigen Polen geboren und arbeitete 1750 bis 1754 als Schreiner-Gehilfe in Posen. Ab 1763 ist er in Worms nachweisbar, wo er sich um das Bürgerrecht bewarb und wahrscheinlich schon zuvor für den Orgelmacher Johann Georg Linck (1724 – 1762) gearbeitet hatte. Nachdem Jeckel dessen Witwe geheiratet hatte, arbeitete er von 1763 bis 1767 bei einem bisher nicht identifizierten Orgelmacher in Frankfurt. Dieser dürfte Philipp Ernst Wegmann (1734 – 1778) gewesen sein, zu dem eine besondere Verbindung bestand: Der Orgelbauer Johann Christian Köhler (1714 – 1761) in Frankfurt, dessen eigener Sohn jung starb, bildete seinen Stiefsohn Philipp Ernst Wegmann  zum Werkstattnachfolger aus, und in den Jahren ca. 1747 – 1758 war Johann Georg Linck sein wichtigster Mitarbeiter, der besondere, vertrauenswürdige Aufgaben übertragen bekam.  Jeckel erhielt erst 1767 das Bürgerrecht in Worms. Sein Sohn (Johann) Christian Jeckel (1763 – 1820) arbeitete und signierte ab 1789 mit seinem Vater, der 1813 starb, gemeinsam.

Jeckel signierte seine Instrumente zweifach: Einmal im Innern unter dem Resonanzboden, sichtbar durch das Dammfenster, also vor dem Einleimen des Resonanzbodens, und im Zubehörkästchen, wohl bei der Fertigstellung. Zwischen beiden Daten liegen mit schöner Regelmäßigkeit ca. fünf Monate. Er bezeichnete auf den Signaturen seine beiden früheren Tafelklaviere zwischen 1779 und 1784 „Clavier“, seine beiden letzten nach 1789 als Bandlong, wobei es sich um eine Verballhornung des Wortes Pantalon handeln dürfte. Es existieren noch fünf Tafelklaviere dieser Instrumentenmacher. (vgl. M. Clinkscale: „Makers of the Piano 1700-1820“)

Jeckels erhaltene Instrumente zeigen große Ähnlichkeiten mit den Tafelklavieren von Boos und Mahr. Er fertigte Instrumente mit und ohne Dämpfung. Sie haben immer Handzüge, für Bass und Diskant getrennt, unterhalb der Klaviatur in identischer Art wie bei Mahr. Wenn er ein Instrument mit einer Dämpfung ausstattete, dann immer mit Unterdämpfung; diese Instrumente verfügen über einen separaten Klaviaturrahmen. Bei Instrumente ohne Dämpfung ist der Waagebalken auf dem Unterboden befestigt. Die Dämpfungshebel haben eigene kleinere Holzkapseln, werden aber sonst in der gleichen Art wie bei Mahr mit einer durch den Tastenhebel gehenden Gabel geführt, die auch bei Boos’ Darmstädter und Bamberger Instrument ursprünglich konzipiert war. Jeckels frühestes erhaltenes Tafelklavier von 1779/80 ist in ähnlicher, aufwendiger Art marketiert wie Boos’ Instrumente, danach reduziert sich die Dekoration auf eingelegte Felder mit Wurzelmaser im Klaviaturbereich. Die Tastenteilung und die Saitenlängen sind ähnlich wie bei Mahr, die Dekoration der Untertasten hingegen übernimmt Elemente, die bereits bei Boos vorkamen, so die mit Filetstreifen eingelegten Tastenbeläge und marketierten Stirnseiten.

Die Ähnlichkeit in der Dekoration und instrumentenbaulichen Details mit den Instrumenten Boos’ bzw. Mahrs lassen vermuten, dass Jeckel dort gearbeitet hatte, vielleicht aber erhielt er seine Kenntnisse in Frankfurt bei dem folgend beschriebenen Orgelmacher Philipp Ernst Wegmann, in dessen Werkstatt auch Johann Andres Mahr in seiner Gesellenzeit war.(Anmerkung: Vielen Dank an M. Günther für die Informationen bezüglich Jeckel.)

 

 

Weitere erhaltene Instrumente von Johann Christoph Jeckel u. Christian Jeckel:

  • 1783 Clavier – Yale Collection of Musical Instruments, New Haven USA
  • 1785 Clavier – Händelhaus, Halle an der Saale Deutschland
  • 1785 Clavier – Kurpfälzisches Museum, Heidelberg Deutschland
  • 1785 Clavier – Stadtarchiv der Stadt Worms, Worms Deutschland
  • 1790 Bandlong – Metropolitan Museum, New York USA (klicken Sie hier)

 

 

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Muzio Clementi 1803 https://www.ericfeller.de/instrumente/muzio-clementi-1803/ Thu, 29 Mar 2018 16:43:24 +0000 http://www.ericfeller.de/?post_type=instrumente&p=348 Dieses Tafelklavier aus dem Jahr 1803 stammt aus der bedeutenden Werkstatt des Komponisten, Verlegers und Instrumentenbauers Muzio Clementi. Neben Broadwood waren die Instrumente von Clementi hoch geschätzt und zeichneten sich durch ihren besonderen Klang aus. Von Zeitgenossen wurden sie als die besten Instrumente weltweit betitelt. „Die Firma liefert, ohne allen Widerspruch, die trefflichsten Instrumente in […]

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Dieses Tafelklavier aus dem Jahr 1803 stammt aus der bedeutenden Werkstatt des Komponisten, Verlegers und Instrumentenbauers Muzio Clementi.

Neben Broadwood waren die Instrumente von Clementi hoch geschätzt und zeichneten sich durch ihren besonderen Klang aus. Von Zeitgenossen wurden sie als die besten Instrumente weltweit betitelt. „Die Firma liefert, ohne allen Widerspruch, die trefflichsten Instrumente in der Welt, die von Clementi’s mechanischem Kopf und Kunsterfahrung veredelt, aber freylich auch die kostbarsten sind.“ (vgl.: Allgemeine Musikalische Zeitung, Leipzig 1802, S. 197)

Der Korpus des Instrumentes ist aus Mahagoni mit umlaufenden mehrfarbigen Bandintarsien aus verschiednen Hölzern. Das Instrument steht auf einem Gestell mit „music-shelf“ und Messingrollen. Die Untertasten sind mit Elfenbein und die Obertasten mit Ebenholz belegt.

Das Instrument verfügt über ein hölzernes Pedal zur Dämpfungsaufhebung. Bei der Mechanik handelt es sich um eine double action mit belederten Hämmerchen und Einzeldämpfern.

Das Instrument ist zweichörig besaitet. Das Vorsatzbrett ist mit Girlanden aus Blumen und Ranken bemalt und in einer Kartusche signiert mit:

„New Patent

Muzio Clementi & Co.

Cheapside London”

Die Tafelklaviere von Clementi waren immer mit zwei Seriennummer versehen: eine gestempelte auf der linken Seite und eine handschriftliche mit Tinte auf dem Stimmstock (gestempelt: 2697 – handschriftlich: 2644).

Das von Clementi verwendete System zählt mit der handschriftlichen Nummer die generelle Produktion von Klavieren seit der Übernahme der Firma Longman & Broderip im Jahre 1798. Die gestempelten Nummern hingegen führen die Produktion von Tafelklavieren der übernommenen Firma Longman & Broderip fort, jedoch nur Instrumente mit dem 1794 eingeführten „New Patent“. Andere Instrumente (beispielsweise Instrumente mit „single action“, Flügel oder Cabinet Pianos) wurden in anderen Gruppen (die zeitlich begrenzt waren) zusammengezählt.

Anhand dieser Seriennummern lässt sich das Baujahr dieses Instrumentes auf Januar 1803 ableiten. (vgl.: Clementi & Co 1798–1830 Pianoforte Manufacture in London, Leif Sahlqvist 2013)

 

Detaillierte Informationen über die Firma Muzio Clementi & Co. finden Sie hier!

 

Weitere erhaltene Instrumente von Muzio Clementi & Co.:

  • 1803 Tafelklavier (No. 3468) – Newton Centre: Marlowe A. Sigal Collection, USA
  • 1803 Tafelklavier (No. 2335) – Museu da Musica Lissabon, Portugal
  • 1806 Tafelklavier (No. 4095) – Deutsche Museum München, Deutschland

 

 

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Jacobus et Abraham Kirckman 1783 https://www.ericfeller.de/instrumente/jacobus-et-abraham-kirckman-1783/ Thu, 28 Dec 2017 15:38:49 +0000 http://www.ericfeller.de/?post_type=instrumente&p=323 Dieses Instrument der Firma Kirckman aus dem Jahr 1783 stellt ein frühes Beispiel für die Produktion von Tafelklavieren in der Umbruchszeit vom Cembalo zum Klavier dar. Die Firma Kirckman, die renommiert im 18. Jahrhundert für den Bau vom Cembali war, erweiterte Mitte der 1770er Jahre ihr Angebot an Instrumenten um die neu in Mode kommenden […]

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Dieses Instrument der Firma Kirckman aus dem Jahr 1783 stellt ein frühes Beispiel für die Produktion von Tafelklavieren in der Umbruchszeit vom Cembalo zum Klavier dar. Die Firma Kirckman, die renommiert im 18. Jahrhundert für den Bau vom Cembali war, erweiterte Mitte der 1770er Jahre ihr Angebot an Instrumenten um die neu in Mode kommenden Klaviere.

Der Korpus des kleinen und eleganten Instrumentes ist aus massivem Mahagoni und reich mit eingelegten Zierbändern aus verschiedenen Hölzern verziert. Umlaufend ist eine Zierleiste aus Bronze, wie sie später bei Instrumenten aus dem „Regency“ zu finden ist. Das originale Gestell, auf welchem das Instrument liegt, ist an den Seiten mit Bronzeapplikationen verziert.

Die Untertasten sind mit Elfenbein und die Obertasten mit Ebenholz belegt. Je zwei kleine Ziereinkerbungen sind jeweils am Übergang der Untertasten zu den Obertasten aufgebracht, die mit Eisengallustinte eingefärbt wurde. Dieses Detail ist als Verzierungselement bei Tasten von Cembali sehr gebräuchlich gewesen und findet sich hier als dekoratives Überbleibsel. Es findet sich hauptsächlich nur bei sehr frühen Instrumenten.

Im Inneren befinden sich drei Registerzüge für eine geteilte Dämpfungsaufhebung und Lautenzug. Die Hämmerchen sind mit Leder bezogen und das Instrument ist zweichörig besaitet. Bei der Mechanik handelt es sich um die englische single action nach Zumpe. Der Umfang beträgt 5 Oktaven FF, GG – f3 (ohne fis im Bass).

Das Vorsatzbrett trägt die Signatur in lateinischer Sprache:

„Jacobus et Abraham Kirckman Londini Fecerunt 1783“

Das Instrument ist ein Zeugnis der Arbeit des Firmengründers Jacob Kirckman und seinem Neffen Abraham Kirckman. Das gesamte Instrument zeichnet sich durch seine exakte und hochqualitative Handwerkskunst aus. Es befand sich in absolutem Originalzustand und zeigte keinerlei Spuren einer früheren Restauration.

 

 

Die Firma Kirckman (Kirkman) war eine der berühmtesten Cembalobaufirmen im späten 18. Jahrhundert. Den Grundstein der Firma legte Jacob Kirchmann (später anglisiert in Kirckman/Kirkman), der am 4. März 1710 in Bischweiler im Elsass geboren wurde. Ursprünglich stammte die Familie aus dem Aargau in der Schweiz. Jacob Kirchmann erlernte den Beruf des Schreiners und ging in den frühen 1730er Jahren nach England. Dort lernte und arbeitete er für den berühmten Cembalobauer Hermann Tabel, dessen Witwe er 1738 heiratete. 1755 erlangte er die britische Staatsbürgerschaft. Er starb am 9. Juni 1792 in Greenwich und wurde in der St.-Alfege-Kirche beerdigt.

Abraham Kirckman, der am 2. Juni 1737 ebenfalls in Bischweiler geboren wurde, war der Neffe von Jacob Kirckman. Er folgte seinem Onkel nach London und wurde 1772 sein Geschäftspartner. Er starb im April 1794 in Hammersmith.

Joseph Kirkman I. (1763 – 1830) war der Sohn von Abraham Kirckman und folgte seinem Vater in den elterlichen Betrieb, wurde 1789 Teilhaber und übernahm nach dem Tod des Vaters die Firma. (vgl.: M. Clinkscale, „Makers of the Piano 1700-1820“)

Das bisher älteste erhaltene Cembalo der Firma stammt aus dem Jahr 1744. Die größte Produktion an Cembali in England stellen Kirkman und Burkhardt Tschudi. Im späteren Verlauf, als das Cembalo langsam aus der Mode kam, spezialisierte sich die Firma auf Klaviere. (vgl. Hammerflügel von Abraham et Josephus Kirckman 1789)

Das letzte gebaute Cembalo der Firma wurde 1809 gefertigt.

Alle Instrumente waren ausnahmslos von außerordentlicher Qualität und Handwerkskunst gefertigt. Die Schriftstellerin Frances „Fanny“ Burney (1752 – 1840), Tochter des bekannten Musikhistorikers und Komponisten Charles Burney (1726 – 1814), beschrieb Jacob Kirkman als den besten Cembalobauer aller Zeiten. So erweiterte beispielsweise John Joseph Merlin 1779 ein Cembalo von Jacob Kirckman mit einer oberschlägigen Hammermechanik (heute im Museum of Fine Arts in Boston USA).

Hier finden Sie eine detaillierte Beschreibung der Firmengeschichte Kirkman.

 

 

Weitere erhaltene Instrumente von Jacob & Abraham Kirckman:

  • 1778 Tafelklavier – Oberlin Conservatory of Music: Frederick R. Selch Center for American Music, Oberlin USA
  • 1779 Tafelklavier – Sammlung Susanne Shapiro, Los Angeles USA

 

 

 

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Georgius Pether ca. 1775 https://www.ericfeller.de/instrumente/georgius-pether-c-1775/ Fri, 22 Dec 2017 12:14:48 +0000 http://www.ericfeller.de/?post_type=instrumente&p=316 Dieses Tafelklavier ist ein typisches Beispiel der Instrumente aus den 1770er Jahren in England. Das zierliche Instrument besticht durch schlichte Eleganz. Auf dem originalen Gestell (trestle-stand) liegt das Instrument auf, welches aus Mahagoni mit umlaufenden Einlegearbeiten in unterschiedlichen Hölzern gebaut ist. Das Instrument verfügt über eine single action, zwei Registerzüge für eine geteilte Dämpfungsaufhebung. Das […]

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Dieses Tafelklavier ist ein typisches Beispiel der Instrumente aus den 1770er Jahren in England. Das zierliche Instrument besticht durch schlichte Eleganz.

Auf dem originalen Gestell (trestle-stand) liegt das Instrument auf, welches aus Mahagoni mit umlaufenden Einlegearbeiten in unterschiedlichen Hölzern gebaut ist. Das Instrument verfügt über eine single action, zwei Registerzüge für eine geteilte Dämpfungsaufhebung.

Das Vorsatzbrett trägt in einer ovalen Kartusche die Signatur:

„Georgius Pether Londini Fecit

No. 9, Berner Street, Oxford – Street“

Der Umfang des Instrumentes beträgt 5 Oktaven (FF – f3) und ist durchgängig zweichörig bezogen. Die Tastatur ist aus Elfenbein und Ebenholz gearbeitet.

Ungewöhnlich bei dem Instrument ist, dass der Stimmstock halbkreisförmig angeordnet ist und nicht gerade. Weiterhin sind die Hammerstiele extrem dünn gehalten, was zu einer ganz leichten Spielweise führt.

Bisher sind einige wenige Instrumente erhalten. Interessant ist, dass Pether seine Instrumente mit zwei verschiedenen Signaturen auf dem Vorsatzbrett signiert. Auf einigen Instrumenten findet sich die Signatur:

„Georgius Pether / from Mr Kirkman Londini Fecit / No. 61 Oxford Street“

“Mr. Kirkman” zeigt die Verbindung zu der Werkstatt von Kirkman, für die er scheinbar früher gearbeitet haben muss oder dort evtl. gelernt hatte.

Es ist anzunehmen, dass Pether die Form der Signatur verwendete, um einen größeren Absatz seiner Instrumente durch die Werbung mit Kirkman generieren zu können. Die Firma Kirkman galt als eine der besten Firmen mit einer langen Tradition im Cembalo- und Klavierbau. Eine gleiche Form der Werbung findet sich bei den Instrumenten der Firma Schoene & Co., die mit Johannes Zumpe warben. (vgl. Tafelklavier Schoene & Co. 1788)

 

 

Über George Pether ist nur sehr wenig bekannt. Es ist aufgrund seines Namens anzunehmen, dass er wie viele Instrumentenbauer deutschsprachige Wurzeln hatte. Er war als Instrumentenbauer von ca. 1775 bis zu seinem Tod 1794 aktiv. Er hatte seine Werkstatt in der John Street No. 16 und der Oxford Street No. 61. Laut M. Clinkscale erfand er eine oberschlägige Mechanik, die er jedoch nicht patentieren ließ.

 

 

Weitere erhaltene Instrumente von George Pether:

  • 1779 Tafelklavier – Western Australian Academy of Performing Arts, Edith Cowan University, Perth Australien
  • 1785 Tafelklavier – Privatsammlung, Buckinghamshire England

 

 

Georgius Pether, London ca. 1775 – Collection Eric Feller

 

 

 

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Léonard Systermans 1829 https://www.ericfeller.de/instrumente/leonard-systermans-1829/ Tue, 19 Dec 2017 14:02:12 +0000 http://www.ericfeller.de/?post_type=instrumente&p=307 Dieses schlichte Empire-Tafelklavier wurde 1829 von Léonard Systermans in Paris gefertigt. Das Instrument besticht durch seine für das Empire eher ungewöhnlich zurückhaltende und schlichte Eleganz. Der Korpus und die dazu passenden originalen Säulenbeine sind aus Mahagoni gefertigt. Bei dem gesamten Instrument wurde auf bronzene Applikationen verzichtet. Das Vorsatzbrett ist leicht gerundet und trägt die Aufschrift: […]

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Dieses schlichte Empire-Tafelklavier wurde 1829 von Léonard Systermans in Paris gefertigt. Das Instrument besticht durch seine für das Empire eher ungewöhnlich zurückhaltende und schlichte Eleganz.

Der Korpus und die dazu passenden originalen Säulenbeine sind aus Mahagoni gefertigt. Bei dem gesamten Instrument wurde auf bronzene Applikationen verzichtet. Das Vorsatzbrett ist leicht gerundet und trägt die Aufschrift:

„Leonard Systermans /

Rue Notredame de Nazareth No. 26 Paris /

1829“

Auf dem Resonanzboden befindet sich eine handschriftliche Signatur mit der Seriennummer „Leonard Systermans No. 2187 a Paris 1829“.

Die originale Tastatur hat einen Umfang von 6 Oktaven. Die Untertasten sind mit Elfenbein belegt und die Obertasten aus Ebenholz. Bei der Mechanik handelt es sich um eine französische Version der double action.

Das Tafelklavier verfügt über zwei Pedale (Dämpfungsaufhebung, Laute) und einen Kniehebel (Moderator). Über der Mechanik und dem Resonanzboden befindet sich der originale Staubboden, der zweigeteilt ist.

Das Instrument befand sich beim Ankauf in absolutem Originalzustand (keine Teile fehlten) und wurde von Rudolf Haase in der Schweiz restauriert.

 

 

Jean Léonard Systermans wurde 1764 geboren und war elsässischer Abstammung. Um 1780 ging er bei Fessard in die Lehre um den Beruf des Klavierbauers zu erlernen. Ab ca. 1785 hatte er seine eigene Werkstatt in Rue Denis Maison Chaumont No. 18. (vgl.: Tafelklavier von 1797 Sammlung M. Cole und Tafelklavier aus dem Jahr 1800 (jetziger Besitzer unbekannt)).

Am 12. Juni 1821 starb Léonard Systermans und das Geschäft wurde von einem seiner Söhne unter dem Namen des Vaters weitergeführt. Die Adresse ab ca. 1817 war in der Rue Notre Dame de Nazareth No. 26 in Paris.

Ab ca. 1840 ist die Firma Systermans et Frères mit der gleichen Adresse nachweisbar (vgl.: Martha Clinkscale „Makers of the Piano“)

In dem Buch „L’art d’accorder soi-même son piano“ von Claude Montal aus dem Jahr 1836 beschreibt er, dass die Instrumente von Systermans „obwohl schlechter als die von Erard, dennoch einen guten Ruf hatten.“(vgl.: Claude Montal „L’art d’accorder soi-même son piano„, 1836, S. 212)

 

 

Weitere erhaltene Instrumente von Leonard Systermans:

  • 1797 Tafelklavier (No. 130) – Sammlung Michael Cole Cheltenham, England
  • 1824 Tafelklavier – Sammlung Western Australian Academy of Performing Arts, Edith Cowan University Perth, Australien
  • 1825 Tafelklavier – Privatsammlung Amsterdam, Niederlande

 

Leonard Systermans, Paris 1829 – Collection Eric Feller

 

Leonard Systermans, Paris 1829 – Collection Eric Feller

 

Dieses Tafelklavier ist im Museum Kellinghusen „betont – Ton und Tasten Museum“ in der Dauerausstellung ausgestellt!

 

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Lambertij 1801 https://www.ericfeller.de/instrumente/lambertij-1801/ Mon, 11 Dec 2017 20:05:47 +0000 http://www.ericfeller.de/?post_type=instrumente&p=302 Dieses zierliche und absolut elegante Tafelklavier aus Paris ist das bisher einzige erhalte Instrument dieses Instrumentenbauer. Es zeichnet sich durch einen feinen und tragfähigen Klang aus. Der Korpus ist mit umlaufenden Intarsien verziert und ist (wie auch die Beine) aus Mahagoni gefertigt. Interessant dabei ist, dass die Beine schon in Säulenform gearbeitet sind und somit […]

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Dieses zierliche und absolut elegante Tafelklavier aus Paris ist das bisher einzige erhalte Instrument dieses Instrumentenbauer. Es zeichnet sich durch einen feinen und tragfähigen Klang aus.

Der Korpus ist mit umlaufenden Intarsien verziert und ist (wie auch die Beine) aus Mahagoni gefertigt. Interessant dabei ist, dass die Beine schon in Säulenform gearbeitet sind und somit die späteren Empireformen der jüngeren Instrumente aus den 1820er Jahren vorwegnehmen.

Die Klaviatur umfasst 5 Oktaven (FF – f3), die Untertasten sind mit Ochsenknochen und Elfenbein belegt und die Obertasten mit Ebenholz. Die Rückwand ist nicht furniert.

Das Vorsatzbrett ist in unterschiedlichen Hölzern gearbeitet und trägt in einem Oval die Signatur:

„Lambertij

Rue des Vieux Augustins No. 16

à Paris 1801“

Das Instrument verfügt über vier Pedale (Laute, Dämpfungsaufhebung, Sordine,

Deckelschweller). Bei der Mechanik handelt es sich um eine einfache single action und es ist zweichörig besaitet.

 

Über den Instrumentenbauer Lambertij ist bisher nichts bekannt, lediglich das er sein Geschäft in der „Rue des Vieux Augustins No. 16“ hatte, wie die Signatur auf dem Vorsatzbrett zeigt. Der Name Lambertij ist in keiner Literatur zu finden, auch keine weiteren erhaltenen Instrumente sind bekannt. Somit ist dieses Tafelklavier das wahrscheinlich weltweit einzig erhaltene Instrument dieses Instrumentenbauers. Der Name lässt evtl. Rückschlüsse auf einen Instrumentenmacher italienischer Herkunft zu.

 

 

Lambertij, Paris 1801 – Sammlung Eric Feller

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Wilhelm Braschoss ca. 1830 https://www.ericfeller.de/instrumente/wilhelm-braschoss-c-1830/ Mon, 11 Dec 2017 19:06:02 +0000 http://www.ericfeller.de/?post_type=instrumente&p=300 Dieses Schweizer Tafelklavier aus Genf zeigt den französischen und englischen Einfluss auf den Instrumentenbau in der Schweiz. Das Instrument wurde um 1830 gebaut und zeichnet sich durch seinen sehr obertonreichen Klang aus. Der Korpus und die Beine sind aus Mahagoni. Die typischen kannelierten Beine erinnern an die Beinform der englischen Instrumente aus dem Regency (vgl. […]

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Dieses Schweizer Tafelklavier aus Genf zeigt den französischen und englischen Einfluss auf den Instrumentenbau in der Schweiz.

Das Instrument wurde um 1830 gebaut und zeichnet sich durch seinen sehr obertonreichen Klang aus.

Der Korpus und die Beine sind aus Mahagoni. Die typischen kannelierten Beine erinnern an die Beinform der englischen Instrumente aus dem Regency (vgl. Tafelklavier John Broadwood and Sons 1814).

Die Klaviatur umfasst 6 Oktaven, die Untertasten sind mit Elfenbein und die Obertasten mit Ebenholz belegt.

Das Vorsatzbrett (mit der halbrunden Form, welches typisch für französische Instrumente ist) ist in unterschiedlichen Hölzern gearbeitet und ist signiert mit:

„Braschoss

Facteur de Pianos

A Genève“

Das Instrument verfügt über zwei Pedale (Dämpfungsaufhebung und Sordine). Bei der Mechanik handelt es sich um eine Wiener Mechanik und es ist zweichörig besaitet. An der rechten Front (neben der Tastatur) lässt sich ein zweites integriertes Notenpult aufklappen. Dieses zusätzliche Notenpult wurde für Kammermusik genutzt.

 

 

Johann Wilhelm Braschoss wurde am 11. Oktober 1796 in Gräfrath/Wald in der Nähe von Solingen geboren. Um dem Militärdienst zu entgehen verließ er seine Familie mit 19 Jahren und arbeitete in der Region am Rhein. 1820 arbeitete er als Schreiner und Möbeltischler in München und ging im Sommer 1821 nach Wien. Dort arbeitete er für den Klavierbauer Cyrill Demian.

Im November 1822 ging er als Schreiner und Klavierbauer nach Genf und beantragte das Bürgerrecht der Stadt, welches er 1825 erhielt. Seine Werkstatt war in der Rue de Coutance 140 ansässig und später auch in der Rue du Rhône 29. Im Dezember 1828 erlangte er die Schweizer Staatsbürgerschaft, behielt jedoch auch seine Deutsche Staatsbürgerschaft. Er heiratete Isaline Antoinette Henry und konvertierte vom Katholizismus zum Protestantismus.

Das Geschäft florierte sehr gut und er bewohnte zusammen mit seiner Frau ein Haus in der Chemin de Mail 14, wo er auch am 5. Mai 1871 starb.

 

Weitere erhaltene Instrumente von Wilhelm Braschoss:

  • 1835 Tafelklavier – Musée d’Instruments Anciens de Musique, Genf Schweiz

 

Dieses Tafelklavier ist im Museum Kellinghusen „betont – Ton und Tasten Museum“ in der Dauerausstellung ausgestellt!

 

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Thomas Bates & Co. 1793 https://www.ericfeller.de/instrumente/thomas-bates-co-1793/ Mon, 11 Dec 2017 17:36:57 +0000 http://www.ericfeller.de/?post_type=instrumente&p=298 Dieses Tafelklavier von Thomas Bates ist ein Beispiel für die lange traditionelle Bauweise von Bates bis in die 1790er Jahre hinein. Während andere Klavierbauer sich in dieser Zeit mit der Weiterentwicklung des Klaviers, mit größerem Klaviaturumfang und „moderneren“ Gestellen beschäftigten, fertigte Bates in der Tradition der 1770er und 1780er Jahre weiter. Der Korpus des Instrumentes […]

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Dieses Tafelklavier von Thomas Bates ist ein Beispiel für die lange traditionelle Bauweise von Bates bis in die 1790er Jahre hinein. Während andere Klavierbauer sich in dieser Zeit mit der Weiterentwicklung des Klaviers, mit größerem Klaviaturumfang und „moderneren“ Gestellen beschäftigten, fertigte Bates in der Tradition der 1770er und 1780er Jahre weiter.

Der Korpus des Instrumentes ist aus massivem Mahagoni und mit eingelegten Zierbändern verziert. Das originale trestle-stand, auf welchem das Instrument liegt, ist ebenfalls aus Mahagoni.

Die Untertasten sind mit Elfenbein und die Obertasten mit Ebenholz belegt.

Im Inneren befindet sich zwei Binnenschaltungen, die zur Dämpfungsaufhebung und zum Lautenzug dienen und die über je einen Registerzug zu bedienen ist.

Die Einzeldämpfer sind hinter einer Leiste versteckt und mit Walbarten als Federn ausgestattet. Die Hämmerchen sind mit Lederbezogen und das Instrument ist zweichörig besaitet. Bei der Mechanik handelt es sich um die englische single action.

Das Vorsatzbrett ist signiert mit:

„Bates and Co. Londini Fecit

Corner of Edward Street Wardour Street 1793“

Hinter dem Vorsatzbrett ist handschriftlich die Seriennummer 178 zu finden, ebenfalls handschriftlich auf der Mechanik und der linken Innenwand. Die Seriennummer ist ferner hinter dem Vorsatzbrett links eingestanzt. Auf der linken Gehäusewand ist die Nummer 30 eingestanzt.

Eine weitere handschriftliche Signatur ist auf der letzten Taste zu finden. Das Instrument weißt eine sehr konservative Bauweise auf. Interessant ist die große Fläche des Resonanzbodens auf der rechten Seite des Instrumentes.

 

Thomas Bates war Lehrling bei John Geib und gehörte später zu den renommiertesten Instrumentenbauern im 18. Jahrhundert in London und war hauptsächlich für den Bau von Cembali bekannt. Im Zuge der Verbreitung des Tafelklavieres hat auch er Instrumente mit Hammermechanik gefertigt. Im Januar 1793 übernahm er den Betrieb von George Garcka und arbeitete teilweise mit Longman und Housten zusammen. Letzterer übernahm nach dem Bankrott von Bates die Firma.

 

Weitere erhaltene Instrumente von Thomas Bates:

  • 1793 Tafelklavier (No. ?) – Sammlung Finchcocks Richard Burnett, Goudhurst UK
  • 1793 Tafelklavier (No. 163) – Privatsammlung England

 

 

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Joseph Hauert ca. 1785 https://www.ericfeller.de/instrumente/joseph-hauert-ca-1785/ Mon, 11 Dec 2017 16:01:59 +0000 http://www.ericfeller.de/?post_type=instrumente&p=296 Dieses seltene Tafelklavier der berühmten Schweizer Instrumentenbauerfamilie Hauert wurde um 1785 von Joseph Hauert in Bern gebaut. Das elegante Instrument und die dazu passenden originalen Beinen mit floralen Schnitzereien sind aus Nussholz gearbeitet. Auf der Vorderseite der Deckelklappe befinden sich ein Oval, welches in dunklerem Holz eingelegt ist und eine bronzene Applikation am Schloss. Das […]

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Dieses seltene Tafelklavier der berühmten Schweizer Instrumentenbauerfamilie Hauert wurde um 1785 von Joseph Hauert in Bern gebaut.

Das elegante Instrument und die dazu passenden originalen Beinen mit floralen Schnitzereien sind aus Nussholz gearbeitet. Auf der Vorderseite der Deckelklappe befinden sich ein Oval, welches in dunklerem Holz eingelegt ist und eine bronzene Applikation am Schloss.

Das Vorsatzbrett ist in drei Kassetten aufgeteilt. Die Signatur ist leider verblasst, aber aufgrund der Bauart ist das Instrument eindeutig Joseph Hauert zuzuschreiben.

Die originale Tastatur hat einen Umfang von 5 Oktaven ohne Fis im Bass. Die Untertasten sind mit Elfenbein belegt und die Obertasten aus Ebenholz.

Das Tafelklavier verfügt über zwei Kniehebel (geteilte Dämpfungsaufhebung) und einen Handregisterzug für einen Lautenzug sowie eine second action. Es ist durchgehend zweichörig bezogen und die Hämmerchen sind mit Leder bezogen.

Ein Tafelklavier des Sohnes Charles Louis Howard von ca. 1825 befindet sich ebenfalls in der Sammlung Eric Feller. Siehe: Tafelklavier Charles Louis Howard ca. 1825

 Das Instrument wurde 2019 komplett von Andrew Durand restauriert.

  

Joseph Hauert kam in Wengi bei Büren/Bern im August 1749 als Sohn von Bendicht Hauert und Magdalena geb. Berger zur Welt. Er gilt als Begründer der berühmten Schweizer Klavierbauerfamilie Hauert (später Howard).

Vermutlich erhielt er eine Ausbildung als Schreiner und wandte sich dann später dem Instrumentenbau zu.

Am 2.10.1772 heiratete er Elisabeth Wyss und siedelte nach Bern über. Sein Sohn Carl Ludwig, geboren am 1.10.1785 in Bern, war das 5. Kind der Familie Hauert.

Joseph Hauert starb im Jahre 1824.

 

 

 

Weitere erhaltene Instrumente von Joseph Hauert:

  • 1796 Tafelklavier – Museum Schlössli, Aarau, Schweiz
  • 1798 Tafelklavier – Germanisches Nationalmuseum, Nürnberg, Deutschland

 

 

 

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Johann Christian Schreiber 1745 (1770) https://www.ericfeller.de/instrumente/johann-christian-schreiber-1745-1770/ Thu, 07 Dec 2017 18:34:46 +0000 http://www.ericfeller.de/?post_type=instrumente&p=276 Dieses interessante Tafelklavier ist das bisher einzige bekannte Instrument von Johannes Christian Schreiber. Der Korpus ist aus Mahagoni und mit einfachen Bandintarsien umrahmt. Das Instrument verfügt über eine single action und ist durchgehend zweichörig besaitet. Die Tasten sind aus Elfenbein und Ebenholz gefertigt. Das Vorsatzbrett ist einfach verziert und enthält die Signatur: „Johannes Christian Schreiber […]

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Dieses interessante Tafelklavier ist das bisher einzige bekannte Instrument von Johannes Christian Schreiber.

Der Korpus ist aus Mahagoni und mit einfachen Bandintarsien umrahmt. Das Instrument verfügt über eine single action und ist durchgehend zweichörig besaitet.

Die Tasten sind aus Elfenbein und Ebenholz gefertigt. Das Vorsatzbrett ist einfach verziert und enthält die Signatur:

„Johannes Christian Schreiber

A Amsterdam

1745”

Das Datum auf dem Vorsatzbrett ist ganz offensichtlich nachträglich hinzugefügt und das Instrument kann aufgrund der baulichen Merkmale auf ca. 1770 datiert werden.

Interessant ist der kleine Umfang des Instrumentes von nur 4 ½ Oktaven. Er spricht für eine frühere Datierung.

 

Das Instrument gehörte vormals der University of California – Department of Music und wurde danach von Bjarne Dahl erworben. Es ist aufgeführt in dem Buch „Makers of the Piano 1700 – 1820“ von Martha Novak Clinkscale.

 

 

Bisher sind keine weiteren Instrumente von Johannes Christian Schreiber erhalten!

 

 

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John Broadwood and Son 1799 https://www.ericfeller.de/instrumente/john-broadwood-and-son-1799-2/ Wed, 15 Nov 2017 18:18:20 +0000 http://www.ericfeller.de/?post_type=instrumente&p=255 Dieses Tafelklavier von John Broadwood and Son stammt aus dem Jahr 1799. Es ist in allen Teilen gleich wie das ein Jahr später gebaute Instrument in der Eric Feller Collection. Der Korpus des Instrumentes ist aus Mahagoni mit umlaufenden Bandintarsien in unterschiedlichen Hölzern. Das Instrument selbst liegt auf einem „French-Stand“ mit vier Messingrollen auf, das […]

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Dieses Tafelklavier von John Broadwood and Son stammt aus dem Jahr 1799. Es ist in allen Teilen gleich wie das ein Jahr später gebaute Instrument in der Eric Feller Collection.

Der Korpus des Instrumentes ist aus Mahagoni mit umlaufenden Bandintarsien in unterschiedlichen Hölzern. Das Instrument selbst liegt auf einem „French-Stand“ mit vier Messingrollen auf, das unter dem Instrument ein eingearbeitet „music-shelf“ hat. An den Seiten sind jeweils runde Messingapplikationen zum Abdecken der Schrauben des Gestells.

Die Untertasten sind mit Elfenbein und die Obertasten mit Ebenholz belegt.

Das Vorsatzbrett ist in unterschiedlichen Hölzern gearbeitet und ist in einer Kartusche signiert mit:

„John Broadwood and Son.

Makers to his Majesty and the Princeses

Great Pulteney Street London 1799 Golden Square.“

Das Instrument verfügt über ein Pedal zur Dämpfungsaufhebung und ist zweichörig besaitet. Bei der Mechanik handelt es sich um die einfache single action mit belederten Hämmerchen und den für Broadwood typischen Unterdämpfern (die Unterdämpfer Mechanik wurde von Broadwood im Jahr 1783 patentiert).

 

 

John Broadwood wurde am 6. Oktober 1732 in Oldhamstocks in der Nähe von Cockburnspath in Schottland geboren. Er erlernte den Beruf des Möbeltischlers wie schon sein Vater zuvor.

Im Jahr 1761 begann er bei Burkat Shudi (1702 – 1773) in London zu arbeiten und wurde 1770 sein Geschäftspartner. 1771 eröffnete er sein eigenes Geschäft in der Great Pulteney Street in London. John Broadwood heiratete 1769 Burkat Shudis Tochter Barbara in erster Ehe und hatte mit ihr vier Kinder. Nach dem frühen Tode (1776) seiner Frau heiratete er in zweiter Ehe 1781 Mary Kitson und hatte mit ihr sechs Kinder. Er starb am 17. Juli 1812 in London.

 

 

Weitere erhaltene Instrumente von John Broadwood and Son:

  • 1798 Tafelklavier (No. 4200) National Museum of American History, Washington USA
  • 1791 Tafelklavier (No. 1552) Kenwood House, Hampstead UK
  • 1795 Tafelklavier (No. 2844) Sammlung Richard Burnett Finchcocks, Goudhurst UK

 

 

 

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John Crang Hancock ca. 1790 https://www.ericfeller.de/instrumente/john-crang-hancock-ca-1790/ Tue, 14 Nov 2017 19:48:13 +0000 http://www.ericfeller.de/?post_type=instrumente&p=254 Dieses seltene Tafelklavier aus der Zeit um 1785 – 1790 stellt eine absolute Besonderheit dar: Es ist bislang das einzige erhalten Instrument mit einer von John Crang Hancock neu erfundenen Mechanik in Tafelklavierform. Die Korpuswände bestehen aus mahagonifurnierter Eiche. Eingelegte Adern aus Buchsbaum und Ebenholz schmücken die Flächen. Die Wirbel stehen ohne Abwinklung in linearen […]

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Dieses seltene Tafelklavier aus der Zeit um 1785 – 1790 stellt eine absolute Besonderheit dar: Es ist bislang das einzige erhalten Instrument mit einer von John Crang Hancock neu erfundenen Mechanik in Tafelklavierform.

Die Korpuswände bestehen aus mahagonifurnierter Eiche. Eingelegte Adern aus Buchsbaum und Ebenholz schmücken die Flächen. Die Wirbel stehen ohne Abwinklung in linearen Vierer-Reihen am äußeren rechten Rand.

Die Signatur auf dem Vorsatzbrett lautet:

„By Royal Patent Crang Hancock London“

Der Steg enthält an beiden Enden eine untere Auskehlung, um hierdurch den effektiven Abstand zum Rand zu vergrößern. Der Unterboden ist aus Fichte.

 

Mit dem Patent des „spring key touch“ gelang es Hancock, den Anschlag durch Federkraft leichtgängig zu machen. Auf der Taste befindet sich hinten eine Feder, welche die Taste in ihre Ausgangsposition zurückdrückt. Gleichfalls auf der Taste steht beweglich in einem Lederscharnier ein runder Holzstößer-Stab, der als Auslöser fungiert und mit einer Feder nach oben angedrückt wird. Die Hammerstiele werden beim Rückfall mit einem gespannten Filzstreifen aufgefangen.

 

 

John Crang Hancock war in der Zeit von 1777 bis 1792 in London tätig (vgl.: Boalch 3, S. 78). Er hatte seine erste Werkstatt in der Parliament Street No. 32 in Westminster, später arbeitete er in der Wych Street No. 82, St. Clement Danes.

Die Londoner Patentrolle Nummer 1743 vom 10. Mai 1790 nennt John Crang Hancock als Erfinder einer Mechanik mit zwei Federn auf der Taste, genannt „spring key touch„. Das Vorsatzbrett nennt an erster Stelle das „Royal Patent„.

Eine Mechanik mit dem „spring key touch“ findet sich in einem Querflügel von Hancock von 1782 (vgl.: Harding 1978, S. 60).

Am 4. Dezember 1791 inseriert Hancock im „Observer“ seine Instrumente wie folgt:

„The Ladys are respectfully informed, that a most capital collection of grand and portable pianofortes possessing unequalled brilliancy and sweetness of tone, are on sale as above, price from twenty to eighty guineas each„.

 

Von John Crang Hancock sind mehrere Hammerklaviere in der Form eines Querflügels erhalten. Zwei solcher sogenannter Querflügel wurden 1885 in der International Inventions Exhibition in London ausgestellt: einer von 1779 (Besitzer: A. M. Lawrence), der andere von 1787 (Besitzer: Broadwood).

Bislang sind heute, bis auf dieses eine Tafelklavier, keine weiteren Instrumente in Tafelklavierform erhalten.

 

 

Weitere erhaltene Instrumente von John Crang Hancock:

  • 1790 Flügel – Cobbe Collection Trust Hatchlands Park, England
  • 1782 Traversflügel – Colt Clavier Collection Bethersden, England

 

John Crang Hancock, London ca. 1790 – Eric Feller Collection – Mechanik

 

Dieses Tafelklavier ist im Museum Kellinghusen „betont – Ton und Tasten Museum“ in der Dauerausstellung ausgestellt!

 

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Joseph Grus ca. 1820 https://www.ericfeller.de/instrumente/joseph-grus-c-1820/ Tue, 14 Nov 2017 18:22:53 +0000 http://www.ericfeller.de/?post_type=instrumente&p=249 Dieses Tafelklavier ist ein typischer Vertreter der französischen Empire-Instrumente aus dem Anfang des 19. Jahrhunderts. Das Instrument wurde um 1820 gebaut und besticht durch seine klare Eleganz und seinen feinen Klang. Der Korpus ist aus Mahagoni und mit Bronzeapplikationen an den Säulenbeinen verziert. Die Klaviatur umfasst 6 Oktaven, die Untertasten sind mit Elfenbein und die […]

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Dieses Tafelklavier ist ein typischer Vertreter der französischen Empire-Instrumente aus dem Anfang des 19. Jahrhunderts. Das Instrument wurde um 1820 gebaut und besticht durch seine klare Eleganz und seinen feinen Klang.

Der Korpus ist aus Mahagoni und mit Bronzeapplikationen an den Säulenbeinen verziert.

Die Klaviatur umfasst 6 Oktaven, die Untertasten sind mit Elfenbein und die Obertasten mit Ebenholz belegt.

Das Vorsatzbrett ist in unterschiedlichen Hölzern gearbeitet und ist in einer Kartusche signiert mit:

„Joseph Grus

Rue St. Louis No. 60 au Marais

á Paris.”

Auf dem Resonanzboden neben dem Steg befindet sich eine handschriftliche Signatur.

Das Instrument verfügt über vier Pedale (Dämpfungsaufhebung, Laute, Sordine und doppelte Sordine). Bei der Mechanik handelt es sich um eine second action. Das Instrument ist zweichörig besaitet und über der Mechanik liegt der originale Staubboden.

 

 

Über Joseph Grus ist nur sehr wenig bekannt. Die Firma wurde laut R. Harding 1805 in Paris gegründet. Grus präsentierte 1823 ein aufrechtes Klavier auf der Pariser Ausstellung. 1832 erhielt er ein Patent (No. 3462) über einen vergrößerten Resonanzboden.

 

 

Weitere erhaltene Instrumente von Joseph Grus:

  • Bisher sind keine weiteren Instrumente bekannt.

 

 

 

Tafelklavier Joseph Grus, Paris ca. 1820

 

Tafelklavier Joseph Grus, Paris ca. 1820

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Longman, Lukey and Co. 1769 – 1773 https://www.ericfeller.de/instrumente/longman-lukey-and-co-1769-1773/ Tue, 14 Nov 2017 14:08:46 +0000 http://www.ericfeller.de/?post_type=instrumente&p=246 Dieses ist das zweite Exemplar in der Eric Feller Collection, welches aus der Anfangszeit der Firma Longman & Broderip stammt. Der Korpus ist aus Mahagoni und mit Bandintarsien umrahmt. Links neben der Klaviatur sind drei Handregisterzüge für eine geteilte Dämpfungsaufhebung und Laute. Ferner verfügte das Instrument über ein Pedal/Kniehebel für einen Deckelschweller. Das Instrument verfügt […]

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Dieses ist das zweite Exemplar in der Eric Feller Collection, welches aus der Anfangszeit der Firma Longman & Broderip stammt.

Der Korpus ist aus Mahagoni und mit Bandintarsien umrahmt. Links neben der Klaviatur sind drei Handregisterzüge für eine geteilte Dämpfungsaufhebung und Laute. Ferner verfügte das Instrument über ein Pedal/Kniehebel für einen Deckelschweller.

Das Instrument verfügt über eine einfache englische Single Action und ist durchgehend zweichörig besaitet.

Die Tasten sind aus Elfenbein und Ebenholz gefertigt, wobei die Untertasten jeweils noch mit einer zusätzlichen Doppeleinkerbung verziert sind, die mit Eisengallustinte eingefärbt wurde. Dieses Detail ist als Verzierungselement bei Tasten von Cembali sehr gebräuchlich gewesen und findet sich hier als dekoratives Überbleibsel.

Das Vorsatzbrett trägt die Aufschrift:

„Longman and Lukey & Co. Cheapside London“

Weiterhin befindet sich im Inneren eine Signatur, die bei der Reinigung und Untersuchung zum Vorschein kam:

„Tuned & Cleaned by me /

this 7. of Febry 1814 /

Ro Ellis

Organist Beaumont”

Mit “Beaumont” ist der Ort Beaumont in der Grafschaft Cumbria in England gemeint. Es ist anzunehmen, dass das Instrument dem damaligen Organisten R. Ellis gehörte. Weitere Nachforschungen dazu sind veranlasst.

 

Detaillierte Informationen über die Firma Longman & Broderip finden Sie hier!

 

Weitere erhaltene Instrumente von Longman and Lukey & Co.:

 

 

Longman, Lukey and Co. 1769 – 1773 – Vorsatzbrett

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John Broadwood and Son 1800 https://www.ericfeller.de/instrumente/john-broadwood-and-son-1800/ Tue, 14 Nov 2017 12:59:00 +0000 http://www.ericfeller.de/?post_type=instrumente&p=245 Die Instrumente von John Broadwood waren im späten 18. und frühen 19. Jahrhundert sehr begehrt. Demzufolge wurde eine große Anzahl dieser Instrumente hergestellt, um die große Nachfrage an den „neuen“ Klavieren decken zu können. Der Korpus des Instrumentes ist aus Mahagoni mit umlaufenden Bandintarsien in unterschiedlichen Hölzern. Das Instrument selbst liegt auf einem „French-Stand“ mit […]

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Die Instrumente von John Broadwood waren im späten 18. und frühen 19. Jahrhundert sehr begehrt. Demzufolge wurde eine große Anzahl dieser Instrumente hergestellt, um die große Nachfrage an den „neuen“ Klavieren decken zu können.

Der Korpus des Instrumentes ist aus Mahagoni mit umlaufenden Bandintarsien in unterschiedlichen Hölzern. Das Instrument selbst liegt auf einem „French-Stand“ mit vier Messingrollen auf, das unter dem Instrument ein eingearbeitet „music-shelf“ hat. An den Seiten sind jeweils runde Messingapplikationen zum Abdecken der Schrauben des Gestells. Die Untertasten sind mit Elfenbein und die Obertasten mit Ebenholz belegt.

Das Instrument verfügt über ein Pedal zur Dämpfungsaufhebung. Bei der Mechanik handelt es sich um die einfache single action mit belederten Hämmerchen und den für Broadwood typischen Unterdämpfern (die Unterdämpfer Mechanik wurde von Broadwood im Jahr 1783 patentiert). Das Instrument ist zweichörig besaitet und über der Mechanik liegt das originale dust-cover, welches mit grüner Seide bespannt ist. Auf der Unterseite des dust-covers finden sich unterschiedliche handschriftliche Eintragungen mit Tinte. Zu finden sind Gedichte und kleine Tagebucheintragungen über das alltägliche Leben auf dem Land, die größtenteils in Reimform geschrieben sind. Auch taucht der Name „Betsy Ellis“ häufiger auf. Es ist anzunehmen, dass das Instrument aus ihrem Besitz stammt und im Laufe der Zeit immer wieder von ihr beschrieben wurde.

 

Das Vorsatzbrett ist in unterschiedlichen Hölzern gearbeitet und ist in einer Kartusche signiert mit:

„John Broadwood and Son.

Makers to his Majesty and the Princeses

Great Pulteney Street London 1800 Golden Square.“

Weiterhin findet sich unter dem dust-cover mit Tinte die Seriennummer: 5507.

Auf dem rechten Korpusrand sind die Initialen „B. L.“ eingeprägt. Die 58. Taste ist handschriftlich mit einem „B“ signiert.

 

 

John Broadwood wurde am 6. Oktober 1732 in Oldhamstocks in der Nähe von Cockburnspath in Schottland geboren. Er erlernte den Beruf des Möbeltischlers wie schon sein Vater zuvor.

Im Jahr 1761 begann er bei Burkat Shudi (1702 – 1773) in London zu arbeiten und wurde 1770 sein Geschäftspartner. 1771 eröffnete er sein eigenes Geschäft in der Great Pulteney Street in London. John Broadwood heiratete 1769 Burkat Shudis Tochter Barbara in erster Ehe und hatte mit ihr vier Kinder. Nach dem frühen Tode (1776) seiner Frau heiratete er in zweiter Ehe 1781 Mary Kitson und hatte mit ihr sechs Kinder. Er starb am 17. Juli 1812 in London.

 

Weitere erhaltene Instrumente von John Broadwood and Son:

  • 1798 Tafelklavier (No. 4200) National Museum of American History, Washington USA
  • 1791 Tafelklavier (No. 1552) Kenwood House, Hampstead UK
  • 1795 Tafelklavier (No. 2844) Sammlung Richard Burnett Finchcocks, Goudhurst UK

 

Staubboden John Broadwood and Son, London 1800 – Eric Feller Collection

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Christopher Ganer ca. 1785 https://www.ericfeller.de/instrumente/christopher-ganer-c-1785/ Sun, 12 Nov 2017 23:37:23 +0000 http://www.ericfeller.de/?post_type=instrumente&p=235 Christopher Ganer gehörte zu den in der Literatur erwähnten „12 Apostel„, die Mitte der 1760er Jahre nach England ausgewandert waren. Dieses Tafelklavier verdeutlicht die stetige Weiterentwicklung der Instrumente gegen Ende des 18. Jahrhunderts. Im Vergleich zu dem Tafelklavier aus dem Jahr 1780 (klicken Sie hier) in der Eric Feller Collection zeichnet sich dieses Instrument durch […]

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Christopher Ganer gehörte zu den in der Literatur erwähnten „12 Apostel„, die Mitte der 1760er Jahre nach England ausgewandert waren. Dieses Tafelklavier verdeutlicht die stetige Weiterentwicklung der Instrumente gegen Ende des 18. Jahrhunderts. Im Vergleich zu dem Tafelklavier aus dem Jahr 1780 (klicken Sie hier) in der Eric Feller Collection zeichnet sich dieses Instrument durch einen größeren Umfang und der Weiterentwicklung in der Mechanik von der Single Action zur Second Action aus.

Der Korpus des Instrumentes und das passende originale Gestell sind aus Mahagoni und mit Intarsien verziert. Das Gestell verfügt darüber hinaus über ein so genanntes „music shelf„. Die Untertasten sind mit Elfenbein und die Obertasten mit Ebenholz belegt. Das Vorsatzbrett ist signiert mit:

„Christopher Ganer

Grand and Small Forte-Piano and Harp Maker

Broad Street Golden Square

London.“

Weiterhin ist erste Taste gestempelt mit „M“ und „5“. Im Inneren befinden sich zwei Registerzüge für Dämpfungsaufhebung und Lautenzug. Die Hämmerchen sind mit Leder bezogen und das Instrument ist zweichörig besaitet. Bei der Mechanik handelt es sich um die Englische second action.

Christopher Ganer c. 1785 - Inscription on Nameboard - Eric Feller Collection

Tafelklavier Christopher Ganer c. 1785 – Signatur – Eric Feller Collection

 

Christopher Ganer wurde um 1750 in Leipzig geboren. Wie viele Instrumentenbauer verließ er den Kontinent und ist ab 1774 in England als Cembalo- und Klavierbauer (ebenso auch als Harfenbauer ab ca. Mitte der 1780er Jahre – siehe die Signatur auf dem Vorsatzbrett „Harp Maker“) nachweisbar. Zu dieser Zeit befand sich seine Werkstatt in der Broad Street No. 22, Golden Square, später dann in der Broad Street No. 47. 1774 heiratete er Lydia Willey und hatte vier Töchter und einen Sohn, der jedoch im Kindesalter starb.

Besonders bei den Instrumenten von Christopher Ganer ist, dass er neben den typischen „trestle-stands“ auch die ab 1777/78 in Mode kommenden „French-stands“ baute. Seine Fähigkeiten als ausgezeichneter Möbelschreiner ließen ihn besonders elegante und mit ausgesuchten Intarsien verzierte Instrumente bauen. Alle seine Instrumente sind individuell gestaltet und keines gleicht dem Anderen. Bis ca. 1784 datierte Ganer seine Instrumente immer mit der lateinischen Aufschrift „Christopher Ganer Londini Fecit“. Laut Literatur starb er 1811 (in einigen Quellen auch 1818).

 

 

Weitere erhaltene Instrumente von Christopher Ganer:

 

 

 

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Charles Louis Howard ca. 1825 https://www.ericfeller.de/instrumente/charles-louis-howard-ca-1825/ Sun, 12 Nov 2017 22:41:48 +0000 http://www.ericfeller.de/?post_type=instrumente&p=233 Dieses Tafelklavier stammt aus der berühmten Schweizer Instrumentenbauerfamilie Hauert und wurde um 1825 in Bern gefertigt. Der Korpus des Instrumentes und die dazu passenden originalen Beinen sind aus Mahagoni. Auf der Vorderseite ist eine bronzene Applikation am Schloss angebracht. Auf dem Vorsatzbrett befindet sich eine Keramikkartusche mit der Aufschrift: „Charles Louis Howard Facteur de Forte […]

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Dieses Tafelklavier stammt aus der berühmten Schweizer Instrumentenbauerfamilie Hauert und wurde um 1825 in Bern gefertigt. Der Korpus des Instrumentes und die dazu passenden originalen Beinen sind aus Mahagoni. Auf der Vorderseite ist eine bronzene Applikation am Schloss angebracht. Auf dem Vorsatzbrett befindet sich eine Keramikkartusche mit der Aufschrift:

„Charles Louis

Howard

Facteur de Forte Piano

A Berne“

Hauert folgte der damaligen Mode und signierte in Französisch. Die originale Tastatur hat einen Umfang von 6 Oktaven. Die Untertasten sind mit Elfenbein belegt und die Obertasten aus Ebenholz.

Das Tafelklavier verfügt über zwei Pedale (Dämpfungsaufhebung, Sordine) und wurde aufwändig restauriert. Sämtliche Substanz konnte erhalten werden.

 

 

Charles Louis Howard (Carl Ludwig Hauert) wurde am 1. Oktober 1785 in Bern geboren. Er war das fünfte Kind von Joseph Hauert, einem Mitglied der bedeutenden Schweizer Klavierbauerfamilie.

Am 22. Juni 1826 heiratete er Maria Catharina Huber (1801 – 1829), die bei der Geburt zusammen mit ihrem ersten Sohn starb. Am 22. Oktober 1831 heiratete er Rosina Catharina Könnenkamp (1801 – 1847). Nach deren Tod heiratet er ein drittes Mal am 10. Juli 1849 Elise Borle (1826 – 1869). Auch diese Ehe blieb kinderlos.

Zusammen mit Carl Christoph Kützing gründete er die Firma Howard & Kützing. Er starb am 27. März 1863.

 

 

Weitere erhaltene Instrumente von Charles Louis Howard:

 

 

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John Broadwood and Sons 1814 https://www.ericfeller.de/instrumente/john-broadwood-and-sons-1814/ Sun, 12 Nov 2017 16:29:25 +0000 http://www.ericfeller.de/?post_type=instrumente&p=232 Dieses elegante Tafelklavier im „Regency-Stil“ aus dem Jahr 1814 ist ein typisches Instrument des frühen 19. Jahrhunderts, wie es in sehr wohlhabenden Haushalten zu finden war. Der Korpus des Instrumentes ist aus Mahagoni und Palisander mit umlaufenden Bandintarsien in Messing. Das Instrument steht auf 6 gedrechselten Beinen mit Messingrollen und feuervergoldeten Bronzeringen. Das gesamte Instrument […]

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Dieses elegante Tafelklavier im „Regency-Stil“ aus dem Jahr 1814 ist ein typisches Instrument des frühen 19. Jahrhunderts, wie es in sehr wohlhabenden Haushalten zu finden war.

Der Korpus des Instrumentes ist aus Mahagoni und Palisander mit umlaufenden Bandintarsien in Messing. Das Instrument steht auf 6 gedrechselten Beinen mit Messingrollen und feuervergoldeten Bronzeringen. Das gesamte Instrument ist von der Form und Ausstattung im typischen „Regency-Stil“ gehalten.

Die Untertasten sind mit Elfenbein und die Obertasten mit Ebenholz belegt. Das Instrument verfügt über ein hölzernes Pedal zur Dämpfungsaufhebung. Bei der Mechanik handelt es sich um eine double action mit belederten Hämmerchen und Einzeldämpfern. Das Instrument ist zweichörig besaitet.

Das Vorsatzbrett ist in unterschiedlichen Hölzern gearbeitet und in einer Kartusche signiert:

„John Broadwood and Sons.

Makers to his Majesty and the Princesses

Great Pulteney Street London Golden Square.“

Die Seriennummer befindet sich auf dem Stimmstock im Inneren des Instrumentes und lautet: 18242. Anhand dieser Seriennummern lässt sich das Baujahr 1814 ableiten.

Die Firma John Broadwood produzierte verschiedene Modelle von Tafelklavieren. Je nach Ausführung und verwendeten Hölzern variierten die Preise. Bei diesem Tafelklavier hier muss es sich um eines der teuren Modelle handeln. Die Standardausführungen waren meist in Mahagoni gehalten und nur schlicht mit einigen Bandintarsien verziert. Die Verwendung von Palisander und Messingintarsien sind deutliche Zeichen für ein hochpreisiges Instrument.

 

 

John Broadwood wurde am 6. Oktober 1732 in Oldhamstocks in der Nähe von Cockburnspath in Schottland geboren. Er erlernte den Beruf des Möbeltischlers wie schon sein Vater zuvor.

Im Jahr 1761 begann er bei Burkat Shudi (1702 – 1773) in London zu arbeiten und wurde 1770 sein Geschäftspartner. 1771 eröffnete er sein eigenes Geschäft in der Great Pulteney Street in London. John Broadwood heiratete 1769 Burkat Shudis Tochter Barbara in erster Ehe und hatte mit ihr vier Kinder. Nach dem frühen Tode (1776) seiner Frau heiratete er in zweiter Ehe 1781 Mary Kitson und hatte mit ihr sechs Kinder. Er starb am 17. Juli 1812 in London.

 

Weitere erhaltene Instrumente von John Broadwood and Sons:

  • 1814 Tafelklavier (No. 8666) – Stanford University Department of Music, Stanford USA
  • 1816 Tafelklavier (No. 20108) – Banchory Crathes Castle, The National Trust for Scotland, UK
  • 1816 Tafelklavier (No. 20953) – Tredegar House, Newport UK

 

 

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Johannes Zumpe für Longman and Lukey & Co. 1769 https://www.ericfeller.de/instrumente/johannes-zumpe-longman-and-lukey-co-1769/ Sun, 12 Nov 2017 14:45:54 +0000 http://www.ericfeller.de/?post_type=instrumente&p=231 Dieses Tafelklavier aus der Anfangszeit der Firma Longman & Broderip ist eines der seltensten Instrumente – es ist das bisher einzige Instrument, welches von Zumpe signiert ist und stellt somit den bisher einzigen Beweis, dass Johannes Zumpe auch für Longman gearbeitet hat. Der Korpus ist aus Mahagoni und mit Bandintarsien umrahmt. Links neben der Klaviatur […]

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Dieses Tafelklavier aus der Anfangszeit der Firma Longman & Broderip ist eines der seltensten Instrumente – es ist das bisher einzige Instrument, welches von Zumpe signiert ist und stellt somit den bisher einzigen Beweis, dass Johannes Zumpe auch für Longman gearbeitet hat.

Der Korpus ist aus Mahagoni und mit Bandintarsien umrahmt. Links neben der Klaviatur sind drei Handregisterzüge für eine geteilte Dämpfungsaufhebung und Laute.

Das Instrument verfügt über eine einfache englische Single Action und ist durchgehend zweichörig besaitet.

Die Tasten sind aus Elfenbein und Ebenholz gefertigt, wobei die Untertasten jeweils noch mit einer zusätzlichen Doppeleinkerbung verziert sind, die mit Eisengallustinte eingefärbt wurde. Dieses Detail ist als Verzierungselement bei Tasten von Cembali sehr gebräuchlich gewesen und findet sich hier als dekoratives Überbleibsel.

Das Instrument wurde 1769 gefertigt, da sich im Inneren eine Signatur von Johannes Zumpe befindet mit der Jahreszahl 1769.

Das Vorsatzbrett trägt die Aufschrift:

„Longman and Lukey & Co. Cheapside London“

 

Es wurde oft vermutet, dass eventuell auch Zumpe für Longman gearbeitet haben soll. Aus Aufzeichnungen geht hervor, dass beispielsweise Christopher Ganer für die Firma arbeitete. Dieses Tafelklavier tritt den Beweis an, dass Zumpe Instrumente nicht nur über seine eigene Firma baute und verkaufte, sondern auch Longman beliefert haben muss. Es gibt mehrere Möglichkeiten, wie es zu einer solchen Zusammenarbeit kam. Es ist anzunehmen, dass Zumpe sich durch die Zusammenarbeit größeren Profit versprach aber auch eine größere Verbreitung und Werbung der „neuen Pianoforte“, die zu der damaligen Zeit groß in Mode kamen. Eine andere Möglichkeit lässt vermuten, dass diese Zusammenarbeit nur kurzweilig war, da Zumpes eigene Werkstatt schnell Erfolg hatte. Da sich der Klavierbau 1769 noch in der Anfangszeit befand, die Anfrage an Instrumenten aber immer größer wurde, könnte es auch sein, dass Zumpe bei „Engpässen“ und zu großer Nachfrage Longman belieferte oder diese Instrumente von Zumpe im Einzelfall kauften und unter ihrem Label wieder verkauften. Es gibt keine Aufzeichnungen darüber, dass Zumpe regelmäßige Zahlungen erhielt wie beispielsweise Christopher Ganer.

 

Detaillierte Informationen über die Firma Longman & Broderip finden Sie hier!

 

Weitere erhaltene Instrumente von Longman and Lukey & Co.:

 

 

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Longman and Broderip 1776 – 1782 https://www.ericfeller.de/instrumente/longman-and-broderip-1776-1782/ Sun, 12 Nov 2017 13:05:38 +0000 http://www.ericfeller.de/?post_type=instrumente&p=229 Eine der wichtigen Klavierfirmen neben J. Broadwood im späten 18. Jahrhundert war die Firma Longman & Broderip. Sie ließ Instrumente in Fremdarbeit fertigen und verkaufte diese dann unter ihrem Namen. Eines dieser Beispiele ist das vorliegende Tafelklavier. Der Korpus und das originale Gestell sind aus Mahagoni und mit Bandintarsien umrahmt. Im Gestell ist auf der […]

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Eine der wichtigen Klavierfirmen neben J. Broadwood im späten 18. Jahrhundert war die Firma Longman & Broderip. Sie ließ Instrumente in Fremdarbeit fertigen und verkaufte diese dann unter ihrem Namen. Eines dieser Beispiele ist das vorliegende Tafelklavier.

Der Korpus und das originale Gestell sind aus Mahagoni und mit Bandintarsien umrahmt. Im Gestell ist auf der linken Seite ein geschwungenes Holzpedal für den Lautenzug eingearbeitet. Links neben der Klaviatur sind zwei Handregisterzüge für eine geteilte Dämpfungsaufhebung.

Das Instrument verfügt über eine einfache englische Single Action und ist durchgehend zweichörig besaitet.

Die Tasten sind aus Elfenbein und Ebenholz gefertigt, wobei die Untertasten jeweils noch mit einer zusätzlichen Doppeleinkerbung verziert sind, die mit Eisengallustinte eingefärbt wurde. Dieses Detail ist als Verzierungselement bei Tasten von Cembali sehr gebräuchlich gewesen und findet sich hier als dekoratives Überbleibsel.

Dieses Instrument konnte auf die Zeit zwischen 1776 und Dezember 1782 datiert werden.

Das Vorsatzbrett trägt die Aufschrift:

„Longman and Broderip Musical Instrument Makers ⁄

N° 26 Cheapside London“

Da die Firma ab 1782 die Instrumente auf dem Vorsatzbrett auch mit der zweiten Adresse („No. 13 Haymarket London“ – ab Dezember 1782 eröffnete Zweigstelle) signiert wurden, konnte die genaue Datierung gegeben werden.

Der Erhaltungszustand war außergewöhnlich gut und das gesamte Instrument befand sich im absoluten Originalzustand und wurde offensichtlich zuvor noch nie überarbeitet.

 

Detaillierte Informationen über die Firma Longman & Broderip finden Sie hier!

 

Weitere erhaltene Instrumente von Longman & Broderip:

  • ca. 1780 Tafelklavier  – Richard Burnett, Finchcocks, UK
  • ca. 1795 Tafelklavier – Victoria and Albert Museum, London UK

 

 

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Johannes Broadwood 1790 https://www.ericfeller.de/instrumente/johannes-broadwood-1790/ Sat, 11 Nov 2017 12:55:53 +0000 http://www.ericfeller.de/?post_type=instrumente&p=226 Ein sehr frühes Beispiel der exquisiten Tafelklaviere von John Broadwood ist hier zu sehen. Der Korpus des Instrumentes ist aus Mahagoni mit umlaufenden Einlegearbeiten in unterschiedlichen Hölzern. Das Instrument selbst liegt auf dem originalen trestle-stand auf, welches ebenfalls in Mahagoni gefertigt worden ist. Im Inneren befindet sich der originale Staubboden, dass so genannte „dust-dover“, welches […]

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Ein sehr frühes Beispiel der exquisiten Tafelklaviere von John Broadwood ist hier zu sehen.

Der Korpus des Instrumentes ist aus Mahagoni mit umlaufenden Einlegearbeiten in unterschiedlichen Hölzern. Das Instrument selbst liegt auf dem originalen trestle-stand auf, welches ebenfalls in Mahagoni gefertigt worden ist.

Im Inneren befindet sich der originale Staubboden, dass so genannte „dust-dover“, welches sich über der Mechanik und dem Resonanzboden befindet. Auf der Unterseite ist dieses mit vielen handschriftlichen Eintragungen in Tinte und Bleistift beschrieben. Daraus geht hervor, dass das Instrument in Liverpool mehrere Male verkauft worden ist. Hier zeigt sich deutlich, dass damals der Handel mit gebrauchten Instrumenten sehr florierte.

Am Ende des Stimmstockes befindet sich die Seriennummer 1331. Das Instrument verfügt über eine single action und die typischen Broadwood Unterdämpfer (die Unterdämpfer-Mechanik wurde von Broadwood im Jahr 1783 patentiert – deshalb auch die Bezeichnung „Patent“ auf dem Vorsatzbrett).

Die Signatur und Form des Vorsatzbrettes mit

„Johannes Broadwood Londini fecit 1790 Patent

Great Pulteney Street Golden Square”

wurde von 1783 bis 1793 verwendet (vgl. dazu den Hammerflügel von Johannes Broadwood aus dem Jahre 1792 in der Sammlung – klick hier).

 

Vorsatzbrett Johannes Broadwood Tafelklavier 1790 – Eric Feller Collection

 

 

Die Signatur „John Broadwood and Son“ lässt sich ab 1794 nachweisen, nachdem John Broadwoods Sohn James Shudi Broadwood (1772 – 1851) in die Firma einstieg.

Am inneren Korpusrand ist der originale Wartungshinweis zu finden. Er ist in englischer und französischer Sprache gehalten und enthält folgenden Text:

„If any of the Dampers should rattle, put

a little oil in the Center. And if any Ham-

mer should stick, press the Pin that guides

it on one Side or the other, till it plays free.”

Die gleichzeitige Verwendung von Französisch zeigt, dass der kontinentale Exportmarkt ein wichtiger Zweig in der Firma war.

 

Johannes Broadwood 1790 Instructions - Eric Feller Collection

Johannes Broadwood 1790 Instructions – Eric Feller Collection

 

Dieses Tafelklavier befand sich in perfektem Originalzustand und ist ein frühes Zeugnis der ausgezeichneten Instrumente von John Broadwood.

 

 

John Broadwood wurde am 6. Oktober 1732 in Oldhamstocks in der Nähe von Cockburnspath in Schottland geboren. Er erlernte den Beruf des Möbeltischlers wie schon sein Vater zuvor.

Im Jahr 1761 begann er bei Burkat Shudi (1702 – 1773) in London zu arbeiten und wurde 1770 sein Geschäftspartner. 1771 eröffnete er sein eigenes Geschäft in der Great Pulteney Street in London. John Broadwood heiratete 1769 Burkat Shudis Tochter Barbara in erster Ehe und hatte mit ihr vier Kinder. Nach dem frühen Tode (1776) seiner Frau heiratete er in zweiter Ehe 1781 Mary Kitson und hatte mit ihr sechs Kinder. Er starb am 17. Juli 1812 in London.

 

 

Weitere erhaltene Instrumente von Johannes Broadwood:

  • 1790 Tafelklavier (No. 1185) – Castle Museum York, UK
  • 1795 Tafelklavier – Monart Piano Collection, Colm O’Leary, Irland

 

 

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Thomas Haxby 1774 https://www.ericfeller.de/instrumente/thomas-haxby-1774/ Thu, 09 Nov 2017 17:51:23 +0000 http://www.ericfeller.de/?post_type=instrumente&p=223 Dieses frühe Tafelklavier von Thomas Haxby wurde in York 1774 gebaut und gehörte lange Jahre zum Bestand der Colt Collection in England. Haxby galt als ein herausragender Spinett- und Klavierbauer. Der Korpus des Instrumentes ist aus Mahagoni mit umlaufenden Einlegearbeiten in unterschiedlichen Hölzern. Das Instrument selbst liegt auf dem originalen trestle-stand auf, welches ebenfalls in […]

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Dieses frühe Tafelklavier von Thomas Haxby wurde in York 1774 gebaut und gehörte lange Jahre zum Bestand der Colt Collection in England. Haxby galt als ein herausragender Spinett- und Klavierbauer. Der Korpus des Instrumentes ist aus Mahagoni mit umlaufenden Einlegearbeiten in unterschiedlichen Hölzern. Das Instrument selbst liegt auf dem originalen trestle-stand auf, welches ebenfalls in Mahagoni gefertigt worden ist. An der Vorderseite ist das Schloss mit einer filigranen Messingfront verziert. An den Seiten sind jeweils links und rechts Messinghaken angebracht, mit denen der Deckel verschlossen werden kann.

Die Tasten sind aus Elfenbein und Ebenholz gefertigt, wobei die Untertasten jeweils noch mit einer zusätzlichen Einkerbung verziert sind, die mit Eisengallustinte eingefärbt wurde. Dieses Detail ist als Verzierungselement bei Tasten von Cembali sehr gebräuchlich gewesen und findet sich hier als dekoratives Überbleibsel.

Die kleinen Hämmerchen sind mit Lederbezogen und das Instrument ist zweichörig besaitet.

Auf der linken Seite befinden sich drei Registerzüge, die eine geteilte Dämpfungsaufhebung und einen Lautenzug bedienen.

Auf dem Vorsatzbrett befindet sich die Signatur in einer länglichen Kartusche:

„Thomas Haxby – York 1774”

Auf der letzten Taste ist eine Inschrift zu finden, dass das Instrument 1948/49 von Charles F. Colt restauriert wurde.

Es ist ebenfalls aufgeführt in dem Buch von Charles F. Colt „The Early Piano“.

Dieses frühe, derzeit drittälteste erhaltene Tafelklavier von Thomas Haxby aus dem Jahr 1774 ist ein herausragendes Beispiel für die exzellente Arbeit eines Instrumentenbauer der nicht in London, sondern in York, tätig war. Das bisher älteste datierte Instrument stammt von 1772.

 

 

Thomas Haxby wurde am 25. Januar 1729 geboren und starb am 31. Oktober 1796. Er war der Sohn von Robert Haxby, einem Schreiner und hatte später selbst einen Sohn mit dem Namen John.

Nach einer frühen Anstellung als Küster in der Kirche St Michael-le-Belfry in York und als Sänger in der Kathedrale von York eröffnete er am 29. Juni 1756 ein eigenes Geschäft in der Blake Street und warb dafür in der Yorkshire Courant mit „Musical Instruments at T. Haxby’s warehouse Blake Street are made and sold“.

Zu seinen Arbeiten gehörten hauptsächlich Tasteninstrumente (Spinette, Cembali, Tafelklaviere, Orgeln) aber auch Zittern, Gitarren und Violinen. Ebenfalls war er als Musikverleger tätig.

Am 28. Dezember 1770 patentierte er eine neue Cembalomechanik mittels verstellen der Register über Pedale bei einmanualigen- und zweimanualigen Cembali (Patent No. 977).

In den Jahren 1760 und 1778 arbeitete er an der Orgel in York Minster und 1767 an der Orgel in der Leeds Parish Church.

Im Jahr 1787 betrug die jährliche Produktion von Tafelklavieren 24 Stück und erreichte 36 Instrumente im Jahr 1790. (vgl.: The New Grove Musical Instruments Series – Early Keyboard Instruments)

Nach seinem Tod wurde das Geschäft in der Blake Street von Samuel Knapton übernommen und weitergeführt. Ab 1798 bis circa 1840 wurde das Geschäft dann von Thomas Tomkinson übernommen, der in die Haxby Familie einheiratete. (vgl.: D. H. Boalch, Makers of the Harpsichord and Clavichord 1440 to 1840)

Zu Lebzeiten galt Haxby als einer der besten Instrumentenbauer und wurde von Zeitgenossen hoch gelobt.

 

Weitere erhaltene Instrumente von Thomas Haxby:

  • 1772 Tafelklavier – Privatsammlung Lord Hotham, Yorkshire England UK
  • 1772 Tafelklavier – Städtisches Museum, Braunschweig Deutschland
  • 1792 Tafelklavier (No. 325) – Fairfax House, England UK

 

 

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Jacobus Ball ca. 1775/80 https://www.ericfeller.de/instrumente/jacobus-ball-c-177580/ Thu, 09 Nov 2017 15:55:13 +0000 http://www.ericfeller.de/?post_type=instrumente&p=222 Bei diesem Instrument handelt es sich um das wahrscheinlich früheste erhaltene Tafelklavier von Jacobus Ball. Der Korpus des kleinen Instrumentes ist aus Mahagoni mit umlaufenden Bandintarsien in unterschiedlichen Hölzern. Das Instrument selbst liegt auf einem trestle-stand auf, das in Kirschholz gefertigt worden ist (nicht original). Die Untertasten sind mit Elfenbein und die Obertasten mit Ebenholz […]

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Bei diesem Instrument handelt es sich um das wahrscheinlich früheste erhaltene Tafelklavier von Jacobus Ball. Der Korpus des kleinen Instrumentes ist aus Mahagoni mit umlaufenden Bandintarsien in unterschiedlichen Hölzern. Das Instrument selbst liegt auf einem trestle-stand auf, das in Kirschholz gefertigt worden ist (nicht original).

Die Untertasten sind mit Elfenbein und die Obertasten mit Ebenholz belegt. Je zwei kleine Ziereinkerbungen sind jeweils am Übergang der Untertasten zu den Obertasten aufgebracht, die mit Eisengallustinte eingefärbt wurde. Dieses Detail ist als Verzierungselement bei Tasten von Cembali sehr gebräuchlich gewesen und findet sich hier als dekoratives Überbleibsel. Es findet sich hauptsächlich nur bei sehr frühen Instrumenten.

Im Inneren befindet sich eine Binnenschaltung die zur Dämpfungsaufhebung dient und über einen Registerzug zu bedienen ist. Weiterhin befindet sich ein weiterer Registerzug im Inneren, der den Lautenzug bedient. Die Einzeldämpfer sind hinter einer Leiste versteckt und mit Walbarten als Federn ausgestattet. Die Hämmerchen sind mit Lederbezogen und das Instrument ist zweichörig besaitet. Bei der Mechanik handelt es sich um die englische single action.

Das Vorsatzbrett ist mit einer ovalen Kartusche versehen in der die Signatur zu finden ist:

„Jacobus Ball Londini Fecit

Grosvenor Square“

Auf der Rückseite des Vorsatzbrettes findet sich eine handschriftliche Signatur mit Tinte:

„Jacob Ball No. Pat.“

Es ist mit hoher Wahrscheinlichkeit anzunehmen, dass Ball hier selbst noch einmal signiert hat. Weiterhin findet sich eine Signatur auf dem Unterboden unter dem Resonanzboden handschriftlich mit Bleistift:

„Wilm. 1818“

Was die Signatur selbst anbetrifft so können nur Vermutungen angestellt werden. Es ist mit hoher Wahrscheinlichkeit anzunehmen, dass es sich dabei um die eigenhändige Unterschrift von Ball selbst handelt. Die Bezeichnung „No. Pat.“ könnte vielleicht der Prototyp eines besonders kleinen Instrumentes sein, an welchem Ball sich versuchte. Weitere Instrumente von Ball in der Große und Ausführung sind bisher nicht weiter bekannt.

In der Literatur finden wir immer wieder die Aussage, dass Ball erst in den 1790er Jahren oder kurz davor nach England kam (1790 Antrag auf die britische Staatsbürgerschaft). Dieses Instrument zeigt jedoch eindeutige bauliche Merkmale eines früheren Typs. Auch die Signatur auf dem Vorsatzbrett („Londini Fecit“) spricht eher für eine frühere Datierung als 1790. Es ist also anzunehmen, dass Ball schon wesentlich früher in England als Instrumentenbauer aktiv war als bisher angenommen.

 

 

Über Jacob (James) Ball ist nur sehr wenig bekannt. 1790 stellte er den Antrag auf die britische Staatsbürgerschaft. Daraus geht hervor, dass er deutscher Abstammung war und wie viele seiner Kollegen nach England auswanderte. Ebenfalls in diesem Jahr lies er sich einige Neuerungen patentieren. Dazu gehörte eine neue Tafelklaviermechanik und ein außergewöhnliches Notenpult, welches beim Aufklappen ähnlich dem Notenpult eines Flügels war und so furniert, dass es aussah, als ob es Teil des Vorsatzbrettes war wenn es eingeklappt war. (vgl. Michael Cole)

Weiterhin unterhielt er eine Geschäftsbeziehung mit dem Komponisten Domenico Motta 1794.

Laut Rosamond Harding war Ball in London von circa 1780 bis 1834 aktiv. In Anzeigen warb er mit dem Bau von Flügeln, Tafelklavieren und Cabinet Pianos. Es sind von ihm mehrere Adressen nachweisbar: 26 Duke Street, Grosvenor Square, im Jahr 1806 und 27 Duke Street ab 1808.

„J. Ball and Son“ ist ab 1819 und „Edward Ball and Son“ ab 1824 nachweisbar. In den Jahren 1827/28 ist die Bezeichnung „To His Majesty“ nachweisbar.

 

 

Weitere erhaltene Instrumente von Jacobus/James Ball:

  • ca. 1780 Tafelklavier – Eric Feller Early Keyboard Insruments Collection, Deutschland
  • 1790 Tafelklavier – Musikinstrumentenmuseum Berlin , Deutschland
  • 1791 Tafelklavier – Colonial Williamsburg Foundation, Williamsburg USA

 

 

Nameboard (Backside) – Jacobus Ball, London 1775 – Collection Eric Feller

 

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Ferdinand Weber ca. 1775 https://www.ericfeller.de/instrumente/ferdinand-weber-c-1775/ Thu, 09 Nov 2017 14:17:35 +0000 http://www.ericfeller.de/?post_type=instrumente&p=219 Dieses seltene Tafelklavier in der Sammlung zeigt eines der wenigen erhaltenen Instrumente mit einem „Venezianischen Schweller“. Der Korpus und das originale Gestell sind aus Mahagoni und mit Bandintarsien umrahmt. Das Gestell verfügt über eine kleine Ablagefläche („music shelf“) und ist mit ovalen Messingbeschlägen verziert. Der Deckel ist komplett geteilt und über dem Resonanzboden verfügt das […]

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Dieses seltene Tafelklavier in der Sammlung zeigt eines der wenigen erhaltenen Instrumente mit einem „Venezianischen Schweller“.

Der Korpus und das originale Gestell sind aus Mahagoni und mit Bandintarsien umrahmt. Das Gestell verfügt über eine kleine Ablagefläche („music shelf“) und ist mit ovalen Messingbeschlägen verziert. Der Deckel ist komplett geteilt und über dem Resonanzboden verfügt das Instrument über einen Deckelschweller („Venetian swell“) mit fünf Lamellen in Mahagoni gearbeitet. Diese Schweller sind ursprünglich bei einigen wenigen englischen Cembali zu finden, jedoch bei Tafelklavieren äußerst selten. Die dynamischen Veränderungen die über die Hammermechanik möglich sind, werden durch den Schweller noch verstärkt.

Das Instrument verfügt über eine einfache englische Single Action und ist durchgehend zweichörig besaitet. Die Tasten sind aus Elfenbein und Ebenholz gefertigt. Das Vorsatzbrett ist in Kassetten unterteilt, die jeweils mit Girlanden, Blumen und Rankenwerk verziert sind. In der Mitte findet sich die Signatur:

„Ferdinand Weber/

17 Fecit 98/

Dublin“

Bei der Datierung ist deutlich erkennbar, dass die Jahreszahl auf der rechten Seite nachträglich verändert wurde und eine jüngere Datierung erhielt, die nicht stimmen kann, da Ferdinand Weber 1784 starb. Die Ursprüngliche rechte Jahreszahl wurde übermalt. Solche Veränderung der Datierungen findet sich selten bei Instrumenten. Vornehmlich wurden Instrumente jedoch in spätern Jahren, als das Interesse für diese Instrumente aufkam, älter gemacht (siehe hier: Pohlmann Tafelklavier 1767 in der Eric Feller Collection). Eine Datierung zur „Verjüngung“ der Instrumente ist äußerst selten, kam jedoch auch vor. Es lässt sich vermuten, dass diese Signatur der Jahreszahl des Instrumentes schon sehr früh vorgenommen wurde. Anzunehmen ist, dass das Instrument in den späten 1790er Jahren wahrscheinlich erneut Verkauft worden ist. Bekannt ist, dass es damals schon ein florierendes Verkaufswesen mit Gebrauchtinstrumenten gab. Um die Verkaufschancen zu erhöhen, wurden Instrumente neu (moderner) datiert.

Die eigentliche Datierung des Instrumentes ist um 1775 anzusiedeln. Die kleine Form des Korpus, sowie das Fehlen der Taste „fis“ im Bass sind eindeutige Indizien dafür.

Der Erhaltungszustand war außergewöhnlich gut und das gesamte Instrument befand sich im absoluten Originalzustand und wurde offensichtlich zuvor noch nie überarbeitet.

 

 

Ferdinand Weber (ursprünglich Ferdinand Webber) wurde am 6. Mai 1715 in Borstendorf, Sachsen geboren und lernte von 1728 bis 1735 Orgelbau bei Johann Ernst Hähnel, der königlicher Orgelbauer des Königs von Polen und Herzogs von Sachsen war.

1739 siedelte Weber nach Dublin, nachdem er zuvor einige Jahre in London wirkte. In Dublin baute er Orgeln für mehrer Kirchen und war zudem als Orgelstimmer tätig (Christ Church Cathedral und Trinity College). Weiterhin baute er Cembali, Spinette und ab 1772 (die in der damaligen Zeit immer populärer werdenden) Tafelklaviere nach dem Vorbild von Zumpe. Seine Reputation als Orgel- und Cembalobauer war so groß, dass er das Interesse von Georg Friedrich Händel bei dessen Besuch 1741 in Dublin auf sich zog.

Aus seinen Geschäftsbüchern, die W.H. Grattan Flood 1914 in einem Artikel des „Journal of the Royal Society of Antiquaries of Ireland“ herausgegeben hatte geht vor, dass Weber 1773 neu gebaute Cembali von £22-15-0 bis zu £34-2-6 und 1775 neue Tafelklaviere für £14-15-9 verkaufte. (vgl.: Flood, W.H. Grattan, ‘The Account Book of a Dublin Harpsichord Maker, Ferdinand Weber’, The Journal of the Royal Society of Antiquaries of Ireland, 6th ser., 4.4 (31 December 1914), 338–47)

Seine Werkstatt befand sich zunächst von 1739 bis 1749 in der Werburgh Street, später von 1749 bis 1755 in der Marlborough Street und zuletzt von 1776 bis zu seinem Tod 1784 in zusätzlichen Räumen in der Marlborough Street 71. Nach seinem Tod wurde die Firma für kurze Zeit von seinem Sohn Thomas Ferdinand Weber weiter geführt, bevor sie dann von William Southwell 1787 übernommen wurde. (vgl. GrattanF/DUBLIN, 139 ff.; James/EARLY, 78)

 

Weitere erhaltene Instrumente von Ferdinand Weber:

  • 1772 Tafelklavier – Metropolitan Museum, New York USA

 

 

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Schoene & Vinsen 1799 https://www.ericfeller.de/instrumente/schoene-vinsen-1799/ Wed, 08 Nov 2017 23:28:49 +0000 http://www.ericfeller.de/?post_type=instrumente&p=217 Dieses ist das jüngste von 3 Tafelklavieren der Firma Schoene, die sich derzeit in der Eric Feller Early Keyboard Collection befinden. Bei allen drei Instrumenten finden sich identisch gestaltete Vorsatzbretter und Signaturen. Auch die Mechanik und Dämpfung ist gleich gearbeitet. Der Korpus und das originale Gestell sind aus Mahagoni und mit Bandintarsien in unterschiedlichen Hölzern […]

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Dieses ist das jüngste von 3 Tafelklavieren der Firma Schoene, die sich derzeit in der Eric Feller Early Keyboard Collection befinden. Bei allen drei Instrumenten finden sich identisch gestaltete Vorsatzbretter und Signaturen. Auch die Mechanik und Dämpfung ist gleich gearbeitet.

Der Korpus und das originale Gestell sind aus Mahagoni und mit Bandintarsien in unterschiedlichen Hölzern umrahmt. Das Gestell verfügt über eine Querverstrebung am Boden mit Pedalen und ist mit ovalen Messingbeschlägen verziert. Ungewöhnlich bei dem Instrument ist, dass auch die Rückwand in gleicher Weise furniert und verziert ist wie die Front. Üblich war es, dass die Rückwand von Tafelklavieren nicht furniert war, da man diese als Möbel an die Wand stellte. Erst in späteren Jahren (ab ca. 1810) wurde die Rückwand furniert. Die Holz- und Intarsienarbeiten dieses Tafelklavieres sind äußerst präzise und geschmackvoll gehalten und in dieser Art nur sehr selten zu finden.

Das Instrument verfügt über eine second action und ist durchgehend zweichörig besaitet.

Die Tasten sind aus Elfenbein und Ebenholz gefertigt. Das Vorsatzbrett ist mit Girlanden, Blumen und Rankenwerk verziert sind. In der Mitte findet sich eine ovale Kartusche, die die Signatur enthält:

„Schoene and Vinsen / Successors to Johannes Zumpe Makers / 1799

 No. 45 Paddington Street Mary le Bone /

London”

Auch dieses Instrument verfügt über einen Deckelschweller, Dämpfungsaufhebung und Lautenzug.

 

 

Die Firma Schoene & Co. steht in engem Zusammenhang mit Johannes Zumpe (1726 – 1790), der in der 1760er Jahren die ersten Tafelklaviere in England baute. Die Firma wurde von den beiden Brüdern Frederick und Christian Schoene gegründet, die auf Nachfragen von Zumpe nach England emigrierten und mit ihm in geschäftlichen Beziehungen standen. Auffällig ist bei den Instrumenten, dass der Name „Johannes Zumpe“ wesentlich dicker und zentriert in der Kartusche auf dem Vorsatzbrett zu lesen ist als „Schoene & Co.“ bzw. „Schoene & Vinsen“. Aufgrund der großen Reputation, die die Instrumente von Johannes Zumpe genossen, wollten die beiden Brüder damit werben um ihre Instrumente besser verkaufen zu können. Es ist anzunehmen, dass die beiden Brüder Zumpe dafür eine jährliche Lizenzgebühr bezahlten.

Das bisher älteste Instrument von den beiden Schoene Brüdern ist mit 1781 datiert und trägt schon den Vermerk auf Zumpe.

Die Firma erlangte großen Erfolg mit ihren Instrumenten bis zum Jahr 1789 – mit der französischen Revolution endete der Erfolg schlagartig. Der große Erfolg der Firma war dem Export der Instrumente nach Frankreich und in die angrenzenden Länder auf dem Kontinent zu verdanken. Sebastien Erard und andere französische Instrumentenbauer kopierten Instrumente der Schoene Brüder und verbesserten diese.

Diese Konkurrenz und der ausbleibende kontinentale Markt führten fast zum Bankrott der Firma. Um den wachsenden finanziellen Schwierigkeiten entgegenwirken zu können kam 1794 Thomas Vinsen als neuer Partner (und mit neuem Kapital) zu der Firma hinzu.

1795 starb Christian Schoene und Thomas Vinsen führte ab 1799 zusammen mit Frederick Schoenes Sohn, George Frederick die Firma weiter. Zeitgleich dazu bezogen sie Räumlichkeiten in der Paddington Street No. 45 in London.

Das bisher letzte bekannte erhaltene Instrument trägt die Signatur „Georgius Fredericus Schoene / No. 45 Paddington Street, Marylebone / London 1805“. Es gehört heute der „Easton Historical Society“ in Pennsylvania USA.

George Frederick Schoene kehrte alsbald dem Klavierbaugeschäft den Rücken und betätigte sich als Künstler und Graveur.

 

Weitere erhaltene Instrumente von Schoene & Vinsen:

  • 1798 Tafelklavier – Woodlawn Plantation, Fairfax County USA
  • 1798 Tafelklavier – David Leigh, Oxford England

 

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Schoene & Co. 1792 https://www.ericfeller.de/instrumente/schoene-co-1792/ Wed, 08 Nov 2017 22:46:49 +0000 http://www.ericfeller.de/?post_type=instrumente&p=214 Der Korpus und das originale Gestell sind aus Mahagoni und mit Bandintarsien in unterschiedlichen Hölzern umrahmt. Das Gestell verfügt über eine Querverstrebung am Boden mit Pedalen und ist mit ovalen Messingbeschlägen verziert. Das Instrument verfügt über eine second action und ist durchgehend zweichörig besaitet. Die Tasten sind aus Elfenbein und Ebenholz gefertigt. Das Vorsatzbrett ist […]

Der Beitrag Schoene & Co. 1792 erschien zuerst auf Eric Feller Early Keyboard Instruments Collection.

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Der Korpus und das originale Gestell sind aus Mahagoni und mit Bandintarsien in unterschiedlichen Hölzern umrahmt. Das Gestell verfügt über eine Querverstrebung am Boden mit Pedalen und ist mit ovalen Messingbeschlägen verziert. Das Instrument verfügt über eine second action und ist durchgehend zweichörig besaitet. Die Tasten sind aus Elfenbein und Ebenholz gefertigt. Das Vorsatzbrett ist mit Girlanden, Blumen und Rankenwerk verziert sind. In der Mitte findet sich eine ovale Kartusche, die die Signatur enthält:

„Schoene and Co. Successors to /

Johannes Zumpe Londini Fecerunt 1792 /

Princess Street Cavendish Square”

Das Instrument verfügt über einen Deckelschweller, Dämpfungsaufhebung und Lautenzug.

Dies ist das zweitälteste von 3 Tafelklavieren der Firma Schoene, die sich derzeit in der Eric Feller Early Keyboard Collection befinden. Bei allen drei Instrumenten finden sich identisch gestaltete Vorsatzbretter und Signaturen. Auch die Mechanik und Dämpfung ist gleich gearbeitet.

 

 

Die Firma Schoene & Co. steht in engem Zusammenhang mit Johannes Zumpe (1726 – 1790), der in der 1760er Jahren die ersten Tafelklaviere in England baute. Die Firma wurde von den beiden Brüdern Frederick und Christian Schoene gegründet, die auf Nachfragen von Zumpe nach England emigrierten und mit ihm in geschäftlichen Beziehungen standen. Auffällig ist bei den Instrumenten, dass der Name „Johannes Zumpe“ wesentlich dicker und zentriert in der Kartusche auf dem Vorsatzbrett zu lesen ist als „Schoene & Co.“ bzw. „Schoene & Vinsen“. Aufgrund der großen Reputation, die die Instrumente von Johannes Zumpe genossen, wollten die beiden Brüder damit werben um ihre Instrumente besser verkaufen zu können. Es ist anzunehmen, dass die beiden Brüder Zumpe dafür eine jährliche Lizenzgebühr bezahlten.

Das bisher älteste Instrument von den beiden Schoene Brüdern ist mit 1781 datiert und trägt schon den Vermerk auf Zumpe.

Die Firma erlangte großen Erfolg mit ihren Instrumenten bis zum Jahr 1789 – mit der französischen Revolution endete der Erfolg schlagartig. Der große Erfolg der Firma war dem Export der Instrumente nach Frankreich und in die angrenzenden Länder auf dem Kontinent zu verdanken. Sebastien Erard und andere französische Instrumentenbauer kopierten Instrumente der Schoene Brüder und verbesserten diese.

Diese Konkurrenz und der ausbleibende kontinentale Markt führten fast zum Bankrott der Firma. Um den wachsenden finanziellen Schwierigkeiten entgegenwirken zu können kam 1794 Thomas Vinsen als neuer Partner (und mit neuem Kapital) zu der Firma hinzu.

1795 starb Christian Schoene und Thomas Vinsen führte ab 1799 zusammen mit Frederick Schoenes Sohn, George Frederick die Firma weiter. Zeitgleich dazu bezogen sie Räumlichkeiten in der Paddington Street No. 45 in London.

Das bisher letzte bekannte erhaltene Instrument trägt die Signatur „Georgius Fredericus Schoene / No. 45 Paddington Street, Marylebone / London 1805“. Es gehört heute der „Easton Historical Society“ in Pennsylvania USA.

George Frederick Schoene kehrte alsbald dem Klavierbaugeschäft den Rücken und betätigte sich als Künstler und Graveur.

 

Weitere erhaltene Instrumente von Schoene & Co.:

  • 1781 Tafelklavier – Cité de la Musique; Musée de la Musique, Paris Frankreich
  • 1784 Tafelklavier – Historiska Museet (Stadsmuseum), Göteborg Schweden
  • 1785 Tafelklavier – Real Academia de Bellas Artes de San Fernando, Madrid Spanien

 

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Schoene & Co. 1788 https://www.ericfeller.de/instrumente/schoene-co-1788/ Wed, 08 Nov 2017 22:28:48 +0000 http://www.ericfeller.de/?post_type=instrumente&p=213 Der Korpus und das originale Gestell sind aus Mahagoni und mit Bandintarsien in unterschiedlichen Hölzern umrahmt. Das Gestell verfügt über eine Querverstrebung am Boden mit Pedalen und ist mit ovalen Messingbeschlägen verziert. Das Instrument verfügt über eine second action und ist durchgehend zweichörig besaitet. Die Tasten sind aus Elfenbein und Ebenholz gefertigt. Das Vorsatzbrett ist […]

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Der Korpus und das originale Gestell sind aus Mahagoni und mit Bandintarsien in unterschiedlichen Hölzern umrahmt. Das Gestell verfügt über eine Querverstrebung am Boden mit Pedalen und ist mit ovalen Messingbeschlägen verziert.

Das Instrument verfügt über eine second action und ist durchgehend zweichörig besaitet.

Die Tasten sind aus Elfenbein und Ebenholz gefertigt. Das Vorsatzbrett ist mit Girlanden, Blumen und Rankenwerk verziert sind. In der Mitte findet sich eine ovale Kartusche, die die Signatur enthält:

„Schoene and Co. Successors to

Johannes Zumpe Londini Fecerunt 1788

Princess Street Cavendish Square”

Das Instrument verfügt über einen Deckelschweller, Dämpfungsaufhebung und Lautenzug.

Dies ist das älteste von 3 Tafelklavieren der Firma Schoene, die sich derzeit in der Eric Feller Collection befinden. Bei allen drei Instrumenten finden sich identisch gestaltete Vorsatzbretter und Signaturen. Auch die Mechanik und Dämpfung ist gleich gearbeitet.

 

Die Firma Schoene & Co. steht in engem Zusammenhang mit Johannes Zumpe (1726 – 1790), der in der 1760er Jahren die ersten Tafelklaviere in England baute. Die Firma wurde von den beiden Brüdern Frederick und Christian Schoene gegründet, die auf Nachfragen von Zumpe nach England emigrierten und mit ihm in geschäftlichen Beziehungen standen. Auffällig ist bei den Instrumenten, dass der Name „Johannes Zumpe“ wesentlich dicker und zentriert in der Kartusche auf dem Vorsatzbrett zu lesen ist als „Schoene & Co.“ bzw. „Schoene & Vinsen“. Aufgrund der großen Reputation, die die Instrumente von Johannes Zumpe genossen, wollten die beiden Brüder damit werben um ihre Instrumente besser verkaufen zu können. Es ist anzunehmen, dass die beiden Brüder Zumpe dafür eine jährliche Lizenzgebühr bezahlten.

Das bisher älteste Instrument von den beiden Schoene Brüdern ist mit 1781 datiert und trägt schon den Vermerk auf Zumpe.

Die Firma erlangte großen Erfolg mit ihren Instrumenten bis zum Jahr 1789 – mit der französischen Revolution endete der Erfolg schlagartig. Der große Erfolg der Firma war dem Export der Instrumente nach Frankreich und in die angrenzenden Länder auf dem Kontinent zu verdanken. Sebastien Erard und andere französische Instrumentenbauer kopierten Instrumente der Schoene Brüder und verbesserten diese.

Diese Konkurrenz und der ausbleibende kontinentale Markt führten fast zum Bankrott der Firma. Um den wachsenden finanziellen Schwierigkeiten entgegenwirken zu können kam 1794 Thomas Vinsen als neuer Partner (und mit neuem Kapital) zu der Firma hinzu.

1795 starb Christian Schoene und Thomas Vinsen führte ab 1799 zusammen mit Frederick Schoenes Sohn, George Frederick die Firma weiter. Zeitgleich dazu bezogen sie Räumlichkeiten in der Paddington Street No. 45 in London.

Das bisher letzte bekannte erhaltene Instrument trägt die Signatur „Georgius Fredericus Schoene / No. 45 Paddington Street, Marylebone / London 1805“. Es gehört heute der „Easton Historical Society“ in Pennsylvania USA.

George Frederick Schoene kehrte alsbald dem Klavierbaugeschäft den Rücken und betätigte sich als Künstler und Graveur.

 

Weitere erhaltene Instrumente von Schoene & Co.:

  • 1781 Tafelklavier – Cité de la Musique; Musée de la Musique, Paris Frankreich
  • 1784 Tafelklavier – Historiska Museet (Stadsmuseum), Göteborg Schweden
  • 1785 Tafelklavier – Real Academia de Bellas Artes de San Fernando, Madrid Spanien

 

 

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Jacobus Ball ca. 1780 https://www.ericfeller.de/instrumente/jacobus-ball-c-1780/ Wed, 08 Nov 2017 13:21:39 +0000 http://www.ericfeller.de/?post_type=instrumente&p=212 Der Korpus des Instrumentes ist aus massivem Mahagoni und reich mit verschiedenen Intarsien und eingelegten Zierbänder verziert. Das originale Gestell mit 6 Beinen, auf welchem das Instrument liegt, ist ebenfalls aus Mahagoni und mit Blumen, Ornamenten und Girlanden verziert. Die Untertasten sind mit Elfenbein und die Obertasten mit Ebenholz belegt. Je zwei kleine Ziereinkerbungen sind […]

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Der Korpus des Instrumentes ist aus massivem Mahagoni und reich mit verschiedenen Intarsien und eingelegten Zierbänder verziert. Das originale Gestell mit 6 Beinen, auf welchem das Instrument liegt, ist ebenfalls aus Mahagoni und mit Blumen, Ornamenten und Girlanden verziert.

Die Untertasten sind mit Elfenbein und die Obertasten mit Ebenholz belegt. Je zwei kleine Ziereinkerbungen sind jeweils am Übergang der Untertasten zu den Obertasten aufgebracht, die mit Eisengallustinte eingefärbt wurde. Dieses Detail ist als Verzierungselement bei Tasten von Cembali sehr gebräuchlich gewesen und findet sich hier als dekoratives Überbleibsel. Es findet sich hauptsächlich nur bei sehr frühen Instrumenten.

Im Inneren befindet sich eine Binnenschaltung die zur Dämpfungsaufhebung dient und über einen Registerzug zu bedienen ist.

Die Einzeldämpfer sind hinter einer Leiste versteckt und mit Hirschleder bezogen. Die Hämmerchen sind ebenfalls mit Leder bezogen und das Instrument ist zweichörig besaitet. Bei der Mechanik handelt es sich um die englische single action ohne Führung der Hammerstiele.

Das elegante Vorsatzbrett ist signiert mit:

„Jacobus Ball Londini

Grosvenor Square“

Hinter dem Vorsatzbrett ist eine handschriftliche Signatur mit Bleistift:

„Repaired by

Grau (?) Bros. (unleserlich)

Decem. 27 – 1905“

Außergewöhnlich bei dem Instrument ist das originale Gestell welches über 6 Beine verfügt. Es ist wahrscheinlich, dass es in Anlehnung an deutsche Instrumente der damaligen Zeit gebaut worden ist, welches auf die kontinentale Abstammung Balls hinweist, der die Arbeiten aus seiner Heimat kannte. Ein derzeit vergleichbares Instrument ist bislang nicht von Ball bekannt.

 

Über Jacob (James) Ball ist nur sehr wenig bekannt. 1790 stellte er den Antrag auf die britische Staatsbürgerschaft. Daraus geht hervor, dass er deutscher Abstammung war und wie viele seiner Kollegen nach England auswanderte. Ebenfalls in diesem Jahr lies er sich einige Neuerungen patentieren. Dazu gehörte eine neue Tafelklaviermechanik und ein außergewöhnliches Notenpult, welches beim Aufklappen ähnlich dem Notenpult eines Flügels war und so furniert, dass es aussah, als ob es Teil des Vorsatzbrettes war wenn es eingeklappt war. (vgl. Michael Cole)

Weiterhin unterhielt er eine Geschäftsbeziehung mit dem Komponisten Domenico Motta 1794.

Laut Rosamond Harding war Ball in London von circa 1780 bis 1834 aktiv. In Anzeigen warb er mit dem Bau von Flügeln, Tafelklavieren und Cabinet Pianos. Es sind von ihm mehrere Adressen nachweisbar: 26 Duke Street, Grosvenor Square, im Jahr 1806 und 27 Duke Street ab 1808.

„J. Ball and Son“ ist ab 1819 und „Edward Ball and Son“ ab 1824 nachweisbar. In den Jahren 1827/28 ist die Bezeichnung „To His Majesty“ nachweisbar.

 

Weitere erhaltene Instrumente von Jacobus/James Ball:

  • 1775 Tafelklavier – Eric Feller Early Keyboard Instruments Collection, Deutschland
  • 1790 Tafelklavier – Musikinstrumentenmuseum Berlin , Deutschland
  • 1791 Tafelklavier – Colonial Williamsburg Foundation, Williamsburg USA

 

 

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Christopher Ganer 1780 https://www.ericfeller.de/instrumente/christopher-ganer-1780/ Wed, 08 Nov 2017 12:37:51 +0000 http://www.ericfeller.de/?post_type=instrumente&p=211 Der Korpus des zierlichen und eleganten Instrumentes ist aus massivem Mahagoni und reich mit eingelegten Zierbändern verziert. Das originale Gestell, auf welchem das Instrument liegt, ist an den Seiten mit Bronzeapplikationen verziert. Die Untertasten sind mit Elfenbein und die Obertasten mit Ebenholz belegt. Je zwei kleine Ziereinkerbungen sind jeweils am Übergang der Untertasten zu den […]

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Der Korpus des zierlichen und eleganten Instrumentes ist aus massivem Mahagoni und reich mit eingelegten Zierbändern verziert. Das originale Gestell, auf welchem das Instrument liegt, ist an den Seiten mit Bronzeapplikationen verziert.

Die Untertasten sind mit Elfenbein und die Obertasten mit Ebenholz belegt. Je zwei kleine Ziereinkerbungen sind jeweils am Übergang der Untertasten zu den Obertasten aufgebracht, die mit Eisengallustinte eingefärbt wurde. Dieses Detail ist als Verzierungselement bei Tasten von Cembali sehr gebräuchlich gewesen und findet sich hier als dekoratives Überbleibsel. Es findet sich hauptsächlich nur bei sehr frühen Instrumenten.

Im Inneren befinden sich drei Registerzüge für eine geteilte Dämpfungsaufhebung und Lautenzug. Der Umfang beträgt 5 Oktaven (FF/GG – f3; ohne fis im Bass).

 

Tafelklavier Christopher Ganer, London 1780 - Eric Feller Collection (Tastatur)

Tafelklavier Christopher Ganer, London 1780 – Eric Feller Collection (Tastatur)

 

Die Hämmerchen sind mit Leder bezogen und das Instrument ist zweichörig besaitet. Bei der Mechanik handelt es sich um die englische single action nach Zumpe.

Das Vorsatzbrett ist reichhaltig mit Blumen und Girlanden bemalt und trägt die Signatur:

„Christopher Ganer Londini fecit 1780

No 47 Broad Street Soho“

Christopher Ganer wurde um 1750 in Leipzig geboren. Wie viele Instrumentenbauer verließ er den Kontinent und ist ab 1774 in England als Cembalo- und Klavierbauer (ebenso auch als Harfenbauer ab ca. Mitte der 1780er Jahre) nachweisbar. Zu dieser Zeit befand sich seine Werkstatt in der Broad Street 22, Golden Square, später dann in der Broad Street No. 47.

1774 heiratete er Lydia Willey und hatte vier Töchter und einen Sohn, der jedoch im Kindesalter starb.

Besonders bei den Instrumenten von Christopher Ganer ist, dass er neben den typischen „trestle-stands“ auch die ab 1777/78 in Mode kommenden „french-stands“ baute. Seine Fähigkeiten als ausgezeichneter Möbelschreiner ließen ihn besonders elegante und mit ausgesuchten Intarsien verzierte Instrumente bauen. Im Jahre 1782 baute er ein Instrument für Prinzessin Amelia. Alle seine Instrumente sind individuell gestaltet und keines gleicht dem anderen.

Bis ca. 1784 datierte Ganer seine Instrumente immer mit der lateinischen Aufschrift „Christopher Ganer Londini Fecit“.

Laut Literatur starb er 1811 (in einigen Quellen auch 1818).

 

Weitere erhaltene Instrumente von Christopher Ganer:

  • 1785 Tafelklavier (No. ?) Fondazione Cassa di Risparmio, Bologna Italien
  • 1785 Tafelklavier (No. ?) Eric Feller Early Keyboard Instruments Collection, Deutschland

 

 

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Érard Frères et Co. 1800 https://www.ericfeller.de/instrumente/erard-freres-et-co-1800/ Sat, 04 Nov 2017 17:11:23 +0000 http://www.ericfeller.de/?post_type=instrumente&p=186 Im späten 18. Jahrhundert erlebte das Tafelklavier in Frankreich und besonders auch in England eine bedeutende Entwicklung und spielte eine zentrale Rolle in der Musik- und Kulturgeschichte der Epoche. Nach dessen Erfindung fand es schnell Verbreitung und wurde ein bevorzugtes Instrument in den Pariser Salons der Aristokratie und der aufkommenden bürgerlichen Elite, da es im […]

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Im späten 18. Jahrhundert erlebte das Tafelklavier in Frankreich und besonders auch in England eine bedeutende Entwicklung und spielte eine zentrale Rolle in der Musik- und Kulturgeschichte der Epoche. Nach dessen Erfindung fand es schnell Verbreitung und wurde ein bevorzugtes Instrument in den Pariser Salons der Aristokratie und der aufkommenden bürgerlichen Elite, da es im Vergleich zum großen Hammerflügel platzsparender, transportabler und auch kostengünstiger war. Das Tafelklavier war jedoch nicht nur ein Musikinstrument, sondern auch ein kulturelles Symbol der Zeit. In einer Ära, in der das Musikmachen zu einem wichtigen Teil des gesellschaftlichen Lebens wurde, symbolisierte das Tafelklavier den gehobenen Lebensstil.

Das hier vorgestellte Instrument wurde von der Firma Érard Frères et Co. im Jahr 1800 in Paris gefertigt. Es handelt sich um ein sehr schlicht gehaltenes Instrument. Der Korpus und die dazu passenden originalen Beinen sind aus Mahagoni und mit einer einfachen Bronzeleiste verziert. Das Vorsatzbrett ist signiert mit:

„Érard Frères et Co.

Rue du Mail No. 37

à Paris 1800.“

Érard Frères et Co. 1800 - Eric Feller Collection

Érard Frères et Co. 1800 – Eric Feller Collection (Vorsatzbrett)

 

Die originale Tastatur hat einen Umfang von 5 Oktaven (FF – f3). Die Untertasten sind mit Elfenbein belegt und die Obertasten bestehen aus Ebenholz. Das Instrument ist zweichörig bezogen und hat zwei Pedale, welche am hinteren linken Bein integriert sind zur Dämpfungsaufhebung und Laute (Jeu de Luth).

Auf dem Resonanzboden befindet sich neben dem Steg die originale handschriftliche Signatur mit der Seriennummer 4343.

Tafelklavier Érard Frères et Co. 1800 No. 4343 - Eric Feller Collection (Erard Fertigungsbücher 1)

Tafelklavier Érard Frères et Co. 1800 No. 4343 – Eric Feller Collection (Erard Fertigungsbücher 1)

 

Laut den originalen Auslieferungsbüchern der Firma Érard wurde das Instrument an Monsieur Secrétan, einen Geigenbauer aus Tarbes, geliefert. Bisher ist lediglich bekannt, dass Monsieur Secrétan sowohl Geigenbauer als auch Schreiner war. Im Stadtarchiv von Tarbes befindet sich eine handschriftliche Akte, datiert auf den 15. Mai 1807, in der er namentlich genannt und mit seiner Berufsbezeichnung als Geigenbauer aufgeführt wird. In dieser Akte wurde er damit beauftragt, ein Gutachten über die Bedeutung der Orgel in der Gemeinde zu erstellen.

Des Weiteren gibt es im Stadtarchiv von Tarbes vier weitere Eintragungen aus den Jahren 1802, 1804 und 1828, in denen der Name Secrétan genannt wird. Diese Eintragungen beziehen sich jedoch auf den Leiter der örtlichen Feuerwehr. Es bleibt unklar, ob Secrétan Mitglied der Feuerwehr war und sich ehrenamtlich engagierte oder ob es sich um zwei verschiedene, vermutlich miteinander verwandte Personen handelt, die denselben Nachnamen trugen.

Tafelklavier Érard Frères et Co. 1800 No. 4343 - Eric Feller Collection (Erard Fertigungsbücher 2)

Tafelklavier Érard Frères et Co. 1800 No. 4343 – Eric Feller Collection (Erard Fertigungsbücher 2)

 

Ein zweiter Hinweis auf Monsieur Secrétan findet sich in einem eher ungewöhnlichen Kontext während der Französischen Revolution. Am 30. Mai 1793 beschloss der Nationalkonvent die Errichtung einer Kanonengießerei in Tarbes. Einige Tage zuvor war per Dekret die Beschlagnahme der meisten Glocken des Departements angeordnet worden. Der gewählte Standort für die Gießerei war das Kloster der Franziskanerbrüder, das seit dem 20. Dezember 1792 als „Maison nationale“ diente. Zuvor hatte es als Sitz der Staaten der Provinz Bigorre fungiert und beherbergte im April 1789 die letzten Sitzungen der Versammlungen des Klerus und des Adels. Der Geigenbauer Monsieur Secrétan erklärte sich bereit, die Leitung der Gießerei zu übernehmen. Die Gießerei bestand nur für kurze Zeit und wurde am 1. Juni 1796 für 6400 Francs an François Dassieu, einen Arzt in Tarbes, versteigert.

(vgl. „Trois canons anciens à Tarbes“ in: La Nouvelle République des Pyrénées, 28.03.2020)

Handschrift Städtische Archiv der Stadt Tarbes vom 15.5.1807 (Seite 33)

Handschrift Städtische Archiv der Stadt Tarbes vom 15.5.1807 (Seite 33)

 

Detaillierte Informationen über die Firma Érard Frères finden Sie in den Publikationen hier!

 

 

Weitere erhaltene Instrumente der Firma Érard Frères et Co.:

  • 1800 Tafelklavier (No. 4475) Metropolitan Museum of Art New York, USA
  • 1808 Tafelklavier (No. 7488) Cité de la Musique Paris, Frankreich

 

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Érard Frères 1805 https://www.ericfeller.de/instrumente/erard-freres-1805/ Thu, 02 Nov 2017 16:31:16 +0000 http://www.ericfeller.de/?post_type=instrumente&p=170   Dieses elegante Tafelklavier wurde von Érard Frères 1804/1805 in Paris gefertigt. Der Korpus des Instrumentes und die dazu passenden originalen Beinen sind aus Mahagoni, mit Intarsien und aufwändigen Bronzen verziert. Das Vorsatzbrett ist signiert mit: „Érard Frères Rue du Mail No. 37 à Paris 1805.“ Die originale Tastatur hat einen Umfang von 5 ½ […]

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Dieses elegante Tafelklavier wurde von Érard Frères 1804/1805 in Paris gefertigt. Der Korpus des Instrumentes und die dazu passenden originalen Beinen sind aus Mahagoni, mit Intarsien und aufwändigen Bronzen verziert. Das Vorsatzbrett ist signiert mit:

„Érard Frères

Rue du Mail No. 37 à Paris 1805.“

Die originale Tastatur hat einen Umfang von 5 ½ Oktaven (FF – c4). Die Untertasten sind mit Elfenbein belegt und die Obertasten aus Ebenholz.

Auf dem Resonanzboden befindet sich neben dem Steg die originale handschriftliche Signatur mit der Seriennummer 6115. Das Tafelklavier verfügt über vier Pedale, die in einer Leiste zwischen den beiden hinteren beiden Beinen eingefügt ist. Auf der linken Seite der Tastatur ist ein kleines Fach für Stimmwerkzeug und Saiten. Das Instrument wurde aufwändig restauriert. Sämtliche Substanz konnte erhalten werden, ebenfalls alle originalen Bronzebeschläge.

Laut der originalen Auslieferungspapieren wurde das Instrument an die Familie Cochu ausgeliefert.

 

Detaillierte Informationen über die Firma Érard Frères finden Sie in den Publikationen hier!

 

Weitere erhaltene Instrumente von Érard Frères:

  • 1805 Tafelklavier (No. 6447) Museum für Kunst und Gewerbe Hamburg, Deutschland
  • 1808 Tafelklavier (No. 7488) Cité de la Musique Paris, Frankreich

 

Erard 1804/5 No. 6115 Eintragung (2) - Eric Feller Collection Square Piano Érard Frères 1804/5 - Eric Feller Collection Square Piano Erard 1804/55 (2) - Eric Feller Collection Square Piano Erard 1804/5 (3) - Eric Feller Collection

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