Der Beitrag J. G. Irmler 1924 erschien zuerst auf Eric Feller Early Keyboard Instruments Collection.
]]>„J. G. Irmler
Leipzig“
Die Hämmer des Flügels sind mit Filz bezogen, 3 chöriger Saitenbezug (im Bass zweichörig) und Einzeldämpfung. Das Instrument ist kreuzsaitig über einen Stahlrahmen bespannt und verfügt über zwei Pedale für die Dämpfungsaufhebung und Verschiebung. Der Klaviaturumfang beträgt 7 ¼ Oktaven, AAA – c5. Auf dem Resonanzboden befindet sich die Seriennummer 24883.
Der Flügel besticht durch seinen warmen Klang und die exzellente Verarbeitung.
Das Instrument ist derzeit als Dauerleihgabe im Alten Pastorat in Stellau/Wrist zu sehen.

Art Déco Flügel J. G. Irmler, Leipzig 1924 (2) – Eric Feller Collection
Johann Christian Gottlieb Irmler wurde am 11. Februar in Obergrumbach, in der Nähe von Dresden, geboren. Er lernte in seiner Jugend Klavier und Violine und galt als sehr musikalisch. Später erlernte er den Beruf des Tischlers und begab sich auf Wanderschaft durch Sachsen, Thüringen und Bayern. In Wien studierte er Klavierbau. Er ließ sich in Leipzig nieder und arbeitete einige Zeit für Breitkopf & Härtel. In Leipzig machte er sich danach selbständig und gründete mit 28 Jahren am 8. April 1818 seine eigene Klaviermanufaktur mit Sitz in den Räumlichkeiten der Barfußmühle. Die Instrumente Irmlers waren von sehr gutem Ruf und schnell expandierte die Firma aufgrund der wachsenden Nachfrage. 1828 zog die Firma in größere Räumlichkeiten in der Leplaystraße. Auch durch neue Erfindungen im Klavierbau tat sich die Firma hervor. So erhielt Johann Christian Irmler 1842 für eine neuartige Repetitionsmechanik vom König von Sachsen die Große Goldene Sächsische Königliche Staatsmedaille.

J. G. Irmler Pianoforte-Fabrik – Eckert & Pflug, Leipzig 1893
Am 10. Dezember 1857 starb Johann Christian Irmler und die Firma wurde von seinen Söhnen Otto (1820 – 1861) und Oswald (1835 – 1905) weitergeführt. 1861 wurde die Firma durch den Einsatz von Dampfmaschinen modernisiert. Durch den frühen Tod Ottos mit nur 41 Jahren, führte der damals erst 26-jährige Oswald die Firma bis zu seinem Tod alleine fort. Danach führte Oswalds Sohn die Firma weiter. Im 2. Weltkrieg wurde die Firma in der Leplaystraße und das Magazin in der Turnerstraße 1943 vollständig zerstört. Danach wurden bis in die 1950er Jahre Instrumente hergestellt.

Art Déco Flügel J. G. Irmler, Leipzig 1924 (3) – Eric Feller Collection
Der Beitrag J. G. Irmler 1924 erschien zuerst auf Eric Feller Early Keyboard Instruments Collection.
]]>Der Beitrag Joseph Fritz ca. 1835 erschien zuerst auf Eric Feller Early Keyboard Instruments Collection.
]]>„Joseph Fritz
Wien“

Joseph Fritz, Vienna c. 1835 – Eric Feller Collection (3)
Die Hämmer sind mit Leder bezogen und der Flügel verfügt über eine Stiefeldämpfung. Bei der Mechanik handelt es sich um eine Wiener Mechanik, Gradsaiter mit geteiltem Steg und zwei Pedale (Dämpfungsaufhebung und una corda). Der Umfang beträgt 6 Oktaven + Sexte, CC – a4. Über dem Stimmstock ist das Notenpult befestigt und verfügt über zwei schwenkbare Kerzenhalter an den Seiten.

Joseph Fritz, Vienna c. 1835 – Eric Feller Collection (4)
Über Joseph Fritz ist bisher nur wenig bekannt. Er wurde 1808 in Wien geboren und ist der Sohn von Johann Fritz (geboren 1772 – gestorben 1834 in Wien). Er führte die Werkstatt seines Vater nach dessen Tod weiter und knüpfte an die Erfolge seines Vaters an, der zuvor den Ruf eines der besten Klavierbauer in Wien hatte. Ab ca. 1837 verlegte er seine Werkstatt nach Graz und baute dort Instrumente.

Joseph Fritz, Vienna c. 1835 – Eric Feller Collection (2)
Der Beitrag Joseph Fritz ca. 1835 erschien zuerst auf Eric Feller Early Keyboard Instruments Collection.
]]>Der Beitrag Ignace Pleyel 1863 aus dem Besitz von Charles Albert d’Arnoux – Bertall erschien zuerst auf Eric Feller Early Keyboard Instruments Collection.
]]>
Charles Albert d’Arnoux – Bertall (1820 – 1882) by A. Disdéri
Dieser außergewöhnliche französische Hammerflügel stellt eine absolute Besonderheit dar: Er stammt aus dem Besitz des berühmten französischen Karikaturisten, Zeichners und Radierers Charles Albert d’Arnoux (Charles Constant Albert Nicolas d’Arnoux de Limoges Saint-Saens), oder besser bekannt als Bertall. Er zählt außerdem zu den Pionieren der Fotografie. Die Firma Pleyel in Paris gehörte im 19. Jahrhundert zu den führenden Klavierbaufirmen in Europa. Zu ihren Kunden zählten führende Persönlichkeiten, Künstler, Musiker und Komponisten.
Der Korpus des Instrumentes ist aus Palisander gefertigt mit aufwändigen Schnitzereien an den Seiten der Klaviatur. Die Tastatur ist aus Elfenbein und Ebenholz gearbeitet, die Hämmer sind mit Filz bezogen und der Flügel verfügt über eine Einzeldämpfung. Die Lyra hat zwei Pedale für die Dämpfungsaufhebung und una corda. Der Klaviaturumfang beträgt 7 Oktaven (AAA – a4).

Ignace Pleyel, Paris 1863 aus dem Besitz von Bertall – Eric Feller Collection
Die Seriennummer (35351) ist auf der rechten Seite des Stimmstockes zu finden. Bei der Ausführung handelt es sich um das „Petit Patron“ Modell mit einer Gesamtlänge von 215 cm. Das Vorsatzbrett trägt die Aufschrift:
„Ignace Pleyel & Comp.
Paris”

Ignace Pleyel, Paris 1863 aus dem Besitz von Bertall (2) – Eric Feller Collection
Im Inneren hat der Flügel eine metallene Anhangplatte und drei Metallspreizen. Aus den Eintragungen in den originalen Firmenbüchern von Pleyel geht hervor, dass das Instrument 1863 fertiggestellt wurde und dann am 15. Februar 1867 an Charles Albert d’Arnoux – Bertall in Paris für 1400 Franc verkauft wurde. Diese Provenienz und der außergewöhnlich schöne Klang machen den Flügel zu einem besonderen Höhepunkt in der Sammlung.

Eintragung Piano No. 35351 in den Fertigungsbüchern von Pleyel – Eric Feller Collection
Charles Constant Albert Nicolas d’Arnoux de Limoges Saint-Saens (so der vollständige Geburtsname) wurde am 18. Dezember 1820 in Paris geboren. Er war der Sohn von Daniel d’Arnoux de Limoges Saint-Saens (geboren am 9. September 1780 in Grenoble) und seiner Frau Louise-Elisabeth de Limoges (die Lebensdaten sind bisher nicht bekannt), die am 16. Februar 1819 in Paris heirateten. Ein Jahr später wurde Charles Albert d’Arnoux geboren. Er war das einzige Kind aus dieser Ehe. Über seine Kindheit ist bisher nichts bekannt. Um 1844 heiratete er Albertine Pellapra und zusammen hatten sie 7 Kinder:

Elisabeth Pellapra de Lolle
Am 18. März 1877 starb seine Frau Albertine im Alter von 55 Jahren in Paris. Zwei Jahre später (am 12. Januar 1879) heiratete Bertall die Schwester seiner verstorbenen Frau Hortense Pellapra in Paris. Zusammen hatten die beiden keine Kinder.
Die Eltern Bertalls sahen für ihren Sohn ein Studium an der École Polytechnique vor, er selbst widmete sich jedoch der Malerei. Die ersten Jahre verbrachte er im Atelier von Michel Martin Drolling (1786 – 1851) und entschied sich dann für die illustrative Zeichnung und Karikatur als seinen künstlerischen Schwerpunkt.

Michel-Martin Drolling, Selbstporträt (1804)
Auf Anraten von Honoré de Balzac (1799 – 1850) signierte er seine Werke nur noch mit Bertall, ein Anagramm aus seinem Vornamen Albert. Am 3. Februar 1875 wurde er zum Ritter der Ehrenlegion ernannt. Er zeichnete für verschiedene Magazine und Zeitungen und illustrierte Bücher, darunter auch eigene Texte. Schon früh zeigte er ebenfalls Interesse an Fotografie und arbeitete ab 1855 mit dem berühmten Fotografen Hippolyte Bayard (1801 – 1887) zusammen. Anfang der 1860er Jahre eröffneten beide das Fotoatelier Bayard und Bertall in der Rue de la Madeleine No. 15 in Paris. 1866 trennten sich beide und Bertall eröffnete sein eigens Fotoatelier. Dort spezialisierte er sich auf Portraits. Durch sein künstlerisches Umfeld geprägt war Musik ebenfalls ein wichtiger Punkt in seinem Leben und der Familie. Am 24. März 1882 starb Bertall in Soyons.

Hippolyte Bayard – Selbstportrait von 1863

Ignaz Josef Pleyel (1793) nach Thomas Hardy
Die Firma Pleyel wurde im Jahr 1807 von dem österreichischen Komponisten und Musikverleger Ignaz Josef Pleyel (geboren in Ruppersthal 1757 – gestorben 1831 in Paris) unter dem Namen Ignace Pleyel & Comp. gegründet. Zuvor im Jahr 1797 gründete er in Paris einen Musikverlag und etablierte sich im musikalischen Leben der französischen Metropole. 1802 entwarf er sein erstes Klavier (die Patentanmeldung erfolgte 1807). Zusammen mit dem Instrumentenbauer Charles Lemme gründet er die Klaviermanufaktur. Mit der Unterstützung verschiedener Mäzene war es ihm möglich, sein Geschäft zu etablieren.
Ihm gesellte sich bald sein Sohn (Joseph-Étienne-) Camille Pleyel (geboren 1788 in Straßburg – gestorben 1855 in Paris) zu, der 1815 vollwertiger Teilhaber wurde. Camille Pleyel studierte Komposition bei seinem Vater und Klavier bei Johann Ladislaus Dussek (geboren 1760 in Čáslav / Mittelböhmen – gestorben 1812 in Saint-Germain-en-Laye). Er verbrachte den größten Teil seiner Jugend in London, kehrte aber 1824 nach Paris zurück, um in diesem Jahr die Leitung der Firma zu übernehmen.

Camille Pleyel ca. 1840
In den 1820er Jahren befand sich die Fabrik Pleyel in Saint-Denis. Während dieser Zeit stellten etwa zwanzig Arbeiter ungefähr fünfzig Klaviere pro Jahr her. Bei ihrer ersten Ausstellung in Paris im Jahr 1827 gewann die Firma eine Goldmedaille, die für ihre Erfindungen und für einen dreisaitigen Flügel verliehen wurde, der den besten englischen Klavieren gleichgestellt wurde. Auf den Pariser Ausstellungen in den Jahren 1839 und 1844 triumphierte die Firma erneut, indem sie weitere Goldmedaillen gewann. Der Beifall war ein ausgezeichneter Ansporn für das Geschäft und 1844 war die Produktion auf 900 Klaviere pro Jahr gestiegen.
Camille Pleyel etablierte den ersten Salon/Salle Pleyel und pflegte viele freundschaftliche Beziehungen zu den unterschiedlichsten Größen des Musiklebens der damaligen Zeit. Große Komponisten wie beispielsweise Frédéric Chopin (1810 – 1849) oder Franz Liszt (1811 – 1886) spielten Instrumente von Pleyel. Der Salle Pleyel, einer der frühesten Konzertsäle Frankreichs und wurde Ende der 1820er Jahre in der Rue Rochechouart gebaut. Chopin gab am 16.2.1848 sein letztes Pariser Konzert dort.
Nach Camilles Tod 1855 übernahm sein Schwiegersohn Auguste Wolff (1821 – 1887) die Leitung der Firma. Er änderte den Namen in Pleyel, Wolff & Cie. und führte den Erfolg der Firma weiter fort.
Sein Schwiegersohn Gustave Lyon (1857 – 1936), der ihm ab 1887 an der Spitze von Pleyel, Lyon et Cie. nachfolgte, führte den Erfolg des Unternehmens fort. 1971, zehn Jahre nach der Fusion von Pleyel mit Érard und Gaveau, erwarb Schimmel aus Braunschweig alle drei Firmen.
Weitere erhaltene Instrumente von Ignace Pleyel & Comp. finden sich in vielen Museen und Privatsammlungen weltweit.

Ignace Pleyel, Paris 1863 aus dem Besitz von Bertall (4) – Eric Feller Collection
© Eric Feller – Early Keyboard Collection – Dezember 2022
Der Beitrag Ignace Pleyel 1863 aus dem Besitz von Charles Albert d’Arnoux – Bertall erschien zuerst auf Eric Feller Early Keyboard Instruments Collection.
]]>Der Beitrag Rousselot Freres ca. 1834 erschien zuerst auf Eric Feller Early Keyboard Instruments Collection.
]]>Der Korpus ist aus Palisander gearbeitet und umlaufend mit Bandintarsien und Messingapplikationen verziert. Die Tastatur ist aus Elfenbein und Ebenholz. Das Instrument ist gradsaitig bespannt, verfügt über zwei kleine Metallspreizen im Diskant, eine Stoßzungenmechanik und zwei Pedale für Dämpfungsaushebung und due corde. Der Steg ist geteilt. Das Vorsatzbrett trägt in einer Kartusche die Aufschrift:
„Rousselot Frères
Facteurs Brevetés à Nîmes
Moitessier a Montpellier”
Mittig auf dem Resonanzboden befindet sich eine handschriftliche Signatur mit der Seriennummer:
„No. 903 Louis Rousselot à Nimes”
Im Inneren befindet sich über den Saiten der originale Staubboden, ein Merkmal, dass nur kurze Zeit bei Hammerflügeln gebaut wurde und seinen Ursprung schon bei den frühen Tafelklavieren im 18. Jahrhundert hat. Der Umfang beträgt 6 ½ Oktaven (CC – g4). Neben dem Notenpult befinden jeweils zu den Seiten zwei kleinere Notenpulte, die sich nach oben klappen lassen um das Musizieren mit Anderen zu erleichtern.
Hervorzuheben ist die absolut hochklassige Verarbeitung des Instrumentes, ebenso wie der Klang. Klanglich übertrifft dieser Hammerflügel die Instrumente von Erard und Pleyel die von Chopin, Liszt und Schumann gespielt wurden und zeigt somit ein herausragendes und absolut authentisches Klangbild der Zeit. Nur wenige Instrumente sind bis heute erhalten geblieben. Aus Aufzeichnung aus dem „Journal de Toulouse“ vom 23. Juli 1845 geht hervor, dass Rousselot alle Teile für seine Instrumente in der eigenen Fabrik fertigte und keine Teile von externen Lieferanten bezog.
Der Flügel wurde im Herbst 2022 in Marseille / Frankeich aufgefunden und befand sich in komplettem Originalzustand.

Fortepiano by Rousselot Frères, Nimes c. 1834 – Eric Feller Collection (Vorsatzbrett Signatur)
Über die Firma Rousselot ist bisher nur wenig bekannt. Wahrscheinlich handelte es sich um drei (?) Brüder: Louis Rousselot (die Lebensdaten sind bisher noch nicht bekannt), der als Klavierbauer aktiv war, Joseph-François Rousselot (geboren am 6. Februar 1803 in Nîmes, gestorben 4. September 1880 in Argenteuil), Komponist und Hornist und Scipion Rousselot (geboren am 20. Juli 1804, gestorben um 1880), der ebenfalls Komponist und Cellist war. (vgl. Joël-Marie Fauquet, « Rousselot, Scipion », in Joël-Marie Fauquet (dir.), Dictionnaire de la musique en France au xixe siècle, Fayard, 2003, xviii-1406 (ISBN 2-213-59316-7, BNF 39052242))
Nachweisbar ist die Klavierfabrik ab ca. 1833 in Nîmes, aber mit hoher Wahrscheinlichkeit wurde schon Instrumente davor gefertigt. Die Signatur auf dem Vorsatzbrett zeigt, dass Louis mit einem seiner Brüder zusammengearbeitet hat. Ob es sich dabei um Joseph-Francois, Scipion oder einen weiteren Bruder handelt ist bisher noch nicht geklärt. Auch sind bisher keine Informationen über seine Lehrjahre bekannt. Weitere Forschungen dazu laufen derzeit! Louis Rousselot ging während seiner Schaffenszeit verschiedene Partnerschaften mit anderen Instrumentenbauern ein. So sind Instrumente aus einer Zusammenarbeit mit Decombes und Moitessier in Montpellier erhalten.
Aus der Firmengeschichte ist bisher nur wenig bekannt. In einem Artikel aus dem Jahr 1840 geht hervor, dass es in der Fabrik zu einem Brand kam:
„L’incendie de la fabrique de pianos de MM. Rousselot frères: „L’incendie de la fabrique de pianos de MM. Rousselot frères (1840) fut aussi l’occasion d’une de ces manifestations, où une partie de notre troupe masculine, groupée autour d’une cantatrice de grand talent (Mme Lernoule), se transporta au Grand Théâtre devant un auditoire considérable, accouru pour soulager les malheureux ouvriers de l’établissement détruit. […] Enfin, cette année (1841) fut marquée par un beau concert donné au Théâtre par Mne Lemoule et quelques amateurs (quorum pars. fui), pour aider a la reconstitution de ta fabrique de pianos de MM. Rousselot frères, détruite par un incendie.“
(aus „Mémoires de l’Académie de Nîmes“, 1881, Gallica)
Ein weiteres Feuer brach in der Fabrik im Jahr 1842 aus:
„Nîmes, 6 septembre – dans la nuit du 4 au 5 de ce mois il y a eu en ville trois incendies ou tentatives d’incendies. […] Chez le sieur Rousselot, fabricant de pianos, place Balore, le feu s’est manifesté dans le magasin où sont renfermés, pour une somme considérable, des bois précieux; heureusement on a pu s’en apercevoir assez à temps pour arrêter les progrès d’un incendie qui pouvait devenir très-considérable. […]“
(aus „Le Journal de Toulouse“, 07/09/1842, Rosalis)
Bei der „Exposition des Produits des Beaux-Arts et de l’Industrie: Dans les galeries du Capitole à Toulouse“ im Jahre 1840 wurde Instrumente von Rousselot (und Boisselot) ausgestellt und von einer Jury begutachtet. Als Ergebnis wurden diese hoch gelobt und den Pariser Instrumenten von Pleyel und Erard ebenbürtig gestellt. So heißt es:
„M. Rousselot, de Nimes, est également inventeur de quelques nouveaux procédés. Ainsi il peut, au moyen d’une mécanique bien simple appliquée au piano, rendre le clavier doux ou dur au toucher. Mais cet effet ne peut se faire progressivement comme sur les pianos de M. Martin. M. Rousselot a également substitué des ressorts, à boudin à ceux à frottement; ce qui donne plus de force l’échappement, et de grandes garanties pour la solidité.
Boisselot présente plusieurs innovations. Il a imaginé un mécanisme pour les marteaux du piano, à axe fixe et à vis de rappel, qui sert de régulateur. Cette combinaison permet, en cas d’accident, de réparer les marteaux isolément, au lieuque dans les mécanismes anglais, francais ou allemands, pour la moindre réparation, il est indispensable de démonter une série de douze marteaux. Ces derniers peuvent encore attaquer, par une oscillation contraire, des notes qui ne leur sont point destinées.
Boisselot a encore inventé un piano à petite queue, avec barrage par dessous. Ce barrage a été reconnu excellent par la commission de l’industrie, parce que ce système donnait une grande solidité à l’instrument, puisque le sommier des pointes et celui des chevilles ne fesaient plus qu’un seul corps avec la barre de dessous.
Cette construction donne en outre au son beaucoup d’intensité. Mais ce qui mérite les plus grands éloges, et ce qui peut être considéré comme un progrès et une invention éminemment utile, c’est le piano clédiharmonique. Tout le monde sait que le piano offre de grandes difficultés pourmonter deux cordes à la fois en leur fesant tenir un parfait accord.
Cette difficulté semblait devoir rester inhérente à la fabrication du piano; cependant M. Boisselot, par de grandes études et des épreuves réitérées, vient de remédier à cet inconvénient en inventant le clédiharmènique. Cette invention n’a d’autre but que de simplifier l’opération de l’accord en la mettant à la portée de chaque pianiste, et lui permette demonter à la fois et avec la plus grande facilité les deux cordes, en les maintenant à l’unisson parfait aumoyende clés à vis sans fin, de roue d’engrenage, vis de pression, poulies, ovales, etc, etc., le tout formant un mécanisme des plus ingénieux et desmieux combinés, et par lequel toutes les chances d’un‘ bon accord sont prévues. Un tel résultat est un pas immense dans l’art de la facture des pianos, parce qu’il résout un problème qui jusqu’à ce jour n’avait point été résolu,malgré toutes les recherches des facteurs.
Après avoir constaté et jugé ces différentes inventions, nous avions à prononcer sur lemérite de chacun des instruments des exposans.
La besogne devenait rude, parce que le nombre de ces instrumens était considérable, et que l’industrie de chacun des fabricans pouvait se ressentir de notre décision. Cependant nous n’avons reculé devant aucune de ces corisidérations. Forts de notre mandat, pénétrés. de nos devoirs de jurés, nous avons jugé tous ces pianos, et nous allons avoir l’honneur de rendre compte de nos jugemens.
Après avoir établi des catégories, les pianos carrés à deux cordes ensemble, ceux à trois cordes, les pianinos, les pianos à petite queue et ceux à grande queue; après les avoir essayés de toutes les manières; après les avoir comparés entr’eux, pesé le fort et le faible des uns et des autres, le juri a trouvé qu’en première ligne se présentaient MM. Pleyel et Pape, facteurs de Paris, dont la réputation est européenne.
Mais ces artistes sont si haut placés, ils ont un mérite si incontestable, ils ont été couronnés si souvent pour l’excellence de leurs produits, que le juri pas cru devoir faire entrer leurs instrumens en lutte avec ceux des différens facteurs du midi de la France.
Mazel, qui est leur 1e présentant à Toulouse, a dans ses magasins les meilleurs pianos qui soient sortis de leurs ateliers, et tout ce que nous pourrions dire n’ajouterait rien à leur réputation. Nos pays méridionaux possèdent deux facteurs de pianos qui peuvent rivaliser avec les premiers de Paris pour quelques-uns de leurs instrumens: ce sont MM. Boisselot de Marseille, et Rousselot de Nîmes.
Ces artistes ont exposé des pianos à queue qui réunissent à une grande élégance, à une solidité à toute épreuve, les qualités si essentielles de la sonorité, de l’égalité dans le clavier, et de la perfection dans le mécanisme.
Une discussion très vive s’est engagée au sein du juri sur le mérite de ces instrumens; il a déclaré à l’unanimité que MM. Boisselot et Rousselot ne le cédaient en rien aux plus habiles facteurs de la capitale pour la fabrication des pianos à queue, et qu’ils pouvaient rivaliser avec eux, si même ils n’établissaient à de meilleures conditions et à des prix moins élevés.
Les instrumens de ces messieurs possèdent des qualités du premier ordre ; tous deux ont établi de ces pianos à deux et à trois cordes qui ne laissent rien à désirer dans aucune partie de leur facture.
Il était donc impossible d’établir la supériorité de l’un sur l’autre : cela devenait d’autant plus difficile, que les instrumens n’était pas identiques dans leur ensemble.
Ainsi, les pianos à petite queue de M. Rousselot ont quatre pouces de longueur en plus que ceux de M. Boisselot, et la qualité du son pouvait avoir, par cette raison, plus d’éclat çependant la différence est peu sensible.
De même que dans les pianos à grande queue, ceux de M. Rousselot ne sont armés que de deux cordes jusqu’au fa, cinquième ligne, clé de sol, tandis que ceux de M. Boisselot ont trois cordes dans toute l’étendue dit clavier.
Quoique ces derniers aient plus de son par cette cause, les instrumens de M. Rousselot ont un mérite bien grand aussi, puisque avec une corde demoins ils produisent de fort beaux effets de sonorité, et peuvent rivaliser avec ceux de M. Boisselot.
Cependant l’importance de l’industrie devant entrer en lutte avec l’excellence des instrumens, le juri a reconnu que M. Boisselot l’emportait sur MM. Rousselot et Moitessier, de Nîmes, et il a décidé que M. Boisselot aurait une médaille d’or pour la bonté de ses pianos à queue, son piano clédiharmonique, ses inventions diverses et l’importance de son industrie.
Il a encore arrêté que MM. Rousselot et Moitessier, de Nîmes, auraient une médaille d’argent avec éloges pour l’excellente facture de leurs pianos à queue. Nous avons à rendre compte de notre jugement sur les pianos carrés à trois et à deux cordes, de MM. Boisselot, Rousselot, Cropet et Martin.
Les pianos carrés à trois cordes ont présenté au juri de grands défauts; chez les uns, le son était sec et le clavier dur ou empâté ; chez d’autres, les sons graves écrasaient ceux du médium ; d’autres encore paraissaient être couverts d’une sourdine; enfin ces instrumens offraient des défectuosités si patentes, que le juri les amis hors de concours, donnant ainsi une leçon sévère aux facteurs, et les avertissant qu’ils avaient de grandes améliorations à introduire dans ce genre d’instrument.
Les pianos à deux cordes ont offert dés résultats satisfaisans, et ceux d’un petit format ont mérité les éloges du juri. La bonté de ces petites instrumens, la modicité de leur prix, qui les met à la portée des plus minces fortunes, ce qui permettra à l’art de se répandre chez les classes les moins aisées de la société, tout faisait un devoir au juri d’encourager ces produits de notre industrie.
ll a été très satisfait de voir que ces instrumens étaient soignés, que le son en était d’une excellente qualité et lamécanique très solidement établie. Les facteurs qui méritent des encouragemens pour ces instrumens sont MM. Martin, de Toulouse, et M. Rousselot, de Nîmes.
Ce dernier avait envoyé un piano de meilleure qualité que ceux de M. Martin ; mais cet instrument étant arrivé après que le jugement avait été rendu, il a été écarté du concours, et la préférence est restée aux pianos de M. Martin.
Il a été accordé à ce facteur, pour ses pianos carrés à deux cordes, son gymnase digital, instrument dès plus recommandables pour le développement et la souplesse des doigts, etc., ses différentes inventions, a fin de l’encourager dans les efforts qu’il fait journellement pour le perfectionnement de ses instrumens, une médaille d’argent.
Boisselot, Martin et Cropet ont exposé chacun un piano droit. Celui de M. Boisselot est un meuble en palissandre, forme moyen-âge, du style le plus gracieux et le plus élégant. Celui de M. Martin est un secrétaire-piano qui sert à la fois de bureau; l’invention en est fort ingénieuse et lemeuble aussi des plus élégans et des plus riches.
Le piano droit de M. Cropet est tout simplement un piano droit fort gracieux et surtout fort bon. Ce piano a lutté avec avantage contre ceux de M. Martin et Boisselot, qui sont cependant fort remarquables.
Le juri a trouvé l’instrument de M. Cropet supérieur, et lui a accordé une médaille d’argent en récompense du laient et des soins qu’il a déployés dans la confection de cet instrument.“
(aus “Exposition des Produits des Beaux-Arts et de l’Industrie: Dans les galeries du Capitole à Toulouse en 1840”, p. 106-107

Rousselot & Decombes – Etikett in einem Klavier ca. 1840
Bei der erneuten Ausstellung in Toulouse im Jahr 1845 wurde Rousselot mit der Goldmedaille für seine hervorragenden Instrumente geehrt. Hervorgehoben wird die Reinheit des Klanges und die Gleichmäßigkeit und Leichtigkeit der Tastatur. Ebenso werden das silbrige Timbre und der kräftige Bass der Flügel gelobt. In dem Bericht heißt es:
„Médailles d’Or. MM. ROUSSELOT et Comp.e, à Nîmes (Gard), Ont exposé des pianos droits, des pianos carrés et un piano à queue petit format.
Ces instruments se recommandent en général par la pureté du son, l’égalité et la facilité de leurs claviers. Les pianos carrés ont été jugés préférables aux pianos droits. MM. Rousselot n’ont exposé qu’un piano à queue petit format. Cet instrument a paru fort bien établi, la qualité de son en est belle, le timbre des notes supérieures est argentin, lemilieu sonore, et les basses ont une grande puissance. Cet instrument a été comparé par le juri à un piano du même format de Pleyel; il a soutenu la comparaison avec honneur; c’est lui faire une belle part d’éloges.
Le juri a reconnu dans les oeuvres de ces facteurs des qualités essentielles; ils occupent un nombreux personnel d’ouvriers et ils confectionnent dans leurs ateliers tout ce qui a rapport aumécanisme du piano, soit en ouvrage de fonte, fer, cuivre, etc., ce qui leur permet d’établir leurs instruments à des prix modérés, tout eu les rendant solides et durables. Par toutes ces considérations, le juri décerne à MM. Rousselot et Comp.e une médaille d’or.“
(aus “Exposition des Produits des Beaux-Arts et de l’industrie : A Toulouse dans les galeries du Capitole“, 1845, Rosalis)
Der Beitrag Rousselot Freres ca. 1834 erschien zuerst auf Eric Feller Early Keyboard Instruments Collection.
]]>Der Beitrag Collard & Collard ca. 1843 erschien zuerst auf Eric Feller Early Keyboard Instruments Collection.
]]>
Frederick William Collard von Charles Turner, nach James Lonsdale – National Portrait Gallery London
Der Korpus dieses eleganten Instrumentes ist aus Walnussholz gefertigt mit aufwändigen Schnitzereien an den Seiten und den drei Beinen. Zwei hölzerne Applikationen zum Verschließen des Deckels sind umlaufend angebracht. Das Notenpult ist aufwändig verziert und von der Rückseite mit hellgrüner Seide bespannt. Die Tastatur ist aus Elfenbein und Ebenholz gearbeitet, die Hämmer sind mit Filz bezogen, durchgängig 2-chöriger Saitenbezug und das Instrument verfügt über eine Einzeldämpfung. Die Lyra verfügt über zwei hölzerne Pedale für die Dämpfungsaufhebung und una corda. Der Klaviaturumfang beträgt 6 Oktaven plus zwei Töne (FF – g4).

Hammerflügel Collard & Collard, London ca. 1843 – Seriennummer – Eric Feller Collection
Die Seriennummer (45423) ist auf der linken Seite des Stimmstockes mit Tinte geschrieben. Weiterhin gibt es eine Signatur, dass der Hammerflügel in Leeds verkauft wurde. Das Vorsatzbrett trägt die Aufschrift:
„Patent Repeater
Collard & Collard
late
Clementi, Collard & Collard
London”

Hammerflügel Collard & Collard, London ca. 1843 – Eric Feller Collection (2)
Das Instrument verfügt über eine metallene Anhangplatte und drei Metallspreizen im Diskant. Insgesamt besticht der Hammerflügel durch seine äußerst präzise Ausfertigung, die elegante Erscheinung und den sehr dunklen Klang. Collard & Collard hatten verschiedene Instrumente im Angebot. Die Ausführungen der Flügel und Tafelklaviere waren in Mahagoni, Palisander und Walnuss verfügbar. Ebenfalls gab es zu der damaligen Zeit verschiedene Größen bezüglich Länge und Oktavanzahl. Die Firma produzierte bis ins 20. Jahrhundert hinein Instrumente, wurde jedoch 1929 an die Chappell Piano Company in London verkauft. Der Name Collard & Collard wurde bis etwa 1960 geführt. Durch einen Brand im Jahr 1963 wurden jedoch leider alle Aufzeichnungen von Collard und Clementi zerstört, die bei der Firmenübergabe 1929 in den Besitz von Chappell Pianos übergingen. Dies macht es heute äußerst schwierig, die erhaltenen Instrumente genau zu datieren.
Für detaillierte Informationen über die Firmengeschichte von Collard & Collard klicken Sie hier.

Hammerflügel Collard & Collard, London ca. 1843 – Eric Feller Collection (7)
Der Beitrag Collard & Collard ca. 1843 erschien zuerst auf Eric Feller Early Keyboard Instruments Collection.
]]>Der Beitrag Maximilian Heilinger 1832 – 1835 erschien zuerst auf Eric Feller Early Keyboard Instruments Collection.
]]>
Konzert Programm von Franz Liszt am 25. Oktober 1846 in Pecs
Der Hammerflügel wurde um 1832 – 1835 gebaut und zeigt noch die eckige Form. Er ist komplett aus Holz gebaut, ohne Metallspreizen. Der Korpus ist aus Nussbaum und steht auf drei Balusterbeinen. Die Tastatur ist aus Elfenbein und Ebenholz gearbeitet und ist nicht hervorstehend. Die Hämmer sind mit Leder bezogen und der Flügel verfügt über eine Stiefeldämpfung. Bei der Mechanik handelt es sich um eine Wiener Mechanik, Gradsaiter mit geteiltem Steg und zwei Pedale (Dämpfungsaufhebung und una corda). Der Umfang beträgt 6 Oktaven + Quinte (CC – g4). Das Vorsatzbrett ist mit Messingeinlagen verziert und trägt die Aufschrift:
„M. Heilinger“
Weiterhin gibt es eine zweite Signatur, die auf einem eingeklebten und verziertem Papierschild auf dem Resonanzboden zu finden ist:
„Max Heilinger
Fünfkirchen“

Maximilian Heilinger, Fünfkirchen ca. 1832-35 (Signatur auf dem Resonanzboden) – Eric Feller Collection
Der gesamte Flügel ist extrem präzise gearbeitet und zeigt ein hohes handwerkliches Geschick auf.
Bisher wurde über den Klavierbau im 19. Jahrhundert in Ungarn relativ wenig geforscht und leider gibt es bisher auch nur sehr wenige gesichtete Quellen. Durch den starken Einfluss der Klaviermanufaktur in Wien, entwickelte sich der Klavierbau in Ungarn bautechnisch ähnlich, jedoch wurden weit weniger Instrumente gefertigt, diese dann jedoch mit hohem handwerklichem Geschick. Das neuartige Pianoforte hatte sich seit den 1790er Jahren auch in Ungarn etabliert und die Nachfrage an diesen Instrumenten stieg stetig an. Trotz der hohen Anschaffungskosten und der dann auch daraus resultierenden Folgekosten für Stimmungen und etwaige Reparaturen war die Nachfrage (besonders der Aristokratie) immens hoch.
In den Anfangsjahren dienten mit großer Wahrscheinlichkeit Instrumente aus Wien als Prototyp und wurden von hiesigen Schreinern oder Orgelbauern kopiert. Ab ca. 1810 reichte die eigene Produktion der Instrumente jedoch kaum aus und so wurden viele Klaviere aus Wien importiert und verkauft. Eine interessante Quelle über diese Entwicklung in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts stellen die Ausführungen des ungarischen Klavierbauers Lajos Beregszászy (1817 – 1891) dar.
„Von 1825 bis 1848 befanden sich in Ungarn fortwahrend 20-25 Klaviermacher und manche Firma arbeitete mit so vorzüglichem Erfolge, dass sie, angemessen der damaligen Zeit, mit welchem ausländischen Erzeugnis immer die Konkurrenz bestehen konnte. […] Im Jahre 1846 begann ich [Beregszászy] in Pest die Klavierfabrikation, 1847 Balassowits und Weiss; die beiden letzteren erzeugten bis 1848 jährlich 5-10 Klaviere. Aus diesen Daten ist also ersichtlich, dass bis 1848 in Ungarn ungefähr 20-25 Klavier-Fabrikanten existierten, die zusammen 250-300 Klaviere erzeugten und da den damaligen Verhältnissen entsprechend in Ungarn ein Bedarf von 600 Klavieren bestand, so war die Hälfte mit heimischen Erzeugnissen gedeckt, während heute, wo das Klavier so verbreitet ist, dass kaum eine Haushaltung ohne dasselbe existiert, und jährlich 1800 Stück kaum zur Deckung des Bedarfes genügen, – außer meiner Fabrik, in der jährlich 50-60 höchstens 70 erzeugt werden und außer dem Pressburger Karl Schmidt, der jährlich kaum 10-15 herstellt, kein Klavier-Fabrikant existiert und so ist kaum der zwanzigste Theil des Bedarfes durch heimische Produkte gedeckt.“
Aus: L. Beregszászy, Die Situation der Klavier-Fabrikation in Ungarn. Budapest 1874. S. 3 und 5-6.
Hauptzentren des ungarischen Klavierbaues waren die Städte Pest, Buda und Bratislava. Aber darüber hinaus wurden Instrumente auch in anderen Städten produziert, um der enormen Nachfrage gerecht werden zu können. Weiterhin waren die landeseigenen hergestellten Instrumente für das aufstrebende Bürgertum etwas günstiger zu beziehen, da keine großen Transportkosten und Zölle anfielen, wie bei importierten Instrumenten aus Wien. Daraus resultierte ein Anstieg der Klavierbaufirmen ab den 1820er Jahren in Ungarn. Viele Klavierbauer, die sich in den 1780er und 1790er Jahren und Anfang des 19 Jahrhunderts in Ungarn niederließen, stammten aus Deutschland.
Über Maximilian (Miksa) Heilinger ist nur sehr wenig bisher bekannt. In einem Brief, der im Archiv des Janus Pannonius Museum in Pécs aufbewahrt wird geht hervor, dass er 1832 in Pécs tätig war.
„Tekintetes Nemes Tanács!
1832-dik Évtől, ugy mint attól az időtől, hogy a Tekéntetes Tanács hozott végzése következtében megengedni kegyeskedett, hogy mesterségemet e nemes városban folytathassam – folytonos fáradozásom után csak ugyann sikerült, – hogy a zongorán, annak nagyobb és biztosabb tökéletessége elnyerésére új találmányomul hozzá járulok – és ezen új találmányomra á Nagy Méltóságú Magyar Királyi Helytartó Tanácshoz elnyerendő magányos kiváltság levél végett folyamodásomat béadandok – melly kiváltságlevél elnyerésére a többek között felmutatni szüksége*. hogy több évek olta számos legényekkel a tisztelt közönségnek tellyes megelégedésével mesterségemet folytattam – Hogy számos legényekkel évről évre dolgoztam, közönségessen tudva vagyon, de különben is az esztendei Popularis Conscriptio annak tanuja.
Továbbá, hogy a tisztelt Közönség tellyes megelégedésével az 1832 Évtől mesterségemet folytattam, ennek nyilvános tanúja az – hogy 15 évek alatt bár melly munkámért Tekéntetes Tanács elébe mint bépanaszolat nem idéztettem -.
Midőn Kegyes pártfogásért alázattal esedeznék a szükséges Bizonyítványt kiadattni kérem, megkülönböző tisztelettel maradván A Tekéntetes Nemes Tanácsnak
legalázatosabb szolgája Heilinger Miksa Zongora készítő“
—
„Angesehener Adelsrat!
Ab dem Jahre 1832 sowie seit er mir auf Anordnung des Konzilsrats erlaubte, mein Handwerk in dieser edlen Stadt fortzusetzen – nach all meiner harten Arbeit – gelang es mir nur, einen Beitrag zu leisten neue Erfindung des Klaviers, seine größere und sicherere Vervollkommnung. – und ich reiche meinen Antrag für diese neue Erfindung beim Königlichen Würdenrat von Ungarn ein, der unter anderem vergeben werden soll, um einen Privilegienbrief zu erhalten. dass ich viele Jahre lang mit vielen Burschen mein Handwerk zur vollen Zufriedenheit des geschätzten Publikums ausübte.
Dass ich mein Handwerk ab dem Jahre 1832 zur vollen Zufriedenheit des verehrten Publikums fortsetzte, beweist auch die Tatsache, dass ich seit 15 Jahren für keine meiner Arbeiten vor den Tort Council berufen wurde.
Sobald ich demütig um das erforderliche Zertifikat für Barmherzige Schirmherrschaft bitten möchte, verbleibe ich mit besonderem Respekt dem Rat der Vorsätzlichen Adligen.
sein bescheidenster Diener ist Miklós Heilinger, ein Klavierbauer“
Aus: Jahrbuch des Janus Pannonius Museum Pécs, Nr. 32, 1987, herausgegeben 1988, Janus Pannonius Museum
Wo sich seine Werkstatt in den Jahren von 1832 bis 1845 befand ist bisher noch unklar. Im Jahr 1845 kaufte er ein Gebäude auf dem Gelände der heutigen Déryné Straße 5 zu einem Preis von 4.500 Gulden von Anna und Borbála Bittó. 1849 verkaufte er das Gebäude jedoch wieder zu einem Preis von 4.000 Gulden. (vgl.: József Madas: Grundstücke und Häuser der Innenstadt von Pécs. Pécs, S. 101, 1918.) Wahrscheinlich verließ er Pécs oder zog erneut um.

Fehér kereszt, Arad 1880
Im November 1846 spielte Franz Liszt eines seiner Instrumente im Hotel Weißes Kreuz (heute Hotel Ardealul) in Arad. Bisher sind nur drei weitere Instrumente bekannt, die aus seiner Werkstatt stammen.
Der Beitrag Maximilian Heilinger 1832 – 1835 erschien zuerst auf Eric Feller Early Keyboard Instruments Collection.
]]>Der Beitrag Friedrich Hoxa 1839 erschien zuerst auf Eric Feller Early Keyboard Instruments Collection.
]]>
Franz Liszt 1856, nach einem Gemälde von Wilhelm von Kaulbach (1805 – 1874)
Der Hammerflügel wurde um 1839 gebaut und zeigt noch die eckige Form. Zu der damaligen Zeit waren Metallspreizen und metallene Anhangplatten zur Verstärkung des Gehäuses bereits gängig, welche dieser Flügel nicht aufweist. Er ist noch nach der traditionellen Bauweise komplett aus Holz gebaut. Der Korpus ist aus Nussbaum und steht auf drei Balusterbeinen. Die Tastatur ist aus Elfenbein und Ebenholz gearbeitet und ist nicht hervorstehend. Die Hämmer sind mit Leder bezogen und der Flügel verfügt über eine Stiefeldämpfung. Bei der Mechanik handelt es sich um eine Wiener Mechanik, Gradsaiter mit geteiltem Steg und zwei Pedale (Dämpfungsaufhebung und una corda). Der Umfang beträgt 6 Oktaven + Quinte (CC – g4). Über den Saiten befand sich ein zweiter Resonanzboden (ähnlich den Staub/Resonanzböden bei französischen Flügeln oder englischen frühen Tafelklavieren) der fehlte. Hoxa erhielt dafür 1826 ein Patent, bei dem auch noch ein weiterer Resonanzboden freischwingend unter den Saiten angebracht war. Interessant ist, dass sich viele Instrumentenbauer der damaligen Zeit damit beschäftigten.
Für weitere Informationen bezüglich zusätzlicher Resonanz- und/oder Staubböden klicken Sie hier.
Das Vorsatzbrett ist signiert mit:
„F. Hoxa
in
Wien
Silberne Medaille Ausstellung 1839“
Weiterhin gibt es eine zweite Signatur, die auf einem eingeklebten Papierschild auf dem Resonanzboden zu finden ist:
„Johann Gugl
Klavier – Verkauf
Leih – Etablissement
Hauptgeschäft
Wien“
Diese Signatur stammt von dem im 19. Jahrhundert sehr geschäftigen Johann Gugl, der ein Instrumentengeschäft am Bauernmarkt Nr. 588 im Innern des Gundelhofes in Wien betrieb.

Friedrich Hoxa, Wien 1839 – Eric Feller Collection (Vorsatzbrett)
Friedrich Hoxa wurde 1793 geboren (das Geburtsdatum gilt jedoch noch nicht als gesichert) und es wird vermutet, dass er böhmischer Abstammung war. 1824 erhielt er das Bürgerrecht der Stadt Wien und die amtliche Erlaubnis, als Klavierbauer arbeiten zu dürfen. Im April 1826 erhielt er ein fünfjähriges Privileg und Patent für die Erfindung eines Flügels mit doppeltem Resonanzboden, einer über und einer unter den Saiten. Im Jahr 1828 trafen ihn schwere Schicksalsschläge: Seine Frau Aloysia Teschmayer (geboren 1785 in Wien) verstarb am 19. Mai und sein Sohn Rudolph (geboren 1826) am 8. August 1828. Sie hinterließ ihm zwei weitere Kinder: Karolina (geboren 1819) und Friedrich (geboren 1821), die jedoch in den Folgejahren ebenfalls verstarben. Zu dieser Zeit lebte die Familie im Altlerchenfeld Nr. 73. Ab 1825 hatte er das Amt des Präsidenten der „Korporation der Klavierbaumeister Wien“ inne. In dieser Position wurde er sehr geschätzt. Er setzte sich sehr dafür ein, dass nur anerkannte Klavierbauer mit Privileg und Bürgerrecht der Stadt Wien Instrumente bauen sollten. In einem Artikel vom 12.3.1843 in der Vereinigten Ofner-Pester-Zeitung sprach er sich zusammen mit Anton Tomaschek (1806 – 1860) dafür offen aus.

Artikel vom 12.3.1843 in „Vereinigte Ofner-Pester-Zeitung“
Für sein Engagement wurde Hoxa hoch gelobt und so erschien in der Zeitschrift „Der Wanderer“ am 8.3.1845 ein Artikel über eine öffentliche Ehrung seiner Arbeit.

Artikel vom 8.3.1845 aus der Zeitschrift „Der Wanderer“
Bei der Dritten Allgemeinen Österreichische Gewerbeausstellung in Wien im Jahre 1845 werden die Instrumente Hoxas hoch gelobt und er erhielt die Goldmedaille als Auszeichnung für seine Arbeiten.

Bericht über die 3. Allgemeine Österreichische Gewerbeausstellung in Wien im Jahre 1845
Interessant an dem Bericht ist die Aussage, dass Hoxas Absatz von Instrumenten größtenteils ins ferne Ausland nach Konstantinopel (heute Istanbul), Smyrna (heute Izmir) oder nach Ägypten ging. Mit großer Wahrscheinlichkeit waren seine innovativen Neuerungen im Klavierbau durch metallene Rahmen, Anhangplatten und Spreizen der Grund, warum seine Instrumente besonders in diesen warmen klimatischen Breitengraden so erfolgreich waren.
1851 stellte Hoxa in der Londoner Ausstellung einen Flügel mit 7 Oktaven aus, der aus ungarischer Pappel mit Metallstreben und einer Messingsaitenplatte gefertigt war. Vermutlich starb Friedrich Hoxa um 1858 – ein genaues Datum ist bislang nicht gesichert.
Der Beitrag Friedrich Hoxa 1839 erschien zuerst auf Eric Feller Early Keyboard Instruments Collection.
]]>Der Beitrag Ernst Irmler 1852 – 1854, signiert „F. Liszt 1856“ erschien zuerst auf Eric Feller Early Keyboard Instruments Collection.
]]>
Franz Liszt 1856, nach einem Gemälde von Wilhelm von Kaulbach (1805 – 1874)
Der Korpus des Instrumentes mit der eckigen Form ist in Palisander gefertigt und steht auf drei gedrechselten Beinen, die sich nach unten hin verjüngen. Umlaufen ist eine Zierleiste mit Eierstabmuster angebracht. Die Deckelklappe ist signiert mit:
„Ernst Irmler jun.
Leipzig”
Die Tastatur ist aus Elfenbein und Ebenholz gearbeitet, die Hämmer sind mit Leder bezogen und der Hammerflügel verfügt über 3 Metallspreizen, die mit einem floralen Muster schwarz bemalt sind und einer Stiefeldämpfung. Der Umfang beträgt 6 Oktaven plus Sexte (CC – a4), die Seriennummer lautet: 2464. Das Instrument ist dreichörig bespannt und im Bass zweichörig. Ferner verfügt der Flügel über zwei Pedale für die Dämpfungsaufhebung und Verschiebung.

Ernst Irmler, Leipzig 1852 – 1854 – Eric Feller Collection (Deckelklappe mit Signatur)
Unter dem Resonanzboden befindet sich die handschriftliche Signatur „F. Liszt 1856“ des Komponisten und Pianisten Franz Liszt, die bei der Reinigung zum Vorschein kam. Im 19. Jahrhundert war es teilweise üblich, dass sich Pianisten nach einem Konzert auf dem gespielten Instrument verewigten. So gibt es einige erhaltene Instrumente die beispielsweise von Franz Liszt, Sigismund Thalberg (1812 – 1871) oder Ignaz Moscheles (1794 – 1870) signiert sind. Im Jahre 1856 hielt sich Franz Liszt in Weimar auf. Es ist stark anzunehmen, dass er das Instrument dort gespielt hat.

Ernst Irmler, Leipzig 1852 – 1854 – Eric Feller Collection (Signatur: „F. Liszt 1856“)
Die Firma I. G. Irmler fertigte ab 1818 Tafelklaviere, aufrechte Pianos und Flügel an und genoss eine hohe Reputation. Die Instrumente waren handwerklich hervorragend gearbeitet und wurden sehr geschätzt. Weit weniger bekannt (jedoch nicht weniger qualitativ) sind die Instrumente von Ernst Irmler, einem nahen Verwandter der unter seinem Namen ab ca. 1850 Instrumente in Leipzig herstellte.
Über Ernst Irmler ist bisher nur wenig bekannt. Er war ein naher Verwandter der Familie und arbeitete zuerst im Familienbetrieb. Dort lernte auch den Beruf des Klavierbauers. Später machte er sich selbständig und fertigte in Leipzig Klaviere unter seinem eigenen Namen an. Er war von ca. 1850 bis 1879 tätig.

Ernst Irmler, Leipzig 1852 – 1854 – Eric Feller Collection (Resonanzboden)
Der Beitrag Ernst Irmler 1852 – 1854, signiert „F. Liszt 1856“ erschien zuerst auf Eric Feller Early Keyboard Instruments Collection.
]]>Der Beitrag Giovanni Crudeli ca. 1830 – 1835 erschien zuerst auf Eric Feller Early Keyboard Instruments Collection.
]]>Der Korpus ist aus Nussbaum und steht auf drei Balusterbeinen. Er hat keine hervorstehende Tastatur und die Tastatur ist aus Elfenbein und Ebenholz gearbeitet. Am Ende der Tastatur sind an beiden Seiten je zwei Messingzapfen angebracht. Die Hämmer sind mit Leder bezogen und der Flügel verfügt über eine Stiefeldämpfung.
Das Vorsatzbrett ist mit einem in Messing eingerahmten Keramikschildchen signiert mit:
„Giovanni Crudeli
in
Livorno“
Der Flügel verfügt über eine Wiener Mechanik und zwei Pedale (Dämpfungsaufhebung und una corda). Der Umfang beträgt 6 Oktaven + Quinte (CC – g4).

Giovanni Crudeli c. 1830 – Signatur – Eric Feller Collection
Die italienischen Hammerflügel haben sich im frühen 19. Jahrhundert sehr an der Wiener Bauweise orientiert. So zeigt die gesamte Konstruktion des Instrumentes den Einfluss Wiener Hammerflügel in Italien.
Über Giovanni Crudeli ist bisher nur ganz wenig bekannt. Sicher ist, dass er aus einer Dynastie von Orgelbauern stammt. Eine Eintragung über die Firma lässt sich im “Guida di Livorno ossia Almanacco commerciale per l’anno 1831” finden.

Giovanni Crudeli in Livorno 1831 – Eric Feller Collection
Bisher sind keine weiteren erhaltenen Hammerflügel von Giovanni Crudeli bekannt.
Der Beitrag Giovanni Crudeli ca. 1830 – 1835 erschien zuerst auf Eric Feller Early Keyboard Instruments Collection.
]]>Der Beitrag Franz Xaver Christoph ca. 1780 – 1785 erschien zuerst auf Eric Feller Early Keyboard Instruments Collection.
]]>Dieser außergewöhnliche Hammerflügel ist im Rokokostil gehalten und hat verschiedene Rocaillenfelder mit reich bemalter floraler Malerei. Das Gehäuse ist flach ohne plastische Zierelemente. An der filigranen Gestellkonstruktion hat es Schnitzverzierungen an Zargen, die welche über fünf geschwungene Beine führen. Die fünf Beine sind 6 – 9 cm über dem Boden mit filigranen geschwungenen Fußstegen verbunden. In der Stegmitte hat es ein aufgesetztes ovales Zierelement, umrandet mit geschnitzten Akanthusblättern. Der aufklappbare dreiflüglige Deckel ist mit drei Scharnieren an der Korpusrückseite befestigt. Der Deckel selbst besteht aus sechs eingenuteten Füllungen, welche an der Innenseite leicht vertieft sind, und durch die erhöhten Friese wird die Fläche unterteilt; dies im Gegensatz zur Außenfläche, welche eine glatte Fläche bildet. Der Flügel war ursprünglich nicht bemalt und hatte keinen Gestellunterbau, sondern fünf Beine, welche in den Korpus geschraubt waren.
Bevor der Hammerflügel in zwei verschiedenen Stufen bemalt wurde, war die Oberfläche dunkelbraun behandelt.
Rote Grundfarbe mit vergoldeten Bändern und Rankenornamenten am Korpus und Gestell.
Über die rote Fassung kam eine Kreidegrundierung für die folgende Temperamalerei mit grüner Grundfarbe um die 15 vergoldeten Rocaillenfelder mit filigraner Binnenzeichnung. In den Felderflächen hat es florale Motive in bunter Farbgebung auf weißem Grundton. Der Deckel ist auf der Innenseite flächig grün gestrichen, in den sechs Feldern hat es analog außen florale Motive, welche in den zwei größten Feldern zusätzlich mit Linie und Akanthusranken umrandet werden. Über die Deckelfriese ziehen sich Blätterranken. Am grün gefassten Gestell ist die Schnitzverzierung in den verschiedenen Farbtönen Gelb, Rot, Blau und mit Vergoldung gefasst.
Die gesamte Bemalung und Verzierung ist von herausragender Qualität und mit höchstem künstlerischem Können gefertigt und wurde bei einem Restaurator für Malerei in der Schweiz museal wieder restauriert.

Hammerflügel Franz Xaver Christoph, Wien ca. 1780 (geschlossen) – Eric Feller Collection
Der Flügel ist unsigniert aber zeigt in allen baulichen Details Merkmale, dass er eindeutig Franz Xaver Christoph zugeschrieben wird. Der Umfang beträgt 5 Oktaven (FF – f3) und die Tastatur ist aus Ebenholz und Knochen gefertigt. Das Instrument verfügt über eine Wiener Stoßzungenmechanik mit nach vorne gerichteten Hammerköpfen, Stiefeldämpfung und durchgehendem Steg. An den Tastenunterseiten befinden sich Messingkapseln mit Drahtösen (bei älteren Instrumenten sind diese Ösen aus Darmsaiten-Schlingen gefertigt). Ein Kniehebel dient zur Dämpfungsaufhebung und mittig über dem Vorsatzbrett gibt es einen Handregisterzug für einen Moderator.

Hammerflügel Franz Xaver Christoph, Wien ca. 1780 (Klaviatur) – Eric Feller Collection
Über Franz Xaver Christoph ist nur wenig bekannt. Er wurde 1733 in Wien geboren und am 1. Dezember 1733 getauft. Er zählt heute zu den besten Orgel- und Klavierbauern in Österreich im 18. Jahrhundert. Er war der Sohn eines aus der Oberpfalz stammenden kaiserlichen Reitknechtes. Es ist anzunehmen, dass er einen Teil seiner Ausbildung im Ausland verbracht hat. Seine erste nachweislich gebaute Orgel stammt von 1768. Es ist die Orgel der Pfarrkirche Oberlaa/Wien.
1776 legte er den Bürgereid in Wien ab. Im gleichen Jahr wurde einer seiner bedeutendsten barocken Orgeln fertig gestellt, die Orgel in der Wallfahrtskirche Sonntagberg bei Ybbs. Sein Geschäft befand sich Auf der Wieden Nr. 59 in Wien. In den Jahren zwischen 1777 bis 1793 bezog er Geld für Wartung der Orgeln im Stephans Dom in Wien. 1784/85 übernahm er Reparaturen an der Füchsel-Baldachin-Orgel. In den Jahren 1785 bis 1788 betreute er die Orgel in der Wiender Michaeliskirche, die auch von ihm 1785 renoviert wurde. Sein Schüler war Ignaz Kober (1755 – 1813). Er gilt auch als Vollender der stilistischen Arbeit Christophs. Am 18. April 1793 starb Franz Xaver Christoph in Windmühle. Nach seinem Tod übernahm der aus Pressburg stammende Franz Hubert (um 1770 – 1810) das Geschäft, nachdem er Christophs zweite Ehefrau Cäcilie Geill (1751 – 1807) geheiratet hatte.
Weitere Forschungen zu dem Instrument dauern aktuell noch an!
Der Beitrag Franz Xaver Christoph ca. 1780 – 1785 erschien zuerst auf Eric Feller Early Keyboard Instruments Collection.
]]>Der Beitrag Karl Benedict ca. 1785 erschien zuerst auf Eric Feller Early Keyboard Instruments Collection.
]]>Der Korpus, in der eckigen Form, besteht aus furnierter Kirsche in Rahmen und Füllungen und ist an den Seiten mit verschiedenen Hölzern intarsiert. Das Instrument steht auf 4 sich nach unten hin verjüngenden Beinen. Auf einem weißen Emailschild ist mit schwarzer Tinte die Signatur zu lesen:
„Karl Benedict
Instrumentenmacher
in Gratz”
Hinter dem Vorsatzbrett befindet sich die Seriennummer „1“. Der Umfang beträgt 5 Oktaven + 2 Töne (FF – g3) und die Tastatur ist aus Ebenholz und Knochen gefertigt. Das Instrument verfügt über eine Wiener Prellzungenmechanik mit Stiefeldämpfung und durchgehendem Steg. Ein Kniehebel dient zur Dämpfungsaufhebung und mittig über dem Vorsatzbrett gibt es einen Handregisterzug für einen Moderator.
Bis heute ist über Karl Benedict nur bekannt, dass er um 1785/90 in Graz tätig war. Die wenigen erhaltenen Instrumente von ihm zeigen jedoch deutliche Parallelen zu den Instrumenten von Ferdinand Hofmann (1756 – 1829) und es ist mit hoher Wahrscheinlichkeit anzunehmen, dass Benedict die Arbeiten seines Kollegen gut kannte oder sogar bei ihm in der Lehre gewesen war. Leider gibt es dazu bisher keine Quellen. Weitere Forschungen zu dem Instrument dauert aktuell noch an!
Der Beitrag Karl Benedict ca. 1785 erschien zuerst auf Eric Feller Early Keyboard Instruments Collection.
]]>Der Beitrag Joseph Simon ca. 1827 – 1830 erschien zuerst auf Eric Feller Early Keyboard Instruments Collection.
]]>Der Korpus aus Walnuss mit der eckigen Form steht auf 3 balusterförmigen Beinen und verfügt über eine Lyra mit 4 Pedalen. Das Vorsatzbrett ist mit einem in einem Messingrahmen eingefassten Keramikschildchen verziert und trägt die Signatur:
„Joseph Simon in Wien
Schüler von Conrad Graf“
Die Aufschrift „Schüler von Conrad Graf“ auf dem Vorsatzbrett zeigt neben der hohen Reputation, die die Instrumente von Graf damals schon genossen, den Geschäftssinn des Erbauers. Damit wollte er zweifelsfrei mehr Absatz für seine Instrumente generieren. Ein ähnliches Beispiel lässt sich bereits in den 1780er Jahren in England finden. Die Firma „Schoene & Co.“ warb bei der Signatur ihrer Instrumente damals mit den hervorragenden und prominenten Instrumenten von Johannes Zumpe, die eine enorme Reputation genossen (vgl. dazu die drei Instrumente von „Schoene & Co.“ in der der Eric Feller Collection von: 1788, 1792 und 1799).
Der Steg des Hammerflügels ist zweigeteilt und das Instrument verfügt über eine Wiener Mechanik mit Stiefeldämpfung. Die Tastatur besteht aus Ochsenknochen und Ebenholz und die Hämmer sind mit Leder bezogen, Der Umfang beträgt 6 ½ Oktaven (CC – g4).
Der Flügel besticht durch seine hervorragende Verarbeitung.
Über Joseph Simon ist bisher nur sehr wenig bekannt. Er ist nachweislich tätig ab 1817 bis circa 1860. Um 1817 war er als Geselle bei Franz Werle tätig. 1827 erhielt er den Abschluss als Klavierbauer und machte sich selbständig. (vgl. M. Clinkscale: Makers of the Piano 1820-1860, Oxford University Press 1999)
In „Gemeinnütziger und erheiternder H a u s = K a l e n d e r für das österreichische Kaiserthum, vorzüglich für Freunde des Vaterlandes, oder Geschäfts=, Unterhaltungs= und Lesebuch auf das Schaltjahr (von 366 Tagen)“ von 1832 wird seine Adresse mit Wieden Nr. 597 angegeben.
Später im „Adressen-Buch der Handlungs-Gremien und Fabriken der kaiserl. königl. Residenz- und Hauptstadt Wien“ von 1851 wird er von V. F. Gottfried als „Clavier- und Fortepianomacher“ mit der Adresse in der bgl, Laimgrube, an der Wien 68, zum weißen Ochsen, 2. Stiege, 1. Stock gelistet.
Der Beitrag Joseph Simon ca. 1827 – 1830 erschien zuerst auf Eric Feller Early Keyboard Instruments Collection.
]]>Der Beitrag Gabriel Gaveau 1911 – Art Case erschien zuerst auf Eric Feller Early Keyboard Instruments Collection.
]]>Der Korpus steht auf 6 kannelierten Beinen und ist reichhaltig mit Blumen, Engeln und Rocaillen in außergewöhnlich feiner Malerei verziert. In einzelnen Rahmen sind Sujets von Engeln mit Musikinstrumenten oder Votivgaben abgebildet. Die Tastatur ist nicht hervorspringend und auf dem Vorsatzbrett befindet sich die Signatur:
„Gabriel Gaveau
Paris
Maison fondée en 1911“
Der Flügel ist kreuzsaitig bespannt, hat eine reich verzierte Lyra mit 2 Pedalen (Dämpfungsaufhebung und due corde) und verfügt über befilzte Hammerköpfe und eine moderne Mechanik. Innerhalb der reich verzierten Gussplatte ist die Jahreszahl 1911 eingelassen. Die Seriennummer lautet 1442.

Gabriel Gaveau Art Case 1911 – Eric Feller Collection

Gabriel Gaveau, Paris 1911 – Eric Feller Collection
Es handelt sich bei dem Flügel um das „Modèle No. 2“. Gabriel Gaveau fertigte unterschiedliche Modele in unterschiedlichen Größen an:
Modell Umfang Abmaße
Modèle K 7 ¼ Oktaven kleiner als 1,50 m
Modèle I 7 ¼ Oktaven 1,50 m x 1,48 m x 0,33 m
Modèle II 7 ¼ Oktaven 1,80 m x 1,48 m x 0,33 m
Modèle III 7 ¼ Oktaven 2,25 m x 1,47 m x 0,33 m
Modèle IV 7 ½ Oktaven 2,80 m x 1,60 m x 0,35 m
Dieser Art Case Flügel besticht durch seine hohe Eleganz und künstlerische Ausgestaltung sowie dem außergewöhnlich gesanglichen Klang.

Gabriel Gaveau, Art Case, Paris 1911 – Eric Feller Collection (3)
Der Firmengründer der Gaveau Dynsastie war Joseph Gabriel Gaveau. Er wurde 1824 in Paris geboren. 1847 gründete er sein Unternehmen in Paris und stand in direkter Konkurrenz zu den bereits etablierten Firmen Pleyel und Erard. Nach seinem Tod 1903 übernahm (von seinen 6 Kindern) sein ältester Sohn Étienne die Firma. 1911 machten sich Gabriel und Augustin jeweils selbständig und bauten ebenfalls Klavier. 1960 verschmolz das Unternehmen Gaveau mit Erard bis die Klavierbaufirma Schimmel in Braunschweig die Rechte übernahm und von 1971 bis 1994 Gaveau Klaviere baute.

Gabriel Gaveau, Art Case, Paris 1911 – Eric Feller Collection (4)
Der Beitrag Gabriel Gaveau 1911 – Art Case erschien zuerst auf Eric Feller Early Keyboard Instruments Collection.
]]>Der Beitrag John Broadwood and Sons 1889 – Art Case erschien zuerst auf Eric Feller Early Keyboard Instruments Collection.
]]>Der Korpus ist aus Mahagoni gefertigt mit umlaufenden Kassetten und Schnitzereien. Die Tastatur ist aus Elfenbein und Ebenholz gearbeitet, die Hämmer sind mit Filz bezogen, 3 chöriger, gradsaitiger Bezug, Stahlrahmen und das Instrument verfügt über eine Unterdämpfung.
Der Flügel steht auf drei Beinen die mit Schnitzereien üppig ausgestattet sind und hat eine reich verzierte Lyra aus Holz mit den typischen zwei Schnabelpedalen von Broadwood für Dämpfungsaufhebung und due corde. Der Klaviaturumfang beträgt 7 Oktaven (AAA – a4) und die Seriennummer lautet 22386. Das Vorsatzbrett trägt die Aufschrift:
„John Broadwood & Sons
London”
Das gotische Design, ist typisch für Zeit der Viktorianischen Epoche in England im späten 19. Jahrhundert. Viele große Klavierbaufirmen bauten Flügel in hoch aufwändigen und teuren Designs, um dem damaligen Zeitgeschmack zu entsprechen. Ein späteres Beispiel dieser Art Case Instrumente (und dem damit verbundenen Rückgriff auf vergangene Epochen) ist der Flügel von Gabriel Gaveau aus dem Jahr 1911 in der Eric Feller Collection – klick hier.
Der Flügel stammte ursprünglich aus Irland und wurde in dem Film „In einem fernen Land“ von 1992 mit Nicole Kidman und Tom Cruise in den Hauptrollen verwendet. Nach Beendigung der Dreharbeiten wurde er von der Produktionsfirma verkauft und 1994 von Martin Robertson (Oxfordshire) komplett restauriert.
Der Beitrag John Broadwood and Sons 1889 – Art Case erschien zuerst auf Eric Feller Early Keyboard Instruments Collection.
]]>Der Beitrag John Broadwood and Sons 1830 erschien zuerst auf Eric Feller Early Keyboard Instruments Collection.
]]>
Der Korpus des Instrumentes ist im Stile George IV. gehalten und ist aus Mahagoni. Zwei hölzerne Schließen zum Verschließen des Deckels sind umlaufend angebracht.
Die Tastatur ist aus Elfenbein und Ebenholz gearbeitet, die Hämmer sind mit Filz bezogen, 3 chöriger Saitenbezug (außer die letzten 6 Töne im Bass, welche zweichörig bezogen sind) und das Instrument verfügt über eine Einzeldämpfung mit Dockenleiste.
Der Flügel steht auf vier schlanken Balusterbeinen und hat eine Lyra aus Holz mit den typischen zwei Schnabelpedalen von Broadwood für Dämpfungsaufhebung und due corde/una corda. Der Klaviaturumfang beträgt 6 ½ Oktaven (CC – f4).
Die Seriennummer (12231) ist auf der linken Seite des Stimmstockes mit Tinte geschrieben. Auf der rechten Seite finden sich die Initialen „A. D.“ und das Baujahr „1830“ mit Tinte geschrieben.
Das Vorsatzbrett trägt in einer mit Messing eingelegten und verzierten Kartusche die Aufschrift:
„Patent
John Broadwood & Sons
Makers to his Majesty and the Princesses
Great Pulteney Street Golden Square
London”
Aufgrund der großen Länge von 241 cm und der größtenteils dreichörigen Besaitung kann ein größeres Klangvolumen erzeugt werden, weshalb es sich bei diesem Instrument um einen Konzertflügel handelt, der für größere Räumlichkeiten bestimmt war. Um die Klangeigenschaften noch weiter zu verstärken experimentierte Broadwood in den 1820er Jahren mit Metallverstärkungen. So wurde 1827 ein Patent entwickelt, bei dem die Stimmanhangsstifte in eine Metallplatte geschraubt wurden. Diese Erfindung wurde von anderen Firmen wie Pleyel (1828) oder Pape (1828) in ähnlicher Weise schnell kopiert. Weiterhin hat der Flügel vier Metallverstrebungen im Diskant.
Dieser seltene Hammerflügel bildet ein absolut authentisches Klangbild der frühen Romantik in England ab, welches sich doch sehr von dem Ideal auf dem Kontinent wie beispielsweise in Frankreich oder Österreich unterscheidet.

Hammerflügel John Broadwood and Sons, London 1830 – Vorsatzbrett – Eric Feller Collection
John Broadwood wurde am 6. Oktober 1732 in Oldhamstocks in der Nähe von Cockburnspath in Schottland geboren. Er erlernte den Beruf des Möbeltischlers wie schon sein Vater zuvor.
Im Jahr 1761 begann er bei Burkat Shudi (1702 – 1773) in London zu arbeiten und wurde 1770 sein Geschäftspartner. 1771 eröffnete er sein eigenes Geschäft in der Great Pulteney Street in London. John Broadwood heiratete 1769 Burkat Shudis Tochter Barbara in erster Ehe und hatte mit ihr vier Kinder. Nach dem frühen Tode (1776) seiner Frau heiratete er in zweiter Ehe 1781 Mary Kitson und hatte mit ihr sechs Kinder.
Er starb am 17. Juli 1812 in London.
Der Beitrag John Broadwood and Sons 1830 erschien zuerst auf Eric Feller Early Keyboard Instruments Collection.
]]>Der Beitrag Carl Bechstein 1877 erschien zuerst auf Eric Feller Early Keyboard Instruments Collection.
]]>Der Korpus mit der eckigen Form ist in schwarzem Schellack gehalten und steht auf drei eckigen Beinen, die sich nach unten hin verjüngen. Die Deckelklappe ist signiert mit:
„C. Bechstein
Hof – Lieferant Sr.Maj. des Kaisers und Königs”
Die Tastatur ist aus Elfenbein und Ebenholz gearbeitet, die Hämmer sind mit Filz bezogen, 3 chöriger Saitenbezug, im Bass zweichörig und Einzeldämpfung. Der Flügel ist kreuzsaitig über einen Stahlrahmen bespannt und verfügt über zwei Pedale für die Dämpfungsaufhebung und Verschiebung. Der Klaviaturumfang beträgt 7 ¼ Oktaven, AAA – c5. Die Seriennummer (9377) ist zusammen mit folgender Signatur auf dem Resonanzboden zu lesen:
„Pianoforte – Fabrik von C. Bechstein
Hoflieferant Sr. Majestät des Kaisers u. Königs
Sr. K. Hoheit d. Prinzen
Friedrich Carl von Preußen und Ihrer K. u. K. Hoh. der Frau Kronprinzessin,
Prinzess Royal v. Großbrit. u. Irland.
Berlin
Johannisstraße 4 u. 5.
No. 9377“
Anhand der Seriennummer lässt sich das Instrument auf das Baujahr 1877 datieren. In diesem Jahr fertigte Carl Bechstein insgesamt 672 Instrumente und machte einen Umsatz von rund einer Million Mark, mit einem Jahreseinkommen von etwa 80.000 Mark.
Carl Bechstein wurde am 1. Juni 1826 in Gotha geboren. 1840 wurde er von seinem Stiefvater nach Erfurt in die Lehre zu dem Klavierbauer Johann Gleitz geschickt. Nach Beendigung seiner Lehrzeit arbeitete er bei verschiedenen Klavierbauern, bis er schließlich nach Berlin ging. 1849 ging er auf Reisen nach London und Paris, wo er seine Ausbildung perfektionierte. Zurück in Berlin gründete er am 1. Oktober 1853 eine eigene Werkstatt und begann damit Klaviere zu bauen. 1856 heiratete er Louise Döring, mit der er drei Söhne hatte. Der Kontakt mit berühmten Zeitgenossen wie Hans von Bülow, Franz Liszt oder Richard Wagner bescherten seinen Instrumenten höchste Reputation und das Geschäft expandierte. 1885 eröffnete er eine Außenstelle in London und produzierte dort ebenfalls Instrumente. Carl Bechstein starb am 6. März 1900 und wurde auf dem II. Sophien-Friedhof in Berlin-Mitte bestattet.

Carl Bechstein
Der Beitrag Carl Bechstein 1877 erschien zuerst auf Eric Feller Early Keyboard Instruments Collection.
]]>Der Beitrag Érard Frères 1802 aus dem Besitz von Anne Angélique de Mackau, Comtesse de Saint-Alphonse erschien zuerst auf Eric Feller Early Keyboard Instruments Collection.
]]>

Ludwig van Beethoven (1804 – 1805) von Willibrord Joseph Mähler (1778 – 1860) – Beethoven Pasqualatihaus Museum Wien
Das „Forte-Piano en forme de Clavecin“ hat einen eckigen Korpus wie er von Cembali bekannt ist. Der Korpus ist aus solidem Mahagoni mit umlaufenden feuervergoldeten Bronzen im Empire Stil. Die Bronzen zeigen Lorbeerkränze, Lyren und Glocken. Die drei sich nach unten verjüngenden Beine sind an den oberen Enden ebenfalls mit Bronzeornamenten verziert. Die Tastatur ist aus Elfenbein und Ebenholz gearbeitet, die Hämmer sind mit Leder bezogen, 3-chöriger Saitenbezug, geteilter Steg und das Instrument verfügt über eine Einzeldämpfung mit Dockenleiste. In der Mitte befinden sich 4 hölzerne Pedale mit den Funktionen: Dämpfungsaufhebung, Lautenzug, Moderator und una corda / due corde. Der Klaviaturumfang beträgt 5 ½ Oktaven (FF – c4).
Das Vorsatzbrett trägt die Aufschrift:
„Érard Frères
Rue du Mail No.37 à Paris 1803”
Weiterhin befindet sich auf dem Resonanzboden eine Signatur mit der Seriennummer und dem Fertigungsjahr:
„Érard Frères a Paris 1802
No. 107″
Im August 1803 sandte Erard Beethoven einen Flügel. Nach neusten Forschungen war das Instrument jedoch kein Geschenk der Firma an den Komponisten, wie lange Zeit angenommen wurde. Beethoven bestellte den Flügel zu einem Preis von 1.500 Franc ohne Dekoration (Bronzen) (vgl. Skowroneck T.: Beethoven the Pianist, Cambridge University Press; Auflage: 1, Mai 2010).
Der Flügel Beethovens trägt die Seriennummer 133 und ist absolut baugleich wie der Flügel in der Eric Feller Collection. Das genaue Datum, wann der Flügel an Beethoven ausgeliefert wurde ist nicht dokumentiert (jedoch muss das Instrument vor dem 22. Oktober bei ihm angekommen sein). Der neue Erard Flügel in Beethovens Besitz war das erste Instrument des Komponisten, welches nicht in Wiener Bauweise gefertigt wurde und hatte einen immensen Einfluss auf das Schaffen des Komponisten. Beethoven war auf Erard durch das Instrument seines Lehrers Joseph Haydn (1732 – 1809) aufmerksam geworden. Dieser hatte im Jahr 1801 einen Flügel von Erard erhalten. Absolutes Novum war das una corda-Pedal, was es zu diesem Zeitpunkt bei Wiener Instrumenten nicht gab (bei Instrumenten aus England ist das una corda-Pedal seit den 1780er Jahren belegt – das früheste erhaltene Zeugnis eines solchen Pedals ist bei Streicher erst ab 1807 belegt (vgl. Instrument im Germanischen Nationalmuseum Inventarnummer: MINe 135) und bei Walter ab ca. 1810). Ebenfalls der erweiterte Klaviaturumfang auf 5 ½ Oktaven bot dem Komponisten mehr Möglichkeiten. Anhand der Kompositionen Beethovens nach Eintreffen seines Erard Flügels kann man sehen, wie sehr das Instrument den Komponisten beeinflusste. Ein Zeugnis dafür stellt die „Waldstein-Sonate“ (No. 21, Opus 53) dar, welche im Dezember 1803 entstand.
Aber nicht nur Beethoven wurde durch das neue Instrument inspiriert. Ebenso auch andere Klavierbauer wie beispielsweise Nannette Streicher, zu der Beethoven eine freundschaftliche Beziehung pflegte und die in dem Erard Flügel neue Anregungen für die Verbesserung und Weiterentwicklung der eigenen Instrumente sah.
Beethoven überließ das Instrument 1824/1825 seinem Bruder Nikolaus Johann. Über ihn kam das Instrument schließlich 1845 in den Besitz des Oberösterreichischen Landesmuseums nach Linz.
Neben Beethoven und anderen Komponisten und Musikern zählte die kunstsinnige Aristokratie zu den Kunden von Érard. Beispielsweise wurde der Flügel mit der Seriennummer 97 an die berühmte Madame Julie Récamier (1777 – 1849) geliefert.

Portrait von Madame Julie Récamier (1800) von Jacques-Louis David (1748 – 1825) – Musée du Louvre, Paris
Laut den originalen Fertigungsbüchern der Firma, die heute im Conservatoire de Musique in Paris aufbewahrt werden, kostete der Flügel 2.700 Franc, die in drei Zahlungen zu je 900 Franc geleistet wurden. Weiterhin zeigt das Register die berühmte Provenienz in der sich der Flügel neben Größen wie Madame Récamier oder Ludwig van Beethoven einreiht. Das Instrument wurde für die Familie Mackau gefertigt.

Erard 1802 – Hammerflügel – Piano en forme de clavecin – Eric Feller Collection (Fertigungsbücher Erard 1)

Erard 1802 – Hammerflügel – Piano en forme de clavecin – Eric Feller Collection (Fertigungsbücher Erard 2)
Die Bestellung des Instrumentes tätigte Armand-Louis de Mackau, der am 29. Mai 1759 in Vitry-sur-Seine geboren wurde. Er war Offizier in der Armee und Botschafter von Ludwig XVI. in Stuttgart und Neapel. Seine Schwester war Angélique Charlotte de Mackau, Dame de Compagnie (1762 – 1800), die als Marquise de Bombelles bekannt war. Sie war Gouvernante der königlichen Familie und übernahm in Teilen die Erziehung der Kinder von Ludwig XVI. und seiner Frau Marie Antoinette in Versailles. Sie war auch die engste Freundin von Élisabeth Philippine Marie Hélène de Bourbon, genannt Madame Élisabeth, die 1764 als jüngste Schwester von Ludwig XVI. in Versailles geboren wurde und in der Französischen Revolution 1794 auch durch die Guillotine hingerichtet wurde.
Seine Frau Angélique Madeleine Félicité Alissan de Chazet wurde 1765 geboren und verstarb schon im Alter von 29 Jahren im Jahre 1794 an Tuberkulose. Beide heirateten am 17. Oktober 1780 und hatten zwei Kinder:
Ange René Armand de Mackau war französischer Admiral und Politiker. Er wurde am 19. Februar 1788 in Paris geboren und am gleichen Tag getauft. Im Alter von 17 Jahren trat er in die Marine ein. Am 7. Oktober 1830 heiratete er in Paris Albine Muguet de Varanges (1806 – 1875). Beide hatten zusammen zwei Kinder:
Er hatte von 1836 bis Januar 1838 das Amt des Gouverneur von Martinique inne und war vom 24. Juli 1843 bis 9. Mai 1847 französischer Kolonial- und Marineminister.
Annette de Mackau heiratete am 2. März 1857 in Paris Jules Joseph Hennecart, Comte Hennecart (1832 – 1884).

Anne Angélique de Mackau, Dame du Palais de l’Impératrice Joséphine (1790 – 1870)
Seine Schwester Anne Angélique de Mackau, für die der Flügel gekauft wurde, war eine Hofdame von Kaiserin Joséphine de Beauharnais (1763 – 1814), der Frau von Kaiser Napoleon Bonaparte (1769 – 1821). Sie heiratete am 20. Januar 1812 den General Pierre Watier, Comte de Saint-Alphonse (1770 – 1846) und wurde Comtesse de Saint-Alphonse. Pierre Watier absolvierte eine erfolgreiche militärische Karriere. Nach einigen Erfolgen beförderte Napoleon ihn zu einem Adjutanten und aufgrund seiner Verdienste in der Schlacht bei Austerlitz wurde er am 24. Dezember 1805 zum Général de brigade befördert. Am 8. August 1811 wurde Watier zum Général de division befördert und zum „Comte de l’Empire“ ernannt. Während der ersten Restauration verlieh ihm König Ludwig XVIII. den Ordre royal et militaire de Saint-Louis. Nach der Rückkehr Napoleons während der Herrschaft der Hundert Tage übertrug ihm dieser das Kommando der „5edivision de cavalerie“ (5. Kavalleriedivision) der Nordarmee, mit der er in die Schlacht bei Waterloo zog. In Anerkennung seiner Dienste ist er auf dem Arc de Triomphe in Paris verewigt.

Pierre Watier, Comte de Saint-Alphonse (1770 – 1846)
Seine Frau, die Comtesse de Saint-Alphonse unterhielt einen musikalisch-literarischen Salon im Schloss Château de Vimer im Département Orne in der Normandie, wo sie mit ihrem Mann lebte, der nach seiner militärischen Laufbahn dort seinen Ruhestand verbrachte. Er starb dort an einem Hirnschlag und wurde in der Kirche von Guerquesalles nahe Vimoutiers (Orne department No. 61) begraben.

Jeanne Louise Henriette Campan (1752 – 1822) – Gemälde von Joseph Bozes von 1786 – Gemäldesammlung Schloss Versailles
Anne Angélique de Mackau, Comtesse de Saint-Alphonse unterhielt einen intensiven Kontakt zu Jeanne Louise Henriette Campan (1752 – 1822), die erste Kammerfrau („première femme de chambre“) von Marie Antoinette war und eine Schule in Saint-Germain-en-Laye gründete, die u. a. von Napoleons Stieftochter Hortense de Beauharnais (1783 – 1837) besucht wurde. Auf die Fürsprache von Hortense hin wurde Henriette Campan von Napoleon 1807 zur Leiterin der Internatsschule in Écouen berufen. Diese Schule war für Töchter von Mitgliedern der Ehrenlegion vorgesehen.
In der damaligen Zeit war Musik größtenteils der weiblichen Aristokratie vorbehalten. Das Klavier galt als modernes und elegantes Instrument. Der Flügel von Érard 1802 diente Anne Angélique de Mackau, Comtesse de Saint-Alphonse zum Erlernen des Klavierspiels und der Zerstreuung, aber auch der Unterhaltung ihrer Gäste bei Zusammenkünften. Von Napoleons Frau, Kaiserin Joséphine de Beauharnais ist beispielsweise überliefert, dass sie drei Flügel bei Dulcken bestellt hatte. Das Klavier (ebenso wie die Harfe) zählte zu den Instrumenten, die in der Salonkultur Anfang des 19. Jahrhunderts essentiell waren.

Marie Catherine Céleste Érard (1790 – 1878) und Gaspare Spontini (1774 – 1851)
Der Komponist Gaspare Spontini (1774 – 1851) war der Lieblingskomponist von Kaiserin Joséphine. Im Jahre 1807 komponierte er seine bekannteste Oper „La vestale“, die er mit Unterstützung der Kaiserin schrieb. Am 3. August 1811 heiratete Spontini Marie Catherine Céleste Érard (1790 – 1878), eine Nichte von Sébastien Érard, der er später seine Oper „Agnes von Hohenstaufen“ widmete.

Portrait von Josephine de Beauharnais-Bonaparte in Schloss Malmaison (1801) von François Gérard (1770 – 1837)
Es ist mit hoher Wahrscheinlichkeit anzunehmen, dass Kaiserin Joséphine zu Besuchen bei Anne Angélique de Mackau, Comtesse de Saint-Alphonse auch dieses Instrument spielte.
Detaillierte Informationen über die Firma Érard Frères finden Sie in den Publikationen hier!
© Eric Feller – Early Keyboard Collection – Januar 2020
Der Beitrag Érard Frères 1802 aus dem Besitz von Anne Angélique de Mackau, Comtesse de Saint-Alphonse erschien zuerst auf Eric Feller Early Keyboard Instruments Collection.
]]>Der Beitrag Anton Zierer ca. 1820 erschien zuerst auf Eric Feller Early Keyboard Instruments Collection.
]]>Das Instrument wurde um 1820 in Wien gebaut. Der Korpus mit der dreifach gebogenen Wand aus Walnuss steht auf 3 balusterförmigen Beinen, die mit hoher Wahrscheinlichkeit nicht original sind. Es ist anzunehmen, dass es ursprünglich drei Beine im Empirestil waren. Das Vorsatzbrett ist mit einem in Holzrahmen eingefassten und verzierten Papierschildchen verziert und trägt die Signatur:
„Anton Zierer in Wien“
Interessant ist, dass der Flügel auf dem Vorsatzbrett noch nicht die Bezeichnung „Bürger in Wien“ trägt. Dieses Bürgerrecht erhielt Zierer erst 1821. Daraus lässt sich schließen, dass der Flügel in der Zeit davor gefertigt wurde.
Der Steg ist durchgängig und das Instrument verfügt über eine Wiener Mechanik mit Stiefeldämpfung. Die Tastatur besteht aus Ochsenknochen und Ebenholz und die Hämmer sind mit Leder bezogen, Der Umfang beträgt 6 Oktaven (FF – f4). Im Inneren befindet sich mittig eine Metallspreize, die original ist.
Flügel in dieser Bauart wurden hauptsächlich in den 1820er Jahren gebaut. Ein typisches Merkmal sind die vielen Pedale für unterschiedliche Veränderungen des Klanges. Zur damaligen Zeit gab es teilweise Instrumente mit noch mehr Pedalen. Der Flügel verfügt über 6 Pedale mit Funktionen für Dämpfungsaufhebung, Verschiebung, Moderator, Janitscharenzug, Fagottzug und Tschinelle.
Der Flügel besticht durch seine hervorragende Verarbeitung und einem exzellenten Klang.
Anton Zierer wurde 1765 im Elsass geboren, der genaue Ort sowie das Datum sind nicht bekannt. Seine Frau, Barbara Helldacher wurde 1762 in Vortloys geboren. Möglich ist, dass er selbst auch von dort stammt. Gesichert ist, dass er seit 1816 als Klavierbauer in Wien nachweisbar ist. Wahrscheinlich war er vorher auch schon in anderen Städten als Instrumentenbauer tätig. 1821 erhielt er das Bürgerrecht der Stadt Wien und lebte zu dieser Zeit in der Landstraße 238. 1833 zog die Familie in die Hauptstraße 280, wo er fortan bis zu seinem Tod lebte. Das genaue Todesjahr ist allerdings auch schwer zu ermitteln, da er kein Testament hinterlassen hat. Wahrscheinlich starb er um 1835. (vgl. M. Clinkscale: Makers of the Piano 1820-1860, Oxford University Press 1999)

Anton Zierer, Wien ca. 1820 – Eric Feller Collection
Der Beitrag Anton Zierer ca. 1820 erschien zuerst auf Eric Feller Early Keyboard Instruments Collection.
]]>Der Beitrag Wilhelm Neumann ca. 1820 erschien zuerst auf Eric Feller Early Keyboard Instruments Collection.
]]>Der elegante dreifach gebogene Korpus aus Walnuss steht auf 3 Beinen im Empire-Stil mit einer kleinen Zierlyra und 5 Pedalen.
Das Vorsatzbrett ist mit einem in Messingrahmen eingefassten Porzellanschildchen verziert und trägt die handschriftliche Signatur:
„Wilhelm Neumann in Wien“
Der Steg ist geteilt und der Flügel verfügt über eine Wiener Mechanik mit Stiefeldämpfung. Die Tastatur besteht aus Ochsenknochen und Ebenholz und die Hämmer sind mit Leder bezogen, Der Umfang beträgt 6 Oktaven (FF – f4).
Flügel in dieser Bauart wurden hauptsächlich in den 1820er Jahren gebaut. Ein typisches Merkmal sind die vielen Pedale für unterschiedliche Veränderungen des Klanges. Zur damaligen Zeit gab es teilweise Instrumente mit noch mehr Pedalen.
Neben Instrumenten in dieser für die damalige Zeit modernen dreifach gebogenen Korpusform gab es auch Instrumente in grader Bauweise. Ein äußerst elegantes Modell ist der große Konzertflügel von Nannette Streicher aus dem Jahr 1821 in der Sammlung.
Über Wilhelm Neumann ist bisher nur bekannt, dass er zwischen 1820 und 1827 in Wien aktiv war. Seine Adresse war 1820 im Neulerchenfeld Nr. 141 und später ab 1827 Zum schwarzen Bären Nr. 66. (vgl.: Lieve Verbeeck)
Weitere erhaltene Instrumente sind bisher nicht bekannt.
Der Beitrag Wilhelm Neumann ca. 1820 erschien zuerst auf Eric Feller Early Keyboard Instruments Collection.
]]>Der Beitrag Nannette Streicher neé Stein 1822 erschien zuerst auf Eric Feller Early Keyboard Instruments Collection.
]]>Der Korpus ist in Mahagoni und um die Klaviatur und an der Lyra mit den originalen feuervergoldeten Bronzen verziert und hat keine hervorspringende Tastatur. Die Tastenbeläge sind aus Knochen und Ebenholz gearbeitet. Der Umfang beträgt 6 Oktaven + Quarte (CC-f4) und der Flügel verfügt über eine Wiener Mechanik mit Schlitten und Stiefeldämpfung. Das Instrument besitzt 5 Pedale (Dämpfungsaufhebung, Verschiebung, Moderator, doppelter Moderator, Fagottzug).

Hammerflügel Nannette Streicher, Wien 1822 – Signatur – Eric Feller Collection
Über der Klaviatur befindet sich in einem Keramikschild mit Messingrahmen die Signatur:
„Nannette Streicher neé Stein a Vienne“
Auf dem Resonanzboden befindet sich mittig eine weitere Signatur in einem aufgeklebten Zettel. Dort ist auch die Seriennummer 1651 zu finden. Die Stiefeldämpfung ist mit den für Streicher typischen Laubsägearbeiten verziert und im Inneren verfügt der Flügel über den originalen Staubboden, der mit gelber Seide bespannt ist.

Ludwig Krones – Nannette Streicher, Tuschezeichnung , 1836
Nannette Anna Maria Streicher wurde am 2. Januar 1769 in Augsburg geboren. Sie war die Tochter des berühmten Klavierbauers Johann Andreas Stein (6. Mai 1728 – 29 Februar 1792). Ihre Instrumente gehörten zu besten der damaligen Zeit und wurden von Größen wie beispielsweise Ludwig van Beethoven (1770 – 1827) gespielt und hochgeschätzt.

Willibrord Joseph Mähler (1778 – 1860) Ludwig van Beethoven (1804 – 1805) – Beethoven Pasqualatihaus Museum Wien
Breits im Alter von 7 Jahren arbeitete sie im elterlichen Klavierbetrieb mit und im Alter von 10 beschäftigte sie sich mit Klaviermechaniken und Regulationsarbeiten. Neben ihrer frühen Beschäftigung mit Instrumenten war sie auch eine sehr gute Pianistin. So spielte sie 1777 für Wolfgang Amadeus Mozart (1756 – 1791) bei einem Besuch des Komponisten.

Maximilian Stieler (1825 – 1897) – Schiller auf der Flucht mit seinem Freund Andreas Streicher ca. 1850 – Schillerhaus Weimar
Zusammen mit ihren Brüdern Matthäus und André Stein arbeitete sie zusammen im elterlichen Betrieb und alle übernahmen diesen nach dem Tod des Vaters im Jahre 1792. 1794 heiratete sie Johann Andreas Streicher (1761 – 1833) und zog mit ihrem Bruder André und dem Geschäft nach Wien. 1802 beendeten die beiden ihre berufliche Partnerschaft und beide begannen alleine ein Geschäft. Unter der guten Führung von Johann Streicher und durch die herausragenden Instrumente florierte die Firma und Instrumente wurden nach ganz Europa versandt. Ludwig van Beethoven wurde ein guter Freund der Familie.

Adolf Dauthage (1825 – 1883) Johann Baptist Streicher, 1862
1823 nahm Nannette ihren Sohn Johann Baptist Streicher (1796 – 1871) als Geschäftspartner mit in die Firma, die er nach dem Tod der Eltern weiterführte. Nannette Streicher starb am 16. Januar 1833 in Wien. (vgl. M. Clinkscale – Makers of the Piano)
Der Beitrag Nannette Streicher neé Stein 1822 erschien zuerst auf Eric Feller Early Keyboard Instruments Collection.
]]>Der Beitrag Abraham & Josephus Kirckman 1789 erschien zuerst auf Eric Feller Early Keyboard Instruments Collection.
]]>Der Korpus und das originale Gestell des Instrumentes ist aus Mahagoni mit umlaufenden Einlegearbeiten in unterschiedlichen Hölzern gestaltet, die kassettenförmig angeordnet sind. Drei Messingapplikationen befinden sich umlaufend um den Korpus. Im Gestell sind Messingrollen kugelgelagert eingepasst, um das Instrument bewegen zu können.
Die Tastatur ist aus Elfenbein und Ebenholz gearbeitet. Je zwei kleine Ziereinkerbungen sind jeweils am Übergang der Untertasten zu den Obertasten aufgebracht, die mit Eisengallustinte eingefärbt wurde. Dieses Detail ist als Verzierungselement bei Tasten von Cembali sehr gebräuchlich gewesen und findet sich hier als dekoratives Überbleibsel.
Das Vorsatzbrett trägt in einer Kartusche die lateinische Aufschrift:
„Abraham et Josephus Kirckman Londini Fecerunt 1789“
Die Hämmer sind mit Leder bezogen und das Instrument verfügt über zwei integrierte hölzerne Pedale für Dämpfungsaufhebung (rechts) und due corde/una corda (links). Der Klaviaturumfang beträgt 5 Oktaven (FF – f3) und der Steg ist nicht zweigeteilt sondern durchlaufend.
Die Firma Kirckman (Kirkman) war eine der berühmtesten Cembalobaufirmen im späten 18. Jahrhundert. Den Grundstein der Firma legte Jacob Kirchmann (später anglisiert in Kirckman/Kirkman), der am 4. März 1710 in Bischweiler im Elsass geboren wurde. Ursprünglich stammte die Familie aus dem Aargau in der Schweiz. Jacob Kirchmann erlernte den Beruf des Schreiners und ging in den frühen 1730er Jahren nach England. Dort lernte und arbeitete er für den berühmten Cembalobauer Hermann Tabel, dessen Witwe er 1738 heiratete. 1755 erlangte er die britische Staatsbürgerschaft. Er starb am 9. Juni 1792 in Greenwich und wurde in der St.-Alfege-Kirche beerdigt.
Abraham Kirckman, der am 2. Juni 1737 ebenfalls in Bischweiler geboren wurde, war der Neffe von Jacob Kirckman. Er folgte seinem Onkel nach London und wurde 1772 sein Geschäftspartner. Er starb im April 1794 in Hammersmith.
Joseph Kirkman I. (1763 – 1830) war der Sohn von Abraham Kirckman und folgte seinem Vater in den elterlichen Betrieb, wurde 1789 Teilhaber und übernahm nach dem Tod des Vaters die Firma. (vgl.: M. Clinkscale, „Makers of the Piano 1700-1820“)
Das bisher älteste erhaltene Cembalo der Firma stammt aus dem Jahr 1744. Die größte Produktion an Cembali in England stellen Kirkman und Burkhardt Tschudi. Im späteren Verlauf, als das Cembalo langsam aus der Mode kam, spezialisierte sich die Firma auf Klaviere. (vgl. Tafelklavier von Jacobus et Abraham Kirckman 1783)
Das letzte gebaute Cembalo der Firma wurde 1809 gefertigt.
Alle Instrumente waren ausnahmslos von außerordentlicher Qualität und Handwerkskunst gefertigt. Die Schriftstellerin Frances „Fanny“ Burney (1752 – 1840), Tochter des bekannten Musikhistorikers und Komponisten Charles Burney (1726 – 1814), beschrieb Jacob Kirkman als den besten Cembalobauer aller Zeiten. So erweiterte beispielsweise John Joseph Merlin 1779 ein Cembalo von Jacob Kirckman mit einer oberschlägigen Hammermechanik (heute im Museum of Fine Arts in Boston USA).
Hier finden Sie eine detaillierte Beschreibung der Firmengeschichte Kirkman.
Der Beitrag Abraham & Josephus Kirckman 1789 erschien zuerst auf Eric Feller Early Keyboard Instruments Collection.
]]>Der Beitrag William Stodart ca. 1823 – Compensator Frame erschien zuerst auf Eric Feller Early Keyboard Instruments Collection.
]]>Der Korpus, noch mit der eckigen Form und nicht hervorspringender Tastatur, ist aus Mahagoni und Palisander und mit Bronzen (stilisierte Medusaköpfe) verziert. Er steht auf 2 zentralen Füßen mit angedeuteten Säulen, in denen vorne die beiden Pedale integriert sind. Das Vorsatzbrett ist mit Messing intarsiert und signiert mit:
„Patent.
William Stodart
Maker
to His Majesty & the Royal Family
Golden Square
London“
Die Tastatur ist aus Elfenbein und Ebenholz gearbeitet, die Hämmer sind mit Leder bezogen, 3 chöriger Saitenbezug und das Instrument verfügt über eine Einzeldämpfung mit Dockenleiste. Der Flügel ist gradsaitig bespannt und verfügt über zwei hölzerne Pedale für die Dämpfungsaufhebung und due corde/una corda. Am Ende der Tastatur gibt es im rechten Backenklotz eingelassen einen kleinen Registerschalter. Dieser kann bei Betätigung die Mechanikverschiebung beim Treten des linken Pedals begrenzen, womit man zwischen due corde und una corda wechseln kann. Im Inneren befindet sich der „Compensation Frame”, der aus 10 Röhren besteht (7 aus Eisen, 3 aus Messing).
Der Klaviaturumfang beträgt 6 Oktaven + Quarte, CC – f4. Die Seriennummer (6551) ist auf der rechten Seite des Stimmstockes eingeprägt.
Dieser Hammerflügel besticht (im Vergleich zu dem Flügel von 1828 in der Sammlung) durch seine exquisite Verarbeitung, das ungewöhnlich gestaltet Gestell und die Größe des Flügels von etwas über 240 cm. Ein besonderes Augenmerk liegt auch auf der Signatur des Flügels. Hier signiert Stodart noch ohne seinen Sohn, hingegen bei dem Flügel von 1828 findet sich „& Son“ auf der Deckelklappe.
Die weitere Untersuchung zu dem Instrument dauert aktuell noch an.
Die Firma Stodart zählte Ende des 18. Jahrhunderts und bis ins frühe 19. Jahrhundert hinein neben Broadwood und Longman & Broderip zu den führenden und innovativsten Klavierbaufirmen in England.
Die Firma wurde um 1775/76 von Robert Stodart (1748 – 1831) in der Wardour Street gegründet.
Stodart war Lehrling bei Burkat Shudi und arbeitete in dessen Firma als Klavierstimmer.
Im Jahr 1777 erhielt er ein Patent für einen Schweller zur Veränderung der Lautstärke sowie ein Patent für eine Mechanik, um zwischen einer Klavier- und Cembalomechanik im gleichen Instrument umschalten zu können. Nachdem die Räumlichkeiten zu klein wurden, kaufte er das Nachbarhaus und erweiterte seine Werkstatt.
1787 trat sein Sohn William in die Firma ein. Instrumente aus dieser Zeit tragen die Signatur „Robertus Stodart et Co.“
Gleichwertiger Geschäftspartner wurde William Stodart um 1790 und vier Jahre später stieg sein Bruder Matthew in der Firma ein. Ab 1795 wurden die Instrumente mit der Aufschrift „Golden Square“ signiert. Robert Stodart zog sich um 1795/96 aus dem Geschäft zurück. Fortan führten die beiden Brüder das Geschäft weiter. Ab 1807 erhielt die Firma das Privileg, auch für das Könighaus Instrumente fertigen zu dürfen. Ab dieser Zeit wurden die Instrumente mit der Inschrift „Makers to Her Majesties and Royal Family“ signiert. (vgl.: Martha Novak Clinkscale: Makers of the Pianos, 1700-1820)
1820 erfanden die beiden Mitarbeiter William Allen und James Thom den so genannten „Compensation Frame“ – „Kompensationsrahmen“ für Flügel (patentiert am 15. Januar 1820; Patentnummer 4431). Diese neue Erfindung sollte bei Temperaturschwankungen dafür sorgen, dass das Instrument sich nicht verstimmte. So wurde eine Röhrenkonstruktion im Inneren des Instrumentes oberhalb der Saiten eingesetzt, die im gleichen Material wie die Saiten waren.
Stodart erwarb das Exklusivrecht zur Verwendung des Patentes in seinen Instrumenten von Allen und Thom und baute dieses dann in seine Flügel. Er produzierte zwei Modelle. Das teurere System hatte ein 10 Röhrensystem (und war mit einem größeren Klaviaturumfang und teureren Hölzern (meist Palisander) ausgestattet) und das günstigere System beinhaltete 6 Röhren (und umfasste gewöhnlich nur 6 Oktaven (FF – f4) und war nur in Mahagoni gestaltet). Auch gestaltete Stodart die Deckelklappen bei diesen Instrumenten immer sehr unterschiedlich. Beide Modelle konnten mit unterschiedlichen Deckelklappen bestellt werden (einfacher Verschluss mit Klappenbrett (wie bei den frühen Flügeln) oder mit einer gedrehten, nach hinten versenkbaren Klappe).

Hammerflügel William Stodart, London ca. 1823 Compensator Frame – Eric Feller Collection
Der Beitrag William Stodart ca. 1823 – Compensator Frame erschien zuerst auf Eric Feller Early Keyboard Instruments Collection.
]]>Der Beitrag William Stodart & Son ca. 1828 – Compensator Frame erschien zuerst auf Eric Feller Early Keyboard Instruments Collection.
]]>Der Korpus, noch mit der eckigen Form und nicht hervorspringender Tastatur, ist aus Mahagoni und Palisander und mit Bronzen (stilisierte Medusaköpfe) verziert. Er steht auf 4 gedrehten Beinen. Das Vorsatzbrett ist mit Messing intarsiert und signiert mit:
„Patent.
William Stodart & Son.
Maker to His Majesty & the
Royal Family
Golden Square
London“
Die Tastatur ist aus Elfenbein und Ebenholz gearbeitet, die Hämmer sind mit Leder bezogen, 3 chöriger Saitenbezug und das Instrument verfügt über eine Einzeldämpfung mit Dockenleiste. Der Flügel ist gradsaitig bespannt und verfügt über zwei hölzerne Pedale für die Dämpfungsaufhebung und due corde/una corda. Im Inneren befindet sich der „Compensation Frame”, der aus 10 Röhren besteht (7 aus Eisen, 3 aus Messing).
Der Klaviaturumfang beträgt 6 Oktaven + Quarte, CC – f4. Die Seriennummer (8070) ist auf der rechten Seite des Stimmstockes eingeprägt.
Die Firma Stodart zählte Ende des 18. Jahrhunderts und bis ins frühe 19. Jahrhundert hinein neben Broadwood und Longman & Broderip zu den führenden und innovativsten Klavierbaufirmen in England.
Die Firma wurde um 1775/76 von Robert Stodart (1748 – 1831) in der Wardour Street gegründet.
Stodart war Lehrling bei Burkat Shudi und arbeitete in dessen Firma als Klavierstimmer.
Im Jahr 1777 erhielt er ein Patent für einen Schweller zur Veränderung der Lautstärke sowie ein Patent für eine Mechanik, um zwischen einer Klavier- und Cembalomechanik im gleichen Instrument umschalten zu können. Nachdem die Räumlichkeiten zu klein wurden, kaufte er das Nachbarhaus und erweiterte seine Werkstatt.
1787 trat sein Sohn William in die Firma ein. Instrumente aus dieser Zeit tragen die Signatur „Robertus Stodart et Co.“
Gleichwertiger Geschäftspartner wurde William Stodart um 1790 und vier Jahre später stieg sein Bruder Matthew in der Firma ein. Ab 1795 wurden die Instrumente mit der Aufschrift „Golden Square“ signiert. Robert Stodart zog sich um 1795/96 aus dem Geschäft zurück. Fortan führten die beiden Brüder das Geschäft weiter. Ab 1807 erhielt die Firma das Privileg, auch für das Könighaus Instrumente fertigen zu dürfen. Ab dieser Zeit wurden die Instrumente mit der Inschrift „Makers to Her Majesties and Royal Family“ signiert. (vgl.: Martha Novak Clinkscale: Makers of the Pianos, 1700-1820)
1820 erfanden die beiden Mitarbeiter William Allen und James Thom den so genannten „Compensation Frame“ – „Kompensationsrahmen“ für Flügel (patentiert am 15. Januar 1820; Patentnummer 4431). Diese neue Erfindung sollte bei Temperaturschwankungen dafür sorgen, dass das Instrument sich nicht verstimmte. So wurde eine Röhrenkonstruktion im Inneren des Instrumentes oberhalb der Saiten eingesetzt, die im gleichen Material wie die Saiten waren.
Stodart erwarb das Exklusivrecht zur Verwendung des Patentes in seinen Instrumenten von Allen und Thom und baute dieses dann in seine Flügel. Er produzierte zwei Modelle. Das teurere System hatte ein 10 Röhrensystem (und war mit einem größeren Klaviaturumfang und teureren Hölzern (meist Palisander) ausgestattet) und das günstigere System beinhaltete 6 Röhren (und umfasste gewöhnlich nur 6 Oktaven (FF – f4) und war nur in Mahagoni gestaltet). Auch gestaltete Stodart die Deckelklappen bei diesen Instrumenten immer sehr unterschiedlich. Beide Modelle konnten mit unterschiedlichen Deckelklappen bestellt werden (einfacher Verschluss mit Klappenbrett (wie bei den frühen Flügeln) oder mit einer gedrehten, nach hinten versenkbaren Klappe).

William Stodart, London ca. 1828 – Eric Feller Collection

William Stodart, London ca. 1828 – Eric Feller Collection
Der Beitrag William Stodart & Son ca. 1828 – Compensator Frame erschien zuerst auf Eric Feller Early Keyboard Instruments Collection.
]]>Der Beitrag Friedrich Kuhlbörs ca. 1805 erschien zuerst auf Eric Feller Early Keyboard Instruments Collection.
]]>Der Korpus des Instrumentes ist aus Walnuss mit einer umlaufenden Einlegearbeit und steht auf vier sich nach unten verjüngenden Beinen, die mit einer Ledereinlage verziert sind. Zwei eiserne Scharniere halten den Deckel, an der Front ist eine kleine Einlegearbeit am Schloss des Flügels aus Bein angebracht.
Die Tastatur ist aus Ochsenknochen und Ebenholz gearbeitet, die Hämmer sind mit Leder bezogen, der Saitenbezug 2 und 3 chörig und das Instrument verfügt über eine Stiefeldämpfung mit Dockenleiste.
Am Korpusboden sind drei Kniehebel für Dämpfungsaufhebung, Verschiebung und Moderator angebracht. Die beiden Backenklötze sind mit Messingknöpfen verziert und auf dem Stimmstock sind links und rechts zwei originale Kerzenhalter angebracht.
Das Vorsatzbrett ist mit unterschiedlichen Hölzern eingelegt und trägt die Inschrift:
„Friedr. Kuhlbörs sen.
Instrumentenmachen
in
Breslau“
Im Inneren des Flügels befindet sich ein eingeklebtes originales Papierschild mit der Seriennummer und der Aufschrift:
„No. 382
Friedr. Kuhlbörs sen:
Orgel
und Instrumentenmacher
in
Breslau“
Bei der Untersuchung des Instrumentes fand sich außerdem im Inneren des Flügels (weit hinter der Mechanik verkeilt) der originale Stimmschlüssel mit den eingebrannten Initialen „W. v B.“ Eine weitere Untersuchung zu dem Instrument und Erstbesitz dauert aktuell noch an.
Von der Bauart des Flügels ist das Instrument in vielen Teilen der frühen Wiener Instrumente um 1790 ähnlich. Die Tastatur ist nicht hervorspringend und mit abgeschrägten Kanten versehen. Der Korpus ist in der eckigen Form gehalten und hat vier Beine. Einzig der große Umfang von 6 Oktaven (FF – f4) lässt eine Datierung um 1805 zu. Der bisher älteste erhaltene Flügel von Friedrich Kuhlbörs befindet sich heute in der „St Cecilia’s Hall of Musical Instruments“ in Edinburgh. Laut Martha Novak Clinkscale ist der Flügel auf 1800 datiert. Diese Datierung kann jedoch nicht stimmen. Das Instrument trägt die Seriennummer 69. Da Kuhlbörs nachweislich mit seiner Werkstatt ab 1790 tätig war, ist anzunehmen, dass der Flügel noch vor 1800 gebaut wurde. Auch durch die leichten Bauart und den Umfang der Klaviatur zeigt der Flügel in Edinburgh Merkmale, die eine Entstehung vor 1800 zulassen.
Über Friedrich Kuhlbörs ist bisher nur sehr wenig bekannt. Er lebte von 1765 bis 1832 und war seit 1790 in Breslau als Klavierbauer tätig. Sein Sohn Friedrich Wilhelm Kuhlbörs war ebenfalls Instrumentenbauer und erhielt seinen Meisterbrief 1828. Es ist anzunehmen, dass er dann in der Firma seines Vaters arbeitete und diese nach dessen Tod fortführte.

Friedrich Kuhlbörs, Breslau ca. 1805 – Eric Feller Collection – Vorsatzbrett
Der Beitrag Friedrich Kuhlbörs ca. 1805 erschien zuerst auf Eric Feller Early Keyboard Instruments Collection.
]]>Der Beitrag Johannes Broadwood 1792 erschien zuerst auf Eric Feller Early Keyboard Instruments Collection.
]]>Die Tastatur ist aus Elfenbein und Ebenholz gearbeitet, die Hämmer sind mit Leder bezogen, 3 chöriger Saitenbezug und das Instrument verfügt über eine Einzeldämpfung mit Dockenleiste.
Der Flügel liegt auf einem trestle-stand mit zwei integrierten hölzernen Schnabelpedalen an beiden Seiten für Dämpfungsaufhebung (rechts) und due corde/una corda (links). Am Ende der Tastatur gibt es im rechten Backenklotz eingelassen einen kleinen Registerschalter. Dieser kann bei Betätigung die Mechanikverschiebung beim Treten des linken Pedals begrenzen, womit man zwischen due corde und una corda wechseln kann. Der Klaviaturumfang beträgt 5 ½ Oktaven (FF – c4).
Das Vorsatzbrett trägt in einer filigranen Kartusche die Aufschrift:
„Johannes Broadwood Londini Fecit 1792 /
Great Pulteney Street Golden Square”
Die Signatur auf dem Vorsatzbrett „John Broadwood and Son“ lässt sich ab 1794 nachweisen, nachdem John Broadwoods Sohn James Shudi Broadwood (1772 – 1851) in die Firma einstieg. Zuvor waren alle Instrumente wie dieser Flügel immer mit „Johannes Broadwood Londini fecit“ signiert (vgl. dazu das Tafelklavier von John Broadwood von 1790 in der Sammlung – klick hier).
Der Umfang des Flügels von 5 ½ Oktaven (FF – c4) wurde von Broadwood ab 1791 eingeführt, vorher waren alle Instrumente (Tafelklaviere und Flügel) mit jeweils nur 5 Oktaven ausgestattet.
In einem Brief von James Shudi Broadwood an Thomas Bradford vom 13. November 1793 schreibt er, das sie ab 1791 damit begonnen hätten, nach Anraten des Komponisten Johann Ladislaus Dussek (1760 – 1812), der sich zu der Zeit in London aufhielt, Flügel mit 5 ½ Oktaven Umfang zu bauen.
Heute ist bekannt, dass John Broadwood im Januar 1785 seine ersten beiden Flügel verkaufte. Der eine Flügel wurde an Tyler of Bath verkauft, einem Musikalienhändler und der andere an Graf Brühl, sächsischer Botschafter und Musikmäzen. Beide Flügel wurden zu einem Preis von je 55 Pfund verkauft.
Der heute bisher älteste datierte erhaltene Hammerflügel von John Broadwood stammt aus dem Jahr 1787. (vgl. Michael Cole)

Johannes Broadwood, London 1792 (1) – Eric Feller Collection
John Broadwood wurde am 6. Oktober 1732 in Oldhamstocks in der Nähe von Cockburnspath in Schottland geboren. Er erlernte den Beruf des Möbeltischlers wie schon sein Vater zuvor.
Im Jahr 1761 begann er bei Burkat Shudi (1702 – 1773) in London zu arbeiten und wurde 1770 sein Geschäftspartner. 1771 eröffnete er sein eigenes Geschäft in der Great Pulteney Street in London. John Broadwood heiratete 1769 Burkat Shudis Tochter Barbara in erster Ehe und hatte mit ihr vier Kinder. Nach dem frühen Tode (1776) seiner Frau heiratete er in zweiter Ehe 1781 Mary Kitson und hatte mit ihr sechs Kinder. Er starb am 17. Juli 1812 in London.

Der Beitrag Johannes Broadwood 1792 erschien zuerst auf Eric Feller Early Keyboard Instruments Collection.
]]>Der Beitrag John Broadwood and Son 1799 erschien zuerst auf Eric Feller Early Keyboard Instruments Collection.
]]>Vom Äußeren unterscheidet er sich kaum von den anderen Flügeln in der Eric Feller Collection. Der Korpus ist ebenfalls aus Mahagoni mit umlaufenden Einlegearbeiten in unterschiedlichen Hölzern gestaltet, die kassettenförmig angeordnet sind. Drei Messingschließen zum verschließen des Deckels sind umlaufend angebracht.
Die Tastatur ist aus Elfenbein und Ebenholz gearbeitet, die Hämmer sind mit Leder bezogen, 3 chöriger Saitenbezug und das Instrument verfügt über eine Einzeldämpfung mit Dockenleiste.
Der Flügel liegt auf dem originalen trestle-stand mit zwei integrierten hölzernen Schnabelpedalen an beiden Seiten für Dämpfungsaufhebung (rechts) und due corde/una corda (links). Am Ende der Tastatur gibt es im rechten Backenklotz eingelassen einen kleinen Registerschalter. Dieser kann bei Betätigung die Mechanikverschiebung beim Treten des linken Pedals begrenzen, womit man zwischen due corde und una corde wechseln kann. Der Klaviaturumfang beträgt 5 ½ Oktaven (FF – c4).
Das Vorsatzbrett trägt in einem Oval die Aufschrift:
„John Broadwood and Son /
Great Pulteney Street Golden Square /
London 1799”
Die Signatur auf dem Vorsatzbrett „John Broadwood and Son“ lässt sich ab 1794 nachweisen, nachdem John Broadwoods Sohn James Shudi Broadwood (1772 – 1851) in die Firma einstieg. Zuvor waren alle Instrumente immer mit „Johannes Broadwood Londini fecit“ signiert (vgl. dazu das Tafelklavier von John Broadwood von 1790 in der Sammlung).
Der Umfang des Flügels von 5 ½ Oktaven (FF – c4) wurde von Broadwood ab 1791 eingeführt, vorher waren alle Instrumente (Tafelklaviere und Flügel) mit jeweils nur 5 Oktaven ausgestattet (eines der ersten Beispiele für Flügel mit 5 ½ Oktaven Umfang lässt sich bei dem Flügel von 1792 sehen, ebenfalls in der Sammlung Eric Feller).
In einem Brief von James Shudi Broadwood an Thomas Bradford vom 13. November 1793 schreibt er, das sie ab 1791 damit begonnen hätten, nach Anraten des Komponisten Johann Ladislaus Dussek (1760 – 1812), der sich zu der Zeit in London aufhielt, Flügel mit 5 ½ Oktaven Umfang zu bauen.
Heute ist bekannt, dass John Broadwood im Januar 1785 seine ersten beiden Flügel verkaufte. Der eine Flügel wurde an Tyler of Bath verkauft, einem Musikalienhändler und der andere an Graf Brühl, sächsischer Botschafter und Musikmäzen. Beide Flügel wurden zu einem Preis von je 55 Pfund verkauft.
Der heute bisher älteste datierte erhaltene Hammerflügel von John Broadwood stammt aus dem Jahr 1787. (vgl. Michael Cole)
John Broadwood wurde am 6. Oktober 1732 in Oldhamstocks in der Nähe von Cockburnspath in Schottland geboren. Er erlernte den Beruf des Möbeltischlers wie schon sein Vater zuvor.
Im Jahr 1761 begann er bei Burkat Shudi (1702 – 1773) in London zu arbeiten und wurde 1770 sein Geschäftspartner. 1771 eröffnete er sein eigenes Geschäft in der Great Pulteney Street in London. John Broadwood heiratete 1769 Burkat Shudis Tochter Barbara in erster Ehe und hatte mit ihr vier Kinder. Nach dem frühen Tode (1776) seiner Frau heiratete er in zweiter Ehe 1781 Mary Kitson und hatte mit ihr sechs Kinder. Er starb am 17. Juli 1812 in London.

Der Beitrag John Broadwood and Son 1799 erschien zuerst auf Eric Feller Early Keyboard Instruments Collection.
]]>Der Beitrag Rousselot ca. 1830 erschien zuerst auf Eric Feller Early Keyboard Instruments Collection.
]]>Das Instrument wurde um 1830 in Nîmes gebaut. Der Korpus ist aus Mahagoni und Palisander gearbeitet und umlaufend mit Bandintarsien und Messingapplikationen verziert. Die Tastatur ist aus Elfenbein und Ebenholz. Der Flügel ist gradsaitig bespannt und verfügt über vier Metallspreizen und eine Stosszungenmechanik und zwei Pedale (Dämpfungsaushebung und due corde). Im Inneren befindet sich über den Saiten der originale Staubboden, ein Merkmal, dass nur kurze Zeit bei Hammerflügeln gebaut wurde. Der Umfang beträgt 6 1/2 Oktaven (CC – g4).
Über die Firma Rousselot ist bisher nur wenig bekannt. Sicher ist, dass sie eine der wenigen Firmen ist, die zu der damaligen Zeit nicht in Paris sondern ins Nîmes tätig war. Klanglich übertrifft dieser Hammerflügel die Instrumente von Erard und Pleyel die von Chopin, Liszt und Schumann gespielt wurden und zeigt somit einen herausragendes und absolut authentisches Klangbild der Zeit. Nur wenige Instrumente sind bis heute erhalten geblieben. Ein baugleiches Instrument befindet sich im Musée de la musique in Paris.
Der Flügel wurde 2009 von der aus Montreal stammenden Restauratorin Renée Geoffrion in Paris schonend restauriert und 2013 noch einmal von Rudolf Haase in der Schweiz überarbeitet.




Der Beitrag Rousselot ca. 1830 erschien zuerst auf Eric Feller Early Keyboard Instruments Collection.
]]>Der Beitrag Heinrich Janssen ca. 1810 – 1815 erschien zuerst auf Eric Feller Early Keyboard Instruments Collection.
]]>Wien, als kulturelles Zentrum der damaligen Zeit, begünstigte durch sein reiches musikalisches Erbe und die enge Zusammenarbeit zwischen Komponisten, Interpreten und Instrumentenbauern die rasche Weiterentwicklung des Hammerflügels. Die erweiterten Ausdrucksmöglichkeiten, die diese Instrumente boten, fanden in den Kompositionen und Aufführungen von Größen wie Mozart, Beethoven und Schubert ihren Niederschlag. Die Wiener Hammerflügel trugen somit nicht nur zur technischen Evolution des Tasteninstruments bei, sondern beeinflussten auch maßgeblich den künstlerischen Ausdruck und den Übergang von der Klassik zur Romantik.
Die Pionierarbeit der Wiener Hammerflügel legte den Grundstein für den späteren Bau des modernen Klaviers. Die frühen Experimente mit Hammermechanismen und Resonanzstrukturen führten zu einer kontinuierlichen Optimierung der Spielmechanik und Klangqualität.
Der hier vorgestellte Hammerflügel von Heinrich Janssen ist ein Zeugnis der eleganten und perfekten Handwerkskunst des Wiener Klavierbaus. Der Korpus ist aus Nuss und mit Schellack poliert. Umseitig und um die Tastatur ist der Flügel mit den originalen feuervergoldeten Bronzen verziert. Häufig gingen diese Bronzen im Laufe der Jahrhunderte verloren. Oft wurden sie abmontiert und aufgrund des hohen Wertes der künstlerischen Arbeit verkauft oder als Beschläge für wertvolle Möbel verwendet.
Der Flügel steht auf 4 originalen Beinen mit feuervergoldeten Bronzen.
Die Tastatur ist aus Elfenbein und Ebenholz gearbeitet, die Hämmer sind mit Hirschleder bezogen. Der Saitenbezug ist dreichörig und das Instrument verfügt über eine Stiefeldämpfung.
Der Klaviaturumfang beträgt 6 Oktaven + Quarte (CC – f4).
Das Vorsatzbrett trägt auf einem Keramikschildchen die Aufschrift:
„Heinrich Janssen / in Wien”.
Die Bezeichnung “in Wien” auf dem Namensschild durften nur Instrumentenbauer verwenden, die selbst auch „ordentliche Bürger“ der Stadt waren.

Hammerflügel Heinrich Janssen, Wien ca. 1815 – Eric Feller Collection
Bis heute ist über Heinrich Janssen nichts weiter bekannt. In einigen Quellen wird über Janssen noch als Bauer von Giraffenklavieren und Lyraflügeln berichtet.
Bisher ist kein weiterer Hammerflügel erhalten geblieben. Das Instrument wurde von Rudolf Haase in der Schweiz restauriert.


Der Beitrag Heinrich Janssen ca. 1810 – 1815 erschien zuerst auf Eric Feller Early Keyboard Instruments Collection.
]]>Der Beitrag John Broadwood and Son 1803 erschien zuerst auf Eric Feller Early Keyboard Instruments Collection.
]]>Die Tastatur ist aus Elfenbein und Ebenholz gearbeitet, die Hämmer sind mit Leder bezogen, 3 chöriger Saitenbezug und das Instrument verfügt über eine Einzeldämpfung mit Dockenleiste.
Der Flügel liegt auf dem originalen trestle-stand mit zwei integrierten hölzernen Schnabelpedalen an beiden Seiten für Dämpfungsaufhebung (rechts) und due corde/una corda (links). Am Ende der Tastatur gibt es im rechten Backenklotz eingelassen einen kleinen Registerschalter. Dieser kann bei Betätigung die Mechanikverschiebung beim Treten des linken Pedals begrenzen, womit man zwischen due corde und una corda wechseln kann. Der Klaviaturumfang beträgt 5 ½ Oktaven (FF – c4).
Die Seriennummer (2741) ist auf der linken Seite des Stimmstockes mit Tinte geschrieben. Das Vorsatzbrett trägt in einem Oval die Aufschrift:
„1803 / John Broadwood and Son / Makers to his Majesty / and the Princesses / Great Pulteney Street Golden Square / London”.
Die Signatur auf dem Vorsatzbrett „John Broadwood and Son“ lässt sich ab 1794 nachweisen, nachdem John Broadwoods Sohn James Shudi Broadwood (1772 – 1851) in die Firma einstieg. Zuvor waren alle Instrumente immer mit „Johannes Broadwood Londini fecit“ signiert.
Der Flügel ist baugleich wie der zweite Hammerflügel von John Broadwood, ebenfalls aus dem Jahr 1803, in der Sammlung von Eric Feller. Im Vergleich zu dem anderen Flügel ist aufgrund der Seriennummer nahe liegend, dass dieses Instrument gegen Ende des Jahres 1803 gefertigt worden ist, da laut Michael Cole die Produktion von Flügel bei circa 200-250 Stück pro Jahr lag.
Bisher sind 3 Hammerflügel aus dem Jahr 1803 bekannt:
Der Umfang des Flügels von 5 ½ Oktaven (FF – c4) wurde von Broadwood ab 1791 eingeführt, vorher waren alle Instrumente (Tafelklavier und Flügel) mit jeweils nur 5 Oktaven ausgestattet (eines der ersten Beispiele für Flügel mit 5 ½ Oktaven Umfang lässt sich bei dem Flügel von 1792 sehen, ebenfalls in der Sammlung Eric Feller). In einem Brief von James Shudi Broadwood an Thomas Bradford vom 13. November 1793 schreibt er, das sie ab 1791 damit begonnen hätten, nach Anraten des Komponisten Johann Ladislaus Dussek (1760 – 1812), der sich zu der Zeit in London aufhielt, Flügel mit 5 ½ Oktaven Umfang zu bauen.
Heute ist bekannt, dass John Broadwood im Januar 1785 seine ersten beiden Flügel verkaufte. Der eine Flügel wurde an Tyler of Bath verkauft, einem Musikalienhändler und der andere an Graf Brühl, sächsischer Botschafter und Musikmäzen. Beide Flügel wurden zu einem Preis von je 55 Pfund verkauft.
Der heute bisher älteste datierte erhaltene Hammerflügel von John Broadwood stammt aus dem Jahr 1787.
John Broadwood wurde am 6. Oktober 1732 in Oldhamstocks in der Nähe von Cockburnspath in Schottland geboren. Er erlernte den Beruf des Möbeltischlers wie schon sein Vater zuvor.
Im Jahr 1761 begann er bei Burkat Shudi (1702 – 1773) in London zu arbeiten und wurde 1770 sein Geschäftspartner. 1771 eröffnete er sein eigenes Geschäft in der Great Pulteney Street in London. John Broadwood heiratete 1769 Burkat Shudis Tochter Barbara in erster Ehe und hatte mit ihr vier Kinder.
Nach dem frühen Tode (1776) seiner Frau heiratete er in zweiter Ehe 1781 Mary Kitson und hatte mit ihr sechs Kinder. Er starb am 17. Juli 1812 in London.

John Broadwood and Son, London 1803 – Eric Feller Collection – Vorsatzbrett
Der Beitrag John Broadwood and Son 1803 erschien zuerst auf Eric Feller Early Keyboard Instruments Collection.
]]>