Der Beitrag Reiseharmonium James Smith and Son, ca. 1875 erschien zuerst auf Eric Feller Early Keyboard Instruments Collection.
]]>Die Wurzeln des Harmoniums liegen im Spannungsfeld zwischen europäischer Orgeltradition und asiatischen Mundorgeln wie dem chinesischen sheng. Bereits 1779 konstruierte Christian Gottlieb Kratzenstein in Kopenhagen ein erstes Zungeninstrument mit freien schwingenden Metallzungen (free reeds), inspiriert durch chinesische Vorbilder. Ab etwa 1810 wurden in Deutschland mit der Aeoline (Eschenbach & Schlimbach) und der Physharmonika (Anton Haeckl) erste eigenständige Instrumente mit Tastatur und Pedalantrieb gebaut – als unmittelbare Vorläufer des Harmoniums. Ein bedeutender Schritt erfolgte um 1833 mit dem orgue expressif von Gabriel Joseph Grenié in Frankreich, das bereits dynamische Klangveränderungen durch Luftdruck ermöglichte.
Die endgültige Form erhielt das Harmonium durch Alexandre-François Debain, der 1840/42 das erste Instrument unter dem Namen Harmonium patentieren ließ. Ausgestattet mit Fußpedal-Bälgen und Windmagazin setzte Debain technische Standards, die für das gesamte 19. Jahrhundert prägend blieben.
Debains ursprüngliches Harmonium war ein Druckwindinstrument, bei dem Luft aus einem Windmagazin durch Tastendruck freigegeben wird. In den USA entwickelten James Cahart und später Mason & Hamlin ab den 1860er-Jahren das Saugwindharmonium, bei dem Luft durch Unterdruck angesaugt wird. Dieses System war einfacher, günstiger und besser für die industrielle Fertigung geeignet – es dominierte ab ca. 1870 den Weltmarkt.
Das Harmonium wurde im späten 19. Jahrhundert durch europäische Missionare und Kolonialbeamte nach Indien eingeführt. Dort traf es auf eine reiche musikalische Tradition – und wurde rasch lokal angepasst und transformiert. Einen entscheidenden Innovationsschritt leistete Dwarkanath Ghose (Dwarkin & Sons, Kalkutta) im Jahr 1875. Er ersetzte die Fußbälge des europäischen Modells durch eine Handpumpe, um dem im Sitzen auf dem Boden ausgeübten Musizierstil in Indien gerecht zu werden. Zudem wurden Drone-Stops und Scale-Changer hinzugefügt, um spezifische Anforderungen der indischen Musik – etwa Ragas und Mikrointervalle – bedienen zu können.
Bis etwa 1915 hatte sich Indien zu einem führenden Produktionsstandort für Harmonien entwickelt, insbesondere in Bengal und Gujarat. Das sogenannte indische Handharmonium wurde zum neuen Standardinstrument und fand breite Verwendung in religiösen, klassischen und populären Musikstilen.
Im Laufe des 20. Jahrhunderts etablierte sich das Harmonium als zentrales Begleit- und Solo-Instrument in Süd- und Südostasien – etwa in Ghazal, Qawwali, Bhajan und der Hindustani-Klassik. Musiker wie Bhaiyya Ganpatrao führten das Instrument in den Thumri-Stil der Khayal-Tradition ein. Gleichzeitig war das Harmonium auch politisch umstritten. In der indischen Unabhängigkeitsbewegung galt es als Symbol westlicher Dominanz. Rabindranath Tagore nannte es gar „the bane of Indian music“. 1940 wurde es von All India Radio für klassische Musiksendungen verboten – ein Verbot, das erst 1971 gelockert wurde. Trotzdem blieb das indische Harmonium fester Bestandteil der südasiatischen Musikpraxis – bis heute.
Parallel zur Verbreitung des Harmoniums in Indien entwickelte sich im späten 19. Jahrhundert eine besondere Variante: das Reiseharmonium. Es war kompakt, klappbar, leicht zu transportieren und für extreme klimatische Bedingungen geeignet – ein ideales Instrument für Missionare, die in entlegenen Regionen tätig waren.
Christliche Missionsgesellschaften führten Reiseharmonien in zahlreiche Kolonialregionen ein – u. a. nach Indien, China und Japan. Sie dienten zur musikalischen Begleitung von Gottesdiensten, in Schulen, Missionsstationen und Hausandachten – insbesondere dort, wo große Pfeifenorgeln oder Klaviere unpraktikabel waren.
Reiseharmonien waren meist zurückklappbar, im Kofferformat verpackt, mit reduzierter Tastatur und wenigen Registern ausgestattet. Sie ersetzten sperrige Tasteninstrumente und waren ideal für improvisierte Gemeindebegleitung – etwa im Zeltgottesdienst oder in der Missionsschule. Gleichzeitig dienten sie als pädagogisches Werkzeug: zum Singen von Hymnen, zur Einstudierung von Chorstücken oder zur Vermittlung westlicher Notenschrift. In dieser Funktion hatten sie großen Einfluss auf das lokale Musikleben – insbesondere in Indien, wo das Harmonium schließlich zur kulturell transformierten, indigenen Form überging.
Bei dem vorliegenden Instrument handelt es sich um ein zusammenklappbares Reiseharmonium, gefertigt um 1875 von der Firma James Smith & Son, Liverpool. Das Gehäuse besteht aus poliertem Palisanderholz. Das Instrument ist in der originalen Reisetruhe überliefert, deren Seiten mit Messinghenkeln zur besseren Handhabung versehen sind.

Harmoium James Smith and Son, Liverpool ca. 1875 (geschlossen) – Eric Feller Collection
Das Instrument verfügt über eine Klaviatur mit Belägen aus Elfenbein und Rosenholz und einem Tonumfang von drei Oktaven (c – c³). Unterhalb der Tastatur befinden sich fünf Registerhebel zur Aktivierung der Klangregister (Clarinette, Flute, Forte, Celeste, [unleserlich]). Die Hebel sind mit kleinen, beschrifteten Keramikschildern versehen. Im ausgeklappten Zustand treten zwei mit Stoff bespannte Fußpedale hervor, in denen der Blasebalg integriert ist.

Harmoium James Smith and Son, Liverpool ca. 1875 (Register) – Eric Feller Collection
Auf der Oberseite des Instruments befindet sich die Signatur:
“By Special Appointment
76, 74, & 72 Lord St. – James Smith & Son Liverpool
To The Queen.”
Der Klang ist sehr kompakt, direkt und nasal gefärbt. Bedingt durch die kleinere Bauweise und das reduzierte Volumen des Resonanzkörpers verfügt das Instrument über eine geringere Klangfülle als größere Standharmonien, behält jedoch die typische Klangfarbe freischwingender Zungeninstrumente bei.

Harmoium James Smith and Son, Liverpool ca. 1875 (Signatur) – Eric Feller Collection
Die klangliche Ansprache ist unmittelbar und deutlich artikuliert, mit einer geringen Nachklangzeit. Die Register Flute oder Celeste erzeugen weichere, flötenartige Töne, während Forte oder Clarinette brillantere und durchsetzungsfähigere Klangfarben liefern. Obgleich das Instrument aufgrund seiner kompakten Bauweise klanglich limitiert ist, vermag es dennoch einen überraschend lebendigen und farblich differenzierten Ton zu entfalten, der sich durch die manuelle Steuerung des Luftdrucks subtil nuancieren lässt.

Harmoium James Smith and Son, Liverpool ca. 1875 (5) – Eric Feller Collection
Die Firma James Smith & Son (Music Sellers) Ltd. mit Sitz in der Lord Street 72–76 in Liverpool zählt zu den traditionsreichsten Musikalienhändlern Nordenglands. Ihre Entwicklung spiegelt nicht nur die Geschichte des Musikhandels im 19. und 20. Jahrhundert wider, sondern auch die tiefgreifenden Umbrüche, die die britische Musiklandschaft im Zuge von Industrialisierung, Kolonialgeschichte, Kriegseinwirkungen und Technologisierung durchlief.
Gegründet im Jahr 1825, etablierte sich James Smith & Son rasch als bedeutendes Musikfachgeschäft in einer der zentralen Geschäftsstraßen Liverpools. Die Lage an der Lord Street ermöglichte eine hohe Sichtbarkeit und gute Erreichbarkeit – ein entscheidender Standortvorteil in der aufstrebenden Hafen- und Industriestadt. Bereits in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts gehörte das Unternehmen zu den führenden Anbietern von Tasteninstrumenten, insbesondere Klavieren und Flügeln, aber auch Harmonien und Orgeln.
Ein Umbau der Geschäftsräume durch das renommierte Architekturbüro William Culshaw & Son in den Jahren 1874/75 verlieh dem Haus ein modernes Erscheinungsbild. Die Präsentation von Musikinstrumenten – insbesondere über 24 Konzertflügel – zeugte nicht nur von wirtschaftlicher Stärke, sondern auch von kulturellem Anspruch.1
Im Jahr 1912 wurde das Unternehmen von Ernest Sidney Wright übernommen, dessen Familie es über mehrere Generationen weiterführte. Unter seiner Leitung entwickelte sich James Smith & Son zum größten Notenhändler der Region Merseyside und zum Lieferanten für zahlreiche kulturelle Einrichtungen.
Besonders hervorzuheben ist die Rolle des Unternehmens in der Ausstattung transatlantischer Luxusliner der Cunard Line mit hochwertigen Konzertflügeln – eine Aufgabe, die sowohl handwerkliche Exzellenz als auch logistische Kompetenz voraussetzte. Die Geschäftsräume wurden zugleich als Veranstaltungsort für Konzerte prominenter Pianisten sowie als Prüfungsstätte für Musikgrade genutzt. Der Laden wurde somit zu einem kulturellen Zentrum weit über den bloßen Handel hinaus.2
Ein einschneidendes Ereignis stellte die Zerstörung der Geschäftsräume im Luftkrieg 1942 dar. Im Zuge der deutschen Luftangriffe auf Liverpool (The Blitz) fielen die Verkaufsräume und sämtliche Firmenarchive den Flammen zum Opfer. Damit gingen wesentliche Dokumente zur Frühgeschichte des Unternehmens unwiederbringlich verloren – ein Verlust, der die heutige historische Rekonstruktion erheblich erschwert.3
Nach dem Krieg veränderten sich sowohl das wirtschaftliche als auch das kulturelle Umfeld grundlegend. Mit dem Aufkommen neuer Medien, veränderten Konsumgewohnheiten und einem schwindenden Interesse an klassischer Hausmusik verlagerte sich auch der Schwerpunkt des Unternehmens.
Der Verkauf des letzten Konzertflügels im Jahr 1974 markierte symbolisch das Ende des aktiven Musikinstrumentenhandels bei James Smith & Son. In diesem Zusammenhang wurde auch der langjährige Stimmservice für das Liverpool Philharmonic Orchestra eingestellt – ein weiteres Indiz für die sich wandelnde Rolle des Unternehmens.4
Heute existiert die Firma weiterhin unter dem ursprünglichen Namen James Smith & Son (Music Sellers) Ltd., hat sich jedoch gänzlich auf den Verkauf von Fernseh- und Audiogeräten spezialisiert. Sie betreibt Filialen im Raum Southport und dem weiteren Umland von Liverpool. Die Traditionslinie wird somit gewahrt, wenn auch unter veränderten Bedingungen.
Trotz des Wandels bleibt die Geschichte des Unternehmens ein bedeutendes Zeugnis für die Rolle des Musikhandels in der britischen Stadt- und Kulturgeschichte. Sie zeigt exemplarisch, wie eng Handelsgeschichte, Kolonialismus, städtische Infrastruktur, Instrumentenbau und Musikkultur miteinander verflochten sind.
© Eric Feller – Early Keyboard Collection – Juni 2025
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]]>Der Beitrag Cabinet Piano John Broadwood and Sons ca. 1820 erschien zuerst auf Eric Feller Early Keyboard Instruments Collection.
]]>Das Cabinet Piano war eine aufrechte Klavierbauweise mit einem hohen, oft kunstvoll verzierten Gehäuse mit aufwendigen Holzintarsien, gedrechselten Säulen und eleganten Verzierungen, die sich in die Wohnräume des gehobenen Bürgertums einfügten. Im Gegensatz zu den kleineren Tafelklavieren bot es einen kräftigeren Klang und eine größere Saitenlänge, ohne so viel Platz wie ein Flügel zu beanspruchen. Der hohe Resonanzboden und die aufrechte Bauweise ermöglichten eine größere Saitenspannung, wodurch Cabinet Pianos ein volleres Klangvolumen als frühere Hausinstrumente erreichten. Ihre Popularität hielt bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts an, wurde jedoch schließlich durch das Cottage Piano, eine kompaktere und praktischere Variante des aufrechten Klaviers, verdrängt.
Das hier vorgestellte Instrument wurde um 1820 von John Broadwood and Sons in London gefertigt. Der Korpus besteht aus massivem Mahagoni und ist reich mit kunstvollen Messingapplikationen verziert, während die Frontpartie mit der original erhaltenen, gelben Seide bespannt ist. Stilistisch folgt das Instrument der Ästhetik des Regency-Stils, der sich durch elegante, klare Linienführung und aufwendige dekorative Elemente auszeichnet.
Die Untertasten sind mit Elfenbein und die Obertasten mit Ebenholz belegt. Das Instrument verfügt über zwei hölzerne Pedale (Dämpfungsaufhebung und una corda).
Die Hämmerchen sind mit Leder bezogen und das Instrument ist zweichörig besaitet. Bei der Mechanik handelt es sich um die englische double action mit Abstrakten.
Das Vorsatzbrett ist mit Messingintarsien verziert und trägt die Signatur:
„John Broadwood and Sons. / Makers to his Majesty and the Princesses /
Great Pulteney Street Golden Square
London „

Cabinet Piano J. Broadwood and Sons,ca. 1820 – Eric Feller Collection (Signatur Vorsatzbrett)
Die Seriennummer lautet: 2652. Die Stimmwirbel befinden sich oben. Unter der Tastatur befinden sich zwei kleine Fächer, die mit Türen verschlossen werden können. Beidseitig oberhalb der Tastatur befinden sich versenkbare Halterungen zur Aufnahme von Kerzenleuchtern, die bei Bedarf ausgefahren werden können. Das Instrument zeichnet sich durch eine außergewöhnliche Eleganz aus und überzeugt klanglich durch eine warme, volltönende Resonanz.
John Broadwood wurde am 6. Oktober 1732 in Oldhamstocks in der Nähe von Cockburnspath in Schottland geboren. Er erlernte den Beruf des Möbeltischlers wie schon sein Vater zuvor.
Im Jahr 1761 begann er bei Burkat Shudi (1702 – 1773) in London zu arbeiten und wurde 1770 sein Geschäftspartner. 1771 eröffnete er sein eigenes Geschäft in der Great Pulteney Street in London. John Broadwood heiratete 1769 Burkat Shudis Tochter Barbara in erster Ehe und hatte mit ihr vier Kinder. Nach dem frühen Tode (1776) seiner Frau heiratete er in zweiter Ehe 1781 Mary Kitson und hatte mit ihr sechs Kinder.
Er starb am 17. Juli 1812 in London.

Cabinet Piano J. Broadwood and Sons,ca. 1820 – Eric Feller Collection
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]]>Der Beitrag Longman and Broderip 1782 – Reiseklavier erschien zuerst auf Eric Feller Early Keyboard Instruments Collection.
]]>Reiseinstrumente sind in der Instrumentenbaugeschichte vereinzelt bereits seit dem 17. Jahrhundert belegt. Sie wurden nur selten gefertigt und meist auf expliziten Wunsch eines Kunden.
Für weitere Informationen zur Geschichte der Reiseinstrumente klicken Sie bitte hier.
Der Korpus des Instrumentes ist aus Mahagoni gefertigt und mit Bandintarsien aus unterschiedlichen Hölzern umrahmt. Er liegt auf einem einfachen Gestell aus Mahagoni auf und die vier Beine sind an den Enden mit Messingrollen versehen. Links neben der Klaviatur befindet sich ein Handregisterzug zur Dämpfungsaufhebung.
Das Instrument verfügt über eine einfache Single Action, Einzeldämpfer und ist durchgehend zweichörig besaitet. Das Vorsatzbrett ist mit mehrfarbigen, intarsierten Girlanden verziert und trägt in einer ovalen Kartusche die Aufschrift:
„Longman and Broderip
Musical Instrument Makers
No. 26 Cheapside and No. 13 Haymarket
London“
Die Tasten sind aus Elfenbein und Ebenholz gefertigt, wobei die Untertasten jeweils noch mit einer zusätzlichen Einkerbung verziert sind, die mit Eisengallustinte eingefärbt wurde. Dieses Detail ist als Verzierungselement bei Tasten von Cembali sehr gebräuchlich gewesen und findet sich hier als dekoratives Überbleibsel.

Longman and Broderip, London c. 1782 Reiseklavier – Eric Feller Collection (2)
Detaillierte Informationen über die Firma Longman & Broderip finden Sie hier!
Bisher ist lediglich ein weiteres Reiseklavier mit ähnlichen Spezifikationen von Longman and Broderip erhalten und befindet sich heute im Metropolitan Museum in New York. Das Instrument dort besitzt einen kleineren Umfang von nur 3 Oktaven und verfügt über noch geringere Abmaße.

Portable Square Piano by Longman & Broderip c. 1790 – Metropolitan Museum New York (1)

Portable Square Piano by Longman & Broderip c. 1790 – Metropolitan Museum New York (2)
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]]>Der Beitrag Dulcitone Thomas Machell and Sons ca. 1870 erschien zuerst auf Eric Feller Early Keyboard Instruments Collection.
]]>Zur gleichen Zeit wie Thomas Machell erfand der Franzose Victor Mustel 1866 das Typophone, ebenfalls ein Stimmgabelklavier wie das Dulcitone. Mustel experimentierte weiter und erfand schließlich 1886 die Célesta, welche er im demselben Jahr patentieren ließ. Das Dulcitone gilt heute als Vorläufer der Célesta.
Das Dulcitone in der Eric Feller Collection ist aus dunklem Mahagoni gefertigt und verfügt über einen Umfang von 5 Oktaven (AA – a3). Es handelt sich um das Modell F, welches den größten Umfang besitzt. Am vorderen rechten Bein ist ein hölzernes Pedal angebracht, mit dessen Hilfe man die Dämpfung betätigen kann. Die Tastatur ist aus Elfenbein und Ebenholz angefertigt. Die Instrumentenrückwand ist mit Laubsägearbeiten in Schreibschrift und rotem Tuch verziert und trägt den Schriftzug „Dulcitone„. Auf der vorderen Deckelklappe befindet sich die Signatur:
„Dulcitone
Patentees and Sole Makers
Thomas Machell and Sons
Glasgow, Scotland”
Machell fertigte in der Anfangszeit drei Modelle dieser Instrumente in unterschiedlichen Preisklassen an:
Später kamen andere Ausführungen, die dem Geschmack der Zeit unterlagen, hinzu.
Einen originalen Katalog der Firma finden Sie hier – klick hier.

Dulcitone Thomas Machell, Glasgow ca. 1870 – Eric Feller Collection (3)
Das Dulcitone kam aufgrund seiner Größe und dem Umstand, dass es sich nicht verstimmte besonders an Bord von Zügen und Schiffen zum Einsatz. Ebenfalls wurdes es häufig von Missionaren in abgelegene Gebiete mitgenommen, um dort Gottesdienste zu begleiten. Durch diesen Umstand gelangten viele dieser Instrumente in die unterschiedlichsten Regionen der Erde. Etwa 6.000 wurden hergestellt, aber nur wenige sind bis heute in spielbarem Zustand erhalten.

Hints on adjusting the Dulcitone
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]]>Der Beitrag Cottage Piano William Rolfe and Sons 1835 erschien zuerst auf Eric Feller Early Keyboard Instruments Collection.
]]>Der Korpus ist aus solidem Mahagoni mit dunklen Intarsien gefertigt und die Front ist mit roter Seide bespannt. Die Untertasten sind mit Elfenbein und die Obertasten mit Ebenholz belegt. An den Enden der Klaviatur sind jeweils zwei versenkbare Kerzenhalter angebracht, die über einen kleinen Knopf aus Elfenbein herausgezogen werden können. Das Instrument verfügt über zwei hölzerne Pedale (Dämpfungsaufhebung & una corda). Der Umfang beträgt 6 Oktaven (FF – f4). Die Hämmerchen sind durchgehend mit Filz bezogen und das Instrument ist zweichörig besaitet. Bei der Mechanik handelt es sich um die englische Double Action mit Abstrakten.
Das Vorsatzbrett ist mit verschiedenen Intarsien aus Messing verziert und trägt die Signatur:
„W. Rolfe & Sons
Manufacturers
112 Cheapside London”
Die Seriennummer lautet 1656 und ist auf dem Stimmstock zu finden. Unter der Tastatur befindet sich das Notenpult, welches in der zylinderförmigen Deckelklappe eingehängt werden kann.
Das Instrument stammt aus der ehemaligen Sammlung von Mary und Kenneth Mobbs in Bristol. Laut Unterlagen wurde es am 7.04.1977 von Rev. Gordon Robinson erworben. Während der Zeit im Besitz von Mary und Kenneth Mobbs wurde das Klavier an das Royal Academy of Music Museum verliehen und ausgestellt.

Cottage Piano W. Rolfe & Sons, London 1835 – Eric Feller Collection (Nameboard)
William Rolfe ist als Klavierbauer in der Zeit von 1785 bis etwa 1828 tätig gewesen. Seine Lebensdaten sind bisher nicht bekannt. In seiner Anfangszeit von 1785 arbeitet er zusammen mit Samuel Davis und die Firma wurde unter dem Namen Rolfe & Davis geführt. 1797 entwickelten die beiden ein Patent für einen Registerzug für „Turkish Music“ mit Becken und Trommeln. Hierbei wurde mit einem Schlegel beim Betätigen von unten gegen den Resonanzboden geschlagen. Dieses Patent ist nach R. Harding das bisher älteste Zeugnis einer solchen Veränderung in Form eines Janitscharenzugs, die später in den 1820er Jahren ihren Höhepunkt (besonders bei Wiener Instrumenten) fand und dann sehr schnell wieder verschwand.
Zeitgleich arbeitete William Rolfe als Instrumentenbauer und Musikverleger und war Partner von Thomas Culliford mit dem er Instrumente für die Firma Longman & Broderip herstellte. Er selbst verkaufte seine Instrumente auch unter seinem Namen. Nach dem Bankrott der Firma Longman & Broderip im Jahr 1796 arbeitete er nur noch unter seinem Namen. Im Jahr 1807 wurden seine beiden Söhne Nicholas und Thomas Partner in der Firma des Vaters. Ab 1814 wurde die Firma zu William Rolfe & Sons umbenannt und es kamen zusätzliche Räumlichkeiten in der London Wall Street No. 32 hinzu. Das Stammhaus lag jedoch seit der Gründung in der Cheapside 112. Ab ca. 1820 wurden Instrumente unter William Rolfe and Compy. vertrieben. Die Firma selbst bestand bis 1889.
Der Beitrag Cottage Piano William Rolfe and Sons 1835 erschien zuerst auf Eric Feller Early Keyboard Instruments Collection.
]]>Der Beitrag Cottage Piano John Broadwood and Sons 1833 erschien zuerst auf Eric Feller Early Keyboard Instruments Collection.
]]>Laut der Seriennummer wurde das Instrument 1833 in London hergestellt. Der Korpus ist aus solidem Mahagoni gefertigt und die Front ist mit grüner Seide bespannt. Die Untertasten sind mit Elfenbein und die Obertasten mit Ebenholz belegt. An den Enden der Klaviatur sind jeweils zwei versenkbare Kerzenhalter angebracht, die über einen kleinen Ring herausgezogen werden können. Das Instrument verfügt über zwei hölzerne Pedale (Dämpfungsaufhebung, Blindpedal (ohne Funktion)). Der Umfang beträgt 6 Oktaven (FF – f4). Die Hämmerchen sind durchgehend mit Filz bezogen und das Instrument ist zweichörig besaitet. Bei der Mechanik handelt es sich um die englische double action mit Abstrakten.
Das Vorsatzbrett ist mit verschiedenen Intarsien verziert und trägt die Signatur:
„John Broadwood and Sons. / Makers to his Majesty and the Princesses /
Great Pulteney Street Golden Square
London”
Auf dem Stimmstock befindet sich eine zweite Signatur:
„H. B.“ oder „J. B.“ (unleserlich)
Die Seriennummer lautet 1778 und ist auf dem Stimmstock zu finden.
Das Instrument stammt aus der ehemaligen Sammlung von Mary und Kenneth Mobbs in Bristol. Laut Unterlagen wurde das Instrument am 19.02.1986 von Rev. W. T. H. B. Davies erworben. Während der Zeit im Besitz von Mary und Kenneth Mobbs wurde das Klavier an das Royal Academy of Music Museum verliehen und ausgestellt.
John Broadwood wurde am 6. Oktober 1732 in Oldhamstocks in der Nähe von Cockburnspath in Schottland geboren. Er erlernte den Beruf des Möbeltischlers wie schon sein Vater zuvor.
Im Jahr 1761 begann er bei Burkat Shudi (1702 – 1773) in London zu arbeiten und wurde 1770 sein Geschäftspartner. 1771 eröffnete er sein eigenes Geschäft in der Great Pulteney Street in London. John Broadwood heiratete 1769 Burkat Shudis Tochter Barbara in erster Ehe und hatte mit ihr vier Kinder. Nach dem frühen Tode (1776) seiner Frau heiratete er in zweiter Ehe 1781 Mary Kitson und hatte mit ihr sechs Kinder. Er starb am 17. Juli 1812 in London. (vgl.: M. Clinkscale: Makers of the Piano 1700 – 1820, Oxford University Press 1999)
1823 – Cottage Piano – David Brenner, Riverside USA
1835 – Cottage Piano – Musée des Instruments de Musique, Brüssel Belgien
1840 – Cottage Piano – The Royal Academy of Music, London England
Der Beitrag Cottage Piano John Broadwood and Sons 1833 erschien zuerst auf Eric Feller Early Keyboard Instruments Collection.
]]>Der Beitrag Goulding & D’Almaine 1823 – 1834 erschien zuerst auf Eric Feller Early Keyboard Instruments Collection.
]]>Das Instrument wurde in der Zeit zwischen 1823 und 1834 von der Firma „Goulding & D’Almaine“ in London hergestellt. Der Korpus aus solidem Mahagoni ist im typischen „Regency-Stil“ gehalten. Die Front ist mit der originalen Seide bespannt. Die Untertasten sind mit Elfenbein und die Obertasten mit Ebenholz belegt. An den Enden der Klaviatur sind jeweils zwei versenkbare Kerzenhalter angebracht, die über einen kleinen Ring herausgezogen werden können. Das Instrument verfügt über drei hölzerne Pedale (Dämpfungsaufhebung, una corda und Deckelschweller). Die Verwendung von Deckelschwellern ist bei Tafelklavieren bekannt, allerdings wurden nur wenige aufrechte Instrumente damit ausgestattet. Im Inneren geht ein Hebel nach oben, der den Deckel des Klaviers via Pedal heben und senken kann. Der Umfang beträgt 6 Oktaven (FF – f4). Die Hämmerchen sind durchgehend mit Filz bezogen und das Instrument ist zweichörig besaitet. Bei der Mechanik handelt es sich um die englische double action mit Abstrakten. Das Vorsatzbrett ist mit verschiedenen Intarsien verziert und trägt die Signatur:
„Patent
Goulding & D’Almaine
20 Soho Square
London“
Auf der Mechanik befindet sich eine zweite handschriftliche Signatur:
„M. Scott Dealer + Tuner Bath“
Daraus geht hervor, dass das Instrument mit hoher Wahrscheinlichkeit aus Bath oder der umliegenden Region stammt. Bath war im 18. und frühen 19. Jahrhundert ein beliebter Kurort der oft kunstsinnigen Aristokratie.
Das Instrument besticht durch seine kleinen Abmaße und hervorragende Verarbeitung.
Die Firma „Goulding & D’Almaine“ wurde 1785 von George Goulding in der James Street Nr. 25, Covent Garden gegründet. 1798 wurden Thomas D’Almaine und Phipps (ein Vorname ist bisher nicht bekannt) Teilhaber und die Firma trug den Namen „Goulding, Phipps & D’Almaine“ bis ca. 1810. Teilweise trat in dieser Zeit auch der Firmenname „Goulding & Co.“ auf. Nachdem um 1810 Phipps aus der Firma ausschied, trat ein weiterer Teilhaber mit dem Namen Potter in die Firma ein. Auch hier ist bisher kein Vorname bekannt. Die Firma trug ab diesem Zeitpunkt den Namen „Goulding, D’Almaine, Potter & Co.“ und hatte ihren Sitz in der Bond Street Nr. 124, von wo sie 1810/11 zum Soho Square Nr. 20 umzog. In der Zeit von 1803 bis 1816 hatte die Firma eine Filiale in der Westmoreland Street Nr. 7 in Dublin. 1823 verließ Potter die Firma und sie trug ab da (bis 1834) den Namen „Goulding & D’Almaine“ bzw. „Goulding, D’Almaine & Co.“ (die Firma baute nicht nur Instrumente sondern fungierte auch als Musikverlag; verschiedene Notenausgaben aus der Zeit zeigen beide Firmennamen). Der Name „D’Almaine, Potter, Wood & Co.“ tritt ab 1834 bis ca. 1840 auf, als James Wood (ein Instrumentenbauer für Holzblasinstrumente) Teilhaber der Firma wurde. Zu dieser Zeit war Gouldings Neffe Thomas Mackinley schon Teilhaber der Firma geworden. 1847 zog sich George Goulding ganz aus der Firma zurück und sein Neffe übernahm die Firma bis zu seinem Tod. (vgl. M. Clinkscale: Makers of the Piano 1700 – 1820, Oxford University Press 1999)
Der Beitrag Goulding & D’Almaine 1823 – 1834 erschien zuerst auf Eric Feller Early Keyboard Instruments Collection.
]]>Der Beitrag Cabinet Piano John Broadwood and Sons ca. 1835 erschien zuerst auf Eric Feller Early Keyboard Instruments Collection.
]]>Der Korpus ist aus massivem Mahagoni und reich mit hölzernen Applikationen verziert. Die Front ist mit der originalen roten Seide bespannt. Das gesamte Instrument ist im typischen „Regency-Stil“ gehalten.
Die Untertasten sind mit Elfenbein und die Obertasten mit Ebenholz belegt. Das Instrument verfügt über zwei hölzerne Pedale (Dämpfungsaufhebung und una corda).
Die Hämmerchen sind mit Leder bezogen und das Instrument ist zweichörig besaitet. Bei der Mechanik handelt es sich um die englische double action mit Abstrakten.
Das Vorsatzbrett ist mit Messingintarsien verziert und trägt die Signatur:
„John Broadwood and Sons. / Makers to his Majesty and the Princesses /
Great Pulteney Street London Golden Square“
Die Seriennummer ist handschriftlich auf der ersten Taste zu finden und lautet: 6853. Die Stimmwirbel befinden sich oben. Unter der Tastatur befinden sich zwei kleine Fächer, die mit Türen verschlossen werden können.
John Broadwood wurde am 6. Oktober 1732 in Oldhamstocks in der Nähe von Cockburnspath in Schottland geboren. Er erlernte den Beruf des Möbeltischlers wie schon sein Vater zuvor.
Im Jahr 1761 begann er bei Burkat Shudi (1702 – 1773) in London zu arbeiten und wurde 1770 sein Geschäftspartner. 1771 eröffnete er sein eigenes Geschäft in der Great Pulteney Street in London. John Broadwood heiratete 1769 Burkat Shudis Tochter Barbara in erster Ehe und hatte mit ihr vier Kinder. Nach dem frühen Tode (1776) seiner Frau heiratete er in zweiter Ehe 1781 Mary Kitson und hatte mit ihr sechs Kinder. Er starb am 17. Juli 1812 in London.
Der Beitrag Cabinet Piano John Broadwood and Sons ca. 1835 erschien zuerst auf Eric Feller Early Keyboard Instruments Collection.
]]>Der Beitrag Reiseklavier Luigi Violi 1768 erschien zuerst auf Eric Feller Early Keyboard Instruments Collection.
]]>Dieses ungewöhnliche und sehr kleine Reiseklavier in Tafelklavierform wurde von Luigi Violi in Bologna gefertigt.
Das Instrument ist aus Nussholz gefertigt und verfügt über kein Gestell oder Beine. An den Enden beider Seiten sind kleine Tragegriffe aus Messing angebracht.
Im Inneren ist die gesamte Mechanik mit einem Staubboden abgedeckt, der mit grüner Seide bespannt ist. In diesen Staubboden ist das Notenpult integriert. Unterhalb des Staubbodens befindet sich eine handschriftliche Signatur, dass der Staubboden 1838 mit neuer Seide ausgekleidet wurde.
Auf dem Vorsatzbrett befindet sich in einer kleinen Porzellankartusche die Signatur:
„No. 129
Luigi Violi Fece
Bologna Anno 1768“
Der Umfang des Instrumentes beträgt 4 Oktaven mit kurzer Oktave im Bass (C, F – f3) und es verfügt über eine einfache Prellmechanik. Ein kleiner Handregisterzug für einen Harfenzug befindet sich rechts der Tastatur.
Bei der Signatur „No. 129“ handelt es sich wahrscheinlich um die Fertigungsnummer des Instrumentes.
Bisher sind keine weiteren Instrumente von Luigi Violi erhalten.
Der Beitrag Reiseklavier Luigi Violi 1768 erschien zuerst auf Eric Feller Early Keyboard Instruments Collection.
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