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Sonstige – Eric Feller Early Keyboard Instruments Collection https://www.ericfeller.de Private Collection Wed, 30 Jul 2025 15:10:39 +0000 de hourly 1 https://wordpress.org/?v=5.5.24 Reiseharmonium James Smith and Son, ca. 1875 https://www.ericfeller.de/instrumente/reiseharmonium-james-smith-and-son-ca-1875/ Wed, 30 Jul 2025 14:52:20 +0000 https://www.ericfeller.de/?post_type=instrumente&p=1122 Die Entstehung des Harmoniums allgemein Die Wurzeln des Harmoniums liegen im Spannungsfeld zwischen europäischer Orgeltradition und asiatischen Mundorgeln wie dem chinesischen sheng. Bereits 1779 konstruierte Christian Gottlieb Kratzenstein in Kopenhagen ein erstes Zungeninstrument mit freien schwingenden Metallzungen (free reeds), inspiriert durch chinesische Vorbilder. Ab etwa 1810 wurden in Deutschland mit der Aeoline (Eschenbach & Schlimbach) […]

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Die Entstehung des Harmoniums allgemein

Die Wurzeln des Harmoniums liegen im Spannungsfeld zwischen europäischer Orgeltradition und asiatischen Mundorgeln wie dem chinesischen sheng. Bereits 1779 konstruierte Christian Gottlieb Kratzenstein in Kopenhagen ein erstes Zungeninstrument mit freien schwingenden Metallzungen (free reeds), inspiriert durch chinesische Vorbilder. Ab etwa 1810 wurden in Deutschland mit der Aeoline (Eschenbach & Schlimbach) und der Physharmonika (Anton Haeckl) erste eigenständige Instrumente mit Tastatur und Pedalantrieb gebaut – als unmittelbare Vorläufer des Harmoniums. Ein bedeutender Schritt erfolgte um 1833 mit dem orgue expressif von Gabriel Joseph Grenié in Frankreich, das bereits dynamische Klangveränderungen durch Luftdruck ermöglichte.

Die endgültige Form erhielt das Harmonium durch Alexandre-François Debain, der 1840/42 das erste Instrument unter dem Namen Harmonium patentieren ließ. Ausgestattet mit Fußpedal-Bälgen und Windmagazin setzte Debain technische Standards, die für das gesamte 19. Jahrhundert prägend blieben.

 

Technische Varianten: Druckwind- und Saugwind-Systeme

Debains ursprüngliches Harmonium war ein Druckwindinstrument, bei dem Luft aus einem Windmagazin durch Tastendruck freigegeben wird. In den USA entwickelten James Cahart und später Mason & Hamlin ab den 1860er-Jahren das Saugwindharmonium, bei dem Luft durch Unterdruck angesaugt wird. Dieses System war einfacher, günstiger und besser für die industrielle Fertigung geeignet – es dominierte ab ca. 1870 den Weltmarkt.

 

Das Harmonium und seine Entwicklung in Indien

Das Harmonium wurde im späten 19. Jahrhundert durch europäische Missionare und Kolonialbeamte nach Indien eingeführt. Dort traf es auf eine reiche musikalische Tradition – und wurde rasch lokal angepasst und transformiert. Einen entscheidenden Innovationsschritt leistete Dwarkanath Ghose (Dwarkin & Sons, Kalkutta) im Jahr 1875. Er ersetzte die Fußbälge des europäischen Modells durch eine Handpumpe, um dem im Sitzen auf dem Boden ausgeübten Musizierstil in Indien gerecht zu werden. Zudem wurden Drone-Stops und Scale-Changer hinzugefügt, um spezifische Anforderungen der indischen Musik – etwa Ragas und Mikrointervalle – bedienen zu können.

Bis etwa 1915 hatte sich Indien zu einem führenden Produktionsstandort für Harmonien entwickelt, insbesondere in Bengal und Gujarat. Das sogenannte indische Handharmonium wurde zum neuen Standardinstrument und fand breite Verwendung in religiösen, klassischen und populären Musikstilen.

 

Integration und Kontroversen

Im Laufe des 20. Jahrhunderts etablierte sich das Harmonium als zentrales Begleit- und Solo-Instrument in Süd- und Südostasien – etwa in Ghazal, Qawwali, Bhajan und der Hindustani-Klassik. Musiker wie Bhaiyya Ganpatrao führten das Instrument in den Thumri-Stil der Khayal-Tradition ein. Gleichzeitig war das Harmonium auch politisch umstritten. In der indischen Unabhängigkeitsbewegung galt es als Symbol westlicher Dominanz. Rabindranath Tagore nannte es gar „the bane of Indian music“. 1940 wurde es von All India Radio für klassische Musiksendungen verboten – ein Verbot, das erst 1971 gelockert wurde. Trotzdem blieb das indische Harmonium fester Bestandteil der südasiatischen Musikpraxis – bis heute.

 

Reiseharmonien im späten 19. Jahrhundert

Parallel zur Verbreitung des Harmoniums in Indien entwickelte sich im späten 19. Jahrhundert eine besondere Variante: das Reiseharmonium. Es war kompakt, klappbar, leicht zu transportieren und für extreme klimatische Bedingungen geeignet – ein ideales Instrument für Missionare, die in entlegenen Regionen tätig waren.

Christliche Missionsgesellschaften führten Reiseharmonien in zahlreiche Kolonialregionen ein – u. a. nach Indien, China und Japan. Sie dienten zur musikalischen Begleitung von Gottesdiensten, in Schulen, Missionsstationen und Hausandachten – insbesondere dort, wo große Pfeifenorgeln oder Klaviere unpraktikabel waren.

  • In China wurde das Harmonium ab den 1890er-Jahren in Missionsschulen für den Unterricht westlicher Hymnen und Musiktheorie eingesetzt.
  • In Japan wurde es während der Meiji-Zeit (1868–1912) in christlichen Bildungseinrichtungen eingeführt. Der spätere Instrumentenbauer Yamaha war einer der ersten japanischen Hersteller solcher Harmonien.
  • Auch in Indien wurde das Harmonium durch Missionskreise verbreitet und fand dort rasch lokalen Anschluss und Anpassung (siehe oben).

Reiseharmonien waren meist zurückklappbar, im Kofferformat verpackt, mit reduzierter Tastatur und wenigen Registern ausgestattet. Sie ersetzten sperrige Tasteninstrumente und waren ideal für improvisierte Gemeindebegleitung – etwa im Zeltgottesdienst oder in der Missionsschule. Gleichzeitig dienten sie als pädagogisches Werkzeug: zum Singen von Hymnen, zur Einstudierung von Chorstücken oder zur Vermittlung westlicher Notenschrift. In dieser Funktion hatten sie großen Einfluss auf das lokale Musikleben – insbesondere in Indien, wo das Harmonium schließlich zur kulturell transformierten, indigenen Form überging.

 

Das Reiseharmonium von James Smith & Son

Bei dem vorliegenden Instrument handelt es sich um ein zusammenklappbares Reiseharmonium, gefertigt um 1875 von der Firma James Smith & Son, Liverpool. Das Gehäuse besteht aus poliertem Palisanderholz. Das Instrument ist in der originalen Reisetruhe überliefert, deren Seiten mit Messinghenkeln zur besseren Handhabung versehen sind.

Harmoium James Smith and Son, Liverpool ca. 1875 (3) - Eric Feller Collection

Harmoium James Smith and Son, Liverpool ca. 1875 (geschlossen) – Eric Feller Collection

 

Das Instrument verfügt über eine Klaviatur mit Belägen aus Elfenbein und Rosenholz und einem Tonumfang von drei Oktaven (c – c³). Unterhalb der Tastatur befinden sich fünf Registerhebel zur Aktivierung der Klangregister (Clarinette, Flute, Forte, Celeste, [unleserlich]). Die Hebel sind mit kleinen, beschrifteten Keramikschildern versehen. Im ausgeklappten Zustand treten zwei mit Stoff bespannte Fußpedale hervor, in denen der Blasebalg integriert ist.

Harmoium James Smith and Son, Liverpool ca. 1875 (7) - Eric Feller Collection

Harmoium James Smith and Son, Liverpool ca. 1875 (Register) – Eric Feller Collection

 

Auf der Oberseite des Instruments befindet sich die Signatur:

“By Special Appointment

76, 74, & 72 Lord St. – James Smith & Son Liverpool

To The Queen.”

Der Klang ist sehr kompakt, direkt und nasal gefärbt. Bedingt durch die kleinere Bauweise und das reduzierte Volumen des Resonanzkörpers verfügt das Instrument über eine geringere Klangfülle als größere Standharmonien, behält jedoch die typische Klangfarbe freischwingender Zungeninstrumente bei.

Harmoium James Smith and Son, Liverpool ca. 1875 (6) - Eric Feller Collection

Harmoium James Smith and Son, Liverpool ca. 1875 (Signatur) – Eric Feller Collection

 

Die klangliche Ansprache ist unmittelbar und deutlich artikuliert, mit einer geringen Nachklangzeit. Die Register Flute oder Celeste erzeugen weichere, flötenartige Töne, während Forte oder Clarinette brillantere und durchsetzungsfähigere Klangfarben liefern. Obgleich das Instrument aufgrund seiner kompakten Bauweise klanglich limitiert ist, vermag es dennoch einen überraschend lebendigen und farblich differenzierten Ton zu entfalten, der sich durch die manuelle Steuerung des Luftdrucks subtil nuancieren lässt.

Harmoium James Smith and Son, Liverpool ca. 1875 (5) - Eric Feller Collection

Harmoium James Smith and Son, Liverpool ca. 1875 (5) – Eric Feller Collection

 

James Smith & Son (Music Sellers), Liverpool

Die Firma James Smith & Son (Music Sellers) Ltd. mit Sitz in der Lord Street 72–76 in Liverpool zählt zu den traditionsreichsten Musikalienhändlern Nordenglands. Ihre Entwicklung spiegelt nicht nur die Geschichte des Musikhandels im 19. und 20. Jahrhundert wider, sondern auch die tiefgreifenden Umbrüche, die die britische Musiklandschaft im Zuge von Industrialisierung, Kolonialgeschichte, Kriegseinwirkungen und Technologisierung durchlief.

 

1. Gründung und Aufstieg (1825–1912)

Gegründet im Jahr 1825, etablierte sich James Smith & Son rasch als bedeutendes Musikfachgeschäft in einer der zentralen Geschäftsstraßen Liverpools. Die Lage an der Lord Street ermöglichte eine hohe Sichtbarkeit und gute Erreichbarkeit – ein entscheidender Standortvorteil in der aufstrebenden Hafen- und Industriestadt. Bereits in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts gehörte das Unternehmen zu den führenden Anbietern von Tasteninstrumenten, insbesondere Klavieren und Flügeln, aber auch Harmonien und Orgeln.

Ein Umbau der Geschäftsräume durch das renommierte Architekturbüro William Culshaw & Son in den Jahren 1874/75 verlieh dem Haus ein modernes Erscheinungsbild. Die Präsentation von Musikinstrumenten – insbesondere über 24 Konzertflügel – zeugte nicht nur von wirtschaftlicher Stärke, sondern auch von kulturellem Anspruch.1

 

2. Die Ära Wright und das goldene Zeitalter (1912–1939)

Im Jahr 1912 wurde das Unternehmen von Ernest Sidney Wright übernommen, dessen Familie es über mehrere Generationen weiterführte. Unter seiner Leitung entwickelte sich James Smith & Son zum größten Notenhändler der Region Merseyside und zum Lieferanten für zahlreiche kulturelle Einrichtungen.

Besonders hervorzuheben ist die Rolle des Unternehmens in der Ausstattung transatlantischer Luxusliner der Cunard Line mit hochwertigen Konzertflügeln – eine Aufgabe, die sowohl handwerkliche Exzellenz als auch logistische Kompetenz voraussetzte. Die Geschäftsräume wurden zugleich als Veranstaltungsort für Konzerte prominenter Pianisten sowie als Prüfungsstätte für Musikgrade genutzt. Der Laden wurde somit zu einem kulturellen Zentrum weit über den bloßen Handel hinaus.2

 

3. Zerstörung im Zweiten Weltkrieg und Verlust des Firmenarchivs

Ein einschneidendes Ereignis stellte die Zerstörung der Geschäftsräume im Luftkrieg 1942 dar. Im Zuge der deutschen Luftangriffe auf Liverpool (The Blitz) fielen die Verkaufsräume und sämtliche Firmenarchive den Flammen zum Opfer. Damit gingen wesentliche Dokumente zur Frühgeschichte des Unternehmens unwiederbringlich verloren – ein Verlust, der die heutige historische Rekonstruktion erheblich erschwert.3

 

4. Struktureller Wandel und Aufgabe des Instrumentenhandels (1945–1974)

Nach dem Krieg veränderten sich sowohl das wirtschaftliche als auch das kulturelle Umfeld grundlegend. Mit dem Aufkommen neuer Medien, veränderten Konsumgewohnheiten und einem schwindenden Interesse an klassischer Hausmusik verlagerte sich auch der Schwerpunkt des Unternehmens.

Der Verkauf des letzten Konzertflügels im Jahr 1974 markierte symbolisch das Ende des aktiven Musikinstrumentenhandels bei James Smith & Son. In diesem Zusammenhang wurde auch der langjährige Stimmservice für das Liverpool Philharmonic Orchestra eingestellt – ein weiteres Indiz für die sich wandelnde Rolle des Unternehmens.4

 

5. Gegenwart: Vom Musikalienhändler zum Elektronikfachgeschäft

Heute existiert die Firma weiterhin unter dem ursprünglichen Namen James Smith & Son (Music Sellers) Ltd., hat sich jedoch gänzlich auf den Verkauf von Fernseh- und Audiogeräten spezialisiert. Sie betreibt Filialen im Raum Southport und dem weiteren Umland von Liverpool. Die Traditionslinie wird somit gewahrt, wenn auch unter veränderten Bedingungen.

Trotz des Wandels bleibt die Geschichte des Unternehmens ein bedeutendes Zeugnis für die Rolle des Musikhandels in der britischen Stadt- und Kulturgeschichte. Sie zeigt exemplarisch, wie eng Handelsgeschichte, Kolonialismus, städtische Infrastruktur, Instrumentenbau und Musikkultur miteinander verflochten sind.

 

Literaturverzeichnis

  1. Bygone Liverpool, „Lord Molyneux’s House and the Early Development of Lord Street, Liverpool“, https://bygoneliverpool.wordpress.com/2021/02/14/lord-molyneuxs-house-and-the-early-development-of-lord-street-liverpool/.
  2. Facebook-Beitrag zur Geschichte von James Smith & Son (Music Sellers), https://www.facebook.com/photo.php?fbid=741153039382821&id=127403904091074.
  3. British Record Shop Archive, „James Smith & Son, Liverpool“, https://britishrecordshoparchive.org/shops/james-smith–son/.

© Eric Feller – Early Keyboard Collection – Juni 2025

 

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Cabinet Piano John Broadwood and Sons ca. 1820 https://www.ericfeller.de/instrumente/cabinet-piano-john-broadwood-and-sons-ca-1820/ Mon, 17 Feb 2025 13:46:47 +0000 https://www.ericfeller.de/?post_type=instrumente&p=1081 Zu Beginn des 19. Jahrhunderts erlebte die Klavierbaukunst in England eine Phase bedeutender Innovationen und stilistischer Entwicklungen. Eines der markantesten und imposantesten Instrumente dieser Zeit war das Cabinet Piano, eine Bauform, die sich in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts zunehmender Beliebtheit erfreute und seine Blütezeit in den 1820er und 1830er Jahre erlebte. Das Cabinet […]

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Zu Beginn des 19. Jahrhunderts erlebte die Klavierbaukunst in England eine Phase bedeutender Innovationen und stilistischer Entwicklungen. Eines der markantesten und imposantesten Instrumente dieser Zeit war das Cabinet Piano, eine Bauform, die sich in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts zunehmender Beliebtheit erfreute und seine Blütezeit in den 1820er und 1830er Jahre erlebte.

Das Cabinet Piano war eine aufrechte Klavierbauweise mit einem hohen, oft kunstvoll verzierten Gehäuse mit aufwendigen Holzintarsien, gedrechselten Säulen und eleganten Verzierungen, die sich in die Wohnräume des gehobenen Bürgertums einfügten. Im Gegensatz zu den kleineren Tafelklavieren bot es einen kräftigeren Klang und eine größere Saitenlänge, ohne so viel Platz wie ein Flügel zu beanspruchen. Der hohe Resonanzboden und die aufrechte Bauweise ermöglichten eine größere Saitenspannung, wodurch Cabinet Pianos ein volleres Klangvolumen als frühere Hausinstrumente erreichten. Ihre Popularität hielt bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts an, wurde jedoch schließlich durch das Cottage Piano, eine kompaktere und praktischere Variante des aufrechten Klaviers, verdrängt.

Das hier vorgestellte Instrument wurde um 1820 von John Broadwood and Sons in London gefertigt. Der Korpus besteht aus massivem Mahagoni und ist reich mit kunstvollen Messingapplikationen verziert, während die Frontpartie mit der original erhaltenen, gelben Seide bespannt ist. Stilistisch folgt das Instrument der Ästhetik des Regency-Stils, der sich durch elegante, klare Linienführung und aufwendige dekorative Elemente auszeichnet.

Die Untertasten sind mit Elfenbein und die Obertasten mit Ebenholz belegt. Das Instrument verfügt über zwei hölzerne Pedale (Dämpfungsaufhebung und una corda).

Die Hämmerchen sind mit Leder bezogen und das Instrument ist zweichörig besaitet. Bei der Mechanik handelt es sich um die englische double action mit Abstrakten.

Das Vorsatzbrett ist mit Messingintarsien verziert und trägt die Signatur:

„John Broadwood and Sons. / Makers to his Majesty and the Princesses /

Great Pulteney Street Golden Square

London „

Cabinet Piano J. Broadwood and Sons,ca. 1820 - Eric Feller Collection (4)

Cabinet Piano J. Broadwood and Sons,ca. 1820 – Eric Feller Collection (Signatur Vorsatzbrett)

 

Die Seriennummer lautet: 2652. Die Stimmwirbel befinden sich oben. Unter der Tastatur befinden sich zwei kleine Fächer, die mit Türen verschlossen werden können. Beidseitig oberhalb der Tastatur befinden sich versenkbare Halterungen zur Aufnahme von Kerzenleuchtern, die bei Bedarf ausgefahren werden können. Das Instrument zeichnet sich durch eine außergewöhnliche Eleganz aus und überzeugt klanglich durch eine warme, volltönende Resonanz.

 

John Broadwood wurde am 6. Oktober 1732 in Oldhamstocks in der Nähe von Cockburnspath in Schottland geboren. Er erlernte den Beruf des Möbeltischlers wie schon sein Vater zuvor.

Im Jahr 1761 begann er bei Burkat Shudi (1702 – 1773) in London zu arbeiten und wurde 1770 sein Geschäftspartner. 1771 eröffnete er sein eigenes Geschäft in der Great Pulteney Street in London. John Broadwood heiratete 1769 Burkat Shudis Tochter Barbara in erster Ehe und hatte mit ihr vier Kinder. Nach dem frühen Tode (1776) seiner Frau heiratete er in zweiter Ehe 1781 Mary Kitson und hatte mit ihr sechs Kinder.

Er starb am 17. Juli 1812 in London.

 

 

 

Weitere erhaltene Cabinet Pianos von John Broadwood and Sons:

  • 1827/28 Cabinet Piano (No. 3538) – Gemeentemuseum, Den Haag Niederlande
  • 1828/29 Cabinet Piano (No. 4042) – Metropolitan Museum of Art, New York USA
Cabinet Piano J. Broadwood and Sons,ca. 1820 - Eric Feller Collection (1)

Cabinet Piano J. Broadwood and Sons,ca. 1820 – Eric Feller Collection

 

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Longman and Broderip 1782 – Reiseklavier https://www.ericfeller.de/instrumente/longman-and-broderip-1782-reiseklavier/ Fri, 08 Oct 2021 09:24:44 +0000 https://www.ericfeller.de/?post_type=instrumente&p=747 Dieses kleine und seltene Tafelklavier wurde um 1782 von der Traditionsfirma Longman and Broderip in London gefertigt. Es besitzt im Vergleich zu anderen Instrumenten der Zeit eine geringere Größe und einen kleineren Umfang der Tastatur von nur 4 ½ Oktaven. Es ist das bisher einzige bekannte Instrument der Firma Longman and Broderip weltweit mit diesen […]

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Dieses kleine und seltene Tafelklavier wurde um 1782 von der Traditionsfirma Longman and Broderip in London gefertigt. Es besitzt im Vergleich zu anderen Instrumenten der Zeit eine geringere Größe und einen kleineren Umfang der Tastatur von nur 4 ½ Oktaven. Es ist das bisher einzige bekannte Instrument der Firma Longman and Broderip weltweit mit diesen Spezifikationen. Aufgrund der geringen Abmaße und des kleinen Klaviaturumfangs handelt es sich bei diesem Instrument um ein Reiseklavier, welches leicht und einfach zu transportieren war und so die Möglichkeiten bot, auch auf Reisen musizieren und üben zu können.

Reiseinstrumente sind in der Instrumentenbaugeschichte vereinzelt bereits seit dem 17. Jahrhundert belegt. Sie wurden nur selten gefertigt und meist auf expliziten Wunsch eines Kunden.

Für weitere Informationen zur Geschichte der Reiseinstrumente klicken Sie bitte hier.

Der Korpus des Instrumentes ist aus Mahagoni gefertigt und mit Bandintarsien aus unterschiedlichen Hölzern umrahmt. Er liegt auf einem einfachen Gestell aus Mahagoni auf und die vier Beine sind an den Enden mit Messingrollen versehen. Links neben der Klaviatur befindet sich ein Handregisterzug zur Dämpfungsaufhebung.

Das Instrument verfügt über eine einfache Single Action, Einzeldämpfer und ist durchgehend zweichörig besaitet. Das Vorsatzbrett ist mit mehrfarbigen, intarsierten Girlanden verziert und trägt in einer ovalen Kartusche die Aufschrift:

„Longman and Broderip

Musical Instrument Makers

No. 26 Cheapside and No. 13 Haymarket

London“

Die Tasten sind aus Elfenbein und Ebenholz gefertigt, wobei die Untertasten jeweils noch mit einer zusätzlichen Einkerbung verziert sind, die mit Eisengallustinte eingefärbt wurde. Dieses Detail ist als Verzierungselement bei Tasten von Cembali sehr gebräuchlich gewesen und findet sich hier als dekoratives Überbleibsel.

Longman and Broderip, London c. 1782 Reiseklavier - Eric Feller Collection (2)

Longman and Broderip, London c. 1782 Reiseklavier – Eric Feller Collection (2)

Detaillierte Informationen über die Firma Longman & Broderip finden Sie hier!

 

Bisher ist lediglich ein weiteres Reiseklavier mit ähnlichen Spezifikationen von Longman and Broderip erhalten und befindet sich heute im Metropolitan Museum in New York. Das Instrument dort besitzt einen kleineren Umfang von nur 3 Oktaven und verfügt über noch geringere Abmaße.

Portable Square Piano by Longman & Broderip c. 1790 - Metropolitan Museum New York (1)

Portable Square Piano by Longman & Broderip c. 1790 – Metropolitan Museum New York (1)

Portable Square Piano by Longman & Broderip c. 1790 - Metropolitan Museum New York (2)

Portable Square Piano by Longman & Broderip c. 1790 – Metropolitan Museum New York (2)

 

 

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Dulcitone Thomas Machell and Sons ca. 1870 https://www.ericfeller.de/instrumente/dulcitone-thomas-machell-and-sons-ca-1870/ Wed, 22 Sep 2021 14:27:56 +0000 https://www.ericfeller.de/?post_type=instrumente&p=741 Bei einem Dulcitone handelt es sich um schottisches Tasteninstrument, welches zu der Gruppe der Idiophone gezählt wird. Mittels einer Tastatur und befilzten Hämmern werden Stimmgabeln in Schwingung versetzt und erzeugen den Ton. Das Instrument wurde 1864 von Thomas Machell in Glasgow erfunden. Erste Versuche einer solchen Klangerzeugung verfolgte der Ire Charles Glagetti. Im Jahr 1788 […]

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Bei einem Dulcitone handelt es sich um schottisches Tasteninstrument, welches zu der Gruppe der Idiophone gezählt wird. Mittels einer Tastatur und befilzten Hämmern werden Stimmgabeln in Schwingung versetzt und erzeugen den Ton. Das Instrument wurde 1864 von Thomas Machell in Glasgow erfunden. Erste Versuche einer solchen Klangerzeugung verfolgte der Ire Charles Glagetti. Im Jahr 1788 baute er ein Instrument mit dem Namen Aiuton, bei dem ebenfalls Stimmgabeln von Hämmerchen über eine Tastatur angeschlagen wurden.

Zur gleichen Zeit wie Thomas Machell erfand der Franzose Victor Mustel 1866 das Typophone, ebenfalls ein Stimmgabelklavier wie das Dulcitone. Mustel experimentierte weiter und erfand schließlich 1886 die Célesta, welche er im demselben Jahr patentieren ließ. Das Dulcitone gilt heute als Vorläufer der Célesta.

Das Dulcitone in der Eric Feller Collection ist aus dunklem Mahagoni gefertigt und verfügt über einen Umfang von 5 Oktaven (AA – a3). Es handelt sich um das Modell F, welches den größten Umfang besitzt. Am vorderen rechten Bein ist ein hölzernes Pedal angebracht, mit dessen Hilfe man die Dämpfung betätigen kann. Die Tastatur ist aus Elfenbein und Ebenholz angefertigt. Die Instrumentenrückwand ist mit Laubsägearbeiten in Schreibschrift und rotem Tuch verziert und trägt den Schriftzug „Dulcitone„. Auf der vorderen Deckelklappe befindet sich die Signatur:

„Dulcitone

Patentees and Sole Makers

Thomas Machell and Sons

Glasgow, Scotland”

Machell fertigte in der Anfangszeit drei Modelle dieser Instrumente in unterschiedlichen Preisklassen an:

  • Modell B: 3½ Oktaven in Mahagoni (Chippendale-Form) oder Eiche (geräuchert) komplett mit Klappständer für £12
  • Modell R: 4 Oktaven in Mahagoni oder Eiche für £15
  • Modell F: 5 Oktaven in Mahagoni oder Eiche für £18.

Später kamen andere Ausführungen, die dem Geschmack der Zeit unterlagen, hinzu.

 

Einen originalen Katalog der Firma finden Sie hier – klick hier.

Dulcitone Thomas Machell, Glasgow ca. 1870 - Eric Feller Collection (3)

Dulcitone Thomas Machell, Glasgow ca. 1870 – Eric Feller Collection (3)

Das Dulcitone kam aufgrund seiner Größe und dem Umstand, dass es sich nicht verstimmte besonders an Bord von Zügen und Schiffen zum Einsatz. Ebenfalls wurdes es häufig von Missionaren in abgelegene Gebiete mitgenommen, um dort Gottesdienste zu begleiten.  Durch diesen Umstand gelangten viele dieser Instrumente in die unterschiedlichsten Regionen der Erde. Etwa 6.000 wurden hergestellt, aber nur wenige sind bis heute in spielbarem Zustand erhalten.

Hints on adjusting the Dulcitone

Hints on adjusting the Dulcitone

 

Weitere erhaltene Instrumente von Thomas Machell & Sons:

  • 1897 – Whittaker’s Musical Museum, Neuseeland
  • 1875-1899 – National Museum of American History, USA

 

 

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Cottage Piano William Rolfe and Sons 1835 https://www.ericfeller.de/instrumente/cottage-piano-william-rolfe-and-sons-1835/ Tue, 21 Sep 2021 15:29:20 +0000 https://www.ericfeller.de/?post_type=instrumente&p=738 Dieses elegante Cottage Piano der Firma William Rolfe & Sons wurde 1835 in London gefertigt und zeigt die platzsparende Version des Tafelklaviers bzw. Flügels zu jener Zeit. Der Korpus ist aus solidem Mahagoni mit dunklen Intarsien gefertigt und die Front ist mit roter Seide bespannt. Die Untertasten sind mit Elfenbein und die Obertasten mit Ebenholz […]

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Dieses elegante Cottage Piano der Firma William Rolfe & Sons wurde 1835 in London gefertigt und zeigt die platzsparende Version des Tafelklaviers bzw. Flügels zu jener Zeit.

Der Korpus ist aus solidem Mahagoni mit dunklen Intarsien gefertigt und die Front ist mit roter Seide bespannt. Die Untertasten sind mit Elfenbein und die Obertasten mit Ebenholz belegt. An den Enden der Klaviatur sind jeweils zwei versenkbare Kerzenhalter angebracht, die über einen kleinen Knopf aus Elfenbein herausgezogen werden können. Das Instrument verfügt über zwei hölzerne Pedale (Dämpfungsaufhebung & una corda). Der Umfang beträgt 6 Oktaven (FF – f4). Die Hämmerchen sind durchgehend mit Filz bezogen und das Instrument ist zweichörig besaitet. Bei der Mechanik handelt es sich um die englische Double Action mit Abstrakten.

Das Vorsatzbrett ist mit verschiedenen Intarsien aus Messing verziert und trägt die Signatur:

„W. Rolfe & Sons

Manufacturers

112 Cheapside London”

Die Seriennummer lautet 1656 und ist auf dem Stimmstock zu finden. Unter der Tastatur befindet sich das Notenpult, welches in der zylinderförmigen Deckelklappe eingehängt werden kann.

Das Instrument stammt aus der ehemaligen Sammlung von Mary und Kenneth Mobbs in Bristol. Laut Unterlagen wurde es am 7.04.1977 von Rev. Gordon Robinson erworben. Während der Zeit im Besitz von Mary und Kenneth Mobbs wurde das Klavier an das Royal Academy of Music Museum verliehen und ausgestellt.

Cottage Piano W. Rolfe & Sons, London 1835 - Eric Feller Collection (Nameboard)

Cottage Piano W. Rolfe & Sons, London 1835 – Eric Feller Collection (Nameboard)

 

William Rolfe ist als Klavierbauer in der Zeit von 1785 bis etwa 1828 tätig gewesen. Seine Lebensdaten sind bisher nicht bekannt. In seiner Anfangszeit von 1785 arbeitet er zusammen mit Samuel Davis und die Firma wurde unter dem Namen Rolfe & Davis geführt. 1797 entwickelten die beiden ein Patent für einen Registerzug für „Turkish Music“ mit Becken und Trommeln. Hierbei wurde mit einem Schlegel beim Betätigen von unten gegen den Resonanzboden geschlagen. Dieses Patent ist nach R. Harding das bisher älteste Zeugnis einer solchen Veränderung in Form eines Janitscharenzugs, die später in den 1820er Jahren ihren Höhepunkt (besonders bei Wiener Instrumenten) fand und dann sehr schnell wieder verschwand.

Zeitgleich arbeitete William Rolfe als Instrumentenbauer und Musikverleger und war Partner von Thomas Culliford mit dem er Instrumente für die Firma Longman & Broderip herstellte. Er selbst verkaufte seine Instrumente auch unter seinem Namen. Nach dem Bankrott der Firma Longman & Broderip im Jahr 1796 arbeitete er nur noch unter seinem Namen. Im Jahr 1807 wurden seine beiden Söhne Nicholas und Thomas Partner in der Firma des Vaters. Ab 1814 wurde die Firma zu William Rolfe & Sons umbenannt und es kamen zusätzliche Räumlichkeiten in der London Wall Street No. 32 hinzu. Das Stammhaus lag jedoch seit der Gründung in der Cheapside 112. Ab ca. 1820 wurden Instrumente unter William Rolfe and Compy. vertrieben. Die Firma selbst bestand bis 1889.

 

 

Weitere erhaltene Instrumente von William Rolfe & Sons:

  • 1820 – 1825 – Upright Piano – Privatsammlung, Gates County USA
  • 1814 – 1820 – Upright Piano – Museu da Musica Lissabon, Portugal

 

 

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Cottage Piano John Broadwood and Sons 1833 https://www.ericfeller.de/instrumente/cottage-piano-john-broadwood-and-sons-1833/ Tue, 29 Jun 2021 18:05:55 +0000 https://www.ericfeller.de/?post_type=instrumente&p=730 Die Traditionsfirma John Broadwood & Sons in London produzierte Anfang des 19. Jahrhunderts neben Tafelklavieren und Flügeln auch die neu in Mode kommenden aufrechten Klaviere. Diese sogenannten Cottage Pianos waren platzsparender als ihre großen Verwandten und erfreuten sich zunehmender Beliebtheit. Laut der Seriennummer wurde das Instrument 1833 in London hergestellt. Der Korpus ist aus solidem […]

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Die Traditionsfirma John Broadwood & Sons in London produzierte Anfang des 19. Jahrhunderts neben Tafelklavieren und Flügeln auch die neu in Mode kommenden aufrechten Klaviere. Diese sogenannten Cottage Pianos waren platzsparender als ihre großen Verwandten und erfreuten sich zunehmender Beliebtheit.

Laut der Seriennummer wurde das Instrument 1833 in London hergestellt. Der Korpus ist aus solidem Mahagoni gefertigt und die Front ist mit grüner Seide bespannt. Die Untertasten sind mit Elfenbein und die Obertasten mit Ebenholz belegt. An den Enden der Klaviatur sind jeweils zwei versenkbare Kerzenhalter angebracht, die über einen kleinen Ring herausgezogen werden können. Das Instrument verfügt über zwei hölzerne Pedale (Dämpfungsaufhebung, Blindpedal (ohne Funktion)). Der Umfang beträgt 6 Oktaven (FF – f4). Die Hämmerchen sind durchgehend mit Filz bezogen und das Instrument ist zweichörig besaitet. Bei der Mechanik handelt es sich um die englische double action mit Abstrakten.

Das Vorsatzbrett ist mit verschiedenen Intarsien verziert und trägt die Signatur:

„John Broadwood and Sons. / Makers to his Majesty and the Princesses /

Great Pulteney Street Golden Square

London”

Auf dem Stimmstock befindet sich eine zweite Signatur:

„H. B.“ oder „J. B.“ (unleserlich)

Die Seriennummer lautet 1778 und ist auf dem Stimmstock zu finden.

Das Instrument stammt aus der ehemaligen Sammlung von Mary und Kenneth Mobbs in Bristol. Laut Unterlagen wurde das Instrument am 19.02.1986 von Rev. W. T. H. B. Davies erworben. Während der Zeit im Besitz von Mary und Kenneth Mobbs wurde das Klavier an das Royal Academy of Music Museum verliehen und ausgestellt.

 

 

John Broadwood wurde am 6. Oktober 1732 in Oldhamstocks in der Nähe von Cockburnspath in Schottland geboren. Er erlernte den Beruf des Möbeltischlers wie schon sein Vater zuvor.

Im Jahr 1761 begann er bei Burkat Shudi (1702 – 1773) in London zu arbeiten und wurde 1770 sein Geschäftspartner. 1771 eröffnete er sein eigenes Geschäft in der Great Pulteney Street in London. John Broadwood heiratete 1769 Burkat Shudis Tochter Barbara in erster Ehe und hatte mit ihr vier Kinder. Nach dem frühen Tode (1776) seiner Frau heiratete er in zweiter Ehe 1781 Mary Kitson und hatte mit ihr sechs Kinder. Er starb am 17. Juli 1812 in London. (vgl.: M. Clinkscale: Makers of the Piano 1700 – 1820, Oxford University Press 1999)

 

 

Weitere erhaltene Instrumente von John Broadwood & Sons:

1823 – Cottage Piano – David Brenner, Riverside USA

1835 – Cottage Piano – Musée des Instruments de Musique, Brüssel Belgien

1840 – Cottage Piano – The Royal Academy of Music, London England

 

 

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Goulding & D’Almaine 1823 – 1834 https://www.ericfeller.de/instrumente/goulding-dalmaine-1823-1834/ Sat, 31 Mar 2018 12:54:34 +0000 http://www.ericfeller.de/?post_type=instrumente&p=351 Dieses aufrechte Klavier ist ein frühes Beispiel der aufrechten Klaviere in England zu Beginn des 19. Jahrhunderts. Aufrechte Instrumente in dieser kleinen Form waren weit weniger anzutreffen als die beliebten Tafelklaviere. Aufgrund der Platz sparenden Variante setzte sich allerdings später diese Form durch. Das Instrument wurde in der Zeit zwischen 1823 und 1834 von der […]

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Dieses aufrechte Klavier ist ein frühes Beispiel der aufrechten Klaviere in England zu Beginn des 19. Jahrhunderts. Aufrechte Instrumente in dieser kleinen Form waren weit weniger anzutreffen als die beliebten Tafelklaviere. Aufgrund der Platz sparenden Variante setzte sich allerdings später diese Form durch.

Das Instrument wurde in der Zeit zwischen 1823 und 1834 von der Firma „Goulding & D’Almaine“ in London hergestellt. Der Korpus aus solidem Mahagoni ist im typischen „Regency-Stil“ gehalten. Die Front ist mit der originalen Seide bespannt. Die Untertasten sind mit Elfenbein und die Obertasten mit Ebenholz belegt. An den Enden der Klaviatur sind jeweils zwei versenkbare Kerzenhalter angebracht, die über einen kleinen Ring herausgezogen werden können. Das Instrument verfügt über drei hölzerne Pedale (Dämpfungsaufhebung, una corda und Deckelschweller). Die Verwendung von Deckelschwellern ist bei Tafelklavieren bekannt, allerdings wurden nur wenige aufrechte Instrumente damit ausgestattet. Im Inneren geht ein Hebel nach oben, der den Deckel des Klaviers via Pedal heben und senken kann. Der Umfang beträgt 6 Oktaven (FF – f4). Die Hämmerchen sind durchgehend mit Filz bezogen und das Instrument ist zweichörig besaitet. Bei der Mechanik handelt es sich um die englische double action mit Abstrakten. Das Vorsatzbrett ist mit verschiedenen Intarsien verziert und trägt die Signatur:

„Patent

Goulding & D’Almaine

20 Soho Square

London“

Auf der Mechanik befindet sich eine zweite handschriftliche Signatur:

„M. Scott Dealer + Tuner Bath“

Daraus geht hervor, dass das Instrument mit hoher Wahrscheinlichkeit aus Bath oder der umliegenden Region stammt. Bath war im 18. und frühen 19. Jahrhundert ein beliebter Kurort der oft kunstsinnigen Aristokratie.

Das Instrument besticht durch seine kleinen Abmaße und hervorragende Verarbeitung.

 

 

Die Firma „Goulding & D’Almaine“ wurde 1785 von George Goulding in der James Street Nr. 25, Covent Garden gegründet. 1798 wurden Thomas D’Almaine und Phipps (ein Vorname ist bisher nicht bekannt) Teilhaber und die Firma trug den Namen „Goulding, Phipps & D’Almaine“ bis ca. 1810. Teilweise trat in dieser Zeit auch der Firmenname „Goulding & Co.“ auf. Nachdem um 1810 Phipps aus der Firma ausschied, trat ein weiterer Teilhaber mit dem Namen Potter in die Firma ein. Auch hier ist bisher kein Vorname bekannt. Die Firma trug ab diesem Zeitpunkt den Namen „Goulding, D’Almaine, Potter & Co.“ und hatte ihren Sitz in der Bond Street Nr. 124, von wo sie 1810/11 zum Soho Square Nr. 20 umzog. In der Zeit von 1803 bis 1816 hatte die Firma eine Filiale in der Westmoreland Street Nr. 7 in Dublin. 1823 verließ Potter die Firma und sie trug ab da (bis 1834) den Namen „Goulding & D’Almaine“ bzw. „Goulding, D’Almaine & Co.“ (die Firma baute nicht nur Instrumente sondern fungierte auch als Musikverlag; verschiedene Notenausgaben aus der Zeit zeigen beide Firmennamen). Der Name „D’Almaine, Potter, Wood & Co.“ tritt ab 1834 bis ca. 1840 auf, als James Wood (ein Instrumentenbauer für Holzblasinstrumente) Teilhaber der Firma wurde. Zu dieser Zeit war Gouldings Neffe Thomas Mackinley schon Teilhaber der Firma geworden. 1847 zog sich George Goulding ganz aus der Firma zurück und sein Neffe übernahm die Firma bis zu seinem Tod. (vgl. M. Clinkscale: Makers of the Piano 1700 – 1820, Oxford University Press 1999)

 

Weitere erhaltene Instrumente von Goulding & D’Almaine:

  • 1823 – 1834 aufrechtes Klavier – Museu da Musica Lissabon, Portugal

 

 

 

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Cabinet Piano John Broadwood and Sons ca. 1835 https://www.ericfeller.de/instrumente/cabinet-piano-john-broadwood-and-sons-c-1835/ Wed, 20 Dec 2017 18:47:21 +0000 http://www.ericfeller.de/?post_type=instrumente&p=313 Dieses elegante Instrument zählt zu den Vertretern der so genannten „Cabinet Pianos“, einer Form des aufrechten Klaviers, welche Anfang des 19. Jahrhunderts sehr beliebt waren. Aufgrund von kleiner werdenden Wohnräumen suchte man Platz sparende Varianten zum gängigen Flügel, die aber keine Einbußen im Klang machen sollten. Durch die enorme Größe bieten diese Instrumente klangleiche Eigenschaften […]

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Dieses elegante Instrument zählt zu den Vertretern der so genannten „Cabinet Pianos“, einer Form des aufrechten Klaviers, welche Anfang des 19. Jahrhunderts sehr beliebt waren. Aufgrund von kleiner werdenden Wohnräumen suchte man Platz sparende Varianten zum gängigen Flügel, die aber keine Einbußen im Klang machen sollten. Durch die enorme Größe bieten diese Instrumente klangleiche Eigenschaften wie Flügel, jedoch mit viel weniger Platzbedarf.

Der Korpus ist aus massivem Mahagoni und reich mit hölzernen Applikationen verziert. Die Front ist mit der originalen roten Seide bespannt. Das gesamte Instrument ist im typischen „Regency-Stil“ gehalten.

Die Untertasten sind mit Elfenbein und die Obertasten mit Ebenholz belegt. Das Instrument verfügt über zwei hölzerne Pedale (Dämpfungsaufhebung und una corda).

Die Hämmerchen sind mit Leder bezogen und das Instrument ist zweichörig besaitet. Bei der Mechanik handelt es sich um die englische double action mit Abstrakten.

Das Vorsatzbrett ist mit Messingintarsien verziert und trägt die Signatur:

„John Broadwood and Sons. / Makers to his Majesty and the Princesses /

Great Pulteney Street London Golden Square“

Die Seriennummer ist handschriftlich auf der ersten Taste zu finden und lautet: 6853. Die Stimmwirbel befinden sich oben. Unter der Tastatur befinden sich zwei kleine Fächer, die mit Türen verschlossen werden können.

 

 

John Broadwood wurde am 6. Oktober 1732 in Oldhamstocks in der Nähe von Cockburnspath in Schottland geboren. Er erlernte den Beruf des Möbeltischlers wie schon sein Vater zuvor.

Im Jahr 1761 begann er bei Burkat Shudi (1702 – 1773) in London zu arbeiten und wurde 1770 sein Geschäftspartner. 1771 eröffnete er sein eigenes Geschäft in der Great Pulteney Street in London. John Broadwood heiratete 1769 Burkat Shudis Tochter Barbara in erster Ehe und hatte mit ihr vier Kinder. Nach dem frühen Tode (1776) seiner Frau heiratete er in zweiter Ehe 1781 Mary Kitson und hatte mit ihr sechs Kinder. Er starb am 17. Juli 1812 in London.

 

Weitere erhaltene Instrumente von John Broadwood and Sons:

  • 1827/28 Cabinet Piano (No. 3538) – Gemeentemuseum, Den Haag Niederlande
  • 1828/29 Cabinet Piano (No. 4042) – Metropolitan Museum of Art, New York USA

 

Das Instrument ist im Museum Kellinghusen „betont – Ton und Tasten Museum“ in der Dauerausstellung ausgestellt!

 

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Reiseklavier Luigi Violi 1768 https://www.ericfeller.de/instrumente/reiseklavier-luigi-violi-1768/ Mon, 11 Dec 2017 14:16:21 +0000 http://www.ericfeller.de/?post_type=instrumente&p=294 Reiseklaviere waren im späten 18. Jahrhundert und bis Mitte des 19. Jahrhunderts sehr beliebt. Viele Komponisten und Musiker hatten kleine handliche und transportable Instrumente bei sich, um auf ihren Reisen üben zu können. Diese Instrumente waren sehr leicht gebaut und konnten aufgrund ihrer Abmaße gut mitgenommen werden. Dieses ungewöhnliche und sehr kleine Reiseklavier in Tafelklavierform […]

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Reiseklaviere waren im späten 18. Jahrhundert und bis Mitte des 19. Jahrhunderts sehr beliebt. Viele Komponisten und Musiker hatten kleine handliche und transportable Instrumente bei sich, um auf ihren Reisen üben zu können. Diese Instrumente waren sehr leicht gebaut und konnten aufgrund ihrer Abmaße gut mitgenommen werden.

Dieses ungewöhnliche und sehr kleine Reiseklavier in Tafelklavierform wurde von Luigi Violi in Bologna gefertigt.

Das Instrument ist aus Nussholz gefertigt und verfügt über kein Gestell oder Beine. An den Enden beider Seiten sind kleine Tragegriffe aus Messing angebracht.

Im Inneren ist die gesamte Mechanik mit einem Staubboden abgedeckt, der mit grüner Seide bespannt ist. In diesen Staubboden ist das Notenpult integriert. Unterhalb des Staubbodens befindet sich eine handschriftliche Signatur, dass der Staubboden 1838 mit neuer Seide ausgekleidet wurde.

Auf dem Vorsatzbrett befindet sich in einer kleinen Porzellankartusche die Signatur:

„No. 129

Luigi Violi Fece

Bologna Anno 1768“

Der Umfang des Instrumentes beträgt 4 Oktaven mit kurzer Oktave im Bass (C, F – f3) und es verfügt über eine einfache Prellmechanik. Ein kleiner Handregisterzug für einen Harfenzug befindet sich rechts der Tastatur.

Bei der Signatur „No. 129“ handelt es sich wahrscheinlich um die Fertigungsnummer des Instrumentes.

 

Bisher sind keine weiteren Instrumente von Luigi Violi erhalten.

 

Dieses Reiseklavier ist im Museum Kellinghusen „betont – Ton und Tasten Museum“ in der Dauerausstellung ausgestellt!

 

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